Wochenplan

Ich habe beschlossen, dass ich ab jetzt mein Essen für die Mittagspause selber mache und zur Arbeit mitbringe. Ein verspäteter Neujahrsvorsatz. Mal schauen, wie lange es anhält.

Auslöser war mein letzter Besuch bei einem Café in unserer Nähe. Mensa-artig, man kommt mit einem Tablett und Besteck zur Theke an und kriegt das Essen sofort auf Tellern serviert. Wir sind in letzter Zeit häufiger dahin gegangen, weil es schnell geht. Tim hat immer weniger Zeit für die Mittagspause zur Verfügung. So toll ist es leider nicht. Ich sage ja immer: „Wir gehen zum not-so-fresh-maker“, und ja, ich weiß, Resteverwertung kann toll sein, zu Hause, aber wenn, dann sollte man Reste richtig verwerten können, und als Café-Betreiber vielleicht auch dafür sorgen, dass der Gast es nicht merkt. Vor allem, wenn der Name vom Café etwas ganz anderes suggeriert (oder handelt es sich um bayerischen Humor?). Und nein, Quantität ist kein Ersatz für Qualität.

Ich war schon vor Weihnachten richtig angeekelt gewesen, nachdem eines Tages das Café für eine private Weihnachtsfeier geschlossen wurde. Tage danach sind Deko-Reste auf den Tischen liegen geblieben, was an sich nicht so schlimm wäre, wenn es sich nicht um frisches Obst handeln würde… Nach zwei Tagen sah das Obst schon nicht mehr so frisch aus, nach einer Woche hatten die Mandarinen richtig angefangen zu schimmeln und klebten fest an den Tischdecken. Ich bin nicht mehr dahin gegangen, bis Tim am Anfang des Jahres fragte, ob wir dort essen gehen könnten.

Gestern war ich aus Zeitgründen alleine hin gegangen und hatte mir „asiatische Nudeln mit Teriyaki-Gemüsestreifen“ bestellt. Ein Schuss ins Blaue, denn es das einzige Gericht war, das nicht sichtbar hinter der Theke war. Es lag in einem Kessel. Ich hätte es besser wissen sollen, aber es klang gesünder als der Schnitzel mit Pommes, dessen Fett ich förmlich beim gucken spüren konnte. Ich habe eine riesige Portion auf einem tiefen Teller geschaufelt bekommen, an der sich drei Personen satt essen könnten. Die Masse wirkte gar nicht appetitlich, und schmeckte einfach eklig. Überkochte Nudeln, pampig, kaum Geschmack. Ich hab’s liegen lassen und beschlossen, das war’s, ich gehe nicht mehr hin.

Ab nächster Woche gibt’s also meinen eigenen Speiseplan. Von der Portionierung und der Zubereitung her dürfte es viel gesünder und sogar günstiger sein, als was ich sonst mittags kriege. Wenn wir eh abends für uns kochen, können wir mehr für die folgende Mittagszeit machen. Ich stelle also vor:

Das schwarze Brett in der Küche ist neu und hängt über dem Herd. Ich muss auf Zehnspitzen gehen, und drauf zu schreiben. Daher ist die Schrift nicht so regelmäßig. Egal. Der Ehemann hat sich über den Plan gefreut.

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Migräne, mal wieder

Gestern habe ich die erste Migräne des Jahres bekommen. Gerade zwölf Tage habe ich durchgehalten.

Es hat nicht geholfen, dass ich wenig schlafen konnte. Um elf war ich am Samstagabend im Bett. Der Ehemann hatte noch oben am Rechner zu tun und ich bin um zwei Uhr morgens kurz aufgewacht, als er sich endlich ins Bett gepackt hat. Um sechs hat mich sein Schnarchen aus dem Schlaf gerissen.

Die Nacht davor hatte ich schon nicht sonderlich viel geschlafen. Ich war noch zu sehr von der langen Rückfahrt aus der Arbeit gestresst, um früh einschlafen zu können. Bin ich froh, dass der Ehemann mich in Westkreuz abholen konnte, als die S-Bahn völlig versagte! Sonst hätte ich mir irgendwo ein Zimmer suchen müssen. Kein toller Start ins Wochenende.

