Cookie- und Privatsphäre-Einstellungen

Wie Webseiten ihre Besucher hinters Licht führen.

Am Beispiel von WetterOnline[1], eine von vielen Webseiten, die diesen fiesen Trick anwenden. Weil ich dort gerade mal wieder aufgefordert wurde, die Cookies-Häkchen zu setzen, und es hat mich daran erinnert, dass ich lange darüber geschrieben haben wollte. Es hätte genau so gut eine andere Webseite treffen können. Chip[1] zum Beispiel.

Unten links, die Cookies-Begrüßungsseite von WetterOnline[2]. Ich besuche die Webseite ab und zu und speichere meine Präferenzen, aber irgendwie muss ich es immer wieder erneut tun. Man bemerke, wie der „Akzeptieren“-Knopf so prominent hervorgehoben wird, und der „Einstellungen“-Knopf direkt drunter mit der Farbeinstellung fast unsichtbar ist. Ich klicke trotzdem auf „Einstellungen“ und lande zur zweiten Seite unten mittig. Hier ist wieder ein krasser Sichtbarkeitskontrast zugunsten vom „Alles akzeptieren“-Knopf zu sehen. Die Standardeinstellung sind immerhin gemäß DSVGO richtig auf „Ablehnen“ gesetzt. Scrollt man aber in dieser Seite runter, merkt man weitere Einstellungen, deren Werte nicht sichtbar sind, sondern sich hinter einem Link namens „Einstellungen anpassen“ verbergen. Diese Einstellungen betreffen „einige Anbieter auf Basis von berechtigtem Interesse, ohne Ihre Zustimmung“. Ja, richtig gelesen. Folgt man diesem Link, kommt man zu einer dritten Seite, unten rechts, wo alles, was man in der vorherigen Seite geglaubt hatte abzulehnen, mit nur einem Klick aktiviert werden kann. Spoiler: Für Erstbesucher dieser Seite ist diese Einstellung standardmäßig aktiviert. Bei mir unten rechts steht es nur deaktiviert, weil ich die Webseite nicht zum ersten Mal benutze und sie sich meine Auswahl gemerkt hat.

Ich nenne diese Art Seiten „versteckte Einstellungen“, obwohl sie unter einem Link zu finden sind, weil ich nicht glaube, dass viele Leute damit rechnen, dass noch woanders weitere Einstellungen gesetzt werden, oder sich die Mühe geben, alles durchzulesen. Selber Schuld, kann man sagen, aber hinter der Vorgehensweise steckt schon Absicht. Es ist wie das Kleingedruckte in Verträgen.

Dieses berechtigte Interesse scheint ein Schlupfloch in der DSGVO zu sein, das sich nahezu jede Webseite zunutze gemacht hat. Bei vielen Webseiten steht an der Stelle, dass es sich um Benutzung durch Anbieter außerhalb des IAB-Standards handelt. Die Formulierung variiert. Unten das Beispiel von der oben genannten Webseite von Chip, die ich kaum benutze. Hier wird wenigstens der „Einstellungen“-Knopf nicht so perfide versteckt, aber bei den erweiterten Einstellungen ist erstmal alles erlaubt. Vielleicht sollte man sich als Besucher glücklich schätzen, dass die Möglichkeit der Ablehnung überhaupt angeboten wird.

Ach so, fast hätte ich vergessen zu gucken, wie das Wetter aktuell bei mir ist. Schön sonnig, das sehe ich ja aus dem Fenster. Knapp zwei Grad. Mache ich doch einen kurzen Spaziergang in der Mittagspause? Ach nee, keine Zeit mehr, den Beitrag zu verfassen hat zu lange gedauert.

[1] Wohl unbezahlte Werbung, da Namensnennung und Verlinkung.

