KiBa-Kuchen

Mein gestriges Frühstück beim Home Office auf dem Balkon.

Wir hatten am Wochenende mal wieder Bananen, die aufgebraucht werden mussten. Im Sommer werden sie schnell braun. Und da der Ehemann uns auf dem Markt ganz viele Kirschen gekauft hatte, die man auch nicht ewig halten kann, ist mir die Idee für diesen Kuchen gekommen.

Meine Backform ist oben 30 cm x 11 cm groß, unten etwas schmäler, daraus haben wir dreizehn Stücke vom Kuchen abgeschnitten. Mit den großen Kirschen drin wollte ich die Scheiben nicht zu dünn machen.

Die Zutaten (für 13 Portionen)

  • 120 g Weizenmehl
  • 80 g Dinkelvollkornmehl
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe
  • 100 g Butter
  • 120 g Zucker
  • 3 Eier
  • 1 Esslöffel Rum
  • 2 großen Bananen
  • etwa 30 Kirschen

Die Zubereitung

  • Backofen bei 180 °C vorheizen.
  • In einer großen Schüssel, Eier und Zucker mit einem Schneebesen schaumig schlagen.
  • Die Mehlsorten und die Hefe zur Zucker-Eier-Mischung geben und rühren.
  • Die Butter schmelzen, abkühlen lassen und im noch flüssigen aber lauem Zustand in den Teig rühren.
  • Rum zum Teig geben und gut untermischen.
  • Die Bananen schälen, das Fruchtfleisch mit einer Gabel zerdrücken und zum Teig geben.
  • Die Kirschen waschen, abtrocknen, halbieren, entkernen und ebenfalls zum Teig geben. Gut umrühren.
  • Eine rechteckige Backform mit Backpapier auslegen. Den (recht flüssigen) Teig in die Form auf das Papier gießen.
  • Den Kuchen fünfzig Minuten bei 180 °C Umluft auf mittlerer Schiene backen lassen. Unbedingt Stechprobe am Ende der Backzeit durchführen, mit einem scharfen Messer oder einem langen Holzspieß. Wenn beim Rausziehen feuchter Teig dran klebt, weitere fünf bis zehn Minuten mit Unterhizte backen lassen.
  • Vor dem Servieren abkühlen lassen.

Nährwertangaben

pro Stück fürs Rezept
Energie (kcal) 203,5 2645
Eiweiß (g) 3,8 49,3
Kohlenhydrate (g) 27,5 357,2
davon Zucker (g) 15,9 207
Fett (g) 8 103,4
Ballaststoffe (g) 1,7 22,3


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Hähnchen mit Linsen und Tomaten

Ein schnelles Rezept für die Mittagspause im Home Office.

Die Zutaten (für zwei Portionen)

  • 1 Hähnchenbrustfilet[1]
  • 1 Dose Linsen (265 g Abtropfgewicht)
  • 3 Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Espressolöffel Salz
  • 2 Esslöffel Sesamöl[2]
  • Petersilie
  • Saft einer halben Zitrone

[1] Warum schlägt mir hier die Autokorrektur von Firefox[3] „Teilchenbeschleuniger“ vor? Und warum erkennt sie nicht „Hähnchenbrustfilet“ als richtig?

[2] Ich hätte lieber Olivenöl benutzt. Unser Olivenöl kaufen wir in der Provence, bei der Familie meiner ehemaligen Biologielehrerin. Sie lässt ihre Oliven in der Stein-Mühle von Corinne, einer Freundin von mir, aus der Grundschule pressen. Wir waren zuletzt kurz nach Weihnachten da und haben drei Liter im Faß gekauft. Das waren schon die drei letzten Liter, die sie hatten, und die Ernte findet immer im Dezember statt. Normalerweise kriegen sie um die tausend Liter, aber den Olivenbäumen ging es letztes Jahr nicht gut und sie konnten gerade fünfzig Liter produzieren. Das ist so ein Jammer. Mit den letzten Zentilitern, die ich noch habe, gehe ich jetzt sparsam um.

[3] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.