Gestern habe ich mich jedenfalls den ganzen Tag nicht so toll gefühlt. Gegen vier habe ich den Wind wahrgenommen. Es hatte schon die ganze Zeit leicht geregnet, wobei auch Flocken zu sehen waren. Ich habe leichte Kopfschmerze bekommen, die nach einer heißen Schokolade verschwunden sind.

Bis halb sieben, wo sie mit voller Wucht zurück gekommen sind. Geräusch- und Lichtempfimdlichkeit. Übelkeit. Die linke Schläfe schmerzte und pochte. Wie immer. Aspirin eingenommen, keine Wirkung. Der Ehemann hatte ganz lieb für uns gekocht, und ich habe mich beim Essen nur elend gefühlt. Konnte meinen Teller nicht aufessen. Um nicht mal neun habe ich mich im Dunkel auf die Couch hingelegt, als der Ehemann noch am Essen war. Er hat mich zugedeckt.

Um halb zwei werde ich vom Gewitter wach. Es weht ganz stark, und ich kann teilweise nicht sagen, ob ich Donner oder Wind höre. Der Regen prasselt gegen die Außenjalousien. Um zwei hört der Gewitter auf, es regnet weiter.

Ich stehe auf und putze mir die Zähne, was ich vor dem Einschlafen auf der Couch nicht geschafft habe. Die Migräne ist vorübergehend weg. Ich ziehe eine Jalousie im Wohnzimmer aus Neugier hoch und sehe: Der ganze Schnee, der gestern noch da auf dem Dach lag, ist weg. Auf dem Bürgersteig jedoch noch nicht. Es ist unglaublich, welche Menge an Schnee jetzt geschmolzen ist.

Wenigstens hat die Bahn keine Ausrede mehr, um nicht zu fahren. Ich frage mich, in welchem Zustand der Bahnsteig sich befindet. Voll mit hart getretenem Schnee, auf dem es jetzt ganz viel geregnet hat? Es wird kein Spaß.

Ich hoffe, ich kann noch ein bisschen schlafen. Ich habe gerade höchstens fünf Stunden geschlafen.

Schlaflos

Verflucht nochmal.

Ich bin erschöpft von der Arbeit nach Hause gekommen. Das habe ich gleich dem Ehemann mitgeteilt, als er mich mit dem Auto abgeholt hat. Die Nacht davor konnte ich nach dem Konzertbesuch erstaunlicherweise durchgehend schlafen, aber es gab auf Arbeit viel zu tun, und ich bin wieder fast zehn Stunden im Büro geblieben. Ich war schon beim Kochen müde und hatte leicht Kopfschmerzen, was dem Ehemann auch nicht entgangen ist, und bin knapp um halb zehn auf der Couch eingeschlafen, während er oben im Arbeitszimmer beschäftigt war.

Und was fällt ihm ein, als er kurz vor Mitternacht beschließt, ins Bett zu gehen? Mich von der Couch zu wecken, damit ich auch ins Bett gehe. Ist doch klar, dass ich dadurch wach werde. Während er sich also bei mir einkuschelt, entspannt und beim Einschlafen anfängt, leise vor sich hin zu scharchen, fährt mein Körper immer noch hoch und ich kann nicht mehr schlafen.

Ich bin also wieder auf der Couch. Schlafen kann ich immer noch nicht mehr, aber wenigstens kann ich mich beschäftigen, statt mich nur sinnlos im Bett hin und her zu wälzen. Dabei wäre es mir echt egal, ob der Ehemann dadurch aufwacht. Warum kann er mich nicht einfach weiter auf der Couch schlafen lassen, wenn er weiß, ich bin erschöpft und sieht, dass ich doch so gut am Schlafen bin?


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Mit Durchfall in den Tag

Dabei hatte ich so vieles vor, heute.

Putzen, zum Beispiel. Staubsaugen, Boden wischen, Fenster putzen wären dran.

Mit dem Fahrrad zum nächstgelegenen Feld fahren, um Tulpen für zu Hause selbst zu schneiden. Das habe ich schon länger vor.

