Schulterschmerze

Am Donnerstag habe ich Schmerze in der rechten Schulter bekommen. Es hat leicht angefangen. Als ich am Schreibtisch saß wurde es im Laufe des Nachmittags immer schwieriger, die Maus zu bedienen. Am Abend, als ich ins Bett gehen wollte, wurde das Ausziehen richtig schmerzhaft, ich konnte den Arm nicht mehr heben. Und einmal im Bett, konnte ich nicht richtig liegen. Ich schlafe normalerweise seitlich. Rechts ging gar nicht, ohne vor lauter Schmerzen zu schreien, da es zu sehr auf die rechte Schulter drückte, links ging aber auch nicht, weil der rechte Arm durch die Schwerkraft rutschte, was, ob nach vorne oder nach hinten, wieder mit Schmerzen verbunden war. Nach einer Stunde bin ich aufgestanden, habe meinen Kopfkissen genommen und bin nach oben zum Gästezimmer gegangen, um wenigstens dem Ehemann seinen Schlaf zu gönnen.

Am nächsten Morgen wurde es nicht besser. Nicht mal duschen konnte ich, dabei hätte ich mir so gerne die Haare gewaschen. Ich bin zu meiner Hausarztpraxis gegangen, nachdem ich telefonisch einen Termin vereinbart hatte. Trotzdem habe ich eine ganze Stunde im Warteraum sitzen müssen und durfte, nacheinander, einen älteren Herren, der ganz laut alle seine Klingeltöne am Handy durchprobierte, und einen jungen Mann mit affigem Rapper-Gang und dämlicher Bekleidung, der offensichtlich nach Aufmerksamkeit rang und ständig laut auf sein Handy fluchte, ertragen. Die Diagnose, als ich endlich untersucht wurde: Impingement. Warum Ärzte nicht einfach Einklemmung sagen, frage ich mich. Ibuprofen[1] und Physiotherapie wurden angeordnet. Die Ärztin fragte mich, ob ich Hilfe bei der Praxissuche bräuchte und ich habe leichtsinnig gesagt, ich könnte selber danach suchen. Der Ehemann hat mir die Kontaktdaten von der Physiotherapie-Praxis bei uns geschickt, die er wegen Achillessehne schon besucht hatte. Keiner ging ran außer der Anrufbeantworter, der mich informierte, freitags hätte die Praxis nur bis mittags auf. Zu spät.

Auf dem Rückweg aus meiner Arztpraxis habe ich Gemüse für eine Suppe am Abend eingekauft. Der Ehemann musste das Schneiden vom Kürbis übernehmen, das hätte ich nicht geschafft. Ich habe beschlossen, danach warm zu baden, um die Schulter zu entspannen. Es war ein Fehler. Aus der Badewanne wieder heraus zu kommen war die reine Folter. Geschlafen habe ich wieder oben alleine.

Als ich heute jemanden in der Praxis erreichen konnte, wurde mir erzählt, dass dort keine Kassenleistungen angeboten werden. Nur Privatpatienten und Selbstzahler würden sie nehmen. Komisch, der Ehemann ist doch auch freiwillig gesetzlich versichert. Wie viel würde eine Behandlung kosten, wollte ich wissen. Die Frau hat kurz gezögert und anstatt zu antworten, fiel ihr plötzlich ein, sie würden mit einer anderen Praxis arbeiten, die bei mir direkt um die Ecke liegt – genau die Praxis, wo der Ehemann auch gewesen war. Sie hat mir die Nummer gegeben. Erreicht habe ich dort niemanden. Ich habe am Ende alle Physiotherapie-Praxen in der Umgebung angerufen, was ich schon am Freitag hätte machen können, wenn der Ehemann mir nicht die eine Telefonnummer geschickt hätte. Die einzige Praxis, die ans Telefon ging, hat mir den ersten Termin in einem Monaten angeboten.

Einen ganzen Monat Wartezeit! Mit den teuflischen Schmerzen, die ich am Freitag hatte, wäre ich durchgedreht. Ibuprofen hatte keine Linderung gebracht. Ich habe aber Glück. Am Samstag konnte ich gar nichts machen, nicht mal Gitarre üben, und ich habe beschlossen, nach langer Zeit mal wieder am Rechner zu spielen. Vielleicht nicht so klug, da die Schmerzen beim Arbeiten am Schreibtisch entstanden waren? Ha! Nach einigen Stunden entspanntes Liegen vom Arm auf dem Schreibtisch sind die Schmerze tatsächlich von alleine verschwunden, und der Arm hat seine Beweglichkeit wieder gefunden! Nur noch leichte Erinnerungsschmerze sind noch da. Die Krankengymnastik will ich trotzdem wahrnehmen. Was auch immer letzte Woche passiert ist, es muss untersucht werden, auch wenn ich daran zweifle, dass man nach einem Monat noch etwas heraus finden kann.

