Nicht fit

Zur Zeit fühle ich mich nicht so toll. Ich mache immer noch Sport, leider nicht so häufig, wie ich es mir wünsche. Und so pendelt mein Gewicht, ohne dass ich es schaffe, weiter nach unten zu kommen. Zum Kalorienzählen habe ich wieder keine Lust. Wenn man fddb glaubt, bin ich gerade oberhalb der Mitte vom Normalgewicht, bei einem anderen BMI-Rechner bin ich eher knapp vor leichtem Übergewicht. Klar ist, fünf Kilogramme könnten noch locker runter, wenn ich mich bemühen würde. Tue ich nicht.

Ich hatte es zeitweise geschafft, nach einer kurzen Frust-Phase, mein Gewicht von vor der Schwangerschaft endlich wieder zu erreichen. Das war vor dem Urlaub in Frankreich. Es war von vorne rein klar, dass ich dort schlemmen würde, deswegen war es mir wichtig, vorher abzunehmen. Wie sollte ich auch diesen perfekt zubereiteten blutigen Steaks widerstehen? Limousin, Charolais… Nirgendwo in Deutschland habe ich solche zart schmelzenden Fleischstücke serviert bekommen. Hiesige Steakhäuser können das nicht. Vielleicht war ich einfach noch nicht in den richtigen Restaurants. Und den besten Nizza-Salat überhaupt habe ich in Cap Breton gegessen, obwohl ich am Anfang skeptisch war, so weit weg von Nizza. Mit einem halb gegrillten Stück Thunfisch-Steak obendrauf, ein Traum. Ja, also, dass ich nur mit anderthalb Kilo zurück nach Hause gekommen bin, verdanke ich wahrscheinlich all den Zeiten, die wir barfuß am Strand entlang gegangen sind, und den Beach-Volley-Ball-Spielen, die uns trotz Wind sehr viel Spaß gemacht haben. Das haben wir eine Zeit lang nach unserer Rückkehr im Park gemacht, aber jetzt haben wir so abrupt Herbst bekommen, dass die Lust, draußen Ball zu spielen, nachgelassen hat. Und das Fahrrad hat den Winterschlaf im Keller schon begonnen.

Es bleibt immer noch das Fitnessstudio. So regelmäßig gehe ich seit dem Urlaub nicht mehr hin. Gerade einmal die Woche schaffe ich es. Zum einem liegt es daran, dass ich auf Arbeit wieder Rufbereitschaft und Wochenendeinsatz bekommen habe, da ich nicht mehr schwanger bin. Zwei Samstage konnte ich deswegen nicht zur Wassergymnastik gehen. Ich vermisse die Kurse. Die anderen Samstage waren wir entweder verreist, ober ich hatte meine Periode. Seit der Fehlgeburt ist mein Zyklus übrigens kürzer geworden. Statt 28 Tage, nur noch 25. Dafür verblute ich länger, es dauert jetzt über eine Woche. Und dazu sind noch Blutungen um den Eisprung gekommen. Es ist alles sehr lästig. Die Periode ist auch schmerzhaft geworden. Ich kannte es vorher nicht so, aber jetzt hindern mich die Krämpfe wirklich daran, Sport zu machen. Vorher war es mir einfach nur unangenehm.

Und nun habe ich seit letzter Woche Dauerkopfschmerzen. Das ist auch etwas, was mir neu ist, und wenn es nicht weg geht, muss ich zum Arzt. Ich bin an heftigen Migränen gewöhnt, die mich einen Tag lang lahm legen, aber am nächsten Tag verschwunden sind. Die Migränen waren in letzter Zeit sehr selten geworden. Letzte Woche habe ich es zweimal erlebt, und zwischendurch diese leichte Kopfschmerzen. Wie heute. Mit Schwindel und Druckgefühl um die Augen bin ich den ganzen Tag auf Arbeit gewesen. Viel getrunken, das hat aber nicht geholfen. In dem Zustand will ich nicht zum Sport, ehe ich dort umkippe. Ich fühle mich ständig müde, obwohl ich genug schlafe. Es könnte daran liegen, dass das Badezimmer letzte Woche fertig renoviert wurde. Die Maler waren zuletzt da. Ob es irgendwas in der Farbe gibt, das ich nicht vertrage? Vom Geruch her nehme ich nichts wahr. Der Ehemann glaubt nicht daran, obwohl er auch seit letzter Woche Kopfschmerzen hat. Schwanger bin ich sicherlich nicht, meine Temperatur ist dafür zu niedrig, und mit den Kopfschmerzen, na ja…

Hoffentlich wird es bald besser. Wir sind am Wochenende wieder zwecks Familienbesuch in Frankreich unterwegs, und direkt danach habe ich eine Konferenz in Polen, erst ab Oktober kann ich ausatmen.

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Divine Divinity unter Ubuntu spielen

Es geht! Ohne vorher Windows aus der VirtualBox zu starten! Und wenn es mit den anderen Spielen auch so einfach geht, sage ich Tschüß Windows, die Festplatte wird für Ubuntu neu formattiert, Tschüß VirtualBox, Hallo Wine! Ich habe gerade Wine komplett entfernt und reinstalliert, um mir die nötigen Schritte festzuhalten und um eine Einweisung zu haben, damit ich die andere Spiele installieren kann. Die Einleitung basiert zum größten Teil auf diese.

Wine ist ein Programm, mit dem man andere Programme, die für Windows geschrieben wurden, auch unter Linux zum Laufen bringen kann. Und begeistert bin ich auch, weil Programme, die mit Wine laufen, von weitem nicht so langsam sind wie unter Windows in der VirtualBox. Ich merke einen leichten Unterschied zu Divine Divinity unter nativem Windows, aber man kann damit leben.

