Die Lufthansa-Enttäuschung

Auf dem Rückflug am Donnerstag Nachmittag habe ich das Lufthansa Magazin durchgeblättert. Im Editorial war die Rede von Umweltschutz und Erneuerung der Flotte mit Flugzeugen, die weniger Kraftstoff verbrauchen. Davon habe ich nichts merken können.

Der Hinflug war schon mal nicht gut. Ich hatte bei Lufthansa gebucht, geflogen sind wir jedoch mit Air Dolomiti. Ich hatte noch nie erlebt, dass man in einem Flugzeug über dreißig Grad Innentemperatur hat, aber so hat es sich angefühlt. Ich musste mein Pulli ausziehen und die Lüftung aufdrehen, was ich sonst nie tue, weil ich vom Luftzug Schmerze in den Nacken kriege. Ich hatte bei der Buchung gedacht, ich fliege ohne Gepäck, für die zwei Tage brauche ich keins und ich spare mir die Zeit. Am Ende wurde meine Bluse für den ersten Tag durchs Fliegen verschwitzt. Andere Passagiere haben sich beschwert. Kurz vor Landung ist die Temperatur angenehm geworden. Zu spät für die Bluse.

Der Rückflug war zwar besser, aber wir sind immer noch nicht mit Lufthansa geflogen. Die Verbindung wurde von Air Baltics durchgeführt. Das ist recht enttäuschend. Ich war absichtlich zur Webseite von Lufthansa gegangen, um meine Buchungen zu machen, weil Lufthansa noch als seriös gilt und ich den Komfort an Bord schätze. Ich hatte mir Flüge ausgesucht, die mir zeitlich am besten passten. Dass ich am Ende gar nicht in Lufthansa-Maschinen fliegen würde, hatte ich gar nicht gemerkt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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In Madrid gestrandet

Irgendwie war es ja klar. Als ich damals auf Google Flights die Verbindung gefunden hatte, gab es einen Vermerk bei der ersten Verbindung: Der Flug zwischen München und Madrid von 12:15 ist häufig verspätet. Aber Iberia bietet die Verbindung mit dem Anschlußflug nach Asturien an, ohne Hinweis, also müssen sie davon ausgehen, dass es in den drei Viertelstunden meistens klappen muss.

Nicht. In München hat das Boarding schon mit zwanzig Minuten Verspätung angefangen. Häufig ist es doch so, dass man die Zeit irgendwie einholt. Andere Flugroute, doch nicht so langes Boarding, schneller fliegen oder so. Nachdem wir aber eingestiegen sind, haben wir erstmal ewig gewartet, bis das Flugzeug sich bewegt hat. Drin war es extrem heiß. Die eine Stewardess war dabei, hinter uns Selfies mit Posen vor der geöffneten Tür zu machen, als ihr Kollege um Viertel vor eins angefangen hat, Gläser Wasser zu verteilen. Erst da wurde mir klar: Den Anschlußflug kriege ich nicht mehr. Um fünf vor eins haben wir unsere Parkposition verlassen. Kurz danach haben wir wieder gehalten. Die Sicherheitshinweise wurden auf Spanisch und Englisch vorgetragen. Es war nach ein Uhr nachmittags, als wir endlich abgeflogen sind.

Der Pilot hat sich für die Verspätung entschuldigt und versprochen, sein Mögliches zu tun, um die Zeit einzuholen. Es war aber schon fünf vor halb vier, als wir den Boden mit den Rädern wieder berührt haben. Um 15:33 rollten wir immer noch. Um 15:30 sollte offiziell das Boarding nach Asturien beendet werden. Und wie der Flugbegleiter uns informierte: Wir kommen am Gate 14 an, und der Anschluß nach Asturien ist am Gate K82. Immerhin wurde der Anschluss noch als möglich angegeben. Mit meinem Handgepäck konnte ich leider nicht so schnell laufen wie sonst. Es war ein sehr langer Weg. Und als ich am Gate K82 ankam, war niemand mehr dort. Gate closed. Direkt davor war eine Reklamationsstelle von Iberia. Ich habe ein Ticket gezogen und gewartet.

