Armer kleiner Zeh

Wir sind am Samstag gewandert. Drei Stunden und zehn Minuten sind wir gelaufen, sagt Komoot[1]. Dazu kam die halbe Stunde Tischtennis. Zwischendurch haben wir die Füße in die Würm abgekühlt.

Nein, er ist nicht lackiert.

Ich habe den ganzen Tag nichts gemerkt, aber als ich abends meine Wanderschuhe zum letzten Mal zu Hause ausgezogen habe, hat mein rechter kleiner Zeh plötzlich pochend geschmerzt. Unter dem Nagel hat sich inzwischen ein Hämatom gebildet. Und wenn ich jetzt leicht auf dem Nagel mit dem Finger drücke, merke ich, dass er nicht mehr so fest hält. Ich habe den Zeh in einem Pflaster gewickelt, um mit Schuhen die Wohnung verlassen zu können. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, bis der Nagel von alleine abfällt. Ich hoffe, es geht relativ schmerzlos.

Bei der nächsten Wanderung muss ich unbedingt aufpassen, dass meine Fußnägel nicht zu lang sind. Ich schneide sie aber recht regelmäßig, und es war bis jetzt kein Thema. Vielleicht sind meine neue Sommerwanderschuhe wirklich zu klein. Es kam mir nicht so vor, als ich sie im Laden ausprobiert hatte. Die Beschwerde, die ich letzten Monat bei unserer Isar-Wanderung am linken Fuß hatte, sind verschwunden, nachdem ich den Schuh vorne breiter binde. Vielleicht habe ich beim letzten Schuhanziehen am Samstag den Fuß nicht richtig rein gesteckt, oder die Socke hat eine Falte gebildet.

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Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Von Pasing nach Karlsfeld

Wir haben gestern unsere Wanderung an der Würm fortgesetzt. Nach einem nicht so kühlen Bad im Starnberger See sind wir mit der S6 nach Pasing gefahren und haben ab da weiter gemacht, wo wir beim letzten Mal aufgehört hatten.

Zuerst ein Eis bei unserer Lieblingsdiele holen, neben der Osteria hinter dem Bahnhof, die gerade öffnet, als wir ankommen. Die Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen. Es wird ein heißer Tag.

Wir laufen an der Pasinger Fabrik[1] vorbei den Hellihofweg entlang bis zur Theodor-Storm-Straße und biegen einige Meter danach links in den Bergengruenweg ab. An der Würm angekommen, biegen wir rechts in den Hermann-Hesse-Weg ab. Am Kornberger Weiher kommen die ganzen Enten angeschwommen und schauen hoffnungsvoll auf uns zu, als wir kurz halten und den Blick genießen, obwohl eine Frau auf einer Bank auf der anderen Seite des Weihers schon dabei ist, die Enten zu füttern. Verwöhntes Pack.

Ehe man sich versieht, erreicht man schon das Schloss Blutenburg. Am Anfang der Wiese steht ein Kreuz mit der Inschrift „A Xunta de Galicia – España – O land de Baviera – MCMLXXXIII„. Ich finde keine Information darüber, warum dieses Monument hier steht. Das Datum, 1983, ist zwei Jahre nach dem die Region Galicien wieder autonom wurde. Ein Ermutigungsgeschenk an die autonome Szene Bayerns? Wir machen eine Runde um das Schloss. Die Wiese ist voll mit Gänsen.

Wir laufen am Mahnmal zum Dachauen Todesmarsch vorbei, den man vielerorts in und um München auf dem Weg sehen kann, wo Gefangenen kurz vor Kriegesende im April 1945 zu ihrem Tode geführt wurden. Es macht mich immer so traurig, enttäuscht, sauer zu sehen, zu welchen Gräueltaten die Menschheit fähig ist. Und es sieht nicht so aus, als ob wir daraus lernen würden.

Nach dem Schloss laufen wir in einem Wohngebiet. Nicht für lange Zeit. Der Weg führt uns im Schatten entlang Wiesen und Felder. Rechts vom Friedhof in Untermenzing lädt eine Holzbrücke zum Überqueren der Würm ein. Es liegt nicht auf unserer Route. Am Ende der Brücke sehen wir die Kirche St. Martin. Die Brücke ist in einem sehr guten Zustand und es hängen kaum Spinnennetze dran. Ich bin begeistert.

Nach dem Friedhof ist der Weg nicht mehr so schattig. Wir sind wieder im Wohngebiet und laufen auf der Straße. Autos fahren da kaum, aber viele Radfahrer sind unterwegs. Es ist eine Fahrradstraße. Wir verlassen sie, sobald sich die gelegenheit ergibt, und laufen auf einem engen Weg an der Würm entlang. Wir kommen zur Sportanlage, wo wir Tischtennisplatten entdecken. Zwei. Eine wird schon von zwei Teenagern benutzt. Das trifft sich gut, ich habe meine Ausrüstung im Rucksack am Morgen noch im letzten Moment gepackt, bevor wir das Haus verlassen haben. Wir spielen eine gute halbe Stunde und diesmal gewinne ich zwei Spiele! Der Ehemann meint, ich mache Fortschritte. Bald kann er fies mit mir spielen, sagt er.

Ich habe die Route geplant und wir sollten kurz vor der Autobahn die Würm auf einer Brücke am Hohenadelweg überqueren. Die Brücke ist leider gesperrt, und wir laufen einen ungemütlichen Teil in der Hitze auf der Straße bis Karlsfeld. Als wir endlich die Gelegenheit bekommen, wieder zur Würm zu gelangen, sind wir schon am Bahnhof. Wir nehmen den Zug bis Obermenzing, da die Stammstrecke mal wieder gesperrt ist, erholen uns im Biergarten am Grünen Baum[1], und laufen den Rest des Weges zurück bis Pasing, wo wir mit der S-Bahn nach Hause fahren. Ich freue mich auf eine kalte Dusche.