Wie man Wine unter Ubuntu installiert, ist super einfach: sudo apt-get install wine im Terminal eingeben. Dabei wird ein neues verstecktes Verzeichnis .wine im Home-Verzeichnis angelegt. Ich habe nach der Wine-Installation den Rechner neu gestartet, weil ich die Empfehlung dazu von Ubuntu selbst bekommen habe. Gemäß dieser Anleitung habe ich noch Änderungen an den Einstellungen von Wine vorgenommen, mit dem Befehl winecfg:

Der nächste Schritt ist, den Inhalt der drei CDs vom Spiel in einem Verzeichnis zu kopieren. In Prinzip könnte man dieses Verzeichnis egal wo erstellen, aber es hat bei mir während der Installation vom Spiel nicht geklappt, wenn es nicht als Unterverzeichnisse von .wine angelegt wurde. Also habe ich unter .wine das Verzeichnis DD angelegt, und dort den Inhalt meiner CDs kopiert. Einfach durch „drag and drop“ von einem Fenster zum anderen. Die Spiel CD habe ich zuletzt kopiert, weil sie sich während der Installation explizit im CD-Laufwerk befinden muss.

Bevor man dann mit der Installation startet, sollte man noch unter Wine WinRAR installieren, weil es vom Installer von Divine Divinity benötigt wird. Auf der Download-Seite kann man die richtige Version für die Architektur vom Rechner und die gewünschte Sprache vom Programm wählen. Ich habe die Datei winrar-x64-550.exe unter meinem ~/Downloads/ Verzeichnis gespeichert. Dann im Terminal zu diesem Verzeichnis wechseln: cd ~/Downloads und WinRAR für Wine installieren: wine winrar-x64-550.exe. (Der letzte Punkt ist das Ende vom Satz und kein Teil vom Befehl.) Ich hatte selber dabei eine kryptische Fehlermeldung: err:winediag:SECUR32_initNTLMSP ntlm_auth was not found or is outdated. Die anderen (vielen) fixme Zeilen im Output von Wine kann man sonst ignorieren, aber eine Zeile die mit err anfängt mag ich gar nicht. Google hat mir verraten, dass ich vorher winbind hätte installieren sollen: sudo apt-get install winbind, und danach nochmal wine winrar-x64-550.exe ausgeführt, und alles war gut. Danach kann man winrar-x64-550.exe unter ~/Downloads/ löschen.

Jetzt kann es mit der Installation von Divine Divinity weiter gehen. Dafür, zuerst zum Verzeichnis DD wechseln: cd ~/.wine/DD, und den Befehl wine Setup.exe ausführen. Im Installationswizard sollten alle Standardeinstellungen behalten werden, außer zum Schluß, wo beide Häckchen für die Erstellung einer Verknüpfung und die Installation von DirectX weg genommen werden sollten. Das Spiel sollte nach der Installation noch nicht gestartet werden. Da meine Spielversion schon 1.0034A ist, brauchte ich den Patch nicht zusätzlich zu installieren. Es trifft sich gut, weil der Patch nicht mehr zu finden ist. Zum Schluß sollte man einige Zugriffsrechte richtig setzen. Zum Run-Verzeichnis von Divine Divinity wechseln: cd "~/.wine/drive_c/Program Files (x86)/Divine Divinity/Run" (die " Zeichen sind wichtig, weil unter Windows Leerzeichen Teil vom Pfad sein dürfen, was in Linux gar keine gute Idee ist). Dann: chmod +rw -R *. Als letzte Aktion habe ich, immer noch im Run-Verzeichnis, die Konfiguration vom Spiel gesetzt: wine configtool.exe. Dann erscheint das Fenster, das man sonst beim ersten Starten des Spieles sieht. Ich habe meine Auflösung auf 1024×768 mit Direct 3D gestellt. Es scheint damit gut zu funktionieren.

Zum Spielen habe ich mir ein Alias in meiner ~/.bashrc Datei gesetzt: alias play_divine_divinity='cd "~/.wine/drive_c/Program Files (x86)/Divine Divinity/Run"; wine div.exe'. Ich brauche nur noch im Terminal play_divine_divinity einzugeben, und das Programm startet. Es ist noch nicht perfekt, weil man dafür die Spiel-CD im Laufwerk braucht. Ist sie nicht da, wird man beim Starten vom Spiel danach gefragt, aber nach dem Einschieben der CD startet Divine Divinity immer noch nicht, und meine einzige Lösung war, aus einer anderen virtuellen Konsole (Ctrl+Alt+F1) das Spiel zu killen, zurück zu meiner Konsole (Ctrl+Alt+F7) zu gehen, festzustellen, dass ich mit einer unbrauchbaren Bildschirmauflösung nichts mehr machen konnte, und wieder in der anderen virtuellen Konsole den Rechner neu zu starten (shutdown -r now) — nicht wirklich optimal. (Das war bevor ich in den Einstellungen von Wine ein Häckchen bei Emulate a virtual desktop gesetzt habe.) Am besten ersetze ich bei Gelegenheit die Ausführung vom Alias durch ein kleines selbst-geschriebenes Skript, das vorher fragt, ob die Spiel-CD im Laufwerk ist, bevor das Spiel gestartet wird.

Wenn alles wie gewünscht läuft, kann man das Verzeichnis ~/.wine/DD löschen, es wird nicht mehr benötigt.