D058. Als ich mein Ticket in der Hand hatte, stand D046 am Bildschirm. Es gab sonst viele F- und andere Buchstaben-Nummer, und ich habe gedacht, verdammt, es wird ewig dauern. Es gab sechs Schalter, aber nur zwei waren für Kunden besetzt. Als ich da wartete, hieß es plötzlich am Anzeigeschild mit den Flügen: Last call nach Asturien am Gate H35, mit genau der Flugnummer auf meinem Boardingpass! Es war schon 15:50. Eine Frau, die an einem geschlossenen Schalter damit beschäftigt war, Papierkram zu sortieren, schien mir geeignet, um nachzufragen. Na ja. Sie wollte mich erstmal nicht wahrnehmen und meinte dann, sie hätte keine Nummer gerufen. Ich habe trotzdem gefragt, ob der Last call nach Asturien ernst gemeint war und ich bis H35 laufen sollte, statt meine Zeit hier zu verschwenden und eventuell keinen Anspruch auf Entschädigung zu haben: Nein, das Gate ist wirklich geschlossen, sagte sie. Und guckte dabei in Richtung Gate K82.

Als ich mit meiner Nummer endlich dran kam, habe ich von der deutlich netteren Mitarbeiterin eine Umbuchung auf den Flug von 19:40 bekommen. Einen Gutschein für ein Lunch hat sie mir auch gegeben. Ich habe mich zuerst gefreut, bis ich McDonalds auf dem Gutschein gesehen habe. Hmm. Den lasse ich verfallen. Ich sitze stattdessen in einem nett aussehenden Café und warte auf meine Boardingzeit. Auf der Webseite von Iberia habe ich den Status der Flüge nach Asturien geprüft und festgestellt: Der Flug, den ich hätte nehmen sollen, ist erst um 16:34 abgeflogen! Den hätte ich doch noch locker kriegen können! Und bestimmt wirklich von Gate H35 statt K82. Ob die so lange auf mich gewartet haben, bis die Mitarbeiterin meine Flugverbindung storniert hat? Das ist noch mehr ärgerlich, zu wissen, dass ich jetzt umsonst so spät zu meinem Ziel ankommen werde. Ich muss danach noch Bus fahren.


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Der Iberia-Alptraum

Ich soll demnächst für eine Dienstreise nach Spanien. In den Norden.

Ich dachte am Anfang naiv, jetzt, wo ich im privaten Sektor arbeite, müsste ich mich nicht mehr selber um Reiseplanung kümmern. Falsch. Die Zeiten der peniblen Auseinandersetzungen für die Erstattung von Reisenkosten bei jedem Euro zu viel sind zwar vorbei, Taxifahrten werden sogar selbstverständlich zurück bezahlt, aber ich darf weiterhin selber alles organisieren. Was es mir schon an Zeit und Nerven gekostet hat, für diese eine Reise! Dabei habe ich bis jetzt nur versucht, eine Flugverbindung zu buchen.

Es ist nicht so, als ob ich noch nie vorher Flüge gebucht hätte. Im Gegenteil. Mit Iberia war’s aber das erste Mal. Und das Letzte, wage ich mal zu behaupten.

Die Verbindung habe ich durch Google Flights gefunden. Preislich und zeitlich unschlagbar. Die anderen Fluglinien in der Preiskategorie haben häufig eine ganze Nacht zwischen beiden Flügen für meine Strecken. Direktflüge gab es nicht. Bei den teuren Flügen landet man schon oberhalb von 1500€. Viel zu viel.

