Eigentlich will ich nicht mehr

„Hast du an deinem Antrag weiter gearbeitet?“ fragte mich heute Winfried nach unserem wöchentlichen Meeting. Gemeint war mein DFG-Antrag, den wir seit einem Jahr ständig umschreiben und der mir eine weitere Finanzierung ermöglichen soll, nachdem mein Vertrag am Ende des Jahres ausläuft. Vorausgesetzt, der Antrag wird nicht abgelehnt.

Winfried ist gerade aus dem Urlaub zurück gekommen. Drei Wochen war er weg. Drei Wochen, in denen ich nach Lust und Laune an meinen Programmen frei arbeiten konnte. Programm#1 hatte ich in einem schlechtem Zustand bekommen, als ich seine Entwicklung vor vier Jahren übernommen hatte. Damals kannte ich mich noch nicht mit Python aus. Ich habe schlechte Programmiergewohnheiten aus dem Code meines Vorgängers gelernt. Heute weiß ich besser Bescheid. Programm#1 funktionierte ja, aber ich habe im Laufe der Zeit erkannt, dass er von jemandem geschrieben wurde, der Python mit Fortran-Denkmustern missbraucht hat. Grauenhaft. Da ich drei Wochen Ruhe hatte, habe ich den Code grundsätzlich gereinigt. Das wird mir oder meinen Nachfolgern in Zukunft viel Zeit sparen, um weitere Funktionalitäten einzubauen.

Was ich in den drei Wochen nicht gemacht habe, ist, an dem DFG-Antrag zu arbeiten. Bis heute Morgen, als ich ahnte, dass die Frage kommen würde. Also habe ich ganz schnell einen neuen Absatz mit Abbildung geschrieben. „Ja, habe ich,“ konnte ich Winfried ehrlich antworten. „Aber eigentlich habe ich keinen Bock,“ habe ich unerwähnt gelassen.

Fakt ist, ich habe keinen Bock mehr. Die Arbeit an meinen Projekten macht mir weiterhin Spaß, aber wenn ich sehe, wie sich unsere Gruppe entwickelt, würde ich lieber meinen Vertrag auslaufen lassen und die Arbeitslosigkeit mit offenen Armen empfangen.

  • Mr Keen hat jetzt einen permanenten Vertrag, und der blosse Gedanke, ihm langfristig täglich begegnen zu müssen, gibt mir Magenschmerze. Ich könnte kotzen, und es ist nicht übertrieben. Ich kriege wirklich einen schweren Klumpen im Magen, wenn ich zu sehr darüber nachdenke. Aber ich habe genug über ihn geschrieben.
  • Es gibt meinen zum Glück nicht mehr Zimmergenosse, dem ich hier immer noch keinen Namen gegeben habe und der jetzt mit meinem armen IT-Kollegen sitzt. Soll er Moritz heißen. Moritz hat auch eine unbefristete Stelle und ist zu unserer Gruppe infolge einer Umstrukturierung gekommen. Ich kann ihn mittlerweile nur noch schwer ertragen, wenn er mit uns Mittagspause macht (auch einer, der meint, mit vollem Mund reden zu müssen) oder im Meeting sitzt (und immer ganz laut blöde Kommentare abliefert, die nur er lustig findet). Nervig finde ich, wie er seit einem halben Jahr über seine Fußschmerze jammert, ohne die logische Konsequenz daraus zu ziehen: Abzunehmen. Das würde ihm und seinem schwer belasteten Fuß viel besser tun, als die ganzen Maßnahmen, die er bis jetzt verordnet bekommen hat. Nee, zu anstrengend für ihn. Wie die Arbeit, wirklich. Wie stolz erzählt er, dass er morgens und abends an dem Zeiterfassungsgerät, das am weitesten liegt, sich abstempelt, um gut fünf Minuten gratis am Tag auf seinem Überstundenkonto zu bekommen! Er beschwert sich immer, dass die Arbeitsbedingungen und das Geld besser sein könnten, ist aber selber ein echt fauler Sack. Ganz die Vorurteile, die man über Betriebsradmitgliedern hört. Das ist er nämlich. Was er in seiner Anwesenheitszeit im Büro wirklich treibt, außer ganz laut zu telefonieren, weiß keiner. Nicht mal Winfried, würde ich behaupten.
  • Über Nina, die Nachfolgerin von Mieke, habe ich noch nichts erzählt, aber sie geht mir gewaltig auf dem Keks. Egal, was man sagt, muss sie immer grundsätzlich widersprechen. Sie ist auch die Erste, die über Anderen lacht, selbst wenn sie nicht wirklich versteht, worum es geht. Verstehen tut sie eigentlich selten. Sie ist zu uns vor einem Dreivierteljahr gekommen, um das Chemielabor zu leiten. Das macht sie gut. Nehme ich an. Ich bin ja so gut wie nie im Labor. Was sie gar nicht kann, und auch nicht muss, ist, Messungen an unseren Geräten durchzuführen. Sie hatte mir mal am Anfang aus Neugier Fragen gestellt, und es ist klar, dass sie von der Messmethode und der ganzen physikalischen Theorie dahinter noch nie etwas gehört hatte. Das ist in sich nicht schlimm. Was ich aber nicht ertragen kann, ist, wie sie sofort am Anfang in den Meetings laut über unsere Nutzer gelacht hat, oder „Tss tss tss“ und „wie kann man nur“ von sich gegeben hat, wenn wir erzählten, dass sie Probleme an den Geräten verursacht hatten. Die Details waren dabei so technisch, dass sie als Neulinge und Laie sie kaum verstehen konnte. Nein, sie reagiert nur auf den Tonfall der Stimme des Erzählers. Eine ziemlich blöde Zicke.

