Selfie mit Mückenstich

Oder: Autoportrait à la piqûre de moustique.

Den Mückenstich habe ich heute Morgen beim Aufwachen gemerkt. Besser gesagt, beide Mückenstiche. Ein am Dekolleté[1], oder fast am Hals, und ein am linken Oberarm, dicht am Ellbogen. Wir müssen eine Mücke im Schlafzimmer gehabt haben, obwohl ich sie gar nicht gehört habe. Normalerweise nerven sie mich nachtsüber total, wenn sie am Ohr rum fliegen. ZzzzzzzzZZZZZZzzzzzzz…. Oder sie sind gestern Abend über mich hergefallen, als wir auf der Terrasse nach dem Sport ein wohlverdientes alkoholfreies Bananenweizen getrunken haben.

Ich habe die Stiche natürlich sofort mit meinem tollen Gerät erhitzt[2]. Das Gerät habe ich auf Arbeit mitgenommen und mehrmals am Tag angewendet. Es klappt, wie immer, die Stiche jucken nicht. Das scheint aber die allergische Reaktion nicht zu hindern. Am Hals geht es, am Ellbogen habe ich schon eine beachtliche Beule bekommen. Sie fühlt sich ganz warm an. Der Ehemann hat gerade einen Schreck bekommen, als ich mich auf der Couch neben ihm hingesessen habe.

So sieht jetzt der linke Ellbogen aus[3]:

Zum Vergleich, der rechte Ellbogen:

Sale bête.

[1] Komische Schreibweise.

[2] Seit der Anschaffung vor gut drei Jahren habe ich die Batterie immer noch nicht wechseln müssen. Es ist gut so, ich bin nicht sicher, wie ich dafür das Ding öffnen sollte.

[3] Es ist nicht der Winkel, unter dem die Beule am dicksten aussieht. Es ist gar nicht so einfach, den eigenen Ellbogen mit dem Handy zu fotografieren. Es klappt aber besser, als ihn zu lecken 😀

Ausgesaugt

Das Wochenende war mir zu viel.

Am Samstag vormittags bin ich gejoggt. Eine ganze Stunde. Alleine, der Ehemann hatte etwas anderes vor. Nachmittags haben wir den Geburtstag vom Schwiegervater gefeiert, und ich wollte im Vorraus Energie verbrauchen, um ohne schlechtes Gewissen essen zu können. Ich bin sowieso vernünftig gewesen und habe nicht verfressen.

Am Abend sind wir zu Freunden aufs Land gefahren. Es gab dort eine Dorffeier. Ich hatte keine große Lust, dahin zu fahren. Aber sie ziehen bald um, und die Gegend an der Havel ist schön. Es war eine der letzten Gelegenheiten, sie dort zu besuchen. Und aufs Land wird es schon ruhig sein, oder?

Weit gefehlt. Die Feier fand auf einer großen Wiese gegenüber vom Haus unserer Freunde statt. Ich hatte etwas anderes erwartet. Es waren nur viele lange Tische mit Bänken, umgeben von einer Bühne, wo DJs Musik sehr laut spielen lassen haben, und Ess- und Trink-Wagen. Ich habe den Abend damit verbracht, Gespräche nicht zu verstehen, weil die Musik zu laut war. Ein Bier und ein alkoholfreies Cocktail genippt. Kinder beim Wettrennen zugeschaut. Die hatten ihren Spaß. Es war nicht wirklich kalt, aber ich war dicht gepackt, mit Lederjacke, langer Hose und Laufschuhen.

Wir haben die Feier relativ früh verlassen. Am Lagerfeuer im Garten diskutiert. Um zwei sind wir zum Gästezimmer gegangen. Und, so wie es auf dem Land ist, musste der Ehemann zuerst für mich sämtliche Spinnen im Raum entsorgen. Eine hing sogar auf der Wand oberhalb von den Kopfkissen. Brrr. Das ganze Haus ist von Spinnen besetzt. Ich habe mich wieder gefragt, warum ich zugesagt hatte, mitzukommen. Er hätte alleine hinfahren können.