Ich bin dem Link von Google Flights gefolgt, um meine ausgewählte Verbindung auf der Website von Iberia zu buchen. Google Flights benutze ich auch nicht zum ersten Mal. Nachdem ich bei Iberia alle meine Daten eingetragen habe, wollte ich zahlen. Und da ging es los: Jedesmal, nach dem Klick auf dem Knopf zum Bezahlen, habe ich eine Fehlermeldung bekommen. Es gab „Verbindungsprobleme“ mit der Webseite, die die Bezahlung genehmigen soll. Selbst nach der Deaktivierung von Ghostery und Werbeblockern, und nachdem ich die Popups in Firefox wieder erlaubt habe. Am Ende hatte ich schon die Faxen dicke, weil die Webseite von Iberia meine Verbindung irgendwann nicht mehr anzeigen wollte. Ich musste wieder über Google Flights die Verbindung suchen, und dort war sie plötzlich um 80€ teurer!

Da in der Fehlermeldung die Möglichkeit angegeben war, die Buchung zu reservieren, ohne zu bezahlen, habe ich es gemacht. Eine Buchungsbestätigung ist per Email angekommen, mit dem Hinweis, dass ich bis morgen Zeit hätte, um zu bezahlen. Bei der Fehlermeldung war auch eine Telefonnummer angegeben: 06950073874. Verzweifelt, habe ich dort angerufen. Zuerst musste man Zahlen auswählen: „Drücken Sie die 1 für…“ Für was denn? Die Stimme auf dem Band war kaum zu verstehen! Eine Sekretärin, die Deutsch als Muttersprache spricht, hat aus ihrem Telefon angerufen und konnte nicht besser als ich verstehen. Nicht vollständig, gehackt… „Es muss die 1 sein“, meinte sie nach einer Weile. Ich habe die 1 gewählt. Die anderen Fragen waren leicht besser zu hören. Als ich alle Zahlen angegeben hatte, dachte ich, es würde eine Weile dauern, bis jemand ran geht. Angenehm überrascht war ich, als sich ein Mann sofort meldete. Ich habe meine Buchungscode angegeben. Er konnte sehen, dass ich mehrmals erfolglos versucht hatte zu bezahlen. „Welchen Browser benutzen Sie?“ „Firefox,“ war meine Antwort. „Versuchen Sie Internet Explorer oder Google Chrome,“ hat er vorgeschlagen. „Wenn es nicht klappt, rufen Sie wieder an.“

Also zurück zum Rechner… Eigentlich dürfte schon die Webseite für Firefox funktionieren. Eine Schlamperei ist das, wenn nicht alle gängigen Browser unterstützt werden. Es ging sowieso schnell. Mit Internet Explorer, das ich sonst nie benutze, kam die gleiche Fehlermeldung. Und nach Herunterladen und Installation von Google Chrome kam ich auch nicht weiter.

Nochmal angerufen. Natürlich war ein anderer Mitarbeiter dran. Ich habe das Problem von vorne wieder geschildert und ergänzt, dass die Fehlermeldung beim Bezahlen unabhängig vom Browser auftritt. Er hat angefangen, irgendwas an seinem Rechner zu machen, keine Ahnung was, und hat auf einmal mit einer plötzlich wärmerer Stimme gefragt, ob ich denn schönes Wetter in München hätte. Ich, völlig aus der Bahn geworfen: „Ja!“ Menno… Man weiß doch, dass man bei Telefonaten mit Hotlines niemals „Ja“ sagen soll! Bei einer Hotline von einer Fluggesellschaft wird es aber nicht passieren, dass ich plötzlich eine Rechnung für einen Vertrag bekomme, von dem ich noch nie was gehört habe, oder? „Wird das Gespräch aufgenommen?“ „Ja,“ sagte er. Ich habe darauf bestanden, dass die Aufnahme gelöscht wird. Der Mitarbeiter klang danach nicht mehr so freundlich.

Weiter ging’s mit der Bearbeitung meiner Buchungsdaten. Er fragte viele Details, die er eigentlich aus meiner Buchung sehen sollte. Es klang, als ob er die Buchung von vorne wieder machen würde. Nach der Frage zur Telefonnummer sagte ich, dass ich das Häkchen zur Nichtsendung von Newslettern angeklickt hatte. „Dann mache ich das auch“, sagte er. Ich habe den Verdacht, dass er es sonst unerwähnt gelassen hätte. Das war auch ein Unding, dieses Häkchen auf der Webseite, wo man die Zahlungsdaten angibt. Mittlerweile ist man darauf konditioniert, kein Häkchen zur Sendung von Newslettern zu setzen. Auf Iberia muss man das Häkchen setzen, um keine Newsletter zu bekommen.