Ein Vermittlungsvorschlag der Arbeitsagentur

Vorgestern habe ich eine Email der Arbeitsagentur bekommen. Ich habe zuerst an eine Art Spam oder Phishing gedacht, weil die Email so aussah:

Völlig anonymisiert und mit einer mehr als bedürftige Formatierung, das wirkt sehr unseriös. Aber es gab weder dubiosen Link zum Anklicken noch verdächtigen Anhang, und die ursprüngliche IP-Adresse des Absenders gehört tatsächlich der Arbeitsagentur. Es könnte echt sein.

Ich müsste mich also in meinem Konto bei der Arbeitsagentur einloggen, um den Ermittlungsvorschlag zu lesen. Das ist immer so eine Sache, bei der Arbeitsagentur. Ich habe schon so viele verschiedene Nutzernamen und Passwörter bekommen, dass ich nicht mehr weiß, mit welchen ich mich nun einloggen soll. Mit den letzten, die geklappt haben, das müsste schon gut ein halbes Jahr her sein. Ich habe meine Login-Daten mit Sicherheit in meinem Firefox-Profil gespeichert. Der Hacken: Es war unter Windows, nicht unter Ubuntu. Windows habe ich immer noch nicht auf meinem Rechner reinstalliert. Und ich täte gut, daran zu denken, vorher eine Sicherheitskopie von meinem Windows-Firefox-Profil zu machen.

Seit Mittwoch habe ich mich gar nicht darum gekümmert. Mit dem Stress auf Arbeit hatte ich die Email schon total vergessen. Es war also gut, dass die Arbeitsagentur mir den Ermittlungsvorschlag zusätzlich per Post zugeschickt hat. Der Allererste, den ich seit meiner Anmeldung im Dezember letzten Jahres bekomme! Dadurch weiß ich allerdings, dass ich dort immer noch als Arbeitssuchende gelte. Ich brauche mich also nicht nochmal darum zu kümmern. Die Arbeitslosigkeit kann kommen.

Leider, aber auch nicht unerwarteterweise, hat sich der Ermittlungsvorschlag als nutzlos entpuppt. Und das ist etwas, das ich immer wieder feststellen muss: Die Leute bei der Arbeitsagentur haben keine Ahnung, was sie Wissenschaftlern anbieten sollen, selbst wenn es ein spezielles Team für Akademiker gibt. Worum es in der Ausschreibung geht: Eine Universität für Verwaltungswissenschaften sucht nach Forschungsreferenten. Die zwei ersten Punkte des Anforderungsprofils:

  • überdurchschnittlicher Universitätsabschluss (Master oder gleichwertig) in Politikwissenschaft oder einer anderen Sozialwissenschaft oder Wirtschaftswissenschaft mit volkswirtschaftlicher Ausrichtung,
  • gute Kenntnisse der Methoden der empirischen Sozialforschung.

Als promovierte Physikerin meint die Arbeitsagentur, ich würde wie Faust auf Auge auf die Stelle passen? Physik und Politik fangen beide mit „P“ an und enden beide mit „ik“, das ist ungefähr alles, was beide Fächer verbindet (Frau Merkel ausgenommen). Überqualifiziert wäre ich mit meiner Promotion sowieso, da sie nach Leuten mit Master suchen. Das wissen sie, bei der Arbeitsagentur, immerhin fängt der Brief mit „Sehr geehrte Frau Dr.“ an. Und vom Wissenschaftszeitvertragsgesetz scheint die Arbeitsagentur auch nie was gehört zu haben, denn die Stelle ist befristet, und somit komme ich auch nicht in Frage.

Was ist das für eine schlampige Arbeitsvermittlung? Würden sie auch einem ausgebildeten Frisör vorschlagen, sich als Maurer zu bewerben? Oder haben sie meine Unterlagen mit denen von einem arbeitssuchenden Politikwissenschaftler verwechselt?

Hallo Du, der diese Zeilen liest. Du bist Politikwissenschaftler, Sozialwissenschaftler oder Wirtschaftswissenschaftler (m/w) und hast aus unbegreiflichen Gründen von der Arbeitsagentur ein unpassendes Stellenangebot für einen Physiker (m/w) mit Programmierkenntnissen bekommen? Melde Dich, ich tausche gerne!

Pastinaken-Suppe

Seitdem ich vor zwei Wochen ein Couscous mit Pastinaken statt Rüben gekocht habe, weil der Ehemann keine Rübe im Supermarkt finden konnte, kann ich nicht mehr genug von dem Zeug bekommen. Diese Suppe habe ich mir gestern beim Einkaufen vor dem Sport zusammen gereimt. Da das Ergebnis dem Ehemann so gemundet hat, dass er sie als seine neue Lieblingssuppe gekürt hat, halte ich sie fest. In einer Sache sind wir uns nicht einig. Im Nachhinein bin ich mir nicht mehr sicher, dass Speck eine so gute Idee war. Ich fand die Suppe zwar sehr lecker und wir haben zu zweit den Topf geleert, aber ohne Speck hätte es mir noch besser geschmeckt, glaube ich. Das empfindet er nicht so. Beim nächsten Mal probiere ich die vegetarische Variante.