Als wir sicher waren, dass keine Spinne mehr im Raum war, selbst unter dem Bett, haben wir uns hingelegt. Aber schlafen konnte man nicht. Die Musik war so laut, dass die Scheiben der doppelten Fenster mit jedem Schlag vibriert haben. Mir ist plötzlich eingefallen, dass ich in meinem Nécessaire immer Ohropax habe, und ich konnte doch irgendwann nach drei Uhr morgens einschlafen. Die Feier hat bis zur Dämmerung gedauert.

Wir sind früh aufgewacht und an der Havel entlang spazieren gegangen. Nach dem späten Frühstück mit den Freunden sind wir zurück nach Berlin gefahren. Ich war platt. Abends war noch geplant, dass wir bei einer Cousine vom Ehemann essen gehen. Ich habe abgesagt. Schade, aber dafür war ich heute Morgen mit meinem Körpergewicht zufrieden.

Beim Ausziehen habe ich gestern festgestellt, dass ich aufs Land noch buchstäblich ausgesaugt wurde. An die Knöchel und an der inneren Seite des linken Oberschenkels. Diese fiesen Viecher haben es geschafft, durch die dicken Klamotten zu stechen. Beim Stich am Oberschenkel habe ich eine allergische Reaktion bekommen. Der Stich ist jetzt Kreisförmig, mit einem Durchmesser von einer Daumlänge. Angeschwollen, ganz rot und sehr warm. Furchtbar. Es wird noch mehrere Tage nerven, bevor es verschwindet. Meistens dauert es eine Woche.

Krank vor dem Urlaub

Immerhin besser als während des Urlaubs.

Gestern meinte Martin, ihm ginge es nicht so gut. Es fühlte sich schlecht, obwohl er kein Fieber hatte. Wir haben früh Feierabend gemacht, eingekauft, einige Vorbereitungen für die Reise erledigt, und sind zu ihm gefahren. Nichts gegessen, wir hatten beide kaum Hunger. Zwei Episoden von Game of Thrones geschaut. Ich kannte die Serie nicht, aber er ist begeistert davon, ich wollte endlich mal wissen, worum es geht. Um elf sind wir schon ins Bett gegangen. Heute Morgen ist er nicht aus dem Bett gekommen. Fieber hatte er diesmal wirklich. Ich habe ihm gesagt, er soll zum Arzt gehen, und bin alleine mit der S-Bahn zur Arbeit gefahren. Ausnahmsweise gab es weder Zugausfälle noch Polizei- oder Feuerwehreinsätze.

Ich hatte heute wieder so viel zu tun, dass ich mich gar nicht um meinen Vortrag kümmern konnte. Er ist zur Hälfte fertig, und ich muss ich übermorgen halten. Morgen will der Veranstalter der Tagung die Präsentation geschickt bekommen. Ich werde heute Abend noch spät dran sitzen müssen. Und dazu kam, dass ich ab dem Nachmittag Bauchschmerze bekommen habe, mit Stichen im Magen, begleitet von Übelkeit und Durchfall. Ein übles Gestank. Zum Glück war ich heute alleine im Büro. Nach einem heftigen Krampf und erneutem Klobesuch habe ich den Laptop gepackt und bin nach Hause gefahren, mit einem Zwischenstop bei der Apotheke. Die Frau an der Theke hat mir eine Flasche Iberogast, ein pflanzliches Heilmittel, für fast zehn Euro verkauft. Sie hat mir versichert, dass es kein homöopathischer Mittel ist, daher habe ich es, obwohl wenig überzeugt, mitgenommen. Auf dem Weg nach Hause hatte ich den Eindruck, dass es mir schon besser ging. Vielleicht doch kein Magen-Darm-Infekt, sondern etwas schlecht verdaut. Wenigstens scheint das Iberogast tatsächlich eine nachgewiesene Wirkung zu haben.