Man könnte meinen, dass ich mit allen meinen Kollegen nicht klar komme. Das stimmt nicht. Meine IT-Kollegen sind ganz in Ordnung. Mit Kate unternehmen wir sogar ab und zu etwas außerhalb der Arbeit. Seitdem ich aus dem gemeinsamen Zimmer ausgezogen bin, geht es besser. Vielleicht hat sie jetzt gelernt, selbstständig mit ihrem Rechner umzugehen, da ich nicht mehr da bin, um alle ihre spontanen Fragen zu beantworten. Oder sie fragt jetzt die anderen Zimmergenossen. Florian, unser letzter zugekommener Wissenschaftler, ist auch ganz lieb. Vielleicht zu lieb. Er bemüht sich immer, sich mit allen, aber auch wirklich allen, gut zu verstehen. Selbst wenn Leute ihn nerven. Über Nina hat er sich schon bei mir beschwert, wenn sie sich besonders blöd angestellt hat, aber er verhält sich selbst mit ihr äußerst freundlich. Das könnte ich nicht. Moritz hat er sogar mit einem Spitznamen versehen, und er kennt alle Pförtner am Empfang mit Vornamen. Unheimlich. Vielleicht nerve ich ihn, kriege es aber nicht mit, weil er sich immer so freundlich verhält. Über zu viel Freundlichkeit will ich mich auch nicht beschweren, das ist so untypisch.

Also, obwohl ich mich mit vielen in der Gruppe halbwegs gut verstehen kann, braucht es nur einige wirklich nicht auszuhaltenden Persönlichkeiten, um mir die Stimmung komplett zu verderben. Schlimm, wenn diese Personen noch bis zu ihrer Rente in der Gruppe bleiben werden. Da denke ich, lieber arbeitslos werden, als länger dort zu arbeiten. Ich hatte ja vor sechs Wochen ein Vorstellungsgespräch, aber ein anderer Kandidat wurde gewählt, der besser zur Stellenbeschreibung passt. Zur Stellenbeschreibung, die auf der Webseite der Firma veröffentlicht wurde. Die, auf die ich mich beworben hatte, hatten sie in einer Fach-Mailinglist gepostet, und sie passte wunderbar zu meinem Profil… weil ich vermute, dass das Copy-Paste nicht richtig funktioniert hatte, da es nur einen Teil der Beschreibung auf der Webseite war. Der fehlender Teil war wohl wichtiger. Immerhin haben sie mir geschrieben, dass ich einen großen Mehrwert ins Team bringen würde, und sie melden sich im Herbst, um mir eine Stelle ab dem nächsten Jahr anzubieten. Falls sie nicht zwischendurch ihre Meinung geändert haben.

Selfie mit Mückenstich

Oder: Autoportrait à la piqûre de moustique.