Wie es weiter ging… Er wollte gerade meine Kreditkartenummer abfragen, aber es ging nicht so schnell… Und plötzlich war die Telefonverbindung weg. Ich stand da mit dem Handy am Ohr und hörte nur noch „Tut tut tut“. „Der wird wohl zurück rufen, meine Nummer hat er ja,“ habe ich gedacht, als ich zurück zum Büro gegangen bin. Hat er nicht. Ich bin wieder dem Link zur Bearbeitung von meiner Buchung aus der Email gefolgt, doch hieß es, die Buchung könne nicht gefunden werden.

Diese Reise kann nicht gefunden werden. Möglicherweise wurde sie storniert. Bitte wenden Sie sich an die Stelle, wo die Reise gebucht wurde, um weitere Informationen zu erhalten. (4649) (4649)

Jetzt verstehe ich, warum wir alle Daten nochmal durchgehen mussten. Ich habe jetzt auch keine Buchungscode mehr, um mich an die Hotline zu wenden. Und nachdem ich schon zwei Stunden lang, ein Viertel meiner heutigen Arbeitszeit (!), damit verbracht habe, habe ich die Schnauze voll. Von mir aus kann jemand anders nach Spanien reisen.


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Ein Nachmittag in Helsinki-Vantaa

Gestrandet bin ich. Für eine Dienstreise sollte ich heute nach Oulu in Finnland fliegen. Ich bin eingeladen worden, die Flugkarten habe ich vor einigen Wochen zugeschickt bekommen.

In Finnland war ich schon, vor zehn Jahren. Dort hatte ich im Sommer zwei Wochen alleine mit dem Rucksack verbracht und war von Jugendherberge zu Jugendherberge um die Seen gefahren. Ich hatte damals eine echt tolle Zeit hier verbracht. Dementsprechend groß war meine Freude, als die Einladung in meiner Mailbox herein flatterte.

Heute Morgen war ich pünktlich in Tegel angekommen. Leider war mein Flugzeug es nicht. Mit knapp einer Stunde Verspätung sind wir gestartet. Meinen Anschlussflug habe ich verpasst. Der nächste geplante Flug war schon ausgebucht. Unsicherheit, ob ich heute ankomme, oder erst morgen weiter fahren kann. Ich war super glücklich, als die Frau am Schalter meinte, für den Flug um 18:35 wären noch Plätze frei. Das habe ich ihr auch gesagt. Sie sah ein bisschen gestresst aus, die Arme. Obwohl sie selber nichts dafür kann, wenn Leute wegen Verspätung ihren Anschluss verpassen, denke ich, dass viele ihren Frust bei ihr auslassen.

Ich habe den Nachmittag an den Tischen eines Imbisses verbracht. „Hei hei!“ höre ich immer wieder, als die Frauen hinter den Theken die Gäste begrüßen. Rye-Brot mit Käse gegessen, recht lecker. Ein 25€ Gutschein zum Essen habe ich als Entschuldigung für die Umstände bekommen. So konnte ich relativ bequem an meinem Vortrag arbeiten, den ich diese Woche halten muss, und dabei noch ein Bier genießen. „Lapin Kulta“ stand auf dem Glas, aber ich denke, es war ein anderes Bier. Zwei Frauen sind mit den selben Gläsern zu einem Nachbartisch gegangen, und sie hatten Fruchtsaft drin.

So sollte ich gegen neun im Hotel sein. Schade, dass ich von der Stadt heute nichts mitbekommen werde. Morgen bin ich schon mit den Veranstaltern der Tagung verabredet. Aber Gelegenheiten wird es in der Woche noch geben, da bin ich mir sicher.


