Die ekligsten Crêpes überhaupt

Die habe ich heute auf dem Weihnachtsmarkt in Zehlendorf gegessen. Bläh. Nie wieder. Das soll eine Warnung sein.

Wir hatten uns mit dem Ehemann dort zum Feierabend verabredet. Grund war, dass ich keine Lust hatte, einkaufen zu gehen und dachte, wir könnten dort eine Kleinigkeit essen. Lust auf Wurst oder Grünkohl oder Gulasch hatte der Ehemann nicht, aber es gab noch den Crêpes-Stand, bei dem wir noch nicht waren. Da standen schon einige Leute in der Schlange. Wir haben uns angeschlossen. Das war ein Fehler, den ich kein zweites Mal machen werde.

Nach süßen Crêpes war uns nicht. Wir haben uns für die herzhafte Variante entschieden, mit Schinken und Käse. Ich wurde schon skeptisch, weil sie nur eine Sorte Teig hatten, die mit weißem Mehl, die man doch nur für süße Crêpes verwendet. Eine potentielle Kundin hatte sogar gefragt, ob sie die dunkle Teigsorte für herzhafte Crêpes benutzen, was verneint wurde. Der junge Mann hinter der Theke hatte komisch geschaut, als ob er nicht verstehen konnte, wie man auf die Idee käme. Es hätte uns eine Warnung sein sollen. Die Frau ging weg, wir blieben in der Schlange.

Als wir dran kamen war eine andere junge Frau hinter der Theke, die den Teig auf die heiße Platte verteilt hat. Der junge Mann war für die Füllung zuständig. Mich hat es sehr genervt, dass die Frau die ganze Zeit nur dabei war, irgendwas auf ihrem Handy zu tippen.  Dass sie nicht mal in der Lage war, die Crêpe richtig zu heben, ohne große Löcher zu verursachen, weil sie einfach nicht aufgepasst hat, schien weder sie noch ihren Kollegen zu stören. Dabei war der Teig nicht mal richtig durch. Der Kollege, der das Backen später übernehmen musste, weil die Frau den anderen Kollegen weiter weg irgendwas auf ihrem Handy zeigen musste, war nicht besser. Wie er die Crêpes auf seine Platte geschmissen hat, ohne darauf zu achten, ob sie richtig flach liegen, war eine große Enttäuschung. Teig irgendwie gefaltet auf der Platte gefallen, Füllung drauf, Teig zugeklappt, Crêpe gleich zum Mitnehmen auf ein Pappteller geklatscht.

Es kam, wie es kommen musste. Der Teig, der noch teilweise roh war, hatte am Pappteller geklebt, die Crêpe schmeckte pappig und zu süß für den Inhalt. Mir blieb nur ein Gefühl der Unzufriedenheit und der Bedarf, irgendwas anderes zu essen, um bloß den noch verweilenden Geschmack im Mund zu vertreiben. Noch eine süße Crêpe wollte der Ehemann jedoch probieren. Mit Banane und Nutella, was kann man da falsch machen? Eine Menge. Dem expliziten Wunsch, den Teig doch länger backen zu lassen, hat der junge Mann bewusst ignoriert. Der Teig würde dann trocknen und hart werden, meinte er. Den hat er fast genau so wie bei der herzhaften Crêpe fast noch roh serviert. Das Ergebnis war trotz süßer Füllung widerlich.

Ich bin sauer, dass man auf einem Weihnachtsmarkt die Erlaubnis bekommt, sowas verkaufen zu dürfen. Ich dachte naiv, ein gewisses Maß an Qualität müsste man vorweisen. Dabei haben wir doch Leute im Viertel, die sich wirklich mit Crêpes auskennen. Man braucht nur am Samstag zum Wochenmarkt zu gehen. Ich kann den Betreibern vom Stand auf dem Weihnachtsmarkt nur empfehlen, sich dort zu informieren, wie man Crêpes macht.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Werbeanzeigen