Den Mückenstich habe ich heute Morgen beim Aufwachen gemerkt. Besser gesagt, beide Mückenstiche. Ein am Dekolleté[1], oder fast am Hals, und ein am linken Oberarm, dicht am Ellbogen. Wir müssen eine Mücke im Schlafzimmer gehabt haben, obwohl ich sie gar nicht gehört habe. Normalerweise nerven sie mich nachtsüber total, wenn sie am Ohr rum fliegen. ZzzzzzzzZZZZZZzzzzzzz…. Oder sie sind gestern Abend über mich hergefallen, als wir auf der Terrasse nach dem Sport ein wohlverdientes alkoholfreies Bananenweizen getrunken haben.

Ich habe die Stiche natürlich sofort mit meinem tollen Gerät erhitzt[2]. Das Gerät habe ich auf Arbeit mitgenommen und mehrmals am Tag angewendet. Es klappt, wie immer, die Stiche jucken nicht. Das scheint aber die allergische Reaktion nicht zu hindern. Am Hals geht es, am Ellbogen habe ich schon eine beachtliche Beule bekommen. Sie fühlt sich ganz warm an. Der Ehemann hat gerade einen Schreck bekommen, als ich mich auf der Couch neben ihm hingesessen habe.

So sieht jetzt der linke Ellbogen aus[3]:

Zum Vergleich, der rechte Ellbogen:

Sale bête.

[1] Komische Schreibweise.

[2] Seit der Anschaffung vor gut drei Jahren habe ich die Batterie immer noch nicht wechseln müssen. Es ist gut so, ich bin nicht sicher, wie ich dafür das Ding öffnen sollte.

[3] Es ist nicht der Winkel, unter dem die Beule am dicksten aussieht. Es ist gar nicht so einfach, den eigenen Ellbogen mit dem Handy zu fotografieren. Es klappt aber besser, als ihn zu lecken 😀

Die verletzte Katze

Ich war mit meiner Mutter unterwegs. Wir wollten eine Freundin von ihr besuchen. Sie wohnte in einem Dorf mit sehr steilen Straßen. Die Häuser wirkten alt. Ihre Wände bestanden aus ungerelmäßig geformten dicken Steinen. Wir fuhren eine Straße hochwärts. An einigen Stellen hatte ich Bedenken, dass das Auto es nicht mehr schaffen würde und anfangen würde, rückwärts zu rutschen, aber angekommen sind wir doch. Meine Mutter hat das Auto mitten in einer engen steilen Straße geparkt und wir sind ausgestiegen.

Aus welchem Grund auch immer bin ich zuerst nicht ins Haus gegangen, sondern bin auf der Straße geblieben. Vielleicht, weil ich ein schlechtes Gefühl hatte, weil das Auto mir so nicht sicher geparkt vorkam. Und recht hatte ich, das Auto fing plötzlich an, von alleine die Straße runter zu rollen. An der nächsten Biegung konnte es natürlich nicht wenden. Das Auto ist gegen eine Hauswand geknallt. Chipie, meine Katze, ist aus dem Auto raus gekommen und hat sich auf dem Weg zum Haus der Freundin meiner Mutter gemacht. Ich bin ihr gefolgt. Sie sah gar nicht gut aus, nach dem Unfall. Blut befleckte ihr weißes Fell am Bauch. Sie hat versucht, sich zu lecken, und dabei habe ich gemerkt, dass ihr Bauch offen lag. Ein langer Schnitt war zu sehen.

Ich habe Panik bekommen und meine Mutter gesucht, damit sie einen Tierarzt anruft. Ich wusste nicht wo sie war. Auf meine Rufe hat sie nicht reagiert. Ich bin durch alle Räume der mir unbekanten Wohnung gegangen. Die Wohnung war groß. Es war dunkel. In einem großen Wohnzimmer habe ich sie gefunden. Meine Mutter und ihre Freundin schliefen auf einer langen Eckcouch, jede auf einer Seite der Couch, und waren in Decken kuschelig eingerollt.

Um halb vier bin ich aus dem Traum aufgewacht. Ich bin kurz aufgestanden, um die Toilette zu besuchen und ein Glas Milch zu trinken. Wieder einschlafen konnte ich gut. Ich habe geträumt, wie ich dem Ehemann meinen vorherigen Traum beschrieben habe. „Es war sooo steil!“ habe ich ihm erzählt, und es verdeutlicht, indem ich die linke Hand fast senkrecht gehoben habe.