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Morgen geht’s ab

Ich muss ganz früh aus dem Haus, um nach Köln zu fliegen. Ich bin in meinem ehemaligen Institut für einen Vortrag eingeladen worden. Es freut mich sehr, denn ich werde viele Kollegen dort wieder treffen. Am Mittwoch fliege ich zurück nach Berlin. So der Plan.

Erst gestern hat mich die Nachricht erreicht, dass am Mittwoch das Flughafenpersonal in vielen Städten streiken will. Unter anderen in Köln-Bonn. Seitdem bin ich nur dabei, die Status-Seite für Flüge bei Eurowings zu prüfen. Jedesmal, wenn ich auf „Aktualisieren“ klicke, ändert sich die Uhrzeit auf der Seite. Jetzt steht „Letzte Aktualisierung am 25.04.2016 um 22:54 Uhr“. „Wow, Information in Echtzeit!“, habe ich zuerst gedacht. Bis ich gemerkt habe, dass es nur meine lokale Uhrzeit aktualisiert, wenn ich auf den Knopf drücke.

Von den neun Flügen, die am Mittwoch meine Strecke machen, sind schon sieben abgesagt worden. Meiner noch nicht, es steht noch „pünktlich“ auf der Zeile. Ob es bis Mittwoch so bleibt?


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Mit Kindern fliegen

Für einige eine Herausforderung, wie ich schon mal erfahren durfte.

Gestern sind wir aus unserem verlängerten Wochenende bei meinen Eltern zurück gekommen. Martin wollte meine Familie kennen lernen, und zum Glück hat sich mein Vater einigermaßen normal verhalten, was bei ihm nicht unbedingt zu erwarten ist. Es gab nicht zu viel von seiner üblichen vulgären Sprache zu merken (es hat auch geholfen, dass Martin nicht perfekt Französisch beherrscht), und von seinem letzten Zwischenfall ist er doch nicht so begeistert gewesen, wie ich vermutet hatte, im Gegenteil. So lange sind wir nicht bei ihm geblieben, da wir bei meiner Mutter auch zu Besuch waren. Aber ich weiche vom Thema ab.

Der Rückflug ging nicht direkt nach Berlin, und wir mussten in Frankfurt umsteigen. Wir sind mit Lufthansa geflogen, da wir uns so spät um die Reiseplanung gekümmert haben, dass es keinen großen Preisunterschied mehr mit anderen Fluggesellschaften gab. Wir waren in der letzten Reihe. Vor uns saßen eine ältere Frau am Gang und ein Mann. Der Sitzplatz am Fenster war unbesetzt. Kurz vor dem Start ist eine Stewardess zum Mann gekommen und hat ihm mitgeteilt, er sollte einen anderen Sitzplatz benutzen, als den, den er schon gebucht hatte. Die Begründung: Nur so könnte eine Frau mit ihrer noch sehr jungen Tochter zusammen sitzen. Hatte die Frau es verpennt, sich um die Sitzplatzreservierung rechtzeitig zu kümmern? Mit Martin hatten wir es erst am Tag davor gemacht, und es waren noch einige freie Paare von Sitzplätzen vorhanden. Gut, es kann sein, dass sie im letzten Moment den Flug buchen musste.

Wofür ich weniger Verständnis habe, ist, wie sie sich dabei verhalten hat. Dass der Mann aus seinem Sitzplatz weg musste, schien ihr völlig normal zu sein, sie hat sich nicht mal für die Störung entschuldigt oder dafür bedankt, dass er den Platz für sie frei gemacht hat. Da sie ursprünglich vorne saß, und alle anderen Gästen schon auf ihren Sesseln waren, hat sie ihr Gepäck mitgenommen, um dann festzustellen, dass es keine Möglichkeit mehr gab, es in ihrer Nähe aufzuräumen. Den kleinen Koffer hat sie einfach mitten im Gang gelassen und sich nicht mehr darum gekümmert. Als ein Mitarbeiter vorbei kam und dies merkte, nahm er den Koffer mit, um ihn weiter vorne zu packen, und sagte der Frau, im Gang könnte er nicht bleiben, da die Gehwege frei bleiben sollten. Wie reagierte die Frau? Sie hat sich über den Mann aufgeregt, und dabei versucht, ihre Sitznachbarin in ihrer Lästerei über die Lufthansa einzuwickeln (was erfolglos blieb).