Wir sind fast neun Kilometer bis Karlsfeld gelaufen und waren froh, bei der Hitze so viele Gelegenheiten zu finden, die Füße in der Würm abkühlen zu lassen, auch wenn wir nicht schnell unterwegs waren. Mit dem Rückweg vom Biergarten nach Pasing sind wir insgesamt zwölf Kilometer gelaufen. Heute sind meine Beine müde.

Die Klette hat uns auf der ganzen Strecke begleitet. Der Rainfarn und der gewöhnliche Spindelstrauch waren nur vereinzelt zu sehen.

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Der Tag fängt schmerzhaft an

Es ist früh morgens. Ich sitze mit Kaffee am Schreibtisch und lese den abonnierten Tagesspiegel[1] online, obwohl wir jetzt schon zweieinhalb Jahre in Bayern leben. Wie fast jeden Tag, bevor ich im Home Office mit der Arbeit beginne.

Alle Fenster sind weit aufgerissen. Heute ist es schon so früh draußen so warm, dass die Wohnung trotzdem nicht abkühlt.

Ich lese den Artikel über Familien-Clans in Berlin, als ich etwas gegen mein T-Shirt im Rücken spüre. Ich streife geistesabwesend mit der rechten Hand, bewege die Hand zurück zur Maus und als ich beim Lesen runter scrolle, spüre ich etwas Weiches zwischen mittlerem und Zeigefinger.

Zu spät. Ein höllisch starker Schmerz breitet sich in meinem mittleren Finger aus. Ich springe auf, schüttle die Hand, reiße mir das T-Shirt vom Leib, weil ich nicht weiß, ob drauf noch etwas sein könnte. Am Finger sehe ich einen langen roten Streifen, den ich zuerst für eine Bisswunde halte. Ich beiße selber drauf und lutsche die Stelle, während ich den Boden durchsuche.

Neben dem Bürostuhl liegt was ich zuerst für einen Käfer halte, da ich meine Brille beim Lesen nicht brauche (beim Staubsaugen schon). Beim genaueren Betrachten entpuppt sich der Käfer als Biene. Ich hebe sie auf einen Haftzettel hoch zum Schreibtisch. Sie zuckt noch mit den Antennen und streckt ein Beinchen. Es ist leider aussichtslos. Beim Stich hat sie sich den Hinterleib ausgerissen. Das Foto ist recht unscharf, man erkennt es aber deutlich. Ich werfe sie aus dem Fenster zum Dach.

Den Stich versorge ich mit FeniHydrocort[1]. Es wurde mir vor einigen Jahren in einer Berliner Apotheke gegen Mückenstiche empfohlen, da ich häufig so allergisch reagiere, und es hilft bei mir tatsächlich, viel besser als Fenistil[1] (mein tolles Gerät um Stiche zu erhitzen muss im Umzug verschwunden sein, ich finde es nicht mehr). Beim Bienenstich hilft es heute auch und nach einer Stunde ist selbst die Schwellung verschwunden.

Das letzte Mal, dass eine Biene mich gestochen hatte, war vor vielleicht acht Jahren in Aachen. Es war ein sonniger Sommertag. Ich war mit einem leichten Kleid bekleidet zur Bäckerei in der Theaterstraße gegangen, und hatte beim Gehen unwissentlich eine arme Biene zwischen Arm und Oberkörper eingeklemmt. Damals war der Stachel in meiner Haut geblieben. Heute wenigstens nicht.

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Im Ammersee geschwommen

Seit Anfang des Sommers gehen wir regelmäßig in den Starnberger See schwimmen. Am Anfang betrug die Wassertemperatur gerade 16 Grad und rein gehen ging nur mit Schnappatmung. Anfang August hatten wir dann schon am frühen Morgen 25 Grad, was uns zu warm ist.

Wir sind diesmal abwechslungsweise zum Ammersee gefahren. Wir haben das Auto vor dem Bahnhof geparkt. Um die frühe Uhrzeit gab es noch viele Plätze auf der sonntags kostenlosen Seite der Straße. Der Weg zum Strandbad führt durch das Bahnhofgelände, das man durch den schön gebauten namenlosen Weg mit Beleuchtung parallel zum kostenpflichtigen Parkplatz nicht erreichen kann, da eine neu aussehende Absperrung dazwischen liegt. Es sieht so skurril aus, es wäre ein Fall für den realen Irrsinn[1].

Wir laufen den Weg zum Strandbad runter und kommen zu einer Liegewiese neben dem Segelklub. So früh morgens sind sehr wenige Menschen da. Mir gefällt es, dass man, wie bei unserer Badestelle am Starnberger See, sehr leicht durch eine Leiter am Steg ins Wasser kommt. Man muss hier nur aufpassen, ganz nah am Sandkasten vorbei zu laufen, weil der Kies sonst den Füßen weh tut, wenn man barfuß läuft. Wie am Strand in Nizza. Das Wasser ist hier auch warm und grünlich trüb. Wir schwimmen eine halbe Stunde lang.

Nach dem Schwimmen laufen wir in Richtung Seepromenade. Dem Ehemann ist nach einem bayerischen Frühstück. Unterwegs treffen wir die Seejungfrau mit dem Waller, diesmal ohne Schnee. Wir finden einen Tisch ganz nah am Schiffsanlegesteg. Der Ehemann kriegt seine Weißwurst mit Weißbier. Ich trinke ein Cappuccino und esse seine Bretze. Etwas Anderes bekommt man zwischen 10:00 und 11:00 nicht serviert.

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