Oder zum Sport gehen. Ich war gestern mit einer Kollegin dort, da Fitness First diese Freitagsaktion anbietet. Dadurch, dass ich ihr erstmal alle Geräte erklärt und aufgepasst habe, dass sie die Übungen richtig ausführt, bin ich nicht mal zur Hälfte meines üblichen Programms gekommen, und ich dachte, ich könnte am Wochenende nachholen.

Oder endlich mal ein Stück Kuchen bei der netten Bäckerei im Stadtzentrum essen. Dort war ich bis jetzt nur zum Frühstücken, wenn der Ehemann zu Besuch kommt. Man kriegt sogar Eduroam, also könnte ich nach Herzenslust Fotos von den letzten Wanderungen hier und auf Facebook hochladen, ohne auf mein Datenvolumen mit miesem Empfang angewiesen zu sein.

Pustekuchen. Seit heute Morgen gurgelt mein Bauch, und alle zehn Minuten muss ich zur Toilette rennen. Ich wage es nicht mal, zum Penny runter zu laufen, um Klopapier zu kaufen. Ich hoffe, die zwei letzten Rollen, die ich noch habe, werden reichen, bis sich mein Darm beruhigt hat. Hoffentlich ist es nur ein kurzfristiges Verdauungsproblem. Ich habe mir vielleicht zu häufig Couscous mit dem Wasserkocher zubereitet.

Es hätte schlimmer sein können. Es hätte beim Wandern passieren können.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die schlimmste Migräne überhaupt

Die hatte ich gestern. Ich finde, ich habe momentan häufiger Migränen als sonst. Schon dreimal in diesem Jahr! Im neuen Job habe ich viel zu lernen. Ute ist immer noch so anstrengend, wobei es besser geworden ist, seitdem ich den Trick von Tim verwende, einfach Kopfhörer drauf und ignorieren. Natürlich nicht wenn es um die Arbeit geht, aber das ist eher die Ausnahme. Meistens redet sie irgendein Quatsch ohne vorher nachzudenken oder regt sich total wegen Belanglosigkeiten auf. Gestern zum Beispiel. Sie sitzt vor ihrem Rechner, ich bin tief am Programmieren, und plötzlich fragt sie mich, ob es der 12. oder der 13. Februar wäre. Ignoriert, Kopfhörer als Alibi. Ich kann sie immer noch hören, aber das weiß sie nicht. Wie respektlos ist das, mich für so eine blöde Frage aus meiner Arbeit zu reißen, wenn ein Blick auf ihrem Bildschirm ihr die Antwort geben kann? Ich glaube, sie ist einfach süchtig nach Aufmerksamkeit und erträgt es nicht, wenn sich zwei Stunden lang niemand mit ihr unterhält.

Ich gebe Ute also einen guten Anteil Verantwortung dafür, dass ich so viele Migränen in letzter Zeit hatte. Natürlich könnte es auch daran liegen, dass ich wieder die Pille nehme. Oder dass sich jedes Mal das Wetter geändert hat. Oder dass ich immer am Abend davor im Fitnessstudio war, und mit naßen Haaren raus gekommen bin… Nein. Dann würde ich viel häufiger an Migränen leiden. Ich besitze seit über zwanzig Jahren keinen Föhn.

Gestern war jedenfalls die schlimmste Migräne, die ich je hatte. Schon vor der Mittagspause ahnte ich was Böses. Ich habe viel getrunken, es hat nicht geholfen. Und das, obwohl ich noch am frühen Morgen dachte, wie gut es mir doch in letzter Zeit gegangen war… Wie die zwei anderen Male. Es sollte mir eine Warnung sein. Wenn ich plötzlich denke, mir geht es ausgesprochen gut, sollte ich mich mental darauf vorbereiten, am Nachmittag zu nichts mehr fähig zu sein. Wie gestern Nachmittag. Nach dem Mittagessen habe ich bedauert, ausnahmsweise meine Packung Paracetamol zu Hause gelassen zu haben. Als ich mich kurz nach vier flau im Magen gefühlt habe, habe ich meine Sachen gepackt und früh Feierabend gemacht. Mit Bus und S-Bahn. Zwei Bussen, genauer gesagt. Mein zweiter Bus hat mich zu einer S-Bahn Station gebracht, wo die ersten Menschen schon vom Fasching-Zug zurück kamen. Dort, abseits auf der Wiese, dürfte noch mein gestriges Mittagessen liegen. Dass ich mich bei einer Migräne übergeben muss, hatte ich noch nie. Ich hoffe, es passiert nie wieder.

