Mit dem Auto unterwegs

Der Ehemann hatte mich mit dem neuen Auto[1] zu einem großen, fast leeren Parkplatz gebracht, und war dann zu Fuß verschwunden.

Ich blieb im Auto auf dem Parkplatz. Ich war aber noch verschnupft und die Taschentücher wurden viel. Ich habe sie gesammelt und bin aus dem Auto ausgestiegen, um sie weg zu werfen.

Einen Mülleimer konnte ich erst am Eingang vom Parkplatz finden. Direkt davor stand ein junger Mann. Er hatte eine komische Haltung, mit dem Kopf nach unten und geschlossenen Augen, als ob er schlafen würde. Er reagierte nicht, als ich näher kam. Ich musste ihn schubsen, um an den Mülleimer ran zu kommen. Er ist gefallen, hat mich dann erst gemerkt und ist weg gelaufen.

Auf dem Weg zurück zum Auto[2] ist mir dann aufgefallen, wie viele Mülleimer es doch gab. Fast hinter jedem Auto. Wie konnte ich sie übersehen haben?

Der Ehemann war immer noch nicht zurück und ich habe beschlossen, selber mit dem Auto nach Hause zu fahren.

Erstmal raus aus dem Parkplatz. Erstmal zum Fahrersitz wechseln, vom Beifahrersitz aus lässt sich das Auto nicht so gut steuern. Ich halte also das Auto an. Wo ist denn die Handbremse? Ein anderer Fahrer hupt mich an. Er ist sauer, weil er dachte, er könnte schnell in meiner Lücke parken, und es dauert doch länger. Soll er hupen.

Der Parkplatz ist inzwischen richtig voll geworden. Beim Aussteigen aus dem Beifahrersitz stört mich die offene Tür des benachbarten Autos, die sich im Öffnungswinkel von meiner weiter geöffneten Tür befindet. Diese physikalische Unmöglichkeit beachte ich nicht. Ich passe bloß auf, beim Aussteigen das andere Auto nicht zu beschädigen.

Endlich hinter dem Lenkrad. Wohin jetzt? Ich weiß nicht mal wo ich bin. Ich schaue auf dem Navi. Wenn ich Lochham finde, kann ich weiter nach Hause fahren. Lochham glaube ich auf der Karte zu finden, aber der Name ist komisch geschrieben.

Ich fahre los und komme ziemlich schnell nach einem Kreisverkehr zu einer Autobahneinfahrt. Ich muss beschleunigen und will vorher links hinter mir schauen, ob jemand kommt. Es klappt aber nicht. Ich kann den Kopf nicht drehen und das Auto fährt zu schnell. Ich komme ohne Krach auf die Autobahn.

Die Fahrt ist stressig. Ich muss aufpassen, dass ich schnell genug bin. Meiner Meinung nach bin ich schon ganz flott unterwegs, aber der Tacho zeigt nur 50km/h. Ich muss schneller fahren. In dem Moment fängt es aber an, vor mir zu stauen. Ich muss bremsen. Das Auto kann ich nicht so gut kontrollieren und beinahe wäre ich in das Auto vor mir rein gefahren, wäre es nicht im letzten Moment vorwärts gekommen.

Ich komme zu Hause an. Ich parke einfach so mitten im Garten von der Villa meiner Eltern[3,4]. Dort stehen sonst viele Autos rum. Ich ziehe mich schnell um und gehe rein. Der Ehemann sitzt mit meinen Verwandten am Tisch.

Wir gehen in den Garten raus, um das Auto nach der langen Fahrt zu prüfen. Kein Kratzer, aber das Nummernschild vorne ist entzwei. Man kann beide Seiten wieder zusammen fügen, das Schild hängt ja nur mit einem Magnet, aber beim Fahren würden beide Seiten wieder auseinander gedrückt werden. Es muss schon beim Kauf kaputt gewesen sein. Man könnte auch das Schild komplett abmachen, darunter ist auch eine Nummer, aber eine andere, in einem komischen Format.

Kurz nach fünf wache ich auf. Alleine im Bett, denn der Ehemann schläft momentan im Gästezimmer oben, bis es mir besser geht. Scheinbar ist das Fieber endlich vorbei. Ach, das dachte ich gestern schon.