[2] Ich zeige Screenshots von den Webseiten, wie sie am Bildschirm von einem Rechner erscheinen. Über die Darstellung auf Mobiltelefonen rede ich gar nicht. Es ist eigentlich noch schlimmer, auf dem Handy. Es ist immer genau dann wenn man denkt, jetzt ist es sicher, weiter zu scrollen, um den „Einstellungen“-Knopf zu suchen, dass ein zusätzliches Element der Seite lädt und man plötzlich aufs Versehen auf „Akzeptieren“ klickt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Kein Internet

Ich wollte heute über das Wochenende schreiben. Das könnte ich machen, es würde nur viel länger als sonst dauern, die Fotos von der Kamera zum Tablet zu kopieren, auf dem kleinen Tablet mit Gimp zu bearbeiten und hochzuladen. Mein Tablet ist lahm und der Akku hält nicht mehr, und meine Internetverbindung ist heute miserabel.

Normalerweise würde ich das alles mit meinem Rechner machen. Der funktioniert, hat aber keine WLAN Karte. Genau das ist das Problem, wir haben seit gestern kein Internet aus dem Festnetz. Ich bin mal wieder darauf angewiesen, mein Handy als Hotspot zu nutzen, und der Empfang ist hier, zwanzig Kilometer von München entfernt, immer noch alles andere als zufriedenstellend.

Nachdem wir gestern Nachmittag zu Hause ankommen, schmeiße ich mich und meine müden Beine auf die Couch und schaue, ob ich in der ARD[1]-Mediathek eine bestimmte Sendung nachholen könnte. Es geht nicht, der Fernseher meint, er hätte keine Verbindung zum Internet. Beim Prüfen vom Router stelle ich fest, den Stecker hatte der Ehemann vor der Abreise am Freitag raus gezogen. Ich hatte den ganzen Tag problemlos arbeiten können und danach selber den Stecker für meine Rechner im Arbeitszimmer gezogen, als alles heruntergefahren war, das überrascht mich also nicht. Stecker wieder rein und Router anschalten. Komisch, dass er nicht blinkt, wie ich es gewohnt bin. Nach zehn Minuten ohne Internet wird der Ehemann um Rat gefragt. Er startet den Router neu und nach einer Viertelstunde tut sich immer noch nichts. Die Lichter blinken nicht wie sonst. Nicht mal die WLAN-Funktion läuft und das Heimnetzwerk funktioniert nicht. Er macht einen harten Reset vom Router, es hilft auch nicht. Der Tee, den ich mir zum Entspannen vor dem Fernseher vorbereitet hatte, wird kalt.

Der Ehemann ruft die Hotline von Vodafone[1] an, es ist ja sein Vertrag. Es hätte am Wochenende in der Gegend ein großes Gewitter gegeben und sie hätten momentan flächendeckend Verbindungsprobleme, hat er erzählt bekommen. Das erklärt nicht, warum der Router streikt. Da der Stecker übers Wochenende rausgezogen war, kann er nicht unter Überspannung gelitten haben. Wir bekommen beide aufs Handy mehr Datenvolumen, um von zu Hause aus arbeiten zu können, und heute sollte jemand schauen, was das Problem ist. Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird[2], bis ich wieder normal arbeiten kann. Ich brauche heute über zehn Minuten um Daten aus der Arbeit herunterzuladen, die normalerweise keine Minute brauchen. Hochladen wird viel langsamer sein.

Wir hatten schon länger Probleme mit der Internetverbindung zu Hause, wie ich letztes Jahr schrieb. Ich musste häufig den Router neu starten, weil die Verbindung ständig abbrach. Im Januar hatten wir auf einmal gar kein Internet mehr und da musste die Person an der Hotline einsehen, dass der Router endgültig den Geist aufgegeben hatte. Wir hatten einen Neuen geschickt bekommen, der bis Freitag einwandfrei lief. Es kann doch nicht sein, dass er kein halbes Jahr hält.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.