Um sechs war ich, nach einem unangenehmen Besuch über die Toilette, im Bett. Zwei Stunden später habe ich meinem Magen das Schlucken einer Paracetamol-Tablette zugemutet. Bis elf habe ich dann geschlafen, bis der Ehemann mir eine Nachricht geschickt hat. Ich hätte das Handy im Flugzeugmodus stellen sollen, weil ich danach bis sechs Uhr morgens nicht mehr einschlafen konnte. Dafür ging es mir heute auf Arbeit erstaunlich gut.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Sturmbedingte Migräne

Friederike habe ich nicht kommen sehen. Ich bin momentan ziemlich abgeschnitten, was Nachrichten angeht. Im Hotel hatte ich schon kaum Fernsehen geguckt. Jetzt in der neuen Wohnung habe ich noch keinen Fernseher, bis der Ehemann zuzieht, und bin froh, wenigstens das Handy zu haben, um ein bisschen surfen zu können.

So lange bin ich abends sowieso nicht dabei. Die Vermieterin war so lieb, mir eine Grundausstattung auszuleihen: Klappstuhl, kleiner Tisch, elektrisch aufblasbares Bett. Ich war am Montag mit der Isomatte und dem Schlafsack angekommen, so lässt es sich doch besser schlafen. Am Tisch mit dem Laptop zu sitzen ist aber nicht so bequem. Und kalt ist es, in der Wohnung. Ich habe eine zentrale Steuerung für die Temperatur, die ich über den Tag programmieren kann, aber wie ich inzwischen gelernt habe, ist die Temperatur im Raum drei Grad kühler als auf dem Heizkörper, und sie braucht recht lange, um abends wieder zu steigen. Ich muss zwei Stunden bevor ich ankomme auf 22°C regeln, um 19°C zu haben (18,5°C, sagt mir gerade der Thermometer). Daher war ich gestern einkaufen und habe mir zwei Leggins bei C&A besorgt. Der Onesie bei Hunkemöller kam mir übertrieben und nicht so sexy vor, aber vielleicht hätte ich doch zuschlagen sollen. Oder wenigstens bei den Hausstiefeln. Meine dicken Thermosocken über die dünneren Strumpfhosen reichen nicht. So bleibe ich jedenfalls nicht lange am Tisch und tüte mich früh in den Schlafsack ein. Vielleicht geht es besser, wenn die Wohnung möbliert wird.

Meine einzige Sorge gestern und heute morgen galt also der Kälte und dem vorgesehenen Schnee. Ich und Glätte… Es war zum Glück halb so schlimm wie befürchtet, und ich bin heil zur Arbeit angekommen. Ich konnte sogar ein bisschen das Gehen auf Glätte mit dem matschigen Schnee üben. Ich bewundere all die Leute, die auf dem nicht gefegten Bahnsteig so schnell unterwegs waren, selbst mit glatten Sohlen, und scheinbar kein Problem hatten. Mir wird schon schwindelig, wenn ich nur zusehe, wie jemand mit dem Fuß zwei Zentimeter beim Gehen rutscht… Na ja, so richtig glatt war es auch nicht, heute morgen. Was meine App nicht erwähnt hatte, war die Sturmwarnung. Windows halt, keine vernünftige App mehr…

