Quatre-quarts aux pommes

Vor drei-vier Wochen hat der Ehemann Äpfel nach Hause gebracht. Eine ganze Tüte von ganz zwei Kilogrammen Äpfel! Die gab’s ja beim Möbel Höffner am Eingang. Wer soll denn so viele Äpfel in so kurzer Zeit essen, bitte schön? Der Ehemann nicht. Gar nicht. Und wenn ich meinen täglichen Apfel im Büro esse, ist es schon gut. Um den Verlust von Äpfeln zu vermeiden, habe ich gestern diesen Kuchen gebacken.

Der Quatre-quarts ist ein einfacher Kuchen, den ich in meiner Kindheit häufig gegessen haben. Einfach und schnell zu machen. Einfach, weil, wie der Name sagt, der Kuchen aus vier gleich großen Teilen besteht: Eier, Mehl, Butter und Zucker. Man wiegt zuerst, wieviele Eier man hat, und benutzt das gleiche Gewicht für Mehl, Butter und Zucker. Zusammen rühren, ab in den Backofen für fünfzig Minuten, fertig. Das erklärt sicherlich, warum meine Mami den Kuchen so häufig gebacken hat.

Eine richtige Kalorienbombe ist es. Man sollte besser bei der Portionierung aufpassen. Low Carb & Low Fat Suchenden brauchen nicht weiter zu lesen.

Da ich die Äpfel retten wollte, sind sie noch ins Rezept rein gekommen. Dafür habe ich den Zuckergehalt reduziert. Es gab für mich sonst eindeutig viel zu viel Butter. Ich könnte locker auf 100 g verzichten. Aber dann wäre es kein Quatre-quarts mehr gewesen, und der Ehemann kannte den Quatre-quarts noch gar nicht, zu meiner größen Überraschung, denn er immerhin fast zehn Jahre in Frankreich gelebt hat, bevor ich ihn kennen gelernt habe.

Die Zutaten (ergibt 16 Stücke von nicht ganz zwei Zentimeter Dicke)

  • 4 Eier
  • 4 Äpfel
  • 250 g Weizenmehl
  • 150 g brauner Zucker
  • 250 g Butter
  • 1 Schuss Calvados
  • Puderzucker

Die Zubereitung

  • Die Äpfel schälen und in ganz kleine Stücke schneiden.
  • Alle Zutaten außer die Äpfel in einer Schale zu einem Teig zusammen rühren. Die Apfelstücke erst zum Schluss in den Teig geben.
  • Eine rechteckige Brotform mit Backpapier auslegen und den Teig drin verteilen. Meine Form ist 27-28 Zentimeter lang.
  • Den Backofen bei 180°C vorheizen.
  • Den Teig in der Form eine Viertelstunde in den Kühlschrank legen.
  • Den Kuchen zehn Minuten bei 180°C backen lassen.
  • Nach den zehn Minuten, die Form aus dem Ofen nehmen. Den Ofen bei 140°C einstellen.
  • Mit einem scharfen Messer, einen Schnitt mittig im Kuchen einschneiden.
  • Den Kuchen weitere vierzig Minuten bei 140°C backen lassen.
  • Den Kuchen gut auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 245,6 3929
Eiweiß (g) 3,7 59,7
Kohlenhydrate (g) 25,3 404,2
davon Zucker (g) 12,9 205,6
Fett (g) 14,6 234,2
Ballaststoffe (g) 1,3 20,7


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Quiche Lorraine

Das gab’s letzte Woche auf dem Plan, aber es ist doch anders gekommen… Die Quiche habe ich erst gestern gemacht.

Traditionell gibt es in der Quiche Lorraine Speck, Eier, saure Sahne und Milch. Ich benutze immer gerne noch Emmentaler oder Gruyère dazu, was, wie ich vor kurzem gelernt habe, eine Variante namens Quiche Vosgienne ist. So viel Käse benutze ich auch nicht, ich finde es manchmal übertrieben, wie zum Beispiel bei Aux Délices Normands, unsere Stammbäckerei als wir noch in Berlin lebten, wo es auf dem Boden noch eine gute halbzentimeterdicke Schichte Käse gibt.

