Die BahnCard

Ich weiß, ich hätte sie kündigen sollen. Als die Aufforderung zur Zahlung für die neue BahnCard kam, war es schon zu spät. Der Ehemann hatte sie uns letztes Jahr besorgt, und da ich von Januar bis Juli regelmäßig zwischen München und Berlin pendeln musste, war es mir recht. Aber jetzt besteht kein Bedarf mehr. Gut, ein paar Reisen haben wir in näherer Zukunft vor, aber es wird nicht mehr so viel sein.

Der Ehemann hat seine neue BahnCard im Oktober bekommen. Sie wurde zu unserer Adresse nach Berlin geschickt, weil wir die neue Adresse der Deutschen Bahn nicht mitgeteilt haben. Die Berliner Adresse ist sowieso immer noch gültig, die Post wird hierher weitergeleitet. Und ich? Ich warte immer noch darauf. Da wir am nächsten Wochenende eine Reise geplant haben, habe ich heute Morgen beim DB Reisezentrum in Pasing nachgefragt. Was für eine blöde Idee, im Nachhinein! Vor allem, weil der Ehemann, der als Deutscher doch besser als ich kommunizieren kann, noch im Supermarkt war, und ich alleine da stand.

Die Frau ganz links am Schalter hat nach meiner Frage angerufen und die Auskunft bekommen, meine BahnCard wäre zur Berliner Adresse geschickt worden und nicht zurück gekommen. Daher müsste ich die BahnCard bekommen haben, und „wenn ich sie nicht habe, muss ich sie verloren haben“. Wegen der Reise in einer Woche blieb mir keine andere Möglichkeit, als zur Bestellung einer Ersatzkarte zuzustimmen, für die ich noch 15€ zahlen müsste. Das ist voll die Verarschung. Wie kann ich beweisen, dass ich etwas nicht bekommen habe? Und wie kann die Deutsche Bahn beweisen, dass ich die Karte tatsächlich bekommen habe? Nicht, gab die Frau zu. Aber zu meiner Frage, warum ich dann 15€ für eine Ersatzkarte bezahlen soll, obwohl ich die mir zugestellte Karte nie bekommen habe, wollte sie nicht antworten. Sie hat mir nicht mehr ins Gesicht geschaut, mein Blick ständig ausgewichen und eine Nummer auf Papier gekritzelt, mit der ich mir am Automat eine temporäre Karte für die bevorstehende Fahrt ziehen könnte. Die „neue“ Karte soll demnächst per Post folgen.

Der Ehemann kam kurz danach ins Reisezentrum zu mir, und als ich ihm das Geschehene erzählte, meinte er, nachfragen zu müssen. Bei dem Mann ganz rechts am Schalter, da die Frau von vorher mit einer anderen Kundin beschäftigt war. Das Erklären von unserem Anliegen war schwierig, weil der Mann am Schalter uns ständig unterbrochen hat. Die Nachfrage vom Ehemann, warum ich für eine neue Karte zahlen müsste, wenn wir die Erste nie bekommen haben, hat den Mann am Schalter scheinbar extrem gereizt. Er hat angefangen, sich dem Ehemann gegenüber spöttisch zu verhalten, ihn fast anzubrüllen, und dabei sprach er so schnell, dass selbst der Ehemann ihn kaum verstehen konnte, außer, dass wir uns an die DB Hotline wenden könnten. Dass wir nicht rausgeschmissen worden sind, liegt wahrscheinlich nur daran, dass ich den Ehemann darum gebeten habe, nicht mehr nachzufragen. Mit dem Typ ist nicht zu reden. Ich habe so eine schlechte Behandlung an einem DB Schalter noch nie erlebt und bin ehrlich gesagt immer noch recht darüber schokiert, wie sich die Diskussion entwickelt hat. Die Deutsche Bahn hält offensichtlich Kundenorientierung für überflüssig in der Ausbildung von ihren Schaltermitarbeitern.


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In Madrid gestrandet

Irgendwie war es ja klar. Als ich damals auf Google Flights die Verbindung gefunden hatte, gab es einen Vermerk bei der ersten Verbindung: Der Flug zwischen München und Madrid von 12:15 ist häufig verspätet. Aber Iberia bietet die Verbindung mit dem Anschlußflug nach Asturien an, ohne Hinweis, also müssen sie davon ausgehen, dass es in den drei Viertelstunden meistens klappen muss.

Nicht. In München hat das Boarding schon mit zwanzig Minuten Verspätung angefangen. Häufig ist es doch so, dass man die Zeit irgendwie einholt. Andere Flugroute, doch nicht so langes Boarding, schneller fliegen oder so. Nachdem wir aber eingestiegen sind, haben wir erstmal ewig gewartet, bis das Flugzeug sich bewegt hat. Drin war es extrem heiß. Die eine Stewardess war dabei, hinter uns Selfies mit Posen vor der geöffneten Tür zu machen, als ihr Kollege um Viertel vor eins angefangen hat, Gläser Wasser zu verteilen. Erst da wurde mir klar: Den Anschlußflug kriege ich nicht mehr. Um fünf vor eins haben wir unsere Parkposition verlassen. Kurz danach haben wir wieder gehalten. Die Sicherheitshinweise wurden auf Spanisch und Englisch vorgetragen. Es war nach ein Uhr nachmittags, als wir endlich abgeflogen sind.