[1] Neu gekauft, aber der Ehemann muss es noch abholen und ich habe es selber noch gar nicht gesehen.

[2] Übrigens von der falschen Farbe.

[3] Ist schon längst verkauft, nachdem sie sich getrennt haben, vor dreizehn Jahren.

[4] In der Provence. Ganz weit weg von Lochham. Ich bin froh, nicht die ganze Fahrt geträumt zu haben.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Mieser erster Urlaubstag

Beim Aufwachen habe ich leicht gehustet. Ein trockener Husten. Ich habe beschlossen, nicht zum Markt zu fahren und keinen Sport zu treiben. Stattdessen habe ich eine heiße Zitrone mit Honig getrunken.

Danach kam der Schupfen. Und das Fiebergefühl. Ziemlich Mist, wenn man noch Muskelkater hat, Gliederschmerze zu bekommen.

Ich habe mich auf der Couch hingelegt. Die Migräne ist gekommen. Seit schon über zwei Stunden. Die eine Aspirin hat nicht gewirkt. Und beim Hinlegen habe ich plötzlich voll Schleim husten müssen.

So hatte ich mir den ersten Urlaubstag nicht vorgestellt.


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Wochenplan, KW8

Diese Woche ohne schwarzes Brett.

Letzte Woche gab es gar keinen Wochenplan, da der Ehemann nach unserem Wochenende beim Schwiegervater bis Mittwoch in Berlin geblieben ist. Er ist ja ein absoluter Fan von der Berlinale. Und da wir am Wochenende nicht hier waren, hatten wir auch kein frisches Gemüse vom Markt.

Diese Woche bin ich wieder drei Tage alleine, der Ehemann kommt heute Abend zurück. Aber ich habe mich immerhin motivieren können, für meine Mittagspausen Selbstgekoches mitzubringen, nicht wie letzte Woche.

Montag

Den Kaninchen haben wir schon am Sonntagabend zu zweit aufgegessen. Ich bereite mir für Mittag einen Salat mit Feldsalat, Radicchio und Tomaten vor. Dazu ein Stück Brot und ein Apfel.

Dienstag

Ich mache einen Salat mit grünen Bohnen, Schalotte und Tomaten. Dazu eine Scheibe Brot.

Mittwoch

Der Ehemann hat uns vor seiner Abreise am Dienstagabend Gnocchi mit Kürbis und Rosenkohl gezaubert. Es bleibt genug für meine Mittagspause übrig.

Donnerstag

Ich bereite mir einen Salat mit Radicchio, Thunfisch, Schalotte und Tomaten vor. Dazu eine Rogen-Semmel.

Freitag

Mein heutiger Salat besteht aus Kichererbsen, Tomaten und dem Rest Radicchio. Ich habe zu viel Salat gemacht, und es triff sich gut, denn ein Kollege hatte keine Zeit, essen zu gehen. Dazu, ein Stück Brot und ein Apfel.


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Kaninchen in Senfsauce

Diesen Klassiker der französischen Küche hatte ich dem Ehemann noch nie zubereitet. Überhaupt koche ich kaum Kaninchen.

Das kommt sicherlich davon, dass ich bei meiner Ankunft in Deutschland vor zwanzig Jahren von dem begrenzten Angebot an Fleisch auf dem Markt am Münsterplatz sehr enttäuscht wurde. Schwein, Hähnchen, vielleicht Rinderfleisch, das war’s. Selbst Entenbrustfilets, die man immerhin in jedem asiatischen Restaurant essen konnte, waren nicht einfach zu finden, und ich hatte dabei einige Fleischereien besucht. Kaninchen: Nie gesehen. Ich habe mich mit den Gegebenheiten arrangiert und Kaninchen in der Küche vergessen. Dabei weiß ich noch ganz genau, wie mir der Sinn nach Kaninchen stand, wenn ich im Sommer durch die Voralpen in der Provence spazieren ging und der Geruch von wilden Kräutern mir durch die Nase stieg.

