Unangenehme Überraschung

Ich komme nach einem harten Tag Arbeit nach Hause. Ich bin noch von der Verspätung vom Bus genervt.

Als ich in der Nähe des Hauses ankomme, nehme ich wahr, wie eine Person rein geht. Ich passe nicht sonderlich auf. Ich prüfe die Post und hole einen Brief für den Ehemann.

Ich laufe die Treppe hoch und bin überrascht, eine unbekannte Frau vor unserer Wohnungstür stehen zu sehen. Sie steht einfach da, dreht mir den Rücken zu und guckt sich die Tür an. Fett, blond, mit einer dicken schwarzen Daunenjacke und einer Merkur-Hängetasche. Nicht die Versicherung, sondern die Zeitung.

Sie dreht sich um, als ich die letzten Stufen hoch gehe. „Was geht hier los?“, frage ich sie, glaube ich. Sie fängt an, sich vorzustellen, wobei ich ihren Namen schon vergesse, zeigt mir ihren Badge, der an ihrem Hals hängt, ohne ihn wirklich zu zeigen, erzählt, sie sei von der Merkur, und ich unterbreche sie, in dem ich recht unfreundlich sage „Nee, nee, nee, kein Interesse, lassen Sie mich durch“, denn sie mir den gesamten Gang sperrt. „Wir verschenken zwei Wochen Urlaub in Blablabla,“ versucht sie mir zu erzählen, gibt aber auf mit der Bemerkung, ich sei scheinbar nicht interessiert, und fängt an, die Treppe runter zu gehen. Das Letzte, was ich brauche, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, ist irgendeine fremde Person vor der eigenen Wohungstür, die mir irgendeinen Scheiß aufschwatzen will.

Der Ehemann kommt aus dem Arbeitszimmer die Treppe runter, als er mich die Tür zu knallen hört. Dass jemand vor der Tür stand, weiß er nicht, sie hat also nicht bei uns geklingelt. Wer hat sie denn überhaupt herein gelassen? Sie muss direkt von der Haustür bis zu unserer Wohnung gelaufen sein, und ich habe sonst keine Nachbarn oder offene Wohnungstüre auf dem Weg zu uns ganz oben gesehen. Scheinbar haben wir Nachbarn, die ohne jegliche Prüfung jeden ins Haus lassen, der klingelt. Keine schöne Vorstellung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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