Der Pilot hat sich für die Verspätung entschuldigt und versprochen, sein Mögliches zu tun, um die Zeit einzuholen. Es war aber schon fünf vor halb vier, als wir den Boden mit den Rädern wieder berührt haben. Um 15:33 rollten wir immer noch. Um 15:30 sollte offiziell das Boarding nach Asturien beendet werden. Und wie der Flugbegleiter uns informierte: Wir kommen am Gate 14 an, und der Anschluß nach Asturien ist am Gate K82. Immerhin wurde der Anschluss noch als möglich angegeben. Mit meinem Handgepäck konnte ich leider nicht so schnell laufen wie sonst. Es war ein sehr langer Weg. Und als ich am Gate K82 ankam, war niemand mehr dort. Gate closed. Direkt davor war eine Reklamationsstelle von Iberia. Ich habe ein Ticket gezogen und gewartet.

D058. Als ich mein Ticket in der Hand hatte, stand D046 am Bildschirm. Es gab sonst viele F- und andere Buchstaben-Nummer, und ich habe gedacht, verdammt, es wird ewig dauern. Es gab sechs Schalter, aber nur zwei waren für Kunden besetzt. Als ich da wartete, hieß es plötzlich am Anzeigeschild mit den Flügen: Last call nach Asturien am Gate H35, mit genau der Flugnummer auf meinem Boardingpass! Es war schon 15:50. Eine Frau, die an einem geschlossenen Schalter damit beschäftigt war, Papierkram zu sortieren, schien mir geeignet, um nachzufragen. Na ja. Sie wollte mich erstmal nicht wahrnehmen und meinte dann, sie hätte keine Nummer gerufen. Ich habe trotzdem gefragt, ob der Last call nach Asturien ernst gemeint war und ich bis H35 laufen sollte, statt meine Zeit hier zu verschwenden und eventuell keinen Anspruch auf Entschädigung zu haben: Nein, das Gate ist wirklich geschlossen, sagte sie. Und guckte dabei in Richtung Gate K82.

Als ich mit meiner Nummer endlich dran kam, habe ich von der deutlich netteren Mitarbeiterin eine Umbuchung auf den Flug von 19:40 bekommen. Einen Gutschein für ein Lunch hat sie mir auch gegeben. Ich habe mich zuerst gefreut, bis ich McDonalds auf dem Gutschein gesehen habe. Hmm. Den lasse ich verfallen. Ich sitze stattdessen in einem nett aussehenden Café und warte auf meine Boardingzeit. Auf der Webseite von Iberia habe ich den Status der Flüge nach Asturien geprüft und festgestellt: Der Flug, den ich hätte nehmen sollen, ist erst um 16:34 abgeflogen! Den hätte ich doch noch locker kriegen können! Und bestimmt wirklich von Gate H35 statt K82. Ob die so lange auf mich gewartet haben, bis die Mitarbeiterin meine Flugverbindung storniert hat? Das ist noch mehr ärgerlich, zu wissen, dass ich jetzt umsonst so spät zu meinem Ziel ankommen werde. Ich muss danach noch Bus fahren.


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Der Iberia-Alptraum

Ich soll demnächst für eine Dienstreise nach Spanien. In den Norden.

Ich dachte am Anfang naiv, jetzt, wo ich im privaten Sektor arbeite, müsste ich mich nicht mehr selber um Reiseplanung kümmern. Falsch. Die Zeiten der peniblen Auseinandersetzungen für die Erstattung von Reisenkosten bei jedem Euro zu viel sind zwar vorbei, Taxifahrten werden sogar selbstverständlich zurück bezahlt, aber ich darf weiterhin selber alles organisieren. Was es mir schon an Zeit und Nerven gekostet hat, für diese eine Reise! Dabei habe ich bis jetzt nur versucht, eine Flugverbindung zu buchen.

Es ist nicht so, als ob ich noch nie vorher Flüge gebucht hätte. Im Gegenteil. Mit Iberia war’s aber das erste Mal. Und das Letzte, wage ich mal zu behaupten.

Die Verbindung habe ich durch Google Flights gefunden. Preislich und zeitlich unschlagbar. Die anderen Fluglinien in der Preiskategorie haben häufig eine ganze Nacht zwischen beiden Flügen für meine Strecken. Direktflüge gab es nicht. Bei den teuren Flügen landet man schon oberhalb von 1500€. Viel zu viel.

