Mit Durchfall in den Tag

Dabei hatte ich so vieles vor, heute.

Putzen, zum Beispiel. Staubsaugen, Boden wischen, Fenster putzen wären dran.

Mit dem Fahrrad zum nächstgelegenen Feld fahren, um Tulpen für zu Hause selbst zu schneiden. Das habe ich schon länger vor.

Oder zum Sport gehen. Ich war gestern mit einer Kollegin dort, da Fitness First diese Freitagsaktion anbietet. Dadurch, dass ich ihr erstmals alle Geräte erklärt und aufgepasst habe, dass sie die Übungen richtig ausführt, bin ich nicht mal zur Hälfte meines üblichen Programms gekommen, und ich dachte, ich könnte am Wochenende nachholen.

Oder endlich mal ein Stück Kuchen bei der netten Bäckerei im Stadtzemtrum essen. Dort war ich bis jetzt nur zum Frühstücken, wenn der Ehemann zu Besuch kommt. Man kriegt sogar Eduroam, also könnte ich nach Herzenslust Fotos von den letzten Wanderungen hier und auf Facebook hochladen, ohne auf mein Datenvolumen mit miesem Empfang angewiesen zu sein.

Pustekuchen. Seit heute Morgen gurgelt mein Bauch, und alle zehn Minuten muss ich zur Toilette rennen. Ich wage es nicht mal, zum Penny runter zu laufen, um Klopapier zu kaufen. Ich hoffe, die zwei letzten Rollen, die ich noch habe, werden reichen, bis sich mein Darm beruhigt hat. Hoffentlich ist es nur ein kurzfristiges Verdauungsproblem. Ich habe mir vielleicht zu häufig Couscous mit dem Wasserkocher zubereitet.

Es hätte schlimmer sein können. Es hätte beim Wandern passieren können.

Advertisements

Morgen ist Weltschlaftag

Endlich mal ein Welttag, über den ich mich freue. Den Wecker habe ich aus gemacht. Ich zweifle, dass es etwas bringt, da ich meistens vor ihm aufwache. Mal schauen.

Gutes Nächtle!

Die schlimmste Migräne überhaupt

Die hatte ich gestern. Ich finde, ich habe momentan häufiger Migränen als sonst. Schon dreimal in diesem Jahr! Im neuen Job habe ich viel zu lernen. Ute ist immer noch so anstrengend, wobei es besser geworden ist, seitdem ich den Trick von Tim verwende, einfach Kopfhörer drauf und ignorieren. Natürlich nicht wenn es um die Arbeit geht, aber das ist eher die Ausnahme. Meistens redet sie irgendein Quatsch ohne vorher nachzudenken oder regt sich total wegen Belanglosigkeiten auf. Gestern zum Beispiel. Sie sitzt vor ihrem Rechner, ich bin tief am Programmieren, und plötzlich fragt sie mich, ob es der 12. oder der 13. Februar wäre. Ignoriert, Kopfhörer als Alibi. Ich kann sie immer noch hören, aber das weiß sie nicht. Wie respektlos ist das, mich für so eine blöde Frage aus meiner Arbeit zu reißen, wenn ein Blick auf ihrem Bildschirm ihr die Antwort geben kann? Ich glaube, sie ist einfach süchtig nach Aufmerksamkeit und erträgt es nicht, wenn sich zwei Stunden lang niemand mit ihr unterhält.

Ich gebe Ute also einen guten Anteil Verantwortung dafür, dass ich so viele Migränen in letzter Zeit hatte. Natürlich könnte es auch daran liegen, dass ich wieder die Pille nehme. Oder dass sich jedes Mal das Wetter geändert hat. Oder dass ich immer am Abend davor im Fitnessstudio war, und mit naßen Haaren raus gekommen bin… Nein. Dann würde ich viel häufiger an Migränen leiden. Ich besitze nähmlich seit über zwanzig Jahren keinen Föhn.

Gestern war jedenfalls die schlimmste Migräne, die ich je hatte. Schon vor der Mittagspause ahnte ich was Böses. Ich habe viel getrunken, es hat nicht geholfen. Und das, obwohl ich noch am frühen Morgen dachte, wie gut es mir doch in letzter Zeit gegangen war… Wie die zwei anderen Male. Es sollte mir eine Warnung sein. Wenn ich plötzlich denke, mir geht es ausgesprochen gut, sollte ich mich mental darauf vorbereiten, am Nachmittag zu nichts mehr fähig zu sein. Wie gestern Nachmittag. Nach dem Mittagessen habe ich bedauert, ausnahmsweise meine Packung Paracetamol zu Hause gelassen zu haben. Als ich mich kurz nach vier flau im Magen gefühlt habe, habe ich meine Sachen gepackt und früh Feierabend gemacht. Mit Bus und S-Bahn. Zwei Bussen, genauer gesagt. Mein zweiter Bus hat mich zu einer S-Bahn Station gebracht, wo die ersten Menschen schon vom Fasching-Zug zurück kamen. Dort, abseits auf der Wiese, dürfte noch mein gestriges Mittagessen liegen. Dass ich mich bei einer Migräne übergeben muss, hatte ich noch nie. Ich hoffe, es passiert nie wieder.