Die Zubereitung

  • In einer Pfanne, einen Esslöffel Öl erhitzen.
  • Das Hähnchenbrustfilet in mundgerechte Stücke schneiden und in der Pfanne scharf anbraten, bis die Stücke auf allen Seiten schön leicht braun werden.
  • In der Bratzeit vom Hähnchen, da man nicht die ganze Zeit umrührt, den anderen Esslöffel Öl in einem Topf erhitzen.
  • Die Zwiebel schneiden und im Topf glasig dünsten.
  • Die Tomaten waschen, in Stücke schneiden und in den Topf geben.
  • Die Linsen abwaschen, abtropfen, in den Topf geben, umrühren und mit Deckel auf schwacher Hitze köcheln lassen.
  • Wenn die Hähnchenstücke fertig sind, ab in den Topf.
  • Zitronensaft und Salz untermischen.
  • Mit Petersilienblättern servieren.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 378 755
Eiweiß (g) 38,7 77,4
Kohlenhydrate (g) 25,1 50,2
davon Zucker (g) 7,1 14,2
Fett (g) 13,7 27,4
Ballaststoffe (g) 7,4 14,8


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die Isar-Wanderung – Tag 6

Gestern haben wir unsere Isar-Wanderung fortgesetzt. Beim letzten Mal hatten wir es nicht mehr geschafft, bis Icking zu gehen. Der Schmerz vom letzten Wochenende in der linken Pobacke ist fast verschwunden.

Wir sind mit der S-Bahn bis Wolfratshausen gefahren und nehmen den Weg durch den Friedhof in Richtung Marienbrücke. Die Statue von Maria mit Kind hatten wir beim letzten Mal nicht gesehen, da wir diesmal auf der nördlichen Seite laufen, die deutlich breiter als die südliche Seite ist. Viele Radfahrer sind unterwegs. Es ist Wochenende. Wir gehen runter zum Ufer und folgen einem Weg, der an einem kleinen Teich vorbei führt, an dem drei jungen Frauen das Schlüpfen von Insekten auf der Oberfläche vom Wasser fotografieren. Der Teich ist voll von Wasserläufern. Blaue Libellen fliegen herum. Der Himmel ist bedeckt, aber die Luft ist schwül.

Wir folgen dem Weg, der, wie beim letzten Mal, immer schmäler wird. Ganz nah an der Isar sieht es sogar aus, als ob er drohe, ins Wasser zu fallen. Die Isar fließt schnell, der Wasserstand ist immer noch recht hoch, und zur Zeit sollte man es vermeiden, drauf Boot zu fahren. Wir biegen besser rechts ab, weiter weg vom Ufer, und der Pfad wird so eng, dass man ihn nicht mehr erkennt. Pflanzen sind so hoch wie ein Mensch. Ich bin zum Glück mit langen Hosen und Ärmeln unterwegs. Nach unserer letzten Wanderung hatte sich eine Zecke fest in die Kniekehle des Ehemanns gebissen und hatte sich schon voll gesaugt, ich musste sie vorsichtig mit einer Pinzette raus ziehen. Diesmal habe ich gedacht, besser komplett bedeckt raus gehen. Der Ehemann liebt es scheinbar, uns durchs Dickicht auf schlammigen Wegen zu führen. Ich könnte darauf verzichten.

Wir treffen unterwegs viele Leute. Man merkt, dass es Wochenende ist. Der Isarradweg läuft nicht weit weg, man hört von dort Familien ganz laut durch den Wald rufen. Wir gehen schnell. Nicht nur, dass es mir unangenehm ist, durch den Dschungel zu laufen. Mücken sind auf der Lauer und stürzen sich auf uns, so bald wir nur kurz stehen bleiben. Wir erreichen das Ickinger Wehr. Die Brücke ist eine geschlossene Konstruktion aus Holz. An jedem Fenster hängen dicke Spinnennetze. Unheimlich. Ich laufe ganz schnell zur anderen Seite, während der Ehemann drin Fotos macht. Nach der Brücke steigt der Weg ganz schön steil. Wir erreichen gleich Icking, und setzen uns nach fast acht Kilometern im Gasthaus, um ein gut verdientes kühles Bier zu genießen.

Diesmal hatte ich neue, leichtere Wanderschuhe an und die Beine sind nicht so müde geworden. Ich hatte bis jetzt sonst immer meine Schneewanderschuhe getragen, die auch zum Wandern geeignet, aber sehr schwer sind, und nervig, weil sie sich gerne mit den Hacken für die Schnürsenkel in einander festkrallen, wenn ich die Füße zu nah zu einander stelle. Ich muss aber das linke Schuh vorne breiter machen, wenn es möglich ist, weil es auf Dauer so stark auf dem Fuß gedrückt hat, dass ich jetzt Schmerze bekomme, wenn ich Treppen runter gehe.

