Im Wald

Ich war mit unbestimmten Leuten im Wald unterwegs. Wir fuhren auf einem Kiesweg mit dem Auto. Ich saß entgegen der Fahrtrichtung und las. Es fühlte sich angenehm an und der Weg war so breit, dass ich nicht fürchten musste, wegen der vielen Kurven in einen Unfall zu geraten.

Wir sind mitten im Wald ausgestiegen. Zwischen den Bäumenästen war die Sonne zu sehen. Sie hing tief, bald würde der Sonnenuntergang statt finden. Der Himmel hatte eine goldene Farbe angenommen, und ein Regenbogen durchquerte ihn.

Es sah so schön aus, dass ich den Ehemann fragte, ob er seine Kamera dabei hätte, um ein Foto zu machen. Hatte er nicht. Ich habe mein Handy geholt und versucht, selber zu fotografieren. Es gelang mir nicht auf Anhieb.

Als ich endlich ein Foto machen konnte, fiel mir auf, dass die Umgebung doch recht hässlich war. Das Bild war viel weiter ausgezoomt als beabsichtigt. Vom Regenbogen war kaum noch was zu sehen. Vorne oben rechts war eine Ampel, die über die Straße hing und mit Alu-Folien gewickelt war. Bauarbeiter liefen quer durch das Bild. Denn plötzlich war ich nicht mehr im Wald, sondern mitten in einer großen Kreuzung, in einer Art Gewerbegebiet. Links von mir wurde ein Gebäude noch errichtet. Es war von einem Baugerüst mit grünem Stoff umgeben.

Auf einmal befand ich mich in dem fertigen Gebäude. Drin war ein billiger Schuh-Klamotten-Laden, von der Sorte, die ich eigentlich nie betreten würde. Ich stand vor einem Regal mit leichten Schuhen aus Jeans-Stoff und versuchte, den Ehemann telefonisch zu erreichen. Zwischendurch hörte man, wie eine Frau über eine Durchsage Passagiere für einen billigen Gruppenurlaub dazu aufforderte, sich an einem bestimmten Ort zu sammeln.

Die Sonne konnte ich nur noch durch einen verdreckten Glasdach sehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Fremd übernachtet

Heute war wieder eine kurze Nacht. Und daran bin ich schuld. Ich habe mich gestern ans Dutch Baby als Nachtisch gewagt, mit frischem Obst und Schlagsahne. Die Mengenangaben war natürlich für eine Familie gedacht… Ja, daher gab’s vorsichtshalber zum Abendessen nur einen grünen Salat. Das ungewöhnlich viel Zucker am Abend hat sein Unheil angerichtet. Um halb zwölf waren wir im Bett, ich war nicht müde. Um zwölf hat der Ehemann das Licht ausgeschaltet. Mein Puls war immer noch viel zu hoch, um einschlafen zu können. Bis mindestens drei Uhr morgens habe ich wach gelegen und einem kleinen Vogel gelauscht, der in regelmäßigen Abständen kurz gepiept hat. Die Fenster waren gekippt.

Ich bin auf Arbeit angekommen. Ich habe den Aufzug genommen, um zu meinem Büro zu kommen. Ich habe mich aber vertippt und bin ganz unten gelandet. Was soll’s, dann fahre ich wieder hoch. Irgendwie sind die Tasten komisch und ich kann nicht erkennen, was ich drücken soll. Ich steige also unten vom Auszug aus.

Ich treffe meinen ehemaligen Zimmerkollegen Moritz und frage ihn, ob es eine Treppe nach oben gäbe. Er weiß es nicht. Wie denn auch, so unsportlich wie der ist, schießt mir durch den Kopf. Ich mache mich auf die Suche und finde einen Treppenhaus. Der Zugang ist leider durch eine blaue, transparente Glaskonstruktion versperrt. Man kann nur mit einer elektronischen Karte das Türchen öffnen.