Genau wie die Frau, die die Windel ihres Kindes mitten im Flugzeug gewechselt hat, hätte sie eigentlich die Mitarbeiter im Flugzeug um Hilfe fragen können. Ob sie auf das zweite Kind während des Umziehens des Anderes in den dafür aufgerüsteten Toiletten aufpassen oder den Koffer woanders packen könnten, bestimmt wäre es ohne Problem und ohne Ärger gewesen. Wollen sie sich dadurch als „starke Frauen“ angeben? Der Eindruck, den ich dabei habe, ist vor allem, dass Erziehung und gute Manieren an ihnen vorbei gegangen sind.


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Unwetter

Ich könnte gerade meine Meinung über easyJet ändern.

Ich habe gestern meine Mami zum Flughafen begleitet. Da ich sie über Internet schon eingecheckt hatte, mussten wir nicht so früh da sein. Sie hatte diesmal wirklich nur ein Handgepäck dabei, weil sie viele Sachen bei mir fürs nächste Mal gelassen hat. Sie ist sofort zur Sicherheitskontrolle gegangen, und ich habe mich auf dem Weg zur Stadt gemacht, um ein bisschen vor meinem Date zu shoppen. Ich war noch in der S-Bahn, als meine Mami mich anrief und sagte, ihr Flug würde sich verspäten. Genaueres konnte sie mir nicht erzählen. Als ich bei Dussmann vor den CDs stand, rief sie mich erneut an. Es gab anscheinend Unwetter in Nizza, deswegen würde sie erst nach 22:00 fliegen können. Der Var ist aus seinem Bett übergelaufen. Die Fluggesellschaft hat allen Passagieren Gutscheine fürs Abendessen gegeben. Ich habe ihr gesagt, sie soll mir sofort Bescheid sagen, falls sie doch nicht an dem Tag fliegt. Eine Stunde später bekam ich zwei SMS von easyJet, die mich über die Verspätung informierten. Am Abend habe ich Martin davon erzählt, als wir im Restaurant saßen. Er fragte, ob ich jetzt eine neue Nachricht bekommen hätte. Ich hatte nichts gehört, aber auf meinem Handy gab es tatsächlich eine weitere SMS von easyJet. Der Flug war für Sonntag früh umgeplant. Keine Nachricht von meiner Mami. Ich habe sie angerufen. Sie meinte, sie wäre gerade zum Hotelzimmer angekommen, easyJet hat die Kosten übernommen. Ich bin beeindruckt.

2009 habe ich eine ähnliche Erfahrung gemacht, als ich für Weihnachten zu meinen Eltern fahren wollte. Ich hatte mich bei Germanwings umgeschaut und musste feststellen, dass die Uhrzeiten für die Flüge von Köln nach Nizza sehr ungewöhnlich waren. Ich hätte ganz früh morgens fliegen sollen, und da ich vorher mit dem Zug zum Flughafen fahren musste, hätte ich am Tag vorher dort sein sollen. Ich habe deswegen zum ersten Mal bei Air Berlin gebucht. Ich bin an einem Sonntagmorgen zum Flughafen Düsseldorf angekommen. Ich glaube, mein Flug war um 10:30 geplant. Als ich ankam, gab’s ein bisschen Schnee. Alle Flüge waren schon als verspätet angekündigt. Ich habe den ganzen Tag im Warteraum verbracht. Jede Stunde sagte uns die Frau, dass unserer Flug sich um eine Stunde verspäten würde. Um 23:30 sagte sie uns endlich offiziell, dass der Flugzeug nicht mehr starten würde. Der Flug wurde nicht am nächsten Tag verschoben, sondern einfach annulliert. Wir waren somit die allerletzten Passagiere im ganzen Flughafen, die von ihrer Fluggesellschaft darüber informiert wurden. Alle anderen wurden schon früher für die Nacht entweder im Hotel unterbracht oder nach Hause geschickt worden. Wir mussten selber gucken, wie wir die Nacht verbringen sollten. Und das am Flughafen von Düsseldorf, der mitten im Nichts steht. Mit dem angesammelten Schnee fuhr inzwischen kein Zug mehr, und an Taxis war aus dem selben Grund nicht mehr zu denken. Ich habe die Nacht auf irgendeiner freien Fläche mit einem allein reisenden jungen Mädchen aus dem gleichen Flug verbracht, damit es sich sicherer fühlt. Der nächste Flug nach Nizza wäre fast eine Woche später gewesen, nach Weihnachten, aber das war alles, was Air Berlin uns anbieten wollte. Sonst konnten wir am nächsten Tag nach Paris umgebucht werden, und selber die weitere Reise organisieren. Das habe ich gemacht, mir blieb keine Wahl (natürlich gab’s die üblichen jahreszeitlichen Streiks im RER, und Schneechaos mit der Bahn…). Ich habe mir geschwört, nie wieder mit Air Berlin zu fliegen. Nicht mal Wasser haben wir an dem Tag von ihnen bekommen.