Zum Schluss einige Pflanzen, die uns unterwegs aufgefallen sind. Die Kratzbeere schmeckt bitter, sagt der Ehemann, der die Geschmacksprobe bereut hat. Er hatte sie für eine Brombeere gehalten.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wochenende in Berlin

Wir haben das Wochenende in Berlin verbracht. Familientreffen. Die angeheiratete Familie, versteht sich.

Ich war zuletzt im Februar dort, als wir den Schwiegervater im Krankenhaus besucht hatten. Seitdem war der Ehemann alleine hin gefahren, bis er seinem Vater noch rechtzeitig vor den Corona-Einschränkungen einen Platz in einem Pflegeheim gefunden hat. Wir haben seit seinem Umzug in den Nachrichten die Corona-Ausbruchsgeschichten in Pflegeheimen jedes Mal mit einem sinkenden Gefühl im Magen gehört. Dem Schwiegervater geht es doch gut, und er ist sogar froh, die Ausgangssperre nicht alleine zu Hause durch gesessen haben zu müssen.

Das weiß ich dank des Ehemannes, weil die Aphasie vom Schwiegervater durch den Schlaganfall am Anfang des Jahres immer noch nicht richtig therapeutisch angegangen wurde. Wortfindung fällt ihm schwer, ich kann kaum etwas von dem verstehen, was er versucht zu erzählen. Wegen Corona-Einschränkungen konnte seine verschriebene Behandlung nicht persönlich statt finden. Es hat Monate gedauert, bis eine Online-Lösung durch seine Praxis eingerichtet wurde, weil das Heim Besuche streng reguliert hatte. Es ging nur mit Termin hinter einer Plexiglasscheibe, was dem behandelnden Arzt nicht passte. Und jetzt am Anfang des Monates, nach gerade zwei Terminen, hat die Krankenkasse die Bezahlung der Online-Behandlung abgebrochen, weil durch die Lockerungen die Therapie wieder persönlich statt finden kann. Die Praxis hat aber erstmal keinen Ersatztermin angeboten, und der Ehemann musste ewig hin und her telefonieren, damit der Schwiegervater nach zwei Wochen Unterbrechung seine Therapie fortsetzen kann. Fortschritte, die er gemacht hatte, sind schon weg. Eigentlich hätte es doch die Aufgabe vom Pflegeheim sein sollen! Ich bin richtig sauer darüber, dass weder sie noch die Praxis es für nötig gehalten haben, sich darum zu kümmern. Ich verstehe nicht, wie der Ehemann da so sachlich und geduldig am Telefon mit den Verantwortlichen reden konnte. Ich hätte schon längst einen Anwalt eingeschaltet, denn es kann nicht sein, dass man jemandem mit einem akuten Hilfebedarf eine Behandlung monatelang nicht ermöglicht. Eine Schlamperei ist das.

Jedenfalls darf jetzt der Schwiegervater wieder raus aus dem Heim. Am Sonntag ist er mit uns zu seiner noch nicht gekündigten Wohnung gekommen, wo wir übernachtet haben, um mit dem Ehemann darüber zu diskutieren, was entsorgt werden soll.

Der Schwiegervater hat sich zum Schluss mit einer Umarmung von mir verabschieden wollen, was mir unheimlich war. Ich bin nicht sicher, ob ich nicht während meiner kurzen Zeit in Berlin nicht schon angesteckt wurde. Es fing am Freitagabend an, als wir in die S-Bahn am Südkreuz eingestiegen sind, und eine Gruppe Italiener auf der anderen Seite vom Wagen nur am rum schreien war – ohne Maske. Als wir später unterwegs auf der Suche nach einem Restaurant waren, stand plötzlich eine alte Frau auf dem Bürgersteig vor uns uns hat munter links und rechts um sich grässlich gehustet – auch ohne Maske. Wie kann man heutzutage noch nichts von Hustenetikette gehört haben? Am nächsten Tag haben wir den Bürgersteig wechseln müssen, weil ein junger Mann auch dabei war, demonstrativ ohne Maske in der Gegend herum zu husten. Machen sich die Leute in Berlin einen Spaß daraus? Als ich noch dort gewohnt hatte, war ein solches ekliges Verhalten eher selten zu sehen.