Das letzte Mal, dass ich Kaninchen zubereitet habe, liegt zwanzig Jahre her, als ich beim Familienbauernhof vom vorletzten Ex in den Vogesen war. Kaninchen mit Mirabellen. Da ich selber aus einer ländlichen Gegend komme und als Kind Bauernhöfe in direkter Nachbarschaft hatte, war es normal, ein Kaninchen fürs Mittagessen aus dem Stall zu holen. Der Ex hatte mit ihm geschmust, damit das Fleisch von Stresshormonen nicht beeinträchtigt wird, bevor er ihm das Genick brach (und ich hatte es enthäutet). Genau das beschreibt Roberto Benigni in seiner legendären Kaninchen-Szene in Down by Law, als er von seiner komischen Mutter erzählt, und wie er sich als Kind weigerte, mit ihr zu schmusen. Ich habe selten so sehr bei einem Film gelacht. Wobei, in meiner Erinnerung war die ganze Szene auf Italienisch.

Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, als ich auf dem Viktualienmarkt in Pasing beim Geflügelstand neben der Bäckerei endlich mal Kaninchen entdeckt habe. Am Samstag habe ich uns zwei Hinterläufe besorgt. Das Gericht habe ich am Sonntag gekocht.

Die Zutaten (für zwei Personen)

  • 2 Kaninchen-Hinterläufe
  • 1 Zwiebel
  • 1 Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Esslöffel Senf
  • 2 Esslöffel saurer Sahne
  • 6 Thymianzweige
  • 2 Rosmarinzweige
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 kleines Glas Weißwein
  • 10 cL Geflügelfond
  • Olivenöl
  • Pfeffer, frisch gerieben aus der Mühle

Zur Begleitung:

  • 1 große Kartoffel (festkochend)
  • 1 dicke Möhre
  • Grüne Oliven
  • Butter
  • Weißwein

Die Zubereitung

  • Die Hinterläufe entbeinen (ich hätte sie „entknocht“, was dem französischen désosser entsprechen würde, aber der Ehemann hat mir wieder was beigebracht) und in groben Stücken schneiden. Wie man Kaninchen-Hinterläufe entbeint, habe ich diesem Video entnommen. Die Knochen habe ich tiefgefroren, daraus lässt sich bestimmt einen Fond zubereiten.
  • In einer Pfanne, Olivenöl erhitzen und die Fleischstücke drin von jeder Seite leicht braun anbraten. Fleischstücke aus der Pfanne raus nehmen und beiseite legen.
  • Die klein geschnittene Zwiebel und Schalotte mit der geviertelten Knoblauchzehe und den Kräutern in die Pfanne glasig dünsten.
  • Den Senf und die Sahne zur Pfanne geben und rühren. Dabei sollte man moutarde à l’ancienne (grobkörnig) benutzen, und das hatte ich nicht. Das geöffnete Glas Dijon-Senf von Maille hat gerade noch für einen Esslöffel gereicht. Ich habe für den zweiten Esslöffel Honigsenf benutzt, ebenfalls von Maille.
  • Mit dem Weißwein ablöschen. Geflügelfond hinzufügen.
  • Die Fleischstücke zurück in die Pfanne geben und bei schwacher Hitze bedeckt eine Stunde köcheln lassen.
  • Währenddessen, die Kartoffel und die Möhre schälen und in groben Stücke schneiden.
  • In einem anderen Topf, Butter erhitzen und das Gemüse drin wälzen. Weißwein hinzufügen und die Oliven rein mischen. Bedeckt bei leichter Hitze kochen lassen. Ab und zu umrühren.
  • Beim Anrichten auf dem Teller, das Fleisch mit Pfeffer würzen.

Es wurde viel zu viel Sauce, was dem Ehemann Recht war. Er war davon hin und weg und hat sie sich am nächsten Tag zu Nudeln serviert.

Nährwertangaben (mit der Gemüse-Beilage)

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 622,5 1245
Eiweiß (g) 59,3 118,6
Kohlenhydrate (g) 29,2 58,4
davon Zucker (g) 8,6 17,2
Fett (g) 20,6 41,2
Ballaststoffe (g) 5,7 11,4


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Quatre-quarts aux pommes

Vor drei-vier Wochen hat der Ehemann Äpfel nach Hause gebracht. Eine ganze Tüte von ganz zwei Kilogrammen Äpfel! Die gab’s ja beim Möbel Höffner am Eingang. Wer soll denn so viele Äpfel in so kurzer Zeit essen, bitte schön? Der Ehemann nicht. Gar nicht. Und wenn ich meinen täglichen Apfel im Büro esse, ist es schon gut. Um den Verlust von Äpfeln zu vermeiden, habe ich gestern diesen Kuchen gebacken.