Ich wüsste gerne, wie Germanwings die gestrige Lage behandelt hat. Meine Google-Suche hat keine Ergebnisse darüber geliefert.


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EasyJet: Geiz ist nicht geil

Ich habe gestern meine Mami am Flughafen abgeholt. Ich hatte ihr den Flug vor einem Monat gebucht. Damit sie es am einfachsten hat, wollte ich nur nach Direktflügen suchen. Das Ergebnis war enttäuschend: Es gibt nur eine Gesellschaft, die Direktflüge zwischen Berlin und Nizza anbietet. Und gar keine von Toulon oder Marseille aus, die auch in Frage gekommen wären. Damit war klar: Es musste easyJet sein, ich hatte keine Wahl.

Der Flug selbst war nicht günstig. Da sie nur eine Urlaubswoche hat, konnte ich mit den Daten nicht so flexibel sein. Als ich beim Buchen die Konditionen gesehen habe, habe ich geschluckt. 55€ zusätzlich pro Flug, wenn man mehr als ein Gepäck hat. Ich hatte gleichzeitig mit meiner Mami telefoniert und ihr gut drei mal gesagt, sie darf nur ein Gepäckstück dabei haben, mit den maximalen Längen. Sie sollte genug Platz in ihrem Koffer für die Handtasche behalten. Die Nachricht ist wohl nicht angekommen. Die 55€ musste sie in Nizza bezahlen. Sie war nicht die einzige. Ein Paar hatte eine große Kamera dabei, die nicht in den Gepäcken passte. 55€. Eine Frau war nett genug, um einer anderen Frau anzubieten, ihre Handtasche in ihrem Koffer zu packen, weil sie noch genug Platz hatte (Franzose halt…), die Frau am Schalter war stinkig. Aber dagegen konnte sie nichts tun.

Als ich mit Germanwings geflogen war, war der Zuschlag pro Gepäckstück 10€. Das war kein Thema, die habe ich jedesmal gerne gebucht. Bei 55€ ist es klar, dass die Leute es nicht mitmachen wollen und sauer sind, wenn sie gezwungen werden, den Zuschlag zu bezahlen. Germanwings fliegt leider nicht direkt nach Berlin. Ich frage mich, wozu lebe ich in einer Hauptstadt? In Nordrhein-Westfalen war das nie ein Problem, es gab eine große Auswahl an Direktflügen, egal ob nach Köln-Bonn oder Düsseldorf, und das nur von Nizza aus. Beim nächsten Mal werde ich schauen, ob ich über Köln fliegen kann. Das dauert länger, Tegel ist mir viel weiter weg als Schönefeld, aber sie sind selbst mit dem SMART-Tarif billiger auf der gesamten Strecke, und eine solche Abzockerei habe ich bei denen nie erlebt.

Fazit: easyJet, nie wieder.


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