Eine klassische Begleitung zur Quiche Lorraine ist ein einfacher grüner Salat. Dazu trinke ich am liebsten einen trockenen Weißwein.

Die Zutaten (für 6 Portionen)

  • Für den Teig
    • 160 g Weizenmehl
    • 1 Ei
    • 100 g Butter
    • 1 Prise Salz
  • Für die Füllung
    • 200 g Speck
    • 4 Eier
    • 20 mL saure Sahne
    • 20 mL Milch
    • Pfeffer
    • Geriebene Muskatnuss
    • Gruyère

Die Zubereitung

  • Zuerst den Teig vorbereiten:
    • Alle Zutaten in einer Schüssel mit den Händen zu einem homogenen Teig kneten.
    • In Frischhaltefolie eingewickelt eine halbe Stunde kalt stellen.
  • Backofen bei 180°C Umluft vorheizen.
  • Den Teig in einer mit Butter eingefetteten Backform mit den Händen flach verteilen, und einen Rand bilden.
  • Den Speck in kleinen Würfeln schneiden und in einer Pfanne ohne Fett kross anbraten. Die Würfel vom ausgeschiedenen Fett trennen und beiseite legen.
  • In einer Schüssel, die Eier mit der Sahne und der Milch zusammen mit Pfeffer und Muskatnuss nach Geschmack rühren. Die Speckwürfel hinzufügen.
  • Den Boden vom Teig mit geriebenem Käse bedecken, dann die Eier-Sahne-Milch-Speck-Füllung drauf. Den Speck mit einem Holzlöffel vorsichtig regelmässig verteilen. Dann nochmal Käse auf der Füllung homogen reiben.
  • Bei 180°C fünfzig Minuten backen lassen.

Nährwertangaben (ohne Salat)

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 575,5 3453
Eiweiß (g) 17,2 103,3
Kohlenhydrate (g) 20,4 122,4
davon Zucker (g) 1,3 8
Fett (g) 47,3 283,8
Ballaststoffe (g) 1,1 6,6


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wochenplan, KW6

Montag

Tartiflette. Weil es am Sonntag so viel geschneit hat, habe ich mich spontan für eine Tartiflette am Abend entschieden. Ich hatte es noch nie für den Ehemann gemacht und zuletzt vor fünf Jahren gekocht, als mein Bruder mit seiner Freundin zu Besuch nach Berlin gekommen war. Den Speck für die Quiche Lorraine kann ich ja unter der Woche nochmal einkaufen gehen. Ich habe die Menge für vier Portionen angepasst. Dazu am Montag, der Apfel von letzter Woche, der noch auf meinem Schreibtisch lag.

Dienstag

Linsensalat mit Tomaten, Zwiebeln und Mozzarella, als Abwechslung vom Linsensalat mit Feta der vorherigen Woche. Am Montagabend zubereitet. Dazu ein Stück Brot mit Harzer Käse und ein Apfel.

Mittwoch

Tomaten-Gurken-Mais-Salat, mit einem Löffel Olivenöl und dem Saft einer halben Zitrone als Vinaigrette. Am Mittwoch früh zubereitet. Den Mais habe ich glatt vergessen, und durch die Tomaten und Gurken ist so viel Saft zusammen gekommen, dass ich Dinkel gekocht und rein getan habe. Ich hatte die Packung für die weiße Bohnensuppe besorgt und noch viel Dinkel im Vorratsglas übrig. Mit ein paar schwarzen Oliven verbessert. Dazu ein Apfel.

Donnerstag

Ich hatte den Ehemann darum gebeten, den Mürbeteig am Mittwoch tagsüber zu vorbereiten. Als Arbeitsloser dachte ich, das kriegt er hin, Zeit hat er und es dauert nicht lange. Nein. Kurz bevor ich nach Hause komme, schreibt er mir, er hätte den Teig vergessen. Ob wir stattdessen heute Abend Nudeln mit Pesto machen könnten? Na gut, soll er kochen. Aber nicht zu viel. Pustekuchen, er ignoriert meine Anweisung. Wenn er eine Packung aufmacht, ist er der Meinung, man könnte sie auch gleich auf einmal kochen. Wozu haben wir denn all diese Vorratsgläser im Schrank?

Ein halbes Kilo Farfalle kocht er auf einmal. Das Ergebnis: Viel zu viele Nudeln. Wir essen am Mittwochabend Nudeln mit Pesto, ich bereite für die nächste Mittagspause den Nudelsalat mit Rucola, getrockneten Tomaten, Feta, gerösteten Pinienkernen und schwarzen Oliven, mit ein bisschen Knoblauch gewürzt, ganz klein geschnitten, und davon bleibt noch reichlich für Freitagmittag. Die Quiche muss ich vom Plan streichen, wir haben jetzt ein Stück Speck übrig zu viel und die schon geöffnete Sahne muss auch länger im Kühlschrank warten. Wir sind am Wochenende weg und bis Mittwoch bin ich Strohwitwe.

Freitag

Wieder Nudelsalat mit Rucola, getrockneten Tomaten, Feta, gerösteten Pinienkernen und schwarzen Oliven. Dazu ein Apfel, wie am Donnerstag.

Fazit

Den Ehemann muss ich fern von der Küche halten, wenn ich sicher gehen will, dass wir den Wochenplan einhalten, auf den wir uns eigentlich geeinigt hatten.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Im Auto unterwegs

Ich war zu Hause. In unserer aktuellen Wohnung. Ich bin zum Arbeitszimmer nach oben gegangen. Am linken Fuß von meinem Schreibtisch lag zusammen gerollt eine kleine weiß- und braunhaarige Katze. Ich ging zu ihr. Sie traute mir scheinbar nicht ganz. Wir haben uns im Flur vor dem Arbeitszimmer hingelegt und geschmust. Ich erzählte ihr von Chipie, die sie nicht gekannt haben konnte.

Szenenwechsel. Ich sitze im Auto mit dem Ehemann. Hinter uns ist Chipie. Wir sind in der Stadt. Das Wetter ist herrlich sonnig. Der Ehemann steigt mitten auf der Straße aus dem Auto aus, um etwas zu erledigen. Ich soll auf ihn warten.

Der Ehemann kommt nicht zurück und ich überlege, ob ich nicht selber weiter fahren soll. So schwer kann es nicht sein. Ich setze mich auf seinen Sessel. Die Ampel ist gerade wieder rot geworden, aber obwohl hinter mir ein Auto steht, beschwert sich noch niemand.

Ich stehe auf der linken Spur und blinke, um in die kleine Straße links abzubiegen. Die Kurve ist scharf, aber ich schaffe es. Ich fahre die Straße runter, die immer enger wird. Sie wird nicht mehr asphaltiert, Fußgänger und Fahrradfahrer sind unterwegs.

Ich komme zu einem großen grünen Fleck hinter einem mir bekannten Gebäude, das in der Nähe von unserer Wohnung stehen soll. Es ist schwer, weiter voran zu fahren. Ich trete, denn das Auto hat sich in ein Fahrrad, von der selben Farbe, verwandelt. Ein schweres Fahrrad. Es ist immerhin ein altes Diesel-Polo. Chipie läuft im Feld neben mir. Ich muss aussteigen und das Fahrrad schieben, ich schaffe es nicht mehr.

Der Ehemann geht aufs Klo. Ich wache auf. Halb sieben.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die erste schlaflose Nacht des Jahres

Mal wieder liege ich schlaflos im Bett.

Nach dem Abendessen haben wir die Doku über Fjorde gesehen. Bei der folgenden Sendung Hart aber Fair schlafe ich schon auf der Couch ein. Kurz nach 21:00.

Um halb eins wache ich auf. Der Ehemann hat sich noch einen Film angeschaut, der gerade zu Ende geht. Ich stehe auf, putze mir die Zähne und gehe ins Bett.

Und warte auf den Schlaf. Der kommt nicht mehr. Ab und zu schubse ich den Ehemann leicht, wenn ich ihn nicht mehr atmen höre. Er schnarcht dann leise. Alles gut.

Um 04:00 fange ich an zu glühen. Mir ist plötzlich viel zu warm.

Ich denke, ich könnte einfach um sechs aufstehen, duschen und früh zur Arbeit fahren. Aber wie ich mich kenne, werde ich bestimmt kurz davor einschlafen und völlig fertig sein, wenn der Wecker klingelt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Weiße Bohnensuppe mit Dinkel

Die Zutaten (für 4 Portionen)

  • 2 Dosen dicker weißen Bohnen (480 g Abtropfgewicht insgesamt)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 3 Nelken
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Zweige Thymian
  • 100 g Dinkel
  • Salz
  • 50 g Pecorino
  • Kürbiskernöl

Die Zubereitung

  • Die weißen Bohnen gut abspülen und in einem Topf mit Wasser gut bedecken.
  • Die Zwiebel abschälen und die Nelken rein stecken.
  • Die Zwiebel mit den restlichen Kräutern und zwei Teelöffel Salz zu den Bohnen geben.
  • Etwa zwanzig Minuten köcheln lasssen.
  • In dieser Zeit, Dinkel mit einem Teelöffel Salz in einem anderen Topf reichlich mit Wasser bedecken. Kurz aufkochen lassen, dann zugedeckt zwanzig Minuten quellen lassen.
  • Den Pecorino reiben.
  • Nach Ende der Kochzeit, die Lorbeerblätter und Thymianzweige aus dem Bohnentopf nehmen, Die Nelken aus der Zwiebel ziehen und dieZwiebel zurück zu den Bohnen geben.
  • Die Bohnensuppe mit dem Pürierstab prozessieren.
  • Die Suppe in tiefen Tellern servieren. Pecorino rein mischen, Dinkel obendrauf streuen und ein bischen Kürbiskernöl dazu geben.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 321,3 1285
Eiweiß (g) 14,7 58,6
Kohlenhydrate (g) 29,9 119,4
davon Zucker (g) 2 8
Fett (g) 13,4 53,5
Ballaststoffe (g) 10,8 43,3

 


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wochenplan, KW5

Montag

Ich koche am Sonntagabend den Reis mit Hähnchen, Möhren, Champignons und Erbsen, den ich letzte Woche nicht machen konnte. So toll wurde es am Ende doch nicht. Ich habe den Reis leicht überkocht, die Erbsen auch, das Hähnchen hätte ich separat braten sollen, es hat viel Wasser raus gelassen, obwohl wir es auf dem Markt gekauft haben, und geschmacklich war es in Ordnung, aber kein kulinarischer Höhepunkt. Trotzdem besser als im Café. Dazu ein Apfel.

Dienstag

Den Linsensalat mit Feta und Tomaten bereite ich am Montagabend zu. So kann der Salat über Nacht schön in der Vinaigrette marinieren. Das Ergebnis war toll. Dazu eine Vollkornsemmel und ein Apfel.

Mittwoch

Am Dienstagabend koche ich die weißen Bohnen mit Miesmuscheln. Ich war am Anfang von der Kombination skeptisch, als ich es gelesen hatte. Im Urlaub habe ich es für meine Mami gekocht, das Rezept hat sich als sensationell entpuppt. Statt Sofrito gab es Poivronade aus dem Markt. Dazu hätte es einen Apfel gegeben, aber eine Kollegin verabschiedet sich und hat ganz viel Kuchen mitgebracht. Leckere Kuchen.

Donnerstag

Den Hachis Parmentier bereite ich am Mittwochabend vor. Die Kartoffeln koche ich, bevor wir meine in der S-Bahn vergessenen Sachen abholen fahren. Den Rest mache ich danach. Wir essen die Hälfte am Mittwochabend, ich nehme mir meine Portion am Donnerstag zur Arbeit mit. Dazu ein Joghurt. Der Apfel von gestern bleibt auf dem Schreibtisch liegen, ich habe zu viele Meetings am Nachmittag und keinen richtigen Hunger.

Freitag

Die Garnelen mit Spinat und Reis mache ich am Donnerstagabend. Den Spinat hat der Ehemann frisch vom Markt besorgt. Eine Stunde verbringe ich stehend, um ihn zu waschen. Mein Ischias schmerzt. Aber es schmeckt. Dazu ein Joghurt. Der Apfel von Mittwoch wird bis Montag warten müssen, denn ich habe Migräne und bleibe zu Hause.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Verpeilt

Gestern bin ich in der S-Bahn kontrolliert worden. Kurz bevor ich aussteigen musste.

Mein Jahresabo liegt in meinem Portemonnaie. Seitdem ich es letztes Jahr gekauft habe. Ich musste es nur raus graben.

Das Portemonnaie liegt in meinem Rucksack. Ganz tief im mittleren Fach, wo man schlecht ran kommt. Ich will es Langfingern nicht leicht machen. Obendrauf lag gestern meine Tüte mit der leeren Mittagessensdose, und obendrauf noch meine neuen Kopfhörer, die mir der Ehemann zu Weihnachten geschenkt hatte. Sowie ein noch nicht geöffneter Briefumschlag mit meiner Gehaltsabrechnung von Januar, weil wir sie nicht per Post geschickt sondern im Büro ausgehändigt bekommen.

Ich greife also zum Portemonnaie. Dafür muss ich erstmal den Rest raus nehmen. Neben mir sitzt niemand mehr, ich habe Platz. Ich zeige dem jungen Mann mein Abo, nachdem ich es mühsam aus seinem Fach geholt habe. Der Mann nimmt sich Zeit, es sich genau anzuschauen, aber nach meinem Ausweis fragt er nicht, obwohl mein Abo persönlich ist und nicht geliehen werden darf. Ich packe dann das Abo zurück ins Portemonnaie, was nicht auf Anhieb klappen will. Ich hole es zu selten aus seinem Fach. In Berlin war es einfacher, man hatte eine Karte die elektronisch gelesen werden konnte, statt so ein kleines Pappstück wie hier, und man konnte es sogar auslesen lassen, ohne die Karte vom Portemonnaie raus zu nehmen.

Wir erreichen Argelsried. Ich packe noch die Tüte mit der Dose ein, und muss schon gleich aussteigen.

Heute Morgen komme ich zur Arbeit an. Ich will wie gewohnt die Kopfhörer benutzen und stelle fest, ich habe sie nicht dabei. Ich muss sie zu Hause liegen lassen haben, und teile dies dem Ehemann mit, der darauf nicht antwortet.

Ich arbeite munter vor mich hin, da die Kollegen nicht im Büro sind, bis das Telefon vom Büro mich aus meiner Programmiererei reißt. Es ist für mich, den Anrufer kenne ich nicht. Er fragt, ob ich seit gestern nichts vermissen würde. Mir fällt erstmal nichts ein, weil ich noch glaube, die Kopfhörer zu Hause vergessen zu haben. Er sagt, er hätte gestern Abend in der S-Bahn einen Briefumschlag mit meinem Namen auf einem blauen Beutel gefunden, der Kopfhörer enthält.

Ich fasse es nicht. Wie verpeilt muss ich sein, dass ich nach einer einfachen Fahrscheinkontrolle die Hälfte meiner Sachen auf dem Sitzplatz neben mir übersehe und liegen lasse? Es macht mich ganz schön fertig, weil die Kopfhörer ein Geschenk vom Ehemann sind, und ich schaffe es, sie nach einem Monat zu verlieren. Im Büro wollte ich sie nicht auf dem Schreibtisch lassen, weil wir keine verschließbare Möbeln haben, und ich nicht sicher bin, dass ich allen Kollegen vertrauen kann. Ich kenne noch nicht mal die Namen von der Hälfte. Also habe ich bis jetzt die Kopfhörer jeden Tag hin und her geschleppt.

Ein Glück, dass ich gestern meine Gehaltsabrechnung mitgepackt habe, sonst hätte der gute Mann am Telefon gar nicht gewusst, wem die Sachen gehören. Er hätte sie zum Fundbüro gebracht, sagte er, und ich hätte sicherlich nie daran gedacht, dort nachzufragen. Ein Glück auch, dass der Mann so nett ist und sich die Mühe gegeben hat, mich ausfindig zu machen.

Wir verabreden uns heute Abend nach der Arbeit bei ihm. Der Ehemann fährt mich mit dem Auto hin. Wir bringen als Dankeschön eine Flasche Wein aus unserem Lager mit.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wochenplan, Bilanz

Montag

Den Kichererbsensalat mit Thunfisch bereite ich am frühen Morgen zu, während mein Kaffee kalt wird. Ich habe dazu eine ganz klein geschnittene grüne Paprika gegeben. Für die Mittagspause nehme ich ein Naturjoghurt und einen Apfel mit.