Die Zutaten (für 4 Portionen)

  • 150 g Speckwürfel
  • 2 kleine Zwiebel
  • 3 mittelgroße Kartoffeln
  • 2 Pastinaken
  • 1 Mairübe
  • Petersilie
  • 10 g Butter
  • 1 Becher Sauerrahm
  • Salz

Die Zubereitung

  • Gemüse schälen und in groben Stücken schneiden. Je kleiner, desto schneller wird es gekocht.
  • In einem hohen Topf, den Speck ohne zusätzliches Fett anbraten, dann beiseite legen.
  • Die geschnittenen Zwiebeln mit Butter im gleichen Topf glasig dünsten.
  • Die restlichen Gemüsestücke hinzufügen und mit Wasser bedecken.
  • Etwa eine halbe Stunde köcheln lassen.
  • Herd ausschalten, Topf von der Kochplatte nehmen.
  • Das Gemüse mit dem Pürierstab pürieren.
  • Sauerrahm und Speck hinzufügen und gut rühren.
  • Nach Geschmack salzen und mit Petersilie oben drauf servieren. Ich finde, dass diese Suppe nicht viel gesalzen werden sollte, sonst droht der Geschmack der Pastinaken unterzugehen.

Nähwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 199,5 798
Eiweiß (g) 9,7 38,9
Kohlenhydrate (g) 19,6 78,2
davon Zucker (g) 3,8 15,3
Fett (g) 7,9 31,7
Ballaststoffe (g) 3,8 15,2

Handwerker zu Hause

Es ist so weit, die Renovierung vom großen Badezimmer hat angefangen. Den Auftrag hatten wir schon Ende April erteilt, aber die Handwerker konnten erst ab dieser Woche bei uns arbeiten.

Da wir beide arbeiten müssen, blieb uns keine andere Wahl als die Handwerker den ganzen Tag alleine zu Hause zu lassen. Die ganze Renovierung soll zehn Tage dauern, das ist alles, was ich an Urlaubstagen für dieses Jahr noch übrig habe, und davon brauche ich noch etwas, um eventuell zu Vorstellungsgesprächen zu gehen oder für andere Gelegenheiten. Ich verlasse mich auf den Ehemann, der meint, man kann denen schon vertrauen. Ich habe die Handwerker selber noch nicht mal zu Gesicht bekommen, da ich momentan beschlossen habe, morgens ganz früh zur Arbeit zu fahren, um am späten Nachmittag  früher zum Sport zu gehen, oder um die letzten schönen Sommertage zu genießen.

Als wir gestern Abend nach Hause kamen, nach dem ersten Arbeitstag der Handwerker, war der Anblick im Badezimmer recht beeindruckend. Es war schon alles weg, die häßlichen Fliesen, die uns von vorne rein gestört haben, die Badewanne, das Klo, der viel zu große Waschbecken… Alles anderes in der Wohnung wurde mit einer dünnen Kunststofffolie als Schutz gegen Staub bedeckt. Selbst der Rahmen der Tür zu meinem Arbeitszimmer, direkt neben dem Badezimmer. Klasse, habe ich mir gedacht. Als ich jedoch rein kam, um an meinem Rechner zu sitzen, begrüßte mich der Duft von billiger deutscher Salami, den ich völlig verabscheue. Der Ehemann merkte aber nichts besonderes, und ich habe mir eingeredet, dass der Gestank imaginär war. Einmal kräftig durchlüften, und vorbei war’s. Komisch aber auch, dass mein Sessel unter dem Schreibtisch so verklemmt war, als ich mich hinsetzen wollte, ich musste ihn mit Kraft heraus ziehen. So weit stecke ich meinen Sessel nie unter dem Tisch. Vielleicht war’s der Ehemann, da er später als ich die Wohnung verlassen hatte, nachdem die Handwerker mit der Arbeit angefangen hatten? Er konnte sich nicht mehr daran erinnern. Über den Zustand vom Klo im Gästebadezimmer habe ich mich leider nicht gefreut. Vertrocknete Urintropfen und Haare am Rand der Klobrille, obwohl ich den Ehemann gebeten hatte, die Handwerker explizit zu fragen, sich äußerst sauber zu verhalten. Ich hatte schon eklige Erfahrungen mit Handwerkern gemacht, als ich alleine wohnte. Zum Beispiel gab es die frisch gewaschenen weißen Bettwäschen, die auf dem Ständer in einer Ecke trockneten, und die ich an einem Abend nach einem Besuch von Handwerkern mit dicken schwarzen Daumflecken gefunden hatte…

Heute Abend war der Fortschritt im Badezimmer nicht wirklich zu erkennen. Irgendwas müssen sie gemacht haben, weil es im Treppenhaus noch dreckiger war. Beim Öffnen meiner wieder zugeklebten Tür kroch mir diesmal der Geruch von Käse in die Nase. Selbst dem Ehemann wurde es bewusst. Und mein Sessel war wieder völlig unter meinem Schreibtisch verklemmt. Ich fasse es nicht, aber anders kann ich es mir nicht erklären: Diese Schurken erlauben sich, in unserer Abwesenheit sich an meinem Schreibtisch auf meinem Sessel vor meinem Rechner hinzusetzen, um ihre Mittagspause da zu verbringen! Dabei haben wir eine richtig große Küche und eine Terrasse, beide mit einem großen Tisch und genug Stühlen, was haben sie in meinem Arbeitszimmer zu suchen? Wenigstens funktioniert Windows immer noch nicht, ich habe mich nicht weiter darum gekümmert, und um Ubuntu zu starten, muss man zuerst durch Drücken einer Taste zur anderen Boot-Festplatte wechseln, das macht man nicht, wenn man nicht Bescheid weiß. Wenigstens war das Klo heute sauber.

Morgen werden wir alle Zimmer, die die Handwerker für ihre Arbeit nicht betreten müssen, abschließen und die Schlüssel mitnehmen. Sie werden wohl nicht auf die Idee kommen, die Türe aufzubrechen, oder?