[2] Nachtrag vom 23.09.2021: Sechs Tage, aber Vodafone ist nicht schuld, oder nur, weil der neue Router über DHL[1] geschickt wurde, und die Postbote sich scheinbar nicht mehr die Mühe machen, bei den Empfängern zu klingen. Ich arbeite immer noch zu Hause und war sehr überrascht, dass der Ehemann am Donnerstagabend mit dem Abholzettel aus dem Briefkasten ankam. Um die Uhrzeit, die drauf stand, hatte ich gerade ein Meeting fertig bekommen und ich hätte die Klingel definitiv mitbekommen, sie ist so laut, die überhört man in der Wohnung nicht. Am Freitag passte es zeitlich nicht, daher konnten wir den Router erst am Samstag anschließen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Endlich Festnetz!

Die Zeiten des Leidens sind vorbei! Tschüß, Hotspot vom Handy mit miesem Empfang und begrenztem Datenvolumen!

Der Ehemann hat bei unserem Anbieter die Freischaltung in der neuen Wohnung beantragt. Der Router ist vorgestern angekommen, als ich auf Arbeit war. Gestern hatte ich keine Zeit und konnte ihn erst heute bei der Post holen. Der Vertrag bei Vodafone ist auf dem Namen vom Ehemann und ich hätte beinahe das Päckchen nicht abholen können, weil er noch nicht eingezogen ist und ich keine Vollmacht von ihm habe. Die Frau am Schalter war zum Glück so lieb, sonst wäre ich immer noch so eingeschränkt.

Heute Abend konnte ich den Router anschließen, nachdem ich ganz eigenständig eine Steckdose umschrauben musste, und schon kommt Internet aus der Steckdose! Besser kann’s gar nicht gehen. Ich weiß noch, was für ein Akt es war, entweder bei der Telekom oder bei O2, bis alles einwandfrei funktioniert hatte. Tage hatte es gedauert. Vodafone hat’s viel besser im Griff.

Was jetzt noch fehlt ist unser großer Umzug. Den Termin haben wir jetzt, in drei Wochen. Das Pendeln hört also ziemlich bald auf.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Datenschutz-Grundverordnung

Kurz: DSGVO. Hat mittlerweile bestimmt jeder im Bloggerland schon mal gehört.

Bei mir hat es angefangen, als ich vor etwa zwei Monaten die ersten Ankündigungen zum Schließen von Blogs gelesen habe (wenn sie nicht ins private Modus gewechselt sind). „Es muss etwas Österreichisches sein“, habe ich zuerst gedacht, denn die ersten Blogs, denen ich folge und die das Thema ansprachen, aus Österreich kamen. Als die Deutschen auch darüber anfingen zu schreiben, habe ich gegoogelt. Besorgte Leser, die ihre Privatsphäre besser schützen wollen, können stattdessen startpagen. Es klingt nur noch recht gewöhnungsbedürftig.

Was ich aus meiner Leserei gelernt habe:

  1. Bin ich froh, keine Juristin zu sein!
  2. Eine Datenschutzerklärung muss spätestens jetzt sein. Getan. Obwohl ich diesen Blog nicht selber hoste und keinen Einfluss auf die erhobenen Daten habe. Aber das erkläre ich ja.
  3. Du darfst keine elektronische Newsletter ohne ausdrückliche Einwilligung der Empfänger schicken. Neu kommt es mir nicht vor. Und das tue ich eh nicht.

Letzteres hat der Unterwäschehändler Mey offensichtlich nicht verstanden. Ich habe beim Onlineshop von Mey am 12.12.2016 Unterwäsche gekauft. Ursprünglich hatte ich diese in einem Laden[1] in meinem Kiez bestellt, und als es nach zwei Monaten hieß, die Ware könnte nicht geliefert werden, habe ich im Laden storniert und mich direkt an Mey gewandt. Ware bekommen, Kundin zufrieden. Und danach: Anderthalb Jahre Funkstille! Keine Newsletter, rein gar nichts! Klar, ich habe auch nichts eingewilligt. Ich achte immer peinlich darauf, bei jeder Anmeldung oder Bestellung alle kleine Häkchen zu prüfen, um meine Mailbox nicht mit Müll befüllt zu bekommen oder keine Versicherung an der Backe zu haben.