Wassermelone-Minze-Sorbet

Das habe ich uns als Nachtisch gestern gemacht. Lecker, erfrischend und kalorienarm. Und man muss dafür nicht lange in der Küche stehen.

Die Zutaten (für 6 Portionen)

  • 1/6 Wassermelone (grob geschätzt, ich habe sie nicht gewogen)
  • Saft einer Limette
  • 37 g Zucker
  • 90 mL Wasser
  • Minzeblätter nach Geschmack
  • Fakultativ: Sekt (gekühlt)

Die Zubereitung

  • Sekt in den Kühlschrank stellen.
  • In einem Topf, Zucker und Wasser kurz zusammen aufkochen und beiseite abkühlen lassen.
  • Wassermelone in große Stücke schneiden und entkernen.
  • In einem hohen Becher, Wassermelone mit Limettensaft und Zuckersirup pürieren.
  • Die Minzeblätter in dünnen Streifen schneiden und in das Wassermelonenpüree rühren.
  • Die Mischung in einer großen Auflaufform gießen und mindestens vier Stunden ins Tiefkühlfach stellen. Gläser ebenfalls kalt stellen.
  • Zwischendurch, etwa jede Stunde mit einer Gabel rühren, um das Eis in kleine Stücke zu brechen.
  • Sorbet in die Gläser servieren und jeweils mit etwa 100 mL Sekt auffüllen. Mit frischen Minzeblättern dekorieren.

Nährwertangaben

mit Sekt ohne Sekt
pro Portion fürs Rezept pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 161,8 971 78,8 473
Eiweiß (g) 1,1 6,3 0,9 5,4
Kohlenhydrate (g) 23,7 142,3 18,6 111,5
davon Zucker (g) 18,5 111,1 18,5 111,1
Fett (g) 0,4 2,5 0,4 2,5
Ballaststoffe (g) 0,4 2,1 0,4 2,1

Pfifferlinge-Quiche

Jetzt ist Pfifferlinge-Zeit! Und da die Spargel-Quiche uns so gemundet hatte, lag es nahe, eine Pfifferlinge-Quiche auszuprobieren. Der eingeladene Schwiegervater war auf jeden Fall begeistert.

Die Zutaten (für vier Personen)

Für den Teig

  • 160 g Weizenmehl
  • 1 Ei
  • 100 g kalte Butter
  • 1 Prise Salz

Für die Füllung

  • 330 g Pfifferlinge
  • 4 Eier
  • 250 ml Sahne zum Kochen
  • 50 g Parmesan
  • 1 Bund Petersilie (kraus)
  • 1 Esslöffel geriebener Muskatnuß
  • 1 Espressolöffel Salz

Die Zubereitung

  • Zuerst den Teig vorbereiten:
    • Alle Zutaten in einer Schüssel mit den Händen zu einem homogenen Teig knetten.
    • In Frischhaltefolie eingewickelt eine halbe Stunde kalt stellen.
  • Backofen bei 180°C Umluft vorheizen.
  • Die Pfifferlinge gründlich putzen und gut abtropfen lassen.
  • Petersilie waschen und ganz fein hacken.
  • Petersilie mit Sahne, Eiern, Salz, Muskatnuß und geriebenem Parmesan gut rühren.
  • Eine runde Backform mit Butter einfetten.
  • Den Teig auspacken, mit einem Nudelholz auf einer bemehlten Fläche rund ausrollen und in der Form hinlegen (das klappt bei mir nie so rund, der Rand sieht immer zusammen geflickt aus).
  • Den Teig in der Form mit einer Gabel stechen.
  • Die Pfifferlinge auf dem Teig verteilen und den Petersilienguss drauf gießen.
  • Mit zusätzlich geriebenem Parmesan bestreuen und Dreiviertelstunde backen lassen.

Dazu gab es einen einfachen grünen Salat: zwei Esslöffel Olivenöl, eine fein geschnittene Knoblauchzehe, ein bisschen Salz und Salatblätter zusammen rühren.

