Interflora.fr, voll die Abzocke

Ich bin angepisst.

Gerade wollte ich meiner lieben Mami einen Blumenstrauß für morgen liefern lassen, da morgen in Frankreich Muttertag ist. Nachdem ich den Strauß ausgewählt, die Bestellung bestätigt und bezahlt habe, wurde ich dazu aufgefordert, Daten hinterzulassen, um die Bestellung zu verfolgen. Gemacht, dadurch wurde ein Kundenkonto angelegt. Ich bestelle nicht zum ersten Mal, gerade ein, zweimal im Jahr, warum nicht.

In meinem Konto habe ich dann nochmal meine Bestellung geprüft und auf einmal gesehen, dass ich zusätzlich zum Strauß eine Option „Interflora Plus“ gewählt hatte, die für satte 24,90€ kostenfreie Lieferung fürs ganze Jahr ermöglicht. Dass so eine Option vorhanden ist und scheinbar standardmäßig angekreuzt wird, hatte ich die ganze Zeit gar nicht gemerkt 🙁 Und ich finde es eine Frechheit, ausgerechnet jetzt, wo so viele Leute schon tief in der Krise stecken und gekündigt werden, dass Interflora sich so ein Mist ausgedacht hat. Klar, mir geht es gut und ich kann es mir leisten, trotzdem bin ich angepisst. Sowas hat nicht automatisch und ohne Warnung ausgewählt zu sein! In meiner letzten Bestellung war es definitiv nicht drin, wie ich gerade geprüft habe.

Klar, ich hätte auch vor dem Bezahlen den Preis nochmal prüfen können. Ich war mehr damit beschäftigt zu gucken, ob ich überhaupt mit meiner deutschen Kreditkarte bezahlen kann, da sie mir immer wieder Probleme macht, und ich bisher in Frankreich damit nur selten erfolgreich bezahlen konnte.

Im Nachhinein ist man immer schlauer: Die Zeitschrift Capital[1] sagt, es ist neu, und eigentlich illegal, was die da treiben. Aber scheinbar hat bis jetzt niemand etwas dagegen unternommen, da es gut drei Monaten nach dem Artikel munter weiter so läuft. Wenigstens: Ihr seid jetzt gewarnt.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die Ameisen sind schuld

Gestern Abend hat der Ehemann den Blumenkasten mit dem Thymian zur äußerlichen Fensterbank vom Wohnzimmer gebracht. Die Idee war, da die Larven doch nicht geblieben sind, von dort aus mit einer alten Zahnbürste die Blattläuse von den jungen Thymianknospen weg zu bürsten. Das hat gestern scheinbar ganz gut geklappt, aber heute morgen waren wieder schwarze Blattläuse um jungen Knospen in Trauben versammelt.

Der Thymiankasten, jetzt hinten rechts versteckt auf der Fensterbank.

Da der Kasten verschoben wurde, sieht man besser die Pflanzen, die hinten im fest eingebauten Balkonkasten stehen. Rechts der vermutlich kein Phlox, und links davon die Salbei, die so kleinwüchsig ist, dass man sie mit dem Thymiankasten vorne sonst kaum sieht. Die Salbei hatte ich vor zwei Jahren eingepflanzt. Nicht um sie zu verzehren, sondern um ihre Blüten als Nahrung den Hummeln anzubieten. Wir sind große Hummelfans und hatten am botanischen Garten in Berlin gerne zugeschaut, wie sie eifrig den Nektar von den Salbeiblüten sammeln. Leider hat unsere Salbei noch kein einziges Mal geblüht.

Als der Thymiankasten gestern nicht mehr vor der Salbei stand, konnte man auf einmal sehen, dass die Blattläuse nicht nur den Thymian überfallen haben. Die Salbei ist voll davon, in den jungen Knospen und auf der Rückseite der Blätter.

Und nicht nur das: Die Ameisen überwachen sie, wie man im Bild rechts sehen kann. Es war nicht einfach, sie scharf zu bekommen, da sie sich so schnell hin und her bewegt haben um zu prüfen, dass es ihrer Kolonie gut geht. Vielleicht haben die Ameisen sogar die Larven vertrieben, die zum Thymian gekommen waren. Weil Ameisen auf den Honigtau von Blattläusen stehen, und diese schützen, um als Gegenleistung an den Honig ran zu kommen. Mit den Ameisen auf dem Balkon sind wir viel zu lasch vorgegangen. Ich dachte, so lange sie draußen bleiben und nicht in die Wohnung eindringen, ist alles gut. Sie bewohnen jetzt alle Blumenkästen und wir werden sie nicht mehr vertreiben können.