Recht überrascht war ich also, am 12. Mai dieses Jahres eine Email von Mey zu bekommen. „Wir vermissen Sie, Liebe Frau Kundin: 20€ extra für Ihren nächsten Einkauf im Mey Onlineshop!“ Meine erste Reaktion: „Häh? Wer ist Mey?“ Es war schon länger her. Ich habe die Email direkt gelöscht (und gerade jetzt im Mülleimer von GMail wieder gefunden). Es war erst der Anfang: Am 27. Mai, zwei Tage nach dem Inkrafttreten der DSGVO, kam eine neue Email von Mey: „Night2Day: sommerlich leicht aus Baumwolle und Leinen“. Und am 03. Juni, also gestern: „Der Sommer wird weiß – mit den frischen Sommer-Highlights von Mey!“.

Geht’s noch? Nach so langer Zeit Ruhe werde ich plötzlich regelrecht zugespamt? Ich mache also eine Email tatsächlich auf und blättere bis zum Schluss. Da staune ich nicht schlecht:

Diese E-Mail erhalten Sie, da Sie sich in unseren Newsletterverteiler eingetragen haben. Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei. Es entstehen keine höheren Kosten als die nach den Basistarifen. Wenn Sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten wollen, klicken Sie hier: Newsletter abbestellen

Kühne Behauptung! Ich habe mich sicherlich nie in den Verteiler eingetragen. Wenigstens gibt es ein Link zum Abbestellen der Newsletter, die ich nie bestellt habe. „Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei“, schreiben sie. Das will ich doch hoffen. Sonst hätten die echt was von mir gehört. Und was meinen die mit „Basistarifen“? Ich habe doch kein Abo oder sonst was. Ach so, das wird hier erklärt. Das haben die Leute bei Mey wohl einfach so übernommen. Aber das Idiotischste kommt noch, wenn ich dem Link zur Abmeldung folge (Screenshot aus meinem Laptop):

Eine Webseite, in der es von der Adresse aus eindeutig um eine Abmeldung geht, wird von einem Werbebanner für eine Anmeldung zum Newsletter völlig ausgegraut? Das Kreuz zum Schließen vom Werbebanner ist noch so klein, da hat man sich schnell verklickt und das Gegenteil gewirkt von dem, was man ursprünglich vor hatte. Eine Frechheit ist das. Die gute Nachricht: Wird das Fenster vom Internetbrowser nicht mehr maximiert, verschwindet die Aufforderung zum Anmelden.

Und jetzt, mal abwarten. Ich habe keine Bestätigung zur Abmeldung vom Newsletter bekommen. Verdächtig.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Erst prüfen, dann teilen

Das gilt sowohl für Falschmeldungen wie allgemein für Hoaxes. Ein sinnvoller Ratschlag, der von Hoaxbuster (auf Französisch) immer wieder empfohlen wird, und ich wünsche, meine Mami würde sich auch dran halten.

Heute Nachmittag habe ich eine private Nachricht von ihr via Facebook bekommen. Schon ungewöhnlich, vor allem, da wir uns keine Stunde später anrufen wollten. Ob etwas los war?

Nein. In der Nachricht war ein Foto von einem ausgedrucktem Brief, angeblich vom Uniklinikum in Nantes, wo ein Arzt nach einem Spender für eine Einjährige mit Leukämie sucht. Das Foto hatte ich schon ein paar Tage zuvor beim schnellen Durchscrollen bei einer anderen Person bemerkt und sofort ignoriert, denn es ziemlich stark nach einem Hoax roch. Es wundert mich immer wieder, was für ein Müll einige Leute ständig verbreiten, ohne ihre „Fakten“ zu prüfen.

Dass meine eigene Mutter es auch macht, das ist mir jetzt peinlich. Für mich. Weil ich dachte, ich hätte sie schon ausführlich über solche falsche Meldungen aufgeklärt und sie würde nicht reinfallen. Vor allem, da sie sonst nie Falschmeldungen auf Facebook teilt. Kurz habe ich mich gefragt, ob jemand Zugriff auf ihr Konto bekommen hätte. Aber am Telefon sagte sie auf Nachfrage, sie hätte wirklich selber die Nachricht geschickt. Die hätte sie von einer Freundin bekommen und schnell weiter geteilt, weil sie dringend klang, ohne sie überhaupt gründlich gelesen zu haben! Selbst den Text dazu hatte sie pauschal übernommen, wo drin steht, dass es sich um das Kind eines Freundes von ihr handelt! Ist es aber nicht!

In diesem Fall war es auch ganz leicht, die Meldung zu prüfen. Eine Google-Suche mit den Namen vom Klinikum und vom Arzt gab als erstes Ergebnis diese Erklärung vom Klinikum, wo drin steht, dass der Arzt (falls er überhaupt existiert) nie am Klinikum gearbeitet hat, und die angegebene Telefonnummer nicht mal vom Klinikum ist. Der Clou: Die Erklärung ist von 2009! Wenn es nicht genug ist, gibt es auch zahlreiche Pressemeldungen, die von der Rückkehr des Hoaxes letztes und dieses Jahr berichten. Die Dinger sind einfach nicht tot zu kriegen.


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Ein Nokia als WLAN Hotspot nutzen

Mir hat es gereicht, mit dem katastrophalen WLAN vom Hotel. Ich habe heute gelernt, wie ich mein Handy (Nokia Lumia Denim) als Hotspot einrichten kann.

Die Anweisung findet man hier auf Deutsch. Sollte sie verschwinden, kommt jetzt die Zusammenfassung:

  • unter Einstellungen, Internetfreigabe wählen (ich hatte mich immer gefragt, was das ist…),
  • das Stift-Symbol zum Bearbeiten drücken,
  • Hotspot-Name und Passwort eingeben (auf keinen Fall das automatisch generierte Passwort übernehmen, man weiß ja nie…),
  • speichern und Internetfreigabe aktivieren (Regler nach rechts schieben).

Das war’s, man braucht lediglich nur noch am Laptop den neu eingerichteten Hotspot in der Liste der verfügbaren Netzwerke auszuwählen und das Passwort einzugeben. Meine Internetverbindung ist jetzt viel besser als mit diesem dämlichen WLAN vom Hotel, und das mit nur einem Balken für den Netz-Empfang! Und nicht vergessen, nach der Benutzung die Freigabe wieder auszuschalten, es ist keine gute Idee, den Hotspot für alle auf Dauer sichtbar zu lassen…


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Zukunft in Geldwäscherei?

Das wollten mir heute gleich zwei „Arbeitgeber“ anbieten. Ein Traumjob. Stellt euch vor, knapp 4000€ monatlich für 5 Arbeitsstunden pro Woche verdienen, ohne besondere Kenntnisse zu haben… Gibt es wirklich so naive Leute, um drauf rein zu fallen? Ich kann es mir nicht vorstellen, aber lieber zu viel gewarnt. Vorsicht. Geldwäsche ist strafbar.

Merkwürdig fand ich, dass die Emails zu meiner „anonymen“ Adresse geschickt wurden, die ich nie bewusst breit öffentlich in Verbindung mit meiner Identität gebracht habe. Trotzdem bin ich mit Vornamen und Nachnamen adressiert worden. Also, ich habe die Adresse schon benutzt, um auf Ebay[1] und Amazon[1] mit Paypal[1] Transaktionen abzuschließen, das war’s. Mein Paypal-Konto habe ich inzwischen gelöscht, mir war es immer ein bisschen unheimlich. Bei Amazon bin ich noch viel länger nicht mehr Kundin. Mein Konto habe ich ebenfalls löschen lassen. Ich vermute, dass die Daten bei einem Ebay-Händler geklaut wurden.

Die erste Email kam von der „Heinrich GmbH“. Die Email-Adresse, die, wie bei der zweiten Email, eh nicht mit den Absenderadresse übereinstimmt, habe ich ausgeixt.

Sehr geehrte/r ,

unsere Gesellschaft ist ein erfolgreiches, europaweit agierendes Unternehmen und wir suchen im Augenblick motivierte und ehrliche Mitarbeiter zur Vervollständigung unseres Teams in der EU.
Der Lohn beträgt im Schnitt 3800 Euro monatlich bei ca 5 Stunden Arbeit pro Woche.
Der Mitarbeiter hat keine eigenen Ausgaben und muss keine technische Kenntnisse haben. Auch Rentner sind für diese Arbeitstätigkeit geeignet
Ihr Tätigkeitsfeld ist die Prozessoptimierung.
Die Arbeit ist europaweit angeordnet und derzeit noch frei.
Sie kriegen die Überweisung im Voraus, dierekt auf Ihr Konto überwiesen, und müssen für unsere Kunden Bitcoins erwerben, wofür Sie eine Provision von 20 Prozent pro Kauf erhalten.
Sie sollten Zielstrebigkeit zu Ihren Stärken zählen und grundlegende Computer Kenntnisse besitzen. Sicherer Umgang mit Internet sowie telefonische Erreichbarkeit sollten für Sie auch kein Problem sein.
Kontaktaufnahme:

Falls Sie interessiert sind, wollen wir Sie kennenlernen, dazu senden Sie uns Ihre Bewerbung an: Xxxxx.Xxxxxxxx@gmx.com

Ihre persönlichen Unterlagen behandeln wir natürlich vertraulich.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Heinrich GmbH

Die zweite Email, angeblich von einer Firma namens „Lange Vermittlungsagentur“, hat mich noch mehr irritiert, weil sie viele persönliche Informationen enthalten hat. Die allerdings nicht mehr aktuell sind. Die Telefonnummer ist aus meiner Zeit vor Berlin, die schriftliche Adresse ist die meiner vorletzten Wohnung. Dort hatte ich zuletzt etwas auf Ebay bestellt.

Zu Händen von:

Tel.

Email:

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Der Mitarbeiter ist ca. 6 Arbeitsstunden in der Woche beschäftigt und hat keine eigenen Ausgaben.
Auch Berufstätige sind für diese Tätigkeit bestens geeignet, da keine spezielle Kenntnis erwartet wird.

Genauigkeit, Eigenverantwortung und Zielstrebigkeit sollten zu Ihren Fähigkeiten zählen, Umgang mit Email und anfängliche PC Kenntnisse müsste auch keine Schwierigkeiten erstellen. Ständige telefonische Erreichbarkeit ist Pflicht.

Ihre Aufgabe ist die Prozessoptimierung.

Sie bekommen das Geld im Voraus, direkt auf Ihr Konto überwiesen, und müssen für unsere Kunden Bitcoins erwerben, wofür Sie eine Provision von 20 Prozent pro Transaktion erhalten.

Der Auftrag ist Eu-weit angeordnet und derzeit noch frei.

Kontaktaufnahme:

Falls Sie sich angesprochen fühlen, möchten wir Sie kennenlernen, hierfür senden Sie uns Ihre Bewerbung an: xxxxxxxxxxxxx@gmx.com

Ihre persönlichen Daten behandeln wir natürlich vertraulich.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Lange Vermittlungsagentur

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Wenn die Menschheit versucht, sich selbst zu übertreffen…

Oder, um Terry Pratchett in Hogfather zu zitieren:

Real stupidity beats artificial intelligence every time.

In Zeit Online[1] gelesen: Twitter-Nutzer machen Chatbot zur Rassistin.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.


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Eine gefälschte O2 Email?

Oder vielleicht nicht?

Lieber O2 Kunde,

uns fehlen wichtige Informationen. Bitte lesen Sie dazu die beigefügte pdf-Datei.

Hinweise zum PDF-Format:
Zum Lesen, Drucken und/oder Speichern von PDF-Dateien benötigen Sie das Programm Acrobat Reader von Adobe. Sollte der Acrobat Reader noch nicht auf Ihrem Computer installiert sein, können Sie ihn hier kostenlos herunterladen: http://www.adobe.de/products/acrobat/readstep2.html

Noch ein Tipp: Wenn Sie die Datei sofort auf Ihrem Rechner abspeichern möchten, verwenden Sie einfach die rechte Maustaste, wählen „Ziel speichern unter“ und anschließend ein Verzeichnis auf Ihrem Rechner, in dem die Datei abgespeichert werden soll.

Freundliche Grüße

Ihr O2 Team

Die Email ist von dsl-kundenservice@cc.o2online.de geschickt worden. Im Empfang steht „o2 DSL Auftrag: Postretoure (Kundennummer  DEXXXXXXXX)“ und die angegebene Kundennummer ist wirklich meine. Die Ansprache „Lieber O2 Kunde“ löst bei mir aber gleich den Spam-Virus-Phishing-Alarm aus. Und dann habe ich gemerkt, dass alle meine Rechnungen auch auf dieser Weise geschickt werden. Ich habe mich daran gewöhnt und nur bei dieser unüblichen und unerwarteten Email gemerkt, dass es bei O2 völlig unprofessionell gemacht wird. Diese neue Email und die Rechnungsemails haben den gleichen Ursprung: Received: from esifpa01 (unknown [10.242.13.62]) by mailgate03.hansenet.com, so steht’s im Quelltext der Email.

Wahrscheinlich geht’s um meinen DSL Vertrag. Ich habe ihn nicht gekündigt. Tomasz, mein Nachmieter (der auch mein Nachfolger bei der Arbeit ist und mir gegenüber im Büro sitzt) benutzt ihn und überweist mir die Rechnung jeden Monat. Der Vertrag läuft eh nur noch bis Juni. Seit einigen Wochen will O2 mich dazu bringen, meinen vermeintlich alten Router tauschen zu lassen. Was ist, wenn ich es mache, und sie es als Anlass sehen, meinen Vertrag zu verlängern? So läuft’s gut, meint Tomasz, es kann sicherlich bis Juni reichen. Dann schließt er seinen eigenen Vertrag ab.

Sicher ist sicher. Ich werde die PDF Datei im Anhang erst unter Ubuntu öffnen.


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Eine Frechheit von t-online

Mein privates Email-Konto ist gelöscht worden. Ohne Vorwarnung, einfach so. Ich hatte es am Anfang der Woche noch benutzt, um mir von zu Hause aus Daten zu meiner dienstlichen Adresse zu schicken, um meine Präsentation in Stockholm zu vorbereiten. Seit meiner Rückkehr sagt mir Thunderbird, „Login auf dem Server secureimap.t-online.de fehlgeschlagen“. Die Email-App auf meinem Handy hatte auch Schwierigkeiten und wollte plötzlich ein Passwort haben, statt sich automatisch zu verbinden, wie ich am Mittwoch am Flughafen feststellen musste. Mein Passwort kenne ich nicht auswendig. Bei t-online ist es mir sowieso immer ein Kopfzerbrechen gewesen, welche Login-Passwort-Kombination ich brauche, um an meine Emails zu kommen, abhängig davon, von welcher Oberfläche aus ich es versuche. Ich habe zuerst an ein vorübergehendes Problem gedacht. Da ich jetzt aber seit zwei Tagen meine Emails nicht mehr abrufen konnte, habe ich mir von der dienstlichen Adresse aus eine Test-Email geschickt. Direkt danach kam eine Nachricht vom Mail Delivery System: „Undelivered Mail Returned to Sender“. Der Grund: host mx01.t-online.de[194.25.134.72] said: 550-5.1.1 user unknown 550 5.1.1 Unknown recipient. Eine Frechheit.


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