Windows aus der VirtualBox

Ich weiß nicht, was ich für einen Mist gebaut haben muss, aber gestern konnte ich plötzlich Windows 7 nicht mehr starten. Der Mainboard-Bildschirm erschien beim Hochfahren vom Rechner wie gewöhnt, danach hatte ich den schwarzen Bildschirm mit der Meldung, „Windows wird gestartet“, und dann wurde der Bildschirm ganz schwarz, mit dem Mauskursor in der Mitte, und dann passierte nichts. Gar nichts. Selbst nach zehn Minuten. Mir blieb nichts anderes übrig, als den Power-Knopf so lange zu drücken, bis der Rechner aus ging.

Beim nächsten Hochfahren ging es genau so. Und beim Nächsten. Irgendwann bekam ich die Auswahl zwischen normalem Start oder Starthilfe. Der abgesicherte Modus war komischerweise nicht vorhanden. Die Starthilfe wurde gewählt, aber sie konnte das Problem nicht beheben und alles, was man danach machen konnte war, den Rechner ausschalten zu lassen. Toll. Die Systemwiederherstellung, die ich vor einem Monat gemacht hatte, konnte ich also nicht nochmal durchführen.

Was ich noch machen konnte war, bevor Windows tut, als ob es hochfahren würde, die F11-Taste so lange zu drücken, bis ich ins Bootmenü komme. Von dort aus kann ich die Festplatte, wo Ubuntu installiert ist, auswählen, und Ubuntu starten. Ich denke, es war damals eine geniale Überlegung von mir, Ubuntu grundsätzlich auf eine neue, getrennte Festplatte zu installieren, obwohl die Windows-Festplatte noch viel Platz hat. Ubuntu funktioniert immer noch einwandfrei, und ich kann problemlos auf die Windows-Partitionen zugreifen und die Dateien lesen — selbst die vom Ehemann, die unter seinem Konto liegen und auf die ich unter Windows keine Leseberechtigung habe. Also scheint die Festplatte noch in Ordnung zu sein. Vielleicht ist der Boot Master Record beschädigt, und ich könnte versuchen, ihn mit dieser Anleitung wieder in Ordnung zu bringen. Vorausgesetzt, ich schaffe es, eine minimale Windows-Version mit Terminal zum Laufen zu bringen. Es erschien mir als eher unwahrscheinlich.

„Brauche ich wirklich Windows?“ habe ich mich gefragt. Ich benutze es nur noch, weil meine Lieblingsspiele auf Linux-Systemen nicht laufen. Ich gebe zu, ab und zu spiele ich immer noch sehr gerne super altmodische Spiele wie Baldur’s Gate, Neverwinter Nights oder Divine Divinity zum Beispiel. Alle mindestens fünfzehn Jahre alt, aber heutzutage findet man keine Rollenspiele mit solchen vielfältigen Geschichten mehr — sagte vor kurzem noch selbst der junge HiWi, der in unserer Gruppe arbeitet. Und wenn Diablo I nicht so schlecht mit den heutigen Grafikkarten aussehen würde, würde ich es auch noch spielen. Nachdem ich eine Sicherheitskopie von Spielständen auf der Ubuntu-Festplatte gemacht habe, habe ich mich mit virtuellen Maschinen auseinandergesetzt. Fertig bin ich noch nicht. Was ich bis jetzt gemacht habe, mit Hilfe dieser tollen YouTube-Anleitung (auf Englisch):

  • VirtualBox auf Ubuntu installiert: sudo apt-get install virtualbox (Version 5.0.40, nicht so aktuell wie die aktuellste Version auf https://www.virtualbox.org/wiki/Downloads).
  • VirtualBox Extension Pack für die VirtualBox Version 5.0.40 installiert (wenn man die aktuellste Version aufs Versehen installiert, bekommt man eine Fehlermeldung).
  • Eine geeignete ISO Datei für meine Windows-Version heruntergeladen. Die Installations-CD hatte ich zwar immer noch, aber ich fand es bequemer so. Dafür braucht man auch einen Lizenz-Schlüssel, den man beim Kauf vom Windows bekommen hat. Es liegt bei mir schon fünf Jahre her, ein Wunder, dass ich den Schlüssel trotz zwei Umzüge noch finden konnte.
  • Windows 7 in der VirtualBox gemäß der YouTube-Anleitung installiert, mit der Ausnahme, dass ich meinen Lizenz-Schlüssel eingegeben habe. Windows habe ich auf Englisch installiert, also sollte man für deutsche Versionen eventuell die Begriffe unten übersetzen. Da ich acht Prozessoren habe, habe ich vier davon Windows gegeben (unter „Settings“). Ich habe ebenfalls die Hälfte vom Speicher für Windows frei gegeben, und den ganzen Video-Speicher erlaubt. Man muss aufpassen, dass dem Host-Betriebssystem (Ubuntu) genug Ressourcen zu Verfügung stehen, um weiter laufen zu können. Sonst habe ich die automatisch ausgewählten Einstellungen benutzt.
  • Den Extension-Pack braucht man, um das Windows-Fenster maximieren zu können, sonst hat man ein Minifenster, mit dem man unmöglich spielen kann. Dafür muss man Windows in der VirtualBox im abgesicherten Modus starten können, und es funktioniert beim Drücken der F8-Taste beim Hochfahren nicht. Was man dafür machen muss (die vorgeschlagene Vorgehensweise auf der YouTube-Anleitung ab 12:07 hat bei mir nicht geklappt):
    • sich in Windows einloggen,
    • „Start“ klicken, dann im Suchfeld „run“ eingeben und die Eingabetaste betätigen,
    • im dadurch neu geöffneten Fenster, „msconfig“ eingeben,
    • im dadurch neu geöffneten Fenster, zum „Boot“-Tab wechseln und das Häkchen bei „Safe Boot“ unter „Boot options“ setzen,
    • „Apply“ klicken und Neustart zulassen,
    • dann, weiter wie in der YouTube-Anleitung ab 12:39 machen.
  • Die wichtigen Windows-Updates installieren.

