Baum mit Gesicht und Haaren

Dieser Baum, vor dem Botanischen Garten (Haltestelle „Unter den Eichen“), hat sogar zwei Gesichter. Eins, das nach Steglitz schaut, und eins, das nach Zehlendorf gerichtet ist.

Advertisements

Ein Hauch Winter mitten im Frühling

Mein zweiter Tag in Oulu ist deutlich kälter geworden. Die Temperaturen waren knapp über null Grad, aber es hat den ganzen Tag geschneit. In dieser Zeit bereitete sich Deutschland zur zweiten Sommerhitzewelle vor (in März hatten wir ja schon eine). Es war vor drei Wochen.

Ich habe mich vom Wetter nicht beeindrucken lassen und bin am frühen Morgen spazieren gegangen. Durch die helle Nacht konnte ich nicht lange schlafen und habe die Gelegenheit genutzt. Ich bin nördlich vom Hotel zu den kleinen Inseln bis zum Staudamm und zurück spazieren gegangen. Bei der Kälte haben meine Finger beim Fotografieren geschmerzt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Erster Abend in Oulu

Bei der verspäteten Anreise dachte ich naiv, ich würde von der Stadt nicht viel sehen können. Weit gefehlt! Es war ohne mit den schon recht langen Nächten zu rechnen. Der Himmel war an dem Tag fantastisch blau.

Ich bin nach dem Einchecken im Hotel kurz nach acht Uhr abends zum historischen Stadtkern gegangen. Der Weg vom Hotel war recht kurz. Ich bin durch die Straßen geschlendert und habe mich von den kleinen Holzhäusern verzaubern lassen. Kurz vor neun bin ich am Ende vom Marktplatz angekommen und dachte, einen schönen Sonnenuntergang sehen zu können. Nach einiger Zeit hat der Hunger gesiegt und ich bin zu einem italienischen Restaurant gegangen, um Pizza zu essen. Eine Stunde später ging die Sonne immer noch runter. 😀

Gegen Mitternacht bin ich ins Bett gegangen. Es war noch recht hell draußen. Ich habe plötzlich Lust auf eine Nachtwanderung bekommen. Natürlich nicht alleine. Ich sollte mit dem Ehemann mal im Sommer nach Finnland Urlaub machen, um es auszuprobieren. Bei der Helligkeit muss es ein tolles Gefühl sein.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Bucheninvasion im Blumenkasten

In dem Blumenkasten links ist es ganz eindeutig eine Buche, die Buchecker liegt noch daneben. Letzte Woche hatten wir uns schon gefragt, was da wächst. Im runden Topf mit den Forsythien war mir der zweite Setzling bis heute Morgen gar nicht aufgefallen. Er sieht aber dem anderen sehr ähnlich, daher gehe ich davon aus, dass es sich ebenfalls um eine Buche handelt. Beide sind vermutlich von den Spatzen hierher gebracht worden. Sie haben meine Thai-Basilikum-Keimlinge völlig rücksichtlos zerfetzt, nur ein hat das Massaker überlebt, bevor wir als Gegenmaßnahme ein Gitter um die Töpfe spannen mussten. Dafür schenken sie uns Buchen und Thymian… Wenn die beiden Neulinge größer sind, werden wir sie vermutlich irgendwo umpflanzen. Im Blumenkasten auf unserer Terrasse können sie nicht groß werden.

Wochenende in der Sächsischen Schweiz

Zum verlängerten Wochenende haben wir uns einen kurzen Urlaub zu zweit im Elbsandsteingebirge gegönnt. Ich war einmal dort, ganz flüchtig, als wir mit Kollegen auf der Durchreise zu einer Tagung unterwegs waren. An dem Tag hatte ich gedacht, wenn ich lebendig aus dieser Reise zurück komme (mit Pawel als Fahrer war es nicht selbstverständlich), will ich mit dem Liebster nochmal hin, und ihn dort einen Heiratsantrag stellen. Weil der Ort so zauberhaft war. Er hat mich vorher gefragt. Trotzdem wollte ich immer mal mit ihm dahin.

Wir haben die Gelegenheit genutzt, dass heute Feiertag ist, und gleichzeitig gefeiert, dass er morgen bei seiner neuen Arbeitstelle anfängt. Das war für mich auch eine Art Ersatz für unseren ersten Hochzeitstag, da ich blöderweise genau dann eine Dienstreise habe. Ich wurde als Dozentin für eine Weiterbildung eingelaben. Ich könnte schwören, dass die Veranstaltung ursprünglich zwei Wochen später geplant war. Ich hatte echt aufgepasst, bevor ich zugesagt habe. Es war vor einem halben Jahr. Die Veranstalter müssen inzwischen das Datum geändert haben, ohne mich zu informieren. Ich habe es erst vor zwei Monaten gemerkt, als eine Sekretärin mir die Flugtickets zugeschickt hat. Es war schon zu spät, um doch abzusagen. Ein Glück, dass wir aufgrund des Arbeitswechsels vom Ehemann keine kurze Urlaubsreise für den Hochzeitstag geplant hatten.

