Fehlende Privatsphäre

Ich war in einer mir unbekannten Wohnung. Ich musste mich anziehen. Ich stand gerade in Unterwäschen mitten im Raum, als ich aus dem großen Fenster ohne Gardine einen jungen Mann auf der anderen Seite vom Innenhof in einem mir gegenüber stehenden Gebäude merkte. Er war mit Kittel und Schutzbrille bekleidet und hielt einen Kulturkolben in der Hand. Aber statt auf seine Arbeit zu achten, glotzte er mich nur an. Ich habe ihm den mittleren Finger gezeigt und mich unter dem Fenster geduckt, um mich weiter anzuziehen.

Szenenwechsel. Der Ehemann und ich waren im Frühstücksraum eines Hotels. Es waren viele Leute da und der Raum wirkte unordentlich. In einer Ecke vom Frühstücksraum war unser Schlafzimmer. Keine Wand. Das Bett war noch nicht bezogen, die Decke lag noch halb auf dem Bett und halb am Boden. Die Dusche war ebenfalls vom Frühstücksraum ohne Tür frei zugänglich.

Ich denke, die Botschaft der Träume ist diesmal ganz klar. Mir fehlt’s an Privatsphäre. Auf Arbeit.

Ich war gestern richtig sauer, als ein bestimmter Kollege zum xten Mal ins Büro geplatzt ist. Das tut er regelmäßig. Nennen wir ihn Fergus, denn er ist Schotte. Morgens dreht er seine Runde, um mit anderen Kollegen zu reden. Ich habe ihn schon mal gefragt, ob er denn nichts zu tun hätte. Gestern musste er sich zweimal mit Ute über ein Projekt unterhalten. Dagegen kann ich schwer etwas sagen. Mein Pech, dass ausgerechnet Ute und er die zwei lautesten Kollegen in der ganzen Firma sind. Am anderen Ende vom Flur hört man die Beiden immer noch sehr gut, wenn sie sich unterhalten. Und mittendrin Tim (gerade in Elternzeit) und ich, die versuchen zu programmieren.

Als Fergus gestern Abend erneut rein kam, um mir mitzuteilen, dass etwas in unserem Datenbanksystem nicht funktionierte, ist mir der Kragen geplatzt. Denn ich war gerade vertieft dabei, mich genau diesem Problem zu widmen. Beim Programmieren brauche ich meine Ruhe, was allein mit Ute im Büro schon schwer genug ist. Beim Programmieren ist es für mich, als ob ich im Kopf mehrere lose Stränge halten würde, um sie zusammen zu binden. Kommt jemand plötzlich rein und spricht mich laut an, weil Fergus nicht anders als laut reden kann, ohne Rücksicht auf meine Arbeit zu nehmen, fallen mir alle Stränge am Boden. Danach darf ich sie wieder sammeln, und häufig ist es auch die Ursache für Fehler, die ich danach beheben muss. Mega kontraproduktiv.

Eigentlich haben wir eine festgelegte Prozedur, für Bugs. Wir haben ein Projektmanagementsystem, mit dem alle in der Firma arbeiten, und drin ein Projekt für Bugs eingerichtet. Jeder, der ein Problem feststellt oder Änderungswünsche hat, soll es dort schriftlich mitteilen. Aber Fergus hält sich nie an Vorschriften. Unter der Begründung, es wäre für ihn einfacher, mir Sachen mündlich zu erklären, pfeift er drauf und reißt mich regelmäßig von meiner Programmiertätigkeit raus. Das nervt. Daher die Träume heute Nacht.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Japanische Kirschblüten

Ich saß an der Terrasse eines Restaurants mit dem Ehemann und einer Japanerin mit grauen Haaren.

Mein Blick schweifte die lange Straße entlang und blieb am Ende auf zwei schönen, ungewöhnlichen Berge hängen. Sie waren völlig pink, außer am Rand, wo man das Grau vom Gestein erkennen konnte.

Die „Kirschblüten“ aus meinem Traum, schnell in ArtRage dargestellt.