Gestern war jemand aus einem Auktionshaus in der Wohnung vom Schwiegervater, um sich ausgewählte Objekte anzuschauen, die der Schwiegervater entsorgen will. Der Ehemann musste dabei sein, der Schwiegervater wollte oder konnte nicht, und da ich keine Lust hatte, am Sonntagabend alleine mit dem Zug nach Hause zu fahren, habe ich den ganzen Montag in der Wohnung vom Schwiegervater gearbeitet. Mobile Office macht’s möglich. Ich habe dem Ehemann gesagt, es ist so cool, wir könnten im Prinzip überall vereisen, tagsüber arbeiten und abends die Touristen spielen, aber er muss ins Büro.

Am Wochenende haben wir viel gegessen. In der Wohnung wurde schon alles Verderbliches entsorgt und wir haben Restaurants besucht, wenn wir nicht von Freunden eingeladen wurden. Bei unserem Lieblingsspanier konnten wir nicht reservieren. „Dauerhaft geschlossen“, sagt Google Maps. An der Tür hängt ein Schild: Geschlossen wegen Umbaumaßnahmen. Wir haben beim anderen Spanier am Savignyplatz gegessen. Die Atmosphäre war nicht so gemütlich, keiner der Mitarbeiter hat eine Gesichtsmaske getragen und selbst drin haben wir den ganzen Qualm der Raucher auf der Terrasse abgekriegt, weil die Türe weit offen waren. Das Essen war in Ordnung.

Zum Ausgleich mussten wir uns viel bewegen. Wir sind trotz der recht kühlen Temperatur spazieren gegangen. Ich hatte meine neue Tischtennisausrüstung mitgebracht und wir haben viele Platten in Parks gefunden. Der Ehemann hat genervt, weil er immer gewinnt. Jedenfalls konnten wir es so gerade schaffen, nicht mehr zu essen als unser Tagesbedarf.

Am Samstag bin ich beim Tischtennisspielen mit meinen doch recht glatten Snickers auf dem sandigen Steinboden ausgerutscht und habe mir an der linken Pobacke richtig weh getan. Für den Bruchteil einer Sekunde hatte ich den Fall gestoppt und ich dachte, alles gut. Kurz danach bin ich am Boden auf dem angespannten Muskel gelandet. Dafür, dass der Fall am Ende nicht so hoch war, war der Schmerz danach so stark, dass ich kaum noch laufen konnte. Trotzdem waren wir gestern viel unterwegs, weil sitzen auch schmerzhaft war, und ich habe diesmal barfuß Tischtennis gespielt. Erst heute geht es wieder halbwegs. Ich dachte, ich hätte einen riesigen blauen Fleck gekriegt. Nicht. Dafür ist die Pobacke angeschwollen und drückt auf den Ischiasnerv. Hoffentlich lässt es bald nach.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Mobile Office

Seit nun quasi vier Monaten arbeite ich von zu Hause aus. Ich liebe es. Von mir aus könnte es so bleiben.

Dadurch spare ich mir täglich zwei Stunden ÖPNV. Ich schlafe morgens länger. Ich dachte immer, ich wäre eine Frühaufsteherin, aber wenn der Stress vom ÖPNV fahren müssen weg fällt, mit Umsteigen und bloss nicht zu spät auf Arbeit ankommen, kann ich doch bis fast acht Uhr morgens schlafen.

Ich bewege mich dadurch auch weniger, und die Pfunde haben nicht gewartet, um meine Hüften wieder zu beschmücken[1]. Denen habe ich den Kampf angesagt. Ins Wohnzimmer ist im Mai ein Ergometer eingezogen, mit einer Sportmatte und kleinen Hanteln. Radeln vor dem Best Of von Tour de France, Giro d’Italia usw. im Fernseher nach der Arbeit macht Spaß. Ich muss nicht mehr vierzig Minuten zum Fitnessstudio, vierzig Minuten nach Hause zusätzlich mit ÖPNV fahren. Sowieso habe ich schon länger keine Lust mehr, zum Fitnessstudio zu gehen. Fitness First[2] fand ich in Zehlendorf Spitze. Hier in Laim wirkt es so heruntergekommen. Geräte bleiben Monate lang außer Betrieb, bevor sie repariert werden, sie stehen ungemütlich zu nah zu einander, die viel zu laute Musik schallt durch die geschlossenen Türe der Kursräume und bringt mein Oberkörper auf den nahestehenden Geräten zu vibrieren, was sich sehr unangenehm anfühlt, aus den Duschen kommt häufig nur eisiges Wasser raus… Ich kündige. Schade. Wäre ich in Berlin geblieben, wäre ich bestimmt immer noch begeisterte Mitgliederin.

