Die BahnCard

Ich weiß, ich hätte sie kündigen sollen. Als die Aufforderung zur Zahlung für die neue BahnCard kam, war es schon zu spät. Der Ehemann hatte sie uns letztes Jahr besorgt, und da ich von Januar bis Juli regelmäßig zwischen München und Berlin pendeln musste, war es mir recht. Aber jetzt besteht kein Bedarf mehr. Gut, ein paar Reisen haben wir in näherer Zukunft vor, aber es wird nicht mehr so viel sein.

Der Ehemann hat seine neue BahnCard im Oktober bekommen. Sie wurde zu unserer Adresse nach Berlin geschickt, weil wir die neue Adresse der Deutschen Bahn nicht mitgeteilt haben. Die Berliner Adresse ist sowieso immer noch gültig, die Post wird hierher weitergeleitet. Und ich? Ich warte immer noch darauf. Da wir am nächsten Wochenende eine Reise geplant haben, habe ich heute Morgen beim DB Reisezentrum in Pasing nachgefragt. Was für eine blöde Idee, im Nachhinein! Vor allem, weil der Ehemann, der als Deutscher doch besser als ich kommunizieren kann, noch im Supermarkt war, und ich alleine da stand.

Die Frau ganz links am Schalter hat nach meiner Frage angerufen und die Auskunft bekommen, meine BahnCard wäre zur Berliner Adresse geschickt worden und nicht zurück gekommen. Daher müsste ich die BahnCard bekommen haben, und „wenn ich sie nicht habe, muss ich sie verloren haben“. Wegen der Reise in einer Woche blieb mir keine andere Möglichkeit, als zur Bestellung einer Ersatzkarte zuzustimmen, für die ich noch 15€ zahlen müsste. Das ist voll die Verarschung. Wie kann ich beweisen, dass ich etwas nicht bekommen habe? Und wie kann die Deutsche Bahn beweisen, dass ich die Karte tatsächlich bekommen habe? Nicht, gab die Frau zu. Aber zu meiner Frage, warum ich dann 15€ für eine Ersatzkarte bezahlen soll, obwohl ich die mir zugestellte Karte nie bekommen habe, wollte sie nicht antworten. Sie hat mir nicht mehr ins Gesicht geschaut, mein Blick ständig ausgewichen und eine Nummer auf Papier gekritzelt, mit der ich mir am Automat eine temporäre Karte für die bevorstehende Fahrt ziehen könnte. Die „neue“ Karte soll demnächst per Post folgen.

Der Ehemann kam kurz danach ins Reisezentrum zu mir, und als ich ihm das Geschehene erzählte, meinte er, nachfragen zu müssen. Bei dem Mann ganz rechts am Schalter, da die Frau von vorher mit einer anderen Kundin beschäftigt war. Das Erklären von unserem Anliegen war schwierig, weil der Mann am Schalter uns ständig unterbrochen hat. Die Nachfrage vom Ehemann, warum ich für eine neue Karte zahlen müsste, wenn wir die Erste nie bekommen haben, hat den Mann am Schalter scheinbar extrem gereizt. Er hat angefangen, sich dem Ehemann gegenüber spöttisch zu verhalten, ihn fast anzubrüllen, und dabei sprach er so schnell, dass selbst der Ehemann ihn kaum verstehen konnte, außer, dass wir uns an die DB Hotline wenden könnten. Dass wir nicht rausgeschmissen worden sind, liegt wahrscheinlich nur daran, dass ich den Ehemann darum gebeten habe, nicht mehr nachzufragen. Mit dem Typ ist nicht zu reden. Ich habe so eine schlechte Behandlung an einem DB Schalter noch nie erlebt und bin ehrlich gesagt immer noch recht darüber schokiert, wie sich die Diskussion entwickelt hat. Die Deutsche Bahn hält offensichtlich Kundenorientierung für überflüssig in der Ausbildung von ihren Schaltermitarbeitern.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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In Madrid gestrandet

Irgendwie war es ja klar. Als ich damals auf Google Flights die Verbindung gefunden hatte, gab es einen Vermerk bei der ersten Verbindung: Der Flug zwischen München und Madrid von 12:15 ist häufig verspätet. Aber Iberia bietet die Verbindung mit dem Anschlußflug nach Asturien an, ohne Hinweis, also müssen sie davon ausgehen, dass es in den drei Viertelstunden meistens klappen muss.

Nicht. In München hat das Boarding schon mit zwanzig Minuten Verspätung angefangen. Häufig ist es doch so, dass man die Zeit irgendwie einholt. Andere Flugroute, doch nicht so langes Boarding, schneller fliegen oder so. Nachdem wir aber eingestiegen sind, haben wir erstmal ewig gewartet, bis das Flugzeug sich bewegt hat. Drin war es extrem heiß. Die eine Stewardess war dabei, hinter uns Selfies mit Posen vor der geöffneten Tür zu machen, als ihr Kollege um Viertel vor eins angefangen hat, Gläser Wasser zu verteilen. Erst da wurde mir klar: Den Anschlußflug kriege ich nicht mehr. Um fünf vor eins haben wir unsere Parkposition verlassen. Kurz danach haben wir wieder gehalten. Die Sicherheitshinweise wurden auf Spanisch und Englisch vorgetragen. Es war nach ein Uhr nachmittags, als wir endlich abgeflogen sind.

Der Pilot hat sich für die Verspätung entschuldigt und versprochen, sein Mögliches zu tun, um die Zeit einzuholen. Es war aber schon fünf vor halb vier, als wir den Boden mit den Rädern wieder berührt haben. Um 15:33 rollten wir immer noch. Um 15:30 sollte offiziell das Boarding nach Asturien beendet werden. Und wie der Flugbegleiter uns informierte: Wir kommen am Gate 14 an, und der Anschluß nach Asturien ist am Gate K82. Immerhin wurde der Anschluss noch als möglich angegeben. Mit meinem Handgepäck konnte ich leider nicht so schnell laufen wie sonst. Es war ein sehr langer Weg. Und als ich am Gate K82 ankam, war niemand mehr dort. Gate closed. Direkt davor war eine Reklamationsstelle von Iberia. Ich habe ein Ticket gezogen und gewartet.

D058. Als ich mein Ticket in der Hand hatte, stand D046 am Bildschirm. Es gab sonst viele F- und andere Buchstaben-Nummer, und ich habe gedacht, verdammt, es wird ewig dauern. Es gab sechs Schalter, aber nur zwei waren für Kunden besetzt. Als ich da wartete, hieß es plötzlich am Anzeigeschild mit den Flügen: Last call nach Asturien am Gate H35, mit genau der Flugnummer auf meinem Boardingpass! Es war schon 15:50. Eine Frau, die an einem geschlossenen Schalter damit beschäftigt war, Papierkram zu sortieren, schien mir geeignet, um nachzufragen. Na ja. Sie wollte mich erstmal nicht wahrnehmen und meinte dann, sie hätte keine Nummer gerufen. Ich habe trotzdem gefragt, ob der Last call nach Asturien ernst gemeint war und ich bis H35 laufen sollte, statt meine Zeit hier zu verschwenden und eventuell keinen Anspruch auf Entschädigung zu haben: Nein, das Gate ist wirklich geschlossen, sagte sie. Und guckte dabei in Richtung Gate K82.