Ich entschuldigte mich bei meinen Begleitern, verließ den Tisch und ging zu den Bergen. Als ich dort war, konnte ich sehen, dass die merkwürdige Farbe von den Kirschblüten stammte. Aber irgendwie sahen sie ganz anders als in meinem Gedächtnis aus. Es waren keine Kirschbäume, sondern kurze Pflanzen mit nur einem Stiel, aus dem viele pinke Blätter wuchsen.

Ich ging zurück zum Tisch und sagte dem Ehemann, er sollte mit mir die Kirschblüten sehen kommen, sie wären so schön und er hätte sie bestimmt noch nie gesehen.

Wir verließen unsere japanische Begleiterin und gingen durch die Stadt. An einem Platz stand ein großer Kirschbaum mit vielen Menschen in weißen Gewändern. Auf einmal setzten sich all diese Leute hin. Eine Zeremonie sollte statt finden. Ich versuchte, Fotos zu machen, aber ständig liefen mir Leute vor der Kamera. Eine Gruppe Polizisten, Touristen… Die Kirschblüten wurden immer weniger zu sehen.

07:00 weckt mich der Ehemann, als er zum Badezimmer geht.


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Mit dem Auto unterwegs

Der Ehemann hatte mich mit dem neuen Auto[1] zu einem großen, fast leeren Parkplatz gebracht, und war dann zu Fuß verschwunden.

Ich blieb im Auto auf dem Parkplatz. Ich war aber noch verschnupft und die Taschentücher wurden viel. Ich habe sie gesammelt und bin aus dem Auto ausgestiegen, um sie weg zu werfen.

Einen Mülleimer konnte ich erst am Eingang vom Parkplatz finden. Direkt davor stand ein junger Mann. Er hatte eine komische Haltung, mit dem Kopf nach unten und geschlossenen Augen, als ob er schlafen würde. Er reagierte nicht, als ich näher kam. Ich musste ihn schubsen, um an den Mülleimer ran zu kommen. Er ist gefallen, hat mich dann erst gemerkt und ist weg gelaufen.

Auf dem Weg zurück zum Auto[2] ist mir dann aufgefallen, wie viele Mülleimer es doch gab. Fast hinter jedem Auto. Wie konnte ich sie übersehen haben?

Der Ehemann war immer noch nicht zurück und ich habe beschlossen, selber mit dem Auto nach Hause zu fahren.

Erstmal raus aus dem Parkplatz. Erstmal zum Fahrersitz wechseln, vom Beifahrersitz aus lässt sich das Auto nicht so gut steuern. Ich halte also das Auto an. Wo ist denn die Handbremse? Ein anderer Fahrer hupt mich an. Er ist sauer, weil er dachte, er könnte schnell in meiner Lücke parken, und es dauert doch länger. Soll er hupen.

Der Parkplatz ist inzwischen richtig voll geworden. Beim Aussteigen aus dem Beifahrersitz stört mich die offene Tür des benachbarten Autos, die sich im Öffnungswinkel von meiner weiter geöffneten Tür befindet. Diese physikalische Unmöglichkeit beachte ich nicht. Ich passe bloß auf, beim Aussteigen das andere Auto nicht zu beschädigen.

Endlich hinter dem Lenkrad. Wohin jetzt? Ich weiß nicht mal wo ich bin. Ich schaue auf dem Navi. Wenn ich Lochham finde, kann ich weiter nach Hause fahren. Lochham glaube ich auf der Karte zu finden, aber der Name ist komisch geschrieben.

Ich fahre los und komme ziemlich schnell nach einem Kreisverkehr zu einer Autobahneinfahrt. Ich muss beschleunigen und will vorher links hinter mir schauen, ob jemand kommt. Es klappt aber nicht. Ich kann den Kopf nicht drehen und das Auto fährt zu schnell. Ich komme ohne Krach auf die Autobahn.