Um sechs war ich, nach einem unangenehmen Besuch über die Toilette, im Bett. Zwei Stunden später habe ich meinem Magen das Schlucken einer Paracetamol-Tablette zugemutet. Bis elf habe ich dann geschlafen, bis der Ehemann mir eine Nachricht geschickt hat. Ich hätte das Handy im Flugzeugmodus stellen sollen, weil ich danach bis sechs Uhr morgens nicht mehr einschlafen konnte. Dafür ging es mir heute auf Arbeit erstaunlich gut.

Sturmbedingte Migräne

Friederike habe ich nicht kommen sehen. Ich bin momentan ziemlich abgeschnitten, was Nachrichten angeht. Im Hotel hatte ich schon kaum Fernsehen geguckt. Jetzt in der neuen Wohnung habe ich noch keinen Fernseher, bis der Ehemann zuzieht, und bin froh, wenigstens das Handy zu haben, um ein bisschen surfen zu können.

So lange bin ich abends sowieso nicht dabei. Die Vermeterin war so lieb, mir eine Grundausstattung auszuleihen: Klappstuhl, kleiner Tisch, elektrisch aufblasbares Bett. Ich war am Montag mit der Isomatte und dem Schlafsack angekommen, so lässt es sich doch besser schlafen. Am Tisch mit dem Laptop zu sitzen ist aber nicht so bequem. Und kalt ist es, in der Wohnung. Ich habe eine zentrale Steuerung für die Temperatur, die ich über den Tag programmieren kann, aber wie ich inzwischen gelernt habe, ist die Temperatur im Raum drei Grad kühler als auf dem Heizkörper, und sie braucht recht lange, um abends wieder zu steigen. Ich muss zwei Stunden bevor ich ankomme auf 22°C regeln, um 19°C zu haben (18,5°C, sagt mir gerade der Thermometer). Daher war ich gestern einkaufen und habe mir zwei Leggins bei C&A besorgt. Der Onesie bei Hunkemöller kam mir übertrieben und nicht so sexy vor, aber vielleicht hätte ich doch zuschlagen sollen. Oder wenigstens bei den Hausstiefeln. Meine dicken Thermosocken über die dünneren Strumpfhosen reichen nicht. So bleibe ich jedenfalls nicht lange am Tisch und tüte mich früh in den Schlafsack ein. Vielleicht geht es besser, wenn die Wohnung möbliert wird.

Meine einzige Sorge gestern und heute morgen galt also der Kälte und dem vorgesehenen Schnee. Ich und Glätte… Es war zum Glück halb so schlimm wie befürchtet, und ich bin heil zur Arbeit angekommen. Ich konnte sogar ein bisschen das Gehen auf Glätte mit dem matschigen Schnee üben. Ich bewundere all die Leute, die auf dem nicht gefegten Bahnsteig so schnell unterwegs waren, selbst mit glatten Sohlen, und scheinbar kein Problem hatten. Mir wird schon schwindelig, wenn ich nur zusehe, wie jemand mit dem Fuß zwei Zentimeter beim Gehen rutscht… Na ja, so richtig glatt war es auch nicht, heute morgen. Was meine App nicht erwähnt hatte, war die Sturmwarnung. Windows halt, keine vernünftige App mehr…

Im Laufe des Tages ging es mir zunehmend schlechter, und ich musste drei Paracetamol-Tabletten einnehmen, ohne eine große Linderung zu spüren. Dabei hatte ich mich letzte Woche schon gewundert, dass ich in diesem Zyklus noch keine Migräne bekommen hatte und mich ausnahmsweise so lange so toll fühlte. Der Wind ist schuld, habe ich zuerst gedacht. Dass es so ein starker Sturm war, hatte ich im Büro trotz pfeifendes Windes nicht mitbekommen, bis ich die Nachrichten heute Abend gelesen habe. Kein Wunder, dass mein Kopf sich so anfühlt, als ob es explodieren möchte. Schon wieder ist es die linke Schläfe, die am stärksten schmerzt. Der Burger beim Asado auf dem Umweg nach Hause hat geholfen. Ich hoffe, dass der Sturm morgen nicht mehr so stark ist, damit ich nach Hause fahren kann. Am Abend soll die Bahn wieder funktionieren, heißt es.