Ich bin dem Link von Google Flights gefolgt, um meine ausgewählte Verbindung auf der Website von Iberia zu buchen. Google Flights benutze ich auch nicht zum ersten Mal. Nachdem ich bei Iberia alle meine Daten eingetragen habe, wollte ich zahlen. Und da ging es los: Jedesmal, nach dem Klick auf dem Knopf zum Bezahlen, habe ich eine Fehlermeldung bekommen. Es gab „Verbindungsprobleme“ mit der Webseite, die die Bezahlung genehmigen soll. Selbst nach der Deaktivierung von Ghostery und Werbeblockern, und nachdem ich die Popups in Firefox wieder erlaubt habe. Am Ende hatte ich schon die Faxen dicke, weil die Webseite von Iberia meine Verbindung irgendwann nicht mehr anzeigen wollte. Ich musste wieder über Google Flights die Verbindung suchen, und dort war sie plötzlich um 80€ teurer!

Da in der Fehlermeldung die Möglichkeit angegeben war, die Buchung zu reservieren, ohne zu bezahlen, habe ich es gemacht. Eine Buchungsbestätigung ist per Email angekommen, mit dem Hinweis, dass ich bis morgen Zeit hätte, um zu bezahlen. Bei der Fehlermeldung war auch eine Telefonnummer angegeben: 06950073874. Verzweifelt, habe ich dort angerufen. Zuerst musste man Zahlen auswählen: „Drücken Sie die 1 für…“ Für was denn? Die Stimme auf dem Band war kaum zu verstehen! Eine Sekretärin, die Deutsch als Muttersprache spricht, hat aus ihrem Telefon angerufen und konnte nicht besser als ich verstehen. Nicht vollständig, gehackt… „Es muss die 1 sein“, meinte sie nach einer Weile. Ich habe die 1 gewählt. Die anderen Fragen waren leicht besser zu hören. Als ich alle Zahlen angegeben hatte, dachte ich, es würde eine Weile dauern, bis jemand ran geht. Angenehm überrascht war ich, als sich ein Mann sofort meldete. Ich habe meine Buchungscode angegeben. Er konnte sehen, dass ich mehrmals erfolglos versucht hatte zu bezahlen. „Welchen Browser benutzen Sie?“ „Firefox,“ war meine Antwort. „Versuchen Sie Internet Explorer oder Google Chrome,“ hat er vorgeschlagen. „Wenn es nicht klappt, rufen Sie wieder an.“

Also zurück zum Rechner… Eigentlich dürfte schon die Webseite für Firefox funktionieren. Eine Schlamperei ist das, wenn nicht alle gängigen Browser unterstützt werden. Es ging sowieso schnell. Mit Internet Explorer, das ich sonst nie benutze, kam die gleiche Fehlermeldung. Und nach Herunterladen und Installation von Google Chrome kam ich auch nicht weiter.

Nochmal angerufen. Natürlich war ein anderer Mitarbeiter dran. Ich habe das Problem von vorne wieder geschildert und ergänzt, dass die Fehlermeldung beim Bezahlen unabhängig vom Browser auftritt. Er hat angefangen, irgendwas an seinem Rechner zu machen, keine Ahnung was, und hat auf einmal mit einer plötzlich wärmerer Stimme gefragt, ob ich denn schönes Wetter in München hätte. Ich, völlig aus der Bahn geworfen: „Ja!“ Menno… Man weiß doch, dass man bei Telefonaten mit Hotlines niemals „Ja“ sagen soll! Bei einer Hotline von einer Fluggesellschaft wird es aber nicht passieren, dass ich plötzlich eine Rechnung für einen Vertrag bekomme, von dem ich noch nie was gehört habe, oder? „Wird das Gespräch aufgenommen?“ „Ja,“ sagte er. Ich habe darauf bestanden, dass die Aufnahme gelöscht wird. Der Mitarbeiter klang danach nicht mehr so freundlich.

Weiter ging’s mit der Bearbeitung meiner Buchungsdaten. Er fragte viele Details, die er eigentlich aus meiner Buchung sehen sollte. Es klang, als ob er die Buchung von vorne wieder machen würde. Nach der Frage zur Telefonnummer sagte ich, dass ich das Häkchen zur Nichtsendung von Newslettern angeklickt hatte. „Dann mache ich das auch“, sagte er. Ich habe den Verdacht, dass er es sonst unerwähnt gelassen hätte. Das war auch ein Unding, dieses Häkchen auf der Webseite, wo man die Zahlungsdaten angibt. Mittlerweile ist man darauf konditioniert, kein Häkchen zur Sendung von Newslettern zu setzen. Auf Iberia muss man das Häkchen setzen, um keine Newsletter zu bekommen.

Wie es weiter ging… Er wollte gerade meine Kreditkartenummer abfragen, aber es ging nicht so schnell… Und plötzlich war die Telefonverbindung weg. Ich stand da mit dem Handy am Ohr und hörte nur noch „Tut tut tut“. „Der wird wohl zurück rufen, meine Nummer hat er ja,“ habe ich gedacht, als ich zurück zum Büro gegangen bin. Hat er nicht. Ich bin wieder dem Link zur Bearbeitung von meiner Buchung aus der Email gefolgt, doch hieß es, die Buchung könne nicht gefunden werden.

