Ich habe Steam für mich entdeckt

Daher heißt es ab jetzt endgültig: Tschüß Windows!

Seitdem meine Windows-Festplatte letztes Jahr den Geist aufgegeben hat, hatte ich mit Divine Divinity ein paar Sachen unter Ubuntu ausprobiert, und war beim Wine stehen geblieben. Nachteil: Ich konnte das Spiel nicht im Vollbildmodus spielen, weil es recht instabil war. Das Spiel ist häufig abgestürzt, bis ich beschlossen habe, lieber in dem kleinen Fenster zu spielen.

Ich hatte lange gedacht, ich sollte dann weiter mit der Installation von anderen Spielen in Wine vorgehen, wie Baldur’s Gate. Eine Anleitung hatte ich mir sogar ausgesucht, aber dazu bin ich doch nie gekommen. Zu aufwendig.

In letzter Zeit dachte ich, ich sollte mir vielleicht einen neuen Rechner mit Windows 10 kaufen. Um zu schauen, ob ich meine alte Spiele noch drauf installieren kann. Wenn die CDs noch heil sind. Das ist auch etwas, was mir ein bisschen Sorgen macht. CD-Laufwerke wird es nicht immer geben. Und wenn die CDs unlesbar werden, was mache ich aus meinen Spielen?

Und eigentlich, die ganze Zeit gab’s schon Steam! Wo ich meine Lieblingsspiele auch für Linux herunterladen kann!!! Gut, der Nachteil ist, dass man die Spiele neu kaufen muss. Obwohl ich die schon habe. Aber sie auf CDs für Windows zu haben, und deswegen nicht mehr spielen zu können, ist, wie wenn ich die CDs nicht mehr hätte. Bei Steam sind die Spiele immer verfügbar, selbst wenn ich Ubuntu neu installieren muss. Die Spiele bleiben in meinem Konto (so lange es Steam gibt).

Ich habe Baldur’s Gate Enhanced Edition getestet. Die Installation lief in Steam unglaublich schnell und unkompliziert. Als angenehme Überraschung: Das Spiel wurde noch verbessert! Ja, klar, Enhanced Edition halt, der Name sagt es schon. Das Spielen ist komfortabler geworden, zum Beispiel löst jetzt das Öffnen vom Inventar die Pause aus (vorher konnte man währenddessen angegriffen werden)… Und es gibt neue Charaktere.

Es kann also gut sein, dass ich mich hier rar mache. Wenn ich nicht fleißig mein MVV-Tagebuch pflege, beseitige ich das Chaos in Faerûn. Es ist eh zu warm, um etwas anderes zu unternehmen.

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Endlich Festnetz!

Die Zeiten des Leidens sind vorbei! Tschüß, Hotspot vom Handy mit miesem Empfang und begrenztem Datenvolumen!

Der Ehemann hat bei unserem Anbieter die Freischaltung in der neuen Wohnung beantragt. Der Router ist vorgestern angekommen, als ich auf Arbeit war. Gestern hatte ich keine Zeit und konnte ihn erst heute bei der Post holen. Der Vertrag bei Vodafone ist auf dem Namen vom Ehemann und ich hätte beinahe das Päckchen nicht abholen können, weil er noch nicht eingezogen ist und ich keine Vollmacht von ihm habe. Die Frau am Schalter war zum Glück so lieb, sonst wäre ich immer noch so eingeschränkt.

Heute Abend konnte ich den Router anschließen, nachdem ich ganz eigenständig eine Steckdose umschrauben musste, und schon kommt Internet aus der Steckdose! Besser kann’s gar nicht gehen. Ich weiß noch, was für ein Akt es war, entweder bei der Telekom oder bei O2, bis alles einwandfrei funktioniert hatte. Tage hatte es gedauert. Vodafone hat’s viel besser im Griff.

Was jetzt noch fehlt ist unser großer Umzug. Den Termin haben wir jetzt, in drei Wochen. Das Pendeln hört also ziemlich bald auf.

Datenschutz-Grundverordnung

Kurz: DSGVO. Hat mittlerweile bestimmt jeder im Bloggerland schon mal gehört.

Bei mir hat es angefangen, als ich vor etwa zwei Monaten die ersten Ankündigungen zum Schließen von Blogs gelesen habe (wenn sie nicht ins private Modus gewechselt sind). „Es muss etwas Österreichisches sein“, habe ich zuerst gedacht, denn die ersten Blogs, denen ich folge und die das Thema ansprachen, aus Österreich kamen. Als die Deutschen auch darüber anfingen zu schreiben, habe ich gegoogelt. Besorgte Leser, die ihre Privatsphäre besser schützen wollen, können stattdessen startpagen. Es klingt nur noch recht gewöhnungsbedürftig.

Was ich aus meiner Leserei gelernt habe:

  1. Bin ich froh, keine Juristin zu sein!
  2. Eine Datenschutzerklärung muss spätestens jetzt sein. Getan. Obwohl ich diesen Blog nicht selber hoste und keinen Einfluss auf die erhobenen Daten habe. Aber das erkläre ich ja.
  3. Du darfst keine elektronische Newsletter ohne ausdrückliche Einwillung der Empfänger schicken. Neu kommt es mir nicht vor. Und das tue ich eh nicht.

Letzteres hat der Unterwäschenhändler Mey offensichtlich nicht verstanden. Ich habe beim Onlineshop von Mey am 12.12.2016 Unterwäsche gekauft. Ursprünglich hatte ich diese in einem Laden in meinem Kiez bestellt, und als es nach zwei Monaten hieß, die Ware könnte nicht geliefert werden, habe ich im Laden storniert und mich direkt an Mey gewandt. Ware bekommen, Kundin zufrieden. Und danach: Anderthalb Jahre Funkstille! Keine Newsletter, rein gar nichts! Klar, ich habe auch nichts eingewilligt. Ich achte immer peinlich darauf, bei jeder Anmeldung oder Bestellung alle kleine Häckchen zu prüfen, um meine Mailbox nicht mit Müll befüllt zu bekommen oder keine Versicherung an der Backe zu haben.