Doch wieder die Pille


Ich dachte, ich würde nie wieder die Pille nehmen. Jetzt habe ich ein Rezept für vier Monate bekommen. Heute Morgen in Anwesenheit vom Ehemann die erste Pille geschluckt, direkt nachdem ich aus der Gynäkologie-Praxis raus kam.

Es war nicht leicht, aber die Entscheidung musste ich doch treffen. Erstmals aus gesundheitlichen Gründen. Ich bin es satt, dass meine Periode seit der Fehlgeburt so unregelmäßig geworden ist. In meinem Kalender habe ich Kreise an den Tagen mit extrem starken Blutungen gemacht. Der Höhepunkt der Periode, sozusagen. Gestern war so ein Tag. Davor war vor 23 Tagen. Und der vorherige Zyklus war 18 Tage lang. Der Zyklus noch davor 38 Tage. Ich dachte schon, ich wäre wieder schwanger, aber meine morgendliche Temperatur war die ganze Zeit genau zwischen „vor dem Eisprung“ und „nach dem Eisprung“, und die drei Tests, die ich gemacht habe, sind negativ ausgefallen. Wenn ich gucke, wie lange meine Zyklen seit der Fehlgeburt waren: 23, 18, 38, 24, 26, 25, 27, 41, 24, 33 Tage. Vor der Schwangerschaft war ich wie eine Uhr eingestellt, alle 28 Tage. Jetzt weiß ich gar nicht mehr, wann der Eisprung dran wäre, und die Temperatur hilft nicht, weil sie sich nicht mehr so binär wie vor der Schwangerschaft verhält. Vorher waren es etwa 36,0°C vor dem Eisprung, 36,5°C danach. Seit einiger Zeit bleibt es um die 36,2°C.

Vielleicht ist etwas dran, was die Gynäkologin heute Morgen sagte. Die Menopause fängt an. In meinem Alter kann es schon sein, auch wenn es bei meiner Mutter viel später passiert ist. Oder die Fehlgeburt hat mein Zyklus durcheinander gebracht, wie Kate meinte, oder vielmehr ihre Mutter, die Gynäkologin ist. Die Pille würde dann helfen, den Zyklus wieder in Ordnung zu bringen. Damit wäre es mit dem Kinderwunsch auch vorbei, sagte meine Gynäkologin heute Morgen. Nicht, weil die Pille nach dem Aussetzen Unfruchtbarkeit bringt, sondern weil ich danach einfach ein paar Monate älter bin, und nach vierzig kann man sich sehr glücklich schätzen, schwanger zu werden. Der Kinderwunsch kommt aber vor allem vom Ehemann, und ich denke, er kann auch damit leben, wenn wir keine Kinder bekommen.

Man könnte auch den Zyklus mit anderen Mitteln als mit der Pille korrigieren. Aber verhüten will ich jetzt auch, und der Ehemann hat keine Lust mehr, wieder Kondome zu benutzen. Denn ab Januar fange ich eine neue Arbeit an. Der Vertrag ist jetzt angekommen. Heißt, ich habe wieder eine sechsmonatige Probephase zu bestehen. Schwanger werden ist keine Option. Ich meine, in München? Mit der Pendlerei? Während der Ehemann noch in Berlin ist und nach einer neuen Arbeit zum Umziehen sucht? Wo ich das Doppelte von ihm verdiene? Wenn ich dann ausfalle, wird es kein Spaß, bei den Preisen für Wohnungen.

Und dann kommt der Schwindel dazu. Diese Woche recht heftig. Es hat am Montag angefangen, kurz vor Feierabend. War ich froh, dass der Ehemann mich von der Arbeit mit dem Auto abgeholt hatte! Beim Aufstehen musste ich mich plötzlich gegen die Wand im Büro fest halten, weil alles schwankte. Am Mittwochabend, an der Haltestelle, dachte ich plötzlich, dass die Bank, neben der ich stand, total am wackeln war. Ich habe sie angefasst und versucht zu bewegen, aber sie war fest verankert und bewegte sich nicht. Die Frau neben mir hat mich ganz schief geschaut. Die Gynäkologin meinte heute, es könnte eine Folge der Unregelmäßigkeit meiner Periode sein. Vielleicht habe ich Eisenmangel? Eine Blutprobe wurde genommen, aber eigentlich habe ich es schon vor einem Monat beim neuen Hausarzt gemacht, und er meinte, alles wäre in Ordnung. Vielleicht bin ich einfach erschöpft.