Die Fahrt ist stressig. Ich muss aufpassen, dass ich schnell genug bin. Meiner Meinung nach bin ich schon ganz flott unterwegs, aber der Tacho zeigt nur 50km/h. Ich muss schneller fahren. In dem Moment fängt es aber an, vor mir zu stauen. Ich muss bremsen. Das Auto kann ich nicht so gut kontrollieren und beinahe wäre ich in das Auto vor mir rein gefahren, wäre es nicht im letzten Moment vorwärts gekommen.

Ich komme zu Hause an. Ich parke einfach so mitten im Garten von der Villa meiner Eltern[3,4]. Dort stehen sonst viele Autos rum. Ich ziehe mich schnell um und gehe rein. Der Ehemann sitzt mit meinen Verwandten am Tisch.

Wir gehen in den Garten raus, um das Auto nach der langen Fahrt zu prüfen. Kein Kratzer, aber das Nummernschild vorne ist entzwei. Man kann beide Seiten wieder zusammen fügen, das Schild hängt ja nur mit einem Magnet, aber beim Fahren würden beide Seiten wieder auseinander gedrückt werden. Es muss schon beim Kauf kaputt gewesen sein. Man könnte auch das Schild komplett abmachen, darunter ist auch eine Nummer, aber eine andere, in einem komischen Format.

Kurz nach fünf wache ich auf. Alleine im Bett, denn der Ehemann schläft momentan im Gästezimmer oben, bis es mir besser geht. Scheinbar ist das Fieber endlich vorbei. Ach, das dachte ich gestern schon.

[1] Neu gekauft, aber der Ehemann muss es noch abholen und ich habe es selber noch gar nicht gesehen.

[2] Übrigens von der falschen Farbe.

[3] Ist schon längst verkauft, nachdem sie sich getrennt haben, vor dreizehn Jahren.

[4] In der Provence. Ganz weit weg von Lochham. Ich bin froh, nicht die ganze Fahrt geträumt zu haben.


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Im Auto unterwegs

Ich war zu Hause. In unserer aktuellen Wohnung. Ich bin zum Arbeitszimmer nach oben gegangen. Am linken Fuß von meinem Schreibtisch lag zusammen gerollt eine kleine weiß- und braunhaarige Katze. Ich ging zu ihr. Sie traute mir scheinbar nicht ganz. Wir haben uns im Flur vor dem Arbeitszimmer hingelegt und geschmust. Ich erzählte ihr von Chipie, die sie nicht gekannt haben konnte.

Szenenwechsel. Ich sitze im Auto mit dem Ehemann. Hinter uns ist Chipie. Wir sind in der Stadt. Das Wetter ist herrlich sonnig. Der Ehemann steigt mitten auf der Straße aus dem Auto aus, um etwas zu erledigen. Ich soll auf ihn warten.

Der Ehemann kommt nicht zurück und ich überlege, ob ich nicht selber weiter fahren soll. So schwer kann es nicht sein. Ich setze mich auf seinen Sessel. Die Ampel ist gerade wieder rot geworden, aber obwohl hinter mir ein Auto steht, beschwert sich noch niemand.

Ich stehe auf der linken Spur und blinke, um in die kleine Straße links abzubiegen. Die Kurve ist scharf, aber ich schaffe es. Ich fahre die Straße runter, die immer enger wird. Sie wird nicht mehr asphaltiert, Fußgänger und Fahrradfahrer sind unterwegs.

Ich komme zu einem großen grünen Fleck hinter einem mir bekannten Gebäude, das in der Nähe von unserer Wohnung stehen soll. Es ist schwer, weiter voran zu fahren. Ich trete, denn das Auto hat sich in ein Fahrrad, von der selben Farbe, verwandelt. Ein schweres Fahrrad. Es ist immerhin ein altes Diesel-Polo. Chipie läuft im Feld neben mir. Ich muss aussteigen und das Fahrrad schieben, ich schaffe es nicht mehr.

Der Ehemann geht aufs Klo. Ich wache auf. Halb sieben.