Ich gehe zurück in Richtung Aufzug. Unterwegs treffe ich eine Kollegin. Sie schlägt mir vor, bei ihr im Büro zu schlafen. Ein Büro ohne Fenster. Ich bin müde und nehme ihr Angebot an. In ihrem Büro sind einige Bette. Ich lege mich in ein kleines Bett hin und gucke ein Video auf dem Handy. Ich liege ungünstig, irgendwie quer, es gibt nicht genug Platz. Ich muss die Beine anwinkeln. Das Licht im Zimmer ist an, gelb, wie aus einer alten Glühbirne. Als ich beim Einschlafen bin, merke ich zwei kleine Kinder, die sich das Bett mit mir teilen. Sie wirken verwirrt, weil ich auch im Bett bin. Ich versuche, ein bisschen mehr Platz für sie zu machen. Meine Kollegin kehrt zurück und erklärt ihnen, dass ich heute Nacht hier übernachte. Die Kinder legen sich in ein anderes Bett hin und ich habe schlechtes Gewissen, sie vertrieben zu haben.


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Die Kirche im Haus

Ich war im Treppenhaus und wollte zu meiner Wohnung hoch laufen. Das Treppenhaus, hoch und altmodisch, mit einem mit hexagonalen, roten Tomettes aus der Provence[1] bedeckten Boden, war äußerst dreckig. Überall lag Kot von den Tauben, die auf Balken saßen.

Ich kannte den Weg zu meiner Wohnung nicht so gut und lief erstmal bis zur letzten Etage. Was ich entdeckte war unglaublich: Eine Kirche! Stimmt! Hatte mich meine Mami bei ihrem Besuch nicht gefragt, was die hohen Türme ganz oben in meinem Haus waren? Ich wusste damals die Antwort nicht. Ich wollte um mich fotografieren, aber dazu kam es nicht. Die bunten Glasmalereien, oder zuerst die Orgel? Ich konnte mich nicht entscheiden.

Neben mir lief ein junges französisches Paar mit einem Kinderwagen, und ich musste feststellen, dass in der Kirche auch ein Gemischtwarenladen war. Regale waren mit Schnickschnack und Gewürzen gefüllt. In einer transparenten Glasdose waren dunkelviolette trockene Bohnen zu sehen. Allerdings waren auch dicke schwarze Fliegen drin, die herum flogen, und die Bohnen hatten fein säuberliche Löcher, an denen teilweise noch eine Art Deckel hing[2,3].

Ich weiß nicht mehr, was der Anlass war, aber mir rutschte ein „Merde!“ raus. Das nahm das junge Paar als Anlass, um mich anzusprechen. Die Frau fragte mich etwas, woran ich mich jetzt nicht mehr erinnern kann, außer, dass es ein Wort auf Französisch war, das ich ewig nicht mehr benutzt hatte. Sie ging dann zu den bunten Gewürzen und nahm davon in der Hand, wodurch sie die schön getrennten Haufen durcheinander mischte. Die „Gewürze“ sahen eher wie buntes Kies aus. Direkt daneben lag das Glas mit den Bohnen und Fliegen. Ich sagte der Frau, sie sollte das besser nicht kaufen, aber sie nahm meine Bemerkung und das Glas gar nicht wahr.

Ich fragte mich kurz, wie ich denn zu meiner Wohnung zurück gehen könnte, und wachte auf. 06:45. Wir haben gestern Abend vergessen, den Radiowecker wieder anzuschalten.

[1] Solche Fliesen hatten wir in der Wohnung im Dorf, wo wir umgezogen sind, als ich noch keine vier Jahre alt war.

[2] Genau wie damals mit den Feuerbohnen, außer, dass daraus kleine Käfer geschlüpft waren, statt Fliegen.

[3] Dazu fällt mir ein, gestern hatte ich geträumt, dass ich eine Banane essen wollte, diese aber drin ganz viele Fliegen und Maden hatte. Eine solche eklige Erfahrung hatte ich tatsächlich schon mal gemacht. Was will mir jetzt mein Unterbewusstsein zum Thema Essen mitteilen?


