Nicht fit

Zur Zeit fühle ich mich nicht so toll. Ich mache immer noch Sport, leider nicht so häufig, wie ich es mir wünsche. Und so pendelt mein Gewicht, ohne dass ich es schaffe, weiter nach unten zu kommen. Zum Kalorienzählen habe ich wieder keine Lust. Wenn man fddb glaubt, bin ich gerade oberhalb der Mitte vom Normalgewicht, bei einem anderen BMI-Rechner bin ich eher knapp vor leichtem Übergewicht. Klar ist, fünf Kilogramme könnten noch locker runter, wenn ich mich bemühen würde. Tue ich nicht.

Ich hatte es zeitweise geschafft, nach einer kurzen Frust-Phase, mein Gewicht von vor der Schwangerschaft endlich wieder zu erreichen. Das war vor dem Urlaub in Frankreich. Es war von vorne rein klar, dass ich dort schlemmen würde, deswegen war es mir wichtig, vorher abzunehmen. Wie sollte ich auch diesen perfekt zubereiteten blutigen Steaks widerstehen? Limousin, Charolais… Nirgendwo in Deutschland habe ich solche zart schmelzenden Fleischstücke serviert bekommen. Hiesige Steakhäuser können das nicht. Vielleicht war ich einfach noch nicht in den richtigen Restaurants. Und den besten Nizza-Salat überhaupt habe ich in Cap Breton gegessen, obwohl ich am Anfang skeptisch war, so weit weg von Nizza. Mit einem halb gegrillten Stück Thunfisch-Steak obendrauf, ein Traum. Ja, also, dass ich nur mit anderthalb Kilo zurück nach Hause gekommen bin, verdanke ich wahrscheinlich all den Zeiten, die wir barfuß am Strand entlang gegangen sind, und den Beach-Volley-Ball-Spielen, die uns trotz Wind sehr viel Spaß gemacht haben. Das haben wir eine Zeit lang nach unserer Rückkehr im Park gemacht, aber jetzt haben wir so abrupt Herbst bekommen, dass die Lust, draußen Ball zu spielen, nachgelassen hat. Und das Fahrrad hat den Winterschlaf im Keller schon begonnen.

Es bleibt immer noch das Fitnessstudio. So regelmäßig gehe ich seit dem Urlaub nicht mehr hin. Gerade einmal die Woche schaffe ich es. Zum einem liegt es daran, dass ich auf Arbeit wieder Rufbereitschaft und Wochenendeinsatz bekommen habe, da ich nicht mehr schwanger bin. Zwei Samstage konnte ich deswegen nicht zur Wassergymnastik gehen. Ich vermisse die Kurse. Die anderen Samstage waren wir entweder verreist, ober ich hatte meine Periode. Seit der Fehlgeburt ist mein Zyklus übrigens kürzer geworden. Statt 28 Tage, nur noch 25. Dafür verblute ich länger, es dauert jetzt über eine Woche. Und dazu sind noch Blutungen um den Eisprung gekommen. Es ist alles sehr lästig. Die Periode ist auch schmerzhaft geworden. Ich kannte es vorher nicht so, aber jetzt hindern mich die Krämpfe wirklich daran, Sport zu machen. Vorher war es mir einfach nur unangenehm.

Und nun habe ich seit letzter Woche Dauerkopfschmerzen. Das ist auch etwas, was mir neu ist, und wenn es nicht weg geht, muss ich zum Arzt. Ich bin an heftigen Migränen gewöhnt, die mich einen Tag lang lahm legen, aber am nächsten Tag verschwunden sind. Die Migränen waren in letzter Zeit sehr selten geworden. Letzte Woche habe ich es zweimal erlebt, und zwischendurch diese leichte Kopfschmerzen. Wie heute. Mit Schwindel und Druckgefühl um die Augen bin ich den ganzen Tag auf Arbeit gewesen. Viel getrunken, das hat aber nicht geholfen. In dem Zustand will ich nicht zum Sport, ehe ich dort umkippe. Ich fühle mich ständig müde, obwohl ich genug schlafe. Es könnte daran liegen, dass das Badezimmer letzte Woche fertig renoviert wurde. Die Maler waren zuletzt da. Ob es irgendwas in der Farbe gibt, das ich nicht vertrage? Vom Geruch her nehme ich nichts wahr. Der Ehemann glaubt nicht daran, obwohl er auch seit letzter Woche Kopfschmerzen hat. Schwanger bin ich sicherlich nicht, meine Temperatur ist dafür zu niedrig, und mit den Kopfschmerzen, na ja…