Es bleibt weiterhin ein Skandal, dass man so lange nach einem Termin für eine Behandlung warten muss, wenn man akut leidet. Wie bei meiner Ischias-Geschichte. Trotzdem werde ich aus Prinzip nicht zu einer privaten Krankenversicherung wechseln. Diese Zwei-Klassen-Medizin ist eine Schande und gehört abgeschafft.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die Rückkehr vom Bremsenstich

Dieses Jahr habe ich wirklich Pech mit den Bremsen.

Ich erinnere mich, dass ich einmal als Jugendliche im Dorffreibad von einer Bremse gebissen wurde. Das war das erste Mal überhaupt und ich habe seitdem eine violettbraune Narbe am linken Oberschenkel.

Das zweite Mal war jetzt Ende Juni. Und das dritte Mal gerade ein Monat später. Der Freund, bei dem wir zu Besuch waren, war verblüfft und meinte, es wäre ihm in seinem ganzen Leben noch nie passiert. Soll ich mich geehrt fühlen?

Nach dem Freundenbesuch habe ich, als der Mückenstich endlich vorbei war, eine juckende Stelle an der Außenseite vom rechten Knie bekommen. Es sah wie ein Mückenstich aus. Komisch, war da nicht exakt die Stelle, wo ich Ende Juni den Bremsenstichbiss hatte? Kann es Zufall sein, oder ist die Stelle bei Blutsäugern besonders beliebt? Es hat zum Glück nicht lange gehalten und keine allergische Reaktion verursacht.

Gestern habe ich dann auf dem rechten Knie, genau wo der letzte Bremsenbiss war, wieder einen neuen Stich bemerkt. Diesmal besteht kein Zweifel, weil sich die Bläschen um den Biss verkrustet hatten, man sieht die Stelle noch deutlich. Und jetzt denke ich, es ist kein neuer Mückenstich, genau so wenig wie beim anderen Stich. Bremsen sind scheinbar wie gute Chilis, die spürt man zweimal.

Übrigens: Dritter Tag „ohne“ Internet.

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Kein Internet

Ich wollte heute über das Wochenende schreiben. Das könnte ich machen, es würde nur viel länger als sonst dauern, die Fotos von der Kamera zum Tablet zu kopieren, auf dem kleinen Tablet mit Gimp zu bearbeiten und hochzuladen. Mein Tablet ist lahm und der Akku hält nicht mehr, und meine Internetverbindung ist heute miserabel.

Normalerweise würde ich das alles mit meinem Rechner machen. Der funktioniert, hat aber keine WLAN Karte. Genau das ist das Problem, wir haben seit gestern kein Internet aus dem Festnetz. Ich bin mal wieder darauf angewiesen, mein Handy als Hotspot zu nutzen, und der Empfang ist hier, zwanzig Kilometer von München entfernt, immer noch alles andere als zufriedenstellend.

Nachdem wir gestern Nachmittag zu Hause ankommen, schmeiße ich mich und meine müden Beine auf die Couch und schaue, ob ich in der ARD[1]-Mediathek eine bestimmte Sendung nachholen könnte. Es geht nicht, der Fernseher meint, er hätte keine Verbindung zum Internet. Beim Prüfen vom Router stelle ich fest, den Stecker hatte der Ehemann vor der Abreise am Freitag raus gezogen. Ich hatte den ganzen Tag problemlos arbeiten können und danach selber den Stecker für meine Rechner im Arbeitszimmer gezogen, als alles heruntergefahren war, das überrascht mich also nicht. Stecker wieder rein und Router anschalten. Komisch, dass er nicht blinkt, wie ich es gewohnt bin. Nach zehn Minuten ohne Internet wird der Ehemann um Rat gefragt. Er startet den Router neu und nach einer Viertelstunde tut sich immer noch nichts. Die Lichter blinken nicht wie sonst. Nicht mal die WLAN-Funktion läuft und das Heimnetzwerk funktioniert nicht. Er macht einen harten Reset vom Router, es hilft auch nicht. Der Tee, den ich mir zum Entspannen vor dem Fernseher vorbereitet hatte, wird kalt.