Martin hat einen viralen Infekt, meint sein Arzt. Er ist für den Rest der Woche krank geschrieben. Ich denke, er hat sich überanstrengt. Neben seinem Vollzeitjob organisiert er die Renovierung der Wohnung und ist ständig unterwegs. Zur Zeit werden die Wände gemalt. Wir verbringen viel Zeit in Küchenläden, wobei ich denke, wir haben jetzt eine gute Wahl getroffen. Die aktuelle Küche, von den vorherigen Eigentümern zurück gelassen, soll auf jeden Fall entsorgt werden. Sie hatten uns gefragt, ob wir sie nicht als Übergangslösung behalten wollten, und ich hatte nein gesagt. Nicht mal mit Handschuhen will ich sie anfassen. Ursprünglich weiße Möbel von schlechter Qualität, zwanzig Jahre alt, völlig vergilbt, mit orangefarbenen Spuren in den Schränken, wo die Umrandung der Teller und anderen Gefässen deutlich erkennbar ist. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Gegenstände drin geklebt haben müssen, und mit welchen Geräusch man sie raus genommen hat. Die Spülmaschine, die uns als „relativ neu und gut funktionierend“ gelobt wurde, hat am unteren Innenrand der Tür riesige Rostflecken. Ich hätte mich geschämt, eine solche Küche anderen Personen zu zeigen. Irgendwie haben sie es geschafft, Martin absichtlich zu missverstehen und sich vor der Entsorgen der Müllküche zu drücken. Das müssen wir jetzt machen, weil der Maler noch an die Wände ran kommen muss. Danach ist der Parketverleger dran. Es muss alles geregelt werden, bevor wir am Wochenende fliegen.

Davor findet die Tagung statt, für die ich meinen Vortrag vorbereiten muss. Mit intensivem Programm, von morgens halb neun bis abends halb zehn, außer am Samstag, wo wir gegen Mittag fertig sind. Zum Glück so gelegen, dass ich zu Hause übernachten kann, sonst hätte ich jetzt meinen Rucksack packen müssen. Die gute Nachricht ist, dass ich diesmal eine kostenlose Pflege für meine Katze gefunden habe. Mein Nachfolger, der bei mir im Büro normalerweise sitzt, hat sich mit seiner Frau, die noch in ihrer Heimat lebt, meine Wohnung angeschaut und beide sind begeistert davon. Da er ab Oktober keine Wohnung mehr hat, habe ich ihm angeboten, während meiner Abwesenheit bei mir zu wohnen. Danach werde ich ausziehen und er kann bis zur offiziellen Wohnungsübergabe auf der Couch bleiben. Die Vermieterin hat kein Problem damit, er muss nur ein bisschen Papierkramm füllen. Da er meine ehemalige Arbeitsstelle hat, mit der gleichen Gehaltseingruppierung, sollte es glatt laufen.

Meine einzige Sorge ist jetzt meine Haut. Nachdem ich bei der Arbeit über meine allergische Reaktion berichtet habe, habe ich einen neuen Halsband in einer anderen Farbe bekommen, ohne Nickel-Teile, weil die verantwortliche Person meinte, ich hätte deswegen Hautprobleme. Ich habe ihn vor vier Tagen getragen und mir geht’s noch schlimmer. Der ganze Nacken ist mit einem roten schuppenden Fleck bedeckt, rechts und links bis zum Hals. Es hat am Wochenende fürchterlich gejuckt und hat sich bis zum Rücken verbreitet. Ich habe den Halsband zurück gegeben und mich mehrmals eingecremt. Es hat jedesmal gebrannt. Jetzt heilt es langsam wieder. Ich frage mich, wie ich mich im Salzwasser beim Tauchen fühlen werde. Hoffentlich habe ich bis dann keine Wunde mehr.

Polyester ist schuld

Ich bin mir jetzt ziemlich sicher, dass ich daran allergisch bin. Oder an einem Weichmacher, der mit Polyester verwendet wird.

Bei meinem ersten Hautausschlag hatte ich den Verdacht, dass es einen Zusammenhang mit dem Meeting gab, das ich eine Woche davor besucht hatte. Ich hatte es dem Dermatologen erwähnt, aber er hatte meine Bedenken mit einem Schulterzucken beiseite geschoben. Ich dachte ja, dass ich vielleicht in Kontakt mit jemandem gekommen war, der eine ansteckende Hautkrankheit hatte. Obwohl es anscheinend stimmt, dass es mit dem Meeting zu tun hatte, so einfach war es doch nicht.

Die Creme, die ich zum drauf schmieren bekommen hatte, hatte wunderbar geholfen. Innerhalb zwei Tage waren die betroffenen Hautpartien schon geheilt. Es hat leider ab und zu wieder angefangen. Ich konnte lange keine Ursache dafür finden. Beim Urlaub in Juli ist es wieder stark aufgetreten und ging nicht mehr weg, trotz Anwendung der Creme, die ich mitgenommen hatte. Es machte das Tragen von meinem Rucksack unerträglich, vor allem danach in Spanien. Nach dem Urlaub habe ich deswegen angefangen, den Rucksack im Fahrradkorb zu transportieren, statt auf dem Rücken. Und meiner Haut ging es wieder gut.