Hoffentlich wird es bald besser. Wir sind am Wochenende wieder zwecks Familienbesuch in Frankreich unterwegs, und direkt danach habe ich eine Konferenz in Polen, erst ab Oktober kann ich ausatmen.

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Mit dem Abnehmen klappt es gerade nicht

Ist das frustrierend! Ich glaube, alles richtig zu machen, um weiter abzunehmen, und nehme dabei nur zu. Was mache ich bloss falsch? Ich war seit letzter Woche wieder sehr sportlich, habe wieder angefangen, meine Kalorien zu zählen und habe täglich ein Kaloriendefizit geschafft, es sollte doch nach unten gehen.

  • Montag: Mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Abends nicht, da es gewittrig sein sollte. Das Fahrrad habe ich mit der S-Bahn zurück nach Hause gebracht, um am nächsten Tag zur Arbeit hin und zurück fahren zu können. Ich war abends im Fitnessstudio und habe zwei Wassergymnastik-Kurse belegt. Nicht mit der Samstagstrainerin. Der Kurs war langweilig. Kaloriendefizit: 41 %, oder 1015 kcal eingespart. Dabei 84 g Eiweis zu mir genommen, was viel mehr als an einem normalen Tag ist. Ich hatte am Abend Hähnchenbrustfilets gemacht.
  • Dienstag: Mir wurde den ganzen Tag schwindelig. Ich habe lieber aufs Radeln verzichtet. Kein Sport. Kaloriendefizit: 21 % (409 kcal). Eiweis: 58 g.
  • Mittwoch: Das übliche Krafttrainingsprogramm. Bauch, Beine, Rücken, Oberkörper. Anderthalb Stunden, während der Ehemann bei seinem Boxkurs war. Er hat sich mal um das Abendbrot gekümmert. Flammkuchen und eine mousse au chocolat. Kaloriendefizit: 17 % (366 kcal). Eiweis: 48 g. Suboptimal, nach einem Krafttraining. Ich müsste täglich 55 g Eiweis zu mir nehmen, nur um meine Muskelmasse zu erhalten.
  • Donnerstag: Wieder kein Fahrrad. Meine Wetter-App hatte schlechtes Wetter vorhergesagt. Es wurde nachmittags doch richtig schön sonnig und warm. Ich bin nach der Arbeit alleine joggen gegangen. Keine ganze Stunde, da ich im Kreis um einen Teich bei uns immer laufe und Jugendliche sich bei halber Strecke auf der Wiese gestellt und gekifft haben. Ich kann den Gestank von Joints nicht ausstehen, und noch weniger, wenn ich den beim Laufen einatmen muss. Ich bin zurück nach Hause gelaufen und habe dadurch immerhin 50 Minuten geschafft. Meine Oberschenkelmuskel habe ich danach schon deutlich gespürt, was den Ablauf des nächsten Tages erahnen ließ… Kaloriendefizit: 34 % (761 kcal). Eiweis: 79 g. Mittags gab’s wieder Hänhchenbrust in der Kantine.
  • Freitag: Muskelkater. Ich war ewig nicht mehr gejoggt, da der Ehemann, der mich sonst immer begleitet hatte, in letzter Zeit nur Ausreden hatte. So super schlimm war der Muskelkater nicht. Es war jedoch recht schwierig, den Wirbelsäule-Gymnastik-Kurs am Abend mitzumachen. Schon bei der ersten Übung, wo man auf einem Bein balancieren musste, haben die Waden geschrien. Die hatte ich sonst den ganzen Tag nicht gespürt, nur die Oberschenkel, die sich bei jedem Schritt beschwert haben. Kaloriendefizit: 19 % (419 kcal). Eiweis: 75 g. Nach dem Sport, also eigentlich schon vor dem Sport, hatte ich einen Riesenhunger. Wir sind mit dem Ehemann zum Block House gegangen. Lammrücken.
  • Samstag: Wassergymnastik. Wieder nur ein Kurs, obwohl ich zum ersten Mal bei der Trainerin den Eindruck hatte, ich könnte weiter machen. Wir waren aber mit dem Schwiegervater zum Mittagessen in einer Kneipe verabredet. Schnitzel mit Pfifferlingen und Bier. Es war eine riesige Portion. Ich bin zu Fuß nach Hause gegangen, eine halbe Stunde, und habe intensiv die Wohnung geputzt. Staub gewischt und gesaugt. Ich war vom Mittagessen den ganzen Tag so satt, dass ich am Abend nur eine kleine Stulle gebraucht habe. Kaloriendefizit dank Aktivitäten trotzdem geschafft: 11 % (266 kcal). Eiweis: 100 g.
  • Sonntag: Radtour mit dem Ehemann, fast 35 Kilometer. Tolles Wetter. Unterwegs ein Süppchen und eine kleine Forelle mit Kartoffelsalat gegessen. Abends nochmal Kartoffel Salat mit grünen Bohnen und gekochtem Ei gemacht. Der Salat stand auf meinem Plan, ich hatte dafür am Samstag eingekauft. Kaloriendefizit: 22 % (564 kcal). Eiweis: 69 g.