Nährwertangaben (ohne Salat)

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 573 2292
Eiweiß (g) 20,4 81,5
Kohlenhydrate (g) 34,1 136,3
davon Zucker (g) 1,9 7,5
Fett (g) 39,4 157,4
Ballaststoffe (g) 6,1 24,4

Mit dem Abnehmen klappt es gerade nicht

Ist das frustrierend! Ich glaube, alles richtig zu machen, um weiter abzunehmen, und nehme dabei nur zu. Was mache ich bloss falsch? Ich war seit letzter Woche wieder sehr sportlich, habe wieder angefangen, meine Kalorien zu zählen und habe täglich ein Kaloriendefizit geschafft, es sollte doch nach unten gehen.

  • Montag: Mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Abends nicht, da es gewittrig sein sollte. Das Fahrrad habe ich mit der S-Bahn zurück nach Hause gebracht, um am nächsten Tag zur Arbeit hin und zurück fahren zu können. Ich war abends im Fitnessstudio und habe zwei Wassergymnastik-Kurse belegt. Nicht mit der Samstagstrainerin. Der Kurs war langweilig. Kaloriendefizit: 41 %, oder 1015 kcal eingespart. Dabei 84 g Eiweis zu mir genommen, was viel mehr als an einem normalen Tag ist. Ich hatte am Abend Hähnchenbrustfilets gemacht.
  • Dienstag: Mir wurde den ganzen Tag schwindelig. Ich habe lieber aufs Radeln verzichtet. Kein Sport. Kaloriendefizit: 21 % (409 kcal). Eiweis: 58 g.
  • Mittwoch: Das übliche Krafttrainingsprogramm. Bauch, Beine, Rücken, Oberkörper. Anderthalb Stunden, während der Ehemann bei seinem Boxkurs war. Er hat sich mal um das Abendbrot gekümmert. Flammkuchen und eine mousse au chocolat. Kaloriendefizit: 17 % (366 kcal). Eiweis: 48 g. Suboptimal, nach einem Krafttraining. Ich müsste täglich 55 g Eiweis zu mir nehmen, nur um meine Muskelmasse zu erhalten.
  • Donnerstag: Wieder kein Fahrrad. Meine Wetter-App hatte schlechtes Wetter vorhergesagt. Es wurde nachmittags doch richtig schön sonnig und warm. Ich bin nach der Arbeit alleine joggen gegangen. Keine ganze Stunde, da ich im Kreis um einen Teich bei uns immer laufe und Jugendliche sich bei halber Strecke auf der Wiese gestellt und gekifft haben. Ich kann den Gestank von Joints nicht ausstehen, und noch weniger, wenn ich den beim Laufen einatmen muss. Ich bin zurück nach Hause gelaufen und habe dadurch immerhin 50 Minuten geschafft. Meine Oberschenkelmuskel habe ich danach schon deutlich gespürt, was den Ablauf des nächsten Tages erahnen ließ… Kaloriendefizit: 34 % (761 kcal). Eiweis: 79 g. Mittags gab’s wieder Hänhchenbrust in der Kantine.
  • Freitag: Muskelkater. Ich war ewig nicht mehr gejoggt, da der Ehemann, der mich sonst immer begleitet hatte, in letzter Zeit nur Ausreden hatte. So super schlimm war der Muskelkater nicht. Es war jedoch recht schwierig, den Wirbelsäule-Gymnastik-Kurs am Abend mitzumachen. Schon bei der ersten Übung, wo man auf einem Bein balancieren musste, haben die Waden geschrien. Die hatte ich sonst den ganzen Tag nicht gespürt, nur die Oberschenkel, die sich bei jedem Schritt beschwert haben. Kaloriendefizit: 19 % (419 kcal). Eiweis: 75 g. Nach dem Sport, also eigentlich schon vor dem Sport, hatte ich einen Riesenhunger. Wir sind mit dem Ehemann zum Block House gegangen. Lammrücken.
  • Samstag: Wassergymnastik. Wieder nur ein Kurs, obwohl ich zum ersten Mal bei der Trainerin den Eindruck hatte, ich könnte weiter machen. Wir waren aber mit dem Schwiegervater zum Mittagessen in einer Kneipe verabredet. Schnitzel mit Pfifferlingen und Bier. Es war eine riesige Portion. Ich bin zu Fuß nach Hause gegangen, eine halbe Stunde, und habe intensiv die Wohnung geputzt. Staub gewischt und gesaugt. Ich war vom Mittagessen den ganzen Tag so satt, dass ich am Abend nur eine kleine Stulle gebraucht habe. Kaloriendefizit dank Aktivitäten trotzdem geschafft: 11 % (266 kcal). Eiweis: 100 g.
  • Sonntag: Radtour mit dem Ehemann, fast 35 Kilometer. Tolles Wetter. Unterwegs ein Süppchen und eine kleine Forelle mit Kartoffelsalat gegessen. Abends nochmal Kartoffel Salat mit grünen Bohnen und gekochtem Ei gemacht. Der Salat stand auf meinem Plan, ich hatte dafür am Samstag eingekauft. Kaloriendefizit: 22 % (564 kcal). Eiweis: 69 g.