Unwohl

Heute bin ich zu Hause geblieben. Es gibt genug Überstunden, die ich abbauen kann. Das Wochenende war hart, ich war nach dem Horror-Samstag zum letzten Mal um drei Uhr morgens von den Nutzern angerufen und aus dem Schlaf gerissen worden. Natürlich konnte ich danach nicht so schnell wieder einschlafen und war am Sonntag platt. Damit war der Tag im Eimer, auch für den Ehemann, und wir haben nichts unternommen.

Gestern war ich auf Arbeit, wenn nur, um das Rufbereitschaftshandy los zu werden. Befriedigend war das nicht. Bis zum Ende des Jahres haben wir ab dieser Woche keinen Nutzerbetrieb mehr. Die Kollegen dürfen ab jetzt einfach für die Rufbereitschaft bezahlt werden, ohne dass sie dafür wirklich etwas leisten, denn automatische Anrufe aus unserer Alarmanlage sollte es kaum geben. Na ja, das gab es auch vor Kurzem, dass es ernsthafte technische Probleme gab, und ich war auch dran, und dazu noch an einem Wochenende… Selbst wenn ich es unerwähnt ließ, trug es obendrauf zu meiner Unmut bei. Irgendwie muss ich Pech anziehen.

Gestern Abend habe ich mich jedenfalls körperlich sehr schlecht gefühlt. Vielleicht hat es mit dem ganzen Stress zu tun. Ich hatte starke Bauchschmerze und Rückenschmerze, als ob ich meine Periode bekommen würde. Die hatte ich zuletzt vor zweieinhalb Wochen. Sie war plötzlich ganz heftig gekommen, und schon dermaßen verspätet, dass ich dachte, wieder schwanger zu sein. Vor allem, weil ich eines Abends dachte, meine Brust wäre dicker geworden. Nein. Alle Tests sind negativ ausgefallen. Dass meine Temperatur leicht erhöht war, lag vermutlich an die Blasenentzündung.

Und jetzt, die kriege ich wirklich wieder, die Periode! Heute mit extra Portion Schwindelgefühl. Morgen habe ich meinen Termin beim neuen Arzt für den Gesundheitscheck, ich weiß nicht, ob es eine so gute Idee ist. Die Urinprobe kann ich schon mal nicht liefern. Das konnte ich letzte Woche auch nicht, als ich zur Blutabnahme hin gegangen bin. Ich war noch dabei, meine Mykose, die als Folge der Breitbandantibiotika gegen die Blasenentzündung gekommen ist, zu behandeln. Das hatte ich schon mal wegen der letzten Periode abbrechen müssen. Und jetzt auch wieder. Ob ich diese Mykose jemals los werde? Seit der Blasenentzündung verzichten wir auf Geschlechtsverkehr, das reicht jetzt langsam!

Das mit dem Stress wird jedenfalls länger dauern. Am Wochenende muss ich zu einer Tagung nach England fliegen, und am Tag meiner Rückkehr geht es gleich weiter nach München zum Vorstellungsgespräch. Wofür ich noch eine Präsentation vorbereiten muss. Bezahlbare Flüge zwischen Berlin und München gibt es schon nicht mehr, ich muss mit der Bahn fahren. Es wird knapp, von Schönefeld zum Hauptbahnhof zu fahren. Das heißt, ich werde gar nicht dazu kommen, zwischendurch den Ehemann zu sehen.

Wenigstens was Schönes: Kate nimmt auch an der Tagung teil. Einen Tisch bei NOPI habe ich uns schon für den letzten Abend gebucht. Darauf freue ich mich riesig!

Hausarzt gewechselt

Ich war schon länger mit unserem Hausarzt unzufrieden. Der Ehemann hatte ihn uns ausgesucht, bevor wir zusammen umgezogen sind. So praktisch auf der anderen Seite der Straße. Das war vor drei Jahren.

Mich hat es vom Anfang an gestört, wie sehr es im Treppenhaus und in der Praxis nach Zigarettenqualm stinkt. Sobald man die Haustür öffnet, wird man von dem Mief begrüßt. Meistens hat es in der Praxis nicht so stark gestunken, und ich hatte immer gedacht, es wäre ein Nachbar im Haus, der die ganze Zeit so raucht. Nein. Es lag daran, dass die Fenster in der Praxis häufig weit geöffnet sind, um zu lüften. Der Arzt hat eine Küche hinter dem Warteraum, und als ich eines Morgens bei der Eröffnung vor dem Schreibtisch seiner Sekretärin stand, saß er da am Küchentisch mit breit geöffneter Tür und rauchte. In seiner Praxis. In völliger Verachtung seiner Patienten. Das darf doch nicht wahr sein! Der Arzt ist auf Bewertungsportalen dafür bekannt, dass er seine Patienten leicht krank schreibt, wahrscheinlich deswegen ist seine Praxis trotzdem gut gefüllt, überwiegend von kerngesund aussehenden jungen Menschen.