Außer am Wochenende habe ich es geschafft, täglich weniger als mein Tagesgebrauch ohne Sport zu essen. Wenn ich die Portionen, die ich nicht selbst gekocht habe, richtig geschätzt habe. Das ist schwierig, und im Zweifel schätze ich die Portion lieber großzügiger als mein Bauchgefühl. Selbst wenn ich mich verschätzt habe, ich denke nicht, dass der Fehler so groß ist, dass meine Kalorienaufnahme den Tagesgebrauch plus Sport übersteigen sollte. Ein halbes Kilogramm hätte verschwinden sollen. So sieht mittlerweile meine Gewichtskurve aus:

Faul

Schuld ist das Wetter. Wer will schon bei dem Regen irgendwas unternehmen? Also, ich nicht. Starken Dauerregen schaue ich mir lieber zu Hause aus dem Fenster mit einer gemütlichen Tasse heißer Schokolade an.

Dabei war ich in letzter Zeit voll Energie und Motivation. Seitdem ich eines Morgens fast zwei Stunden zur Arbeit gebraucht habe, weil irgendwelche Deppen die S-Bahn-Verkabelung in Brand gesetzt haben, bin ich wieder regelmäßig aufs Rad gestiegen. Wenn ich am Tag hin und zurück radle, habe ich 42 Kilometer in den Beinen. Fast 1000 kcal, meint fddb. Das mit dem weiter Abnehmen klappt aber nicht. Weil ich seit Monaten keinen Bock mehr habe, alles einzutragen, was ich esse. Ich dachte, es ginge, ich hätte jetzt einen guten Überblick darüber, was ich essen sollte, aber mein Gewicht bleibt konstant. Immerhin.

