Im Wald

Ich war mit unbestimmten Leuten im Wald unterwegs. Wir fuhren auf einem Kiesweg mit dem Auto. Ich saß entgegen der Fahrtrichtung und las. Es fühlte sich angenehm an und der Weg war so breit, dass ich nicht fürchten musste, wegen der vielen Kurven in einen Unfall zu geraten.

Wir sind mitten im Wald ausgestiegen. Zwischen den Bäumenästen war die Sonne zu sehen. Sie hing tief, bald würde der Sonnenuntergang statt finden. Der Himmel hatte eine goldene Farbe angenommen, und ein Regenbogen durchquerte ihn.

Es sah so schön aus, dass ich den Ehemann fragte, ob er seine Kamera dabei hätte, um ein Foto zu machen. Hatte er nicht. Ich habe mein Handy geholt und versucht, selber zu fotografieren. Es gelang mir nicht auf Anhieb.

Als ich endlich ein Foto machen konnte, fiel mir auf, dass die Umgebung doch recht hässlich war. Das Bild war viel weiter ausgezoomt als beabsichtigt. Vom Regenbogen war kaum noch was zu sehen. Vorne oben rechts war eine Ampel, die über die Straße hing und mit Alu-Folien gewickelt war. Bauarbeiter liefen quer durch das Bild. Denn plötzlich war ich nicht mehr im Wald, sondern mitten in einer großen Kreuzung, in einer Art Gewerbegebiet. Links von mir wurde ein Gebäude noch errichtet. Es war von einem Baugerüst mit grünem Stoff umgeben.

Auf einmal befand ich mich in dem fertigen Gebäude. Drin war ein billiger Schuh-Klamotten-Laden, von der Sorte, die ich eigentlich nie betreten würde. Ich stand vor einem Regal mit leichten Schuhen aus Jeans-Stoff und versuchte, den Ehemann telefonisch zu erreichen. Zwischendurch hörte man, wie eine Frau über eine Durchsage Passagiere für einen billigen Gruppenurlaub dazu aufforderte, sich an einem bestimmten Ort zu sammeln.

Die Sonne konnte ich nur noch durch einen verdreckten Glasdach sehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Übung macht die Meisterin

Mein erster Versuch mit dem Dutch baby war nicht so gut gelungen. Der Rand war beim Backen nicht so hoch gekommen, der Boden wurde zu dick. Ich hatte gedacht, es läge daran, dass ich keine feuerfeste Pfanne habe. Dafür habe ich diese zwei kleinen Pyrex-Backformen, 14 Zentimeter Durchmesser, die abrupte Temperaturunterschiede nicht leiden können[1]. Ich hatte sie eingebuttert, mit Teig gefüllt und in den heißen Backofen rein geschoben, anstatt den Teig in heißen Formen zu gießen. Ich war vom Ergebnis enttäuscht, der Ehemann fand es gut.

Vermutlich war das Problem nur, dass es zu viel Teig gab. Nach dem heutigen tollen Tag am und im Starnberger See sind wir, noch vor Anbruch des Gewitters, zurück nach Hause gefahren. Ich hatte gestern am Markt impulsiv Aprikosen und Kirschen gekauft und dachte, es wäre ein guter Tag, um einen neuen Versuch zu wagen. Diesmal habe ich die Menge nicht halbiert sondern gedrittelt. Ein Ei, 50 mL Mehl, 66 mL Milch und ein Teelöffel Puderzucker dazu. Auf Salz habe ich verzichtet. Ich habe eh nur Salzbutter zu Hause, damit habe ich die Formen eingefettet.

Nach zwanzig Minuten bei 190°C Umluft habe ich voller Begeisterung gemerkt, dass diesmal die Eierkuchen richtig hohe Ränder gebildet haben. Kurz abkühlen gelassen, mit Obst und selbst geschlagener Sahne gefüllt, drei Kirschen als Deko drauf, fertig! Ich habe den Ehemann glücklich gemacht. Das letzte Bild rechts sieht so dunkel aus, weil inzwischen das Gewitter in Gilching angekommen war.