Das Beste ist, ich kann endlich in Ruhe arbeiten. Keine Ute, die uns die Ohren mit ihren blöden Bemerkungen und Verschwörungstheorien voll labbert, kein Fergus, der ins Büro platzt und super laut redet… Nur Ruhe und Vogelgezwitscher aus dem Garten unten. Wobei, vor dem Urlaub hat mich eine Elster richtig erschreckt, als sie mit ihrem Schnabel gegen mein Fenster geklopft hat. So ein Geräusch erwartet man aus einem Dachgeschosszimmer nicht.

Was mich super nervt, ist unsere Internetverbindung. Es passiert ziemlich häufig, dass sie einfach so versagt. Manchmal zwei, dreimal am Tag. Da die Foren von Vodafone[2] voll von Beiträgen von geärgerten Kunden mit ähnlichen Problemen sind, die Techniker geschickt bekommen haben, die sie teilweise nicht mal zu Gesicht bekommen haben, aber dafür satte 90 Euros zahlen mussten, ohne dass eine Verbesserung eingetreten ist, habe ich es mit Beschwerden sein lassen. Mitten in einer Telekonferenz ist es mir schon dreimal passiert, dass die Verbindung weg bricht, und es war bis jetzt nur „Glück“, dass ich jedes Mal nur als Zuhörerin unter Kollegen anwesend war und keiner es gemerkt haben dürfte. Mit einem Kunden wäre es super doof. Woran es liegt ist nicht mir klar. Meistens reicht es, den Router im Wohnzimmer unten neu zu starten, und nach fünf Minuten kann man weiter arbeiten. Heute nicht. Ich habe den Router zweimal neu gestartet, vergeblich. Die Störungsseite von Vodafone hat mir erzählt, es gäbe einen Totalausfall in meinem Anschlussgebiet. Das Handy konnte ich als Hotspot benutzen, es hat mir trotzdem eine Dreiviertelstunde Arbeitszeit gekostet. Die ich also nachholen muss, weil ich echt was anderes zu tun habe, als mit der Internetverbindung zu kämpfen. Anderthalb Stunden später war dann Internet wieder da.

[1] Das liegt auch daran, dass wir uns vorgenommen haben, bei den Restaurants in der Umgebung essen zu bestellen, da sie wegen der Ausgangssperre sonst geschlossen waren. So als Unterstützung der lokalen Betrieben. Wir haben häufiger bestellt, als wir sonst ohne Pandemie ins Restaurant gegangen wären.

[2] Normalerweise würde ich hier schreiben, „Unbezahlte Werbung, da Namensnennung“. Das hier kann man aber kaum als Werbung ansehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Das zerstörte Auto

Wir waren mit dem Ehemann in einem Flugzeug nach Nizza. Der Flugzeug war gelandet, hatte eine Runde gedreht, aber nicht gehalten, und schon bereitete es sich für seinen nächsten Flug nach China vor, ohne dass Passagiere ausgestiegen wären.

Ich habe mich lauthals beschwert, dass wir hier aussteigen müssen. Meine Sitznachbarin, die wie meine Schwester aussah, meinte, ich sollte schnell zur Pilotenkabine gehen und Bescheid sagen. Man müsste nur an die Tür einen bestimmten Code klopfen, »Toc — Toc Toc«, und dann würde man herein gelassen. Als sie dies sagte, ging die Tür zur Pilotenkabine tatsächlich auf. Allerdings nicht vorne, sondern links, wo eine Wendeltreppe zu sehen war[1]. Ich ergriff die Gelegenheit und ging sofort rauf zu den Piloten. Von oben aus konnte ich sehen, dass wir schon das Gelände vom Flughafen[2] verlassen hatten und auf der Straße rollten. Der Himmel war bedeckt. Als ich den Piloten erklärte, dass wir nur bis Nizza fliegen wollten, sagte einer, dass er dann unser Gepäck in fünfzig Minuten raus lassen würde. Ich wurde aus dem Flugzeug heraus gelassen, während der Ehemann noch drin saß. Ich schrieb ihm eine Nachricht, dass er in fünfzig Minuten aussteigen sollte. Er hatte sowieso sein Fahrrad am Flughafen angeschlossen und würde damit weiter fahren.