Außer am Wochenende habe ich es geschafft, täglich weniger als mein Tagesgebrauch ohne Sport zu essen. Wenn ich die Portionen, die ich nicht selbst gekocht habe, richtig geschätzt habe. Das ist schwierig, und im Zweifel schätze ich die Portion lieber großzügiger als mein Bauchgefühl. Selbst wenn ich mich verschätzt habe, ich denke nicht, dass der Fehler so groß ist, dass meine Kalorienaufnahme den Tagesgebrauch plus Sport übersteigen sollte. Ein halbes Kilogramm hätte verschwinden sollen. So sieht mittlerweile meine Gewichtskurve aus:

Die eklige Entdeckung des Tages

Ohne Bild, denn ich war so angeekelt, dass ich alles sofort weg geschmissen habe.

Ich wollte zum Frühstück eine Banane essen. Habe im Korb gegriffen, wo die Bananen sind, und habe eine genommen. Die fühlte sich ein bisschen klebrig an. Als ich sie öffnen wollte, habe ich gemerkt, dass ein kleiner Wurm an meinem Zeigefinger klebte. Igitt! Sofort Hände gewaschen. Der Ehemann hat die restlichen Bananen gewaschen. Ich dachte, der Wurm, woher auch immer, wäre auf die Banane angekommen.

Ich habe mich also am Tisch hin gesessen und die gewaschene Banane geschält. Und da traute ich meinen Augen nicht: Aus dem Inneren der Banane hat sich etwas bewegt, und ein Wurm hat sich herausgestreckt. Wahrscheinlich war er überrascht, dass die Schale plötzlich nicht mehr da war. Mir hat es den Appetit auf Bananen schlagartig verdorben. Der Ehemann, der sich gerade eine andere Banane in sein Müsli klein geschnitten hatte, war ebenfalls angeekelt. Wir haben alles weg geschmissen.

Die Bananen hatte der Ehemann letzte Woche ausnahmsweise beim Basic gekauft. Ich überlege, ob ich mir jetzt dringend einen Ersatz als Kalium-Lieferant aussuchen soll, oder weiterhin beim türkischen Laden am S-Bahnhof Bananen kaufen soll. Dort ist es mir noch nie passiert. Ich hatte auch bis jetzt nie gehört, dass man Würmer in Bananen finden kann.

Balkon-Update

Von den Buchen hat es nur eine geschafft. Die im Forsythien-Topf ist eingegangen. Die andere haben wir umgepflanzt. Heute Morgen habe ich eine neue Überraschung entdeckt: Zwischen den Blumen, die der Ehemann liebevoll gepflanzt hatte, ist eine Eiche aufgetaucht!

Eine neue Blume hat den Weg zum Forsythien-Topf gefunden. Keine Ahnung, wie sie heißt, aber sie gefällt mir!

Unseren Rosen hat das blöde Wetter mit den vielen Gewittern in letzter Zeit gar nicht gut getan. Ich freute mich schon auf die viele neuen Knospen, um dann letzte Woche das Massaker zu entdecken:

Alle Knospen sahen so aus. Dem Rat der Verkäuferin in der Gärtnerei unten folgend, haben wir sie alle geschnitten. Ein Jammer.

Bei meinen selbst gepflanzten Blumen bin ich mit dem Ergebnis nicht so zufrieden. Von allen Schokoladenblumen ist nur eine groß genug gewachsen, und sie hat eine einzige Blume gemacht. Sie riecht tatsächlich nach Schokolade! Einige Skabiosen machen sich fertig, sie nehmen sich aber richtig viel Zeit, um endlich ihre Pracht zu zeigen.