Die Waffe.

Jedenfalls können wir uns gegen die Blattläuse wehren. Viel besser als beim Thymian. Mit einer Wasserpistole bewaffnet habe ich sie gestern von den Blättern zum Dach weg gepustet. Heute waren noch einige dran und ich habe weiter gemacht. Selbst als eine Ameise dabei war, den geschrumpften Bestand ihrer Kolonie zu prüfen. Die Ameise ist mit der Blattlaus, über die sie gerade gebeugt war, weg geflogen.

Mit ein bisschen Glück erzählt sie das ihren Kolleginnen, wenn sie zum Bau zurück kommt, und sie beschließen, woanders Blattläuse zu züchten.


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Der Thymian ist gerettet

Im letzten Herbst waren schon schwarze Blattläuse über unseren Thymian hergefallen. Ich hatte es gemerkt, als ich einige Zweige fürs Abendessen abschneiden wollte und ganz viele schwarze Punkte auf den Blättern entdeckt hatte. Die Zweige hatte ich nicht geschnitten, und ich musste fürs Abendessen auf getrocknete Thymianblätter aus der Dose zurück greifen.

Vor zwei Wochen war ich nicht begeistert, als ich die neue Invasion bemerkt habe:

Gerade ein paar Wochen konnten wir den Thymian in der Küche genießen. Jetzt sind alle jungen Knospen von Blattläusen überfallen. Die halten sich so fest dran, man kann sie nicht einfach mit einem Wasserstrahl weg pusten, und sie lassen ganz viel Honigtau auf den Blättern. Die Lösung, laut meiner Internet-Recherche: Leider alle betroffenen Knospen abschneiden und hoffen, dass es nicht nochmal passiert. Weil ich nicht vor habe, mit Pestiziden zu hantieren. Der Thymian wird dieses Jahr nicht so schön blühen wie letztes Jahr. Krass ist es auch, dass die anderen Pflanzen, die im selben Kasten gedeihen, keine einzige Laus haben. Sie sind alle zum Thymian gelaufen, der angeblich gegen Blattläuse helfen soll. Fehlanzeige.

Heute war ich also froh zu sehen, dass sich das Problem bald lösen könnte:

Die Larve war nicht alleine, eine Zweite war weiter weg um eine andere junge Knospe beschäftigt.


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Ostermenü

Zum Glück haben die Märkte noch auf. In Pasing war es vor zwei Wochen trotz der frühen Stunde, um die wir üblicherweise zum Markt fahren, zum Brechen voll. Wahrscheinlich denken alle, jetzt ist es besser, zum Einkaufen früher aufzustehen. Auf dem Markt in Starnberg geht es deutlich angenehmer. Daher steht unserem Ostermenü nichts im Wege.

Freitag

Gestern gab es eine Dorade, gefüllt mit Limetten- und Zwiebelscheiben, und zwei marinierten Riesengarnelen auf dem Grill (vom Ehemann zubereitet). Aus dem tollen Fischladen in Starnberg. Dazu Kartoffeln mit Zwiebeln aus dem Backofen, und Rahmspinat.

Samstag

Hummus und Tomaten-Rucola-Salat mit hart gekochten Eiern. Ich backe uns dazu ein weißes Brot, weil die Bäckerei im Kiez bis auf Weiteres zu hat. Und die Bäckerei am Bahnhof besuche ich seit der Frechheit mit der verstaubten steinharten Apfeltasche nicht mehr.

Sonntag

„So“ und nicht „Do“… Vielleicht eine Kreuzung aus „Dimanche“ und „Sonntag“. Gegrillte Lamm und Gemüse.

Montag

Quiche mit Spinat und Ziegenkäse. Das Lieblingsgericht vom Neffen, nur so nebenbei erwähnt, da wir natürlich zu Hause bleiben und die Familie in Frankreich nicht besuchen. Angeblich sollen Kinder Spinat nicht mögen. Das trifft in unserer Familie definitiv nicht zu, wie ich mich aus meiner Kindheit erinnere.