Recht überrascht war ich also, am 12. Mai dieses Jahres eine Email von Mey zu bekommen. „Wir vermissen Sie, Liebe Frau Kundin: 20€ extra für Ihren nächsten Einkauf im Mey Onlineshop!“ Meine erste Reaktion: „Häh? Wer ist Mey?“ Es war schon länger her. Ich habe die Email direkt gelöscht (und gerade jetzt im Mülleimer von GMail wieder gefunden). Es war erst der Anfang: Am 27. Mai, zwei Tage nach dem Inkrafttreten der DSGVO, kam eine neue Email von Mey: „Night2Day: sommerlich leicht aus Baumwolle und Leinen“. Und am 03. Juni, also gestern: „Der Sommer wird weiß – mit den frischen Sommer-Highlights von Mey!“.

Geht’s noch? Nach so langer Zeit Ruhe werde ich plötzlich regelrecht zugespamt? Ich mache also eine Email tatsächlich auf und blättere bis zum Schluß. Da staune ich nicht schlecht:

Diese E-Mail erhalten Sie, da Sie sich in unseren Newsletterverteiler eingetragen haben. Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei. Es entstehen keine höheren Kosten als die nach den Basistarifen. Wenn Sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten wollen, klicken Sie hier: Newsletter abbestellen

Kühne Behauptung! Ich habe mich sicherlich nie in den Verteiler eingetragen. Wenigstens gibt es ein Link zum Abbestellen der Newsletter, die ich nie bestellt habe. „Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei“, schreiben sie. Das will ich doch hoffen. Sonst hätten die echt was von mir gehört. Und was meinen die mit „Basistarifen“? Ich habe doch kein Abo oder sonst was. Ach so, das wird hier erklärt. Das haben die Leute bei Mey wohl einfach so übernommen. Aber das Idiotischste kommt noch, wenn ich dem Link zur Abmeldung folge (Screenshot aus meinem Laptop):

Eine Webseite, in der es von der Adresse aus eindeutig um eine Abmeldung geht, wird von einem Werbebanner für eine Anmeldung zum Newsletter völlig ausgegraut? Das Kreuz zum Schließen vom Werbebanner ist noch so klein, da hat man sich schnell verklickt und das Gegenteil gewirkt von dem, was man ursprünglich vor hatte. Eine Frechheit ist das. Die gute Nachricht: Wird das Fenster vom Internetbrowser nicht mehr maximiert, verschwindet die Aufforderung zum Anmelden.

Und jetzt, mal abwarten. Ich habe keine Bestätigung zur Abmeldung vom Newsletter bekommen. Verdächtig.

Erst prüfen, dann teilen

Das gilt sowohl für Falschmeldungen wie allgemein für Hoaxes. Ein sinnvoller Ratschlag, der von Hoaxbuster (auf Französisch) immer wieder empfohlen wird, und ich wünsche, meine Mami würde sich auch dran halten.

Heute Nachmittag habe ich eine private Nachricht von ihr via Facebook bekommen. Schon ungewöhnlich, vor allem, da wir uns keine Stunde später anrufen wollten. Ob etwas los war?

Nein. In der Nachricht war ein Foto von einem ausgedrucktem Brief, angeblich vom Uniklinikum in Nantes, wo ein Arzt nach einem Spender für eine Einjährige mit Leukämie sucht. Das Foto hatte ich schon ein paar Tage zuvor beim schnellen Durchscrollen bei einer anderen Person bemerkt und sofort ignoriert, denn es ziemlich stark nach einem Hoax roch. Es wundert mich immer wieder, was für ein Müll einige Leute ständig verbreiten, ohne ihre „Fakten“ zu prüfen.

Dass meine eigene Mutter es auch macht, das ist mir jetzt peinlich. Für mich. Weil ich dachte, ich hätte sie schon ausführlich über solche falsche Meldungen aufgeklärt und sie würde nicht reinfallen. Vor allem, da sie sonst nie Falschmeldungen auf Facebook teilt. Kurz habe ich mich gefragt, ob jemand Zugriff auf ihr Konto bekommen hätte. Aber am Telefon sagte sie auf Nachfrage, sie hätte wirklich selber die Nachricht geschickt. Die hätte sie von einer Freundin bekommen und schnell weiter geteilt, weil sie dringend klang, ohne sie überhaupt gründlich gelesen zu haben! Selbst den Text dazu hatte sie pauschal übernommen, wo drin steht, dass es sich um das Kind eines Freundes von ihr handelt! Ist es aber nicht!

In diesem Fall war es auch ganz leicht, die Meldung zu prüfen. Eine Google-Suche mit den Namen vom Klinikum und vom Arzt gab als erstes Ergebnis diese Erklärung vom Klinikum, wo drin steht, dass der Arzt (falls er überhaupt existiert) nie am Klinikum gearbeitet hat, und die angegebene Telefonnummer nicht mal vom Klinikum ist. Der Clou: Die Erklärung ist von 2009! Wenn es nicht genug ist, gibt es auch zahlreiche Pressemeldungen, die von der Rückkehr des Hoaxes letztes und dieses Jahr berichten. Die Dinger sind einfach nicht tot zu kriegen.

USB-Stick plötzlich nur noch lesbar

Ich habe seit Anfang des Jahres viele Fotos mit meiner Kamera gemacht. Meistens ging es mir darum, meiner weit entfernten Familie über Facebook meine neue Umgebung zu zeigen. Bevor ich die Fotos hochlade, bearbeite ich sie kurz mit Gimp. Ich habe noch kein Bild aufgenommen, bei dem das Nachschärfen keine Verbesserung gebracht hat.