Im Laufe des Tages ging es mir zunehmend schlechter, und ich musste drei Paracetamol-Tabletten einnehmen, ohne eine große Linderung zu spüren. Dabei hatte ich mich letzte Woche schon gewundert, dass ich in diesem Zyklus noch keine Migräne bekommen hatte und mich ausnahmsweise so lange so toll fühlte. Der Wind ist schuld, habe ich zuerst gedacht. Dass es so ein starker Sturm war, hatte ich im Büro trotz pfeifendes Windes nicht mitbekommen, bis ich die Nachrichten heute Abend gelesen habe. Kein Wunder, dass mein Kopf sich so anfühlt, als ob es explodieren möchte. Schon wieder ist es die linke Schläfe, die am stärksten schmerzt. Der Burger beim Asado auf dem Umweg nach Hause hat geholfen. Ich hoffe, dass der Sturm morgen nicht mehr so stark ist, damit ich nach Hause fahren kann. Am Abend soll die Bahn wieder funktionieren, heißt es.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Doch wieder die Pille


Ich dachte, ich würde nie wieder die Pille nehmen. Jetzt habe ich ein Rezept für vier Monate bekommen. Heute Morgen in Anwesenheit vom Ehemann die erste Pille geschluckt, direkt nachdem ich aus der Gynäkologie-Praxis raus kam.

Es war nicht leicht, aber die Entscheidung musste ich doch treffen. Erstmal aus gesundheitlichen Gründen. Ich bin es satt, dass meine Periode seit der Fehlgeburt so unregelmäßig geworden ist. In meinem Kalender habe ich Kreise an den Tagen mit extrem starken Blutungen gemacht. Der Höhepunkt der Periode, sozusagen. Gestern war so ein Tag. Davor war vor 23 Tagen. Und der vorherige Zyklus war 18 Tage lang. Der Zyklus noch davor 38 Tage. Ich dachte schon, ich wäre wieder schwanger, aber meine morgendliche Temperatur war die ganze Zeit genau zwischen „vor dem Eisprung“ und „nach dem Eisprung“, und die drei Tests, die ich gemacht habe, sind negativ ausgefallen. Wenn ich gucke, wie lange meine Zyklen seit der Fehlgeburt waren: 23, 18, 38, 24, 26, 25, 27, 41, 24, 33 Tage. Vor der Schwangerschaft war ich wie eine Uhr eingestellt, alle 28 Tage. Jetzt weiß ich gar nicht mehr, wann der Eisprung dran wäre, und die Temperatur hilft nicht, weil sie sich nicht mehr so binär wie vor der Schwangerschaft verhält. Vorher waren es etwa 36,0°C vor dem Eisprung, 36,5°C danach. Seit einiger Zeit bleibt es um die 36,2°C.

Vielleicht ist etwas dran, was die Gynäkologin heute Morgen sagte. Die Menopause fängt an. In meinem Alter kann es schon sein, auch wenn es bei meiner Mutter viel später passiert ist. Oder die Fehlgeburt hat mein Zyklus durcheinander gebracht, wie Kate meinte, oder vielmehr ihre Mutter, die Gynäkologin ist. Die Pille würde dann helfen, den Zyklus wieder in Ordnung zu bringen. Damit wäre es mit dem Kinderwunsch auch vorbei, sagte meine Gynäkologin heute Morgen. Nicht, weil die Pille nach dem Aussetzen Unfruchtbarkeit bringt, sondern weil ich danach einfach ein paar Monate älter bin, und nach vierzig kann man sich sehr glücklich schätzen, schwanger zu werden. Der Kinderwunsch kommt aber vor allem vom Ehemann, und ich denke, er kann auch damit leben, wenn wir keine Kinder bekommen.

Man könnte auch den Zyklus mit anderen Mitteln als mit der Pille korrigieren. Aber verhüten will ich jetzt auch, und der Ehemann hat keine Lust mehr, wieder Kondome zu benutzen. Denn ab Januar fange ich eine neue Arbeit an. Der Vertrag ist jetzt angekommen. Heißt, ich habe wieder eine sechsmonatige Probephase zu bestehen. Schwanger werden ist keine Option. Ich meine, in München? Mit der Pendlerei? Während der Ehemann noch in Berlin ist und nach einer neuen Arbeit zum Umziehen sucht? Wo ich das Doppelte von ihm verdiene? Wenn ich dann ausfalle, wird es kein Spaß, bei den Preisen für Wohnungen.