Als ich mit meiner Nummer endlich dran kam, habe ich von der deutlich netteren Mitarbeiterin eine Umbuchung auf den Flug von 19:40 bekommen. Einen Gutschein für ein Lunch hat sie mir auch gegeben. Ich habe mich zuerst gefreut, bis ich McDonalds auf dem Gutschein gesehen habe. Hmm. Den lasse ich verfallen. Ich sitze stattdessen in einem nett aussehenden Café und warte auf meine Boardingzeit. Auf der Webseite von Iberia habe ich den Status der Flüge nach Asturien geprüft und festgestellt: Der Flug, den ich hätte nehmen sollen, ist erst um 16:34 abgeflogen! Den hätte ich doch noch locker kriegen können! Und bestimmt wirklich von Gate H35 statt K82. Ob die so lange auf mich gewartet haben, bis die Mitarbeiterin meine Flugverbindung storniert hat? Das ist noch mehr ärgerlich, zu wissen, dass ich jetzt umsonst so spät zu meinem Ziel ankommen werde. Ich muss danach noch Bus fahren.


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Der Iberia-Alptraum

Ich soll demnächst für eine Dienstreise nach Spanien. In den Norden.

Ich dachte am Anfang naiv, jetzt, wo ich im privaten Sektor arbeite, müsste ich mich nicht mehr selber um Reiseplanung kümmern. Falsch. Die Zeiten der peniblen Auseinandersetzungen für die Erstattung von Reisenkosten bei jedem Euro zu viel sind zwar vorbei, Taxifahrten werden sogar selbstverständlich zurück bezahlt, aber ich darf weiterhin selber alles organisieren. Was es mir schon an Zeit und Nerven gekostet hat, für diese eine Reise! Dabei habe ich bis jetzt nur versucht, eine Flugverbindung zu buchen.

Es ist nicht so, als ob ich noch nie vorher Flüge gebucht hätte. Im Gegenteil. Mit Iberia war’s aber das erste Mal. Und das Letzte, wage ich mal zu behaupten.

Die Verbindung habe ich durch Google Flights gefunden. Preislich und zeitlich unschlagbar. Die anderen Fluglinien in der Preiskategorie haben häufig eine ganze Nacht zwischen beiden Flügen für meine Strecken. Direktflüge gab es nicht. Bei den teuren Flügen landet man schon oberhalb von 1500€. Viel zu viel.

Ich bin dem Link von Google Flights gefolgt, um meine ausgewählte Verbindung auf der Website von Iberia zu buchen. Google Flights benutze ich auch nicht zum ersten Mal. Nachdem ich bei Iberia alle meine Daten eingetragen habe, wollte ich zahlen. Und da ging es los: Jedesmal, nach dem Klick auf dem Knopf zum Bezahlen, habe ich eine Fehlermeldung bekommen. Es gab „Verbindungsprobleme“ mit der Webseite, die die Bezahlung genehmigen soll. Selbst nach der Deaktivierung von Ghostery und Werbeblockern, und nachdem ich die Popups in Firefox wieder erlaubt habe. Am Ende hatte ich schon die Faxen dicke, weil die Webseite von Iberia meine Verbindung irgendwann nicht mehr anzeigen wollte. Ich musste wieder über Google Flights die Verbindung suchen, und dort war sie plötzlich um 80€ teurer!

Da in der Fehlermeldung die Möglichkeit angegeben war, die Buchung zu reservieren, ohne zu bezahlen, habe ich es gemacht. Eine Buchungsbestätigung ist per Email angekommen, mit dem Hinweis, dass ich bis morgen Zeit hätte, um zu bezahlen. Bei der Fehlermeldung war auch eine Telefonnummer angegeben: 06950073874. Verzweifelt, habe ich dort angerufen. Zuerst musste man Zahlen auswählen: „Drücken Sie die 1 für…“ Für was denn? Die Stimme auf dem Band war kaum zu verstehen! Eine Sekretärin, die Deutsch als Muttersprache spricht, hat aus ihrem Telefon angerufen und konnte nicht besser als ich verstehen. Nicht vollständig, gehackt… „Es muss die 1 sein“, meinte sie nach einer Weile. Ich habe die 1 gewählt. Die anderen Fragen waren leicht besser zu hören. Als ich alle Zahlen angegeben hatte, dachte ich, es würde eine Weile dauern, bis jemand ran geht. Angenehm überrascht war ich, als sich ein Mann sofort meldete. Ich habe meine Buchungscode angegeben. Er konnte sehen, dass ich mehrmals erfolglos versucht hatte zu bezahlen. „Welchen Browser benutzen Sie?“ „Firefox,“ war meine Antwort. „Versuchen Sie Internet Explorer oder Google Chrome,“ hat er vorgeschlagen. „Wenn es nicht klappt, rufen Sie wieder an.“

Also zurück zum Rechner… Eigentlich dürfte schon die Webseite für Firefox funktionieren. Eine Schlamperei ist das, wenn nicht alle gängigen Browser unterstützt werden. Es ging sowieso schnell. Mit Internet Explorer, das ich sonst nie benutze, kam die gleiche Fehlermeldung. Und nach Herunterladen und Installation von Google Chrome kam ich auch nicht weiter.

Nochmal angerufen. Natürlich war ein anderer Mitarbeiter dran. Ich habe das Problem von vorne wieder geschildert und ergänzt, dass die Fehlermeldung beim Bezahlen unabhängig vom Browser auftritt. Er hat angefangen, irgendwas an seinem Rechner zu machen, keine Ahnung was, und hat auf einmal mit einer plötzlich wärmerer Stimme gefragt, ob ich denn schönes Wetter in München hätte. Ich, völlig aus der Bahn geworfen: „Ja!“ Menno… Man weiß doch, dass man bei Telefonaten mit Hotlines niemals „Ja“ sagen soll! Bei einer Hotline von einer Fluggesellschaft wird es aber nicht passieren, dass ich plötzlich eine Rechnung für einen Vertrag bekomme, von dem ich noch nie was gehört habe, oder? „Wird das Gespräch aufgenommen?“ „Ja,“ sagte er. Ich habe darauf bestanden, dass die Aufnahme gelöscht wird. Der Mitarbeiter klang danach nicht mehr so freundlich.

Weiter ging’s mit der Bearbeitung meiner Buchungsdaten. Er fragte viele Details, die er eigentlich aus meiner Buchung sehen sollte. Es klang, als ob er die Buchung von vorne wieder machen würde. Nach der Frage zur Telefonnummer sagte ich, dass ich das Häkchen zur Nichtsendung von Newslettern angeklickt hatte. „Dann mache ich das auch“, sagte er. Ich habe den Verdacht, dass er es sonst unerwähnt gelassen hätte. Das war auch ein Unding, dieses Häkchen auf der Webseite, wo man die Zahlungsdaten angibt. Mittlerweile ist man darauf konditioniert, kein Häkchen zur Sendung von Newslettern zu setzen. Auf Iberia muss man das Häkchen setzen, um keine Newsletter zu bekommen.