Gimp kann man auf allen gängigen Betriebssystemen installieren. Seitdem meine Windows-Festplatte den Geist aufgegeben hat, bearbeite ich jedoch alle meine Bilder unter Ubuntu. Ich habe einen MacBook, aber das Bearbeiten von Bildern ist damit ein Graus. Den MacBook habe ich von meiner alten Arbeitsstelle übergangsweise geliehen bekommen, um Nachfragen über Programm#1 zu beantworten, bis ein Nachfolger gefunden wird. Ich hasse ja Mac. Der MacBook kommt jedoch häufig zum Einsatz, weil mein Ubuntu-Rechner nicht WLAN-fähig ist. Ich benutze immer noch mein Handy als Hotspot.

Was ich also mit meinen Fotos mache:

  1. sie aus der Kamera-Karte zum Ubuntu-Rechner kopieren,
  2. sie dort mit GIMP bearbeiten,
  3. sie nach Bearbeitung auf einem USB-Stick kopieren,
  4. sie vom Stick zum MacBook kopieren, und anschließend
  5. sie auf sozialen Medien hochladen.

Nun der Hacken: Plötzlich hat Ubuntu behauptet, ich könnte nichts auf USB-Sticks kopieren, weil alle schreibgeschützt wären. Das stimmt gar nicht, auf dem Mac kann ich alles drauf schreiben, was ich will. Warum es plötzlich alle meine USB-Sticks betrifft, weiß ich nicht. Vielleicht mag es Ubuntu nicht, wenn die Sticks auf so vielen Betriebssystemen benutzt werden. Mac hinterlässt auf Sticks jede Menge Müll in Form versteckter Dateien. Formattieren konnte das Problem nicht beheben: Weil die Sticks angeblich schreibgeschützt sind, kann Ubuntu sie nicht formattieren. Auf dem MacBook formattieren habe ich nicht probiert. Ich habe zuerst nach einer nicht so radikalen Lösung gesucht. Die habe ich hier gefunden.

Mit dem befehl lsblk kann man sich im Terminal alle verbundenen Laufwerke anzeigen lassen. Das Ergebnis sah bei mir so aus (der Nutzername wurde durch user ersetzt):

NAME MAJ:MIN RM SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
sda 8:0 0 931,5G 0 disk
├─sda1 8:1 0 100M 0 part
├─sda2 8:2 0 292,9G 0 part
├─sda3 8:3 0 345,6G 0 part
├─sda4 8:4 0 1K 0 part
└─sda5 8:5 0 97,7G 0 part
sdb 8:16 0 1,8T 0 disk
├─sdb1 8:17 0 15,9G 0 part
│ └─cryptswap1 252:0 0 15,9G 0 crypt [SWAP]
├─sdb2 8:18 0 1K 0 part
├─sdb5 8:21 0 77,7G 0 part /
└─sdb6 8:22 0 1,7T 0 part /home
sdc 8:32 1 3,8G 0 disk
└─sdc1 8:33 1 3,8G 0 part /media/user/kamera_karte
sdd 8:48 1 57,7G 0 disk
└─sdd1 8:49 1 57,7G 0 part /media/user/usb_stick
sr0 11:0 1 649,5M 0 rom /media/user/LARIAN_DIV3
sr1 11:1 1 1024M 0 rom

wodurch ich erfahren habe, dass mein Stick, mit dem Pfad /media/user/usb_stick, den internen Namen sdd1 trägt. Das kann sich immer ändern, daher ist dieser erster Schritt wichtig.

Als zweiter Schritt hebt man mit dem Befehl sudo hdparm -r0 /dev/sdd1 den Schreibschutz auf. Was dieser Befehl raus spuckt:

/dev/sdd1:
setting readonly to 0 (off)
readonly = 0 (off)

Es scheint also ohne Problem zu klappen, aber das Kopieren von Dateien lief bei mir in Nautilus mit der Maus immer noch nicht.

Es könnte sein, dass einige Sektoren auf dem Stick beschädigt sind. Das prüft man mit dem Befehl sudo fsck /dev/sdd1 und repariert es wenn nötig mit dem interaktiven Output:

fsck from util-linux 2.27.1
fsck.fat 3.0.28 (2015-05-16)
0x41: Dirty bit is set. Fs was not properly unmounted and some data may be corrupt.
1) Remove dirty bit
2) No action
? 1
There are differences between boot sector and its backup.
This is mostly harmless. Differences: (offset:original/backup)
3:53/4d, 4:59/53, 5:53/57, 6:4c/49, 7:49/4e, 8:4e/34, 9:55/2e, 10:58/31
, 91:fc/33, 92:31/c9, 93:c9/8e, 94:8e/d1, 95:d1/bc, 96:bc/f8, 97:76/7b

[Geschnitten weil es sonst zu lang wird]

, 501:00/4f, 502:00/4f, 503:00/54, 504:fe/20, 505:02/53, 506:b2/59
, 507:3e/53, 508:18/00, 509:37/00
1) Copy original to backup
2) Copy backup to original
3) No action
? 3
/System Volume Information
Has a large number of bad entries. (85/93)
Drop directory ? (y/n) y
Reclaimed 2 unused clusters (65536 bytes).
Free cluster summary wrong (1810971 vs. really 1810973)
1) Correct
2) Don't correct
? 1
Perform changes ? (y/n) y
/dev/sdd1: 998 files, 78197/1889170 clusters

Es waren also ganz schön viele Fehler, die ich entfernt habe. Das Kopieren von Dateien auf dem Stick klappte danach im Nautilus immer noch nicht und erfolgte nur durch den Terminal:

cp -r ~/Pictures/20180408 /media/user/usb_stick/

zum Beispiel, wo ich das ganze Verzeichnis 20180408 mit vielen Bildern drin rekursiv auf dem Stick kopiere.