[1] Ich weiß noch, wie mein Vater einmal Lammbraten gemacht hatte. Das war, nachdem meine Mutter sich von ihm getrennt hatte. Zum Lammbraten gehören bei uns traditionell Flageolets. Die wollte mein Vater aber nicht separat kochen, sondern zum Braten zwischendurch geben. Er hatte die große, heiße Pyrex-Form aus dem Backofen geholt und die kalten Flageolets sofort rein geschmissen. „Klirr!“, hatte die Pyrex-Form gemacht. Und Tschüß, Abendessen!


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ute

Mit Ute teile ich mir ein Büro, seitdem ich in der Firma arbeite. Mein erster Eindruck von ihr hat sich mit der Zeit nur bestätigt. Ich bin froh, dass wir im Büro mit Tim zu dritt sitzen. Mit Ute alleine wäre es unerträglich.

Ute kommt aus Berlin. Das hat sie mir mehrmals stolz erzählt, in meiner Anfangszeit, als ich so häufig gependelt war. Dafür sind ihre Ortskenntnisse von Berlin beeindruckend gering. Von Tempelhof, Südkreuz, Schöneberg, Friedenau, Steglitz, Dahlem, Zehlendorf hat sie noch nie was gehört. Charlottenburg, wenigstens? Kennt sie auch nicht. Sie glaubt, ich würde Namen erfinden. Langsam kriege ich den Verdacht, sie kommt in Wirklichkeit aus diesem Berlin, und keiner in ihrer Familie hat’s übers Herz gebracht, sie aufzuklären.

Ute redet viel und laut. Dabei ist das, was sie erzählt, meistens belanglos. Nicht nur, dass sie uns ständig fragt, welchen Tag wir denn heute hätten, oder uns nach zwei Stunden des Zusammensitzens plötzlich fragt, ob X oder Y noch im Hause wäre (wir können weder durch Wände sehen, noch melden sich die Kollegen bei uns ab, wenn sie Feierabend machen). Sie wiederholt gerne immer wieder dasselbe, entweder bis alle ihr zustimmen oder, wie im Büro häufig der Fall ist, bis keiner widerspricht, was nicht lange dauert, weil Tim und ich vertieft in unserer Arbeit stecken und ihr nur mit einem halben Ohr zuhören. Wenn sie bei uns keine Zustimmung bekommt, geht sie von Büro zu Büro und man hört, wie sie mit den anderen Kollegen genau die gleiche Diskussion führt, oder eher das gleiche Monolog.

Ihr zustimmen kann man leider selten tun, denn, obwohl sie als Wissenschaftlerin ausgebildet wurde, verhält sie sich in ihrer Denkweise gar nicht so. Wissenschaft ist objektiv, sie kann nur subjektiv argumentieren. Anstatt eine Erklärung zu suchen, warum ein Experiment einmal ausnahmsweise nicht wie erwartet gelaufen ist, wirft sie lieber Fachwissen über Bord und baut sich esoterische Theorien. Man kann sich mit ihr schlecht als Wissenschaftler unterhalten. Ich habe mich häufig gefragt, warum sie überhaupt eingestellt wurde. Sie soll in einem Bereich sehr gute Kenntnisse haben. Ein Bereich, in dem man nach Schema F ohne viel Nachdenken arbeiten kann. Für den Rest ist sie eine Katastrophe. Einfache Entscheidungen kann sie nicht treffen, ohne vorher alle Kollegen nach ihrer Meinung gefragt zu haben. Sicherlich musste es damals bessere Kandidaten gegeben haben[1].