Fahrrad will ich aber nicht bei jedem Wetter fahren. Erst recht nicht, wenn es regnet. Vor zwei Wochen bin ich kurz vor Ankommen auf Arbeit von einem Gewitter erwischt worden. Ich dachte, ich würde es noch rechtzeitig schaffen. Ich wollte zu den Fahrradständern vor unserem Gebäude langsam abbiegen. Weil es plötzlich angefangen hatte, so stark zu regnen, habe ich nicht gemerkt, dass die Räder schon total naß waren. Die Bremsen haben nur gequietscht. Ich war schon am Lenken und habe gespürt, wie die Reifen auf dem Asphalt keinen Halt mehr hatten und wie das Fahrrad seitlich gerutscht ist. Es war zum Glück kein Auto auf der Straße, als ich dort gelandet bin. Auf dem linken Ellbogen, der den Schock doch gut überstanden hat. Nur Schürfwunden, und ein großer blauer Fleck in der Innenseite vom linken Oberschenkel, wo der Sattel geknallt hat. Heute ist schon nichts mehr davon zu sehen.

Ich bin auch wieder regelmäßig zum Fitnessstudio gegangen. Ich war seit Mai ständig am Wochenende verreist und bin nur seit drei Wochen fleißig bei der Wassergymnastik am Samstagvormittag dabei. Die Kursleiterin, die vorher da war und einen schönen runden Bauch hatte, ist jetzt wahrscheinlich in Mutterschutz. Ich fand ihren Kurs gut, aber jetzt, wo ich ihre Vertretung kenne, will ich sie gar nicht mehr zurück haben! Die Vertreterin hat ein ganz anderes Programm, mit Übungen, die man wie beim Intervall-Training wiederholt, acht Mal zwanzig Sekunden, mit zehn Sekunden Pausen zwischendurch. Am Anfang fühlt sich die Übung ganz leicht an, aber nach der dritten Wiederholung wird es schon super anstrengend. Meine Lieblingsübung ist die, wo man sich am Beckenrand mit den Armen hoch hebt und langsam runten ins Wasser gleiten lässt. Einfach der Hammer. Vorher hatte ich kein Problem, zwei Kurse hintereinander zu machen. Jetzt bin ich schon mit dem Ersten völlig fertig und habe wirklich den Eindruck, etwas geleistet zu haben.

Nun, heute ist mir nicht danach. Schuld ist das Wetter, das mich diese Woche von Radeln abgehalten hat. Und dieser Wind! Ist Berlin immer so windig gewesen? Ich habe es anders in Erinnerung. Zum Fitnessstudio wollte ich bei dem Regen auch nicht, da man nur beim Rüberqueren der Straße schon durchnässt wird. Und mit der Periode, die gerade abklingt, wollte ich nicht ins Schwimmbad. Wir wollten eventuell dieses Wochenende eine Radtour nach Potsdam machen, aber da die Wettervorschau nur Regen angekündigt hat, bleiben wir zu Hause. Die Wohnung muss eh mal geputzt werden.

Es sieht schon besser aus

Ich konnte in den letzten zwei Wochen ziemlich gut wieder abnehmen:

Das sind ganze drei Kilogramme, oder 21 Mcal, die da weg sind, wenn der letzte Punkt von gestern kein Ausreißer ist. Heute wiege ich mich nicht, weil ich Wert darauf lege, mein Gewicht unter ähnlichen Bedingungen zu messen. Da ich heute leider seit halb vier wach bin und seitdem schon so viel getrunken habe, weil ich unglaublich Durst habe, macht es nicht viel Sinn.

Der Durst kommt bestimmt von der Pizza Quattro Formaggi, die ich mir gestern gegönnt habe. Sehr lecker, mit extrem dünnen Teig und nicht übermäßig viel Käse drauf, dafür aber sehr schmackhaft. Ich habe dabei nicht mal mein Kalorienkonto gesprengt. Frühstück hatte ich nicht, sondern nur Kaffee, weil ich beim Aufstehen keinen Hunger spürte. Mittags gab es selbst gemachtes Rührei mit Zwiebeln und Tomaten, weil ich zu Hause gearbeitet habe. Dazu zwei Scheiben Brot, ein bisschen Schinken und Käse. Sonst nichts außer Wasser. Hat gepasst. Ich habe mir in den letzten zwei Wochen zwei bis dreimal pro Woche Birchermüsli mit Magerquark und Apfel für die Mittagspause vorbereitet, um den Proteinhaushalt zu verbessern. Das macht eine Mahlzeit für nur 450 kcal, und ich habe gar nicht gehungert. Kurz vor Feierabend habe ich eine Banane als Prophylaxe gegen Krämpfe gegessen, und so konnte ich problemlos abends zum Sport gehen.

