Rote Linsensuppe

Die Suppe ist heute aus der Not komponiert worden, und ist gleich als neue Lieblingssuppe gekürt worden. Ich bin gestern Abend zu spät mit dem Zug nach Hause gekommen, um noch frisches Gemüse einkaufen zu können. Aus der Menge haben wir zu zweit den Topf leer gegessen. Das war auch alles, was wir am Abend hatten, außer noch ein Stück Brot. Sollte die Suppe als Vorspeise gemacht werden, kann man daraus gut sechs Portionen machen.

Die Zutaten (für sechs Portionen)

  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 1 halbe Zwiebel
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 kleinen Kartoffeln
  • 200 g rote Linsen (trocken)
  • 250 g Skyr (weil es im Kühlschrank keine Sahne gab)
  • 300 mL Gemüsefond
  • 1 Teelöffel Chilipulver
  • Sumach
  • Salz

Die Zubereitung

  • Die roten Linsen gut abwaschen und vier Stunden in doppelt so viel kaltem Wasser einweichen.
  • Die halbe Zwiebel grob schneiden.
  • In einem Topf, das Olivenöl erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten.
  • Die Kartoffeln schälen und klein schneiden, damit sie schneller kochen.
  • Die Kartoffelstücke und die Linsen in den Topf geben.
  • Gemüsefond dazu geben und mit Wasser auffüllen, damit alles gut bedeckt ist.
  • Kurz aufkochen lassen und bei kleiner Hitze gedeckt zwanzig Minuten köcheln lassen.
  • Aus der Hitzequelle entfernen, Skyr und Chilipulver rein mischen und mit einem Pürierstab prozessieren.
  • Zitronensaft untermischen.
  • Mit Salz abschmecken.
  • Beim Servieren mit Sumach bestreuen.

Mit Korianderblättern wäre es perfekt. Wir hatten leider keinen Koriander mehr.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 204,7 1228
Eiweiß (g) 14 84,4
Kohlenhydrate (g) 24,4 146,4
davon Zucker (g) 3,3 19,7
Fett (g) 4,6 27,6
Ballaststoffe (g) 3,2 18,9


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ab nach Frankfurt

Wie mittlerweile jedes Jahr.

Der Ehemann ist schon gestern abgereist. Nach Berlin. Sein Vater traut sich nicht mehr, eine lange Reise mit Gepäck alleine zu unternehmen. Ihm geht’s mit dem Alter nicht mehr so gut. Der Ehemann holt ihn also ab. Die Beiden fahren mit der Bahn zusammen nach Frankfurt.

Ich habe mich heute recht früh auf den Weg zum Münchner Hauptbahnhof gemacht. Mein ursprünglicher Plan war, die Zeit in der DB-Lounge zu verbringen, bis der Zug los fährt. Ich habe viel Wartezeit eingeplant, weil man nie weiß, was mit der S-Bahn alles schief gehen kann. Wie Ute mir erzählte, selbst mit einer Stunde Puffer ist es hier möglich, seinen Anschluß zu verpassen. Es ist ihr mal auf dem Weg in den Urlaub passiert. Die S-Bahn blieb einfach so zwischen zwei Bahnhöfen stehen und nichts mehr ging.

Am Eingang der Lounge bin ich darüber informiert worden, dass ich mit meiner Sparpreisfahrkarte für die erste Klasse nicht mehr rein darf. Dass es bei Supersparpreis der Fall ist, wusste ich schon. Diese weitere Einschränkung ist mir neu. „Es ist aber schon seit September bekannt“, sagt mir die Frau, immerhin freundlich, als sie mir den Zettel mit den geänderten Nutzungsbedingungen der Lounge reicht. Drin steht, seit dem 15. Dezember ist es so. „Es steht ganz dick draußen“, fügt sie hinzu. Bei meinem letzten Besuch Anfang November war es mir nicht aufgefallen. Dem Ehemann auch nicht. Weil ich ihn nach dem Verlassen der Lounge informiert habe, und er genau so überrascht reagiert hat. Daran merkt man, Plakate sind als Informationsmaterial längst nicht mehr effektiv. Es gibt viel zu viel Werbung überall, man nimmt nichts mehr wahr.

Die Frau wollte mich aus Kulanz trotzdem in die Lounge rein lassen, aber ich konnte von oben sehen, dass mein Zug schon am Gleis stand, und bin dahin gelatscht. Und gelatscht. Und gelatscht. Die Fahrkarte hatte mir der Ehemann schon vor einigen Wochen besorgt. Drauf stand meine Reservierung. Wagen 28. Ich schaue auf dem Plan am Bahnsteig: Abschnitt G oder H. Ganz weit vorne. Ich habe Zeit und laufe hin. Es sind zwei Zugteile. Ganz vorne trägt der Zugteil meine ICE Nummer. So weit so gut. Ich laufe bis zum allerersten Wagen und finde den Wagen 28 nicht. Die einzigen Wagen der ersten Klasse sind 38 und 39. Menno. Ich prüfe meine Fahrkarte: Immer noch Wagen 28. Ich laufe zurück, aber der zweite Zugteil trägt eine ganz andere Nummer. Ich laufe wieder nach vorne und entdecke einen getarnten DB-Mitarbeiter. Unter seiner Jacke habe ich das DB-Logo gesehen. Ich frage ihn, und er zeigt mir den Weg ganz vorne, wo ich ursprünglich war. „Aber dort stand 38“, sage ich ihm. Ich laufe trotzdem zurück und sehe, die Nummer wurden geändert. Jetzt ist mein Wagen da. Nach fünf Minuten Wartezeit werden die Türe entriegelt, und ich steige ein, eine Viertelstunde vor Abfahrzeit. Gemütlich.