Der Ehemann ruft die Hotline von Vodafone[1] an, es ist ja sein Vertrag. Es hätte am Wochenende in der Gegend ein großes Gewitter gegeben und sie hätten momentan flächendeckend Verbindungsprobleme, hat er erzählt bekommen. Das erklärt nicht, warum der Router streikt. Da der Stecker übers Wochenende rausgezogen war, kann er nicht unter Überspannung gelitten haben. Wir bekommen beide aufs Handy mehr Datenvolumen, um von zu Hause aus arbeiten zu können, und heute sollte jemand schauen, was das Problem ist. Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird[2], bis ich wieder normal arbeiten kann. Ich brauche heute über zehn Minuten um Daten aus der Arbeit herunterzuladen, die normalerweise keine Minute brauchen. Hochladen wird viel langsamer sein.

Wir hatten schon länger Probleme mit der Internetverbindung zu Hause, wie ich letztes Jahr schrieb. Ich musste häufig den Router neu starten, weil die Verbindung ständig abbrach. Im Januar hatten wir auf einmal gar kein Internet mehr und da musste die Person an der Hotline einsehen, dass der Router endgültig den Geist aufgegeben hatte. Wir hatten einen Neuen geschickt bekommen, der bis Freitag einwandfrei lief. Es kann doch nicht sein, dass er kein halbes Jahr hält.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.

[2] Nachtrag vom 23.09.2021: Sechs Tage, aber Vodafone ist nicht schuld, oder nur, weil der neue Router über DHL[1] geschickt wurde, und die Postbote sich scheinbar nicht mehr die Mühe machen, bei den Empfängern zu klingen. Ich arbeite immer noch zu Hause und war sehr überrascht, dass der Ehemann am Donnerstagabend mit dem Abholzettel aus dem Briefkasten ankam. Um die Uhrzeit, die drauf stand, hatte ich gerade ein Meeting fertig bekommen und ich hätte die Klingel definitiv mitbekommen, sie ist so laut, die überhört man in der Wohnung nicht. Am Freitag passte es zeitlich nicht, daher konnten wir den Router erst am Samstag anschließen.

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Flammkueche mit roter Paprika

Flammkueche auf dem Backblech.

Flammkueche habe ich durch eine Kommilitonin in meinem Diplomjahr im Nordosten Frankreichs kennengelernt, das ist schon über zwanzig Jahre her. Ein Grundpfeiler der elsässischen Küche. Flammkueche wird dort Flammküche ausgesprochen und ist einfach ein Flammkuchen. Für mich heißt das Gericht Flammkueche, wie ich es zuerst gehört habe.

Traditionell gehören nur Sahne, Zwiebel und Speck als Belag. Variationsmöglichkeiten sind aber unendlich und als ich mich gestern fragte, was ich mit den roten Spitzpaprikas im Kühlschrank anstellen könnte, schieß mir zuerst Pizza in den Kopf, und dann Flammkueche, was ich noch seltener mache. Und wenn ich schon Paprika auf die Flammkueche tue, dann kann ich auch Sumach in den Schmand rühren, habe ich mir gedacht. Es hat super gepasst.

Am besten wäre es, den Teig mit einer Art flacher Schaufel fürs Brot (der Name fällt mir nicht ein) in den Ofen auf einen heißen Pizzastein zu schieben. Ich habe weder Brotschaufel noch Pizzastein und daher die Flammkueche im Blech gebacken. Der Teig war unter dem Belag nicht knusprig.

Die Zutaten (für 4 Portionen)

  • Für den Teig
    • 250 g Weizenmehl
    • 130 mL Wasser
    • 2 Esslöffel Olivenöl
    • 1/2 Teelöffel Salz
  • Für den Belag
    • 150 g Schmand (ein Becher)
    • 1 rote Zwiebel
    • 100 g magerer Speck (also der Speck, bei dem man vorwiegend Fleisch sieht und nicht nur das Weiße vom Fett)
    • 2 rote Spitzpaprikas
    • Salz und Pfeffer nach Geschmack
    • Sumach