Diese Reise kann nicht gefunden werden. Möglicherweise wurde sie storniert. Bitte wenden Sie sich an die Stelle, wo die Reise gebucht wurde, um weitere Informationen zu erhalten. (4649) (4649)

Jetzt verstehe ich, warum wir alle Daten nochmal durchgehen mussten. Ich habe jetzt auch keine Buchungscode mehr, um mich an die Hotline zu wenden. Und nachdem ich schon zwei Stunden lang, ein Viertel meiner heutigen Arbeitszeit (!), damit verbracht habe, habe ich die Schnauze voll. Von mir aus kann jemand anders nach Spanien reisen.


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Ein neuer Blog ist geboren

Aus der Frust entstanden, ich stelle vor: Mein MVV Tagebuch! Und reblogge gleich die Einleitungsseite:

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Wozu noch ein ÖPNV-Chaos Blog?

Ich bin ganze zwanzig Jahre lang eine überzeugte ÖPNV-Benutzerin gewesen. Umweltbewusstsein, Geld-Ersparnis, keine mühsame Suche nach einem Parkplatz, geringer Unfallrisiko… Gute Gründe gibt es genug.

Das letzte Mal, dass ich ans Steuer eines Autos tätig war, das war während meiner Diplomzeit. Ein Kommilitone war nach einer Feier zu besoffen, um selber zu fahren. In all den Städten, wo ich seitdem gelebt habe, kam ich mit ÖPNV zurecht. Ärger gibt es immer, aber es hielt sich in Grenzen.

Das war vorher. Nach einem halben Jahr in München bin ich bereit, mein Gelübde zu brechen. Ich schaue mir den Markt für gebrauchte Autos an und suche Fahrschulen, um mit ein paar Stunden mich wieder ans Fahren zu gewöhnen. Bravo MVV, das ist eine Leistung.

Ich will aber nichts überstürzen, daher schreibe ich ab jetzt mein MVV-Tagebuch. Bis zur Kündigungsfrist meines Abos kann ich mich dadurch besser objektiv entscheiden.


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Außergewöhnlich hohes Reisendenaufkommen

Mir scheint’s, sobald sich die Gelegenheit ergibt, müssen die Münchener aus ihrer Stadt fliehen.

Ich sitze in der DB Lounge und wollte prüfen, ob mein Zug wie geplant fährt. Es gab heute Nacht heftige Gewitter, mit unglaublich vielen Blitzen und lautem Donner, schlafen war unmöglich. Heute ist es wieder schön sonnig und warm, aber der Ehemann meldete am frühen Nachmittag Gewitter in Berlin.

Also habe ich auf der Webseite der Deutschen Bahn geschaut und mir wurde empfohlen, aufgrund von Unwettergefahr die Reiseauskunft zu besuchen. Und siehe da: Meine Verbindung ist mit einem Ausrufezeichen markiert. Der Zug soll jedoch fahren, die Warnung sagte nur, dass heute furchtbar viele Leute mit der Bahn unterwegs sind. Mein Zug ist völlig ausgebucht, sowohl in erster als auch in zweiter Klasse. Kann mir egal sein, ich habe einen Sitzplatz reserviert. Morgen ist in Bayern Feiertag, alle wollen weg. Bei der Wettervorhersage kann ich es nachvollziehen.

Ich sitze in der Lounge neben dem Empfang. Soeben hat sich ein Reisende beim netten jungen Mann beschwert, dass sein Zug nach Berlin noch nicht abgefahren ist und immer noch ohne Auskunft am Gleis steht. Ich hoffe, mein Zug fährt.


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SEV nimmt kein Ende

Oder, um ein altes und gerade sehr passendes Sprichwort zu zitieren: Quand y’en n’a plus, y’en a encore. Ich weiß jetzt nicht, wie es ins Deutsche übersetzt wird, und um die späte Uhrzeit ist es mir egal.

Heute früh, kurz nach sieben Uhr morgens. Das Fenster vom Schlafzimmer ist ganz breit auf. Ich höre, wie die S8 am Bahnhof ankommt. Ich wiederhole: Ich höre die S-Bahn! Wahnsinn! Die Wochen des Leidens sind vorbei! Ich kann endlich wieder von zu Hause aus mit der S-Bahn zur Arbeit fahren, nachdem ich gestern noch die letzte Strecke SEV lieber zu Fuß gemacht habe, weil es sich zeitlich einfach nicht lohnte, für den kurzen Abstand so lange auf den Bus zu warten. Trifft sich gut, weil ich aufgrund des Regens keine Lust hatte, Fahrrad zu fahren.

Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, weil, obwohl der Brief der Deutsche Bahn uns ein Ende des Chaos für den 15. April angekündigt hatte, ich letzte Woche auf dem SEV Fahrplan lesen konnte, dass es wohl bis Freitag, 20.4.2018 3 Uhr dauern würde. Was heute Abend geschah, war trotzdem nicht auf dem Plan (ich hab’s noch auf meinem Handy als Foto-Beweis).

Ich war heute mal nicht beim Sport, sondern bei einer Kollegin zum Abendessen und quatschen. Kurz nach 22:00 habe ich mich auf den Weg nach Hause gemacht. Ich hatte gesehen, dass die Verbindung zwanzig Minuten zuvor mit Bus und S-Bahn ganz normal lief, konnte aber wegen meines miesen Vodafone-Empfangs nicht sehen, wie es danach ging. Vermutlich auch mit Bus und S-Bahn.