Ute versteht vieles nicht. Auch das ist etwas, was sie selber gerne von sich selbst sagte, am Anfang. Sie stellte mir viel zu viele private Fragen, und wenn die Antworten ihrer eigenen Vorstellungen nicht entsprachen, war ihre Lieblingsreaktion „Das verstehe ich nicht“, neben „das ist ja abartig“. Selbst für die banalsten und unwichtigsten Sachen. Es wirkte so übertrieben, dass ich mich gefragt habe, was bei ihr nicht stimmt. Ich glaube, sie hat versucht, mich in ihrer eigenen Vorstellung herunter zu spielen, weil sie mich als Bedrohung wahrgenommen hat. Ich habe ja in meinem früheren Job Programme geschrieben, die ihre Arbeit zum großen Teil automatisieren. Sie macht sich Sorgen, dass sie irgendwann als überflüssig in der Firma angesehen wird. Ihr muss bewusst sein, dass sie außerhalb ihres Faches nichts anbieten kann.

Tim und ich programmieren viel, neben unserer wissenschaftlichen Tätigkeit. Tim ist eher der Shellprogrammierer und hat als Netzwerkadministrator fungiert, was gar nicht seiner Fachrichtung entspricht, bis wir endlich vor vier Monaten einen dedizierten IT-Mitarbeiter bekommen haben. In den anderthalb Jahren, in denen er diese Tätigkeit ausgeübt hat, ist es an Ute scheinbar vorbei gegangen. Sie war vor kurzem ernsthaft überrascht zu hören, dass Tim überhaupt programmiert. Obwohl die Beiden ein halbes Jahr im gleichen Büro gesessen haben, bevor ich dazu gekommen bin, und er so viele Skripte für unsere tägliche Arbeit geschrieben hat. Für meinen Teil kümmere ich mich um die Instandhaltung und Weiterentwicklung der Firmendatenbank.

Dafür braucht man Ruhe. Tim und ich haben uns Kopfhörer zugelegt, um Ute heraus zu filtern. Meine Kopfhörer reduzieren Geräusche. In Wahrheit kann man Ute nicht komplett ausschalten, aber ich tue als ob, und hinter meinen vier Bildschirmen kann ich sie gut ignorieren. Es hat geholfen. Sie stört uns weniger für Lappalien, da sie zu häufig ins Leere geredet hat. Sie muss auffällig winken, wenn sie unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken will, und das macht sie doch nur, wenn sie wirklich etwas braucht[2].

Auf Arbeit haben wir eine Kernarbeitszeit, obwohl wir kein Zeiterfassungssystem benutzen. Zwischen halb zehn und halb vier haben alle anwesend zu sein. Das gilt für alle, außer für Ute. Als ich in der Firma angefangen habe, kam sie morgens nie vor elf an. Aus elf wurden halb zwölf, dann zwölf, und schleichend hat sich der Beginn ihres Arbeitstages immer später verschoben. Am Anfang des Jahres wurde es mal gerne ein oder zwei Uhr nachmittags. Ich habe mich nicht darüber beschwert. Ich komme früh morgens an, gegen acht, und genieße die Ruhe vor dem Sturm. Genau wie Tim. Es ist viel besser, wenn wir sie nur einen halben Tag aushalten müssen. Sie muss doch von der Leitung eins auf den Deckel bekommen haben, weil sie seit letzter Woche plötzlich wieder früher kommt. Also, gegen zwölf.

Das Unverschämte an ihr ist dabei ihre Behauptung, sie würde so gerne spät kommen und spät bleiben, weil sie abends ihre Ruhe hätte und keiner sie stören würde. Ob ihr auch entkommen ist, dass Tim und ich wegen ihr ausschließlich mit Kopfhörern arbeiten, weil sie selber die Ursache für die Unruhe ist? Dabei hatte sie schon das Büro wechseln müssen, als Tim eingestellt wurde, weil sie sich wegen den Kollegen auf ihre Arbeit nicht konzentrieren konnte, sie hätten zu sehr geredet. Wenn ich jetzt ans Zimmer ihrer ehemaligen Bürokollegen vorbei laufe, beneide ich sie um ihre Ruhe, die drin herrscht. Ute beschwert sich ständig, wenn Leute sich im Flur oder in ihren Zimmern unterhalten, es würde sie zu sehr ablenken. Sie ist einfach nicht der Lage, ihre Umgebung auszuschalten und sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Es klingt alles sehr wie ADHS, und ich versuche deswegen, mich mit ihr geduldig zu verhalten, auch wenn sie mir gewaltig auf den Keks geht.