Die Zubereitung

  • Die Zutaten für den Teig zusammen kneten. Eine Kugel bilden und diese in Frischhaltefolie gewickelt eine halbe Stunde im Kühlschrank lassen.
  • Die Zwiebel in ganz dünne Halbringe schneiden.
  • Den Speck in dünne Streifen schneiden.
  • Die Paprikas ebenfalls in dünne Streifen schneiden und diese in einer Pfanne mit wenig Olivenöl leicht dünsten.
  • Den Schmand mit den Gewürzen gut rühren.
  • Den Backofen bei 220 °C vorheizen.
  • Den Teig auf einem bemehlten Stück Backpapier ganz flach ausrollen und mit einer Gabel stechen. Der Teig enthält keine Hefe und soll wirklich möglichst dünn nach dem Backen sein.
  • Das Backpapier mit dem Teig auf einem Backblech packen. Wenn der Teig größer als das Blech ist, einen kleinen Rand bilden.
  • Den Schmand auf dem Teig glatt streichen, einen Rand von etwa einem Zentimeter lassen.
  • Die rohen, halbierten Zwiebelringe auf dem Schmand verteilen, dann die rohen Speckstreifen, dann die gedünsteten Paprikastreifen obendrauf.
  • Für etwa zwölf Minuten backen lassen (220 °C Umluft), das kann je nach Ofen variieren.

Dazu passt ein grüner Salat und ein trockener Weißwein, oder ein Bier (aber kein Weißbier).

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 467,8 1871
Eiweiß (g) 12,3 49,1
Kohlenhydrate (g) 52,6 210,3
davon Zucker (g) 7,1 28,5
Fett (g) 22,1 88,5
Ballaststoffe (g) 4,8 19,2


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Wochenende zu Hause

Wir haben endlich das erste schöne Wochenende seit langem. Diese Woche sind die Temperaturen hochsommerlich geworden. Endlich könnte man etwas draußen für längere Zeit unternehmen.

Der Ehemann ist leider nicht da. Er besucht übers Wochenende einen Freund in der Schweiz. Ursprünglich wollte er mit dem Motorrad hin und ich bin froh, dass er sich doch fürs Auto entschieden hat, und zwar unabhängig davon, dass er gestern schon gefahren ist und es Gewitter gegeben hatte. Das wär’s gewesen, zuerst den Bruder und dann den Ehemann zu verlieren.

Dass der Ehemann nicht zu Hause ist hindert mich natürlich nicht daran, selber alleine etwas zu unternehmen. Ich hatte schon geschaut, wie ich mit dem Bus nach Starnberg fahren könnte, um in den See zu schwimmen. Und ich hatte mir heute früh überlegt, was ich alles einkaufen müsste, um zum Beispiel Ratatouille zu machen, die ich im Sommer neben Caponata (die der Ehemann wegen Sellerie nicht mag) immer wieder gerne koche. Beide Gerichte esse ich im Sommer kalt. Ich packe davon kleine Portionen, die im Kühlschrank eine gute Woche halten. Perfekt für die Mittagspausen.

Am besten ganz früh einkaufen gehen, bevor es zu heiß wird. Es ist kurz nach acht schon sehr warm. Alle Fenster waren über Nacht gekippt und es hat keine Abkühlung gebracht, außer, dass man die Jugendlichen draußen bis spät in der Nacht beim Feiern schreien hören konnte. Ich höre lieber Gewitter als das, nachtsüber.

Ich gehe also heute früh aus der Wohnung raus, laufe die Treppe runter, öffne die Haustür… Da flietzt was auf der langen, dunklen Fußmatte von der Tür weg in meine Richtung. Etwas schwarzes, riesiges, ganz klar achtbeiniges und super schnell. Unwillkürlicher Schrei. Ich laufe ein paar Schritte rückwärts, Richtung Nachbartür, das Monster scheint mich ins Visier genommen zu haben. Als es droht, mir zwischen den Beinen zu kommen, mache ich einen großen Sprung drüber nach vorne, greife die Tür, die noch offen ist, und komme raus.

Die Tür klappt zu. Ich stehe da angewurzelt und denke, ich kann jetzt unmöglich einkaufen gehen. Wenn ich zurück komme weiß ich nicht, wo die Spinne ist, und ich traue mich nicht mehr rein. Selbst wenn ich durch die Tiefgarage komme, muss ich da lang laufen.

Symbolbild. Edvard Munch, Der Schrei.
Skizze vom Hauseingang.