Damit habe ich den Großteil von meinem sonnigen Sonntagnachmittag verbracht. Was mir noch fehlt:

  • die Auflösung vom Bildschirm richtig einstellen, vermutlich fehlt mir der Treiber der Grafikkarte,
  • Zugriff zu den externen Laufwerken (DVD…) bekommen,
  • Spiele installieren und testen, ob ich damit zufrieden bin.

Wenn alles klappt, mache ich die Windows-Festplatte platt und benutze nur noch Ubuntu und Windows in der virtuellen Maschine.

Heidelbeerenkuchen mit weißer Schokolade

Diesen Kuchen habe ich gestern für unser jährliches Hausfest gebacken. Es war das erste Mal, dass wir dabei waren, da ich die zwei letzte Jahre seitdem wir im Haus wohnen immer an dem Zeitpunkt dienstlich verreist war. Einige Nachbarn kannte ich noch gar nicht. Es war ein interessanter Nachmittag, mit vielen Leckereien. Dazu habe ich Minze-Limonade und, auf der selben Art gemacht, Ingwer-Limonade mitgebracht.

Am Tag danach…

Die Zutaten (für 16 Portionen)

  • 100 g Butter, und ein bisschen mehr um die Backform einzufetten
  • 4 Eier
  • 100 g Rohrzucker
  • 250 g Mehl
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 200 g weißer Kuvertüre
  • 250 g Heidelbeeren

Die Zubereitung

  • Backofen bei 180°C Umluft vorheizen.
  • Die Heidelbeeren waschen und abtropfen lassen. Ich hatte eine andere Art Beeren gekauft, die auch anders hießen, ich habe schon vergessen, wie. Sie waren kleiner, dunkler und ihr Saft ist dunkelviolett. Es war auf jeden Fall ein riesiger Aufwand. Anderthalb Stunden habe ich damit verbracht, die noch vorhandenen kleinen Stielen zu entfernen (weil ich die 500 g gekaufte Schale auf einmal gewaschen habe, obwohl man für den Kuchen nur die Hälfte braucht). Deswegen empfehle ich den Kuchen ausdrücklich mit Heidelbeeren nachzumachen. Von weitem nicht so aufwendig.
  • Eine Springform einfetten (28 cm).
  • Die Butter und die weiße Kuvertüre in groben Stücken zerkleinern und zusammen in einer Schale in der Mikrowelle bei schwacher Leistung zur Schmelze bringen. Gelegentlich umrühren.
  • In einer großen Schüssel, die Butter-Schokolade-Mischung mit dem Rohrzucker schäumig schlagen.
  • Genug abkühlen lassen, um die Eier drin nacheinander mischen zu können.
  • Das Mehl und das Backpulver in kleinen Mengen zur Mischung hinfügen.
  • Die Heidelbeeren unter dem Teig vorsichtig unterheben, dabei einige Heidelbeeren behalten.
  • Den Teig in die Springform gießen und mit einem Löffel glatt verteilen. Die restlichen Heidelbeeren obendrauf streuen.
  • Für 35 Minuten bei 180 °C backen.
  • In der Springform abkühlen lassen.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 221 3537
Eiweiß (g) 3,9 62
Kohlenhydrate (g) 26,6 425,3
davon Zucker (g) 15,1 241,9
Fett (g) 10,9 173,7
Ballaststoffe (g) 1,3 20,1

Die BVG hat wieder zugeschlagen

Einmal zu viel. Etwas muss sich ändern. Ich will nicht mehr so abhängig vom ÖPNV sein, wenn es zu solchen Verspätungen und Chaos kommt. Entweder muss ich eine neue Arbeitstelle in der Nähe von der Wohnung finden, oder wir ziehen um, oder ich steige zum Auto um, was nebenbei meine Fahrzeit zur Arbeit mehr als halbieren würde, ich habe mal wieder die Schnauze voll. Jeden Tag die 42 Kilometer hin und zurück mit dem Fahrrad zu fahren ist nicht realistisch, da ich eine minimale Wohlfühltemperatur brauche, um es zu benutzen, und ein paar Tage im Monat geht es auch wirklich nicht, wenn ich so stark verblute, und auch nicht, wenn ich ganz früh morgens einen Termin habe, da das Unfallrisiko in Berlin doch recht groß ist…

Zweimal diese Woche habe ich über anderthalb Stunden gebraucht, um nach Hause zu fahren. Mit dem Fahrrad bin ich schneller. Besonders hat es mich gestern geärgert. Die Hinfahrt lief problemlos, was, zugegeben, recht beindruckend war, ein Tag nach dem Kabeldiebstahl, der die Bahn lahm gelegt hat. Die Nachricht hatte ich zum Glück vorgestern vom Bett aus im Radio gehört, und ich hatte mir gar nicht die Mühe gegeben, zur S-Bahn zu gehen. Stattdessem war ich Bus gefahren, was fast genau so lange wie mit dem Fahrrad dauert. Wir hatten uns mit dem Ehemann nach dem Feierabend in einer Brauerei verabredet, deswegen ich das Fahrrad nicht benutzt hatte. Das war der Grund, warum ich diese Woche nur zweimal so lange nach Hause gebraucht habe. Das andere Mal war am Montag.