Dadurch, dass Ute als Einzige so spät auf Arbeit kommt, erwartet sie, dass wir unmittelbar vor Feierabend Sachen für sie erledigen. Sie schafft es immer, kurz vor fünf einen „dringenden“ Bericht für einen Kunden fertig zu schreiben und fragt uns, ob wir ihn korrigieren können, damit sie ihn „heute noch“ schicken kann. Das machen wir nicht. Der Chef hat ihr mehrmals gesagt, sie kann von uns nicht erwarten, dass wir für sie Überstunden leisten, wenn sie selber so spät ankommt. Das hat ihr Tim wiederholt, der übrigens recht schnell Vertreter von unserem Teamleiter geworden ist und nun über sie entscheidet[3].

In letzter Zeit passiert es trotzdem häufiger, dass sie von uns abends etwas verlangt. Letzte Woche war Tim im Urlaub und ich war nicht erfreut, als ich abends auf der Couch neben dem Ehemann saß und auf dem Handy eine WhatsApp-Nachricht von ihr bekam[4], zwecks Bericht korrigieren. Es war 18:42 und ich habe beschlossen, diese Nachricht zu ignorieren. Am nächsten Tag fragte sie mich, ob ich den Bericht lesen könnte, ohne etwas von ihrer Nachricht zu erwähnen. Als ich gestern früh aufwachte und einen Blick auf Handy warf, wurde ich recht sauer, eine weitere Nachricht von ihr am Abend um 23:00 bekommen zu haben. Wofür hält sie sich, Arbeitskollegen an einem Feiertag so spät abends zu belästigen? Immerhin gut, das ich es erst am Morgen gesehen habe, sonst hätte ich vor lauter Empörung nicht schlafen können. Den Bericht hat Tim gestern selber korrigiert, nachdem ich ihm von dem Vorfall erzählt habe. Als ich Ute später bei ihrer Ankunft mitteilte, sie sollte bitte für die Arbeitsanfragen meine dienstliche Email-Adresse statt meine private Handynummer benutzen, hat sie noch die Frechheit besessen, darauf beleidigt zu reagieren. Hoffentlich stellt sie wenigstens ihr Verhalten ein. Ich kann für viele Sachen Verständnis aufbringen, aber bei Belästigungsversuchen hört’s auf.

[1] Sie war eigentlich Studentin bei Geert, vor zwanzig Jahren, das merkt man ihr gar nicht an. Ich glaube, ich habe selber mehr von Geert in unseren wenigen Treffen gelernt, als sie von ihm. Als ich ihn letzten Monat getroffen habe, habe ich erwähnt, dass sie bei uns im Büro sitzt. Er war überrascht und meinte nur, „Ach, da ist sie also gelandet.“ Es klang nicht, als ob er sie vermisst hätte. Das wundert mich nicht.

[2] Zum Beispiel wenn sie Schwierigkeiten mit unserer Projektmanagementsoftware hat. Sie kann sich nie merken, wie was zu tun ist. Es gibt Sachen, die wir ihr gefühlt tausend Male erklärt haben, er dringt einfach nicht in ihren Schädel rein. Der Hammer war in meiner ersten Arbeitswoche, als sie mich gefragt hatte, wie ein Programm, das mein Chef entwickelt hat, in einem bestimmten Fall zu bedienen wäre. Sie sollte doch die sein, die mich einarbeitet, schließlich ist sie seit zehn Jahren in dem Laden! Ohne Tim wäre mein Anfang sehr schwierig gewesen.