Als er mich vor zweieinhalb Jahren mit Verdacht auf Appendizitis wegen Bauchschmerzen zur Notaufnahme vom nächsten Krankenhaus geschickt hatte, dachte ich nach der OP, immerhin hat er mich dahin geschickt und mir so das Leben gerettet. Ich hatte innerlich viel Blut verloren. Gut, es war keine Appendizitis sondern eine Bauchhöhlenschwangerschaft, aber wie soll man bei so starken Schmerzen so schnell die richtige Diagnose stellen? Die Möglichkeit einer Extrauteringravidität hatte er erwähnt, obwohl er nicht daran glaubte und die zusätzlichen Schulterschmerzen ignoriert hatte. Im Nachhinein: Er hätte drauf kommen sollen. Wir hätten auf jeden Fall viel Zeit gespart, wenn er mich gleich zu einem Krankenhaus mit einer Gynäkologie-Abteilung geschickt hätte.

So sah mein Radiusköpchen im letzten Sommer aus.

Nach der Fehlgeburt am Anfang des Jahres bin ich bei ihm gewesen. Ich hatte einige Wochen zuvor Schmerzen in meinem linken Ellbogen gespürt. Ein Dreivierteljahr davor hatte ich mir den Radiusköpchen angebrochen, und nach der Behandlung wurde der Riss nicht geprüft. Nicht, dass es den Arzt interessiert hätte, er hatte sich damals die Tomographie-Erbegnisse gar nicht angeschaut. Der Bruch war komplizierter als gedacht. Als ich also während der Schwangerschaft Schmerzen bekommen hatte und den Unterarm nicht mehr so weit drehen konnte, bin ich zur Orthopädie gegangen. Wegen meines Zustandes kam Radiologie nicht in Frage, der Unterschied zum rechten Arm war aber deutlich zu sehen. Nach der Fehlgeburt bin ich zurück zum Hausarzt gegangen. Der Schmerz war wieder weg, der Arm sah normal aus, es gab kein akutes Problem, was die Nutzung der Sprechstunde bei der Orthopädie rechtfertigen würde. Außerdem hatte der Hausarzt damals die Tomographie angefordert. Tja. Alles, was er mir verordnet hat, waren Antidepressiva. „Mit ihrem Arm ist alles in Ordnung, Sie haben ein Problem im Kopf“, verkündete er mir. Ist ja klar, nach der Fehlgeburt drehe ich jetzt durch, war seine Schlussfolgerung. Es hat mich recht sauer gemacht. Ich habe beschlossen, nie wieder zu ihm zu gehen.

Einen neuen Arzt hatte ich mir leider noch nicht ausgesucht, als ich vor zehn Tagen aus heiterem Himmel eine Blasenentzündung bekommen habe. Ich war gerade aus einem zweitägigen Workshop mit dem Bus aus dem Flughafen zurück nach Hause gefahren. Nach der Haltestelle hatte ich gut zehn Minuten Fußweg, worüber ich mich freute. Mir ging’s blendend. Beim Aussteigen habe ich plötzlich so einen schmerzhaften Harndrang gespürt, das war unglaublich. Ich konnte keine zehn Meter laufen, ohne eine kurze Pause einlegen zu müssen, um den Urin in der Blase zu halten. Die Nacht war hereingebrochen, die Gegend nicht so stark besiedelt, und obwohl ich so gerne einfach am Straßenrand meine Blase geleert hätte, konnte ich nicht. Es war mir zu hell beleuchtet, vereinzelte Leute waren noch unterwegs. Ich trug einen langen Mantel und habe ernsthaft daran gedacht, mir in die Hose zu pinkeln. Aber dann, die Sauerei in den Schuhen… Ich habe es bis nach Hause geschafft. Habe alles am Boden fallen lassen, bin am erstaunten Ehemann vorbei gerauscht und samt Schuhe und Mantel zum Klo gerannt. Hat es weh getan! Und zum Schluß war der Urin rötlich gefärbt. Den ganzen restlichen Abend hatte ich Harndrang, obwohl ganz wenig zu entsorgen war, und es gab Blut im Urin. Am nächsten Morgen musste ich zum Arzt. Als ich ihn gefragt habe, ob er eine Urinprobe wollte, hat er gelacht. Ich habe pauschal Antibiotika gegen E. Coli bekommen. Wie lange möchte ich denn krank geschrieben werden, wollte er wissen. Gar nicht, war meine Antwort. Ich programmiere, habe also keine schwere körperliche Arbeit, und es macht mir Spaß. Das war für ihn unbegreiflich. Eine junge Frau soll hübsch sein und nicht so viel denken, hat er mir gesagt. Was will ich mit Programmieren? Ah ja, ich hatte schon mitgekriegt, wie frauenfeindlich er seine weiblichen Hilfskräfte behandelt. Und er war schon dabei, mir geistesabwesend das Formular für eine Krankschreibung zu füllen. Die habe ich abgelehnt.

