So wie die Kuh pisst, regnet es

Wieder ein (fast) wörtlich übersetzter französischer Spruch. Wer schon mal eine Kuh sich entleeren gesehen hat, weiß, wovon ich rede. Wobei ich am Wochenende am Tierpark Hellabrunn war, und der Elefant ist noch beeindruckender. Ich vermute, man sagt nur nicht „il pleut comme éléphant qui pisse„, weil Elefanten in Frankreich nicht zum Alltag gehörten, als der Spruch im neunzigsten Jahrhundert erfunden wurde.

Das Bild gibt einen sehr abgemilderten Eindruck von der Sinflut, die wir heute Abend erlebt haben. Pünktlich zum Feierabend. Wie gestern. Heute hat es so viel geregnet, dass das Wasser in der Unterführung zur Bahn in Planegg nicht mehr zum Gulli abfliessen konnte und ein See sich gebildet hat. Mit meinen Timberland noch kein Problem, obwohl es recht knapp war, und ich bin froh, dass diese Schuhe so dicht sind. Sonst wäre ich vielleicht wie andere Mitreisenden barfuß gelaufen. Das Wasser war völlig schwarz und der ganze verschleppter Dreck schwimmte drin.

Ich wollte nicht mal Bahn fahren, sondern zur Bushaltestelle auf der anderen Seite vom Bahnhof gehen. Nein. Als ich den See gesehen habe, war ich sehr geneigt, bei dessen Hälfte die Treppe hoch zu steigen und mit der S6 zu fahren. Bis Westkreuz, und dann in die S8. Laut Fahrplan wäre ich am Ende um die selbe Uhrzeit zu Hause angekommen. Aber als ich gesehen habe, dass die S6 zehn Minuten Verspätung hatte, habe ich mich für den Bus entschieden. Sonst hätte ich die S8 verpasst. Der Bus ist meistens zuverlässiger als die Bahn. Nur heute nicht. Wie gestern. Was aber doch nicht so schlimm war, weil die S8 mit ihrem zwanzigminutigem Takt auch sehr verspätet ankam. Bei Regen ist Chaos im ÖPNV. Wie bei Schnee. An der Haltestelle hatte ich Zeit, schön kuschelig unter dem Dach gegen die anderen Mitfahrenden. Dort ist das Foto entstanden.

Beinahe wäre ich in den falschen Bus eingestiegen. Richtige Linie, aber falsche Richtung. Der Fahrer war so nett um mir Bescheid zu sagen, weil er eigentlich viel zu sehr nach hinten angehalten hatte. Vermutlich um die Gehzeit der Aussteigenden zum Bahnhof unter dem Regen zu verringern. Es ist verwirrend, in München. Häufig stehen Busse der gleichen Linie direkt hinter einander, fahren aber in entgegengesetzten Richtungen. Wie die 130 am Bahnhof Laim. Vorne fährt sie zurück zum Harras, hinten geradeaus nach Pasing. Jedenfalls waren meine Hosenbeine danach völlig nass. Das waren sie schon vorher, aber nach dem kurzen Lauf vom Bus und zurück waren sie noch nasser. Der Regenschirm hilft da nicht mehr. Immerhin hatte ich noch trockene Füße.

Letzte Woche Donnerstag war ich schon bei Feierabend in die falsche Richtung mit dem Bus gefahren. Ich wollte eigentlich mit dem Bus zur S-Bahn Station fahren, wie heute. Aber als ich aus dem Gebäude raus kam, ging es mit dem Gewitter richtig los. Ich bin in den ersten Bus eingestiegen, der kam. Egal wohin. Wohin wurde Endstation, weil es immer noch stark regnete. Dort bin ich in die U-Bahn eingestiegen. Auf nach Marienplatz, dann nach Pasing, wo ich mir ein Burger gegönnt habe, bis der Regen aufgehört hat. Es war ein langer Weg nach Hause.

Am letzten Sonntag habe ich nichts vom Regen mitbekommen. Ich war den ganzen Tag mit dem Ehemann in München, und als er zum Flughafen gefahren ist, habe ich mich auf den Weg zum Sport gemacht. Es war sehr heiß. Ich weiß nicht, ob wir die dreißig Grad erreicht haben. Es war sicherlich nicht weit davon. Als ich am Ende aus der Bahn ausgestiegen war, um nach Hause zu gehen, war es noch heißer als in München und extrem schwül. Die Straßen waren nass. Es gab einen kleinen Stausee in der Unterführung vom Bahnhof. Der Gulli war überfordert. Der See war nicht so tief wie heute, mit meinen Ballerinas hatte ich kein Problem. Bin ich froh, dass ich sie heute nicht an hatte.

Jetzt hängt meine Hose immer noch auf der Wendeltreppe und trocknet langsam vor sich hin. Morgen will ich sie wieder tragen. Es soll noch Gewitter geben. Mir reicht’s mit dem Regen.

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