Und dann kommt der Schwindel dazu. Diese Woche recht heftig. Es hat am Montag angefangen, kurz vor Feierabend. War ich froh, dass der Ehemann mich von der Arbeit mit dem Auto abgeholt hatte! Beim Aufstehen musste ich mich plötzlich gegen die Wand im Büro fest halten, weil alles schwankte. Am Mittwochabend, an der Haltestelle, dachte ich plötzlich, dass die Bank, neben der ich stand, total am wackeln war. Ich habe sie angefasst und versucht zu bewegen, aber sie war fest verankert und bewegte sich nicht. Die Frau neben mir hat mich ganz schief geschaut. Die Gynäkologin meinte heute, es könnte eine Folge der Unregelmäßigkeit meiner Periode sein. Vielleicht habe ich Eisenmangel? Eine Blutprobe wurde genommen, aber eigentlich habe ich es schon vor einem Monat beim neuen Hausarzt gemacht, und er meinte, alles wäre in Ordnung. Vielleicht bin ich einfach erschöpft.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Unwohl

Heute bin ich zu Hause geblieben. Es gibt genug Überstunden, die ich abbauen kann. Das Wochenende war hart, ich war nach dem Horror-Samstag zum letzten Mal um drei Uhr morgens von den Nutzern angerufen und aus dem Schlaf gerissen worden. Natürlich konnte ich danach nicht so schnell wieder einschlafen und war am Sonntag platt. Damit war der Tag im Eimer, auch für den Ehemann, und wir haben nichts unternommen.

Gestern war ich auf Arbeit, wenn nur, um das Rufbereitschaftshandy los zu werden. Befriedigend war das nicht. Bis zum Ende des Jahres haben wir ab dieser Woche keinen Nutzerbetrieb mehr. Die Kollegen dürfen ab jetzt einfach für die Rufbereitschaft bezahlt werden, ohne dass sie dafür wirklich etwas leisten, denn automatische Anrufe aus unserer Alarmanlage sollte es kaum geben. Na ja, das gab es auch vor Kurzem, dass es ernsthafte technische Probleme gab, und ich war auch dran, und dazu noch an einem Wochenende… Selbst wenn ich es unerwähnt ließ, trug es obendrauf zu meiner Unmut bei. Irgendwie muss ich Pech anziehen.

Gestern Abend habe ich mich jedenfalls körperlich sehr schlecht gefühlt. Vielleicht hat es mit dem ganzen Stress zu tun. Ich hatte starke Bauchschmerze und Rückenschmerze, als ob ich meine Periode bekommen würde. Die hatte ich zuletzt vor zweieinhalb Wochen. Sie war plötzlich ganz heftig gekommen, und schon dermaßen verspätet, dass ich dachte, wieder schwanger zu sein. Vor allem, weil ich eines Abends dachte, meine Brust wäre dicker geworden. Nein. Alle Tests sind negativ ausgefallen. Dass meine Temperatur leicht erhöht war, lag vermutlich an die Blasenentzündung.

Und jetzt, die kriege ich wirklich wieder, die Periode! Heute mit extra Portion Schwindelgefühl. Morgen habe ich meinen Termin beim neuen Arzt für den Gesundheitscheck, ich weiß nicht, ob es eine so gute Idee ist. Die Urinprobe kann ich schon mal nicht liefern. Das konnte ich letzte Woche auch nicht, als ich zur Blutabnahme hin gegangen bin. Ich war noch dabei, meine Mykose, die als Folge der Breitbandantibiotika gegen die Blasenentzündung gekommen ist, zu behandeln. Das hatte ich schon mal wegen der letzten Periode abbrechen müssen. Und jetzt auch wieder. Ob ich diese Mykose jemals los werde? Seit der Blasenentzündung verzichten wir auf Geschlechtsverkehr, das reicht jetzt langsam!