Ich war in einer großen Einkaufshalle und suchte den Weg zum Flughafen. So viel Zeit hatte ich nicht, um mein Gepäck abzuholen. Hoffentlich würde ich den Ehemann wieder finden. Hoch an einer Wand eines langen Flures sah ich einen Wegweiser zum Flughafen. Ich lief und erreichte eine unübersichtliche Halle, wo von hinter mir Leute aus einer riesigen Rolltreppe herunter kamen. »Wie komme ich zum Gepäck?«, habe ich verzweifelt gerufen. Eine Frau rechts von mir sagte, vorne links durch die große Tür. Die einzige Tür vorne links führte zu einem Außenbereich mit dichter grüner Vegetation, mit einem kaum erkennbaren Weg entlang eines Zaunes[3].

Auf einem heruntergekommenen Parkplatz fand ich den Ehemann in unserem Auto. Er saß am Fahrersessel und wirkte schockiert. Mir schossen viele Fragen durch den Kopf, wie »Was machst du hier?«, »Wie konntest du schon das Flugzeug verlassen, wenn die fünfzig Minuten noch nicht durch sind?«, »Was ist mit deinem Fahrrad?«, »Wie ist unser Auto hierher gekommen?«, bis ich sein Fenster sah. Es wurde eingeschlagen. Am Boden unter meinen Schuhen lagen tausende Glassplitter.
»Was ist passiert?«, fragte ich schließlich den Ehemann.
»Drei Männer und eine Frau…«, fing er an, ohne weiter zu reden.
»Haben sie das Auto aufgebrochen?«, fragte ich.
»Nein, sie hatten darum gebeten, herein zu dürfen.«
»Wir müssen eine Anzeige erstatten, wie sahen sie aus?«
»Ganz normal, wie du und ich. Du hast auch nicht gesehen, was die Frau gemacht hat.« Er zeigte mit dem Daumen zur hinteren Sitzbank. Auf dem Leder war Flüßigkeit zu sehen, überall verteilt, ein Pappbecher lag drauf und ein Kaugummi klebte an der hinteren Scheibe rechts.
»Wir müssen eine Anzeige erstatten«, wiederholte ich.
»Och, es lohnt sich doch nicht«, sagte der Ehemann.
»Verdammt noch mal, es geht hier um Respekt!«, schrie ich ihn aufgewühlt an[4].

Wir sind auf dem Tarmac zur Gepäckabgabe gelaufen. Draußen. Dort waren die Laufbänder fürs Gepäck zu sehen, mit elektronischer Beschilderung, aber es war nicht zu erkennen, aus welchem Flugzeug wir ausgestiegen waren. Es befand sich auch gerade kein Gepäck auf den Laufbändern, und wir waren die einzigen Passagiere da.

Es ist kurz nach drei Uhr morgens als ich aufwache. Mein Kopf pocht immer noch rechts am Schädel. Ich habe mich gestern auf der Bergwanderung richtig überanstrengt. (Der Beitrag kommt demnächst.)

[1] Wie in einem Berliner Doppeldeckerbus.

[2] Der Flughafen sah ganz anders als der Flughafen in Nizza aus.

[3] Eine ähnliche Situation wie während der Fortsetzung unserer Isar-Wanderung letzter Woche.

[4] Das ist so typisch für den Ehemann. Zuletzt letztes Jahr, während ich auf Dienstreise war, ist er von einem Reisebus zum Bürgersteig geschleudert worden, als er mit dem Fahrrad nach Hause fuhr und vom Bus überholt wurde. Er hat den Busfahrer aufholen können, ihn zur Rede gestellt, aber der Busfahrer hat ihn geschimpft und ihm den mittleren Finger gestreckt, als der Ehemann ihn fotografiert hat, weil er sich weigerte, sich auszuweisen. Als es nach den ersten Verhandlungen hieß, es gäbe mangels Zeugen als Last gegen den Fahrer nur die Beleidigung, und der Fahrer hätte sich „entschuldigt“, hat der Ehemann die Anzeige zurück gezogen. Seine Begründung: Der Busfahrer wäre jetzt bestimmt bestraft genug, überhaupt einen Prozess durchgemacht zu haben, würde sicherlich nicht viel verdienen und hätte bestimmt sein Job verloren, oder wenigstens Ärger im Job bekommen. Alles Vermutungen. Diese Meinung vom Ehemann vertrete ich überhaupt nicht, und ich hätte den Busfahrer blechen lassen, weil es verdammt noch mal um Respekt geht. Und um verantwortungsvolles Fahrverhalten, ohne das Leben von schwächeren Verkehrsteilnehmern zu gefährden. Wenn die Leute im erwachsenen Alter noch erzogen werden müssen, dann klappt es nur, wenn es dem Geldbeutel weh tut, weil Arschloch Arschloch bleibt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.