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Die Beschwörung — Verfolgung

Ich war auf Arbeit. Unweit von unserem Gebäude stand ein Turm. Wir wollten dort mit der Arbeitsgruppe Pause machen und eine Kollegin besuchen. Sie lebte drin und wollte mit uns eine Beschwörung machen[1], um sich selbst in irgendetwas zu verwandeln.

Als wir oben im Turm waren, lag ein Zettel im Vorraum auf dem Boden, auf dem sie geschrieben hatte, sie bäte uns um Verzeihung, aber sie wäre wirklich menschlich und würde erst in zehn Minuten ihre ursprüngliche Form wieder erlangen. In dem runden Beschwörungsraum nebenan fingen meine Kollegen an, sich im Kreis zu sortieren. Auf dem Boden waren Markierungen, um zu zeigen, wo wir zu stehen hatten.

Ich hatte große Zweifeln, ob wir es wirklich durchziehen sollten. Es war gruselig und könnte schief gehen. Ich wollte damit nichts zu tun haben und während alle noch mit sich selbst beschäftigt waren, bin ich geflohen.

Nach einer längeren Pause bin ich zum Büro zurück gekehrt. Ute saß schon an ihrem Schreibtisch, als ob nichts geschehen wäre. Ich fühlte mich unwohl und beschloss, mir erstmal die Haare zu waschen. Im Büro verteilte ich mir Shampoo in die Haare und massierte alles schäumig. Um sie zu spülen, ging ich zum Waschbecken in die Toilette. Der Hahn war leider zu tief und am Boden vom Waschbecken lagen Essensreste, wie glasierte Zwiebelstücke. Ich wollte mir die Haare nicht dort spülen und ging zur Küche, wo ich ewig warten musste, weil Kollegen am Becken beschäftigt waren.

Ich ging wieder raus, um mir die Haare woanders zu spülen, und bemerkte bewaffnete Männer, die die Flure nach mir durchsuchten[2]. Ich musste mich versteckten, aber wohin? Auf dem Weg zum Ausgang auf der Etage traf ich Björn[3], einen ehemaligen Arbeitskollegen, der jetzt in einer Schule arbeitet. Er meinte, er hätte mit meinem Chef geredet und wir müssten zusammen Klausuren korrigieren[4], wie Björn mit mir schon diskutiert hatte. Ich konnte mich daran gar nicht erinnern und außerdem, die bewaffneten Typen liefen mir immer noch hinterher. Wir sind nach draußen gelaufen.

Am nächsten Tag suchten die Männer immer noch nach mir. Es waren viele und es war kein Leichtes, mich ungemerkt ins Gebäude zu schleichen. Beim Feierabend haben wir mit Kollegen auf der Wiese gelegen und Bier getrunken, hinter einem Hügelchen am Sportplatz versteckt. Die Männer suchten immer noch nach mir, aber sie wechselten sich ab und einige wussten nicht, wie ich aussah. Ein dieser Mann ist mir sogar über den Weg gelaufen, als ich aus der Toilette kam, und hat mich nicht erkannt. Ich konnte weg gehen, ohne dass er mir folgte.

[1] Den Film Conjuring haben wir diese Woche gesehen.

[2] Wir haben gestern Fallout geguckt.

[3] Björn hat mir gestern frohe Weihnachtswünsche per WhatsApp geschickt.

[4] Das haben wir in der Tat früher häufig zusammen gemacht.


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Familienspaziergang

Ich war mit meiner Mutter, meiner Schwester, derem Freund und ihrem Sohn unterwegs.

Wir wollten in einem Restaurant in einem Nachbardorf essen, aber wir hatten kein Auto und mussten zu Fuß gehen. Wir gingen eine Straße hoch. Für den Neffe war es hart und ich habe versucht, ihn zu tragen, aber mit seinen fünfzehn Kilogrammen war es mir zu viel. Wir gingen weiter und ich fragte mich, warum wir kein Auto gemietet hatten. Mit ÖPNV ist bei uns nicht zu denken, aber ein Auto, das hätte ich uns gegönnt.