Das mit dem Stress wird jedenfalls länger dauern. Am Wochenende muss ich zu einer Tagung nach England fliegen, und am Tag meiner Rückkehr geht es gleich weiter nach München zum Vorstellungsgespräch. Wofür ich noch eine Präsentation vorbereiten muss. Bezahlbare Flüge zwischen Berlin und München gibt es schon nicht mehr, ich muss mit der Bahn fahren. Es wird knapp, von Schönefeld zum Hauptbahnhof zu fahren. Das heißt, ich werde gar nicht dazu kommen, zwischendurch den Ehemann zu sehen.

Wenigstens was Schönes: Kate nimmt auch an der Tagung teil. Einen Tisch bei NOPI habe ich uns schon für den letzten Abend gebucht. Darauf freue ich mich riesig!


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Hausarzt gewechselt

Ich war schon länger mit unserem Hausarzt unzufrieden. Der Ehemann hatte ihn uns ausgesucht, bevor wir zusammen umgezogen sind. So praktisch auf der anderen Seite der Straße. Das war vor drei Jahren.

Mich hat es vom Anfang an gestört, wie sehr es im Treppenhaus und in der Praxis nach Zigarettenqualm stinkt. Sobald man die Haustür öffnet, wird man von dem Mief begrüßt. Meistens hat es in der Praxis nicht so stark gestunken, und ich hatte immer gedacht, es wäre ein Nachbar im Haus, der die ganze Zeit so raucht. Nein. Es lag daran, dass die Fenster in der Praxis häufig weit geöffnet sind, um zu lüften. Der Arzt hat eine Küche hinter dem Warteraum, und als ich eines Morgens bei der Eröffnung vor dem Schreibtisch seiner Sekretärin stand, saß er da am Küchentisch mit breit geöffneter Tür und rauchte. In seiner Praxis. In völliger Verachtung seiner Patienten. Das darf doch nicht wahr sein! Der Arzt ist auf Bewertungsportalen dafür bekannt, dass er seine Patienten leicht krank schreibt, wahrscheinlich deswegen ist seine Praxis trotzdem gut gefüllt, überwiegend von kerngesund aussehenden jungen Menschen.

Als er mich vor zweieinhalb Jahren mit Verdacht auf Appendizitis wegen Bauchschmerzen zur Notaufnahme vom nächsten Krankenhaus geschickt hatte, dachte ich nach der OP, immerhin hat er mich dahin geschickt und mir so das Leben gerettet. Ich hatte innerlich viel Blut verloren. Gut, es war keine Appendizitis sondern eine Bauchhöhlenschwangerschaft, aber wie soll man bei so starken Schmerzen so schnell die richtige Diagnose stellen? Die Möglichkeit einer Extrauteringravidität hatte er erwähnt, obwohl er nicht daran glaubte und die zusätzlichen Schulterschmerzen ignoriert hatte. Im Nachhinein: Er hätte drauf kommen sollen. Wir hätten auf jeden Fall viel Zeit gespart, wenn er mich gleich zu einem Krankenhaus mit einer Gynäkologie-Abteilung geschickt hätte.

So sah mein Radiusköpchen im letzten Sommer aus.

Nach der Fehlgeburt am Anfang des Jahres bin ich bei ihm gewesen. Ich hatte einige Wochen zuvor Schmerzen in meinem linken Ellbogen gespürt. Ein Dreivierteljahr davor hatte ich mir den Radiusköpchen angebrochen, und nach der Behandlung wurde der Riss nicht geprüft. Nicht, dass es den Arzt interessiert hätte, er hatte sich damals die Tomographie-Erbegnisse gar nicht angeschaut. Der Bruch war komplizierter als gedacht. Als ich also während der Schwangerschaft Schmerzen bekommen hatte und den Unterarm nicht mehr so weit drehen konnte, bin ich zur Orthopädie gegangen. Wegen meines Zustandes kam Radiologie nicht in Frage, der Unterschied zum rechten Arm war aber deutlich zu sehen. Nach der Fehlgeburt bin ich zurück zum Hausarzt gegangen. Der Schmerz war wieder weg, der Arm sah normal aus, es gab kein akutes Problem, was die Nutzung der Sprechstunde bei der Orthopädie rechtfertigen würde. Außerdem hatte der Hausarzt damals die Tomographie angefordert. Tja. Alles, was er mir verordnet hat, waren Antidepressiva. „Mit ihrem Arm ist alles in Ordnung, Sie haben ein Problem im Kopf“, verkündete er mir. Ist ja klar, nach der Fehlgeburt drehe ich jetzt durch, war seine Schlussfolgerung. Es hat mich recht sauer gemacht. Ich habe beschlossen, nie wieder zu ihm zu gehen.