Damit ist das Problem leider nicht für immer gelöst, weil Ubuntu bei der nächsten Benutzung vom Stick wieder behauptet, der Schreibschutz wäre aktiv. Vermutlich ist es ein Zeichen, dass die Sticks alt werden und irgendwann gar nicht mehr zu benutzen sind.

Ein Nokia als WLAN Hotspot nutzen

Mir hat es gereicht, mit dem katastrophalen WLAN vom Hotel. Ich habe heute gelernt, wie ich mein Handy (Nokia Lumia Denim) als Hotspot einrichten kann.

Die Anweisung findet man hier auf Deutsch. Sollte sie verschwinden, kommt jetzt die Zusammenfassung:

  • unter Einstellungen, Internetfreigabe wählen (ich hatte mich immer gefragt, was das ist…),
  • das Stift-Symbol zum Bearbeiten drücken,
  • Hotspot-Name und Passwort eingeben (auf keinen Fall das automatisch generierte Passwort übernehmen, man weiß ja nie…),
  • speichern und Internetfreigabe aktivieren (Regler nach rechts schieben).

Das war’s, man braucht lediglich nur noch am Laptop den neu eingerichteten Hotspot in der Liste der verfügbaren Netzwerke auszuwählen und das Passwort einzugeben. Meine Internetverbindung ist jetzt viel besser als mit diesem dämlichen WLAN vom Hotel, und das mit nur einem Balken für den Netz-Empfang! Und nicht vergessen, nach der Benutzung die Freigabe wieder auszuschalten, es ist keine gute Idee, den Hotspot für alle auf Dauer sichtbar zu lassen…

Divine Divinity unter Ubuntu spielen

Es geht! Ohne vorher Windows aus der VirtualBox zu starten! Und wenn es mit den anderen Spielen auch so einfach geht, sage ich Tschüß Windows, die Festplatte wird für Ubuntu neu formattiert, Tschüß VirtualBox, Hallo Wine! Ich habe gerade Wine komplett entfernt und reinstalliert, um mir die nötigen Schritte festzuhalten und um eine Einweisung zu haben, damit ich die andere Spiele installieren kann. Die Einleitung basiert zum größten Teil auf diese.

Wine ist ein Programm, mit dem man andere Programme, die für Windows geschrieben wurden, auch unter Linux zum Laufen bringen kann. Und begeistert bin ich auch, weil Programme, die mit Wine laufen, von weitem nicht so langsam sind wie unter Windows in der VirtualBox. Ich merke einen leichten Unterschied zu Divine Divinity unter nativem Windows, aber man kann damit leben.

Wie man Wine unter Ubuntu installiert, ist super einfach: sudo apt-get install wine im Terminal eingeben. Dabei wird ein neues verstecktes Verzeichnis .wine im Home-Verzeichnis angelegt. Ich habe nach der Wine-Installation den Rechner neu gestartet, weil ich die Empfehlung dazu von Ubuntu selbst bekommen habe. Gemäß dieser Anleitung habe ich noch Änderungen an den Einstellungen von Wine vorgenommen, mit dem Befehl winecfg:

Der nächste Schritt ist, den Inhalt der drei CDs vom Spiel in einem Verzeichnis zu kopieren. In Prinzip könnte man dieses Verzeichnis egal wo erstellen, aber es hat bei mir während der Installation vom Spiel nicht geklappt, wenn es nicht als Unterverzeichnisse von .wine angelegt wurde. Also habe ich unter .wine das Verzeichnis DD angelegt, und dort den Inhalt meiner CDs kopiert. Einfach durch „drag and drop“ von einem Fenster zum anderen. Die Spiel CD habe ich zuletzt kopiert, weil sie sich während der Installation explizit im CD-Laufwerk befinden muss.

Bevor man dann mit der Installation startet, sollte man noch unter Wine WinRAR installieren, weil es vom Installer von Divine Divinity benötigt wird. Auf der Download-Seite kann man die richtige Version für die Architektur vom Rechner und die gewünschte Sprache vom Programm wählen. Ich habe die Datei winrar-x64-550.exe unter meinem ~/Downloads/ Verzeichnis gespeichert. Dann im Terminal zu diesem Verzeichnis wechseln: cd ~/Downloads und WinRAR für Wine installieren: wine winrar-x64-550.exe. (Der letzte Punkt ist das Ende vom Satz und kein Teil vom Befehl.) Ich hatte selber dabei eine kryptische Fehlermeldung: err:winediag:SECUR32_initNTLMSP ntlm_auth was not found or is outdated. Die anderen (vielen) fixme Zeilen im Output von Wine kann man sonst ignorieren, aber eine Zeile die mit err anfängt mag ich gar nicht. Google hat mir verraten, dass ich vorher winbind hätte installieren sollen: sudo apt-get install winbind, und danach nochmal wine winrar-x64-550.exe ausgeführt, und alles war gut. Danach kann man winrar-x64-550.exe unter ~/Downloads/ löschen.

