Sturmbedingte Migräne

Friederike habe ich nicht kommen sehen. Ich bin momentan ziemlich abgeschnitten, was Nachrichten angeht. Im Hotel hatte ich schon kaum Fernsehen geguckt. Jetzt in der neuen Wohnung habe ich noch keinen Fernseher, bis der Ehemann zuzieht, und bin froh, wenigstens das Handy zu haben, um ein bisschen surfen zu können.

So lange bin ich abends sowieso nicht dabei. Die Vermieterin war so lieb, mir eine Grundausstattung auszuleihen: Klappstuhl, kleiner Tisch, elektrisch aufblasbares Bett. Ich war am Montag mit der Isomatte und dem Schlafsack angekommen, so lässt es sich doch besser schlafen. Am Tisch mit dem Laptop zu sitzen ist aber nicht so bequem. Und kalt ist es, in der Wohnung. Ich habe eine zentrale Steuerung für die Temperatur, die ich über den Tag programmieren kann, aber wie ich inzwischen gelernt habe, ist die Temperatur im Raum drei Grad kühler als auf dem Heizkörper, und sie braucht recht lange, um abends wieder zu steigen. Ich muss zwei Stunden bevor ich ankomme auf 22°C regeln, um 19°C zu haben (18,5°C, sagt mir gerade der Thermometer). Daher war ich gestern einkaufen und habe mir zwei Leggins bei C&A besorgt. Der Onesie bei Hunkemöller kam mir übertrieben und nicht so sexy vor, aber vielleicht hätte ich doch zuschlagen sollen. Oder wenigstens bei den Hausstiefeln. Meine dicken Thermosocken über die dünneren Strumpfhosen reichen nicht. So bleibe ich jedenfalls nicht lange am Tisch und tüte mich früh in den Schlafsack ein. Vielleicht geht es besser, wenn die Wohnung möbliert wird.

Meine einzige Sorge gestern und heute morgen galt also der Kälte und dem vorgesehenen Schnee. Ich und Glätte… Es war zum Glück halb so schlimm wie befürchtet, und ich bin heil zur Arbeit angekommen. Ich konnte sogar ein bisschen das Gehen auf Glätte mit dem matschigen Schnee üben. Ich bewundere all die Leute, die auf dem nicht gefegten Bahnsteig so schnell unterwegs waren, selbst mit glatten Sohlen, und scheinbar kein Problem hatten. Mir wird schon schwindelig, wenn ich nur zusehe, wie jemand mit dem Fuß zwei Zentimeter beim Gehen rutscht… Na ja, so richtig glatt war es auch nicht, heute morgen. Was meine App nicht erwähnt hatte, war die Sturmwarnung. Windows halt, keine vernünftige App mehr…

Im Laufe des Tages ging es mir zunehmend schlechter, und ich musste drei Paracetamol-Tabletten einnehmen, ohne eine große Linderung zu spüren. Dabei hatte ich mich letzte Woche schon gewundert, dass ich in diesem Zyklus noch keine Migräne bekommen hatte und mich ausnahmsweise so lange so toll fühlte. Der Wind ist schuld, habe ich zuerst gedacht. Dass es so ein starker Sturm war, hatte ich im Büro trotz pfeifendes Windes nicht mitbekommen, bis ich die Nachrichten heute Abend gelesen habe. Kein Wunder, dass mein Kopf sich so anfühlt, als ob es explodieren möchte. Schon wieder ist es die linke Schläfe, die am stärksten schmerzt. Der Burger beim Asado auf dem Umweg nach Hause hat geholfen. Ich hoffe, dass der Sturm morgen nicht mehr so stark ist, damit ich nach Hause fahren kann. Am Abend soll die Bahn wieder funktionieren, heißt es.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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2 Gedanken zu “Sturmbedingte Migräne

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