Ich sehe durch die Glastür, wie sich die Spinne auf der Fußmatte bewegt. Die Matte ist grauschwarz und teilweise sieht man die Spinne gar nicht. Nach einer kurzen Pause kommt sie links zur Wand und fängt an, diese schräg Richtung Scharniere hoch zu laufen. Ich denke, ich könnte die Tür öffnen, wenn sie raus will, wäre es am besten für uns beide. Als ich die Tür vorsichtig öffne, läuft sie auf einmal zurück die Wand runter und wenige Zentimeter vom Boden lässt sie sich neben dem Türhalter fallen, der am Boden geschraubt ist. Sie muss sich in einem Spinnennetz gefangen haben, weil sie kurz Schwierigkeiten hat, da raus zu kommen, man sieht, wie Beine stecken bleiben. Sie befreit sich, läuft nochmal auf der Matte, jetzt nach rechts. Ich mache die Tür ganz auf und klemme sie in den Halter rein, damit sie raus kommen kann – immer noch von draußen aus, versteht sich. Es sieht zuerst aus, als ob sie stattdessen Richtung Treppe zur Tiefgarage gehen würde, aber als sie den Rand der Stufe prüft, beschließt sie, zum orangenfarbenen Sack zu gehen, der schon seit einer Woche gegen die Glasscheibe neben der Tür liegt. Eine Lieferung für einen Nachbarn, der zur Zeit nicht da ist.

Ich beschließe, jetzt zurück zur Wohnung zu laufen. Ich gehe blitzschnell rein, mache die Tür wieder zu, laufe die Treppe hoch und barrikadiere mich in die Wohnung. Bis der Ehemann am Montag wieder kommt. Ich kann mich fürs Wochenende von unserem Lieblingsitaliener liefern lassen.

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Der 112 Anruf

Ich war mit dem Ehemann, meiner Schwester, ihrem Sohn und meiner Mutter in einem Raum. Der Ehemann saß links, der Rest meiner Familie rechts an einem weißen Tisch. Der Neffe saß auf dem Tisch. Ich wollte ihn fragen, was er sich als Geschenk wünschen würde. Spiele schien er nicht so interessant zu finden.

Ich sprach kurz mit dem Ehemann. Als ich mich zurück zum Neffen drehte, hielt er plötzlich eine schwarze Pistole in der Hand und spielte damit. Er zielte in jede Richtung. Ich sagte meiner Schwester, es wäre sehr gefährlich, aber das war ihr egal. Sie redete weiter mit meiner Mutter als ob nichts wäre. Der Neffe hat die Pistole zum schwarzen Stuhl gerichtet, auf dem meine Oma mütterlicherseits auf einmal saß. Und schoß. Meine Oma sank zusammen. Ich fasste ihre Hand an. Sie war kalt und reagierte nicht auf meine Berührung. Aber meine Oma hatte immer kalte Hände gehabt.

Ich rief, wir müssen sofort 112 anrufen. Meine Mutter sagte, ja, machen wir gleich, und diskutierte weiter mit meiner Schwester. Ich nahm das Handy meiner Mutter, kam aber nicht klar damit. Wo war denn mein Handy? Nicht auf die Schnelle zu finden. Ich nahm das Handy vom Ehemann und rief selber an.

Ein Mann nahm den Anruf an. Wir redeten auf Deutsch. Ich sagte, was passiert war, wer verletzt war. Bei der Angabe, wo wir waren, sagte ich, bei meiner Oma in Nizza. Es kam mir komisch vor. Warum redete ich mit jemandem in Deutschland, wenn wir in Nizza waren? Der Mann am Telefon wollte die genaue Adresse haben. Ich musste feststellen, ich kannte sie nicht. Ich fragte meine Mutter, was sie antwortete ergab keinen Sinn. Ich fragte den Mann am Telefon, ob er das Handy orten könnte. Inzwischen kam meine Mutter mit einem Brief zu mir. Drauf wäre die Adresse meiner Oma, sagte sie. Sie war aber nicht im oberen Bereich vom Brief zu finden. Meine Mutter zeigte mir, die Adresse wäre in der Fußzeile, rechts. Ich versuchte sie zu lesen, konnte mir aber keinen Reim draus machen. Zahlen standen an ungewöhnlichen Stellen. Ich sagte dem Mann an der Leitung, ich würde jetzt die Adresse buchstabieren. Der Mann war aber verschwunden. Ich hörte ihn mit anderen Leuten reden. Ich rief mehrmals, „Hallo?“ Als der Mann wieder kam, fing ich an, ihm die Adresse zu buchstabieren. Es war sehr mühsam.

Das Gewitter hat mich geweckt.