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Die Erkenntnis des Tages

Wir waren am Wochenende in Berlin. Am Samstag haben wir uns einen Seniorenheim für den Schwiegervater angeschaut, der sich momentan wieder stationär in Behandlung befindet, bevor wir ihn besucht haben. Seine Ärzte sind sich einig, alleine kann er nicht mehr leben.

Um zum Seniorenheim zu kommen, sind wir mit der X11 gefahren. Wie damals, als ich die Strecke zwischen Zehlendorf und Schöneweide gefahren war, wenn ich keinen Bock auf die S-Bahn hatte. Diese Fahrt hatte ich genossen, vor allem im Doppeldecker. Es gibt in der Gegend so viele schöne Häuser zu bewundern. Wie jedesmal, wenn wir in Berlin sind, bekomme ich den Eindruck, nie weg gezogen zu sein. Es fühlt sich immer noch wie zu Hause an. Wie gerne ich diese Zeit zurück hätte!

Als wir heute im Zug nach München saßen, ist mir bewusst geworden, andersrum hätte ich dieses nostalgische Gefühl gar nicht. Wenn ich mir jetzt vorstelle, von der Münchner Gegend weg zu ziehen und nach einigen Jahren mal wieder in der 266 durch Martinsried unterwegs zu sein, würde ich sicherlich nicht mit einem Stich im Herzen an meine Zeit hier zurück denken[1]. Wie zu Hause fühle ich mich hier seit zwei Jahren immer noch nicht. Es ist nur der Ort, wo ich lebe und arbeite.

Als wir wieder in unserer Wohnung waren, habe ich mit dem Gedanken gespielt, mich in Berlin nach einer neuen Arbeit umzuschauen. Unsere Wohnung dort ist leider vermietet und wir kämen nicht einfach wieder rein, aber wenn die Wohnung vom Schwiegervater nicht mehr benutzt wird…

Andererseits wäre es für den Ehemann nicht leicht, jetzt schon wieder nach einem neuen Job zu suchen. Nach der kurzen Zeit in der ersten Firma und der längeren Arbeitslosigkeit ist er noch kein Jahr in seiner neuen Arbeit, es würde bei potentiellen Arbeitgebern nicht gut ankommen, wenn er sich jetzt schon wieder weg bewirbt. Ich denke, wir müssen noch ein paar Jahren hier bleiben, und dann ist der Ehemann Mitte fünfzig und es wird für ihn nicht einfacher, einen neuen Job in Berlin zu finden. Verdammt. Warum gab’s meinen Traumjob damals in Berlin nicht?

[1] Abgesehen von der holprigen Fahrt in den Bussen, die keine Federung haben und jede Unebenheit auf der Straße dermaßen bis zum Schädel übertragen, das ich fürchten muss, eine Gehirnerschütterung davon zu kriegen…

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Nicht erholt

Zwei Wochen Urlaub sind um. Ich fühle mich gar nicht erholt.

Ich war am Ende des Jahres auf Arbeit völlig ausgelastet. Mein Teamleiter hatte mich darum gebetet, für ein bestimmtes Projekt meine Arbeitszeit zu erfassen. Ich habe mir dafür eine App[1] auf den Rechnern installiert und protokolliere jetzt alles, was ich mache, nicht nur das eine Projekt. Das war Mitte November. Seitdem ist mir bewusst, wie viele Überstunden ich tatsächlich leiste. Jede Woche deutlich über vierzig Stunden, und das ist die reine Arbeitszeit am Schreibtisch, ohne Pausen. Dafür hat sich mein Gehalt seit meinem Einstieg in der Firma vor zwei Jahren nicht geändert, obwohl ich mehr Aufgaben bekommen habe. Wir haben keine Arbeitszeiterfassung, so dass ich nur auf den guten Willen meines Arbeitgebers angewiesen bin, um Überstunden geltend zu machen, die ich laut Vertrag machen muss, wenn es sein muss. Am zweiten Wochenende Dezember waren wir mit dem Ehemann in Berlin. Ich hatte mir den Montag dafür frei genommen. Am Ende habe ich die ganze Zeit im Zug am Laptop weiter gearbeitet, um ein Projekt für einen Kunden fertig zu kriegen. Hin und zurück. Ich konnte den freien Tag zurück bekommen und mit dem letzten Freitag vor meinem Urlaub tauschen. Ich musste doch an dem Tag einige Sachen von zu Hause aus fertig machen, da ich am Donnerstag davor nach fast zehn Stunden Arbeit nicht mehr funktionsfähig war. Neujahrsvorsatz #1: Auf die Bremse treten und lernen, nein zu sagen. Sonst kippe ich um.