Am Rand der Straße links von uns lag ein wunderschöner Waran, mit knallen blauen und grünen Farben. Wir haben ihn zuerst nur beobachtet. Als wir ihn überholt haben, ist er zu mir gekommen. Ich habe meine Hand gestreckt, und er hat mich ganz stark gebissen, bevor er in die Böschung rechts von der Straße verschwunden ist.

Wir sind in Fox-Amphoux angekommen. Unser Ziel war aber Aiguines[1]. Ach, was soll’s, hier war es ganz schön[2]. Wir haben die wunderschöne Häuser betrachtet, die sich am Hang von einem Berg erstreckten, und danach beschloßen, zurück nach Hause zu gehen.

Einfach den Weg zurück, dachten wir zuerst. Ich habe auf meiner Navi-App geschaut und gesehen, dass wir auch eine Schleife machen könnten, um den Spaziergang zu verlängern. Aber irgendwie konnte ich unser Dorf auf der Karte nicht erkennen. Es war schon dunkel und ich war alleine, ohne gemerkt zu haben, wann und wohin meine Begleiter gegangen waren. Nochmal aufs Handy geschaut: Da war doch die Straße, die hoch zur Schule ging… Also los.

Es ist hell und schön sonnig, als ich fast zur Straße meiner Mami ankomme. Eine Frau auf einem Mofa grüßt mich, als sie an mich vorbei fährt. Ich glaube, die Freundin von meinem Bruder zu erkennen, aber dann doch nicht, ob sie nicht doch eine ehemalige Freundin aus der Schulzeit ist?

[1] Ganz schön weit auseinander, ich hätte es nie im wahren Leben zu Fuß versucht, nur um essen zu gehen.

[2] Ich war auch nur ganz wenig in Fox-Amphoux in meiner Kindheit, ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wie es dort aussieht.


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Sonntagsträume

Nachdem ich heute früh kurz vor sechs aufgewacht bin, anderthalb Stunde ohne Erfolg versucht habe wieder einzuschlafen, um dann um halb acht Semmel bei der Bäckerei zu holen, als sie gerade geöffnet hat, mir diverse Videos angeschaut habe, bis der Ehemann aufgestanden ist, und mit ihm gefrühstückt habe, habe ich mich auf der Couch hingelegt. Und diesmal konnte ich endlich schlafen. Es gab Träume. Ich habe mich lange nicht mehr an Träume erinnert, aber wenn ich morgens länger schlafe, merke ich sie mir. Heute waren sie wirr. Ich habe nur noch Brocken in Erinnerung. Vor allem diesen hier.

Ich sitze in der U-Bahn. Ich glaube, ich bin in Berlin. Auf der Schiene links neben uns spielen vier Kinder. Zwei Mädchen und zwei Jungen. Es ist gefährlich. Gerade als ich schaue, kommt eine Bahn in die entgegengesetzte Richtung an. Die zwei Jungs springen zum Gleis hoch. Die zwei Mädchen leider nicht. Sie haben nichts bemerkt. Der Zug fährt mit voller Geschwindigkeit gegen sie und kommt erst weiter zum Stehen. Die Schiene neben mir ist wieder frei. Der Ehemann setzt sich neben mir, er hat nichts mitgekommen. Kurz bevor wir fahren, schaue ich zu den Schienen hinter mir. Ich sehe einen kleinen blutigen abgetrennten Kopf liegen. Wir fahren los. Ich will dem Ehemann das Geschehene erzählen, aber ich denke, es würde ihn traumatisieren. Ich sage doch besser nichts. Später diskutiere ich mit anderen Leuten. Die Geschichte will mir nicht aus dem Kopf und ich versuche, ihnen den Unfall zu schildern. Beim Erzählen bleiben mir die Wörter in der Kehle stecken und ich fange an zu schluchzen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die Flucht

Wir waren unterirdisch gefangen. Von wem und zu welchem Zweck, weiß ich nicht.