Ich habe gestern Abend mit meiner Schwester telefoniert. Wir wollen zum Geburtstag vom Neffen zu ihr fahren, wenn es dieses Jahr möglich ist, und ich habe sie gefragt, was der Neffe sich wünschen könnte. Er steckt immer noch in seiner Dinosaurierphase.

Wie meine Oma in den Traum gekommen ist, weiß ich nicht. Sie ist schon vor vielen Jahren gestorben, gerade, als ich als Postdoc zurück nach Deutschland gekommen war.

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Quiche mit Chicorée und Reblochon

Direkt aus dem Backofen.

Ich habe dieses Rezept beim Ausmisten in einem vergessenen Küchenheft[1] gefunden. Es wurde unter der Rubrik ch’ti sortiert. Moment mal, Reblochon und ch’ti? Das Rezept heißt eigentlich Quiche aux endives et au maroilles (endive, nicht chicorée). Ich war gestern in der Mittagspause einkaufen. Der Bioladen hatte kein Maroilles. Ich habe den Ehemann darum gebeten, nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause in Pasing auszusteigen, um beim Käseladen am Markt[2] Maroilles zu besorgen. Aber misère! Den Käse kennen sie dort auch nicht! Ich bin enttäuscht. Ersatzweise habe ich nach Reblochon gefragt. Ein ch’ti Rezept mit Savoyer Note, also.

Die Arbeitszeit muss gut eingeplant werden. Die Chicorées werden zuerst in Wasser gekocht und dann zwei Stunden abgetropft. Ich habe es in der Mittagspause gemacht, und den Rest nach Feierabend. Home Office ist so cool.

Auf dem Teller. Beim Abkühlen ist die Füllung in sich zusammen gefallen.

Es ist ein Gericht, das ich eher im Winter machen würde. Bei den aktuellen Temperaturen passt es gut. Es macht müde, nach dem Essen will ich nur noch schlafen, was mir sonst selten passiert. Das muss am Käse liegen. Den Effekt habe ich auch nach Tartiflette bemerkt.

[1] Cuisine pour tous! [2], No. 2, Dez. 2009 – Jan. 2010, Seite 44.

[2] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

Die Zutaten (für acht Portionen)

  • Für den Teig
    • 160 g Weizenmehl
    • 100 Salzbutter, klein geschnitten
    • 1 Ei
  • Für den Belag
    • 1 kg Chicorée (7 kleine Chicorées)
    • 100 g crème fraîche
    • 3 kleine Eier
    • 1/4 Reblochon (112,5 g)
    • Pfeffer nach Geschmack, frisch gemahlen
    • Butter und Mehl für die Backform

Die Zubereitung

  • Die Chicorées waschen (aber nicht schneiden) und eine Viertelstunde in Salzwasser kochen. Raus nehmen, in einem Sieb kopfüber mindestens zwei Stunden abtropfen lassen.
  • Mehl, Salzbutter und Ei zu einer Teigkugel zusammen kneten.
  • Die Backform mit Butter einfetten, Mehl drin wälzen und überschüssiges Mehl heraus kippen.
  • Den Teig am Boden der Backform verteilen, einen Rand bilden und mit einer Gabel stechen.
  • Den Backofen bei 180 °C vorheizen.
  • Die Chicorées mit den Händen gut pressen, damit der Rest Wasser drin entsorgt wird.
  • Die Chicorées halbieren, den noch harten Strunk entfernen, dann jede Hälfte dritteln. Die Stücke auf dem Teig verteilen.
  • Die Eier mit der crème fraîche und dem Pfeffer zusammen rühren, und über die Chicorées gießen.
  • Den Reblochon in kleine Stücke schneiden und auf der Quiche verteilen.
  • Bei 180 °C Umluft eine Dreiviertelstunde backen.

Dazu einen grünen Salat servieren.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 312,1 2497
Eiweiß (g) 10,1 80,8
Kohlenhydrate (g) 18,3 146,3
davon Zucker (g) 3,5 27,7
Fett (g) 22 176,3
Ballaststoffe (g) 2,2 17,4


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Brokkoli-Paprika-Flan mit Tomatencoulis

Ein Rezept mit Verstößen.

Nicht nach den Regeln der Kunst, aber geschmeckt hat es!