Der Urlaub selbst war nicht erholsam. Wie könnte es anders sein, bei der Reiserei? Weihnachten in der Familie vom Ehemann, Sylvester bei meiner Mutter, inklusiv Besuch der Schwester mit ihrem dreijährigen Sohn, die wenigsten dieses Jahr zu meiner Mutter gekommen sind, um uns eine längere Fahrzeit zu ersparen. In den zwei Wochen gab es viel Lärm, viel Essen und viel Trinken. Neujahrsvorsatz #2, wie letztes Jahr: Mich mehr bewegen. Diesmal aber wirklich. Es wird klappen, wenn ich Vorsatz #1 durchsetze.

Nachdem wir am Montag den Flieger nach Nizza doch gekriegt haben, sind wir mit dem Mietwagen an der Küste entlang gefahren, statt die Autobahn zu benutzen. Das Wetter war fantastisch. Wir haben Pause bei einer Calanque gemacht. Wie ich diese Strecke zwischen Fréjus und Théoule mit dem Zug geliebt habe, als ich Studentin war, mit den roten Gesteinen, die ins blaue Wasser versinken! Schwimmen kann man dort schlecht, da es wenige Strände gibt, aber der Massif de l’Esterel ist jedenfalls ein Besuch wert. Wir sind mit dem Ehemann dort ein paar Male gewandert. Ich wundere mich, dass ich nichts davon hier festgehalten habe.

Das Wetter ist die ganze Woche schön geblieben. Wir sind spazieren gegangen. Unten links, Promenade am Ufer vom Lac de Sainte-Croix bei Les Salles-sur-Verdon, wo ich als Kind häufig gebadet hatte. Traumhaft glattes Wasser. Wir haben Kiesel übers Wasser hüpfen lassen. Unten rechts, Höhle und Wasserfall in Villecroze, wo sich der Neffe vor allem für den Spielplatz interessiert hat. Die Höhle ist leider seit den letzten Überschwemmungen vom November gesperrt, da es jetzt ein erhöhtes Risiko für Steinschlag gibt.

Am Freitag erreichte uns die Nachricht, dass es dem Schwiegervater nicht gut ging. Nachbarn haben einen Notarzt gerufen, der Schwiegervater liegt seitdem im Krankenhaus. Anstatt also dass wir gestern Abend zusammen zurück nach Hause geflogen sind, hat der Ehemann für sich nach Berlin umgebucht. Ich habe dadurch den ganzen Tag in Nizza verbracht und bin nach dem Shoppen zu Fuß zum Flughafen gelatscht. Sieben Kilometer. Ich hatte viel Zeit, und Vorsatz #2. Der Koffer war schwer. Ich musste einige Pausen einlegen, nicht zuletzt um den pan bagnat zu essen, den ich am noch geöffneten Weihnachtsmarkt auf der Place Masséna geholt hatte. Er hat leider geschmacklich meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich habe den Verdacht, dass etwas anderes als Olivenöl benutzt wurde. Bei den Temperaturen konnte ich im T-Shirt laufen, wie das letzte Mal vor vier Jahren. Ab drei Uhr nachmittags wurde es windig und ich habe den Pulli wieder angezogen.

Um elf Uhr abends gestern zu Hause angekommen. Ich habe trotz der späten Stunde ein Bad genommen. Meine Beine waren durch den langen Fußweg zum Flughafen richtig müde.

Nicht erholt fühle ich mich vielleicht deswegen auch, weil ich mich seit heute früh erkältet fühle. Die ganze Woche war der Ehemann nur am Niesen, und nachtsüber am Schnarchen, was die Erholung zusätzlich beeinträchtigt hat. Ich dachte bis gestern naiv, mich hätte die Erkältung nicht erwischt. Falsch.

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Die Sache mit den Briefmarken

Briefmarken habe ich zu Hause nie, wenn ich sie brauche.