Als ich im Bus saß, konnte ich die Anfrage auf der App aktualisieren und da stand, Bus bis Pasing und SEV. Ab Pasing schon? Das hatten wir noch nie, seit Beginn der Bauarbeiten. Dort angekommen, bin ich erstmal schnell zum Gleis gelaufen. Dort war die S8 bis Herrsching angekündigt, und es gab sogar eine Durchsage, zusätzlich zur Info-Tafel, um zu informieren, dass sie nicht wie üblich am Gleis 7, sondern am Gleis 8 direkt gegenüber ankommen würde. In zwei Minuten. Super, habe ich gedacht. Die S8 kam, doch auf Gleis 7. Alle Passagiere sind ausgestiegen, und das Licht in der S-Bahn wurde ausgeschaltet. „Bitte nicht einsteigen,“ konnte man hören. Also doch SEV, der zweimal so lange für die Strecke braucht.

Ich bin schnell zur SEV-Haltestelle gelaufen und habe ganz viele Leute dabei überholt. Gut gemacht. Für mich. Den es gab nur einen Reisebus, um die ganze Bahn zu ersetzen. Ich habe einen Sitzplatz ergattern können, ein Paar Sekunden später war der Bus schon so voll, dass Leute dicht im Gang stehen mussten und viele draußen nicht mehr einsteigen konnten. Ob ein anderer Bus kommen würde? Der Fahrer hatte keine Ahnung. Besonders bitter: Die nächste Verbindung mit der S8 sollte erst eine knappe Stunde später sein.

Kurz nach Germering haben wir zwei anderen SEV-Busse gesehen, die in die Gegenrichtung rasten. Der Fahrer hat danach einen Anruf bekommen, vermutlich von Kollegen, die über die „Verstärkung“ geredet haben. Der Fahrer meinte, es wäre jetzt wohl umsonst, da er schon seit über zwanzig Minuten Pasing verlassen hatte. Bis die anderen Busse dort ankommen, ist schon bald die nächste S-Bahn dran, die viel schneller fährt. Warum vereinzelte Züge noch ersetzt werden müssen, wenn andere ganz normal fahren dürfen, ist mir allerdings ein Rätsel.


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Es wird langsam

Nachdem wir am Sonntag die Strecke zur Arbeit ausprobiert haben, bin ich sie gleich am Montag mit dem Fahrrad alleine gefahren. Bevor ich die Details vergesse. Einfach war es nicht, ich habe mich zweimal verfahren, einmal im ersten Stück Wald und danach, um zum zweiten Stück Wald zu kommen. Die Kreuzungen waren nicht in der richtigen Reihenfolge in meinem Kopf. Ich habe anderthalb Stunden gebraucht, und das nur, weil ein freundlicher Fahrradfahrer mir entgegen gekommen ist, als ich rätselnd auf dem Handy schaute (mein Navi kennt keine Waldwege) und fragte, wo ich hin wollte. Sonst hätte ich länger gebraucht. Das angenehmere Stück ohne Radweg auf der engen Straße, das wir bei der Rückkehr benutzt hatten, war im Berufsverkehr mehr befahren, aber es war noch in Ordnung. Die Sichtweite ist dort sehr gut, da kann man mich nicht im letzten Moment sehen, es gibt also kein Grund, so dicht an mich vorbei zu fahren, es sei denn, man trägt Arschloch-Gene in sich. Das gibt’s. Meistens zeigen die Autofahrer doch Rücksicht. Auf der Rückfahrt habe ich am Montag schon nur noch eine Stunde zwanzig Minuten gebraucht. Ich habe eine Kreuzung verpasst, und im letzten Stück Wald sind mir zu meiner Überraschung zwei Autos hinter einander entgegen gekommen. Ich dachte, dort würden keine motorisierte Fahrzeuge durchfahren. Ich musste am Rand vom Weg mit dem Fahrrad stehen bleiben, um nicht überfahren zu werden. Gebremst hat das erste Auto nicht, und ich war über die Staubwolke danach nicht erfreut, auch wenn der Fahrer vom zweiten Auto sich bedankt hat.