Seit meiner Rückkehr aus der letzten Dienstreise bin ich sehr häufig beim Fitnessstudio gewesen. Mindestens zweimal pro Woche habe ich mein Krafttraining durchgeführt. Zwischendurch habe ich Wassergymnastik und Pilates als Kurse belegt. Letzteres habe ich letzte Woche zum ersten Mal probiert und hatte danach für einige Tage ganz starke Muskelkater bekommen, vor allem bei der seitlichen Bauchmuskulatur. Das mache ich definitiv nochmal, wobei es heute wegen Ostern ausfällt. Wir sind auch mit dem Ehemann jeden Sonntag gejoggt, das haben wir im März wieder angefangen. Gestern habe ich mich einfach toll in meinem Körper gefühlt. Jetzt bin ich fast zu meinem Gewicht von vor der letzten Schwangerschaft angekommen.

Ab jetzt soll es weiter nach unten gehen. Ich bin noch nicht bei meinem Zielgewicht angekommen. Nun, ich weiß aber nicht, ob ich es schaffen werde. Vorgestern habe ich einen Stich im linken Bauchbereich gespürt, was ich zuerst nicht ernst genommen habe. Gestern Nachmittag habe ich auf einmal leichte Schmerze mittig gespürt, genau da, wo es während der letzten Schwangerschaft härter geworden war — es liegt auf einer waagerechten Linie, die knapp oberhalb vom Schamhaar liegt. Mein Bauch hat gezogen. Das hat noch den ganzen Abend gedauert. Heute Morgen spüre ich nichts davon. Aber es kann sein, dass ich deswegen nicht so gut schlafen konnte. Oder wegen der Pizza gestern Abend. Es wäre verrückt, jetzt schon Anzeichen für eine Schwangerschaft zu spüren. Der Eisprung hat erst letzte Woche statt gefunden, ich erwarte meine Periode nächste Woche. Mal schauen.

Ich muss mich in den Hinten treten

Denn so kann es nicht weiter gehen:

Ich weiß, ich habe mich im Urlaub richtig gehen lassen. Dass mein Gewicht direkt danach so abrupt nach unten geschossen hat, hat mich zwar gefreut, aber sehr überrascht, da ich meine Kalorien gezählt habe und niemals so viel eingespart habe. Ein Defizit habe ich geschafft, aber nicht genug um diese Abnahme zu erklären. Ich vermute, es hat mit der Fehlgeburt zu tun. Obwohl ich in dieser Zeit noch recht deprimiert war.

Nun, nach der Wunderabnahme habe ich wieder zugenommen. Mist. Schuld ist diese Woche ganz klar meine allerletzte Dienstreise. Von Montag bis Freitag im Südwesten Deutschlands. Aber mal ehrlich, wenn ich dort keine Maultaschen essen kann, wann dann? Immerhin habe ich die Finger von den Käsespätzle gelassen. Und ich habe, wie jedes Jahr, meine ehemaligen Kollegen bei der Tagung wieder getroffen, mit denen ich teilweise über zehn Jahre zusammen gearbeitet habe, bevor ich nach Berlin gekommen bin. Natürlich musste es abends noch bei oder nach einem gemütlichen Essen ein oder zwei Biere geben. Ich habe mich gegen die Nutzung von ÖPNV bewusst entschieden und bin täglich zu Fuß vom Hotel zur Tagung und umgekehrt gegangen, zwischen 30 und 35 Minuten jedes Mal, aber es hat wohl nicht gereicht. Bäm, ein Kilogramm wieder drauf.