Mehr Glück haben wir mit unseren Garten-Experimenten. Die Tomaten wachsen wie jedes Jahr. Der neue Oregano aus dem Staudenmarkt blüht richtig und zieht alle Bienen und Hummeln an. Und die Erdbeeren duften himmlich, haben ein unglaublich leckeres Aroma, sind leider so klein, dass die Ausbeute jedes Mal recht mager ist. Sie breiten sich gerne aus und ein Zweig hat das Weite aus dem Gitter nach unten zu den Nachbarn gesucht. Vielleicht kriegen sie auch mal Erdbeeren auf ihrem Balkon.

Neu dazu sind dieses Jahr die Bohnen gekommen, die wie wild um das Gerüst klettern. Sie haben ganz viele schöne rote Blüten gemacht, und die ersten Bohnen zeigen sich schon. Als Neben-Effekt werden wir viel Schatten auf der Terrasse bekommen. Wenn es mal wieder Sonnig wird. Nicht, dass ich mich über zu viel Sonne jemals beschweren würde. Der Ehemann aber schon.

Der letzte Thai-Basilikum, der von den Spatzen nicht zerfetzt wurde, ist nicht besonders hoch gewachsen. Es wird noch dauern, bevor er in der Küche verwendet wird. Die Minze dagegen hat sich sehr schön entwickelt. Mojitos und Aprikosen-Minze-Milkshake haben wir schon genießen können.

Faul

Schuld ist das Wetter. Wer will schon bei dem Regen irgendwas unternehmen? Also, ich nicht. Starken Dauerregen schaue ich mir lieber zu Hause aus dem Fenster mit einer gemütlichen Tasse heißer Schokolade an.

Dabei war ich in letzter Zeit voll Energie und Motivation. Seitdem ich eines Morgens fast zwei Stunden zur Arbeit gebraucht habe, weil irgendwelche Deppen die S-Bahn-Verkabelung in Brand gesetzt haben, bin ich wieder regelmäßig aufs Rad gestiegen. Wenn ich am Tag hin und zurück radle, habe ich 42 Kilometer in den Beinen. Fast 1000 kcal, meint fddb. Das mit dem weiter Abnehmen klappt aber nicht. Weil ich seit Monaten keinen Bock mehr habe, alles einzutragen, was ich esse. Ich dachte, es ginge, ich hätte jetzt einen guten Überblick darüber, was ich essen sollte, aber mein Gewicht bleibt konstant. Immerhin.

Fahrrad will ich aber nicht bei jedem Wetter fahren. Erst recht nicht, wenn es regnet. Vor zwei Wochen bin ich kurz vor Ankommen auf Arbeit von einem Gewitter erwischt worden. Ich dachte, ich würde es noch rechtzeitig schaffen. Ich wollte zu den Fahrradständern vor unserem Gebäude langsam abbiegen. Weil es plötzlich angefangen hatte, so stark zu regnen, habe ich nicht gemerkt, dass die Räder schon total naß waren. Die Bremsen haben nur gequietscht. Ich war schon am Lenken und habe gespürt, wie die Reifen auf dem Asphalt keinen Halt mehr hatten und wie das Fahrrad seitlich gerutscht ist. Es war zum Glück kein Auto auf der Straße, als ich dort gelandet bin. Auf dem linken Ellbogen, der den Schock doch gut überstanden hat. Nur Schürfwunden, und ein großer blauer Fleck in der Innenseite vom linken Oberschenkel, wo der Sattel geknallt hat. Heute ist schon nichts mehr davon zu sehen.

Ich bin auch wieder regelmäßig zum Fitnessstudio gegangen. Ich war seit Mai ständig am Wochenende verreist und bin nur seit drei Wochen fleißig bei der Wassergymnastik am Samstagvormittag dabei. Die Kursleiterin, die vorher da war und einen schönen runden Bauch hatte, ist jetzt wahrscheinlich in Mutterschutz. Ich fand ihren Kurs gut, aber jetzt, wo ich ihre Vertretung kenne, will ich sie gar nicht mehr zurück haben! Die Vertreterin hat ein ganz anderes Programm, mit Übungen, die man wie beim Intervall-Training wiederholt, acht Mal zwanzig Sekunden, mit zehn Sekunden Pausen zwischendurch. Am Anfang fühlt sich die Übung ganz leicht an, aber nach der dritten Wiederholung wird es schon super anstrengend. Meine Lieblingsübung ist die, wo man sich am Beckenrand mit den Armen hoch hebt und langsam runten ins Wasser gleiten lässt. Einfach der Hammer. Vorher hatte ich kein Problem, zwei Kurse hintereinander zu machen. Jetzt bin ich schon mit dem Ersten völlig fertig und habe wirklich den Eindruck, etwas geleistet zu haben.