Am Montag wollte ich auch ursprünglich zum Fitnessstudio, ich war sogar mit der Sporttasche zur Arbeit gekommen. Und wollte deswegen abends mit Bahn statt mit Bus fahren, um früher anzukommen. Zuerst hatte mich die Anzeige für die Tram in die Irre geführt. Eine Viertelstunde Wartezeit? Da bin ich schneller zu Fuß, um zur S-Bahn zu kommen. Ich war drei Minuten später noch nicht an der nächsten Tram-Haltestelle, da überholte mich die Tram. Von wegen eine Viertelstunde. Es hätte mir aber nichts gebracht, weil ich die S45 doch noch erwischen konnte, die früher hätte fahren sollen. Es hätte mir eine Warnung sein sollen. Einsteigen konnte ich, wie auch alle anderen Fahrgäste, die nach mir gekommen sind. Wenigstens habe ich einen Sitzplatz bekommen können, danach wurde es überfüllt und stickig, und die Bahn fuhr erstmals nicht weg. Keine Ahnung warum, die Durchsagen vom Fahrer waren unverständlich. Nach einer Weile konnten wir doch starten, um zwei Stationen weiter zu erfahren, dass wir alle aussteigen sollen. Der Zug war defekt. Ich bin also doch zum Bus umgestiegen. Das hätte ich von vorne rein machen sollen. Ich bin am Ende so spät angekommen, dass ich keine Lust mehr hatte, zum Fitnessstudio zu gehen. Anderthalb Stunden Training, duschen, nach Hause gehen, ich wäre nicht vor neun angekommen, und wir müssen diese Woche recht früh aufstehen. Stattdessen konnte ich den Ehemann überzeugen, joggen zu gehen. Das haben wir nur eine halbe Stunde durchgezogen, danach musste er aufhören. Achillessehne.

Gestern früh schien laut BVG-App alles wie gewöhnt zu laufen, und ich habe tatsächlich „nur“ eine Stunde zur Arbeit gebraucht. Es war ungewohnt früh, ich bin um sieben angekommen. Der Ehemann muss die ganze Woche ab sechs die Arbeit anfangen. Der Glückliche braucht jetzt nur zehn Minuten zur Arbeit und ist ÖPNV-unabhängig geworden. Ich musste gestern im Labor arbeiten, und habe mir gedacht, je früher ich anfange, desto besser. Danach könnte ich früh nach Hause fahren und zum Fitnessstudio gehen, bevor es zu voll wird. So viel zur Theorie.

Kurz vor vier habe ich mich von meiner Arbeit gerissen, um endlich mal einen frühen Feierabend genießen zu können. Ich hätte problemlos weiter arbeiten können, da ich gerade dabei bin, Programm#1 für Qt5 kompatibel zu machen (alles wegen Mac-Nutzer, weil Qt4 seit Sierra nicht mehr auf Mac zu benutzen ist, wie ich am eigenen Arbeitsrechner feststellen musste). Bewusst habe ich mich gezwungen, die Arbeit liegen zu lassen, und bin gegangen. Mit dem Bus? Ach nee, ich mache nicht ausnahmsweise so früh Feierabend, um eine Viertelstunde länger nach Hause zu fahren… Spoiler: Ich wäre doch schneller angekommen. Wenn ich der BVG in Rechnung stellen würde, wieviele Überstunden auf Arbeit ich hätte machen können, statt auf einem Gleis zu verharren, könnte ich das ganze Jahr kostenfrei fahren.

Angefangen hat es, als ich die S46 gerade verpasst habe. Von der Tram ausgestiegen, die Treppe hoch gelaufen, und ich konnte sie von hinten weg fahren sehen. Also Umweg über Treptower Park. In der Ringbahn habe ich dann auf der BVG-App erfahren, dass die S1 wegfallen würde. Das war nur sichtbar, wenn man sich die Details der Strecke anzeigen ließ, weil die Verbindung trotzdem vorgeschlagen wurde. Gut, ich kann eine Station weiter fahren und die Buslinie M48 benutzen, die ja scheinbar pünktlich ist… Ist die Frau denn nicht lernfähig? Die M48 ist doch nie pünktlich, ich hätte wissen sollen, dass es zu schön war, um wahr zu sein! Und tatsächlich, obwohl BVG-App und Webseite nichts ahnen ließen, war auf der Anzeige an der Haltestelle keine M48 in den nächsten zwanzig Minuten zu sehen. Dafür lief die Nachricht, dass sie zur Zeit unregelmäßig fährt. Also noch eine Station mit der nächsten Ringbahn gefahren, und ab in die U9. An der Endstation war es aber genau so blöd, da ich wieder vor der Wahl stand, S1 oder M48. Beide noch stark verspätet. Verflucht. Um zwanzig vor sechs war ich zu Hause, und so sauer, dass ich nicht mehr zum Sport wollte. Lieber hätte ich jemanden verprügelt. Ob ich beim Boxkurs vom Fitnessstudio doch schnuppern sollte? Mit einem Bier habe ich mich auf der Terrasse hingesessen und auf den Ehemann gewartet, der einen unglaublich langen Tag auf Arbeit machen musste.

