Mein Jahr 2018 in Büchern

Wie letztes Jahr.

  • Kazuo Ishiguro, The Buried Giant. Ich hatte mir das Buch letztes Jahr für Weihnachten gewünscht. Der Autor wurde einige Wochen zuvor mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, und ich kannte ihn noch nicht. Das Buch war eine sehr schöne Überraschung, die man besser selbst entdecken sollte.
  • Aldous Huxley, Brave New World. Muss man nicht vorstellen.
  • Jonas Jonasson, Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Das Buch hat der Ehemann zu Weihnachten geschenkt bekommen. Vor vielen Jahren. Und nie gelesen. Es stand schon so lange auf dem Regal, dass ich es mitgenommen habe, als ich im ersten halben Jahr alleine in der neuen Wohnung ohne Internet saß. Ich musste dem Ehemann an Wochenenden Auszüge vorlesen, so witzig ist es geschrieben. Er meinte nach einer Weile, ich sollte damit aufhören und er würde es selber lesen wollen, so toll es klingt. Dazu ist er immer noch nicht gekommen.
  • Kazuo Ishiguro, Damals in Nagasaki. Nachdem The Buried Giant mir so gut gefallen hat, habe ich angefangen, weitere Bücher von Kazuo Ishiguro zu lesen. Auf Deutsch, denn es ist alles, was die Buchhandlung im Bahnhof Pasing anzubieten hatte, als ich auf die mal wieder verspätete S8 warten musste. Etsuko, eine Japanerin, die seit Jahren in England lebt, hat ihre erste Tochter Keiko durch Selbstmord verloren. Der Besuch ihrer zweiter Tochter, die aus ihrer zweiten Ehe mit einem Engländer geboren wurde, lässt Etsuko in ihre Erinnerungen an ihrer Zeit in der zertrümmerten Stadt Nagasaki tauchen, als sie schwanger von Keiko war. Wir lernen ihre Nachbarin Sachiko kennen, die mit ihrer Tochter Mariko alleine in einem kleinen Haus lebte und diese vernachlässigte, indem sie ihre Zeit mit ihrem amerikanischen Liebhaber verbrachte, in der Hoffnung, mit ihm Japan verlassen zu können. Während der Erzählung fragt man sich, wieviel von den Erinnerungen der Realität entsprechen, so sehr die Geschichten beider Frauen sich ähneln. Als die Erinnerungen von Mariko und Keiko verschmelzen, hat es mich sogar schwindelig gemacht, was mir sonst durch das Lesen eines Buches noch nie passiert war. Das Buch lässt viele Fragen offen, und vielleicht sollte ich es nochmal lesen.
  • Kazuo Ishiguro, Als wir Waisen waren. Aus der selben Buchhandlung. Wieder ein ganz anderer Genre. Der Hauptcharakter, Christopher Banks, ist ein bekannter Londoner Detektiv, der seine Kindheit in Shanghai verbracht hat, bis er nach der Entführung seiner Eltern zu einer Tante in England geschickt wurde. Jahrzehnte später kehrt er nach Shanghai zurück, kurz vor dem zweiten Weltkrieg und mitten im Gefecht zwischen der Kuomintang und den kommunistischen Truppen, mit dem festen Vorhaben, seine Eltern zu finden und zu befreien. Eine für mich mühsame Lektüre, die ich vielleicht besser im Original auf Englisch hätte machen sollen.
  • Bernard Weber, Les Fourmis. Im Gymnasium gelesen. Dem Ehemann als leichte Lektüre empfohlen, um sein Französisch zu verbessern. Er hat ein Viertel geschafft und das Buch dann schlicht vergessen. Ich habe es nochmal gelesen und fand es doch nicht mehr so toll wie damals, als es erschienen war.
  • Alphonse Daudet, Tartarin de Tarascon. Wir waren ja bei meiner Schwester zu Besuch, und sie wohnt so nah an Fontvieille, dass ein Besuch der Mühle zum Pflichtprogramm wurde, und apropos Daudet, eigentlich hatte ich Tartarin noch nie gelesen, obwohl der Titel so bekannt ist… Gemacht. Kann ich nur wärmstens weiter empfehlen.
  • Éric Fottorino & Plantu, Plantu, 50 ans de dessin[1]. Ich mag Karikaturen. Und Plantu (man spricht es Plantü aus) zeichnete schon für Le Monde, bevor ich überhaupt geboren wurde, er hat für mich immer existiert. Sehr beeindruckt hat mich sein Mohammed-Bild, nach den dänischen Karikaturen.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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