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Plötzlicher Umzug

Es war ein sonniger Samstagmorgen. Wir standen im Wohnzimmer unserer aktueller Wohnung. Ich hatte mich schon mal beim Ehemann beschwert, einen so langen Arbeitsweg zu haben, aber ich hatte nicht damit gerechnet, was er mir jetzt sagte zu hören: Er hätte uns eine neue Wohnung mitten in München gefunden, und wir würden heute noch umziehen. Ich konnte es nicht glauben.

Wir sind zur neuen Wohnung gefahren. Das Umzugsunternehmen hatte schon unsere Sachen hierher gebracht, ohne dass ich davon irgendwas mitbekommen hatte. Die Wohnung war kleiner und ich habe mich kurz gefragt, wie denn alle unsere Möbel rein passen konnten. Wohnzimmer und Küche waren ein einziger, heller Raum. Der Boden war mit Parkett belegt. Ich habe mich am Boden vor der Couch hingesessen, direkt neben einem großen Fenster, aus dem man Grünes sehen konnte. Der Boden hat sich unter mir gefährlich gebogen und mir ist erst dann aufgefallen, wie marode das Parkett war. Es war löchrig, und drunter konnte man ältere, verfaulte Holzbalken sehen. Wo ich saß fehlte sogar ein solcher Balken.

Ich bin aufgestanden und zum Ehemann gegangen, der im Flur stand. Ich habe ihn gefragt, wie hoch die Miete hier denn wäre. Er sagte, hundert oder zweihundert Euros mehr als die Wohnung in Gilching, die wir gerade verlassen hatten. Wie, noch teurer, obwohl kleiner und in einem so schlechten Zustand? Ich habe ihn darum gebeten, zurück zur alten Wohnung zu gehen. Hätte man nicht einen bestimmten Zeitraum, um einen unterschriebenen Vertrag mit sofortiger Wirkung zu kündigen? Es wäre noch nicht zu spät, und sicherlich hätte unsere Vermieterin noch keine Nachmieter gefunden, so abrupt wie wir ausgezogen waren. Stimmt, antwortete er, allerdings hätte der Umzug jetzt schon so viel gekostet, wir sollten besser hier bleiben.

„Lass uns mal raus gehen“, schlug der Ehemann vor. Ich wusste noch nicht mal, wo wir waren. Wir sind zu einer Straßenbahn-Haltestelle gelaufen. Unterwegs ist mir aufgefallen, wie hier alles dicht gebaut war. Kein Baum war zu sehen, das Viertel war nur grau und voller Gebäude. Wie sollte ich mich hier jemals wohl fühlen?


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Fehlende Privatsphäre

Ich war in einer mir unbekannten Wohnung. Ich musste mich anziehen. Ich stand gerade in Unterwäschen mitten im Raum, als ich aus dem großen Fenster ohne Gardine einen jungen Mann auf der anderen Seite vom Innenhof in einem mir gegenüber stehenden Gebäude merkte. Er war mit Kittel und Schutzbrille bekleidet und hielt einen Kulturkolben in der Hand. Aber statt auf seine Arbeit zu achten, glotzte er mich nur an. Ich habe ihm den mittleren Finger gezeigt und mich unter dem Fenster geduckt, um mich weiter anzuziehen.

Szenenwechsel. Der Ehemann und ich waren im Frühstücksraum eines Hotels. Es waren viele Leute da und der Raum wirkte unordentlich. In einer Ecke vom Frühstücksraum war unser Schlafzimmer. Keine Wand. Das Bett war noch nicht bezogen, die Decke lag noch halb auf dem Bett und halb am Boden. Die Dusche war ebenfalls vom Frühstücksraum ohne Tür frei zugänglich.

Ich denke, die Botschaft der Träume ist diesmal ganz klar. Mir fehlt’s an Privatsphäre. Auf Arbeit.