Der Quatre-quarts ist ein einfacher Kuchen, den ich in meiner Kindheit häufig gegessen haben. Einfach und schnell zu machen. Einfach, weil, wie der Name sagt, der Kuchen aus vier gleich großen Teilen besteht: Eier, Mehl, Butter und Zucker. Man wiegt zuerst, wieviele Eier man hat, und benutzt das gleiche Gewicht für Mehl, Butter und Zucker. Zusammen rühren, ab in den Backofen für fünfzig Minuten, fertig. Das erklärt sicherlich, warum meine Mami den Kuchen so häufig gebacken hat.

Eine richtige Kalorienbombe ist es. Man sollte besser bei der Portionierung aufpassen. Low Carb & Low Fat Suchenden brauchen nicht weiter zu lesen.

Da ich die Äpfel retten wollte, sind sie noch ins Rezept rein gekommen. Dafür habe ich den Zuckergehalt reduziert. Es gab für mich sonst eindeutig viel zu viel Butter. Ich könnte locker auf 100 g verzichten. Aber dann wäre es kein Quatre-quarts mehr gewesen, und der Ehemann kannte den Quatre-quarts noch gar nicht, zu meiner größen Überraschung, denn er immerhin fast zehn Jahre in Frankreich gelebt hat, bevor ich ihn kennen gelernt habe.

Die Zutaten (ergibt 16 Stücke von nicht ganz zwei Zentimeter Dicke)

  • 4 Eier
  • 4 Äpfel
  • 250 g Weizenmehl
  • 150 g brauner Zucker
  • 250 g Butter
  • 1 Schuss Calvados
  • Puderzucker

Die Zubereitung

  • Die Äpfel schälen und in ganz kleine Stücke schneiden.
  • Alle Zutaten außer die Äpfel in einer Schale zu einem Teig zusammen rühren. Die Apfelstücke erst zum Schluss in den Teig geben.
  • Eine rechteckige Brotform mit Backpapier auslegen und den Teig drin verteilen. Meine Form ist 27-28 Zentimeter lang.
  • Den Backofen bei 180°C vorheizen.
  • Den Teig in der Form eine Viertelstunde in den Kühlschrank legen.
  • Den Kuchen zehn Minuten bei 180°C backen lassen.
  • Nach den zehn Minuten, die Form aus dem Ofen nehmen. Den Ofen bei 140°C einstellen.
  • Mit einem scharfen Messer, einen Schnitt mittig im Kuchen einschneiden.
  • Den Kuchen weitere vierzig Minuten bei 140°C backen lassen.
  • Den Kuchen gut auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 245,6 3929
Eiweiß (g) 3,7 59,7
Kohlenhydrate (g) 25,3 404,2
davon Zucker (g) 12,9 205,6
Fett (g) 14,6 234,2
Ballaststoffe (g) 1,3 20,7


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Quiche Lorraine

Das gab’s letzte Woche auf dem Plan, aber es ist doch anders gekommen… Die Quiche habe ich erst gestern gemacht.

Traditionell gibt es in der Quiche Lorraine Speck, Eier, saure Sahne und Milch. Ich benutze immer gerne noch Emmentaler oder Gruyère dazu, was, wie ich vor kurzem gelernt habe, eine Variante namens Quiche Vosgienne ist. So viel Käse benutze ich auch nicht, ich finde es manchmal übertrieben, wie zum Beispiel bei Aux Délices Normands, unsere Stammbäckerei als wir noch in Berlin lebten, wo es auf dem Boden noch eine gute halbzentimeterdicke Schichte Käse gibt.

Eine klassische Begleitung zur Quiche Lorraine ist ein einfacher grüner Salat. Dazu trinke ich am liebsten einen trockenen Weißwein.