Beim Essen denke ich, ich hätte mehr Zitronensaft tun sollen, und teile dies dem Ehemann mit, der zu Hause noch nicht gegessen hat. Er soll entweder mit Zitronensaft oder Sumach nachwürzen, empfehle ich ihm. Schriftlich. Er schafft es trotzdem, mich zu missverstehen und tut stattdessen die Za’atar Mischung aus Israel rein, die er mir im Mai mitgebracht hat. Es hat ihm aber auch so geschmeckt, sagt er.

Dienstag

Auf dem Plan stand Hähnchen mit Reis, Möhren, Champignons und Erbsen. Die Hälfte davon schon für Montagabend.

Als ich zu den Möhren greifen will, berühre ich eine Aubergine für die Ratatouille von Freitag und stelle fest, sie ist weich. Bei genauerer Betrachtung sind Schimmelspuren auf der Schale zu sehen. Ich schneide sie auf, um den Zustand drin zu prüfen, und sie ist im Inneren braun. Weg damit. Der Ehemann vermutet, dass sie auf dem Markt Frostschäden bekommen hat. Keine Ahnung. Sie fühlte sich am Samstag nicht so an. Die Möhren sind nach zwei Tagen schon gummiartig.

Planänderung also. Die zweite Aubergine sieht gut aus. Es gibt Zucchini. Am Ende wurde es eine mediterrane Hähnchen-Gemüse-Pfanne mit Reis, ohne die Paprika. War lecker. Wie am Montag habe ich mir ein Joghurt und einen Apfel mitgenommen.

Mittwoch

Der Ehemann hat uns am Dienstagabend eine fantastische Tortilla mit Kartoffeln und Champignons gemacht. Ich habe mir dazu einen kleinen Tomatensalat mit Zwiebeln und Schnittlauch fürs Büro gemacht. Joghurt und Apfel dazu.

Donnerstag

Am Mittwochabend mache ich die gefüllten Paprikas. Als ich nach den Kartoffeln suche, stelle ich fest: Es gibt keine mehr. Der Ehemann hat scheinbar alles für die Tortilla benutzt. Dabei hatte ich ihn am Wochenende gefragt, wieviele Kartoffeln er braucht, um genug auch für die Paprikas zu haben.

Planänderung. Statt Kartoffeln nehme ich Süßkartoffeln. Die hatte ich an dem Tag gekauft, als ich zur Arbeit nicht ankommen konnte. Falls es so viel schneien sollte, dass wir nicht mehr raus gehen können. Passt auch. Mit Thymian und Sumach gewürzt. Da ich vorher Hercule Poirot auf One gucken wollte, ist es erst um 00:15 fertig geworden. Dazu Rinderschinken zwischen zwei eingesenften Scheiben Brot und ein Apfel. Den Joghurt habe ich schon zum Frühstück mit Maronnencreme und einer Banane verspeist.

Freitag

Ich wollte ursprünglich Ratatouille mit Lachs machen. Aber Lachs im Büro… Gekochte Eier tun’s auch. Als ich aber am Donnerstagabend nach Hause komme, ist mir wirklich nicht danach zu kochen. Und den Lachs hätte ich noch einkaufen gehen müssen. Es gibt noch zwei gefüllte Paprikahälfte, nachdem der Ehemann mittags seine Portion gegessen hat, ich nehme sie am Freitag zur Arbeit mit. Dazu, ein Joghurt und ein Apfel. Die Ratatouille gibt’s am Abend, ich habe ja früh genug Feierabend gemacht.

Fazit

Jeden Tag für die nächste Mittagspause zu kochen ist aufwendig. Ich finde es schwer, sobald ich die Wohnung nach der Arbeit betrete sofort mit dem Kochen anzufangen. Ich will es aber erstmal weiter probieren. Was wäre, wenn wir Kinder hätten? Dann müsste ich mich viel mehr mit Haushalt beschäftigen, und wäre noch müder. Ab morgen besuchen wir wieder das Fitnessstudio, vielleicht bin ich danach dynamischer.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.