Ich war gestern richtig sauer, als ein bestimmter Kollege zum xten Mal ins Büro geplatzt ist. Das tut er regelmäßig. Nennen wir ihn Fergus, denn er ist Schotte. Morgens dreht er seine Runde, um mit anderen Kollegen zu reden. Ich habe ihn schon mal gefragt, ob er denn nichts zu tun hätte. Gestern musste er sich zweimal mit Ute über ein Projekt unterhalten. Dagegen kann ich schwer etwas sagen. Mein Pech, dass ausgerechnet Ute und er die zwei lautesten Kollegen in der ganzen Firma sind. Am anderen Ende vom Flur hört man die Beiden immer noch sehr gut, wenn sie sich unterhalten. Und mittendrin Tim (gerade in Elternzeit) und ich, die versuchen zu programmieren.

Als Fergus gestern Abend erneut rein kam, um mir mitzuteilen, dass etwas in unserem Datenbanksystem nicht funktionierte, ist mir der Kragen geplatzt. Denn ich war gerade vertieft dabei, mich genau diesem Problem zu widmen. Beim Programmieren brauche ich meine Ruhe, was allein mit Ute im Büro schon schwer genug ist. Beim Programmieren ist es für mich, als ob ich im Kopf mehrere lose Stränge halten würde, um sie zusammen zu binden. Kommt jemand plötzlich rein und spricht mich laut an, weil Fergus nicht anders als laut reden kann, ohne Rücksicht auf meine Arbeit zu nehmen, fallen mir alle Stränge am Boden. Danach darf ich sie wieder sammeln, und häufig ist es auch die Ursache für Fehler, die ich danach beheben muss. Mega kontraproduktiv.

Eigentlich haben wir eine festgelegte Prozedur, für Bugs. Wir haben ein Projektmanagementsystem, mit dem alle in der Firma arbeiten, und drin ein Projekt für Bugs eingerichtet. Jeder, der ein Problem feststellt oder Änderungswünsche hat, soll es dort schriftlich mitteilen. Aber Fergus hält sich nie an Vorschriften. Unter der Begründung, es wäre für ihn einfacher, mir Sachen mündlich zu erklären, pfeift er drauf und reißt mich regelmäßig von meiner Programmiertätigkeit raus. Das nervt. Daher die Träume heute Nacht.


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Japanische Kirschblüten

Ich saß an der Terrasse eines Restaurants mit dem Ehemann und einer Japanerin mit grauen Haaren.

Mein Blick schweifte die lange Straße entlang und blieb am Ende auf zwei schönen, ungewöhnlichen Berge hängen. Sie waren völlig pink, außer am Rand, wo man das Grau vom Gestein erkennen konnte.

Die „Kirschblüten“ aus meinem Traum, schnell in ArtRage dargestellt.

Ich entschuldigte mich bei meinen Begleitern, verließ den Tisch und ging zu den Bergen. Als ich dort war, konnte ich sehen, dass die merkwürdige Farbe von den Kirschblüten stammte. Aber irgendwie sahen sie ganz anders als in meinem Gedächtnis aus. Es waren keine Kirschbäume, sondern kurze Pflanzen mit nur einem Stiel, aus dem viele pinke Blätter wuchsen.

Ich ging zurück zum Tisch und sagte dem Ehemann, er sollte mit mir die Kirschblüten sehen kommen, sie wären so schön und er hätte sie bestimmt noch nie gesehen.

Wir verließen unsere japanische Begleiterin und gingen durch die Stadt. An einem Platz stand ein großer Kirschbaum mit vielen Menschen in weißen Gewändern. Auf einmal setzten sich all diese Leute hin. Eine Zeremonie sollte statt finden. Ich versuchte, Fotos zu machen, aber ständig liefen mir Leute vor der Kamera. Eine Gruppe Polizisten, Touristen… Die Kirschblüten wurden immer weniger zu sehen.

07:00 weckt mich der Ehemann, als er zum Badezimmer geht.


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Mit dem Auto unterwegs

Der Ehemann hatte mich mit dem neuen Auto[1] zu einem großen, fast leeren Parkplatz gebracht, und war dann zu Fuß verschwunden.

Ich blieb im Auto auf dem Parkplatz. Ich war aber noch verschnupft und die Taschentücher wurden viel. Ich habe sie gesammelt und bin aus dem Auto ausgestiegen, um sie weg zu werfen.