Eine Frau, die eine Massenflucht organisiert hat, bringt mich zu einem Loch im Boden. Der Boden besteht aus Erde. Der Raum, wo wir gefangen sind, ist hell mit orangefarbenem Licht beleuchtet. Das Loch ist sehr eng, seine Wände sind aber sehr rau und bieten viele Möglichkeiten an, um Halt zu finden. Ohne es mir erklären zu lassen, schlupfe ich als Erste in das Loch und fange an, herunter zu klettern. Ich trage ein langes, enges Abendkleid und feine Schuhe mit kleinen, dünnen Absätzen. Trotzdem kann ich sehr gut die Wand herunter klettern. Andere Flüchtlinge folgen mir.

Unten angekommen, stehen wir in einem kleinen Raum mit niedriger Decke. Wir müssen auf allen Vieren unter die Wand kriechen, um weiter zu kommen. Die Wand kommt nicht ganz bis zum Boden. Ich erkundige den engen Zwischenraum. Was ich sehe: Der ganze Raum hinter der Wand ist voll mit Spiegeln umrandet, es gibt keine Fluchtmöglichkeit. Wir klettern wieder hoch aus dem Loch und kommen zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Unsere Anführerin hat einen Plan B. Scheinbar hat sie eine Art Karte gefunden. Sie geht in eine Richtung und zählt ihre Schritte, indem sie ein Gedicht langsam rezitiert. Genau am Ende des Gedichtes stoßt sie mit ihren Schuhen gegen eine Spalte unter einer Wand. Die Wand ist die versteckte Tür eines Aufzuges. Die Tür geht auf, sobald ihre Füße in Kontakt zur Spalte kommen. Wir steigen ein. Jemand drückt den Knopf und wir schießen nach oben. Niemand hat bis jetzt unsere Flucht entdeckt.

Oben angekommen. Der Ehemann (der bisher nicht Teil vom Traum war) und ich stehen auf einem fliegenden, automatisierten Schiebewagen, der Bücher zu einer bestimmten Person bringen soll. Wir haben Angst, hier entdeckt zu werden. Wir fliegen an einem Gebäude vorbei. Es scheint mir eine Universität zu sein. Wir fliegen oberhalb von einem hübsch gepflegtem Garten mit Palmen. Es ist Nacht. Eine Person geht unter uns und beachtet uns nicht. Wir kommen zu einem Fenster, jedoch ist dort niemand, um aufzumachen. Der Wagen macht die Kurve linksrum um das Gebäude.

Wir sind plötzlich in einer Gastronomie-Straße. Links am Gebäude sind Buden, rechts auf dem Bürgersteig sind Tische mit Gästen, die am Essen sind. Es gibt drei Buden. An der Theke der Dritte steht ein grüner Dinosaurier, der Burger verkäuft. Sein Maul ist ganz auf und lang wie das eines Krokodils. Ich habe keine Lust auf einen Burger. „Und wer soll dann die Pommes essen?“, fragt der Ehemann vorwurfsvoll. Ich nicht. Seine Pommes sehen sowieso mehr wie vertrocknete Apfelringe aus. Wir laufen zurück zur ersten Bude. Der fliegende Wagen mit den Büchern, auf dem wir bisher standen, ist auf unerklärlicherweise verschwunden.

Auf einmal sehen wir: Es brennt gewaltig! Aus der Richtung von unserer Flucht tanzen die Flammen und bewegen sich schnell zu uns. Wir laufen wieder am Dinosaurier vorbei. Wir laufen über die Straße. Ich mache einen leichten Umweg, um mein Joghurtbecher in einen Mülleimer zu werfen. Einer Frau, die uns entgegen kommt, rufen wir: „Feuer! Feuer! Fire!“ Sie reagiert nicht und geht weiter. Das Feuer hinter uns läuft immer noch lavaartig in unsere Richtung. Wir laufen, so schnell wir können. Und tatsächlich gewinnen wir Abstand. Als wir um die Ecke von einem Gebäude laufen, ist nichts mehr vom Feuer zu merken.

Ich wache auf. 00:45.