Mir hat’s gereicht. Der Ehemann hat sich letzte Woche einen grippalen Infekt geholt und ich habe etwas davon bekommen. Wir mussten beide zum Arzt. Diesmal war eine Krankschreibung nötig. Wir haben einen anderen Arzt gefunden, der zwar weiter weg liegt, dafür einen viel besseren Eindruck macht. Die Praxis stinkt nicht wie ein Rauchsalon, der Empfangsbereich sieht sauberer und professioneller aus, das Wartezimmer ist viel angenehmer gestaltet, und der Arzt nimmt mich ernst, wenn ich etwas erzähle! Dass ich übrigens nach der Behandlung mit Antibiotika eine vaginale Mykose entwickelt habe, überrascht ihn nicht, es ist bekannt. Das ist die Art von Information, die ich gerne von meinem ehemaligen Arzt bekommen hätte. Ich habe es nicht kommen gesehen. Ich finde nun, langsam könnten die Wehwehchen aufhören. Einen Monat dauert es schon an. Was der neue Arzt sonst angesprochen hat ist, dass wir einen Termin für einen Gesundheitscheck vereinbaren sollen. Darauf hat jeder Versicherter ab 35 alle zwei Jahre einen Anspruch, und das hatte mir der vorherige Arzt verschwiegen! Ich bin froh, dass wir die Praxis gewechselt haben.

Nicht fit

Zur Zeit fühle ich mich nicht so toll. Ich mache immer noch Sport, leider nicht so häufig, wie ich es mir wünsche. Und so pendelt mein Gewicht, ohne dass ich es schaffe, weiter nach unten zu kommen. Zum Kalorienzählen habe ich wieder keine Lust. Wenn man fddb glaubt, bin ich gerade oberhalb der Mitte vom Normalgewicht, bei einem anderen BMI-Rechner bin ich eher knapp vor leichtem Übergewicht. Klar ist, fünf Kilogramme könnten noch locker runter, wenn ich mich bemühen würde. Tue ich nicht.

Ich hatte es zeitweise geschafft, nach einer kurzen Frust-Phase, mein Gewicht von vor der Schwangerschaft endlich wieder zu erreichen. Das war vor dem Urlaub in Frankreich. Es war von vorne rein klar, dass ich dort schlemmen würde, deswegen war es mir wichtig, vorher abzunehmen. Wie sollte ich auch diesen perfekt zubereiteten blutigen Steaks widerstehen? Limousin, Charolais… Nirgendwo in Deutschland habe ich solche zart schmelzenden Fleischstücke serviert bekommen. Hiesige Steakhäuser können das nicht. Vielleicht war ich einfach noch nicht in den richtigen Restaurants. Und den besten Nizza-Salat überhaupt habe ich in Cap Breton gegessen, obwohl ich am Anfang skeptisch war, so weit weg von Nizza. Mit einem halb gegrillten Stück Thunfisch-Steak obendrauf, ein Traum. Ja, also, dass ich nur mit anderthalb Kilo zurück nach Hause gekommen bin, verdanke ich wahrscheinlich all den Zeiten, die wir barfuß am Strand entlang gegangen sind, und den Beach-Volley-Ball-Spielen, die uns trotz Wind sehr viel Spaß gemacht haben. Das haben wir eine Zeit lang nach unserer Rückkehr im Park gemacht, aber jetzt haben wir so abrupt Herbst bekommen, dass die Lust, draußen Ball zu spielen, nachgelassen hat. Und das Fahrrad hat den Winterschlaf im Keller schon begonnen.

Es bleibt immer noch das Fitnessstudio. So regelmäßig gehe ich seit dem Urlaub nicht mehr hin. Gerade einmal die Woche schaffe ich es. Zum einem liegt es daran, dass ich auf Arbeit wieder Rufbereitschaft und Wochenendeinsatz bekommen habe, da ich nicht mehr schwanger bin. Zwei Samstage konnte ich deswegen nicht zur Wassergymnastik gehen. Ich vermisse die Kurse. Die anderen Samstage waren wir entweder verreist, ober ich hatte meine Periode. Seit der Fehlgeburt ist mein Zyklus übrigens kürzer geworden. Statt 28 Tage, nur noch 25. Dafür verblute ich länger, es dauert jetzt über eine Woche. Und dazu sind noch Blutungen um den Eisprung gekommen. Es ist alles sehr lästig. Die Periode ist auch schmerzhaft geworden. Ich kannte es vorher nicht so, aber jetzt hindern mich die Krämpfe wirklich daran, Sport zu machen. Vorher war es mir einfach nur unangenehm.