Einen Mülleimer konnte ich erst am Eingang vom Parkplatz finden. Direkt davor stand ein junger Mann. Er hatte eine komische Haltung, mit dem Kopf nach unten und geschlossenen Augen, als ob er schlafen würde. Er reagierte nicht, als ich näher kam. Ich musste ihn schubsen, um an den Mülleimer ran zu kommen. Er ist gefallen, hat mich dann erst gemerkt und ist weg gelaufen.

Auf dem Weg zurück zum Auto[2] ist mir dann aufgefallen, wie viele Mülleimer es doch gab. Fast hinter jedem Auto. Wie konnte ich sie übersehen haben?

Der Ehemann war immer noch nicht zurück und ich habe beschlossen, selber mit dem Auto nach Hause zu fahren.

Erstmal raus aus dem Parkplatz. Erstmal zum Fahrersitz wechseln, vom Beifahrersitz aus lässt sich das Auto nicht so gut steuern. Ich halte also das Auto an. Wo ist denn die Handbremse? Ein anderer Fahrer hupt mich an. Er ist sauer, weil er dachte, er könnte schnell in meiner Lücke parken, und es dauert doch länger. Soll er hupen.

Der Parkplatz ist inzwischen richtig voll geworden. Beim Aussteigen aus dem Beifahrersitz stört mich die offene Tür des benachbarten Autos, die sich im Öffnungswinkel von meiner weiter geöffneten Tür befindet. Diese physikalische Unmöglichkeit beachte ich nicht. Ich passe bloß auf, beim Aussteigen das andere Auto nicht zu beschädigen.

Endlich hinter dem Lenkrad. Wohin jetzt? Ich weiß nicht mal wo ich bin. Ich schaue auf dem Navi. Wenn ich Lochham finde, kann ich weiter nach Hause fahren. Lochham glaube ich auf der Karte zu finden, aber der Name ist komisch geschrieben.

Ich fahre los und komme ziemlich schnell nach einem Kreisverkehr zu einer Autobahneinfahrt. Ich muss beschleunigen und will vorher links hinter mir schauen, ob jemand kommt. Es klappt aber nicht. Ich kann den Kopf nicht drehen und das Auto fährt zu schnell. Ich komme ohne Krach auf die Autobahn.

Die Fahrt ist stressig. Ich muss aufpassen, dass ich schnell genug bin. Meiner Meinung nach bin ich schon ganz flott unterwegs, aber der Tacho zeigt nur 50km/h. Ich muss schneller fahren. In dem Moment fängt es aber an, vor mir zu stauen. Ich muss bremsen. Das Auto kann ich nicht so gut kontrollieren und beinahe wäre ich in das Auto vor mir rein gefahren, wäre es nicht im letzten Moment vorwärts gekommen.

Ich komme zu Hause an. Ich parke einfach so mitten im Garten von der Villa meiner Eltern[3,4]. Dort stehen sonst viele Autos rum. Ich ziehe mich schnell um und gehe rein. Der Ehemann sitzt mit meinen Verwandten am Tisch.

Wir gehen in den Garten raus, um das Auto nach der langen Fahrt zu prüfen. Kein Kratzer, aber das Nummernschild vorne ist entzwei. Man kann beide Seiten wieder zusammen fügen, das Schild hängt ja nur mit einem Magnet, aber beim Fahren würden beide Seiten wieder auseinander gedrückt werden. Es muss schon beim Kauf kaputt gewesen sein. Man könnte auch das Schild komplett abmachen, darunter ist auch eine Nummer, aber eine andere, in einem komischen Format.

Kurz nach fünf wache ich auf. Alleine im Bett, denn der Ehemann schläft momentan im Gästezimmer oben, bis es mir besser geht. Scheinbar ist das Fieber endlich vorbei. Ach, das dachte ich gestern schon.

[1] Neu gekauft, aber der Ehemann muss es noch abholen und ich habe es selber noch gar nicht gesehen.

[2] Übrigens von der falschen Farbe.

[3] Ist schon längst verkauft, nachdem sie sich getrennt haben, vor dreizehn Jahren.