Wie es weiter ging… Er wollte gerade meine Kreditkartenummer abfragen, aber es ging nicht so schnell… Und plötzlich war die Telefonverbindung weg. Ich stand da mit dem Handy am Ohr und hörte nur noch „Tut tut tut“. „Der wird wohl zurück rufen, meine Nummer hat er ja,“ habe ich gedacht, als ich zurück zum Büro gegangen bin. Hat er nicht. Ich bin wieder dem Link zur Bearbeitung von meiner Buchung aus der Email gefolgt, doch hieß es, die Buchung könne nicht gefunden werden.

Diese Reise kann nicht gefunden werden. Möglicherweise wurde sie storniert. Bitte wenden Sie sich an die Stelle, wo die Reise gebucht wurde, um weitere Informationen zu erhalten. (4649) (4649)

Jetzt verstehe ich, warum wir alle Daten nochmal durchgehen mussten. Ich habe jetzt auch keine Buchungscode mehr, um mich an die Hotline zu wenden. Und nachdem ich schon zwei Stunden lang, ein Viertel meiner heutigen Arbeitszeit (!), damit verbracht habe, habe ich die Schnauze voll. Von mir aus kann jemand anders nach Spanien reisen.


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Datenschutz-Grundverordnung

Kurz: DSGVO. Hat mittlerweile bestimmt jeder im Bloggerland schon mal gehört.

Bei mir hat es angefangen, als ich vor etwa zwei Monaten die ersten Ankündigungen zum Schließen von Blogs gelesen habe (wenn sie nicht ins private Modus gewechselt sind). „Es muss etwas Österreichisches sein“, habe ich zuerst gedacht, denn die ersten Blogs, denen ich folge und die das Thema ansprachen, aus Österreich kamen. Als die Deutschen auch darüber anfingen zu schreiben, habe ich gegoogelt. Besorgte Leser, die ihre Privatsphäre besser schützen wollen, können stattdessen startpagen. Es klingt nur noch recht gewöhnungsbedürftig.

Was ich aus meiner Leserei gelernt habe:

  1. Bin ich froh, keine Juristin zu sein!
  2. Eine Datenschutzerklärung muss spätestens jetzt sein. Getan. Obwohl ich diesen Blog nicht selber hoste und keinen Einfluss auf die erhobenen Daten habe. Aber das erkläre ich ja.
  3. Du darfst keine elektronische Newsletter ohne ausdrückliche Einwilligung der Empfänger schicken. Neu kommt es mir nicht vor. Und das tue ich eh nicht.

Letzteres hat der Unterwäschehändler Mey offensichtlich nicht verstanden. Ich habe beim Onlineshop von Mey am 12.12.2016 Unterwäsche gekauft. Ursprünglich hatte ich diese in einem Laden in meinem Kiez bestellt, und als es nach zwei Monaten hieß, die Ware könnte nicht geliefert werden, habe ich im Laden storniert und mich direkt an Mey gewandt. Ware bekommen, Kundin zufrieden. Und danach: Anderthalb Jahre Funkstille! Keine Newsletter, rein gar nichts! Klar, ich habe auch nichts eingewilligt. Ich achte immer peinlich darauf, bei jeder Anmeldung oder Bestellung alle kleine Häkchen zu prüfen, um meine Mailbox nicht mit Müll befüllt zu bekommen oder keine Versicherung an der Backe zu haben.

Recht überrascht war ich also, am 12. Mai dieses Jahres eine Email von Mey zu bekommen. „Wir vermissen Sie, Liebe Frau Kundin: 20€ extra für Ihren nächsten Einkauf im Mey Onlineshop!“ Meine erste Reaktion: „Häh? Wer ist Mey?“ Es war schon länger her. Ich habe die Email direkt gelöscht (und gerade jetzt im Mülleimer von GMail wieder gefunden). Es war erst der Anfang: Am 27. Mai, zwei Tage nach dem Inkrafttreten der DSGVO, kam eine neue Email von Mey: „Night2Day: sommerlich leicht aus Baumwolle und Leinen“. Und am 03. Juni, also gestern: „Der Sommer wird weiß – mit den frischen Sommer-Highlights von Mey!“.

Geht’s noch? Nach so langer Zeit Ruhe werde ich plötzlich regelrecht zugespamt? Ich mache also eine Email tatsächlich auf und blättere bis zum Schluß. Da staune ich nicht schlecht:

Diese E-Mail erhalten Sie, da Sie sich in unseren Newsletterverteiler eingetragen haben. Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei. Es entstehen keine höheren Kosten als die nach den Basistarifen. Wenn Sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten wollen, klicken Sie hier: Newsletter abbestellen

Kühne Behauptung! Ich habe mich sicherlich nie in den Verteiler eingetragen. Wenigstens gibt es ein Link zum Abbestellen der Newsletter, die ich nie bestellt habe. „Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei“, schreiben sie. Das will ich doch hoffen. Sonst hätten die echt was von mir gehört. Und was meinen die mit „Basistarifen“? Ich habe doch kein Abo oder sonst was. Ach so, das wird hier erklärt. Das haben die Leute bei Mey wohl einfach so übernommen. Aber das Idiotischste kommt noch, wenn ich dem Link zur Abmeldung folge (Screenshot aus meinem Laptop):

Eine Webseite, in der es von der Adresse aus eindeutig um eine Abmeldung geht, wird von einem Werbebanner für eine Anmeldung zum Newsletter völlig ausgegraut? Das Kreuz zum Schließen vom Werbebanner ist noch so klein, da hat man sich schnell verklickt und das Gegenteil gewirkt von dem, was man ursprünglich vor hatte. Eine Frechheit ist das. Die gute Nachricht: Wird das Fenster vom Internetbrowser nicht mehr maximiert, verschwindet die Aufforderung zum Anmelden.

Und jetzt, mal abwarten. Ich habe keine Bestätigung zur Abmeldung vom Newsletter bekommen. Verdächtig.


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SEV nimmt kein Ende

Oder, um ein altes und gerade sehr passendes Sprichwort zu zitieren: Quand y’en n’a plus, y’en a encore. Ich weiß jetzt nicht, wie es ins Deutsche übersetzt wird, und um die späte Uhrzeit ist es mir egal.

Heute früh, kurz nach sieben Uhr morgens. Das Fenster vom Schlafzimmer ist ganz breit auf. Ich höre, wie die S8 am Bahnhof ankommt. Ich wiederhole: Ich höre die S-Bahn! Wahnsinn! Die Wochen des Leidens sind vorbei! Ich kann endlich wieder von zu Hause aus mit der S-Bahn zur Arbeit fahren, nachdem ich gestern noch die letzte Strecke SEV lieber zu Fuß gemacht habe, weil es sich zeitlich einfach nicht lohnte, für den kurzen Abstand so lange auf den Bus zu warten. Trifft sich gut, weil ich aufgrund des Regens keine Lust hatte, Fahrrad zu fahren.

Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, weil, obwohl der Brief der Deutsche Bahn uns ein Ende des Chaos für den 15. April angekündigt hatte, ich letzte Woche auf dem SEV Fahrplan lesen konnte, dass es wohl bis Freitag, 20.4.2018 3 Uhr dauern würde. Was heute Abend geschah, war trotzdem nicht auf dem Plan (ich hab’s noch auf meinem Handy als Foto-Beweis).

Ich war heute mal nicht beim Sport, sondern bei einer Kollegin zum Abendessen und quatschen. Kurz nach 22:00 habe ich mich auf den Weg nach Hause gemacht. Ich hatte gesehen, dass die Verbindung zwanzig Minuten zuvor mit Bus und S-Bahn ganz normal lief, konnte aber wegen meines miesen Vodafone-Empfangs nicht sehen, wie es danach ging. Vermutlich auch mit Bus und S-Bahn.

Als ich im Bus saß, konnte ich die Anfrage auf der App aktualisieren und da stand, Bus bis Pasing und SEV. Ab Pasing schon? Das hatten wir noch nie, seit Beginn der Bauarbeiten. Dort angekommen, bin ich erstmal schnell zum Gleis gelaufen. Dort war die S8 bis Herrsching angekündigt, und es gab sogar eine Durchsage, zusätzlich zur Info-Tafel, um zu informieren, dass sie nicht wie üblich am Gleis 7, sondern am Gleis 8 direkt gegenüber ankommen würde. In zwei Minuten. Super, habe ich gedacht. Die S8 kam, doch auf Gleis 7. Alle Passagiere sind ausgestiegen, und das Licht in der S-Bahn wurde ausgeschaltet. „Bitte nicht einsteigen,“ konnte man hören. Also doch SEV, der zweimal so lange für die Strecke braucht.

Ich bin schnell zur SEV-Haltestelle gelaufen und habe ganz viele Leute dabei überholt. Gut gemacht. Für mich. Den es gab nur einen Reisebus, um die ganze Bahn zu ersetzen. Ich habe einen Sitzplatz ergattern können, ein Paar Sekunden später war der Bus schon so voll, dass Leute dicht im Gang stehen mussten und viele draußen nicht mehr einsteigen konnten. Ob ein anderer Bus kommen würde? Der Fahrer hatte keine Ahnung. Besonders bitter: Die nächste Verbindung mit der S8 sollte erst eine knappe Stunde später sein.

Kurz nach Germering haben wir zwei anderen SEV-Busse gesehen, die in die Gegenrichtung rasten. Der Fahrer hat danach einen Anruf bekommen, vermutlich von Kollegen, die über die „Verstärkung“ geredet haben. Der Fahrer meinte, es wäre jetzt wohl umsonst, da er schon seit über zwanzig Minuten Pasing verlassen hatte. Bis die anderen Busse dort ankommen, ist schon bald die nächste S-Bahn dran, die viel schneller fährt. Warum vereinzelte Züge noch ersetzt werden müssen, wenn andere ganz normal fahren dürfen, ist mir allerdings ein Rätsel.


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Es wird langsam

Nachdem wir am Sonntag die Strecke zur Arbeit ausprobiert haben, bin ich sie gleich am Montag mit dem Fahrrad alleine gefahren. Bevor ich die Details vergesse. Einfach war es nicht, ich habe mich zweimal verfahren, einmal im ersten Stück Wald und danach, um zum zweiten Stück Wald zu kommen. Die Kreuzungen waren nicht in der richtigen Reihenfolge in meinem Kopf. Ich habe anderthalb Stunden gebraucht, und das nur, weil ein freundlicher Fahrradfahrer mir entgegen gekommen ist, als ich rätselnd auf dem Handy schaute (mein Navi kennt keine Waldwege) und fragte, wo ich hin wollte. Sonst hätte ich länger gebraucht. Das angenehmere Stück ohne Radweg auf der engen Straße, das wir bei der Rückkehr benutzt hatten, war im Berufsverkehr mehr befahren, aber es war noch in Ordnung. Die Sichtweite ist dort sehr gut, da kann man mich nicht im letzten Moment sehen, es gibt also kein Grund, so dicht an mich vorbei zu fahren, es sei denn, man trägt Arschloch-Gene in sich. Das gibt’s. Meistens zeigen die Autofahrer doch Rücksicht. Auf der Rückfahrt habe ich am Montag schon nur noch eine Stunde zwanzig Minuten gebraucht. Ich habe eine Kreuzung verpasst, und im letzten Stück Wald sind mir zu meiner Überraschung zwei Autos hinter einander entgegen gekommen. Ich dachte, dort würden keine motorisierte Fahrzeuge durchfahren. Ich musste am Rand vom Weg mit dem Fahrrad stehen bleiben, um nicht überfahren zu werden. Gebremst hat das erste Auto nicht, und ich war über die Staubwolke danach nicht erfreut, auch wenn der Fahrer vom zweiten Auto sich bedankt hat.

Gestern hatte ich geplant, nach Feierabend zum Fitnessstudio zu gehen. Mit der Sporttasche wollte ich nicht Fahrrad fahren, und auch nicht, weil ich sonst nachtsüber nach Hause durch den Wald hätte fahren müssen. Ich bin also, wie ich es seit fast drei Wochen gewöhnt bin, zur Bushaltestelle gegangen, um den SEV bis Germering zu nehmen, und weiter mit einem anderen Bus zur Arbeit zu fahren. Zu meiner Überraschung fuhr der Bus nur bis Gilching-Argelsried, weil die S8 jetzt bis dahin kommt. Ich hätte in der App schauen sollen. Zu Fuß wäre ich schneller gewesen. Das hätte mir doch nicht geholfen, weil die S-Bahn sehr lange einfach nicht kam. Keine Durchsage, wie immer, aber diesmal lag es daran, dass die Bauarbeiten am Bahnsteig nicht fertig waren. Die Männer waren am Bahnsteig tatsächlich dabei, auf der anderen Seite der Sperre auf Säulen die Lautsprecher zu befestigen. Man muss sich vorstellen, wie so viele Leute, die theoretisch zwei verschiedenen Zügen genommen hätten, sich auf dem nicht ganz halben Bahnsteig verteilt haben, um vierzig Minuten lang auf eine Bahn zu warten. Weil der nächste Bus inzwischen seine Ladung gebracht hatte. Als der Zug endlich kam, ist er auch nicht sofort weggefahren, nein, ein paar Minuten hat es noch gedauert. Ich habe für eine Strecke, die im Normalbetrieb von zu Hause aus fünf Minuten dauert, eine ganze Stunde wegen MVG-Chaos verschwendet, und habe insgesamt zwei Stunden zur Arbeit gebraucht. Begeistert war ich nicht.