Und nun habe ich seit letzter Woche Dauerkopfschmerzen. Das ist auch etwas, was mir neu ist, und wenn es nicht weg geht, muss ich zum Arzt. Ich bin an heftigen Migränen gewöhnt, die mich einen Tag lang lahm legen, aber am nächsten Tag verschwunden sind. Die Migränen waren in letzter Zeit sehr selten geworden. Letzte Woche habe ich es zweimal erlebt, und zwischendurch diese leichte Kopfschmerzen. Wie heute. Mit Schwindel und Druckgefühl um die Augen bin ich den ganzen Tag auf Arbeit gewesen. Viel getrunken, das hat aber nicht geholfen. In dem Zustand will ich nicht zum Sport, ehe ich dort umkippe. Ich fühle mich ständig müde, obwohl ich genug schlafe. Es könnte daran liegen, dass das Badezimmer letzte Woche fertig renoviert wurde. Die Maler waren zuletzt da. Ob es irgendwas in der Farbe gibt, das ich nicht vertrage? Vom Geruch her nehme ich nichts wahr. Der Ehemann glaubt nicht daran, obwohl er auch seit letzter Woche Kopfschmerzen hat. Schwanger bin ich sicherlich nicht, meine Temperatur ist dafür zu niedrig, und mit den Kopfschmerzen, na ja…

Hoffentlich wird es bald besser. Wir sind am Wochenende wieder zwecks Familienbesuch in Frankreich unterwegs, und direkt danach habe ich eine Konferenz in Polen, erst ab Oktober kann ich ausatmen.

Selfie mit Mückenstich

Oder: Autoportrait à la piqûre de moustique.

Den Mückenstich habe ich heute Morgen beim Aufwachen gemerkt. Besser gesagt, beide Mückenstiche. Ein am Dekolleté[1], oder fast am Hals, und ein am linken Oberarm, dicht am Ellbogen. Wir müssen eine Mücke im Schlafzimmer gehabt haben, obwohl ich sie gar nicht gehört habe. Normalerweise nerven sie mich nachtsüber total, wenn sie am Ohr rum fliegen. ZzzzzzzzZZZZZZzzzzzzz…. Oder sie sind gestern Abend über mich hergefallen, als wir auf der Terrasse nach dem Sport ein wohlverdientes alkoholfreies Bananenweizen getrunken haben.

Ich habe die Stiche natürlich sofort mit meinem tollen Gerät erhitzt[2]. Das Gerät habe ich auf Arbeit mitgenommen und mehrmals am Tag angewendet. Es klappt, wie immer, die Stiche jucken nicht. Das scheint aber die allergische Reaktion nicht zu hindern. Am Hals geht es, am Ellbogen habe ich schon eine beachtliche Beule bekommen. Sie fühlt sich ganz warm an. Der Ehemann hat gerade einen Schreck bekommen, als ich mich auf der Couch neben ihm hingesessen habe.

So sieht jetzt der linke Ellbogen aus[3]:

Zum Vergleich, der rechte Ellbogen:

Sale bête.

[1] Komische Schreibweise.

[2] Seit der Anschaffung vor gut drei Jahren habe ich die Batterie immer noch nicht wechseln müssen. Es ist gut so, ich bin nicht sicher, wie ich dafür das Ding öffnen sollte.

[3] Es ist nicht der Winkel, unter dem die Beule am dicksten aussieht. Es ist gar nicht so einfach, den eigenen Ellbogen mit dem Handy zu fotografieren. Es klappt aber besser, als ihn zu lecken 😀

Mit dem Abnehmen klappt es gerade nicht

Ist das frustrierend! Ich glaube, alles richtig zu machen, um weiter abzunehmen, und nehme dabei nur zu. Was mache ich bloss falsch? Ich war seit letzter Woche wieder sehr sportlich, habe wieder angefangen, meine Kalorien zu zählen und habe täglich ein Kaloriendefizit geschafft, es sollte doch nach unten gehen.