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Traum am Samstagvormittag

Es war ein sonniger Vormittag. Der Ehemann und ich haben beschlossen, bei einer uns noch unbekannten kleinen Bäckerei zu frühstücken. Als wir ankamen, war aber niemand hinter der Theke. Außer uns war überhaupt niemand im Laden. Wir haben gestanden und gewartet, bis eine andere Kundin herein kam und den Ehemann grob schubste, um sich vorzudrängeln. Ich habe protestiert, aber die Frau hat es einfach ignoriert und sich noch ungefragt zu uns hingesessen, als das Warten zu lange wurde, obwohl andere Tische frei waren.

Wir saßen zu zweit an einem Holztisch in einem kleinen Biergarten. Es war sonnig. Der Ehemann wollte zur Toilette und meinte, er würde sich auf dem Weg dahin noch ein Bier bestellen. Bevor er zurück kam, brachte ein Kellner eine Cranberry-Schorle zu unserem Tisch. „Mein Mann wollte doch ein Bier“, sagte ich. „Bier haben wir leider nicht mehr“, antwortete der Kellner. Als er weg ging, kamen neue Leute an, die sich an einen Nachbartisch hinsetzen wollten. Der Kellner sagte ihnen, sie müssten weg von hier, weil es zu viele Gäste gäbe, er käme nicht mehr dazu, sie alle zu bedienen. Die Leute haben den Biergarten beleidigt verlassen. Der Ehemann kam zurück und wunderte sich über die Schorle. Die wollte er nicht haben. Bevor wir gingen, sollte ich doch zur Toilette, meinte er, es wäre hübsch angerichtet. Ich ging, konnte die richtige Tür hinter der Bar aber nicht finden. Es gab viele ganz kleine Türe, durch die eine erwachsene Person unmöglich gehen konnte. Als ich die paar Stufen runter zur Bar ging, um zurück nach draußen zu gehen, bin ich ausgerutscht. Statt aber auf dem Rücken zu landen, habe ich angefangen in der Luft zu schweben. Wie geil ist das denn?

Ich bin aufgewacht. Menno, gerade als es interessant wurde! Der Ehemann lag wach neben mir und ich habe ihm meinen Traum erzählt.

Wir gingen eine Straße entlang in der Stadt. Wir waren gerade bei einer Tram-Haltestelle. Rechts Schienen, links Schienen. Vereinzelte Autos fuhren an uns vorbei. Es war ein sehr ruhiger Sommertag. Die Sonne schien, der Himmel war blau. Auf einmal sah ich einen riesigen Greifvogel weit über uns kreisen. Ich zeigte ihn dem Ehemann, der mit seiner Kamera begeistert anfing, wild zu fotografieren. Als der Vogel näher kam, wurde er größer und größer. Er landete hinter der Haltestelle und als seine Flügel noch breit gestreckt waren, konnte ich sehen, dass seine ganze Brust voll mit Krallen bedeckt war. Der Vogel stand da, fast ganz schwarz, und war so groß wie ein Mann. Mir wurde es zu unheimlich und ich lief davon, während der Ehemann noch fotografierte.

Ich ging die Straße weiter hoch, als eine große Katze mich überholte. „Och, Katze, süß“, dachte ich zuerst, bevor ich merkte, dass sie völlig aufgeregt war. Sie fauchte und grollte, was das Zeug hielt, und rannte weiter weg. Ich folgte ihr und kam zu drei anderen kampfbereiten großen Katzen, zu denen die, die mich überholt hatte, sich zugesellte. Vorsichtshalber bin ich zur anderen Straßenseite gegangen. So ein Verhalten kannte ich bei Katzen nicht. Mehr und mehr Katzen kamen an und plötzlich war ein großer, schwarzer und beängstigter Hund von den Bestien umzingelt, die ihn am Kragen packten und zur Straße zogen. Armer Hund.

Weiter bin ich gegangen. Der Ehemann kam zu mir und ich musste ihm das Geschehen mit den Katzen und dem Hund erzählen, weil er nichts davon mitbekommen hatte. Manchmal denke ich, er geht wie ein Blinder durch die Welt. Wir sind links zu einer Treppe gekommen, wo viele andere Leute waren. Unsere Gäste. Wir hatten sie zur Einweihung unserer Wohnung eingeladen. Als wir in die Wohnung rein kamen (die ich sonst im Leben gar nicht kenne), habe ich ganz schnell aufgeräumt und die Türe von Schränken geschlossen, die auf Kopfhöhe halb offen waren. Das sah so unordentlich und gefährlich aus! Die Gäste sind herein gekommen, und da wir nicht genug Platz auf der Garderobe hatten, haben sie die Schränke wieder geöffnet, um ihre Jacken an den Türen zu hängen. Einige sind sofort zur Toilette am Ende von Gang hinter mir gelaufen. Ich wollte auch hin und dachte, wie gut, dass wir eine zweite Toilette neben der Eingangstür haben. Aber dorthin wollte ebenfalls der Schwiegervater, der zu den Gästen zählte.

Das Telefon vom Ehemann hat uns vom Schlaf gerissen. Elf Uhr morgens. Unglaublich, wie lange ich geschlafen habe. Das passiert mir sonst nie.


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UFO-Bruchlandung

Ich war in London unterwegs. Zu Fuß. Das Wetter war toll: Sonne und blauer Himmel. Ich ging an einem großen Garten vorbei. Am Himmel war was zu sehen. Ich dachte zuerst, ein Flugzeug würde ungewöhnlich ganz nah über die Stadt fliegen. Kein Flugzeug war das, sondern ein Schiff. Ein Riesending. Es sah zuerst aus, als ob es ganz tief über den Garten und mich fliegen würde, aber plötzlich kippte es und fiel runter. Ich habe mich zum Boden geworfen, mit der kleiner Hecke vom Garten als einziger Schutz. Blöd. Ich hätte zurück laufen und mich hinter dem großen Gebäude stellen müssen, habe ich dann gedacht, als die riesige Staubwolken mit der Schockwelle zu mir kamen.

Nach der Bruchlandung bin ich ohne Kratzer aufgestanden und habe mich um mich geschaut. Totale Zerstörung. Viele Gebäude standen nicht mehr oder waren extrem beschädigt. Einige Wolkenkratzer standen doch, und das Schiff, das mit der Nase im Boden stecke, war fast genau so hoch wie sie. Ob jetzt Außerirdische heraus strömen würden? Nichts derart geschah. Es war einfach still. Ich bin weiter gegangen.

Wo war denn der Ehemann? Wir waren noch vor meinem Spaziergang zusammen, und ich hatte ihn gehetzt, damit er zum Flughafen geht, weil er sonst seinen Flug zurück nach Berlin verpassen würde. Seitdem hatte ich nichts von ihm gehört. Nachrichten geschickt, keine Antwort.

Wie auch immer, bin ich in die Wohnung von einem älteren Paar gekommen. Die Leute kannte ich nicht, aber ihr Haus stand noch. Sie wohnten ganz oben im vierten Stock. Was war los gewesen, fragte die Frau. Ein Erdbeben? Sie hätten sich gerade das Haus gekauft, ihr Pech, wenn es gleich zerstört wird. Nein, kein Erdbeben, ein UFO hatte einen Unfall, habe ich ihr erklärt. Sie glaubte es mir nicht. Ich sagte, wir könnten ihre Straße runter gehen, von dort würde man noch das Schiff sehen können. Während sie sich fertig machte, um raus zu gehen, kritzelte ich ins Telefonbuch. Als wir raus wollten, musste ich feststellen, dass ich doch nichts anzuziehen hatte. Wo war meine Sporttasche? Durch die Aufregung hatte ich sie verloren. Ich trug nur mein langes weißes T-Shirt zum schlafen, mehr nicht, und mein Po würde man sehen. Egal, es waren außergewöhnliche Umstände. Wir sind die Straße runter gegangen, aber vom Schiff war nur noch ein bisschen zu sehen.


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