Jetzt ist aber Schluß. Heute Morgen haben wir bei herrlichem Wetter auf der Terrasse gefrühstückt. Kaffee, Baguette mit Käse, Tomaten, Baguette mit Nutella. Letzteres hätte nicht sein müssen, war aber nicht so viel wie während der Schwangerschaft und nur, weil ich keine Lust hatte, bis zur Küche zu gehen, um mein Lemon Curd aus Menton aus dem Kühlschrank zu holen. Danach habe ich meine gewachsenen Stecklinge in den Blumenkästen auf der Terrasse eingepflanzt und bin zum Fitnessstudio gegangen. Eine halbe Stunde auf dem Crosstrainer (310 kcal), eine Stunde Gewichtheben an den Geräten. Danach noch Lebensmittel fürs Wochenende eingekauft. Zu Hause schnell ein Banane-Joghurt-Shake mit Milch gemixt und getrunken (250 kcal, davon 18 g Protein), bevor ich mit dem Staubsaugen angefangen habe. Gekocht. Zum Abendessen habe ich uns Gemüse im Backofen vorbereitet (Möhren, Fenchel, Pastinake, Rübe), mit ein bisschen Ölivenöl, und selbst panierte Hähnchenbrustfilets. Ich denke, der Tag war in Ordnung. Meine heutige Energieaufnahme beträgt 52% meines Tagesbedarfes (sportliche Aktivitäten berücksichtigt), wenn ich fddb Glauben schenke.

Letzte Abnehmkurve des Jahres

So sieht sie mittlerweile aus. Wie bereits erwähnt, ist die Entwicklung in den letzten Wochen nicht gerade beeindruckend. Das komische Verhalten aufgrund der längeren Ladezeit der Waage unter künstlichem Licht habe ich heraus geschnitten. Was mir in den letzten Monaten auffällt ist, wie mein Gewicht in der ersten Hälfte vom Zyklus ansteigt, um kurz nach dem Eisprung (der seit einiger Zeit von leichten Blutungen begleitet wird) zu sinken. Ich bin gespannt, ob die Zykloide in den nächsten Monaten erhalten bleibt. So genau hatte ich mein Gewicht noch nie protokolliert.

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Langsam

Mein Gewicht ändert sich momentan sehr wenig. Seit Wochen habe ich das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen. Wenn ich mir im Diätbericht auf fddb den Trend und den Wochendurchschnitt anschaue, dann sehe ich, dass es weiter nach unten geht. Sehr langsam. Die Kurve ist nicht mehr so steil wie im Sommer. Ich darf mich bloss nicht entmutigen lassen.

Ich bin in der Mitte vom BMI-Idealbereich angekommen. Fünf Kilogramme will ich noch los werden, um knapp ein Punkt oberhalb der unteren Grenze zu landen. Dann wäre ich immer noch schwerer als am Ende meiner Diplomarbeit, vor der Jahrtausendwende, und damals fühlte ich mich gar nicht schlank. Weil ich kaum Sport getrieben hatte. Und doch konnte ich damals in (die französische) Kleidergröße 38 schlüpfen…

Ich arbeite weiter an meinem Kaloriendefizit, aber es gibt häufiger Tage, wo ich einen Überschuss habe. Es lässt sich schwer vermeiden, wenn ich wie letzte Woche auf Dienstreise bin. Ich kann da nur grob schätzen, was ich esse, und das ist recht schwierig.

Am Wochenende habe ich auch zugeschlagen. Wir waren an der Ostsee, und wie sollte man da beim Fischbuffet widerstehen? Zugegeben, es gibt Schlimmeres, als ein bisschen zu viel Fisch zu essen. Wir sind sowieso am Samstag lange gewandert, über vier Stunden, was die „Sünde“ gelindert hat. Das Wetter war doch traumhaft. Das Hotel verfügte auch über einen riesigen Schwimmbad, und ich bin noch am Samstagabend zum ersten Mal seit einer Ewigkeit geschwommen. Ich bin nur 200 g schwerer aus dem Wochenende zurück gekommen.