Ach, was soll, dann fahre ich heute halt Fahrrad… Nicht. Um elf im Bett, um halb drei wach. Aus einem Traum erwacht. Ich saß am Rechner und bekam plötzlich die Meldung, dass meine Dateien verschlüsselt wurden. Um sie zu entschlüsseln, müsste ich eine bestimmte Geldsumme überweisen. Die Meldung erschien sogar auf der Klobrille. Ich bin ins Bett gegangen und habe dem Ehemann gebeichtet, dass ich Opfer einer Ransomware geworden war. Dabei hatte ich den Rechner heruntergefahren, was man in solchen Fällen gar nicht machen soll. Mit einer bestimmten Tastenkombination war es doch möglich, zu seinen Dateien wieder Zugriff zu bekommen… Das Schnarchen vom Ehemann hat mich geweckt. Seitdem kann ich nicht mehr schlafen, ich fühle mich aber nicht gut, und mit nicht mal vier Stunden Schlaf will ich nicht so lange mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Ich glaube, ich bleibe heute wegen Migräne zu Hause.

Kindergartenliebe

Kann man zu jung sein, um sich zu verlieben? Ich glaube nicht.

An meine erste Liebe kann ich mich immer noch erinnern, obwohl die Details diffus sind. Ich muss drei Jahre alt gewesen sein, denn wir besuchten die gleiche Schule in meiner Geburtstadt (nicht Kindergarten, eine richtige Schule, école maternelle heißt es in Frankreich, und ganztägig war es), und von dort sind wir ausgezogen, bevor meine Schwester geboren wurde und ich zur Gruppe der Großen wechseln konnte, für das letzte Jahr vor der Grundschule. Alexandre hieß er. Und ich weiß nicht mehr, wie es lief, ob wir zusammen gespielt hatten, oder ob ich ihn nur heimlich von weitem mochte. Ich hatte sogar ein Plüschtier, das ich nach ihm genannt hatte. Nur meiner Mami hatte ich meine Verliebtheit anvertraut, und da sich mein Vater wenig später sich darüber lustig machte, hatte ich schon ganz früh mein Vertrauen zu ihr verloren. Herzensgeschichte habe ich nie wieder erzählt, außer, um meine Eltern vor Tatsachen zu stellen — ich will ausziehen, oder ich heirate (gut, vorher wurde der Auserwählte vorgestellt, aber zuerst rein aus Pflichtgefühl, „weil man halt sowas macht“).

Sehr süß dagegen war die Szene im Rückflug vom Urlaub am Samstag. Das Flugzeug wimmelte nur von Familien mit Kleinkindern. Es drohte, ein Alptraum zu werden, aber die Kinder waren außerordentlich still, außer beim Starten und beim Landen, was verständlich ist. Auf der anderen Seite vom Gang, auf gleicher Höhe wie wir, saßen zwei Familien hintereinander. Die Familien schienen sich nicht zu kennen. In der vorderen Reihe saßen Eltern mit einem kleinen Jungen, hinter ihnen saßen eine Mutter mit zwei Töchtern, die eine im Grundschulalter, die andere etwa gleich alt wie der Junge, geschätzt maximal zwei Jahre alt. Der Vater saß bei uns neben dem Ehemann. Nachdem wir in der Luft waren und man nicht mehr angeschnallt sein musste, sind die zwei Kleinkinder aufeinander aufmerksam geworden. Es war die Liebe auf den ersten Blick. Die Beiden haben sich nicht mehr aus den Augen verloren und haben sich ständig angelacht und in Babysprache angequatscht. Beim Verlassen des Flugzeuges hat der Junge dem Mädchen seinen Schnuller geschenkt.

Limonade

Genau das richtige, um das Urlaubsgefühl nach der Rückkehr zu verlängern.

Die Zutaten (für 5 Gläser)

  • 2 Esslöffel Braunzucker
  • 10 große Blätter Minze
  • Anderthalb Zitronen
  • 1 Liter Sprudelwasser (bei Raumtemperatur)
  • Eiswürfel

Die Zubereitung

  • Braunzucker zum Boden einer Wasserkaraffe gleiten lassen. Unsere Wasserkaraffe ist 1,5 Liter groß, was ich für 1 Liter Limonade sehr empfehle, da das Hinzufügen vom Sprudel danach sehr schäumt.
  • Saft der Zitronen heraus pressen[1] und mit dem Zucker in der Karaffe rühren.
  • Minzeblätter in groben Stücke schneiden und hinzufügen.
  • Ein bisschen Wasser in die Karaffe geben und rühren (Kreisbewegungen mit der Hand in die Mischung erzeugen, wie damals im Chemieunterricht). Wannsinn, wie es schäumt, nee? Wenn nötig, mehr Wasser geben, bis der Zucker komplett aufgelöst ist.
  • Eine halbe Stunde kalt stellen.
  • Den Rest vom Sprudel ganz vorsichtig in die Karaffe geben (es schäumt wirklich sehr) und mit einem langen Löffel rühren.
  • Mit Eiswürfeln servieren.

[1] Das hat der Ehemann erledigt, ich bin aus dem Urlaub mit viel zu vielen kleinen Verletzungen an den Fingern zurück gekommen — Schnitte beim Kochen, beim Beach-Volley-Ball Spielen, beim Bücher Lesen… Urlaub ist gefährlich!

Nährwertangaben

pro Glas fürs Rezept
Energie (kcal) 19,6 98
Eiweiß (g) 0,06 0,3
Kohlenhydrate (g) 4,26 21,3
davon Zucker (g) 4,24 21,2
Fett (g) 0,06 0,3
Ballaststoffe (g) 0,02 0,1