UFO-Bruchlandung

Ich war in London unterwegs. Zu Fuß. Das Wetter war toll: Sonne und blauer Himmel. Ich ging an einem großen Garten vorbei. Am Himmel war was zu sehen. Ich dachte zuerst, ein Flugzeug würde ungewöhnlich ganz nah über die Stadt fliegen. Kein Flugzeug war das, sondern ein Schiff. Ein Riesending. Es sah zuerst aus, als ob es ganz tief über den Garten und mich fliegen würde, aber plötzlich kippte es und fiel runter. Ich habe mich zum Boden geworfen, mit der kleiner Hecke vom Garten als einziger Schutz. Blöd. Ich hätte zurück laufen und mich hinter dem großen Gebäude stellen müssen, habe ich dann gedacht, als die riesige Staubwolken mit der Schockwelle zu mir kamen.

Nach der Bruchlandung bin ich ohne Kratzer aufgestanden und habe mich um mich geschaut. Totale Zerstörung. Viele Gebäude standen nicht mehr oder waren extrem beschädigt. Einige Wolkenkratzer standen doch, und das Schiff, das mit der Nase im Boden stecke, war fast genau so hoch wie sie. Ob jetzt Außerirdische heraus strömen würden? Nichts derart geschah. Es war einfach still. Ich bin weiter gegangen.

Wo war denn der Ehemann? Wir waren noch vor meinem Spaziergang zusammen, und ich hatte ihn gehetzt, damit er zum Flughafen geht, weil er sonst seinen Flug zurück nach Berlin verpassen würde. Seitdem hatte ich nichts von ihm gehört. Nachrichten geschickt, keine Antwort.

Wie auch immer, bin ich in die Wohnung von einem älteren Paar gekommen. Die Leute kannte ich nicht, aber ihr Haus stand noch. Sie wohnten ganz oben im vierten Stock. Was war los gewesen, fragte die Frau. Ein Erdbeben? Sie hätten sich gerade das Haus gekauft, ihr Pech, wenn es gleich zerstört wird. Nein, kein Erdbeben, ein UFO hatte einen Unfall, habe ich ihr erklärt. Sie glaubte es mir nicht. Ich sagte, wir könnten ihre Straße runter gehen, von dort würde man noch das Schiff sehen können. Während sie sich fertig machte, um raus zu gehen, kritzelte ich ins Telefonbuch. Als wir raus wollten, musste ich feststellen, dass ich doch nichts anzuziehen hatte. Wo war meine Sporttasche? Durch die Aufregung hatte ich sie verloren. Ich trug nur mein langes weißes T-Shirt zum schlafen, mehr nicht, und mein Po würde man sehen. Egal, es waren außergewöhnliche Umstände. Wir sind die Straße runter gegangen, aber vom Schiff war nur noch ein bisschen zu sehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.