Dazu kommt, dass wir bei der Arbeit in letzter Zeit häufiger Grund zum Feiern hatten. Neue Kollegen, Geburtstage… „Nimm doch ein Glas Sekt und ein Stück Kuchen“… Ich will nicht nein sagen, weil die Kollegen sich Mühe geben, aber es reicht mir langsam. Wenn es vorhersehbar ist, kann ich es einplanen, aber dadurch wird mein Defizit trotzdem kleiner. Wie heute. Eigentlich hatte ich über mein Tagesbedarf gegessen, und nur der Sport am Abend hat den Tag gerettet. Defizit von 14%, wenn ich den Kuchen richtig geschätzt habe. Im Zweifel nehme ich immer die kalorienreichste Variante aus der Datenbank. Das heutige Defizit wäre damit was ich sonst ohne Sport schaffe, wenn es kein Extra gibt.

Ab ins Wochenende

Wir haben beide heute frei und fahren fürs Wochenende weg. Das Wetter macht nicht wirklich mit, aber egal. Entspannend wird es auf jeden Fall. Der Laptop bleibt zu Hause. Die Perlen auch.

Ich wollte nicht viel mitnehmen. Für zwei Übernachtungen brauche ich nicht, den ganzen Inhalt vom Kleiderschrank zu packen. Der Ehemann hat sich aber ein schickes Hemd „zum essen gehen“ ausgesucht, und da ist mir wieder eingefallen, dass das Hotel zur gehobenen Kategorie gehört. Ich weiß nicht mehr genau, aber vier Sterne mindestens. Ich habe mir gedacht, ich sollte doch etwas anderes als meine Alltagsklamotten anziehen.

Ausgezogen, im Schrank wild gewühlt… So viele Hosen sind da drin, die nicht mehr passen! Eine graue Anzughose, die ich früher gerne zur Arbeit getragen hatte, wirkt jetzt wie ein Clown-Kostüm. Das einzige halbwegs passend, was ich gefunden habe, ist eine Hose aus der Zeit meiner Diplomarbeit (achtzehn Jahre her!), die mir in all den Jahren in Deutschland viel zu eng wurde. Jetzt sitzt sie perfekt auf die Hüfte, die Beine sind breiter als nötig, aber es passt. Ein Kleid oder einen Rock wollte ich bei dem Regen nicht anziehen. Und der Rock, den ich für den Workshop getragen hatte und eh noch im Wäschekorb liegt, ist auch grenzwertig. Der wird sich zum Glück relativ einfach mit der Nähmaschine enger machen lassen.

Demnächst ist also Shopping auf dem Plan.

Ich verabschiede mich und wünsche allen ein schönes und erholsames Wochenende.

Rätsel gelöst?

Ich glaube, ich weiß jetzt, was meine Gewichtszunahme vor drei Wochen verursacht hat. Ich habe nicht zugenommen. Meine Waage ist schuld. Oder das Ende des Sommers.

Jedenfalls koinzidiert meine Gewichtszunahme mit dem Herbstanfang. Genauer gesagt, als es morgens langsam zu dunkel wurde, um die Waage mit Sonnenlicht vor dem Fenster der Terrasse aufzuladen (für den Rest des Tages bleibt die Waage unter einem Schrank im Schlafzimmer aufgeräumt). Ich habe angefangen, die Waage morgens im Flur unter eine LED-Lampe zu legen. Es dauert ein bisschen länger als mit Sonnenlicht, aber nach einer Weile blinkt das Sonnensymbol oben links in der Anzeige. Dann kann man sich wiegen.