Gestern hatte ich geplant, nach Feierabend zum Fitnessstudio zu gehen. Mit der Sporttasche wollte ich nicht Fahrrad fahren, und auch nicht, weil ich sonst nachtsüber nach Hause durch den Wald hätte fahren müssen. Ich bin also, wie ich es seit fast drei Wochen gewöhnt bin, zur Bushaltestelle gegangen, um den SEV bis Germering zu nehmen, und weiter mit einem anderen Bus zur Arbeit zu fahren. Zu meiner Überraschung fuhr der Bus nur bis Gilching-Argelsried, weil die S8 jetzt bis dahin kommt. Ich hätte in der App schauen sollen. Zu Fuß wäre ich schneller gewesen. Das hätte mir doch nicht geholfen, weil die S-Bahn sehr lange einfach nicht kam. Keine Durchsage, wie immer, aber diesmal lag es daran, dass die Bauarbeiten am Bahnsteig nicht fertig waren. Die Männer waren am Bahnsteig tatsächlich dabei, auf der anderen Seite der Sperre auf Säulen die Lautsprecher zu befestigen. Man muss sich vorstellen, wie so viele Leute, die theoretisch zwei verschiedenen Zügen genommen hätten, sich auf dem nicht ganz halben Bahnsteig verteilt haben, um vierzig Minuten lang auf eine Bahn zu warten. Weil der nächste Bus inzwischen seine Ladung gebracht hatte. Als der Zug endlich kam, ist er auch nicht sofort weggefahren, nein, ein paar Minuten hat es noch gedauert. Ich habe für eine Strecke, die im Normalbetrieb von zu Hause aus fünf Minuten dauert, eine ganze Stunde wegen MVG-Chaos verschwendet, und habe insgesamt zwei Stunden zur Arbeit gebraucht. Begeistert war ich nicht.

Heute bin ich wieder Fahrrad gefahren, weil ich so sauer auf die MVG war. Siebzig Minuten für den Hinweg, wobei eine Kreuzung noch nicht optimal ist. Ich sollte sie vermeiden. Man kommt nach einer Brücke aufwärts auf die Kreuzung zu, die zu einer viel befahrenen Straße führt, und muss mit dem Fahrrad da mittig stehen und warten, bis eine Lücke entsteht. Tut sie das, kann man aber nicht gut los nach links radeln, weil dann aus einer anderen Richtung Autos kommen. Aussteigen, Fahrrad zur Ampel schieben, auf dem Knopf drücken um grün zu bekommen… Blöd. Es muss einen besseren Weg geben. Auf dem Rückweg nach Hause habe ich nur noch eine Stunde gebraucht. Fast genau so lange wie mit ÖPNV, wenn es normal ohne SEV fährt. Und entspannter, wenn man keinen Idioten begegnet. Wie die Frau heute hinter mir, die nur noch hupen konnte, weil ich auf der Straße fuhr. Einen Radweg gab es gerade nicht, und ich war noch bemüht, rechts dicht am Straßenrand zu fahren, und sie hätte mehrmals die Gelegenheit gehabt, mich bequem zu überholen, statt hinten zu bleiben und zu hupen. Oder der Opa in seinem grauen Cabrio (M RP 17), der mich mit „Fick dich!“ begrüßte, als er mich nach einem ganz engen Tunnel überholte, wo man eh langsam zu fahren hat. Da gab’s auch gerade keinen Radweg, er fängt erst die Kreuzung danach an. Blöd, dass ich alleine war und keine Zeugen für eine Anzeige hatte.


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Mit dem Fahrrad zur Arbeit

An einem Sonntag.

Ich arbeite seit drei Monaten bei München, und schon bereue ich es, mir ein Jahresabo fürs ÖPNV gekauft zu haben.

Zuerst dachte ich, es wäre nicht schlimm, so weit weg von der Arbeit zu wohnen. Die Wohnung liegt ganz nah an der S-Bahn, und die fährt alle zwanzig Minuten, morgens sogar häufiger, und ich brauche keine Stunde zur Arbeit. Also besser als das, woran ich mich in Berlin gewöhnt hatte. Nicht. Und nicht nur, weil das Abo wesentlich teurer als in Berlin ist.

Wir hatten schon ein ganzes Wochenende lang wegen Bauarbeiten Einschränkungen im Betriebsablauf hinnehmen müssen. Danach fuhr die S-Bahn normal weiter, und ich dachte naiv, das wär’s, mit den Bauarbeiten. Pustekuchen. Seit zwei Wochen fährt die S-Bahn bei uns gar nicht mehr, und das soll noch eine Woche dauern, wie ich aus dem folgenden Brief erfahren durfte:

Stattdessen gibt es Schienenersatzverkehr (SEV). Und es muss sein, weil es gar keine Alternative zur S-Bahn gibt. Wenn ich in der App suche, wie ich ohne S-Bahn von der Arbeit nach Hause komme, kriege ich Ergebnisse, die über fünf Stunden dauern, mit langen Gehwegen.

In der Woche vor Beginn der Bauarbeiten haben es uns die automatischen Durchsagen im Zug und an den Bahnhöfen die ganze Zeit immer wieder erzählt. Schön wär’s gewesen, wenn die Durchsagen an den Bahnhöfen auch nach Wiederbeginn der Bauarbeiten weiter gelaufen wären. Nicht mal Schilder gab es, um die gelegentlichen Reisenden zu informieren.