Der Ehemann hatte sich vor einigen Jahren welche als Vorrat besorgt, als wir noch in Berlin lebten. Das Problem ist nur, dass der Preis einer Sendung sich regelmäßig erhöht. Nach einer Weile sind die Vorräte nutzlos. Letztens hat der Ehemann für einen Brief zwei seiner alten Briefmarken auf seinem Briefumschlag geklebt, obwohl es zu viel war, weil er sich sonst eine Marke für den Preisunterschied hätte besorgen sollen. Dazu hatte er weder Zeit noch Lust.

Heute habe ich wieder eine Briefmarke gebraucht und bei uns im Dorf[1] ist es nicht einfach, welche zu ergattern. Die Post steht im Edeka am Bahnhof. Eine Viertelstunde zu Fuß von zu Hause aus, oder fünf Minuten mit der Bahn, die aber nur drei mal die Stunde fährt. Es lohnt sich nicht, dafür zu warten. Eine Startpage-Suche hat mir verraten, dass es sonst noch zwei Postfilialen im Dorf gibt. Eine war schon geschlossen, als ich raus gegangen bin. Die andere ist ein Lotto-Zeitschriftenladen am Marktplatz.

Ich laufe also zum Lottoladen, da der Weg mich zum Haus vom Kater führt. Heute sehe ich ihn nicht. Im Laden stehe ich erstmal kurz Schlange, bevor ich fragen kann, ob man hier Briefe abgeben kann. Ich frage, weil, obwohl es laut Internet hieß, hier wäre eine Postfiliale, sehe ich nirgendwo das Zeichen der Deutschen Post. Und nein, sagt der Mann hinter der Theke, hier kann man keine Briefe abgeben. Auch keine Briefmarke kaufen.

Ich bin nicht wenig erstaunt, weil ich dachte, man würde doch in jedem Kiosk oder Zeitschriftenladen Briefmarken kaufen können. Oder doch nicht? In Frankreich war es wenigstens so. Ich rufe kurz den Ehemann an, der heute früh nach Berlin mit seinen restlichen Briefmarken im Portemonnaie verreist ist, und frage ihn, wo ich seiner Meinung nach außer bei der Post Briefmarken kaufen könnte. Er sagt, beim großen Zeitungenladen, wo ich eben war.

Ich laufe zurück nach Hause, und gehe diesmal am Edeka vorbei. Schon am Eingang sehe ich die Schlange am Schalter der Post, die sich zwischen den Lebensmittelregalen streckt. Jede Menge Leute mit Päckchen unter dem Arm. Da stelle ich mich nicht für eine Briefmarke an. Ich gehe schnell gucken, ob es wenigstens einen Briefmarkenautomaten gibt. Nein, nicht mal.

Ich laufe zurück zu meinem Viertel und schaue beim Schreibwarenladen hinter unserem Bahnhof. Auf Nachfrage sagt die Dame, sie hätte keine Briefmarke. Oder nur, wenn man eine Postkarte bei ihr kauft. Ha! Man kann wohl Briefmarken außerhalb der Deutschen Post bekommen, aber dafür wird man erpresst, etwas anderes zu kaufen. Ich gehe ohne Postkarte und ohne Briefmarke zurück nach Hause.

Ich erinnere mich, mal den Tipp bekommen zu haben, eine Briefmarke übers Handy zu kaufen. Stimmt. Als wir in Lindau waren, wollte der Ehemann eine Bewerbung abschicken[2]. Wir waren an vielen Orten gegangen und hatten keine Briefmarke kaufen können. Am Ende hatte ich ihm von der Handybriefmarke erzählt, und er hatte seine Unterlagen schicken können.

Als ich heute wieder zu Hause war, habe ich also die Webseite der Deutschen Post besucht. Und ich habe entdeckt, dass man sogar Briefmarken zum Ausdrucken kaufen kann. Gut, dafür musste ich den Rechner vom Ehemann hoch fahren, weil der Drucker an seinem Rechner hängt. Und nach dem Briefmarkenkauf musste ich heraus finden, warum der Drucker zwar angeschaltet war, aber der Rechner behauptete, der Drucker sei offline. Der Kabel vom Rechner zum Drucker läuft unter der Couch, und es sind drei verschiedenen kurzen Kabel, die ineinander gesteckt sind. Eine der Verbindungen war nicht ganz fest.