Ich habe jetzt gemerkt, dass es nicht ganz stimmt. Selbst wenn das Symbol blinkt, sollte man länger warten. Anscheinend braucht die Waage mehr Zeit, um sich komplett unter künstlicher LED-Licht aufzuladen, als mit Sonnenlicht. Und wenn die Waage nicht vollständig aufgeladen ist, ist das Messergebnis nicht zuverlässig. Das Blinken vom Symbol erfolgt zu früh. Wenn ich mich kurz danach wiege, beträgt mein Gewicht über anderthalb Kilogramme mehr, als wenn ich noch fünf Minuten warte. Ich habe vor einer Woche angefangen, darauf zu achten. Der Gewichtsunterschied als Funktion der Beleuchtungszeit ist reproduzierbar, und die Schwankungen zwischen den Messpunkten ist nicht mehr so groß, wenn sich die Waage länger aufgeladen hat.

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Lass uns mal nach Hause gehen

Gestern habe ich mein Kalorienkonto massiv gesprengt. Das war nicht so geplant.

Der Ehemann, schon wieder auf Dienstreise, hatte mir am vorherigen Tag angekündigt, dass wir uns gestern abends mit seinem Sportverein zu einem Stammtisch treffen würden. Den Begriff „Stammtisch“ kenne ich erst durch ihn. Manchmal besuchen wir seinen Vater beim Stammtisch, wenn er sich mit alten Freunden in einer Kneipe zum Bier trinken trifft.

Ich dachte gestern also, kein Problem. Zum Frühstück gab es eine Scheibe Brot (Korn an Korn) mit selbst gemachter Zitrone-Avocado-Püree und Radieschen drauf. Mittags eine reichliche Portion Fisch im Eierteigmantel mit Spaghetti in Tomatensauce. Es gab noch Platz für ein oder zwei Biere am Abend. Alles gut.

Wir haben uns doch nicht zum Bier trinken verabredet. Der Treffpunkt, den mir der Ehemann erst kurz vor Feierabend mitgeteilt hat, war ein indisches Restaurant in Charlottenburg. Autsch (so schreibt man das auf Deutsch, glaube ich). Ich esse sehr gerne indische Küche. Aber hätte ich früher Bescheid gewusst, hätte ich mittags etwas ganz anderes gegessen.

Ich habe mir Lamm mit Spinat-Joghurt auf Reis bestellt. Es war eine riesige Portion. Da auf dem Menü natürlich keine Kalorien angegeben waren, habe ich auf dem Handy bei fddb gesucht. Ich habe noch nie erzählt, wie grauenhaft die Suchfunktion dort ist. Sucht man nach „Lamm Spinat Joghurt“, findet man „Lammhack, Fleisch“ als erstes Ergebnis. Das zweite Ergebnis ist schon völlig daneben: „Lammsbräu Weisse alkoholfrei“. Und der Rest hat auch nicht viel mit den Suchbegriffen zu tun. Die genaue Bezeichnung vom Gericht, die ich inzwischen schon vergessen habe, war nicht drin. Stattdessen habe ich mich mit „India, Chicken Korma“ zufrieden geben müssen. Satte 1000 kcal pro Portion. Dazu gab es ein süßes Lassi.

Als die Kalorienmenge mir bewusst wurde, habe ich dem Ehemann gesagt, wir gehen zu Fuß nach Hause, und es wäre kein Spaß, ich war nüchtern und wusste genau, worauf ich mich einlassen würde. Er ist echt ein Schatz. Er hat gar nicht versucht, mich zu überreden und hat ganz lieb mitgemacht. Knapp zwölf Kilometer, knapp über zwei Stunden. Die letzte halbe Stunde war hart. Mit meinen erst zwei Wochen alten Schuhen (die waren beim Salamander nicht so teuer!) hatte ich am Ende den Eindruck, Betonklötze an den Füßen zu haben. Ich bin aber stolz, es geschafft zu haben und fast die Hälfte vom Abendessen dadurch verbraucht zu haben. Heute wird halt noch weniger gegessen, es wird schon passen.