[4] In der Provence. Ganz weit weg von Lochham. Ich bin froh, nicht die ganze Fahrt geträumt zu haben.


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Im Auto unterwegs

Ich war zu Hause. In unserer aktuellen Wohnung. Ich bin zum Arbeitszimmer nach oben gegangen. Am linken Fuß von meinem Schreibtisch lag zusammen gerollt eine kleine weiß- und braunhaarige Katze. Ich ging zu ihr. Sie traute mir scheinbar nicht ganz. Wir haben uns im Flur vor dem Arbeitszimmer hingelegt und geschmust. Ich erzählte ihr von Chipie, die sie nicht gekannt haben konnte.

Szenenwechsel. Ich sitze im Auto mit dem Ehemann. Hinter uns ist Chipie. Wir sind in der Stadt. Das Wetter ist herrlich sonnig. Der Ehemann steigt mitten auf der Straße aus dem Auto aus, um etwas zu erledigen. Ich soll auf ihn warten.

Der Ehemann kommt nicht zurück und ich überlege, ob ich nicht selber weiter fahren soll. So schwer kann es nicht sein. Ich setze mich auf seinen Sessel. Die Ampel ist gerade wieder rot geworden, aber obwohl hinter mir ein Auto steht, beschwert sich noch niemand.

Ich stehe auf der linken Spur und blinke, um in die kleine Straße links abzubiegen. Die Kurve ist scharf, aber ich schaffe es. Ich fahre die Straße runter, die immer enger wird. Sie wird nicht mehr asphaltiert, Fußgänger und Fahrradfahrer sind unterwegs.

Ich komme zu einem großen grünen Fleck hinter einem mir bekannten Gebäude, das in der Nähe von unserer Wohnung stehen soll. Es ist schwer, weiter voran zu fahren. Ich trete, denn das Auto hat sich in ein Fahrrad, von der selben Farbe, verwandelt. Ein schweres Fahrrad. Es ist immerhin ein altes Diesel-Polo. Chipie läuft im Feld neben mir. Ich muss aussteigen und das Fahrrad schieben, ich schaffe es nicht mehr.

Der Ehemann geht aufs Klo. Ich wache auf. Halb sieben.


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Die Beschwörung — Verfolgung

Ich war auf Arbeit. Unweit von unserem Gebäude stand ein Turm. Wir wollten dort mit der Arbeitsgruppe Pause machen und eine Kollegin besuchen. Sie lebte drin und wollte mit uns eine Beschwörung machen[1], um sich selbst in irgendetwas zu verwandeln.

Als wir oben im Turm waren, lag ein Zettel im Vorraum auf dem Boden, auf dem sie geschrieben hatte, sie bäte uns um Verzeihung, aber sie wäre wirklich menschlich und würde erst in zehn Minuten ihre ursprüngliche Form wieder erlangen. In dem runden Beschwörungsraum nebenan fingen meine Kollegen an, sich im Kreis zu sortieren. Auf dem Boden waren Markierungen, um zu zeigen, wo wir zu stehen hatten.

Ich hatte große Zweifeln, ob wir es wirklich durchziehen sollten. Es war gruselig und könnte schief gehen. Ich wollte damit nichts zu tun haben und während alle noch mit sich selbst beschäftigt waren, bin ich geflohen.

Nach einer längeren Pause bin ich zum Büro zurück gekehrt. Ute saß schon an ihrem Schreibtisch, als ob nichts geschehen wäre. Ich fühlte mich unwohl und beschloss, mir erstmal die Haare zu waschen. Im Büro verteilte ich mir Shampoo in die Haare und massierte alles schäumig. Um sie zu spülen, ging ich zum Waschbecken in die Toilette. Der Hahn war leider zu tief und am Boden vom Waschbecken lagen Essensreste, wie glasierte Zwiebelstücke. Ich wollte mir die Haare nicht dort spülen und ging zur Küche, wo ich ewig warten musste, weil Kollegen am Becken beschäftigt waren.