[3] Das hatte sie damals schwer verdaut und war stinksauer, dass ein Jüngling ihr vorgezogen wurde, aber sie wäre selber dafür nie in Frage gekommen.

[4] Ich hatte letztes Jahr die Ehre, unseren Betriebsausflug zu organisieren. Dadurch haben alle Kollegen im Team meine Handynummer bekommen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Sonntagsmenü

Der Ehemann ist übers Wochenende unterwegs. Bekannte aus seiner Familie feiern, und er wollte unbedingt hin. Schon wieder nach Berlin. Mir wurde es zu viel. Ich hab’s für seine beste Kumpels mitgemacht, wir waren im Mai zweimal dort, dann zuletzt zum Geburtstag vom Schwiegervater vor vier Wochen, aber diesmal wollte ich nicht mit. Was sich gut trifft, da mich mal wieder die Unannehmlichkeiten des Weibseins mit voller Wucht treffen. Da bleibe ich lieber zu Hause.

Dafür gibt’s ein leckeres Abendessen, wenn er heute Abend zurück kommt:

  • Tomatenessenz, mit gelber Tomate. Die pürierten Roma-Tomaten vom Markt tropfen schon seit gestern Abend im Mulltuch vor sich hin. Ich frage mich, was ich aus dem Rest der Tomaten machen kann. Weg schmeißen wäre doch Verschwendung. Vielleicht als Bodenbelag für eine Pizza? Zur Tomatenessenz gibt es eine in Würfeln geschnittene große gelbe Tomate, deren Name ich mir nicht merken konnte. Die Verkäuferin am Stand hat mir gestern einige Exemplare von alten Tomatensorten vorgestellt, die sie selber anbauen.
  • Mehlierte Butterfly-Sardinen. Der Ehemann liebt Sardinen. Die haben wir beim Fisch-Händler letzte Woche bestellt.
  • Dazu im Backofen gegrillte gelbe Paprika.
  • Auf der Tafel unerwähnt, ein fantastisch leckeres Finnenbrot von der neuen Bäckerei bei der Arbeit.
  • Zitronencreme.

Wobei, auf den Sancerre verzichten wir vielleicht besser, nachdem der Ehemann mir heute Nacht um 02:15 diese letzte kryptische Nachricht geschickt hat: „mo4g4,,,,,“. Was auch immer er damit ausdrucken wollte. Der Junge ist ohne mich so unvernünftig… Hoffentlich kommt er heil nach Hause. Wenigstens fährt er nicht selber.


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Heidelbeeren-Himbeeren-Muffins

Vom Marktbesuch am letzten Wochenende in Starnberg waren eine halbe Schachtel Heidelbeeren und eine Handvoll tiefgefrorene Himbeeren übrig geblieben. Wie wär’s in Muffins? Das Ergebnis ist so sensationell geworden, ich kann das Rezept nicht für mich behalten. Und die Hände riechen nach dem Verspeisen unglaublich gut.

Hoffentlich sind noch Muffins da, wenn der Ehemann morgen zurück kommt. Ach, nee, blöder Scherz, so viele Muffins kann ich nun auch nicht essen.

Die Zutaten (für 12 Muffins)

  • 220 g Dinkelmehl, was ich gerade noch an Mehl in der Küche hatte… Nein, stimmt nicht ganz. Ich habe zuerst die letzten 20 g Buchweizenmehl verbraucht und dazu 200 g Dinkelmehl gekippt.
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 150 g brauner Zucker (es ist mir doch ein Tick zu süß, 120 g hätten auch gereicht)
  • 120 g Butter (Salzbutter)
  • 300 g Joghurt (ich habe zwei fettfreie Joghurtbecher vom Penny benutzt)
  • 1 Ei
  • 125 g Heidelbeeren
  • 1 Handvoll Himbeeren