Meinen Rucksack habe ich seit einem Jahr. Ich habe ihn nach meinem Fahrradunfall mit der Straßenbahnschiene gekauft. Es war damals nicht mehr warm genug, um ohne Jacke unterwegs zu sein. Ich habe erst seit dem Frühling angefangen, den Rucksack direkt auf der Haut zu tragen, als die Temperaturen wieder angenehm wurden. Und obwohl ich am Anfang keinen Zusammenhang gesehen habe, versursacht mein Rucksack diese Hautausschläge. Genauer gesagt, die Träger. Die sind ganz schön weich und flexibel. Ehrlich gesagt fand ich das Gefühl mit den Fingern beim Kauf komisch, habe mir aber eingeredet, dass es nichts Schlimmes sein könnte, weil es sonst nicht zum Verkauf zugelassen wäre. Tja. Ich vermeide es jetzt, ihn in Kontakt mit der Haut zu tragen. Es geht wieder.

Allein ist der Rucksack nicht schuld, deswegen bin ich nicht sofort auf die Idee gekommen. Beim Meeting in März hatte ich noch meinen dünnen schwarzen Mantel mit. Was ich aber hatte, war ein neues Band, um meinen Namensschild um den Hals zu tragen. Die Veranstalter vom Meeting hatten diese Halsbänder von einem Sponsor bekommen, bei dem ich mich übrigens auch mal beworben hatte. Da der heftige darauf folgende Hautausschlag den ganzen Oberkörper betroffen hat, habe ich zuerst nicht gedacht, dass das Halsband der Auslöser war. Der Hautausschlag kam auch nicht sofort, sondern nach einigen Tagen. Nun, ein ähnliches Band habe ich auch bei der Arbeit, um meinen Pass zu tragen. Nachdem ich vor kurzem, endlich wieder völlig frei von Beschwerden, nach drei Wochen Urlaub zurück zur Arbeit gekommen bin, habe ich das Band wieder getragen. Gleich kamen erneut rote juckende Stellen am Hals, gefolgt von Juckreiz im Rücken, an der gleichen Stelle wie in März. Ich trage jetzt das Band gar nicht mehr.

Und nachdem ich geprüft habe, aus welchem Material der Rucksack und das Band bestehen, weiß ich, dass ich eine Allergie zum Polyester entwickelt habe. Oder zu einem Weichmacher vom Polyester. Da das Band vom Meeting ganz neu war, kann es sein, dass es noch eine hohe Konzentration von Weichmachern hatte, die den plötzligen Ausschlag gegeben haben. Ich hatte bis jetzt nie wirklich darauf geachtet, aus welchem Material meine Kleider gemacht werden. Es wird sich nun ändern müssen.

Aua

Momentan geht’s mir nicht so toll. Der Anfang der sommerlichen Saison war heftig.

Es hat schon letzte Woche angefangen, als ich nachmittags im Büro einen Mückenstich auf dem linken Bein an der Außenseite entdeckte. Ich habe zuerst nichts besonderes gedacht, aber es hat sich genau so schlimm wie letztes Jahr entwickelt. Die Berliner Mücken sind richtig fies. Am Samstag war der Stich 5 cm groß im Durchmesser. Ganz rot und warm, 5 mm dick geschwollen, und juckend ohne Ende. Und ich dachte, ich hätte keine Allergie. Beim nächsten Besuch beim Dermatologe nächste Woche werde ich es erwähnen müssen. Martin geht auch zu ihm für seine Allergien, vielleicht kann er mir etwas dagegen verschreiben.