Wir erreichen Frankfurt pünktlich und ohne Unannehmlichkeit.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die Sache mit den Briefmarken

Briefmarken habe ich zu Hause nie, wenn ich sie brauche.

Der Ehemann hatte sich vor einigen Jahren welche als Vorrat besorgt, als wir noch in Berlin lebten. Das Problem ist nur, dass der Preis einer Sendung sich regelmäßig erhöht. Nach einer Weile sind die Vorräte nutzlos. Letztens hat der Ehemann für einen Brief zwei seiner alten Briefmarken auf seinem Briefumschlag geklebt, obwohl es zu viel war, weil er sich sonst eine Marke für den Preisunterschied hätte besorgen sollen. Dazu hatte er weder Zeit noch Lust.

Heute habe ich wieder eine Briefmarke gebraucht und bei uns im Dorf[1] ist es nicht einfach, welche zu ergattern. Die Post steht im Edeka am Bahnhof. Eine Viertelstunde zu Fuß von zu Hause aus, oder fünf Minuten mit der Bahn, die aber nur drei mal die Stunde fährt. Es lohnt sich nicht, dafür zu warten. Eine Startpage-Suche hat mir verraten, dass es sonst noch zwei Postfilialen im Dorf gibt. Eine war schon geschlossen, als ich raus gegangen bin. Die andere ist ein Lotto-Zeitschriftenladen am Marktplatz.

Ich laufe also zum Lottoladen, da der Weg mich zum Haus vom Kater führt. Heute sehe ich ihn nicht. Im Laden stehe ich erstmal kurz Schlange, bevor ich fragen kann, ob man hier Briefe abgeben kann. Ich frage, weil, obwohl es laut Internet hieß, hier wäre eine Postfiliale, sehe ich nirgendwo das Zeichen der Deutschen Post. Und nein, sagt der Mann hinter der Theke, hier kann man keine Briefe abgeben. Auch keine Briefmarke kaufen.

Ich bin nicht wenig erstaunt, weil ich dachte, man würde doch in jedem Kiosk oder Zeitschriftenladen Briefmarken kaufen können. Oder doch nicht? In Frankreich war es wenigstens so. Ich rufe kurz den Ehemann an, der heute früh nach Berlin mit seinen restlichen Briefmarken im Portemonnaie verreist ist, und frage ihn, wo ich seiner Meinung nach außer bei der Post Briefmarken kaufen könnte. Er sagt, beim großen Zeitungenladen, wo ich eben war.

Ich laufe zurück nach Hause, und gehe diesmal am Edeka vorbei. Schon am Eingang sehe ich die Schlange am Schalter der Post, die sich zwischen den Lebensmittelregalen streckt. Jede Menge Leute mit Päckchen unter dem Arm. Da stelle ich mich nicht für eine Briefmarke an. Ich gehe schnell gucken, ob es wenigstens einen Briefmarkenautomaten gibt. Nein, nicht mal.

Ich laufe zurück zu meinem Viertel und schaue beim Schreibwarenladen hinter unserem Bahnhof. Auf Nachfrage sagt die Dame, sie hätte keine Briefmarke. Oder nur, wenn man eine Postkarte bei ihr kauft. Ha! Man kann wohl Briefmarken außerhalb der Deutschen Post bekommen, aber dafür wird man erpresst, etwas anderes zu kaufen. Ich gehe ohne Postkarte und ohne Briefmarke zurück nach Hause.

Ich erinnere mich, mal den Tipp bekommen zu haben, eine Briefmarke übers Handy zu kaufen. Stimmt. Als wir in Lindau waren, wollte der Ehemann eine Bewerbung abschicken[2]. Wir waren an vielen Orten gegangen und hatten keine Briefmarke kaufen können. Am Ende hatte ich ihm von der Handybriefmarke erzählt, und er hatte seine Unterlagen schicken können.

Als ich heute wieder zu Hause war, habe ich also die Webseite der Deutschen Post besucht. Und ich habe entdeckt, dass man sogar Briefmarken zum Ausdrucken kaufen kann. Gut, dafür musste ich den Rechner vom Ehemann hoch fahren, weil der Drucker an seinem Rechner hängt. Und nach dem Briefmarkenkauf musste ich heraus finden, warum der Drucker zwar angeschaltet war, aber der Rechner behauptete, der Drucker sei offline. Der Kabel vom Rechner zum Drucker läuft unter der Couch, und es sind drei verschiedenen kurzen Kabel, die ineinander gesteckt sind. Eine der Verbindungen war nicht ganz fest.

Briefmarke ausgedruckt, ausgeschnitten, auf dem Briefumschlag geklebt, schnell über die Straße zum Briefkasten, fertig. Das hätte ich von vornherein machen können. Wenigstens habe ich durch meine Suche eine Stunde spaziert. Bewegung kommt momentan viel zu kurz.

[1] Eher eine Stadt, von der Bewohneranzahl her, aber es fühlt sich echt wie ein Dorf an.

[2] Ich hatte mich gefragt, warum er sie nicht vorher schicken konnte. Bevor wir abgefahren sind.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.