Wasserrohrbruch

Ich musste am letzten Samstag zur Arbeit. Es gibt Sachen, die man besser dann macht, wenn sonst niemand arbeitet, wenn man programmiert. Konkret ging es darum, eine flächendeckende Änderung in der Datenbank der Firma durchzuführen. Die Änderung an sich war dank Python nicht schwierig, aber ich musste danach sicher stellen, dass es bei der Verwendung in Access kein Problem geben würde. Sprich, ich musste den ganzen VBA Code in den vielen Formularen auf mögliche Bugs prüfen. Daher hatte ich erst am Freitagabend mit dieser Aufgabe angefangen. Ich wurde an dem Tag trotz der späten Stunde nicht fertig und musste am Samstag ins Büro.

Ich habe es mir gemütlich gemacht und habe zuerst in der Sonne gefrühstückt, bevor ich mich gegen mittags auf den Weg zur Arbeit gemacht habe. Das Wetter war schön, ich wollte davon profitieren. Den Rucksack mit meinen Sportsachen hatte ich mit, um danach zum Fitnessstudio zu gehen. So gesehen lag die Arbeit nur auf dem Weg zum Sport.

Meine MVV-App hatte mir die Strecke mit zweimal umsteigen angeboten. Die erste Fahrt mit der S-Bahn ging ohne Problem, was bei uns nicht selbstverständlich ist. Mit dem ersten Bus ging’s auch gut. Als ich zur Haltestelle vom zweiten Bus gehen wollte, habe ich mich gewundert, dass die Straße von der Polizei gesperrt war. Ein Wagen stand quer, der Bus kam bis zur Kreuzung und musste zu einer anderen Straße umgeleitet werden. Zur Haltestelle ist er nicht gekommen. Ein Polizist hat mir gesagt, hier würde der Bus wegen Wasserrohrbruch nicht fahren und ich müsste zur nächsten Haltestelle laufen. Auf der Straße floss Wasser, aber nicht so viel. Ich habe mich gefragt, warum so ein Aufwand nötig war.

An der nächsten Haltestelle standen zwei älteren Damen. Als ich ankam beschwerten sie sich, dass sie schon fast eine Stunde lang da gewartet hatten. Der Bus schien nicht zu fahren. Ich habe beschlossen, dass ich bei dem schönen Wetter zu Fuß gehen könnte. Ich hatte Zeit. Die Strecke kenne ich gut, und die bin ich auch mit dem Fahrrad gefahren. Meine Navi-App hat behauptet, ich würde knapp über eine Stunde brauchen. Ich weiß nicht, wie sie drauf kommt. Nach einer halben Stunde unter der knallenden Sonne war ich schon am Gebäude. Jetzt, seitdem ich weiß, wie schnell ich diese Busstrecke zu Fuß machen kann, habe ich sie wieder zweimal zum Spaß gemacht. Besser als nichts, wenn ich die Arbeit zu spät verlasse, um zum Fitnessstudio zu gehen.

Nach zwei Stunden war ich mit meiner Aufgabe fertig. Ich bin mit U-Bahn und Bus zum Sport gefahren. Und wer begrüßte mich so freundlich, als ich in den Bus einstieg? Die zwei älteren Damen von vorher! Sie hatten an der Haltestelle gewartet, bis sie beschlossen haben, mit einem anderen Bus zu fahren, der aber eine Stunde für die Strecke gebraucht hatte.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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