Heute bin ich wieder Fahrrad gefahren, weil ich so sauer auf die MVG war. Siebzig Minuten für den Hinweg, wobei eine Kreuzung noch nicht optimal ist. Ich sollte sie vermeiden. Man kommt nach einer Brücke aufwärts auf die Kreuzung zu, die zu einer viel befahrenen Straße führt, und muss mit dem Fahrrad da mittig stehen und warten, bis eine Lücke entsteht. Tut sie das, kann man aber nicht gut los nach links radeln, weil dann aus einer anderen Richtung Autos kommen. Aussteigen, Fahrrad zur Ampel schieben, auf dem Knopf drücken um grün zu bekommen… Blöd. Es muss einen besseren Weg geben. Auf dem Rückweg nach Hause habe ich nur noch eine Stunde gebraucht. Fast genau so lange wie mit ÖPNV, wenn es normal ohne SEV fährt. Und entspannter, wenn man keinen Idioten begegnet. Wie die Frau heute hinter mir, die nur noch hupen konnte, weil ich auf der Straße fuhr. Einen Radweg gab es gerade nicht, und ich war noch bemüht, rechts dicht am Straßenrand zu fahren, und sie hätte mehrmals die Gelegenheit gehabt, mich bequem zu überholen, statt hinten zu bleiben und zu hupen. Oder der Opa in seinem grauen Cabrio (M RP 17), der mich mit „Fick dich!“ begrüßte, als er mich nach einem ganz engen Tunnel überholte, wo man eh langsam zu fahren hat. Da gab’s auch gerade keinen Radweg, er fängt erst die Kreuzung danach an. Blöd, dass ich alleine war und keine Zeugen für eine Anzeige hatte.


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Mit dem Fahrrad zur Arbeit

An einem Sonntag.

Ich arbeite seit drei Monaten bei München, und schon bereue ich es, mir ein Jahresabo fürs ÖPNV gekauft zu haben.

Zuerst dachte ich, es wäre nicht schlimm, so weit weg von der Arbeit zu wohnen. Die Wohnung liegt ganz nah an der S-Bahn, und die fährt alle zwanzig Minuten, morgens sogar häufiger, und ich brauche keine Stunde zur Arbeit. Also besser als das, woran ich mich in Berlin gewöhnt hatte. Nicht. Und nicht nur, weil das Abo wesentlich teurer als in Berlin ist.

Wir hatten schon ein ganzes Wochenende lang wegen Bauarbeiten Einschränkungen im Betriebsablauf hinnehmen müssen. Danach fuhr die S-Bahn normal weiter, und ich dachte naiv, das wär’s, mit den Bauarbeiten. Pustekuchen. Seit zwei Wochen fährt die S-Bahn bei uns gar nicht mehr, und das soll noch eine Woche dauern, wie ich aus dem folgenden Brief erfahren durfte:

Stattdessen gibt es Schienenersatzverkehr (SEV). Und es muss sein, weil es gar keine Alternative zur S-Bahn gibt. Wenn ich in der App suche, wie ich ohne S-Bahn von der Arbeit nach Hause komme, kriege ich Ergebnisse, die über fünf Stunden dauern, mit langen Gehwegen.

In der Woche vor Beginn der Bauarbeiten haben es uns die automatischen Durchsagen im Zug und an den Bahnhöfen die ganze Zeit immer wieder erzählt. Schön wär’s gewesen, wenn die Durchsagen an den Bahnhöfen auch nach Wiederbeginn der Bauarbeiten weiter gelaufen wären. Nicht mal Schilder gab es, um die gelegentlichen Reisenden zu informieren.

Am ersten Samstag sind wir mit dem Ehemann über den Gleis zur Bushaltestelle gelaufen, um den SEV zu benutzen. Schnell, weil der Bus in Kürze kommen sollte. Ich habe von weitem mitbekommen, wie eine Frau mit Koffer sich am Automaten eine Fahrkarte gekauft hat, um sich, ganz alleine am Gleis, auf eine Bank hinzusetzen. Als wir vorbei  liefen, habe ich mein Tempo reduziert und ihr gesagt, „Hier fährt keine Bahn, es gibt nur SEV“. Sie ist uns gefolgt, so gut es mit ihrem Koffer ging, was bei uns nicht einfach ist, da überall Treppen sind, aber keine Aufzüge. Den Bus hat sie bekommen, und hoffentlich konnte sie pünktlich zum Hauptbahnhof ankommen, wo sie einen Zug nehmen sollte. Mit SEV dauert die Fahrt länger. Als wir abends auf dem Weg nach Hause erneut auf dem Bahnsteig gingen, haben ein Italiener und sein junger Sohn auf die Bahn gewartet. Hätten wir ihnen nichts gesagt, hätten sie noch lange da gestanden. Keine Durchsage, keine Aushänge, keine Information. Das ist die MVG.

Die Busse selbst… Bei unserer ersten Fahrt kam gerade ein Bus, um einen ganzen Zug zu ersetzen. So sah es zumindest aus. Alle Leute haben sich da rein gequetscht. Natürlich auch die mit Koffer. Kinderwagen? Rollstuhlfahrer? Fehlanzeige. Die können selber gucken, wie die fahren. Während der Fahrt hat uns dann von hinten ein anderer Bus aufgeholt, bei dem auch S8 angezeigt wurde. Der war leer. Weil er so spät nach dem ersten Bus kam, haben alle Leute geglaubt, es gäbe nur den einen Bus, und sie sind alle drin eingestiegen. Der zweite Bus war noch kein gewöhnlicher Stadtbus, sondern ein Reisebus, mit steilen Treppen zum Einsteigen. Kinderwagen? Rollstuhlfahrer? Fehlanzeige.

Letztens hat sich im Bus neben mir ein älterer Herr mit Gehstöcken hingesessen. Es war wieder ein Reisebus, und er hatte große Schwierigkeiten gehabt, überhaupt einzusteigen. Ich war so unzufrieden, jetzt über eine Stunde Fahrt zur Arbeit zu brauchen und in überfüllten Bussen fahren zu müssen, dass ich ernsthaft darüber nachgedacht hatte, den Abo zur nächsten Gelegenheit zu kündigen und mir ein kleines Auto zuzulegen. Den Führerschein habe ich ja, und wir haben sogar zwei Stellplätze in der Tiefgarage, die zur Wohnung gehören. Mein geschwätziger neuer Sitznachbar erzählte mir, früher wäre er Auto gefahren, aber in den letzten Jahren hätte der Verkehr in München derart zugenommen, dass er das Benutzen vom ÖPNV viel angenehmer fände, selbst mit SEV. Doch kein Auto?

Jetzt, wo das Wetter richtig sommerlich wird, könnte ich Fahrrad fahren. Ich bräuchte theoretisch genau so lange wie mit ÖPNV im normalen Betrieb. Der Ehemann ist am Wochenende gekommen, und hat wieder einige Sachen aus Berlin mitgebracht. Darunter sein Fahrrad, wie ich ihn darum gebeten hatte. Wir haben heute die Strecke zur Arbeit getestet.