Die zubereitung

  • Die Beeren waschen und austrocknen. Meine Himbeeren waren vom letzten Wochenende schon gewaschen und tiefgefroren, ich habe sie in zwei oder drei Stücke per Hand gebrochen, damit sie sich besser in dem Teig verteilen.
  • Den Backofen auf 180 °C vorheizen.
  • Mehl und Backpulver in einer großen Schüssel mischen.
  • Die Butter weich machen.
  • In einer anderen Schüssel, Zucker, Ei und Butter schaumig zusammen rühren, dann das Joghurt unterrühren. Falls es dabei den Anschein gibt, dass es ausflockt: Es kann sein, dass die Butter durch die zu kalte Joghurte wieder in feine Stücke erstarrt, es ist nicht der Joghurt, der sich zersetzt.
  • Die Butter-Zucker-Ei-Joghurt-Mischung zum Mehl geben und gut rühren.
  • Die Beeren unter den Teig mischen.
  • Den Teig in die Muffinformen verteilen.
  • Bei 180 °C etwa fünfundzwanzig Minuten backen lassen.

Nährwertangaben

pro Muffin fürs Rezept
Energie (kcal) 213 2556
Eiweiß (g) 3,9 46,7
Kohlenhydrate (g) 28 336
davon Zucker (g) 14,8 177,4
Fett (g) 9,3 111,8
Ballaststoffe (g) 1,5 18,3


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Fremd übernachtet

Heute war wieder eine kurze Nacht. Und daran bin ich schuld. Ich habe mich gestern ans Dutch Baby als Nachtisch gewagt, mit frischem Obst und Schlagsahne. Die Mengenangaben war natürlich für eine Familie gedacht… Ja, daher gab’s vorsichtshalber zum Abendessen nur einen grünen Salat. Das ungewöhnlich viel Zucker am Abend hat sein Unheil angerichtet. Um halb zwölf waren wir im Bett, ich war nicht müde. Um zwölf hat der Ehemann das Licht ausgeschaltet. Mein Puls war immer noch viel zu hoch, um einschlafen zu können. Bis mindestens drei Uhr morgens habe ich wach gelegen und einem kleinen Vogel gelauscht, der in regelmäßigen Abständen kurz gepiept hat. Die Fenster waren gekippt.

Ich bin auf Arbeit angekommen. Ich habe den Aufzug genommen, um zu meinem Büro zu kommen. Ich habe mich aber vertippt und bin ganz unten gelandet. Was soll’s, dann fahre ich wieder hoch. Irgendwie sind die Tasten komisch und ich kann nicht erkennen, was ich drücken soll. Ich steige also unten vom Auszug aus.

Ich treffe meinen ehemaligen Zimmerkollegen Moritz und frage ihn, ob es eine Treppe nach oben gäbe. Er weiß es nicht. Wie denn auch, so unsportlich wie der ist, schießt mir durch den Kopf. Ich mache mich auf die Suche und finde einen Treppenhaus. Der Zugang ist leider durch eine blaue, transparente Glaskonstruktion versperrt. Man kann nur mit einer elektronischen Karte das Türchen öffnen.

Ich gehe zurück in Richtung Aufzug. Unterwegs treffe ich eine Kollegin. Sie schlägt mir vor, bei ihr im Büro zu schlafen. Ein Büro ohne Fenster. Ich bin müde und nehme ihr Angebot an. In ihrem Büro sind einige Bette. Ich lege mich in ein kleines Bett hin und gucke ein Video auf dem Handy. Ich liege ungünstig, irgendwie quer, es gibt nicht genug Platz. Ich muss die Beine anwinkeln. Das Licht im Zimmer ist an, gelb, wie aus einer alten Glühbirne. Als ich beim Einschlafen bin, merke ich zwei kleine Kinder, die sich das Bett mit mir teilen. Sie wirken verwirrt, weil ich auch im Bett bin. Ich versuche, ein bisschen mehr Platz für sie zu machen. Meine Kollegin kehrt zurück und erklärt ihnen, dass ich heute Nacht hier übernachte. Die Kinder legen sich in ein anderes Bett hin und ich habe schlechtes Gewissen, sie vertrieben zu haben.


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