Am ersten Samstag sind wir mit dem Ehemann über den Gleis zur Bushaltestelle gelaufen, um den SEV zu benutzen. Schnell, weil der Bus in Kürze kommen sollte. Ich habe von weitem mitbekommen, wie eine Frau mit Koffer sich am Automaten eine Fahrkarte gekauft hat, um sich, ganz alleine am Gleis, auf eine Bank hinzusetzen. Als wir vorbei  liefen, habe ich mein Tempo reduziert und ihr gesagt, „Hier fährt keine Bahn, es gibt nur SEV“. Sie ist uns gefolgt, so gut es mit ihrem Koffer ging, was bei uns nicht einfach ist, da überall Treppen sind, aber keine Aufzüge. Den Bus hat sie bekommen, und hoffentlich konnte sie pünktlich zum Hauptbahnhof ankommen, wo sie einen Zug nehmen sollte. Mit SEV dauert die Fahrt länger. Als wir abends auf dem Weg nach Hause erneut auf dem Bahnsteig gingen, haben ein Italiener und sein junger Sohn auf die Bahn gewartet. Hätten wir ihnen nichts gesagt, hätten sie noch lange da gestanden. Keine Durchsage, keine Aushänge, keine Information. Das ist die MVG.

Die Busse selbst… Bei unserer ersten Fahrt kam gerade ein Bus, um einen ganzen Zug zu ersetzen. So sah es zumindest aus. Alle Leute haben sich da rein gequetscht. Natürlich auch die mit Koffer. Kinderwagen? Rollstuhlfahrer? Fehlanzeige. Die können selber gucken, wie die fahren. Während der Fahrt hat uns dann von hinten ein anderer Bus aufgeholt, bei dem auch S8 angezeigt wurde. Der war leer. Weil er so spät nach dem ersten Bus kam, haben alle Leute geglaubt, es gäbe nur den einen Bus, und sie sind alle drin eingestiegen. Der zweite Bus war noch kein gewöhnlicher Stadtbus, sondern ein Reisebus, mit steilen Treppen zum Einsteigen. Kinderwagen? Rollstuhlfahrer? Fehlanzeige.

Letztens hat sich im Bus neben mir ein älterer Herr mit Gehstöcken hingesessen. Es war wieder ein Reisebus, und er hatte große Schwierigkeiten gehabt, überhaupt einzusteigen. Ich war so unzufrieden, jetzt über eine Stunde Fahrt zur Arbeit zu brauchen und in überfüllten Bussen fahren zu müssen, dass ich ernsthaft darüber nachgedacht hatte, den Abo zur nächsten Gelegenheit zu kündigen und mir ein kleines Auto zuzulegen. Den Führerschein habe ich ja, und wir haben sogar zwei Stellplätze in der Tiefgarage, die zur Wohnung gehören. Mein geschwätziger neuer Sitznachbar erzählte mir, früher wäre er Auto gefahren, aber in den letzten Jahren hätte der Verkehr in München derart zugenommen, dass er das Benutzen vom ÖPNV viel angenehmer fände, selbst mit SEV. Doch kein Auto?

Jetzt, wo das Wetter richtig sommerlich wird, könnte ich Fahrrad fahren. Ich bräuchte theoretisch genau so lange wie mit ÖPNV im normalen Betrieb. Der Ehemann ist am Wochenende gekommen, und hat wieder einige Sachen aus Berlin mitgebracht. Darunter sein Fahrrad, wie ich ihn darum gebeten hatte. Wir haben heute die Strecke zur Arbeit getestet.

Ein gutes Gefühl hatte ich im Voraus nicht. Beim Vorbeifahren mit dem Bus war mir schon klar, dass die Radwege hier, wenn es welche gibt, nicht zum Wohl der Radfahrer gebaut wurden, sondern nur, um sie von der Straße fern zu halten, wo sie die Autos stören. Ganz anders als in Berlin. Die „Radwege“ sind manchmal sogar für Mofas freigegeben, wie ich vor zwei Wochen auf einem Schild lesen konnte. Teilweise wird man als Fahrradfahrer auf renovierungsbedürftige Bürgersteige gelotst, und man ist besser dran, einfach auf der Straße zu fahren. Wenn sich nicht irgendwelche idiotische Autofahrer so rücksichtslos verhalten würden.

Wie heute, als der Ehemann, der vorne fuhr, um mit seinem Navi den Weg zu zeigen, nach links abbiegen wollte. Es war eine ganz enge Straße ohne Radweg oder Bürgersteig, die gerade nach rechts bog. Auf 60 km/h begrenzt. Links gab es keine Straße für Autos, nur einen Radweg durch den Wald. Der Ehemann hatte schon den Arm nach links gestreckt, um zu zeigen, dass er abbiegen wollte. Von hinten kam plötzlich ein Auto, und glaubt ihr, der Fahrer hätte ihn abbiegen lassen? Nein, nicht einmal gebremst hat er, sondern ihn von links überholt. Ich habe nur in höllischer Angst zugucken können, und bin heilfroh, dass der Ehemann im letzten Moment doch nicht abgebogen ist, weil die Tour sonst im besten Fall im Krankenhaus beendet worden wäre. Es ging so schnell, dass ich mir außer STA das Kennzeichen nicht merken konnte, sonst hätte ich darauf bestanden, bei der Polizei eine Anzeige zu machen.

Damit wurde klar, den Weg will ich nicht zur Arbeit fahren. Für die Rückfahrt haben wir eine andere Strecke gewählt, die in der Praxis ein bisschen besser aussieht, obwohl sie auch über eine enge Straße ohne Radweg läuft. Wenigstens ist die Straße gerade, wenn man vom Wald ankommt. Ich weiß aber nicht, wie es im Berufsverkehr aussieht.