Nun, heute ist mir nicht danach. Schuld ist das Wetter, das mich diese Woche von Radeln abgehalten hat. Und dieser Wind! Ist Berlin immer so windig gewesen? Ich habe es anders in Erinnerung. Zum Fitnessstudio wollte ich bei dem Regen auch nicht, da man nur beim Rüberqueren der Straße schon durchnässt wird. Und mit der Periode, die gerade abklingt, wollte ich nicht ins Schwimmbad. Wir wollten eventuell dieses Wochenende eine Radtour nach Potsdam machen, aber da die Wettervorschau nur Regen angekündigt hat, bleiben wir zu Hause. Die Wohnung muss eh mal geputzt werden.

Der verlorene Regenschirm

Meinen letzten Regenschirm habe ich vor vielen Jahren erworben. Vorher hatte ich immer ganz billige Regenschirme gekauft, die recht schnell zerbrachen, sobald es zum Regen ein bisschen Wind gab. Also ziemlich häufig, vor allem, wenn man in Aachen lebt. Nachdem der letzte billige Regenschirm nicht mal einen halben Tag gehalten hat, habe ich beschlossen, mehr zu investieren, und habe mir einen schicken Tachenregenschirm von Knirps geholt. Die von der Verkäuferin angepriesene Windstabilität hat mich überzeugt, sowie der Knopf, der nicht nur den Regenschirm öffnet, sondern den auch zusammen falten lässt. Es war damals ein Schock, vom üblichen 5€ Regenschirm zur 30€ Variante zu wechseln, hat sich aber definitiv gelohnt. So lange hatte ich noch nie einen Regenschirm behalten.

Das war vorher. Jetzt lebe ich nicht mehr alleine, und weil mein Regenschirm so schick aussieht, grau-schwarz mit Hahnentritt-Muster, ist er vom Ehemann recht häufig benutzt worden. Ich habe noch nie gesehen, dass jemand den selben Regenschirm dabei hatte. Bei Regenschirmen dürfte es wie bei Schneeflocken sein: Sie sind alle einzigartig 😀

Ich muss sagen, mit den Jahren ist der Regenschirm nicht mehr so gut geworden. Gegen Wind ist er immer noch recht stabil, aber er tropft jetzt ein bisschen, wenn er naß ist. Man hält ihn über den Kopf und kriegt trotzdem den einen oder anderen Tropf ab. Das sieht man auch daran, dass die Kiele leicht verrostet sind, und der Stoff durchnäßt aussieht an den Stellen, wo das Wasser nicht mehr abperlt. Nicht mehr ganz dicht, der Regenschirm. Trotzdem mochte ich ihn.

Groß war meine Enttäuschung, als der Ehemann mir vor zwei Monaten beichten musste, dass er meinen Regenschirm in der S-Bahn liegen lassen hatte. Er war gerade in Potsdam angekommen und hatte nach dem Aussteigen gemerkt, dass er den Regenschirm nicht dabei hatte. Er ist schnell zurück zum Wagen gerannt, hat aber nichts mehr gefunden. Vermutlich hatte jemand den Regenschirm sofort mitgenommen. Es regnete ja.

Ich komme wieder drauf, weil es momentan wieder so häufig regnet. Wie heute Morgen. Ich bin mit meiner Regenjacke zur S-Bahn gegangen. Habe mich in der S1 hingesessen, zwischen zwei Männern. Ich musste kurz in meiner Tasche zwischen meinen Füßen etwas suchen, und mein Blick ist zufällig zum Regenschirm zwischen den Füßen von meinem Sitznachbarn gewandert — ein asiatisch aussehender gepflegter Mann mittleres Alters mit Anzug, der etwas auf seinem Tablet las. Und ich konnte es nicht fassen: Genau zwischen seinen Füßen lag mein Regenschirm! Ja, genau wie ich ihn in Erinnerung habe, mit seinem Hahnenschritt-Muster und seinen nicht mehr dicht aussehenden Flecken! Was kann man in einer solchen Situation sagen? Leider nichts… Ich hoffe, der neue Besitzer behandelt ihn gut.