Der Bus, der nie kam

Ich ging eine Landstraße entlang mit schweren Einkaufstüten in den Händen. Es war ein bedeckter Nachmittag, ich war alleine unterwegs. Ich ging, bis ich zu einer Bushaltestelle bei einer viel befahrenen Straße ankam. Die Straße sah eher wie eine Autobahn aus. Ein junger dunkelhäutiger Mann stand schon da. Ich fing an, mit ihm auf den Bus zu warten.

Auf einmal waren viele Leute an der Haltestelle, und die elektronische Anzeigetafel zeigte den Bus in -1 Minute an. Er war aber noch nicht gekommen, also sollte er jetzt jeder Zeit auftauchen.

Nach einer längeren Wartezeit beschlossen die Leute um mich herum, zu Fuß zur S-Bahn-Station zu laufen. Der dunkelhäutige Mann fragte mich, ob ich mitkommen wollte. Ich zeigte ihm meine schwere Einkaufstüten und sagte, ich warte besser auf den Bus. Er beschloss, mit mir hier zu warten.

Kurz danach kam tatsächlich der Bus. Er raste davon auf der Spur ganz links, am weitesten von der Haltestelle. Ich winkte frenetisch, der Fahrer winkte zurück, ohne jedoch anzuhalten. Und weg war er.

Der Ehemann, der plötzlich auch da war, meinte, na dann, warten wir auf den nächsten Bus. Der sollte in eine Stunde kommen. Wir warteten also, und machten es uns gemütlich im Häuschen der Haltestelle.

Inzwischen wurde es dunkel, als der Ehemann plötzlich ankündigt, der Bus würde gleich kommen. Ich packe schnell meine Sachen zusammen, während der Ehemann in einem Schneckentempo seine Schuhe anzieht. Seine ganzen Sachen muss er noch in seinem Rucksack packen. Es macht mich wahnsinnig, wie langsam er sich bewegt. Ich gehe nach draußen und halte nach dem Bus Ausschau. Kein Bus in Sicht. Doch, aber die falsche Nummer. Es ist nicht die 852. Doch, sie soll gleich kommen, sagt der Ehemann.

Ich wache auf. Halb zwei. Der Ehemann schnarcht gerade sehr laut. Deswegen bin ich also aufgewacht.


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Interflora.fr, voll die Abzocke

Ich bin angepisst.

Gerade wollte ich meiner lieben Mami einen Blumenstrauß für morgen liefern lassen, da morgen in Frankreich Muttertag ist. Nachdem ich den Strauß ausgewählt, die Bestellung bestätigt und bezahlt habe, wurde ich dazu aufgefordert, Daten hinterzulassen, um die Bestellung zu verfolgen. Gemacht, dadurch wurde ein Kundenkonto angelegt. Ich bestelle nicht zum ersten Mal, gerade ein, zweimal im Jahr, warum nicht.

In meinem Konto habe ich dann nochmal meine Bestellung geprüft und auf einmal gesehen, dass ich zusätzlich zum Strauß eine Option „Interflora Plus“ gewählt hatte, die für satte 24,90€ kostenfreie Lieferung fürs ganze Jahr ermöglicht. Dass so eine Option vorhanden ist und scheinbar standardmäßig angekreuzt wird, hatte ich die ganze Zeit gar nicht gemerkt 🙁 Und ich finde es eine Frechheit, ausgerechnet jetzt, wo so viele Leute schon tief in der Krise stecken und gekündigt werden, dass Interflora sich so ein Mist ausgedacht hat. Klar, mir geht es gut und ich kann es mir leisten, trotzdem bin ich angepisst. Sowas hat nicht automatisch und ohne Warnung ausgewählt zu sein! In meiner letzten Bestellung war es definitiv nicht drin, wie ich gerade geprüft habe.

Klar, ich hätte auch vor dem Bezahlen den Preis nochmal prüfen können. Ich war mehr damit beschäftigt zu gucken, ob ich überhaupt mit meiner deutschen Kreditkarte bezahlen kann, da sie mir immer wieder Probleme macht, und ich bisher in Frankreich damit nur selten erfolgreich bezahlen konnte.

Im Nachhinein ist man immer schlauer: Die Zeitschrift Capital[1] sagt, es ist neu, und eigentlich illegal, was die da treiben. Aber scheinbar hat bis jetzt niemand etwas dagegen unternommen, da es gut drei Monaten nach dem Artikel munter weiter so läuft. Wenigstens: Ihr seid jetzt gewarnt.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und Verlinkung.


