Solvejgs Lied

Ich weiß noch genau, wie ich die Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg kennen gelernt habe.

Ich war damals sechzehn und besuchte die Oberstufe. Mein Lieblingsonkel, ein Bruder meines Vaters, war gerade gestorben. Obwohl er relativ jung war, wussten wir, dass es dazu kommen musste. Es war schon lange an AIDS erkrankt und anfangs der 90er gab es noch nicht die therapeutischen Möglichkeiten, die wir heute kennen. Kurz nach seiner Beerdigung ist mein Vater eines Tages mit einer Kiste nach Hause gekommen und meinte, wir sollten uns etwas aus seinen Sachen aussuchen, um uns an ihn zu erinnern. Nebst einer vertrockneten Skorpion der Länge meiner gestreckten Hand in einer Glasdose, die ich immer noch besitze, habe ich mich für einige CDs aus seiner Sammlung klassischer Musik entschieden. Meine allerersten CDs! Darunter war die Orchestersuite Peer Gynt, die ich viele Jahre auf meiner Anlage gespielt habe.

Die Suite kennt jeder. Klar, die Musik aus der Werbung! Dadurch habe ich nebenbei die finnische Gruppe Apocalyptica kennen gelernt. Mein Favorit aus der Suite war lange Zeit die Morgenstimmung, seitdem ich eines Migränetages während des Studiums auf meinem Bett im Studentenwohnheim gelegen habe und das Stück in Schleife gehört habe. Die Migräne war danach weg! Das klappt zwar nicht immer, ist mir aber immer ein Versuch wert, wobei ich denke, es liegt vor allem an die Entspannung, die dabei entsteht. Das Stück ist auch sehr bekannt und läuft gefühlt jeden zweiten Tag auf Klassik Radio.

Das war aber bis letzter Woche. Denn seitdem ich auf Arbeit meine Kopfhörer einsetze, habe ich auf YouTube eine große Entdeckung gemacht: Peer Gynt ist nicht nur instrumental, sondern wird auch gesungen! Wie blöd habe ich mich auf einmal gefühlt! Seit Jahren höre ich die CD, und ich wusste es nicht mal! Solvejgs Lied hat mich sehr gerührt, vor allem diese Version von Marita Solberg, perfekt gesungen, die in der Waldbühne aufgenommen wurde:


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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