Jetzt kann es mit der Installation von Divine Divinity weiter gehen. Dafür, zuerst zum Verzeichnis DD wechseln: cd ~/.wine/DD, und den Befehl wine Setup.exe ausführen. Im Installationswizard sollten alle Standardeinstellungen behalten werden, außer zum Schluß, wo beide Häckchen für die Erstellung einer Verknüpfung und die Installation von DirectX weg genommen werden sollten. Das Spiel sollte nach der Installation noch nicht gestartet werden. Da meine Spielversion schon 1.0034A ist, brauchte ich den Patch nicht zusätzlich zu installieren. Es trifft sich gut, weil der Patch nicht mehr zu finden ist. Zum Schluß sollte man einige Zugriffsrechte richtig setzen. Zum Run-Verzeichnis von Divine Divinity wechseln: cd "~/.wine/drive_c/Program Files (x86)/Divine Divinity/Run" (die " Zeichen sind wichtig, weil unter Windows Leerzeichen Teil vom Pfad sein dürfen, was in Linux gar keine gute Idee ist). Dann: chmod +rw -R *. Als letzte Aktion habe ich, immer noch im Run-Verzeichnis, die Konfiguration vom Spiel gesetzt: wine configtool.exe. Dann erscheint das Fenster, das man sonst beim ersten Starten des Spieles sieht. Ich habe meine Auflösung auf 1024×768 mit Direct 3D gestellt. Es scheint damit gut zu funktionieren.

Zum Spielen habe ich mir ein Alias in meiner ~/.bashrc Datei gesetzt: alias play_divine_divinity='cd "~/.wine/drive_c/Program Files (x86)/Divine Divinity/Run"; wine div.exe'. Ich brauche nur noch im Terminal play_divine_divinity einzugeben, und das Programm startet. Es ist noch nicht perfekt, weil man dafür die Spiel-CD im Laufwerk braucht. Ist sie nicht da, wird man beim Starten vom Spiel danach gefragt, aber nach dem Einschieben der CD startet Divine Divinity immer noch nicht, und meine einzige Lösung war, aus einer anderen virtuellen Konsole (Ctrl+Alt+F1) das Spiel zu killen, zurück zu meiner Konsole (Ctrl+Alt+F7) zu gehen, festzustellen, dass ich mit einer unbrauchbaren Bildschirmauflösung nichts mehr machen konnte, und wieder in der anderen virtuellen Konsole den Rechner neu zu starten (shutdown -r now) — nicht wirklich optimal. (Das war bevor ich in den Einstellungen von Wine ein Häckchen bei Emulate a virtual desktop gesetzt habe.) Am besten ersetze ich bei Gelegenheit die Ausführung vom Alias durch ein kleines selbst-geschriebenes Skript, das vorher fragt, ob die Spiel-CD im Laufwerk ist, bevor das Spiel gestartet wird.

Wenn alles wie gewünscht läuft, kann man das Verzeichnis ~/.wine/DD löschen, es wird nicht mehr benötigt.

Windows aus der VirtualBox

Ich weiß nicht, was ich für einen Mist gebaut haben muss, aber gestern konnte ich plötzlich Windows 7 nicht mehr starten. Der Mainboard-Bildschirm erschien beim Hochfahren vom Rechner wie gewöhnt, danach hatte ich den schwarzen Bildschirm mit der Meldung, „Windows wird gestartet“, und dann wurde der Bildschirm ganz schwarz, mit dem Mauskursor in der Mitte, und dann passierte nichts. Gar nichts. Selbst nach zehn Minuten. Mir blieb nichts anderes übrig, als den Power-Knopf so lange zu drücken, bis der Rechner aus ging.

Beim nächsten Hochfahren ging es genau so. Und beim Nächsten. Irgendwann bekam ich die Auswahl zwischen normalem Start oder Starthilfe. Der abgesicherte Modus war komischerweise nicht vorhanden. Die Starthilfe wurde gewählt, aber sie konnte das Problem nicht beheben und alles, was man danach machen konnte war, den Rechner ausschalten zu lassen. Toll. Die Systemwiederherstellung, die ich vor einem Monat gemacht hatte, konnte ich also nicht nochmal durchführen.

Was ich noch machen konnte war, bevor Windows tut, als ob es hochfahren würde, die F11-Taste so lange zu drücken, bis ich ins Bootmenü komme. Von dort aus kann ich die Festplatte, wo Ubuntu installiert ist, auswählen, und Ubuntu starten. Ich denke, es war damals eine geniale Überlegung von mir, Ubuntu grundsätzlich auf eine neue, getrennte Festplatte zu installieren, obwohl die Windows-Festplatte noch viel Platz hat. Ubuntu funktioniert immer noch einwandfrei, und ich kann problemlos auf die Windows-Partitionen zugreifen und die Dateien lesen — selbst die vom Ehemann, die unter seinem Konto liegen und auf die ich unter Windows keine Leseberechtigung habe. Also scheint die Festplatte noch in Ordnung zu sein. Vielleicht ist der Boot Master Record beschädigt, und ich könnte versuchen, ihn mit dieser Anleitung wieder in Ordnung zu bringen. Vorausgesetzt, ich schaffe es, eine minimale Windows-Version mit Terminal zum Laufen zu bringen. Es erschien mir als eher unwahrscheinlich.

„Brauche ich wirklich Windows?“ habe ich mich gefragt. Ich benutze es nur noch, weil meine Lieblingsspiele auf Linux-Systemen nicht laufen. Ich gebe zu, ab und zu spiele ich immer noch sehr gerne super altmodische Spiele wie Baldur’s Gate, Neverwinter Nights oder Divine Divinity zum Beispiel. Alle mindestens fünfzehn Jahre alt, aber heutzutage findet man keine Rollenspiele mit solchen vielfältigen Geschichten mehr — sagte vor kurzem noch selbst der junge HiWi, der in unserer Gruppe arbeitet. Und wenn Diablo I nicht so schlecht mit den heutigen Grafikkarten aussehen würde, würde ich es auch noch spielen. Nachdem ich eine Sicherheitskopie von Spielständen auf der Ubuntu-Festplatte gemacht habe, habe ich mich mit virtuellen Maschinen auseinandergesetzt. Fertig bin ich noch nicht. Was ich bis jetzt gemacht habe, mit Hilfe dieser tollen YouTube-Anleitung (auf Englisch):