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Veganer Pastinakengulasch

Samstag früh. Ich stehe vor der Gemüsetheke am Supermarkt. Der Wochenmarkt war am Donnerstag wegen Feiertag ausgefallen, und bis zum Bioladen war es mir gestern zu weit. Gewitter drohte, und ich hatte Muskelkater, weil ich am Freitag fleißig auf dem Heimtrainer dreißig Kilometer vor der Vuelta auf Eurosport geradelt bin.

Ich stehe also ein bisschen ratlos vor dem Gemüseangebot und frage mich, was ich denn einkaufen sollte. Biogemüse aus Spanien oder Italien kommt nicht mehr in Frage, seitdem ich diese Doku vor zwei Jahren geschaut habe. Wenn Bio, dann aus Deutschland, und sonst, lieber nicht Bio aber wenigstens aus Deutschland. Die Auswahl ist doch nicht so groß.

In den jetzt obligatorischen Einkaufswagen sind Pastinaken und rote Paprika gelandet. Frühlingszwiebeln gab es auch. Und zu Hause gibt es noch Kartoffeln, die müssen langsam weg. Wie wär’s mit einem Gulasch mit Pastinaken? Das Fleisch an der Theke sah nicht sehr appetitlich aus. Also ohne. Zum Schluss ist es ein veganer Pastinakengulasch geworden, obwohl, es hat eigentlich den Namen Gulasch gar nicht verdient, außer, dass ich beim Gemüsekauf daran gedacht habe. Egal. Lecker war’s.

Die Zutaten (für 4 gute Portionen)

  • 3 roten Paprika
  • 3 Pastinaken, nicht sehr groß
  • 6 kleine Kartoffeln, festkochend
  • 1/2 rote Zwiebel (Resteverwertung)
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Esslöffel Traubenkernöl
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • Tomatenmark
  • Wasser
  • Salz
  • Pfeffer

Die Zubereitung

  • Das Gemüse grob schneiden und in unterschiedlichen Schalen beiseite tun.
  • Das Öl in einem Topf erhitzen.
  • Die Zwiebel und Paprika in das Öl anbraten.
  • Die Kartoffeln dazu geben, rühren und fünf Minuten zugedeckt kochen lassen.
  • Die Pastinaken hinzufügen und rühren.
  • Tomatenmark mit Wasser und Salz mischen und zum Gemüse geben.
  • Gedeckt so lange köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist.
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Die Frühlingszwiebeln waschen, schneiden und beim Servieren auf dem Gemüse verteilen.

Dazu hat uns der Ehemann, jetzt nicht mehr vegan, Spiegeleier gemacht. Das macht er richtig gut. Und es gab, heute frisch gebacken, Bierkörnerbrot.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 220 880
Eiweiß (g) 4,7 18,8
Kohlenhydrate (g) 29,2 116,9
davon Zucker (g) 9,3 37,1
Fett (g) 8 31,8
Ballaststoffe (g) 7,8 31,3


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Selbstbildnis mit Gehirn

Die Hörsturzgeschichte, Fortsetzung. Bei meinem letzten Besuch in der HNO-Praxis letzte Woche meinte der Arzt, einen Hörunterschied feststellen zu müssen. Links reagiere ich ein Tick langsamer als rechts. Obwohl ich überzeugt bin, jetzt wieder ganz normal zu hören, und Zweifel an die Aussage vom Test bekommen habe, weil es im angeblich gedämpften Testraum teilweise so laut war, weil jemand eine Etage höher dabei war, herum zu rennen und Möbel zu verrücken, dass ich die leisen Töne kaum hören konnte. Die Arzthelferin so: „Sie müssen sich ja auf die Geräusche im Kopfhörer konzentrieren“. Ich gedanklich so: „Beim nächsten Mal besuche ich besser die Praxis in meinem Dorf[1]„. Ich bin ja nur in Germering gelandet, weil am Hörsturztag die Praxis bei mir geschlossen war.

Also war ich heute zur MRT-Untersuchung, weil man nie weiß, vielleicht drückt ein Tumor oder sonst was gegen mein linkes Ohr. Befund: Alles gut.

Zum Bild: Es sind vier ausgewählte Bilder aus der MRT-CD mit GIMP[2] kombiniert worden.