Wir haben uns fürs Wochenende vor einigen Wochen ein Zimmer für drei Nächte in Rathen reserviert und sind am Freitag los gefahren. Es war spät, nach der Arbeit, und wir sind kurz vor zehn Uhr abends angekommen. Zu spät fürs Restaurant, der schon um neun keine Gäste mehr annimmt, aber wir hatten unterwegs gegessen. Das Auto konnte man auf einem großen Parkplatz lassen, um mit der Fähre die Elbe zu überqueren. Direkt auf der anderen Seite liegt das Hotel.

Am nächsten Morgen haben wir das Dörfchen bei Tageslicht entdeckt. Ganz entzückend. Wir sind mit der Bahn nach Pirna gefahren und haben die Altstadt zu Fuß besucht. Am Rathaus hatte gerade eine Hochzeit statt gefunden. In der Nähe der Gedenkstätte haben wir in einem Café gesessen, wo zufällig andere Gäste vom Hotel am Nachbartisch saßen. Zurück zur Anlegestelle, sind wir dann mit einem alten Dampfschiff bis Bad Schandau die Elbe hoch gefahren. Es wurde leider kalt und windig, so dass wir ab Rathen das Deck verlassen mussten, um uns mit einer Soljanka zu erwärmen. Ich mag Gulasch viel lieber, aber das gab es auf der Karte nicht. In Bad Schandau haben wir beschlossen, sofort zum Hotel zu fahren, um in die Sauna zu gehen. Mir war es zu kalt, um noch spazieren zu gehen. Das Abendessen im Restaurant vom Hotel war hervorragend. Insbesondere das Sorbet-Duett, mit Wassermelone und Zitrone-Basilikum, ein Traum.

Gestern sind wir früh aufgestanden und zur Bastei hoch gewandert. Das Wetter war viel besser als am Samstag. Kurz vor der Brücke haben wir den Rundgang gemacht. Habe ich erwähnt, dass ich Höhenangst habe? Es war deswegen teilweise schwierig, aber mit dem Ehemann ging es doch. Es hat sich gelohnt, er war begeistert. Blöderweise waren wir ein bisschen zu spät, weil wir noch auf dem Rundgang waren, als die erste Ladung von Touristen mit den Bussen hochgefahren wurde. Nichts mehr mit dem romantischen Spaziergang. Dafür jede Menge lauter, stinkender Menschen, die am frühen Morgen schon voll verschwitzt rochen und nach Alkohol dufteten. Wir haben beschlossen, unsere Wanderung durch die Schwedenlöcher fortzusetzen. Es ging am Anfang gut, bis wir wieder Meuten mit Kindern begegnet sind. Unfassbar, wie laut es in diesem Stück Wald war. Der Natur konnte man unmöglich lauschen. Dafür quengelnde Kinder um jede Ecke. Schreiende Eltern. Stau in Engpässen. Man konnte nirgendwo hin gehen, ohne ins Gedrängel zu kommen. Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ich habe es geschafft, durch eine Wanderung im Wald Kopfschmerze zu bekommen. Es war die Hölle. Erst als wir den Weg Richtung Hockstein gegangen sind, nach dem wir den kleinen Fluss überquert haben, wurde es erträglicher. Zum Schluß sind wir bis Hohnstein hoch gegangen, nach einer wohl verdienten Bierpause, und haben die Burg besucht. Da wir nicht so spät zurück zum Hotel wollten, um vor dem Abendessen in der Sauna zu entspannen, sind wir mit einem Taxi nach Rathen gefahren. Insgesamt sind wir 11,5 Kilometer gewandert.

Trotz der Menschenmenge war es sonst ein toller Tag. Hätte ich es besser gewusst, wären wir viel früher aufgestanden, um den Sonnenaufgang auf der Bastei zu erleben. Dann wären wir danach viel entspannter weiter gewandert, und hätten noch Zeit gehabt, das letzte Stück nach Rathen zu Fuß zu machen — was aber noch mehr Muskelkater verursacht hätte.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Christmas Gardens mit Schnee

Da es endlich mal geschneit hat, sind wir gestern Abend zurück zum botanischen Garten gegangen. Es hat sich gelohnt. Mit richtigem Schuhwerk habe ich diesmal die Kälte kaum gespürt, obwohl ich am Morgen etwa 1300 Kilometer südlich aufgewacht war. Nur die Finger wurden steif, die Handschuhe könnten dicker sein. Glühwein und Feuerstellen haben da gut geholfen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Rosenbesucher

Die Wanze sehe ich zum ersten Mal. Die Spinne ist länger da. Sie war mir am Dienstag aufgefallen, als ich den Marienkäfer auf ein Blatt setzen wollte. Das Blatt war schon besetzt. Ich habe die Spinne erst im letzten Moment gemerkt, und es ist kein Wunder, bei ihrer Farbe. Ich habe den Marienkäfer zu einem anderen Blatt gebracht, um Zwietracht zu vermeiden. Ich habe ihn nicht mehr gesehen. Die Spinne schon. Sie scheint ihr Zuhause auf diesem Blatt eingerichtet zu haben. Ich mag Spinnen nicht, aber so lange sie da bleibt, ist es in Ordnung. Sie ist auch winzig.