Ein gutes Gefühl hatte ich im Voraus nicht. Beim Vorbeifahren mit dem Bus war mir schon klar, dass die Radwege hier, wenn es welche gibt, nicht zum Wohl der Radfahrer gebaut wurden, sondern nur, um sie von der Straße fern zu halten, wo sie die Autos stören. Ganz anders als in Berlin. Die „Radwege“ sind manchmal sogar für Mofas freigegeben, wie ich vor zwei Wochen auf einem Schild lesen konnte. Teilweise wird man als Fahrradfahrer auf renovierungsbedürftige Bürgersteige gelotst, und man ist besser dran, einfach auf der Straße zu fahren. Wenn sich nicht irgendwelche idiotische Autofahrer so rücksichtslos verhalten würden.

Wie heute, als der Ehemann, der vorne fuhr, um mit seinem Navi den Weg zu zeigen, nach links abbiegen wollte. Es war eine ganz enge Straße ohne Radweg oder Bürgersteig, die gerade nach rechts bog. Auf 60 km/h begrenzt. Links gab es keine Straße für Autos, nur einen Radweg durch den Wald. Der Ehemann hatte schon den Arm nach links gestreckt, um zu zeigen, dass er abbiegen wollte. Von hinten kam plötzlich ein Auto, und glaubt ihr, der Fahrer hätte ihn abbiegen lassen? Nein, nicht einmal gebremst hat er, sondern ihn von links überholt. Ich habe nur in höllischer Angst zugucken können, und bin heilfroh, dass der Ehemann im letzten Moment doch nicht abgebogen ist, weil die Tour sonst im besten Fall im Krankenhaus beendet worden wäre. Es ging so schnell, dass ich mir außer STA das Kennzeichen nicht merken konnte, sonst hätte ich darauf bestanden, bei der Polizei eine Anzeige zu machen.

Damit wurde klar, den Weg will ich nicht zur Arbeit fahren. Für die Rückfahrt haben wir eine andere Strecke gewählt, die in der Praxis ein bisschen besser aussieht, obwohl sie auch über eine enge Straße ohne Radweg läuft. Wenigstens ist die Straße gerade, wenn man vom Wald ankommt. Ich weiß aber nicht, wie es im Berufsverkehr aussieht.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Im Zug nach München

Ich bin mal wieder unterwegs. Das Pendeln ist ätzend, aber so lange der Ehemann keine Stelle in oder um München findet, müssen wir durch. Dieses Wochenende war ich dran.

Ich wollte heute meine nächsten Wochenende planen, und musste dabei feststellen, dass die Deutsche Bahn auf einmal die Preise heftig nach oben geschraubt hat. Frühlingseffekt? Ich habe beschlossen, dass wir uns doch nicht jedes Wochenende sehen müssen, was der Ehemann akzeptiert hat. Mit der teuren Wohnung in München, die ich momentan ganz alleine bezahle, und der Eigentumswohnung in Berlin, die dem Ehemann zwar gehört, ich aber auch mitfinanziere, weil er weniger verdient, ist das wöchentliche Pendeln ein Luxus, das wir uns schlecht leisten können.

Wenigstens kann ich während der vierstündigen Fahrt WLAN im Zug benutzen, um zum Beispiel endlich alle interessante Videos von Mitbloggern zu laden, die ich sonst unter der Woche nicht gucken kann. Schuld ist, schon wieder, die doppelte Haushaltsführung. Den Vodafone-Vertrag nehmen wir erst nach München mit, wenn der Ehemann zu mir zuzieht. Bis dahin bin ich auf meinem Handy als Hotspot angewiesen, was mit dem schlechten Empfang in meinem Wohnort kein Spaß ist. Temporäre Lösungen wie Surfstick ohne Vertrag gibt es zwar, wenn man googelt, aber sobald man im Shop danach fragt, haben sie es doch nicht. Egal welcher Anbieter.

Das geht aber nur gut, mit dem WLAN im Zug, wenn es tatsächlich funktioniert. Am Freitag war es ganz schwer. Die erste Stunde konnte ich keine einzige Seite laden. Danach klappte es. Heute geht WLAN wunderbar. Dafür haben wir im ganzen Wagen keinen Strom aus den Steckdosen, und das, obwohl wir in erster Klasse sitzen! Ja, ich weiß, warum erste Klasse fahren, wenn das Geld schon knapp ist? Manchmal muss man Glück haben, es war echt ein Schnäppchen, als ich gebucht hatte. Jetzt fühle ich mich doch nicht so glücklich darüber. Nach einer Stunde Fahrt ist mein Akku zur Hälfte leer. Irgendwann werde ich mich zu einem anderen Wagen schleichen müssen, um den Laptop aufzuladen.

Ach, und zum Essen haben sie auch kaum was, heute, im Zug. Die junge asiatische Frau, die unsere heutige Bistrobedienung ist, fragt uns immer wieder, was wir bestellen wollen, muss aber gleich danach sagen, dass es keine warme Küche gibt. Wie gut, dass ich mich beim Familienbesuch vom Ehemann heute Nachmittag voll mit Kuchen gestopft habe.


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Das Wochenende in Bildern

Der Ehemann ist am Wochenende gekommen.

Ich hatte die Idee, am Samstag zum Ammersee zu fahren. Es war die ganze letzte Woche so kalt, die Temperaturen sind nie über null Grad gekommen. Es müsste doch toll sein, am gefrorenen See spazieren zu gehen. Ja, der Spaziergang war es.

Abgesehen davon, dass die S8 momentan wegen Bauarbeiten nur alle vierzig Minuten fährt, und man am Bahnhof nicht mal darüber informiert wird, dass der Zug nicht am richtigen Bahnsteig ankommt, sondern falsch rum fährt… Ich sage nur, gut, dass der Fahrer uns alle weg rennen gesehen und gewartet hat, bis wir die Treppen runter und hoch gerannt sind, um zum anderen Bahnsteig zu gelangen (und das auf dem neuen frischen Schnee, über dem alten gefrorenen Schnee, der natürlich wie immer gar nicht geräumt wurde). Sonst hätten wir weitere vierzig Minuten in der Kälte stehen müssen. An dieser Stelle vielen Dank an die Münchener, die sich vor den optischen Sensoren der Türe vom Zug stellen, wenn sie sehen, dass jemand noch einsteigen will. So ein hilfreiches Verhalten habe ich in Berlin nie erlebt. Die Leute dort bleiben nur direkt nach dem Einsteigen neben der Tür stehen, weil sie zu blöd sind, um zu denken, dass die Leute hinter ihnen vielleicht auch rein möchten. Sensoren gibt es an den Türen der Berliner S-Bahn nicht, oder nur, wenn die Tür nicht zu geht, weil jemand gerade eingequetscht wird.

Gefroren war der Ammersee am Samstag nicht, dafür ist er viel zu groß. Hätte ich mir denken können. Trotzdem war der Spaziergang sehr schön. Nach dem verschneiten Park kommt man zum Ufer, wo eine Seejungfrau auf einem Waller sitzt. Die Skulptur wurde von der Bildhauerin Hilde Grotewahl angefertigt und der Gemeinde Herrsching geschenkt. Leider war von der Sonne, über die wir uns beim Verlassen von München gefreut hatten, nicht viel übrig. Mit dem Nebel aus dem See wirkt das Bild von den Enten und Blässhühnern mit dem Steg im Hintergrund fast surrealistisch.

Ich wäre gerne weiter nach Süden am See entlang gegangen. Einen Teil der Strecke mussten wir über die Straße gehen, und nach dem Schloss Milfelden haben wir den Weg zum Ufer gefunden. Leider war er unter dem frischen Schnee viel zu gefroren und glatt, um darauf laufen zu können. Wir sind umgekehrt, und haben dabei ganz viele süße Fußstapfen von Vöglein am Boden entdeckt.

Was soll’s, Andechs ist auch nicht weit, wir könnten dahin gehen. Das Kloster ist ja berühmt. Da der Fußweg aber genau so glatt wirkte, sind wir zurück zur Bushaltestelle gelaufen und von dort mit der 951 hin gefahren. Inzwischen war der Nebel verschwunden, und in Andechs haben wir sogar ein bisschen Sonne gesehen. Dass hier Bier gebraucht wird, sieht man fast an jeder Ecke. Wir sind um die Mittagszeit am Gasthof angekommen und obwohl der Empfang recht kühl war (unsere Begrüßung wurde beim Betreten des Raumes von den Mitarbeitern nicht mal erwidert, so dass wir uns erstmal fragten, ob es doch noch zu früh war), hat sich der Besuch gelohnt. Das Bergbier war hervorragend, und ich habe zum ersten Mal Obazda gegessen. Was soll ich sagen? Hmm, so lecker!

Nach einem kurzen Spaziergang sind wir weiter mit dem Bus nach Starnberg gefahren. Nachdem ich die Wohnung von Airbnb doch nicht bekommen habe, war ich auf den Starnberger See neugierig, der in der Nähe liegt. Die Idee war dabei auch, das Problem mit der schlecht fahrenden S8 zu vermeiden, und mit der S6 zurück über die Stadt zu kommen, wo wir noch einkaufen wollten. Die Kaffeepause am Ufer hinter dem Bahnhof war mit der wärmenden Sonne so gemütlich, dass wir fast auf der Stelle eingeschlafen wären. Nach einem letzten Spaziergang sind wir müde nach Hause gefahren. An dem Tag sind wir über zehn Kilometer zu Fuß gelaufen.

Heute Morgen habe ich beschlossen, einen faulen Tag einzulegen. Nachdem wir lange ausgeschlafen haben, sind wir zum Café Glockenspiel gefahren, um dort zu frühstücken.

Die Fahrt mit der S8 war ekelhaft. Man hatte echt den Eindruck, in einer Mülltonne zu fahren. Die Bahn war noch relativ leer, als wir angekommen sind, und wir konnten uns einen sauberen Sitzplatz aussuchen. Das Entsetzen der späteren Fahrgäste war nicht zu überhören. Der Müll, der da rum lag, konnte aber unmöglich erst am Sonntagvormittag entstanden sein. Ich vermute, dass es sich um Reste vom Samstagabend handelt, und dass die Bahn einfach nicht geputzt wurde. Es ist ja schwer, jetzt, wo die Bahn nur alle vierzig Minuten fährt, Zeit zu finden, um sie zu reinigen… 🙄

Wir sind eine halbe Stunde nach der Eröffnung vom Café angekommen, und nicht zu früh. Ich habe den letzten freien Tisch ergattern können, während der Ehemann hinten zwei Männern stecken geblieben war, die nach einem freien Tisch fragen wollten. Das habe ich erst nach dem Hinsetzen gemerkt, als die Männer enttäuscht reagiert haben, dass es plötzlich keinen Tisch mehr gab. Wie der Kellner ihnen sagte, sie hätten sich direkt selber einen Platz aussuchen sollen.

Nach dem leckeren Frühstück sind wir zum Englischen Garten gegangen. Zuerst zum südlichen Teil, wo wir in einem Fußgängertunnel am Friedensengel tolle Kunstwerke entdeckt haben.

Wir sind dann am Bayerisches Nationalmuseum vorbei gegangen, um weiter zum anderen Teil vom Garten zu kommen. Dort standen einige Schaulustige, um die Surfer zu betrachten, die trotz Verbotsschilder ihren Spaß hatten. Wir haben zum Schluß am Biergarten in der Sonne gesessen, während der schmelzende Schnee aus dem Turm auf dem anderen Ende von unserem Tisch herunter tropfte. Danach musste der Ehemann zurück zum Flughafen. Ich bin schwimmen gegangen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Von Wohnungssuche und Schuften

Nach einem einwöchigen Familienbesuch bei den Verwandten vom Ehemann in Hessen habe ich den heutigen Tag auf Wohnungsbesichtigungen in München verbracht. Aus allen meinen Anfragen bei Immobilienscout24 habe ich bis jetzt nur ganz wenige Antworten bekommen. Zwei davon waren Termine für Besichtigungen, die ich heute wahrnehmen konnte.

Die erste Wohnung ist in Ordnung. Der Schnitt der Zimmer ist nicht optimal, dafür liegt die Wohnung nicht weit von der Arbeit und hat einen Tiefgaragenplatz, einen schönen großen Keller und einen gemütlichen, wenn auch vollen, abgeschlossenen Fahrradraum. Die zweite Wohnung sieht super aus, hat zwei Balkone, liegt leider so weit nach Osten, dass ich wieder mit einer Mindestfahrzeit von einer Stunde zur Arbeit rechnen müsste. Die Lage gefällt mir auch nicht, soweit ich es an einem dunklen kalten Abend mit ungefegtem glattem Schnee beurteilen kann: Nein, in Neuperlach möchte ich nicht leben. Parkplatz und Fahrradabstellraum gibt es sowieso nicht, und der Keller ist winzig.

Für die erste Wohnung wollte sich der Besitzer morgen melden, für die zweite weiß ich erst nächste Woche Bescheid. Wenn es nicht klappt, muss ich vermutlich den ersten Monat im Hotel wohnen, etwas anderes wird nicht mehr zustande kommen. Nicht mal Pensionen haben auf meine Anfragen reagiert!