  • Montag: Mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Abends nicht, da es gewittrig sein sollte. Das Fahrrad habe ich mit der S-Bahn zurück nach Hause gebracht, um am nächsten Tag zur Arbeit hin und zurück fahren zu können. Ich war abends im Fitnessstudio und habe zwei Wassergymnastik-Kurse belegt. Nicht mit der Samstagstrainerin. Der Kurs war langweilig. Kaloriendefizit: 41 %, oder 1015 kcal eingespart. Dabei 84 g Eiweis zu mir genommen, was viel mehr als an einem normalen Tag ist. Ich hatte am Abend Hähnchenbrustfilets gemacht.
  • Dienstag: Mir wurde den ganzen Tag schwindelig. Ich habe lieber aufs Radeln verzichtet. Kein Sport. Kaloriendefizit: 21 % (409 kcal). Eiweis: 58 g.
  • Mittwoch: Das übliche Krafttrainingsprogramm. Bauch, Beine, Rücken, Oberkörper. Anderthalb Stunden, während der Ehemann bei seinem Boxkurs war. Er hat sich mal um das Abendbrot gekümmert. Flammkuchen und eine mousse au chocolat. Kaloriendefizit: 17 % (366 kcal). Eiweis: 48 g. Suboptimal, nach einem Krafttraining. Ich müsste täglich 55 g Eiweis zu mir nehmen, nur um meine Muskelmasse zu erhalten.
  • Donnerstag: Wieder kein Fahrrad. Meine Wetter-App hatte schlechtes Wetter vorhergesagt. Es wurde nachmittags doch richtig schön sonnig und warm. Ich bin nach der Arbeit alleine joggen gegangen. Keine ganze Stunde, da ich im Kreis um einen Teich bei uns immer laufe und Jugendliche sich bei halber Strecke auf der Wiese gestellt und gekifft haben. Ich kann den Gestank von Joints nicht ausstehen, und noch weniger, wenn ich den beim Laufen einatmen muss. Ich bin zurück nach Hause gelaufen und habe dadurch immerhin 50 Minuten geschafft. Meine Oberschenkelmuskel habe ich danach schon deutlich gespürt, was den Ablauf des nächsten Tages erahnen ließ… Kaloriendefizit: 34 % (761 kcal). Eiweis: 79 g. Mittags gab’s wieder Hänhchenbrust in der Kantine.
  • Freitag: Muskelkater. Ich war ewig nicht mehr gejoggt, da der Ehemann, der mich sonst immer begleitet hatte, in letzter Zeit nur Ausreden hatte. So super schlimm war der Muskelkater nicht. Es war jedoch recht schwierig, den Wirbelsäule-Gymnastik-Kurs am Abend mitzumachen. Schon bei der ersten Übung, wo man auf einem Bein balancieren musste, haben die Waden geschrien. Die hatte ich sonst den ganzen Tag nicht gespürt, nur die Oberschenkel, die sich bei jedem Schritt beschwert haben. Kaloriendefizit: 19 % (419 kcal). Eiweis: 75 g. Nach dem Sport, also eigentlich schon vor dem Sport, hatte ich einen Riesenhunger. Wir sind mit dem Ehemann zum Block House gegangen. Lammrücken.
  • Samstag: Wassergymnastik. Wieder nur ein Kurs, obwohl ich zum ersten Mal bei der Trainerin den Eindruck hatte, ich könnte weiter machen. Wir waren aber mit dem Schwiegervater zum Mittagessen in einer Kneipe verabredet. Schnitzel mit Pfifferlingen und Bier. Es war eine riesige Portion. Ich bin zu Fuß nach Hause gegangen, eine halbe Stunde, und habe intensiv die Wohnung geputzt. Staub gewischt und gesaugt. Ich war vom Mittagessen den ganzen Tag so satt, dass ich am Abend nur eine kleine Stulle gebraucht habe. Kaloriendefizit dank Aktivitäten trotzdem geschafft: 11 % (266 kcal). Eiweis: 100 g.
  • Sonntag: Radtour mit dem Ehemann, fast 35 Kilometer. Tolles Wetter. Unterwegs ein Süppchen und eine kleine Forelle mit Kartoffelsalat gegessen. Abends nochmal Kartoffel Salat mit grünen Bohnen und gekochtem Ei gemacht. Der Salat stand auf meinem Plan, ich hatte dafür am Samstag eingekauft. Kaloriendefizit: 22 % (564 kcal). Eiweis: 69 g.

Außer am Wochenende habe ich es geschafft, täglich weniger als mein Tagesgebrauch ohne Sport zu essen. Wenn ich die Portionen, die ich nicht selbst gekocht habe, richtig geschätzt habe. Das ist schwierig, und im Zweifel schätze ich die Portion lieber großzügiger als mein Bauchgefühl. Selbst wenn ich mich verschätzt habe, ich denke nicht, dass der Fehler so groß ist, dass meine Kalorienaufnahme den Tagesgebrauch plus Sport übersteigen sollte. Ein halbes Kilogramm hätte verschwinden sollen. So sieht mittlerweile meine Gewichtskurve aus: