Milchreis

Heute früh gab es kein Brot mehr zu Hause. Brot selber zu backen hätte zu lange gedauert. Wir hätten auch zur Bäckerei gehen können, sie liegt aber zwanzig Minuten zu Fuß entfernt – oder fünf Minuten mit der S-Bahn, aber sie fährt nur alle zwanzig Minuten. Mit dem Schnee und dem Wind, kein Bock. Weil ich schon lange beschlossen habe, dass ich zur nächst gelegenen Bäckerei nicht mehr hin will, und das halte ich durch.

Also habe ich Milchreis gemacht, was sehr selten vorkommt. Für mich alleine wäre es egal gewesen, ein Latte macchiato hätte mir gereicht. Der Ehemann hat aber von seinem Teamleiter Home Office für den Rest der Woche zugesagt bekommen, heimlich vom Firmenleiter. Wer weiß, vielleicht kriegt der das nicht mal mit. Daher brauchte der Ehemann Frühstück.

Dieses Rezept ist nichts Besonderes. Ich schreibe es mir hauptsächlich auf, um die richtige Menge für den Ehemann und mich zu behalten. Heute hatte ich zu viel gemacht, es hätte für drei Personen gereicht. Ich habe also fürs nächste Mal umgerechnet.

Die Zutaten (für zwei Personen)

  • 100 g Reis
  • 50 cL Milch (Vollmilch)
  • Anderthalb Esslöffel Zucker
  • Vanille, frisch gemahlen
  • Zimt

Die Zubereitung

Die Milch mit dem Reis und dem Zucker in einem Topf kurz aufkochen lassen und dann bei kleiner Hitze vierzig Minuten lang köcheln lassen. Dabei quasi ständig mit dem Holzlöffel umrühren, damit nichts am Boden klebt und anbrennt. Am Ende soll der Reis weich, und sämig werden, und fast die ganze Milch aufgesaugt haben. Der Rest Milch soll dickflüssig geworden sein.

Auf Teller verteilen und mit Zimt bestreuen.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 381 762
Eiweiß (g) 12,4 24,8
Kohlenhydrate (g) 59,3 118,5
davon Zucker (g) 22,7 45,3
Fett (g) 9,9 19,7
Ballaststoffe (g) 1,1 2,2

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Alle schlechten Dinge müssen nicht drei sein

Gestern ist der zweite Corona-Fall in der Firma vom Ehemann bekannt geworden. Zumindest der zweite Fall in dieser Welle. Ein weiterer Kollege wurde positiv getestet. Trotzdem verbietet der Firmenleiter nach wie vor Home Office, obwohl es beim Ehemann keine betriebliche Gründe dagegen gibt. Es wurde ihm nur heute ausnahmsweise bewilligt, weil er einen Termin angegeben hatte. Ich merke, wie er langsam nicht mehr so sehr an den Job hängt.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Verantwortungslos

Ich bin immer noch im Home Office. Seit die Chefin uns Mitte Februar 2020 als Vorreiterin nach Hause geschickt hat, bin ich genau fünf Tage im Büro gewesen. Als introvertierte Person passt es mir gut. Ich habe gerne meine Ruhe beim Arbeiten, es reicht, wenn ich mich per Videokonferenz mit den Kollegen austausche. Interessanterweise bekomme ich dadurch mehr Redezeit in Meetings als üblich war, wenn wir alle um einen Tisch gesessen hatten. Ute fällt einem bei Videokonferenzen nicht ins Wort.

Vor einigen Wochen wurde in Erwägung gezogen, uns einmal die Woche zurück ins Büro zu holen. Häufiger wäre es nicht möglich, da viele neue Kollegen in der Pandemie zu uns gekommen sind, wir aber immer noch so wenige Zimmer zur Verfügung haben. Jetzt, wo Infektionszahlen täglich auf bisher unerreichte Höhen steigen, liegt das Vorhaben erstmal auf Eis.

Dasselbe kann man beim Ehemann leider nicht sagen. Ich habe mich schon fürchterlich aufgeregt, als er mir den grippalen Infekt von der Arbeit nach Hause geschleppt hat, weil seine Kollegen es nach anderthalb Jahren immer noch nicht kapiert haben und meinen, krank ins Büro kommen zu müssen. Es hat mir eine ganze Woche gekostet.