Am Wochenende waren wir bei einer Freundin von Martin zu Besuch. Es gab eine Bootfahrt. Das Wetter war toll. Natürlich war ich leicht bekleidet, mit Spaghetti-Top und Rock. Ich hätte es erwarten können. Drei neue Stiche beschmucken jetzt meine Beine. Martin ist verschont geblieben. Der Stich von letzter Woche hat nachgelassen, ist aber noch gut sichtbar. Die drei neue Stiche sind so schlimm geworden, dass Mieke mir unbedingt einige Rezepte mitteilen musste. Ich sollte pürierte Zwiebeln auftragen. Essig ginge auch. Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Am Montagabend habe ich Essigessenz gekauft und auf die Stiche geschmiert. Es schien besser zu werden. Als ich aber ins Bett ging und die Beine unter der Decke hatte, haben sie plötzlich wieder völlig gejuckt. Ich bin aufgestanden und habe erneut Essig benutzt. Ein Stich ist dabei geplatz und hat höllisch gebrannt. Er hatte kleine Blasen entwickelt. Ich habe alle mit Pflastern bedeckt und konnte endlich schlafen. Gestern hat der geplatzte Stich so viel Flüssigkeit herausgegeben, dass meine Hose trotz Pflaster etwas davon bekommen hat. Ich habe alle Pflaster weg geworfen, die Hose hoch gekrempelt und den ganzen Nachmittag die Flüssigkeit mit einem Taschentuch gesaugt.

Mein IT-Kollege hat mir gestern von einem Gerät gegen Stiche erzählt, dass sich besser als Essig oder Zwiebeln anhört. Davon ist er auf jeden Fall begeistert. Es handelt sich um ein Verbrenner, der die Stiche erhitzt und die Allergene unwirksam macht. Ich werde es beim nächsten Mal definitiv ausprobieren.

Damit war’s aber nicht alles. Auf der Bootfahrt am Wochenende habe ich einen riesen Sonnenbrand bekommen. Martin auch. Ich hatte nicht erwartet, dass das Boot so wenige Schattenplätze anbieten würde. Sonnencreme hatten wir nicht mitgebracht. Ich bin immer noch rot im Nacken, auf die Schulter und im oberen Brustbereich. Es schmerzt. Mieke wusste noch einen guten Heilmittel gegen Sonnenbrand: Quark drauf schmieren. Die Idee fand ich merkwürdig. Probiert haben wir sie, am Montagabend. Martin hat mich eingequarkt. Dass es sich so kühl anfühlte, fand ich toll. Ich habe aber keine Besserung feststellen können. Trotz Duschen habe ich noch am nächsten Tag einen unangenehmen Geruch an meiner Haut gemerkt. Ich empfehle es nicht weiter.

Und als ich mich am Samstag auf dem Weg zu Martin gemacht hatte, mit unserem neu erworbenen Zelt im Rucksack (wir haben bei seiner Freundin gezeltet), bin ich wegen der ungewöhnlichen zusätzlichen Masse beim Bremsen nach einer Brücke mit dem rechten Knie gegen den Rahmen des Fahrrads geknallt. Schon wieder.

Kein Wunder, dass ich mit all diesen Wehchen zur Zeit gereizt bin. Die wieder gekehrte Periode hilft dabei nicht weiter.

Allergie auf zu kurze Nächte

Ich hatte in einem früheren Eintrag geschrieben, dass bei mir vorher keine Allergie bekannt war. Und doch gibt es eine, ich vergesse sie nur häufig, sie hat ja nichts mit Lebensmitteln, Pollen oder sonstigen Produkten zu tun.

Ich bin auf zu kurze Nächte allergisch. Das hat in den frühen Jahren meines Studiums angefangen. Ich wohnte schon mit meinem ersten Freund Marc zusammen – während der Ferien, weil ich sonst unter der Woche auf dem Campus gewohnt hatte, ich hätte zu viel Zeit verschwendet, täglich die 130km Entfernung zur Uni hin und her zu fahren. Da er gearbeitet hatte, ist er morgens immer gegen 06:00 aufgestanden. Ich bin dann selber aus dem Bett raus gekommen, um mit ihm zu frühstücken. Und habe dabei in den ersten 20mn nach dem Aufstehen immer geniest und geniest. Ich habe es zuerst als Scherz gesagt, dass ich am frühen Aufstehen allergisch bin. Es hat sich aber immer wiederholt, egal, wo ich bin, wenn ich meine 8 Stunden pro Nacht nicht schlafen kann. Wie zum Beispiel heute Morgen. Meine Nachbarn aus dem Stadttheater haben gegen 01:00 angefangen, etwas laut zu sein, gerade als ich vom Lesen meines Buches[1] im Bett beim Einnicken war – ein Mann und eine Frau, es hörte sich so an, als ob sie sich vor dem Sex herum jagen würden, wie sie ab und zu lachend geschrien hat. Zum Glück nicht im Zimmer direkt neben meiner Wand, aber trotz Dämpfung hat es mich beim Einschlafen gestört. Und heute Morgen bin ich kurz vor 08:00 aufgewacht. Aufgestanden, Katze gefüttert, erstes Kaffee vor dem Rechner getrunken… Hatschi, Hatschi, es hat nicht mehr aufgehört, bis ich geduscht habe.