Einen neuen Arzt hatte ich mir leider noch nicht ausgesucht, als ich vor zehn Tagen aus heiterem Himmel eine Blasenentzündung bekommen habe. Ich war gerade aus einem zweitägigen Workshop mit dem Bus aus dem Flughafen zurück nach Hause gefahren. Nach der Haltestelle hatte ich gut zehn Minuten Fußweg, worüber ich mich freute. Mir ging’s blendend. Beim Aussteigen habe ich plötzlich so einen schmerzhaften Harndrang gespürt, das war unglaublich. Ich konnte keine zehn Meter laufen, ohne eine kurze Pause einlegen zu müssen, um den Urin in der Blase zu halten. Die Nacht war hereingebrochen, die Gegend nicht so stark besiedelt, und obwohl ich so gerne einfach am Straßenrand meine Blase geleert hätte, konnte ich nicht. Es war mir zu hell beleuchtet, vereinzelte Leute waren noch unterwegs. Ich trug einen langen Mantel und habe ernsthaft daran gedacht, mir in die Hose zu pinkeln. Aber dann, die Sauerei in den Schuhen… Ich habe es bis nach Hause geschafft. Habe alles am Boden fallen lassen, bin am erstaunten Ehemann vorbei gerauscht und samt Schuhe und Mantel zum Klo gerannt. Hat es weh getan! Und zum Schluß war der Urin rötlich gefärbt. Den ganzen restlichen Abend hatte ich Harndrang, obwohl ganz wenig zu entsorgen war, und es gab Blut im Urin. Am nächsten Morgen musste ich zum Arzt. Als ich ihn gefragt habe, ob er eine Urinprobe wollte, hat er gelacht. Ich habe pauschal Antibiotika gegen E. Coli bekommen. Wie lange möchte ich denn krank geschrieben werden, wollte er wissen. Gar nicht, war meine Antwort. Ich programmiere, habe also keine schwere körperliche Arbeit, und es macht mir Spaß. Das war für ihn unbegreiflich. Eine junge Frau soll hübsch sein und nicht so viel denken, hat er mir gesagt. Was will ich mit Programmieren? Ah ja, ich hatte schon mitgekriegt, wie frauenfeindlich er seine weiblichen Hilfskräfte behandelt. Und er war schon dabei, mir geistesabwesend das Formular für eine Krankschreibung zu füllen. Die habe ich abgelehnt.

Mir hat’s gereicht. Der Ehemann hat sich letzte Woche einen grippalen Infekt geholt und ich habe etwas davon bekommen. Wir mussten beide zum Arzt. Diesmal war eine Krankschreibung nötig. Wir haben einen anderen Arzt gefunden, der zwar weiter weg liegt, dafür einen viel besseren Eindruck macht. Die Praxis stinkt nicht wie ein Rauchsalon, der Empfangsbereich sieht sauberer und professioneller aus, das Wartezimmer ist viel angenehmer gestaltet, und der Arzt nimmt mich ernst, wenn ich etwas erzähle! Dass ich übrigens nach der Behandlung mit Antibiotika eine vaginale Mykose entwickelt habe, überrascht ihn nicht, es ist bekannt. Das ist die Art von Information, die ich gerne von meinem ehemaligen Arzt bekommen hätte. Ich habe es nicht kommen gesehen. Ich finde nun, langsam könnten die Wehwehchen aufhören. Einen Monat dauert es schon an. Was der neue Arzt sonst angesprochen hat ist, dass wir einen Termin für einen Gesundheitscheck vereinbaren sollen. Darauf hat jeder Versicherter ab 35 alle zwei Jahre einen Anspruch, und das hatte mir der vorherige Arzt verschwiegen! Ich bin froh, dass wir die Praxis gewechselt haben.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.