Die Kollegen vom Ehemann sind vielleicht nur halb schuld, weil der Leiter der Firma ein Vollidiot ist. Selber hat er sich letztes Jahr mit Covid-19 anstecken lassen, was beim ihm nur Kopfschmerzen verursacht hatte. Ob er seitdem glaubt, wenn es bei ihm nicht so schlimm war, wären die ganzen Reaktionen um die Krankheit übertrieben? Wie kann man sonst erklären, dass er seinen Mitarbeitern explizit mitgeteilt hat, dass Home Office nicht erwünscht ist? Das hat er nicht nur vor einigen Wochen schon gesagt sondern gestern wiederholt, gerade als im Landkreis eine 7-Tage-Inzidenz von über 630 gemeldet wurde. Gestern haben sich alle Mitarbeiter vor der Arbeit testen lassen, wie es montags in der Firma üblich ist. Ein Test ist positiv ausgefallen. Der betroffene Mitarbeiter ist nach Hause geschickt worden. Die anderen Kollegen mussten bleiben. Für eine solche Lappalie schickt der Firmenleiter seine Leute doch nicht in Quarantäne. Ich könnte kotzen.

Der Ehemann und ich sind beide geimpft. Die Ärztin meint, die Kreuzimpfung war das Beste, war wir machen konnten, das meinte sie schon damals und die Daten scheinen ihr Recht zu geben. Trotzdem heißt eine vollständige Impfung nicht hundertprozentiger Schutz, und ob Kreuzimpfung, AstraZeneca, BioNTech oder Moderna, bei allen wird eine Reduzierung vom Schutz mit der Zeit beobachtet[1,2], bei AstraZeneca ist der Schutzeffekt sogar nach sechs Monaten verpufft. Angenommen, der Ehemann kommt mit einer Corona-Infektion von der Arbeit nach Hause, steckt mich an und ich werde krank genug, dass ich wieder nicht arbeiten kann. Kann mein Arbeitgeber gegen seinen Arbeitgeber juristisch vorgehen? Das wäre interessant.

[1] Dieser Artikel ist nur ein Preprint und muss noch begutachtet werden, also abwarten. Falls der Link nicht mehr klappt, hier die Zusammenfassung. Vielen Dank an Sven Meier für den Link zur Studie.

[2] Den Knick in der Kurve für die Kreuzimpfung kann ich mir nicht erklären. Er wird von den Autoren gar nicht diskutiert. Die Grafik selbst ist nicht im Preprint zu sehen, sondern wurde von Spektrum.de[3] aus den Daten zusammen gebastelt. Ich nehme einfach an, dass die Grafik richtig ist, ich habe sie nicht geprüft.

[3] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und Verlinkung.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Zwangspause

Seit drei Stunden kann ich nicht arbeiten. Das hat nichts mit Home Office zu tun. Unsere Internetverbindung zu Hause läuft stabil, seitdem wir den Router gewechselt bekommen haben. Die Kollegen vor Ort können auch nicht arbeiten. Die Server sind nicht mehr erreichbar. Das heißt, unsere Datenbanksoftware kann man nicht benutzen, und auf Dateien kann man auch nicht zugreifen. Weil wir schon vor langer Zeit aus Sicherheitsgründen dazu aufgefordert wurden, keine Datei lokal auf Laptops zu speichern, sondern alles auf den Servern zu lassen.

Ich habe zur Zeit keine Kundenbetreuung mehr, mein letztes Projekt ist zu Ende gelaufen. Das wird sich bald ändern. Wissenschaftlich hat mich Tim entlastet, damit ich mehr Zeit habe, mich um Programmierung zu kümmern. Insbesondere gibt es immer noch Probleme zu beheben, seitdem wir die Firmendatenbank umgestellt haben. Ich wollte heute eine neue Version der Software auf dem Server für die Kollegen kopieren, als ich merkte, das Verzeichnis ist nicht mehr erreichbar. Kurz danach fragte mich Lukas über Skype[1], ob ich auch Verbindungsprobleme zum Server hätte.

Das letzte Mal, dass ich keinen Zugang zum diesem Verzeichnis hatte, war letzte Woche Donnerstagabend. Arndt war noch in Skype als online angezeigt, also hatte ich ihn gefragt, ob er auch Probleme hätte. Keine Antwort. Arndt antwortet in letzter Zeit gar nicht mehr, wenn man ihn etwas über Skype fragt. Wenn er überhaupt online ist.

Weil ich am nächsten Tag frei hatte, sowie Arndt, hatte ich Jerry, unseren IT-Spezialist, per Email gefragt, den Zugang zum Verzeichnis wieder herzustellen. Per Email, weil er, wie Arndt, kaum noch Skype benutzt, obwohl die Chefin mehrmals betont hatte, wir müssten alle während der Arbeitszeit erreichbar sein. Alle bedeutet wohl nicht alle. Meine Email war eigentlich höflich formuliert, aber Jerry hat sich angegriffen gefühlt, seiner Antwort nach zu beurteilen. Ich hätte unbegründet Vorwürfe gegen ihn gestellt. Ich lese meine Email nochmal durch und kann keinen Vorwurf gegen ihn entdecken. Jerry fühlt sich leider sehr schnell angegriffen und beleidigt, wenn man ihn dazu aufmerksam macht, dass Sachen nicht rund laufen. Wenn wir Meetings mit ihm haben, was sehr selten passiert, wenn die Chefin nicht explizit dahinter steckt, ist er stets in der Defensive, wenn wir nur nach Information fragen. Andererseits ist er jemand, der schnell Andere beschuldigt, wenn es Probleme gibt. In der Mehrzahl der Probleme, die ich erlebt habe, lag die Verantwortung bei ihm, aber einen Fehler zugeben und sich entschuldigen kann er nicht. Nur leugnen, heimlich beheben und die Kollegen für Dummköpfe halten. Vom Anfang an hatte ich gedacht, er sei eine Fehlbesetzung, er hätte gar nicht die Probezeit bestehen dürfen, wie unverschämt arrogant er sich mit allen verhalten hat. Mit der Chefin muss er doch charmant gewesen sein, nur deshalb kann er geblieben sein. Die Chefin lässt sich sehr einfach von männlichen Kollegen um den Finger wickeln.

Über unsere VPN-Problemen, als es mit Home Office anfing, habe ich schon geschrieben. Jerry wollte auch am Anfang seiner Arbeitszeit in meinem Team die Nutzung von sämtlichen wissenschaftlichen Programmen verbieten, weil sie von Akademikern entwickelt wurden. Wir müssten auf professioneller Lösung umsteigen. Dass diese Programme nicht ersetzbar sind, von allen Wissenschaftlern in der Branche weltweit benutzt werden, und unsere Kunden erwarten, dass wir damit arbeiten, wollte er nicht wissen. Vom Fach ist er nicht, aber er wollte uns trotzdem belehren, wie wir zu arbeiten haben. Tim konnte der Chefin erklären, wie wichtig es war, die Programme zu behalten. Sie zu verbieten hätte bedeutet, dass wir das ganze Team in die Arbeitslosigkeit hätten schicken können. Die Chefin hat dann Jerry gesagt, die Programme bleiben. Und Jerry hört nur auf die Chefin. Das weiß jetzt Philipp zu nutzen, mein Teamleiter für Projektmanagement. Wenn er etwas von Jerry braucht, setzt er die Chefin automatisch ins CC. Sonst läuft nichts.

Das neue Problem mit den Servern, also. Am Donnerstagabend soll angeblich jemand unbeabsichtigt das ganze Verzeichnis für die Datenbanksoftware gelöscht haben. Der Hacken ist, wir vom Entwicklungsteam haben gar keine Berechtigung, dieses Verzeichnis zu löschen. Wir können lediglich drin schreiben. Am nächsten Tag, als ich frei hatte, hat er zwei Stunden gebraucht, um das Verzeichnis wieder herzustellen. Und heute ist nicht nur das Verzeichnis sondern alle Server weg. Seit drei Stunden. Ich vermute Hardwareversagen.

Ich habe die Zwangspause in Clockify[1] als solche eingetragen. Wäre ich im Büro, wie die Kollegen, die vor Ort sein müssen, würde ich trotzdem nicht arbeiten können, aber die Uhr tickt weiter und irgendwann muss Feierabend sein. Ich sehe nicht ein, dass ich die Zwangspause nicht als Arbeitszeit anrechnen sollte. Meine Abende will ich nicht als Wiedergutmachung für die Fehler von Jerry opfern. Meine drei Stunden kosten der Firma schon 150€. Und ich bin nur eine von vielen hochqualifizierten Mitarbeitern.

Man hätte das Problem frühzeitig erkennen und etwas dagegen unternehmen können. Seit einigen Wochen läuft alles sehr langsam, wenn man im Windows Explorer Verzeichnisse auf dem Server öffnet, selbst wenn man mit RDP auf einer lokalen Maschine arbeitet. Aber, die Lieblingserklärung: Es liegt an der Internetverbindung zu Hause. Wenn man Probleme nicht sehen will, sieht man sie nicht.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Hütte – Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ #39 von Roland Royusch

Ich mache zum ersten Mal bei der Fotochallenge mit. Diese Woche geht es um den Begriff „Hütte“. Ich habe durch meine Sammlung gesucht und wurde fündig.

Das Foto ist vor dreieinhalb Jahren während eines Spaziergangs in Herrsching am Ammersee entstanden. Die Hütte steht im Wasser an der Seepromenade. Schutz vor der Kälte findet man drin vielleicht nicht, ich vermute, die hintere Wand fehlt und der Boden ist nicht durchgängig, um das Ein- und Aussteigen aus einem Boot zu ermöglichen. Auf Google Maps[1] sieht man die Hütte aus einer anderen Perspektive.

Es war ein kalter, nebeliger Wintermorgen. Ich war damals gerade für den neuen Job in die Gegend umgezogen und der Ehemann hatte mich zum Wochenende besucht. Daher der Ausflug, anstatt bei dem Wetter schön kuschelig warm zu Hause zu bleiben. Na ja. So kuschelig war das neue Zuhause damals nicht, die ganzen Möbel waren noch beim Ehemann in Berlin.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und Verlinkung.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Rucolapesto mit Walnüssen und Feta

Pesto mal anders.

Die Zutaten

  • 2 Bünde Rucola
  • 25 g Walnusskerne
  • 90 g Feta (eine halbe Packung)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 8 Esslöffel Olivenöl
  • Salz nach Geschmack

Die Zubereitung

Alle Zutaten in einen hohen Becher zusammen tun und mit dem Pürierstab prozessieren. Alle Zutaten passten bei mir nicht rein, ich habe sie durch vier geteilt und nach und nach das Vorratsglas gefüllt. Am Ende nochmal gut mit einem langen Löffel umrühren.

Nährwertangaben

fürs Rezept
Energie (kcal) 2333
Eiweiß (g) 50
Kohlenhydrate (g) 17,1
davon Zucker (g) 12,9
Fett (g) 223,1
Ballaststoffe (g) 14,9

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Quiche mit Champignons und Karotten

Die fertig gebackene Quiche.
Diese Quiche ist als Resteverwertung von einem Kürbisteig kreiert worden. Der Kürbisteig selbst ist das Ergebnis eines misslungenen Versuchs, Kürbis-Gnocchi zu machen. Das war am Anfang vom Herbst. Der Teig war mir viel zu klebrig, um Gnocchi daraus zu machen, ich hatte deshalb viel zu viel Mehl rein getan und am Ende frustriert beschlossen, statt Kürbis-Gnocchi wird es Quiche mit dem Teig geben. Es wurde so viel Teig, dass genug für eine zweite Quiche übrig blieb, und ich hatte den Rest in Frischhaltefolie im Tiefkühlfach aufbewahrt. Ein neues Rezept musste noch her. Hier ist es.

Ursprünglich wollte ich ein vegetarisches Rezept machen. Dem Ehemann war nach Speck. Also sind die Würfel drin gewandert. Ich bin mir ziemlich sicher, ohne schmeckt es auch super.

Die Zutaten (für 4 Portionen als Hauptspeise)

Die crème fraîche. Neuerdings meine Lieblingssorte, zum Beispiel statt Schmand für Flammkueche. Unbezahlte Werbung.

  • Teig, man kann den wie zum Beispiel für diese andere Quiche machen
  • 1 Zwiebel, geschält und geschnibbelt
  • 2 Karotten, geschält und geschnibbelt
  • viele kleine Champignons, geputzt und halbiert
  • 1 Glas Rotwein
  • Speck, gewürfelt
  • 1 Esslöffel Traubenkernöl
  • Glatte Petersilie, gewaschen
  • 2 gehäufte Esslöffel crème fraîche
  • 2 große Eier
  • Salz

Die Zubereitung

  • Den Backofen bei 180°C vorheizen.
  • Die Speckwürfel in einem kleinen Topf gold anbraten.
  • In einem größeren Topf, das Öl erhitzen. Die Zwiebel drin glasig dünsten, die Karotten und Champignons dazu geben, kurz scharf anbraten, dabei kräftig rühren, dann mit dem Wein ablöschen. Speckwürfel hinzufügen. Hitze reduzieren und so lange köcheln lassen, bis fast keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Gelegentlich umrühren. Zum Schluß, den Topf von der Hitzequelle nehmen und die Petersilienblätter untermischen.
  • Während das Gemüse vor sich hin köchelt, eine runde Backform gut einfetten. Mehl drin überall walzen. Überschüssiges Mehl heraus klopfen. Den Teig in die Form verteilen und einen Rand bilden. Mit einer Gabel mehrfach den Teig stechen. Bei 180°C vorbacken, bis der Teig leicht gold wird.
  • Den Teig aus dem Backofen nehmen. Den Inhalt vom Topf drauf verteilen.
  • Die crème fraîche mit den Eiern und Salz rühren. Homogen auf die Quiche verteilen.
  • Ich hatte noch ein bisschen Teig übrig und habe den ganz flach gerollt und Streifen daraus gemacht, die ich auf der Quiche geflochtet habe. Mit einer Pastamachine hätte es besser ausgesehen.
  • Fünfundzwanzig Minuten bei 180°C Umluft backen lassen.
  • Mit einem grünen Salat servieren.

Nährwertangaben

Diesmal keine Angaben, weil ich nichts gewogen habe.

Im Studentenwohnheim

Ich war mit Bekannten auf einem sonnigen Platz. Wir waren mit dem Fahrrad angekommen, die Fahrräder waren an Ständern angelehnt. Wir sind zur Terrasse eines Restaurants gegangen und haben gegessen.

Nach dem Essen wollte ich mir die Hände waschen, sie waren ein bisschen klebrig geworden. Auf der anderen Seite vom Platz war die Terrasse von einem anderen Restaurant, und ich sah, wie ein Mann dort zu einer Schüssel auf einem Tisch ging, an dem sonst keiner saß, und sich drin die Hände wusch. Ich beschloss, genau das zu tun und ging auch zur Schüssel. Als ich aber meine Hände schon in die Schüssel gesteckt hatte, merkte ich erst, es war kein Wasser sondern eine dünnflüssige grüne Suppe. Es gab sogar eine Kehle in der Schüssel. Es wurde mir peinlich, die Suppe versaut zu haben. Zum Glück schaute niemand von den Gästen zu mir.

Ich habe das Gebäude um mich herum beobachtet. Eine Toilette brauchte ich, um meine Hände zu waschen. Der Platz sah eher wie ein offener Innenhof aus. Das Gebäude vom Restaurant belegte drei Seiten vom Platz. Vor mir, am hinteren Ende vom Platz, war eine Toilette, aber man konnte sie nicht benutzen. Auf der linken Seite vom Platz, im Schatten, habe ich eine andere Tür für eine Toilette gesehen. Als ich näher kam fiel mir das Schild für Männer auf. Ich habe laut geflucht und dann gemerkt, weiter weg war eine Toilette für Frauen. Ich bin hin gegangen.

Ich habe mich auf die Kloschüssel gesetzt. Das Klo war direkt hinter der Tür. Ich hatte diese, links von mir, nur angelehnt und nicht komplett geschlossen. Als ich meine Blase entleerte, konnte ich hören, wie jemand im Flur Geräusche machte. Vermutlich die Putzfrau. Ich war noch nicht fertig, als sie versuchte, die Tür zu öffnen. Ich habe geschrien, dass ich noch da saß, und sie hat auf der anderen Seite von der Tür weiter gearbeitet. Zum Glück nicht wie die Putzfrau damals im Studentenwohnheim in Nizza[1], habe ich gedacht. Ich wurde endlich fertig und wischte mich, als ein junger Mann aus der rechten Seite vom Raum ankam. Ich hielt noch ein winzig klein gefaltetes Stück Papier gegen meine Harnröhrenmündung fest[2,3]. Er hat sich auf einem Bett neben mir fallen lassen.

Ich saß selber auch auf einem Bett. Ich befand mich ja in einem Studentenwohnheim, wo ich ein Zimmer hatte. Ich fragte mich, für wie lange. Wir hatten Sommer, müsste ich nicht irgendwann für die Sommerpause mein Zimmer frei machen[4]? Und wo sollte ich in der Zeit bis zum nächsten Semester wohnen? Der junge Mann war neu und sehr überrascht, dass die Matratze so weich war. Er war beim Hinsetzen viel tiefer gesunken als vermutet. Ich habe ihm gesagt, ich war am Anfang auch sehr überrascht gewesen, aber man würde sich daran gewöhnen.

Als wir weiter diskutierten, saßen wir im selben Raum an einem großen, dunklen Holztisch. Die Putzfrau kam und schieb einen hohen Rollhalter, an dem selbstgemachte Armbänder hingen. Ich wollte sie mir anschauen, um sie selber nachzumachen. Ich kam nicht dazu. Ein Kellner kam und brachte uns die Rechnung. Sollten wir in Dollars oder in München[5] zahlen? Ich sagte, „Dollars“, und dann korrigierte ich mich, „nein, Euros, ich meine, München, München!“ Aber musste ich wirklich mein Zimmer frei räumen?

Bevor ich die Frage stellen konnte, bin ich aufgewacht.

[1] Die Geschichte hat es wirklich gegeben, vor ungefähr fünfundzwanzig Jahren. Ich bin überrascht, im Traum nach so langer Zeit wieder daran zu denken. Ich war an einem Vormittag im Wohnheim. Das Gebäude war quasi leer, alle waren in den Vorlesungen, nur ich hatte die Stunde frei. Ich musste dringend pinkeln. Wir hatten keine Toilette in den Zimmern, sie waren mit den Duschen in einem Gemeinschaftsraum auf der Etage. Die Tür von meinem Klo ließ sich nicht schließen. Ich habe gedacht, ich bin ganz schnell und habe mit dem Fuß die Tür gehalten, während ich auf dem Klo saß. Ich wäre fast fertig geworden, als eine Putzfrau kam und die Tür öffnen wollte. Ich habe geschrien, ich wäre drin, aber sie hatte die Tür voll mit Kraft geöffnet, dagegen konnte mein Fuß nicht halten. Sie stand dann nur noch vor mir da mit einem komischen Gesichtsausdruck am Glotzen. Ich musste sie zweimal darum bitten, weg zu gehen, bevor sie es tat. Das war richtig krass.

[2] Ich habe fast so lange gebraucht, heraus zu finden, wie dieses Körperteil heißt, wie um den Rest vom Text zu schreiben. Das Wort auf Deutsch kam mir im Nachhinein sogar bekannt vor. Ich habe zuerst in meiner Muttersprache gesucht, Wikipedia hat geholfen, auf Französisch hatte ich noch nie vom méat gehört, weder urétral noch urinaire. Wie kann es sein, dass man so gut im Detail informiert ist, wie die Genitalien gebildet sind, aber nicht weiß, wie das Loch direkt daneben heißt, aus dem der Urin heraus kommt?

[3] Ich hatte gar kein Schamhaar, die Haut war ganz glatt, das ist mir nur nach dem Aufwachen aufgefallen. Und so klein falte ich Klopapier nicht. In dem Traum konnte man es gar nicht sehen.

[4] Das lief in meiner Zeit in Frankreich genau so. In den zwei Sommerferienmonaten musste man aus den Studentenwohnheimen ausziehen. Die Wohnheimplätze wurden nur am Anfang von jedem Studienjahr im September vergeben. Wenn man den ganzen Sommer bleiben wollte, brauchte man eine Sondergenehmigung. Die hatte ich nicht bekommen, als ich nach meinem letzten Semester in Nizza ein unbezahltes Praktikum in einem Forschungslabor gemacht hatte, und ich hatte in dem Sommer bei meinem Patenonkel gewohnt, wo uns, nebenbei erzählt, seine Mutter täglich ganz früh morgens ihre frische Caponata gebracht hatte. Sie wohnte in der Nähe.

[5] Häh?

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Zucchini-Suppe

Was gibt es Besseres als eine Suppe, wenn man krank[1] ist? Vor allem, wenn man sie selber kocht, es geht so einfach und man hat kaum was zu tun. Der Ehemann hätte sie auch machen können, aber er kam gestern relativ spät von der Arbeit und um sechs knurrte mein Magen, als er mir „Feierabend“ auf Signal[2] schrieb. Ich rechne vier gute Portionen für das Rezept. Wir hatten gestern Abend nur die Suppe als warme Speise und den Topf leer gegessen. Danach gab’s Brot und Käse.

Die Zutaten (für 4 Portionen)

  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 sehr große Zucchini
  • 3 mittelgroße Kartoffeln
  • Basilikumblätter, gewaschen
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 40 g Parmesan
  • Salz
  • Wasser (Gemüsefond war alle)

Die Zubereitung

  • Das Gemüse schälen, außer bei der Zucchini, und schneiden.
  • In einem Topf, das Olivenöl erhitzen und die Zwiebelstücke mit der Knoblauchzehe anschwitzen.
  • Die Kartoffeln und die Zucchini dazu geben und bei erhöhter Hitze fünf Minuten scharf anbraten. Gelegentlich rühren, damit die Stücke an Boden nicht anbrennen.
  • Salzen und mit Wasser ablöschen. So viel Wasser hinzufügen, bis das Gemüse fast bedeckt ist, aber nicht ganz.
  • Zwanzig Minuten köcheln lassen. In der Zeit, Parmesan reiben.
  • Topf vom Herd nehmen, die Basilikumblätter dazu geben und mit einem Pürierstab prozessieren.
  • Die Suppe servieren und Parmesan drauf streuen.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 149 595
Eiweiß (g) 6,7 26,7
Kohlenhydrate (g) 12,6 50,5
davon Zucker (g) 3,3 13,1
Fett (g) 7,7 30,6
Ballaststoffe (g) 2,8 11

[1] Ich kann immer noch schlecht Licht ertragen und bin nicht in der Lage, selbst ein Rezept an einem Stück am Rechner zu notieren. Scrollen ist für die Augen am Schlimmsten. Ich bin die ganze Woche krank geschrieben. Ich fürchte, die Dauer ist wirklich gerechtfertigt.

[2] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und Verlinkung.

Ich bin dran

Ich hatte es am Donnerstag geahnt. Wenn der Ehemann eine Krankheit aus der Arbeit nach Hause schleppt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es mich erwischt. Corona ist es nicht. Wir sind zwar beide geimpft, aber ich hatte den Ehemann darum gebeten, trotzdem ein Test zu machen, und das Ergebnis war negativ.

Am Freitag habe ich mich nicht so toll  gefühlt. Nachdem ich meine Aufgaben erledigt habe, habe ich relativ früh den Laptop zu geklappt. Ich hatte den ganzen Tag viel niesen müssen, das war deutlich mehr als meine übliche Morgensallergie, die ich immer noch habe. Ich konnte mich nicht mehr richtig konzentrieren. Zum Fernsehen hat es bis zehn gereicht. Leichte Unterhaltung, Kalkhofes Mattscheibe[1]. Die Sendungen, die er parodiert, kenne ich nicht, die Pseudo-Promis auch nicht, ich hab’s schon versucht, aber Trash-TV habe ich nie aushalten können. Lustig finde ich die Sendung trotzdem. Der Abgrund vom Fernseher und vom Internet, wie ich ihn sonst nicht erlebt hätte. Bei der ich weiß nicht wievielten Werbepause habe ich doch ausgeschaltet und bin zum Gästezimmer auf der Etage gegangen, wo ich seit Montag schlafe, da der Ehemann krank war. Dem Ehemann ging’s am Freitag besser und er war zu einem Kumpel nach Berlin gefahren, aber die Nachbarn haben wieder Party gemacht[2] und oben kriege ich davon nichts mit.

Gestern habe ich mich zuerst relativ gut gefüllt. Ich bin vormittags einkaufen gegangen und habe mich riesig gefreut, mit der Kiezkatze geschmust zu haben. Sie ist erst einige Monate alt aber die Besitzer lassen sie tagsüber raus. Sie war noch ziemlich klein, als ich sie zum ersten Mal vor dem Friseursalon getroffen habe. Sie saß unter dem Baum. Ich war in die Hocke gegangen und hatte meine Hand in ihre Richtung gestreckt, sie hatte kurz „Mrrr?“ gesagt und war dann gekommen, um meine Hand zu schnuppern. Ich durfte sie schmusen, und als wir fertig waren, war sie zum Ehemann gegangen, der ein bisschen weiter weg stand, hatte ihn angemiaut und hoch zu ihm geschaut, damit er sie auch schmust. Das hatte er trotz Allergie gemacht. Seitdem treffen wir uns regelmäßig, und sie hat sich viele andere Freunde im Viertel gemacht.

Am Nachmittag hat dann meine Nase angefangen, unaufhörlich zu laufen. Ich habe Inhalationen mit den Tropfen gemacht, die ich am Dienstag für den Ehemann gekauft hatte, es hat nichts gebracht. Meine Nase ist auf der rechten Seite völlig gestopft, heute immer noch. Mein rechtes Auge weint ständig und es bildet sich Schaum am unteren Rand. Wegen der Verstopfung? Ich ertrage kein grelles Licht mehr, vom Bildschirm auch nicht, ich kann nicht länger als fünf Minuten etwas am Rechner machen. Ich mache viele Pausen beim Schreiben. Computerspielen kommt nicht in Frage. Und ständig läuft die Nase. Klar und sehr flüssig. Die Haut ist vom vielen Naseputzen wund geworden. Es ist so weit gekommen, dass ich gefaltete Taschentücher am Tisch liegen lasse und die Tropfen einfach so drauf fallen lasse, Plic, Ploc, Plic, Ploc, es nervt aber ich kann nicht mehr, ständig Nase putzen, Hände waschen, zurück zum Tisch, Nase putzen, Hände waschen, eincremen, Hände waschen, Augen trocken wischen, nochmal zurück, so schlimm habe ich frühere Erkältungen nicht in Erinnerung. Heute ist noch Fieber dazu gekommen.

Meine erste Collage[5]
Ich sitze den größten Teil der Zeit an meinem Hobbytisch und bastle. Das Einzige, was für meine Augen nicht zu anstrengend ist. Momentan schaue ich mir alte Zeitschriften an und schneide interessante Bilder heraus. Das mache ich seit einigen Monaten, ich habe mein Kleinteilemagazin dafür umgewidmet, um die Bilder zu sortieren. Ganze Seiten behalte ich in einer Mappe. Bis gestern hatte ich noch nichts damit angestellt, jetzt ist meine erste Collage als Technikübung entstanden. Der Hintergrund oben stammt von einem Wahlkampfprospekt der Grünen, zu sehen ist die Folge der Überschwemmung vom Sommer. Im unteren Bereich vom Bild war ein brauner See, ich habe ihn herausgeschnitten und durch Himmel ersetzt. Wo ich den sitzenden Mann her habe, weiß ich schon nicht mehr. Aus der Zeitschrift Jazz thing[1,3]? Ich habe sonst ganz viele Motorradzeitschriften vom Ehemann und meine Ausgaben vom Physik Journal[1] zerschnibbelt. Nicht wirklich die üblichen Collage-Zeitschriften.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

[2] Das machen sie zum Glück recht selten.

[3] Die Zeitschrift habe ich letztes Jahr abonniert, als es hieß, die Hälfte der Einnahmen würde zur Unterstützung von Künstlern fließen. Wir hatten ein Streaming-Angebot vom A-Trane[1,4] geguckt, und die Zeitschrift wurde verlinkt. Glaube ich.

[4] Ich vermisse Berlin. Im A-Trane[1] am Savignyplatz waren wir auch ein paar Male.

[5] Na gut, meine erste analoge Collage. Digital hatte ich schon ein Versuch für eine Traum-Illustration gemacht.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.