  • VirtualBox auf Ubuntu installiert: sudo apt-get install virtualbox (Version 5.0.40, nicht so aktuell wie die aktuellste Version auf https://www.virtualbox.org/wiki/Downloads).
  • VirtualBox Extension Pack für die VirtualBox Version 5.0.40 installiert (wenn man die aktuellste Version aufs Versehen installiert, bekommt man eine Fehlermeldung).
  • Eine geeignete ISO Datei für meine Windows-Version heruntergeladen. Die Installations-CD hatte ich zwar immer noch, aber ich fand es bequemer so. Dafür braucht man auch einen Lizenz-Schlüssel, den man beim Kauf vom Windows bekommen hat. Es liegt bei mir schon fünf Jahre her, ein Wunder, dass ich den Schlüssel trotz zwei Umzüge noch finden konnte.
  • Windows 7 in der VirtualBox gemäß der YouTube-Anleitung installiert, mit der Ausnahme, dass ich meinen Lizenz-Schlüssel eingegeben habe. Windows habe ich auf Englisch installiert, also sollte man für deutsche Versionen eventuell die Begriffe unten übersetzen. Da ich acht Prozessoren habe, habe ich vier davon Windows gegeben (unter „Settings“). Ich habe ebenfalls die Hälfte vom Speicher für Windows frei gegeben, und den ganzen Video-Speicher erlaubt. Man muss aufpassen, dass dem Host-Betriebssystem (Ubuntu) genug Ressourcen zu Verfügung stehen, um weiter laufen zu können. Sonst habe ich die automatisch ausgewählten Einstellungen benutzt.
  • Den Extension-Pack braucht man, um das Windows-Fenster maximieren zu können, sonst hat man ein Minifenster, mit dem man unmöglich spielen kann. Dafür muss man Windows in der VirtualBox im abgesicherten Modus starten können, und es funktioniert beim Drücken der F8-Taste beim Hochfahren nicht. Was man dafür machen muss (die vorgeschlagene Vorgehensweise auf der YouTube-Anleitung ab 12:07 hat bei mir nicht geklappt):
    • sich in Windows einloggen,
    • „Start“ klicken, dann im Suchfeld „run“ eingeben und die Eingabetaste betätigen,
    • im dadurch neu geöffneten Fenster, „msconfig“ eingeben,
    • im dadurch neu geöffneten Fenster, zum „Boot“-Tab wechseln und das Häkchen bei „Safe Boot“ unter „Boot options“ setzen,
    • „Apply“ klicken und Neustart zulassen,
    • dann, weiter wie in der YouTube-Anleitung ab 12:39 machen.
  • Die wichtigen Windows-Updates installieren.

Damit habe ich den Großteil von meinem sonnigen Sonntagnachmittag verbracht. Was mir noch fehlt:

  • die Auflösung vom Bildschirm richtig einstellen, vermutlich fehlt mir der Treiber der Grafikkarte,
  • Zugriff zu den externen Laufwerken (DVD…) bekommen,
  • Spiele installieren und testen, ob ich damit zufrieden bin.

Wenn alles klappt, mache ich die Windows-Festplatte platt und benutze nur noch Ubuntu und Windows in der virtuellen Maschine.

Blauer Bildschirm des Todes

Seit vorgestern kam mir mein Rechner komisch vor. Ich starte ihn normalerweise morgens beim Aufstehen, noch bevor ich die morgendliche Toilette anfange. Dann mache ich Kaffee und komme zum Rechner zurück. Seit vorgestern fand ich es merkwürdig, dass er so lange braucht, um zum Anmeldebildschirm zu kommen, weil er noch nicht damit fertig war, als ich zurück kam. Auch gestern Nachmittag nach dem Sport. Einmal meinte ich sogar, ich hätte mich schon angemeldet, aber so ganz sicher war ich es mir nicht. Nur komisch, dass ich nach der Anmeldung ein Fenster bekommen habe, ähnlich wie unten, mit der Nachricht, dass Windows nach einem unerwarteten Herunterfahren wieder ausgeführt wurde:

Heute Morgen bin ich die ganze Zeit dabei geblieben, und habe erkannt, dass es ein größeres Problem gab. Denn ich habe mich angemeldet, und habe gewartet, bis der Rechner benutztbar wurde (es dauert unter Windows 7 recht lange, bis alle Prozesse gestartet sind und ich etwas erledigen kann, obwohl CCleaner zum Einsatz kommt). Soweit kam es nicht, weil ich plötzlich einen blauen Bildschirm des Todes bekommen habe. Und kurz danach ist der Rechner wieder hochgefahren worden, und hat dabei gefragt, in welchem Modus er denn hochgefahren werden soll. Wäre ich wie üblich nicht vor dem Rechner gewesen, hätte er eine halbe Minute gewartet, bis er im normalen Modus gestartet hätte. Deswegen dauerte das Hochfahren seit vorgestern so lange. Und das hat er nicht nur einmal gemacht. Beim zweiten Hochfahren ist der blaue Bildschirm zurück gekommen, noch bevor ich mich angemeldet habe. Und beim Dritten. Gruselig. Ich hatte blaue Bildschirme so lange nicht mehr gesehen, ich dachte, sie wären aus der Welt geschafft worden. Nein.