Ohne Teig drumrum wird ein Flan normalerweise im Wasserbad vorbereitet. Die Ausrüstung dazu habe ich nicht. Es gäbe eine große Auflaufform, in der meine rechteckige Brotform gerade so passen würde, dass sie stabil sitzt und den Boden nicht berührt. Einfach mit heißem Wasser auffüllen und aufbacken, oder? Das Rausnehmen von der Brotform stelle ich mir nach dem Backen schwierig vor. Insbesondere mit den dicken Handschuhen. Ich sehe schon in Gedanken, wie mir die Brotform ins heiße Wasser abrutscht und der Flan ruiniert wird. Abwarten, bis es genug abgekühlt ist? Dann bleibt der Flan die ganze Zeit im heißen Wasser und kocht weiter. Kurz, ich habe den Flan direkt in der Auflaufform ohne Wasserbad gebacken. Die Benutzung vom Wasserbad dient bei Flans dazu, dass die Masse möglichst homogen gebacken und geschmeidig wird. Bei den vielen Gemüsestücken in diesem Rezept macht es aber nichts aus, auf das Wasserbad zu verzichten.

Der zweite Verstoß findet beim Coulis statt. Der Tomatencoulis wird aus frischen Tomaten gemacht, die in Stücken zwei Stunden lang im Topf gekocht werden sollten. Die Vorgehensweise wird in diesem Video erläutert (auf Französisch mit englischen Untertiteln), wobei die Autorin ihre Tomaten häutet und entkernt, im Gegenteil zu Alain Ducasse, wie ich in einem anderen Video erfahren habe. Nur blöd, wenn man so spät Feierabend macht und um sieben mit dem Kochen anfängt. Ich wollte nicht erst um zehn den Tisch decken. Daher meine Notlösung mit Tomatenmark. Ein Sakrileg. Beim nächsten Mal wird’s richtig gemacht.

So viel Coulis ist es geworden – genau richtig für vier Portionen.

Wenn man Tomatencoulis zum langen Aufbewahren vorbereiten will, sollte man auf Zwiebel und Knoblauch verzichten, weil sich sonst mit der Zeit ein unangenehmer Geschmack entwickelt. Die Zutaten kann man später bei der Verwendung dazu tun.

Pro Portion ergeben sich nicht viele Kalorien, aber man fühlt sich danach recht satt. Dabei war meine Portion nicht so groß wie die vom Ehemann oben im Bild. Wir haben gestern genau die Hälfte vom Rezept geschafft, heute Abend gibt’s den Rest.

Die Zutaten (für vier Portionen)

  • Flan
    • 1 Brokkoli
    • 1 rote Paprika
    • 4 Eier
    • 250 Schlagsahne
    • 1 Handvoll Petersilienblätter, gewaschen und grob gehackt
    • 15 g Parmesan, frisch gerieben
    • Pfeffer
    • 15 g Butter für die Form
  • Tomatencoulis
    • 2 Tomaten (San-Marzano)
    • 30 g Tomatenmark
    • 1 kleine Knoblauchzehe
    • 1 Viertel von einer kleinen Zwiebel
    • 1 Handvoll Basilikumblätter, gewaschen
    • 1 Teelöffel Salz
    • 1 Esslöffel Olivenöl

Die Zubereitung

  • Flan:
    • Das Gemüse gründlich putzen und in mundgerechten Stücke schneiden. Ich habe nicht nur die Röschen vom Brokkoli sondern auch den Strunk verwendet. Fünf Minuten in kochendem Wasser kochen, dann in einem Sieb gut abtropfen lassen.
    • Den Backofen bei 180 °C vorheizen.
    • Die Eier mit der Schlagsahne zusammen schlagen. Petersilie und Parmesan dazu tun. Mit Pfeffer würzen.
    • Die abgetropften Gemüsestücke in die Eier-Sahne-Mischung gut rühren, damit alle Stücke überzogen werden.
    • Die Mischung in eine gebutterte Backform gießen.
    • Den Flan bei 180 °C Umluft zwanzig Minuten backen, dann die Temperatur auf 200 °C erhöhen und eine weitere Viertelstunde backen.
    • Vor dem Servieren abkühlen lassen.
  • Tomatencoulis, während der Flan bäckt:
    • Die Tomaten waschen, den harten Strunk entfernen und in Stücke schneiden.
    • Alle Zutaten, die Tomaten zuerst, in ein hohes Behälter tun und mit einem Pürierstab prozessieren.
    • Fertig ist die Tomatensauce.
  • Den abgekühlten Flan mit dem Coulis auf Tellern anrichten. Lauwarm geht es auch.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 412 1647
Eiweiß (g) 15,9 63,4
Kohlenhydrate (g) 12,3 49,3
davon Zucker (g) 12 47,9
Fett (g) 32 128
Ballaststoffe (g) 6 24,3


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Blutsäuger

So breit wie drei Finger.