Die Zutaten (für 6 Portionen)

  • Für den Teig
    • 160 g Weizenmehl
    • 1 Ei
    • 100 g Butter
    • 1 Prise Salz
  • Für die Füllung
    • 200 g Speck
    • 4 Eier
    • 20 mL saure Sahne
    • 20 mL Milch
    • Pfeffer
    • Geriebene Muskatnuss
    • Gruyère

Die Zubereitung

  • Zuerst den Teig vorbereiten:
    • Alle Zutaten in einer Schüssel mit den Händen zu einem homogenen Teig kneten.
    • In Frischhaltefolie eingewickelt eine halbe Stunde kalt stellen.
  • Backofen bei 180°C Umluft vorheizen.
  • Den Teig in einer mit Butter eingefetteten Backform mit den Händen flach verteilen, und einen Rand bilden.
  • Den Speck in kleinen Würfeln schneiden und in einer Pfanne ohne Fett kross anbraten. Die Würfel vom ausgeschiedenen Fett trennen und beiseite legen.
  • In einer Schüssel, die Eier mit der Sahne und der Milch zusammen mit Pfeffer und Muskatnuss nach Geschmack rühren. Die Speckwürfel hinzufügen.
  • Den Boden vom Teig mit geriebenem Käse bedecken, dann die Eier-Sahne-Milch-Speck-Füllung drauf. Den Speck mit einem Holzlöffel vorsichtig regelmässig verteilen. Dann nochmal Käse auf der Füllung homogen reiben.
  • Bei 180°C fünfzig Minuten backen lassen.

Nährwertangaben (ohne Salat)

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 575,5 3453
Eiweiß (g) 17,2 103,3
Kohlenhydrate (g) 20,4 122,4
davon Zucker (g) 1,3 8
Fett (g) 47,3 283,8
Ballaststoffe (g) 1,1 6,6


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wochenplan, KW6

Montag

Tartiflette. Weil es am Sonntag so viel geschneit hat, habe ich mich spontan für eine Tartiflette am Abend entschieden. Ich hatte es noch nie für den Ehemann gemacht und zuletzt vor fünf Jahren gekocht, als mein Bruder mit seiner Freundin zu Besuch nach Berlin gekommen war. Den Speck für die Quiche Lorraine kann ich ja unter der Woche nochmal einkaufen gehen. Ich habe die Menge für vier Portionen angepasst. Dazu am Montag, der Apfel von letzter Woche, der noch auf meinem Schreibtisch lag.

Dienstag

Linsensalat mit Tomaten, Zwiebeln und Mozzarella, als Abwechslung vom Linsensalat mit Feta der vorherigen Woche. Am Montagabend zubereitet. Dazu ein Stück Brot mit Harzer Käse und ein Apfel.

Mittwoch

Tomaten-Gurken-Mais-Salat, mit einem Löffel Olivenöl und dem Saft einer halben Zitrone als Vinaigrette. Am Mittwoch früh zubereitet. Den Mais habe ich glatt vergessen, und durch die Tomaten und Gurken ist so viel Saft zusammen gekommen, dass ich Dinkel gekocht und rein getan habe. Ich hatte die Packung für die weiße Bohnensuppe besorgt und noch viel Dinkel im Vorratsglas übrig. Mit ein paar schwarzen Oliven verbessert. Dazu ein Apfel.

Donnerstag

Ich hatte den Ehemann darum gebeten, den Mürbeteig am Mittwoch tagsüber zu vorbereiten. Als Arbeitsloser dachte ich, das kriegt er hin, Zeit hat er und es dauert nicht lange. Nein. Kurz bevor ich nach Hause komme, schreibt er mir, er hätte den Teig vergessen. Ob wir stattdessen heute Abend Nudeln mit Pesto machen könnten? Na gut, soll er kochen. Aber nicht zu viel. Pustekuchen, er ignoriert meine Anweisung. Wenn er eine Packung aufmacht, ist er der Meinung, man könnte sie auch gleich auf einmal kochen. Wozu haben wir denn all diese Vorratsgläser im Schrank?

