Die Flucht

Wir waren unterirdisch gefangen. Von wem und zu welchem Zweck, weiß ich nicht.

Eine Frau, die eine Massenflucht organisiert hat, bringt mich zu einem Loch im Boden. Der Boden besteht aus Erde. Der Raum, wo wir gefangen sind, ist hell mit orangefarbenem Licht beleuchtet. Das Loch ist sehr eng, seine Wände sind aber sehr rau und bieten viele Möglichkeiten an, um Halt zu finden. Ohne es mir erklären zu lassen, schlupfe ich als Erste in das Loch und fange an, herunter zu klettern. Ich trage ein langes, enges Abendkleid und feine Schuhe mit kleinen, dünnen Absätzen. Trotzdem kann ich sehr gut die Wand herunter klettern. Andere Flüchtlinge folgen mir.

Unten angekommen, stehen wir in einem kleinen Raum mit niedriger Decke. Wir müssen auf allen Vieren unter die Wand kriechen, um weiter zu kommen. Die Wand kommt nicht ganz bis zum Boden. Ich erkundige den engen Zwischenraum. Was ich sehe: Der ganze Raum hinter der Wand ist voll mit Spiegeln umrandet, es gibt keine Fluchtmöglichkeit. Wir klettern wieder hoch aus dem Loch und kommen zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Unsere Anführerin hat einen Plan B. Scheinbar hat sie eine Art Karte gefunden. Sie geht in eine Richtung und zählt ihre Schritte, indem sie ein Gedicht langsam rezitiert. Genau am Ende des Gedichtes stoßt sie mit ihren Schuhen gegen eine Spalte unter einer Wand. Die Wand ist die versteckte Tür eines Aufzuges. Die Tür geht auf, sobald ihre Füße in Kontakt zur Spalte kommen. Wir steigen ein. Jemand drückt den Knopf und wir schießen nach oben. Niemand hat bis jetzt unsere Flucht entdeckt.

Oben angekommen. Der Ehemann (der bisher nicht Teil vom Traum war) und ich stehen auf einem fliegenden, automatisierten Schiebewagen, der Bücher zu einer bestimmten Person bringen soll. Wir haben Angst, hier entdeckt zu werden. Wir fliegen an einem Gebäude vorbei. Es scheint mir eine Universität zu sein. Wir fliegen oberhalb von einem hübsch gepflegtem Garten mit Palmen. Es ist Nacht. Eine Person geht unter uns und beachtet uns nicht. Wir kommen zu einem Fenster, jedoch ist dort niemand, um aufzumachen. Der Wagen macht die Kurve linksrum um das Gebäude.

Wir sind plötzlich in einer Gastronomie-Straße. Links am Gebäude sind Buden, rechts auf dem Bürgersteig sind Tische mit Gästen, die am Essen sind. Es gibt drei Buden. An der Theke der Dritte steht ein grüner Dinosaurier, der Burger verkäuft. Sein Maul ist ganz auf und lang wie das eines Krokodils. Ich habe keine Lust auf einen Burger. „Und wer soll dann die Pommes essen?“, fragt der Ehemann vorwurfsvoll. Ich nicht. Seine Pommes sehen sowieso mehr wie vertrocknete Apfelringe aus. Wir laufen zurück zur ersten Bude. Der fliegende Wagen mit den Büchern, auf dem wir bisher standen, ist auf unerklärlicherweise verschwunden.

Auf einmal sehen wir: Es brennt gewaltig! Aus der Richtung von unserer Flucht tanzen die Flammen und bewegen sich schnell zu uns. Wir laufen wieder am Dinosaurier vorbei. Wir laufen über die Straße. Ich mache einen leichten Umweg, um mein Joghurtbecher in einen Mülleimer zu werfen. Einer Frau, die uns entgegen kommt, rufen wir: „Feuer! Feuer! Fire!“ Sie reagiert nicht und geht weiter. Das Feuer hinter uns läuft immer noch lavaartig in unsere Richtung. Wir laufen, so schnell wir können. Und tatsächlich gewinnen wir Abstand. Als wir um die Ecke von einem Gebäude laufen, ist nichts mehr vom Feuer zu merken.

Ich wache auf. 00:45.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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