Über eine andere Rückmeldung habe ich mich gar nicht gefreut. Vorgestern kam eine Email über eine Wohnung, die fast zu schön aussah, um wahr zu sein: Vier Zimmer, 84 Quadratmeter, 850€ Kaltmiete (das Angebot ist mittlerweile deaktiviert). Ein Schäppchen! Natürlich habe ich über Immobilienscout24 den Anbieter kontaktiert und nach einem Besichtigungstermin gefragt. Das war am 22 Dezember. Die Email vom Anbieter ging über meine private Adresse, statt über Immobilienscout. Es hätte eine Warnung sein sollen. „Oscar“, der vermutlich in Wirklichkeit anders heißt, schrieb:

Hallo,

Ich bin sehr froh, dass Sie daran interessiert sind, meine Wohnung zu mieten. Es tut mir leid, aber ich spreche kein sehr gut deutsch, also wenn du wirklich interessiert bist, antworte mir bitte auf Englisch, wie ich ursprünglich aus Italien bin. Ich arbeite als ingenieur eine grüne Energieunternehmen. Ich habe keinen Grund, so bald nach Deutschland zurückzukehren, und aus diesem Grund habe ich beschlossen, meine Wohnung zu mieten, man kann die Wohnung ohne Limit mieten. Der Preis für die monatliche Miete beträgt 850 Eur Parkplatz, Wireless Internet, Kabel-TV). Die Wohnung befindet sich in der Brieger Strasse 21 , 80997 München ist in sehr gutem Zustand und benötigt keine zusätzlichen Reparaturarbeiten. Bitte beachten Sie, dass diese Wohnung in der Nähe unseres Herzens liegt, nicht nur, weil wir Geld investiert haben. Wir bitten Sie daher, die Wohnung komplett zu warten und zu behandeln. Bitte senden Sie uns eine kurze Selbstbeschreibung (ID Fotokopie oder SCHUFA), einschließlich der anderen Personen, die in der Wohnung wohnen würden. Wenn Sie interessiert sind, schreiben Sie mir bitte eine E-Mail für weitere Informationen.

P.S. Hier finden Sie weitere Fotos.

Grüße,
Oscar

Die Antwort auf die Frage nach weiteren Informationen sah dann so aus (die Verlinkungen habe ich gelöscht und ich rate stark davon ab, die Links zu kopieren und im Adressefeld vom Browser einzugeben, HomeAway kann man googeln und deren Adresse ist nicht die, die hier angegeben wird):

Thanks for your notice. After we reviewed your request me and my wife decided to rent the flat to you. You seem to be a nice person and I can assure you we will not have any kind of problems. Everything in the place is in good condition and renovated but just in case repairs are needed I will cover the costs no worries.Obviously you will have to see the apartment before discussing further details because you cannot rent an apartment that you haven’t seen. I am willing to send you the keys so you can visit it and see if it suits your needs.

The delivery for the keys and lease agreement, will be made through HomeAway real estate agency (https: // www . fewo-direkt . de) to make sure that we can trust each other. This is a international rentals company which offer safe rentals solutions in more than 190 countries. More information on this company can be found at (https: // www . fewo-direkt . de/)

You will have to deposit to HomeAway two months rent + one month damage deposit, a total of 2550 euro, all bills included. You don’t need to open an account with HomeAway because this transaction is a long term rental transaction and the Landlord must open the transaction but you need to have online banking option activated on your bank account.

Here is the procedure explained :

1 – To start the process all I need is your full info (full name, shipping address and a cell phone number where you can be reached)
2 – I will  deposit the keys and the contract on your name as the intended receiver.
3 – HomeAway will check the package to see if everything is in order and also the legal papers that will come along with the keys and proof of ownership with their Real Estate Professional Department. They will also confirm with the building management that I’m the legal owner of the apartment I’m renting to you.
4 – HoweAway will send you a delivery notification to let you know they have the keys and the papers in their custody. They will also send you all the payment instructions to complete the rental transaction.
5 – At this point you will have to make a money deposit on the HomeAway for the amount we agreed.
6 – After you make the deposit you will have to send payment details to HomeAway.
7 – HomeAway will verify the transfer and if everything is in order they will start the delivery through licensed shipping company such as DHL or UPS. The delivery will take 2-3 business days.
8 – After you receive the package, you will go and check the apartment and in 5 business days (inspection time) you must contact HomeAway to inform them if you keep the apt or not, if everything is in order you will inform HomeAway to forward the funds to my account. If you don`t like the apartment the payment will be full refunded to you. HomeAway can NOT release the funds without your approval. Also the inspection time of 5 days will start from the moment you will be at the building.

Using HomeAway Online Payments involves three parties: me as owner, you as a potential tenant and HomeAway as a responsible third party authorized to handle this transaction. HomeAway Online Payments works the same way as the escrow account on which you place the deposit when you rent an apartment. Of course, nobody can take that money until you will sign the lease agreement.

You need to know everything about the process before we get this started. I think is right for both of us.

Let me know if you have the funds available (2550 euro) so we can move forward and e-mail me your full information I requested.

Thanks

Wenn DAS kein Betrugsversuch ist! Obviously werde ich nicht darauf eingehen! Ich überlege, ob ich nicht stattdessen die Polizei einschalten sollte.

Eine andere böse Überraschung gab es auf Airbnb. Die Seite wurde mir von meinem zukünftigen Chef empfohlen, um Wohnungen auf Zeit zu finden und mehr Zeit zu haben, die richtige Wohnung vor Ort zu finden. Eine schöne Wohnung wurde schnell gefunden, und ich hatte mich super gefreut, gleich nachdem ich meinen Konto auf Airbnb eröffnet hatte, eine Buchungsbestätigung für den ganzen Januar bekommen zu haben. Kurz danach kam leider eine Email der Gastgeberin, die sich entschuldigte, weil die Wohnung schon für die erste Hälfte von Januar vergeben war, und sie es versäumt hätte, es auf Airbnb im Kalender anzugeben. Da ich dachte, sowieso nicht so schnell eine Wohnung finden zu können, habe ich gefragt, ob man die Buchung nicht einfach um zwei Wochen verschieben könnte. Geht nicht, kam die etwa späte Antwort, sie könnte mir die Wohnung nur vom 16.01. zum 09.02. anbieten, was nicht mal drei Wochen entsprach. Dadurch würde noch die Vergünstigung aufgrund des längeren Aufenthalts entfallen, was mir wiederum zu teuer wurde: 60€ pro Nacht, statt 810€ für den ganzen Monat! Ich habe die Gastgeberin darum gebeten, die Buchung zu stornieren. Schließlich war es ihr Fehler. Heute kam eine neue Email von ihr:

leider klappt das mit der Stornierung für mich als Gastgeber nur unter sehr ungünstigen Umständen. Wäre es für dich möglich zu stornieren? Das wäre nett! Danke 🙂
Herzliche Grüße, Eva

Geht’s noch? Dadurch würde ich auf die Wohnung verzichten und trotzdem die ganze Miete zahlen müssen, weil die Stornierungsbedingungen für Langzeitbuchungen gelten! Dabei ist es nicht mal mein Fehler, wenn die von mir gebuchte Reise nicht möglich ist! Mir ist echt übel von soviel Dreistigkeit. Bevor ich eine Antwort schicke, muss ich mit dem Ehemann in Ruhe diskutieren. Er hat einige Anwälte in seiner Verwandschaft, vielleicht können sie mich auch beraten.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.