Ich ging wieder raus, um mir die Haare woanders zu spülen, und bemerkte bewaffnete Männer, die die Flure nach mir durchsuchten[2]. Ich musste mich versteckten, aber wohin? Auf dem Weg zum Ausgang auf der Etage traf ich Björn[3], einen ehemaligen Arbeitskollegen, der jetzt in einer Schule arbeitet. Er meinte, er hätte mit meinem Chef geredet und wir müssten zusammen Klausuren korrigieren[4], wie Björn mit mir schon diskutiert hatte. Ich konnte mich daran gar nicht erinnern und außerdem, die bewaffneten Typen liefen mir immer noch hinterher. Wir sind nach draußen gelaufen.

Am nächsten Tag suchten die Männer immer noch nach mir. Es waren viele und es war kein Leichtes, mich ungemerkt ins Gebäude zu schleichen. Beim Feierabend haben wir mit Kollegen auf der Wiese gelegen und Bier getrunken, hinter einem Hügelchen am Sportplatz versteckt. Die Männer suchten immer noch nach mir, aber sie wechselten sich ab und einige wussten nicht, wie ich aussah. Ein dieser Mann ist mir sogar über den Weg gelaufen, als ich aus der Toilette kam, und hat mich nicht erkannt. Ich konnte weg gehen, ohne dass er mir folgte.

[1] Den Film Conjuring haben wir diese Woche gesehen.

[2] Wir haben gestern Fallout geguckt.

[3] Björn hat mir gestern frohe Weihnachtswünsche per WhatsApp geschickt.

[4] Das haben wir in der Tat früher häufig zusammen gemacht.


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Familienspaziergang

Ich war mit meiner Mutter, meiner Schwester, derem Freund und ihrem Sohn unterwegs.

Wir wollten in einem Restaurant in einem Nachbardorf essen, aber wir hatten kein Auto und mussten zu Fuß gehen. Wir gingen eine Straße hoch. Für den Neffe war es hart und ich habe versucht, ihn zu tragen, aber mit seinen fünfzehn Kilogrammen war es mir zu viel. Wir gingen weiter und ich fragte mich, warum wir kein Auto gemietet hatten. Mit ÖPNV ist bei uns nicht zu denken, aber ein Auto, das hätte ich uns gegönnt.

Am Rand der Straße links von uns lag ein wunderschöner Waran, mit knallen blauen und grünen Farben. Wir haben ihn zuerst nur beobachtet. Als wir ihn überholt haben, ist er zu mir gekommen. Ich habe meine Hand gestreckt, und er hat mich ganz stark gebissen, bevor er in die Böschung rechts von der Straße verschwunden ist.

Wir sind in Fox-Amphoux angekommen. Unser Ziel war aber Aiguines[1]. Ach, was soll’s, hier war es ganz schön[2]. Wir haben die wunderschöne Häuser betrachtet, die sich am Hang von einem Berg erstreckten, und danach beschloßen, zurück nach Hause zu gehen.

Einfach den Weg zurück, dachten wir zuerst. Ich habe auf meiner Navi-App geschaut und gesehen, dass wir auch eine Schleife machen könnten, um den Spaziergang zu verlängern. Aber irgendwie konnte ich unser Dorf auf der Karte nicht erkennen. Es war schon dunkel und ich war alleine, ohne gemerkt zu haben, wann und wohin meine Begleiter gegangen waren. Nochmal aufs Handy geschaut: Da war doch die Straße, die hoch zur Schule ging… Also los.

Es ist hell und schön sonnig, als ich fast zur Straße meiner Mami ankomme. Eine Frau auf einem Mofa grüßt mich, als sie an mich vorbei fährt. Ich glaube, die Freundin von meinem Bruder zu erkennen, aber dann doch nicht, ob sie nicht doch eine ehemalige Freundin aus der Schulzeit ist?

[1] Ganz schön weit auseinander, ich hätte es nie im wahren Leben zu Fuß versucht, nur um essen zu gehen.

[2] Ich war auch nur ganz wenig in Fox-Amphoux in meiner Kindheit, ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wie es dort aussieht.


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