Briefmarke ausgedruckt, ausgeschnitten, auf dem Briefumschlag geklebt, schnell über die Straße zum Briefkasten, fertig. Das hätte ich von vornherein machen können. Wenigstens habe ich durch meine Suche eine Stunde spaziert. Bewegung kommt momentan viel zu kurz.

[1] Eher eine Stadt, von der Bewohneranzahl her, aber es fühlt sich echt wie ein Dorf an.

[2] Ich hatte mich gefragt, warum er sie nicht vorher schicken konnte. Bevor wir abgefahren sind.


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Programmwechsel

Der FC Bayern hat am Wochenende gegen die Eintracht verloren. Mir ist Fußball so was von egal. Außer, dass Bayern geschlagen wurde, das finde ich doch cool. Vor allem, weil ich meine mich zu erinnern, als Berlin (fragt mich nicht welche Mannschaft) vor ein paar Jahren fast gegen Bayern gewonnen hätte, wenn ihnen nicht ein Tor im Nachhinein verweigert worden wäre. Ich hatte damals gedacht, der Schiedsrichter musste gekauft worden sein. Na ja, eigentlich egal.

Nicht egal ist mir aber, dass heute Abend auf das Erste eine Sendung über niedliche Hörnchen geplant war, und wir jetzt stattdessen eine Doku über den Uli Hoeneß aufgeklatscht bekommen. Ich hatte mich über die Hörnchen echt gefreut. Verflucht.

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Sonntagsbeschäftigung

Dank dieser tollen Anleitung, die, obwohl auf Japanisch, sehr verständlich ist, wenn man geschnallt hat, dass auf Japanisch zwei Wörter für die Zahl vier existieren, und die Autorin vom Video munter beide je nach Laune benutzt.

Ich habe für diese süße Untertasse Wolle der Stärke 3 benutzt, was zu einer Breite von 9 Zentimetern und einer Höhe von 7 Zentimetern geführt hat. Es reicht gerade für meine kleine Kaffeegläser von Bodum (6 Zentimeter Durchmesser).

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Sonntagsmenü

Der Ehemann ist übers Wochenende unterwegs. Bekannte aus seiner Familie feiern, und er wollte unbedingt hin. Schon wieder nach Berlin. Mir wurde es zu viel. Ich hab’s für seine beste Kumpels mitgemacht, wir waren im Mai zweimal dort, dann zuletzt zum Geburtstag vom Schwiegervater vor vier Wochen, aber diesmal wollte ich nicht mit. Was sich gut trifft, da mich mal wieder die Unannehmlichkeiten des Weibseins mit voller Wucht treffen. Da bleibe ich lieber zu Hause.

Dafür gibt’s ein leckeres Abendessen, wenn er heute Abend zurück kommt:

  • Tomatenessenz, mit gelber Tomate. Die pürierten Roma-Tomaten vom Markt tropfen schon seit gestern Abend im Mulltuch vor sich hin. Ich frage mich, was ich aus dem Rest der Tomaten machen kann. Weg schmeißen wäre doch Verschwendung. Vielleicht als Bodenbelag für eine Pizza? Zur Tomatenessenz gibt es eine in Würfeln geschnittene große gelbe Tomate, deren Name ich mir nicht merken konnte. Die Verkäuferin am Stand hat mir gestern einige Exemplare von alten Tomatensorten vorgestellt, die sie selber anbauen.
  • Mehlierte Butterfly-Sardinen. Der Ehemann liebt Sardinen. Die haben wir beim Fisch-Händler letzte Woche bestellt.
  • Dazu im Backofen gegrillte gelbe Paprika.
  • Auf der Tafel unerwähnt, ein fantastisch leckeres Finnenbrot von der neuen Bäckerei bei der Arbeit.
  • Zitronencreme.

Wobei, auf den Sancerre verzichten wir vielleicht besser, nachdem der Ehemann mir heute Nacht um 02:15 diese letzte kryptische Nachricht geschickt hat: „mo4g4,,,,,“. Was auch immer er damit ausdrucken wollte. Der Junge ist ohne mich so unvernünftig… Hoffentlich kommt er heil nach Hause. Wenigstens fährt er nicht selber.


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