Beim vierten Hochfahren habe ich beschlossen, Windows im geschützten Modus zu starten, und da ging es. In dem Fenster mit der Meldung zum unerwartetem Herunterfahren gab es noch Hinweise über Dateien, die mehr Informationen enthalten könnten. Alle Dateien unter C:\Windows\Minidump waren zwar binär und für mich unlesbar, aber aus deren Entstehungsdatum konnte ich erkennen, dass die Probleme vorgestern angefangen haben. Einem Vorschlag des Ehemannes folgend, habe ich den Rechner auf einen früheren Status von vor zwei Wochen wiederhergestellt. Wiederherstellungspunkte werden ja automatisch bei jedem Windows-Update kreiert. Das ist das erste Mal, dass ich eine Wiederherstellung benutzt habe. Nach dem nächsten normalen Neustart schien es in Ordnung zu laufen, außer dass Java ein Fenster öffnete, weil er eine bestimmte Datei nicht mehr finden konnte. Ja, stimmt, ich hatte doch diese Woche ein Java-Update gemacht, einfach, weil die automatische Meldung dazu kam. Vorgestern oder am Tag davor. Wozu brauche ich Java denn eigentlich? Es gab eine wissenschaftliche Software, die auf Java basiert, die ich aber seit meinem Institutswechsel nicht mehr brauche. Weg damit. Java deinstalliert. Der Rechner wurde nochmal neu gestartet, um die letzte Updates durchzuführen. Bis jetzt sieht es gut aus. Hoffentlich ist das Problem behoben.

Daten mit Gnuplot darstellen

Auf meinem gestrigen Beitrag, wo ich meine Gewichtsentwicklung seit jetzt fast einem Jahr zeige, gab es einen Kommentar von Mimeiso, der gerne solche Darstellungen für sich machen würde, aber mit Apps zu diesem Zweck unzufrieden ist. Ich benutze keine App dafür. Ich benutze Gnuplot, und zwar auf meinem Rechner.

Gnuplot ist eine Open Source Software, die ich seit meinem Physikstudium in den Neunzigern benutze. Damals hatten wir sie gebraucht, um Daten darzustellen. Sie bietet aber vieles mehr, zum Beispiel um Funktionen an Daten anzupassen. Sie kann sogar Funktionen mit gemeinsamen Parametern an verschiedenen Datensätzen anpassen, was ich mit der kommerziellen Software Origin nie machen konnte — wenigstens nicht mit der alten Lizenz, die wir am Institut während meiner Doktorarbeit zur Verfügung hatten. Ich fand es sehr nützlich, um zum Beispiel bei einem Phasenübergang zweiter Ordnung den Ordnungsparameter anhand von verschiedenen, zeitgleich gemessenen Größen modellieren zu können. Die kritische Temperatur und der kritische Exponent sind für alle Größen gleich, nur der Skalierungsfaktor unterscheidet sich. Aber ich schweife wieder ab.

Das Tolle an Gnuplot ist also, dass es eine kostenlose, leistungsstarke Software für wissenschaftliche Darstellung und Analyse von Daten ist, und es ist für alle Betriebssysteme zu haben. Gut, für aufwendige statistische Analysen ist man mit R besser bedient, aber darum geht es hier nicht, sondern darum: Wie mache ich eine so geile Graphik wie hier unten? Es muss nicht unbedingt mit Excel gehen.

1. Gnuplot installieren

Hier zuerst das Link zum Herunterladen. Auf sourceforge muss man sich gar nicht anmelden, um Software herunterzuladen. Falls eine solche Einladung zum Anmelden angezeigt wird, einfach die paar Sekunden warten, bevor das Herunterladen gestartet wird. Ich denke, die Datei zum Herunterladen wird automatisch für das Betriebssystem angeboten, mit dem man gerade den Browser bedient.

Windows Nutzer laden die .exe Datei herunter, und der Rest sollte sich mit einem Doppelklick drauf von selbst ergeben, wenn man dieser Seite glaubt. Ich bin auf Ubuntu und brauchte nur sudo apt-get install gnuplot im Terminal anzugeben. Mac Nutzer sind selber Schuld und können Googeln, wie man Gnuplot installiert.

2. Daten vorbereiten

Alle meine Daten habe ich mit Hilfe eines Texteditors in einer Datei namens P.dat gespeichert. P, weil Gewicht auf Französisch poids heißt[1]. G.dat erfüllte den Zweck genau so gut. Oder wasauchimmer.txt, es ist egal. Meine Daten habe ich spaltenweise angeordnet, und darauf geachtet, dass jede Zeile den gleichen Format hat. Ein Leerzeichen zwischen den einzelnen Angaben, und für jede Gewichtsangabe zwei Nachkommastellen. So sieht ein Auszug meiner Datei aus:

04-12-2016 67.80 0.2 8 #black
05-12-2016 67.30 0.2 8 #black
06-12-2016 67.60 0.2 8 #black
07-12-2016 67.50 0.2 8 #black
08-12-2016 67.00 0.2 8 #black
12-12-2016 67.50 0.2 8 #black
13-12-2016 66.80 0.2 7 #red
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Die erste Spalte ist das Datum. Das Format ist nicht wichtig, weil wir danach Gnuplot erklären, wie es zu verstehen ist. Man könnte Punkte oder Schrägstriche statt Bindestrichen benutzen, solange wir es später bei der Darstellung spezifizieren.

Die zweite Spalte ist das Gewicht. Die dritte Spalte enthält die Standardabweichung, oder eher meine Idee davon. Sie gibt an, in wie weit man dem Wert glaubt. Meine Waage zeigt Gewichte mit einer Nachkommastelle, daher könnte man ±0.1 angeben. Ich habe 0.2 gewählt, weil Wassereinlagerungen mehr als 100 g Unterschied von Tag zu Tag verursachen können. Das macht die Länge der Fehlerbalken um die Punkte aus. Wichtig ist hier, dass man den Dezimalpunkt statt einer Komma benutzt. Gnuplot spricht Englisch, das gilt auch für Zahlen.