[1] Gut, offiziell eine Stadt. Es fühlt sich nur nicht so an.

[2] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und Verlinkung.


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Die Ameisen sind schuld

Gestern Abend hat der Ehemann den Blumenkasten mit dem Thymian zur äußerlichen Fensterbank vom Wohnzimmer gebracht. Die Idee war, da die Larven doch nicht geblieben sind, von dort aus mit einer alten Zahnbürste die Blattläuse von den jungen Thymianknospen weg zu bürsten. Das hat gestern scheinbar ganz gut geklappt, aber heute morgen waren wieder schwarze Blattläuse um jungen Knospen in Trauben versammelt.

Der Thymiankasten, jetzt hinten rechts versteckt auf der Fensterbank.

Da der Kasten verschoben wurde, sieht man besser die Pflanzen, die hinten im fest eingebauten Balkonkasten stehen. Rechts der vermutlich kein Phlox, und links davon die Salbei, die so kleinwüchsig ist, dass man sie mit dem Thymiankasten vorne sonst kaum sieht. Die Salbei hatte ich vor zwei Jahren eingepflanzt. Nicht um sie zu verzehren, sondern um ihre Blüten als Nahrung den Hummeln anzubieten. Wir sind große Hummelfans und hatten am botanischen Garten in Berlin gerne zugeschaut, wie sie eifrig den Nektar von den Salbeiblüten sammeln. Leider hat unsere Salbei noch kein einziges Mal geblüht.

Als der Thymiankasten gestern nicht mehr vor der Salbei stand, konnte man auf einmal sehen, dass die Blattläuse nicht nur den Thymian überfallen haben. Die Salbei ist voll davon, in den jungen Knospen und auf der Rückseite der Blätter.

Und nicht nur das: Die Ameisen überwachen sie, wie man im Bild rechts sehen kann. Es war nicht einfach, sie scharf zu bekommen, da sie sich so schnell hin und her bewegt haben um zu prüfen, dass es ihrer Kolonie gut geht. Vielleicht haben die Ameisen sogar die Larven vertrieben, die zum Thymian gekommen waren. Weil Ameisen auf den Honigtau von Blattläusen stehen, und diese schützen, um als Gegenleistung an den Honig ran zu kommen. Mit den Ameisen auf dem Balkon sind wir viel zu lasch vorgegangen. Ich dachte, so lange sie draußen bleiben und nicht in die Wohnung eindringen, ist alles gut. Sie bewohnen jetzt alle Blumenkästen und wir werden sie nicht mehr vertreiben können.

Die Waffe.

Jedenfalls können wir uns gegen die Blattläuse wehren. Viel besser als beim Thymian. Mit einer Wasserpistole bewaffnet habe ich sie gestern von den Blättern zum Dach weg gepustet. Heute waren noch einige dran und ich habe weiter gemacht. Selbst als eine Ameise dabei war, den geschrumpften Bestand ihrer Kolonie zu prüfen. Die Ameise ist mit der Blattlaus, über die sie gerade gebeugt war, weg geflogen.

Mit ein bisschen Glück erzählt sie das ihren Kolleginnen, wenn sie zum Bau zurück kommt, und sie beschließen, woanders Blattläuse zu züchten.


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Der Thymian ist gerettet

Im letzten Herbst waren schon schwarze Blattläuse über unseren Thymian hergefallen. Ich hatte es gemerkt, als ich einige Zweige fürs Abendessen abschneiden wollte und ganz viele schwarze Punkte auf den Blättern entdeckt hatte. Die Zweige hatte ich nicht geschnitten, und ich musste fürs Abendessen auf getrocknete Thymianblätter aus der Dose zurück greifen.

Vor zwei Wochen war ich nicht begeistert, als ich die neue Invasion bemerkt habe:

Gerade ein paar Wochen konnten wir den Thymian in der Küche genießen. Jetzt sind alle jungen Knospen von Blattläusen überfallen. Die halten sich so fest dran, man kann sie nicht einfach mit einem Wasserstrahl weg pusten, und sie lassen ganz viel Honigtau auf den Blättern. Die Lösung, laut meiner Internet-Recherche: Leider alle betroffenen Knospen abschneiden und hoffen, dass es nicht nochmal passiert. Weil ich nicht vor habe, mit Pestiziden zu hantieren. Der Thymian wird dieses Jahr nicht so schön blühen wie letztes Jahr. Krass ist es auch, dass die anderen Pflanzen, die im selben Kasten gedeihen, keine einzige Laus haben. Sie sind alle zum Thymian gelaufen, der angeblich gegen Blattläuse helfen soll. Fehlanzeige.

Heute war ich also froh zu sehen, dass sich das Problem bald lösen könnte:

Die Larve war nicht alleine, eine Zweite war weiter weg um eine andere junge Knospe beschäftigt.


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Gelesene Schätze #3

Heute ein längerer Auszug aus La peste, vom Literatur Nobel-Preis-Träger Albert Camus. Auf Französisch. Hier der Link zu Google Translate. Ich finde den Text zur aktuellen COVID-19 Situation sehr passend.

Il y a eu dans le monde autant de pestes que de guerres. Et pourtant pestes et guerres trouvent les gens toujours aussi dépourvus. […] Quand une guerre éclate, les gens disent : « Ça ne durera pas, c’est trop bête. » Et sans doute une guerre est certainement trop bête, mais cela ne l’empêche pas de durer. La bêtise insiste toujours, on s’en apercevrait si l’on ne pensait pas toujours à soi. Nos concitoyens à cet égard étaient comme tout le monde, ils pensaient à eux-mêmes, autrement dit ils étaient humanistes : ils ne croyaient pas aux fléaux. Le fléau n’est pas à la mesure de l’homme, on se dit donc que le fléau est irréel, c’est un mauvais rêve qui va passer, mais il ne passe pas toujours et, de mauvais rêve en mauvais rêve, ce sont les hommes qui passent, et les humanistes en premier lieu, parce qu’ils n’ont pas pris leurs précautions. Nos concitoyens n’étaient pas plus coupables que d’autres,  ils oubliaient d’être modestes, voilà tout, et ils pensaient que tout était encore possible pour eux, ce qui supposait que les fléaux étaient impossibles. Ils continuaient de faire des affaires, ils préparaient des voyages et ils avaient des opinions. Comment auraient-ils pensé à la peste qui supprime l’avenir, les déplacements et les discussions ? Ils se croyaient libres et personne ne sera jamais libre tant qu’il y aura des fléaux.


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Wochenplan KW17

Montag

Spaghetti Carbonara, nach Jaime Oliver. Das beste Rezept für Spaghetti Carbonara, das ich je ausprobiert habe.

Dienstag

Kichererbsensalat mit Thunfisch.

Mittwoch

Quiche mit Tomaten und Ziegenkäse, davon gab’s noch genug für uns beide für die Mittagspause am Donnerstag.

Donnerstag

Tian de courgettes, das letzte Mal war sehr lange her.

Freitag

Ratatouille mit Rotbarschfilet, aus dem Fischstand vom Markt. Und weil es auch lecker aussehende geräucherte Makrelenfilets beim Fischhändler gab, haben wir sie heute mit dem Rest Ratatouille verzehrt.


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Quiche mit Tomaten und Ziegenkäse

Die Zutaten (für 8 Portionen)

  • Für den Teig
    • 160 g Mehl (heute: Dinkelmehl)
    • Ein Ei
    • 100 g Butter
    • Zwei Prisen Salz
  • Für den Belag
    • 3 Tomaten
    • 200 g Ziegenrolle
    • 1/2 Zwiebel
    • 25 g Pinienkerne
    • Italienische Kräutermischung[1]
    • Pfeffer aus der Mühle
    • 3 Eier
    • 10 cL Sahne zum Kochen
    • 50 g Parmesan

[1] Ich hätte so gerne stattdessen frisches Basilikum verwendet. Leider habe ich heute beim Einkaufen keins gefunden.

Die Zubereitung

  • Backofen bei 180°C Umluft vorheizen.
  • Die Zutaten für den Teig zusammen zu einer Kugel verarbeiten.
  • Den Teig in eine runde Backform mit den Händen verteilen. Dabei einen Rand bilden.
  • Den Teig mit einer Gabel stechen.
  • Den Ziegenkäse in kleine Stücke schneiden und auf dem Teig verteilen.
  • Italienische Kräuter und Pfeffer drüber streuen.
  • Die Tomaten klein schneiden, die Flüssigkeit möglichst entfernen und zwischen den Käsestücken verteilen.
  • Die ganz klein geschnittene Zwiebel drauf verteilen.
  • Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, abkühlen lassen und in der Quiche verteilen.
  • Die Eier mit der Sahne zusammen schlagen. Sollte die Mischung noch zu dickflüssig sein, kann man ein bisschen Milch dazu geben. Dann auf der Quiche gießen. Die Backform danach vorsichtig hin und her schwenken, damit die Eier-Sahne-Masse sich gut verteilt.
  • Mit gehobeltem Parmesan bedecken.
  • Bei 180°C fünfzig Minuten lang backen lassen.
  • Die Quiche lässt sich sehr gut aus der Backform nach dem Abkühlen heraus nehmen, obwohl die Form nicht eingefettet wurde. Der Teig beinhaltet ja schon ganz schön viel Butter.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 332 2656
Eiweiß (g) 14,2 113,2
Kohlenhydrate (g) 17,4 139,3
davon Zucker (g) 2 16,5
Fett (g) 23 183,8
Ballaststoffe (g) 1,7 13,4


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Heute nicht gejoggt

Es war windig und dadurch kälter geworden. Stattdessen bin ich eine halbe Stunde lang die Treppe hoch und runter gelaufen. Die Wohnung ist ja auf zwei Etagen verteilt. Seit dem Anfang der Ausgangssperre und Heimarbeitszeit (Mobile Office, genauer gesagt), bin ich doppelt so froh, damals so eine tolle Wohnung gefunden zu haben. Drin lässt sich wirklich gut leben.

Gestern hätte ich noch gesagt, Sport kommt heute gar nicht in Frage. Nicht nur des Wetters wegen. Nach der Wanderung am Samstag habe ich einen heftigen Muskelkater bekommen, der dem letzten epischen Muskelkater von vor dreieinhalb Jahren in nichts nachsteht. Schon am Samstagabend war ich nicht mehr in der Lage, mich normal in der Wohnung zu bewegen. Ich konnte nur noch die Füße am Boden gleiten lassen. Im Bett auf dem Rücken zu liegen war zu schmerzhaft, weil ich dabei die Beine strecken musste. Am nächsten Morgen haben sich auch Bauch- und Rückenmuskulatur gemeldet. Gehen war immer noch schwierig und schmerzhaft. Ich glaube, es ist der Oberschenkelbindenspanner, der mir so große Schwierigkeiten gemacht hat. Gestern habe ich ganz dicke Beulen ganz oben an den Schenkeln vorne bekommen, selbst unter dem Rock waren sie zu sehen.

Ich war also sehr erleichtert, als ich heute früh gemerkt habe, dass es mir schon viel besser geht. Trotzdem war es mir zu riskant, draußen zu joggen. Was ist, wenn ich weit weg von zu Hause plötzlich nicht mehr laufen kann?

Das letzte Mal bin ich am Freitag in der Mittagspause gejoggt. Es war eigentlich zu warm, in der prallen Sonne, ein richtiger Sommertag. Trotzdem fand ich den recht dicken Mann unpassend, der im Garten eines Mehrfamilienhaus bei Sankt Gilgen mit nur einem schwarzen String bekleidet ganz nah am Bürgersteig stand, um Pflanzen zu gießen. Auf dem Rückweg bin ich von einem anderen Mann aus seiner Haustür angesprochen worden, der ebenfalls dabei war, seine Pflanzen im Garten zu gießen. Immerhin war er anständig angezogen. Ich habe aus Höflichkeit geantwortet, was ein Fehler war, da er meinte, weiter mit mir plaudern zu müssen. Ich meine, ich mache mir die Mühe, joggen zu gehen, es ist nicht um einfach da rum zu stehen. Er fragt, wo ich her komme, und als ich „aus Frankreich“ antworte, meint er, mich mit seinen Französischkenntnissen beeindrucken zu wollen, indem er mir „Je t’aime“ einfach so ruft. Geht’s noch? Den Typ kenne ich nicht, und ja, nichts gegen Bekanntschaften in der Nachbarschaft, aber auf solche Bekanntschaften verzichte ich lieber. Ob ich bei ihm Kaffee trinken kommen möchte, fragt er dann. Der spinnt total, wenn er glaubt, eine Frau würde freiwillig alleine zu einem fremden Mann in die Wohnung gehen. Und wie war’s nochmal mit Corona und Abstand halten? Ausgangssperre und Frühling, eine furchtbare Kombination.

Ich werde mir jedenfalls beim nächsten Mal eine andere Strecke zum Laufen aussuchen.


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