[1] Terry Pratchett, Ian Stewart & Jack Cohen, The Science of Discworld IV – Judgement Day

Heute eingekauft

Ich habe meine alten Gewohnheiten vom Arbeitsleben noch nicht verloren. Daher gehe ich meistens samstags einkaufen, eigentlich blöd, da in der Woche tagsüber im Supermarkt nicht so viel los ist und die Leute auf der Straße sich viel angenehmer verhalten.

Na ja, einkaufen gehen ist nicht gerade das Spannendste, was ich erzählen könnte. Ich wollte eher von meiner Erfahrung mit Fertiggerichten und von meiner Lieblingssuppe berichten. Ich koche zwar gerne, aber nicht für mich alleine, es wird bei Suppen meistens zu viel, daher habe ich häufig Fertiggerichte gekauft. Am Anfang habe ich nicht wirklich aufgepasst, was ich gekauft habe. Eines Tages in der Mittagspause hatte ich mir zum ersten Mal Grünkohl mit Mettwurst aus der frischen Abteilung von REWE in die Mikrowelle erwärmt. Grünkohl gehört zu meinen Lieblingsspeisen, die ich in Deutschland entdeckt habe. Beim Essen hatte ich aber ein komisches Gefühl im Mund bekommen. Ich dachte zuerst, dass es mir an dem Tag vielleicht nicht so gut ging. Bei der Hälfte des Gerichts hatte ich aber deutlich den Eindruck, dass meine Lippen, Zunge und Gaumen eingeschlafen waren, als ob ich beim Zahnarzt eine Spritze bekommen hätte. Weiter essen konnte ich nicht mehr, das Schlucken wurde schwierig, ich konnte den Geschmack nicht mehr spüren, ich war auch erschreckt, und habe den Rest weggeschmissen. Ich kann nur vermuten, dass ich bei einem von den vielen Exxx auf der Zutatenliste eine allergische Reaktion gemacht habe – ich hatte bis zu diesem Tag noch nie eine Allergie gehabt. Das Gefühl der Taubheit im Mund hat schon 2-3 Stunden gedauert. Seitdem kaufe ich nur noch Fertiggerichte, bei denen die Namen in den Zutaten mir gefallen (Gemüse, Fleisch oder Fisch, Gewürze, und nichts anderes), und ohne E, ohne Konservierungsstoffe und ohne Geschmacksverstärker. Die Auswahl wird dadurch in normalen Supermärkten ziemlich gegrenzt.

Suppen habe ich eine Zeit lang nicht mehr gekauft, da bei allen in der Zutatenliste chemisch-klingende Namen enthalten waren. In einigen Bioläden konnte ich Suppen finden, war aber nie zufrieden. Zum Beispiel habe ich einmal eine Champignon-Suppe der Marke Oma Josefine probiert. Ich esse gerne salzig, das liegt an meinen italienischen Vorfahren, aber diese Suppe hatte so viel Salz drin, dass es bei mir nur noch ekelhaft gewirkt hat. Eine andere Bio-Suppe hatte ich bei Basic gekauft, die war mir dann zu dünn, so dass ich damit nicht satt werden konnte. Vor einigen Monaten habe ich bei Kaufhof die fertigen Suppen von Roggenkamp Organics kennengelernt. Das hat meine bisherige Meinung über fertige Suppen total geändert. Eine dieser Suppen ist als Mittagessen genau das richtige für mich, ich habe bis zum Abend kein Hunger, und die sind so perfekt gewürzt, lecker! Der einzige Nachteil ist, dass man sie in meinem Kaufhof manchmal gar nicht findet. Ich gehe eigentlich nur noch dahin einkaufen, um mir ab und zu diese Suppen zu gönnen, und wenn das Regal schon leer ist gehe ich wieder raus, ohne eingekauft zu haben. Ich habe leider noch nicht herausgefunden, wo man sie sonst finden könnte.