Was in der letzten Spalte steht, ist nicht notwendig. Es ist die Farbkodierung, die in Gnuplot nicht einfach nachzuvollziehen ist. Als Kommentar habe ich mir als Gedächtnisstütze die Farbe aufgeschrieben — alles, was hinter einer Raute in einer Zeile folgt, wird von Gnuplot nicht interpretiert. Als Frau versteht man intuitiv, was es mit der Farbkodierung an sich hat. Wobei, als Mann könnte man es auch gebrauchen, wenn man zum Beispiel als Farbe kodieren will, ob man an dem Tag davor unterhalb oder oberhalb vom Tagesbedarf gegessen hat.

3. Mit Gnuplot Daten darstellen

Gnuplot starten. Unter Linux-basierten Betriebssystemen braucht man nur im Terminal gnuplot einzutippen. Auf Windows kann man auf dem Desktop eine Verküpfung zur ausführbaren Datei erstellen und auf diese klicken. Der Pfad zur ausführbaren Datei soll etwas wie C:\Program Files (x86)\gnuplot\bin\wgnuplot.exe sein. Dann öffnet sich ein Fenster mit einem Terminal, in dem man Befehle eintippen kann. Gnuplot ist auf Textbefehle basiert. Man schreibt etwas im Prompt, und beim Drücken der Eingabetaste interpretiert Gnuplot den Befehl und führt ihn aus. Oder gibt eine Fehlermeldung aus.

Ich empfehle, zuerst zu dem Verzeichnis zu gehen, wo die Datei P.dat liegt: cd 'C:\Pfad\zur\Datei', mit den einfachen Anführungszeichen, wobei C:\Pfad\zur\Datei natürlich nicht so eingetragen werden sollte, sondern durch den echten Pfad zur Datei ersetzt werden soll, wie zum Beispiel C:\Users\Toto\Documents. Wenn man sich vertippt, sagt Gnuplot Bescheid. Einfach nochmal probieren.

Das Darstellen von Dateien ist meistens ganz simpel: Man gibt plot 'P.dat' ein, und schon bekommt man ein neues Fenster mit einer Graphik. Der Anblick dürfte aber überraschend sein und gar nicht wie meine Graphik aussehen.

Es liegt daran, dass die erste Spalte, die der X-Achse entspricht, ein Datum-Format hat. Daher sollte man Gnuplot vorher darüber informieren: set xdata time. Der Punkt hier ist nur das Ende des Satzes und gehört nicht zum Befehl. Dann wollen wir Gnuplot das Format erklären: set format x "%d-%m-%Y" timedate. Somit weiß Gnuplot: Zuerst kommt der Tag (d für day), dann der Monat (m für month), dann das Jahr (Y für year), alles durch Bindestriche getrennt. Hier mehr zum Thema. Das reicht aber nicht, und man muss noch set timefmt "%d-%m-%Y" eintragen.

Der nächste Versuch mit dem plot Befehl scheitert, weil Gnuplot jetzt eine genauere Spezifizierung braucht, was dargestellt werden soll. Fragt mich nicht warum. Der neue plot Befehl lautet plot 'P.dat' using 1:2, was bedeutet, dass die 1. Spalte auf der X-Achse kommt, und die 2. Spalte auf der Y-Achse. Will man die Fehlerbalken dazu, heißt der Befehl plot 'P.dat' using 1:2:3 with errorbars. Wer wie ich noch möchte, dass die Punkte durch eine Linie verbunden werden, macht stattdessen plot 'P.dat' using 1:2:3 with errorlines. Jetzt fehlt nur noch die Farbkodierung: plot 'P.dat' using 1:2:3:4 with errorlines lc variable. Ich habe noch eine andere Form für die Punkte benutzt, mit gefüllten Kreisen: plot 'P.dat' using 1:2:3:4 with errorlines lc variable pt 7. Das gleiche nochmal ohne die Legende oben rechts: plot 'P.dat' using 1:2:3:4 with errorlines lc variable pt 7 notitle.

Nun sieht es schon mal besser aus, aber die Beschriftung auf der X-Achse ist total durcheinander. Das kann man verbessern, indem man das Datum vertikal und nicht horizontal schreiben lässt. Dafür zuerst den Befehl set xtics border in scale 1,0.5 mirror rotate by -270 autojustify eintippen, dann nochmal den plot Befehl. Die Legende der Y-Achse habe ich mit set ylabel "Körpergewicht [kg]" angegeben, für die X-Achse fand ich es nicht nötig.

4. Befehle zur Darstellung speichern

Puh, das war vielleicht aufwendig. Wenn man endlich soweit gekommen ist, eine zufriedenstellende Graphik zu machen, will man beim nächsten Mal nicht wieder von vorne anfangen. Zum Glück kann man alle bisher eingetragene und noch wirksame Befehle in einer Datei speichern: save 'P.gnu' zum Beispiel. Man braucht in Zukunft nur noch die Daten in P.dat zu aktualisieren, und in Gnuplot tippt man lediglich load 'P.gnu', was die ganzen Befehle wieder ausführt und die Graphik in einem neuen Fenster anzeigt.

Noch eine Anmerkung: Wenn man eine .gnu Datei auf einem Rechner erstellt hat, sollte man nicht glauben, dass man sie auf einem anderen Rechner mit Gnuplot so einfach benutzen kann. Je nach dem, welche Gnuplot-Version installiert ist, werden einige Befehle nicht mehr verstanden, und es bleibt nur noch übrig, wie in Punkten 3. und 4. für den neuen Rechner nochmal anzufangen. Trotzdem liebe ich Gnuplot.

[1] Na gut, Masse (masse auf Französisch) ist ein korrekterer Begriff als Gewicht. Im täglichen Leben außerhalb vom Labor benutzt man das Wort aber kaum, wenn man von der Zahl auf der Waage spricht, oder nur, wenn man sich gerne als Besserwisser mit einem Hang zum Narzissmus angibt.