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Im Zug nach München

Ich bin mal wieder unterwegs. Das Pendeln ist ätzend, aber so lange der Ehemann keine Stelle in oder um München findet, müssen wir durch. Dieses Wochenende war ich dran.

Ich wollte heute meine nächsten Wochenende planen, und musste dabei feststellen, dass die Deutsche Bahn auf einmal die Preise heftig nach oben geschraubt hat. Frühlingseffekt? Ich habe beschlossen, dass wir uns doch nicht jedes Wochenende sehen müssen, was der Ehemann akzeptiert hat. Mit der teuren Wohnung in München, die ich momentan ganz alleine bezahle, und der Eigentumswohnung in Berlin, die dem Ehemann zwar gehört, ich aber auch mitfinanziere, weil er weniger verdient, ist das wöchentliche Pendeln ein Luxus, das wir uns schlecht leisten können.

Wenigstens kann ich während der vierstündigen Fahrt WLAN im Zug benutzen, um zum Beispiel endlich alle interessante Videos von Mitbloggern zu laden, die ich sonst unter der Woche nicht gucken kann. Schuld ist, schon wieder, die doppelte Haushaltsführung. Den Vodafone-Vertrag nehmen wir erst nach München mit, wenn der Ehemann zu mir zuzieht. Bis dahin bin ich auf meinem Handy als Hotspot angewiesen, was mit dem schlechten Empfang in meinem Wohnort kein Spaß ist. Temporäre Lösungen wie Surfstick ohne Vertrag gibt es zwar, wenn man googelt, aber sobald man im Shop danach fragt, haben sie es doch nicht. Egal welcher Anbieter.

Das geht aber nur gut, mit dem WLAN im Zug, wenn es tatsächlich funktioniert. Am Freitag war es ganz schwer. Die erste Stunde konnte ich keine einzige Seite laden. Danach klappte es. Heute geht WLAN wunderbar. Dafür haben wir im ganzen Wagen keinen Strom aus den Steckdosen, und das, obwohl wir in erster Klasse sitzen! Ja, ich weiß, warum erste Klasse fahren, wenn das Geld schon knapp ist? Manchmal muss man Glück haben, es war echt ein Schnäppchen, als ich gebucht hatte. Jetzt fühle ich mich doch nicht so glücklich darüber. Nach einer Stunde Fahrt ist mein Akku zur Hälfte leer. Irgendwann werde ich mich zu einem anderen Wagen schleichen müssen, um den Laptop aufzuladen.

Ach, und zum Essen haben sie auch kaum was, heute, im Zug. Die junge asiatische Frau, die unsere heutige Bistrobedienung ist, fragt uns immer wieder, was wir bestellen wollen, muss aber gleich danach sagen, dass es keine warme Küche gibt. Wie gut, dass ich mich beim Familienbesuch vom Ehemann heute Nachmittag voll mit Kuchen gestopft habe.


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ÖPNV: München kann Berlin das Wasser reichen

Oder hat die MVG aus den Werbespots der BVG gelernt?

Heute morgen, Geisenbrunn. Ich sitze mittig im Wagen. Was ich damit sagen will: Hier steigt man nicht ein, wenn man in letzter Sekunde noch bis zum Zug gerannt ist. Wenn man hier einsteigt, dann, weil man schon in der Mitte vom Bahnsteig gewartet hat. Der Zug hält, eine junge Frau steigt ein. Kurz nach ihr sehe ich einen jungen Mann, der nur auf seinem Handy starrt, während er sich im Schneckentempo bewegt. Das Signal für die Türe ertönt, die Türe schließen. Zugegeben, sie waren nicht lange offen. Der junge Mann hebt endlich den Kopf und schaut sich erstaunt die geschlossene Tür direkt vor ihm an. Er drückt auf dem Knopf, aber die Tür bleibt zu. Sie ist schon verriegelt. Er geht zur nächsten Tür, die ebenfalls geschlossen bleibt. Nach einer gefüllt ewigen Pause, die der Fahrer bestimmt zur Betonung der Dramatik eingelegt hat, fährt der Zug ab.

Ich steige später in einen Bus ein. Irgendwo in Gräfelfing halten wir an eine Haltestelle, wo eine junge Frau offensichtlich auf den Bus gewartet hat. Die Tür geht auf. Gerade als die Frau einsteigen will, wird sie von einer älteren Frau angesprochen, die sie etwas fragen will. Die junge Frau antwortet freundlich, und will noch in den Bus einsteigen, als der Fahrer die Tür wieder zu macht. Es kann keine fünf Sekunden gedauert haben. Die Frau klopft an die Tür. Der Fahrer fährt los. Eine Mitreisende, die vorne sitzt, sagt dem Fahrer, dass die Frau noch einsteigen wollte. „Die Tür war auf, sie hätte längst einsteigen können,“ antwortet er stur. Er fährt vielleicht zehn Meter, um vor einer roten Ampel stehen zu bleiben. Die junge Frau durfte auf den nächsten Bus warten.


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