Wenn ich nur ein Bild auswählen sollte, um das Wochenende zusammen zu fassen, dann wohl dieses. Zu sehen ist mein rechter Oberschenkel in Nahaufnahme, am Samstag früh mühsam mit der Kamera selbst fotografiert. Der Mückenstich ist nicht zu übersehen. Er hat mich wahnsinnig gemacht. Zum Vergleich liegt mein linker Zeigefinger am Rande vom Stich. Das sieht man mit der Beleuchtung schlecht, aber um die rote Ausbreitung vom Stich war noch ein weißer Rand.

Das ist nicht das erste Mal, dass ich eine allergische Reaktion auf einen Mückenstich bekomme. Vielleicht sollte ich mich glücklich schätzen, dass nur dieser Stich sich ausgebreitet hat. Wir sind mit dem Ehemann am Donnerstag nach Feierabend Tischtennis draußen spielen gegangen, und danach haben wir an der Terrasse von einem Restaurant unweit von der Wohnung gegessen. Das Wetter war ausnahmsweise schön. Ich saß direkt neben einer Hecke. Den Platz hatte ich mir ausgesucht, weil mitten auf der Terrasse ein älterer Herr am Qualmen war. Ich wollte möglichst weit weg von ihm sitzen. Woran ich nicht gedacht hatte, nach so vielen Monaten ohne Restaurantbesuch: Diese Hecke wimmelt im Sommer nur von Mücken. Die Folge: Vierzehn Stiche an diesem einen Abend, vorwiegend rechts. Ein an der Stirn, zwei am Kinn, ein am Hals, ein im Nacken, zwei am Arm, ein an der linken Hand, der Rest auf den Beinen. Der Ehemann ist unangestochen geblieben. Das ist so unfair.

Ich hatte früher ein tolles Gerät gegen Mückenstiche, bite away[1], das mit Batterien betrieben war und Hitze auf einer Keramikplatte erzeugte, die man direkt auf dem Stich drücken musste. Damit hörte die Juckerei für einigen Stunden auf. Die Batterien haben lange gehalten, aber irgendwann mussten sie gewechselt werden. Ich glaube, vor zwei Jahren. Ich hatte die neuen Batterien falsch rum reingesteckt, weil die Beschriftung +/- fehlte, das Gerät hatte das nicht überlebt. Leider scheint es Globetrotter[1] aus dem Sortiment genommen zu haben. Ich habe deswegen den Ehemann am Freitag darum gebeten, mir auf dem Weg von der Arbeit diese Alternative[1] zu besorgen. Die Funktionsweise soll ähnlich sein, außer, dass das Gerät ein Piezoelement enthält, wie in Feuerzeugen, um die Hitze zu erzeugen. Keine Batterie, das ist vielleicht umweltfreundlicher. Man muss auf den Auflöser drücken, um einen Funken zu erzeugen. Der Funken erhitzt das Ende vom Gerät, das man gegen den Stich hält. Weil der Funken sehr kurzer Dauer ist, muss man mehrmals hintereinander klicken. Das funktioniert, man spürt eine Wärme, allerdings von weitem nicht so hoch wie bei meinem früheren Gerät. Das Jucken hört mit Verzögerung auf und wird nach der Anwendung sogar erstmal verstärkt. Mir ist außerdem ein leichter gebrannter Geruch aufgefallen, und nach einiger Zeit habe ich kleine braune Punkte auf der Haut um die Stiche bekommen. Den Effekt hatte ich mit dem bite away nicht. Ich sehe erst jetzt, Rossmann[1] bietet es an. Menno. Hätte ich es am Freitag gewusst.

Heute gibt der Stich endlich Ruhe. Es hatten sich kleine Blasen gebildet, die sind geplatzt. Dafür habe ich am Samstag einen neuen Stich auf dem Knie bekommen, besser gesagt einen Biss, als wir bei Anita und ihrem neuen Freund in Rosenheim zu Besuch waren und spazieren gegangen sind. Keine Mücke, schon wieder eine Bremse. Gestern hat es fürchterlich gejuckt. Die Bissstelle ist über Nacht geplatz und ich habe ein Pflaster drauf tun müssen. Es pocht jetzt.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

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