Ein halbes Kilo Farfalle kocht er auf einmal. Das Ergebnis: Viel zu viele Nudeln. Wir essen am Mittwochabend Nudeln mit Pesto, ich bereite für die nächste Mittagspause den Nudelsalat mit Rucola, getrockneten Tomaten, Feta, gerösteten Pinienkernen und schwarzen Oliven, mit ein bisschen Knoblauch gewürzt, ganz klein geschnitten, und davon bleibt noch reichlich für Freitagmittag. Die Quiche muss ich vom Plan streichen, wir haben jetzt ein Stück Speck übrig zu viel und die schon geöffnete Sahne muss auch länger im Kühlschrank warten. Wir sind am Wochenende weg und bis Mittwoch bin ich Strohwitwe.

Freitag

Wieder Nudelsalat mit Rucola, getrockneten Tomaten, Feta, gerösteten Pinienkernen und schwarzen Oliven. Dazu ein Apfel, wie am Donnerstag.

Fazit

Den Ehemann muss ich fern von der Küche halten, wenn ich sicher gehen will, dass wir den Wochenplan einhalten, auf den wir uns eigentlich geeinigt hatten.


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Im Auto unterwegs

Ich war zu Hause. In unserer aktuellen Wohnung. Ich bin zum Arbeitszimmer nach oben gegangen. Am linken Fuß von meinem Schreibtisch lag zusammen gerollt eine kleine weiß- und braunhaarige Katze. Ich ging zu ihr. Sie traute mir scheinbar nicht ganz. Wir haben uns im Flur vor dem Arbeitszimmer hingelegt und geschmust. Ich erzählte ihr von Chipie, die sie nicht gekannt haben konnte.

Szenenwechsel. Ich sitze im Auto mit dem Ehemann. Hinter uns ist Chipie. Wir sind in der Stadt. Das Wetter ist herrlich sonnig. Der Ehemann steigt mitten auf der Straße aus dem Auto aus, um etwas zu erledigen. Ich soll auf ihn warten.

Der Ehemann kommt nicht zurück und ich überlege, ob ich nicht selber weiter fahren soll. So schwer kann es nicht sein. Ich setze mich auf seinen Sessel. Die Ampel ist gerade wieder rot geworden, aber obwohl hinter mir ein Auto steht, beschwert sich noch niemand.

Ich stehe auf der linken Spur und blinke, um in die kleine Straße links abzubiegen. Die Kurve ist scharf, aber ich schaffe es. Ich fahre die Straße runter, die immer enger wird. Sie wird nicht mehr asphaltiert, Fußgänger und Fahrradfahrer sind unterwegs.

Ich komme zu einem großen grünen Fleck hinter einem mir bekannten Gebäude, das in der Nähe von unserer Wohnung stehen soll. Es ist schwer, weiter voran zu fahren. Ich trete, denn das Auto hat sich in ein Fahrrad, von der selben Farbe, verwandelt. Ein schweres Fahrrad. Es ist immerhin ein altes Diesel-Polo. Chipie läuft im Feld neben mir. Ich muss aussteigen und das Fahrrad schieben, ich schaffe es nicht mehr.

Der Ehemann geht aufs Klo. Ich wache auf. Halb sieben.


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Die erste schlaflose Nacht des Jahres

Mal wieder liege ich schlaflos im Bett.

Nach dem Abendessen haben wir die Doku über Fjorde gesehen. Bei der folgenden Sendung Hart aber Fair schlafe ich schon auf der Couch ein. Kurz nach 21:00.

Um halb eins wache ich auf. Der Ehemann hat sich noch einen Film angeschaut, der gerade zu Ende geht. Ich stehe auf, putze mir die Zähne und gehe ins Bett.

Und warte auf den Schlaf. Der kommt nicht mehr. Ab und zu schubse ich den Ehemann leicht, wenn ich ihn nicht mehr atmen höre. Er schnarcht dann leise. Alles gut.

Um 04:00 fange ich an zu glühen. Mir ist plötzlich viel zu warm.

Ich denke, ich könnte einfach um sechs aufstehen, duschen und früh zur Arbeit fahren. Aber wie ich mich kenne, werde ich bestimmt kurz davor einschlafen und völlig fertig sein, wenn der Wecker klingelt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.