Zu Gast in der Radioeins Dachlounge

Wir hatten im Sommer schon davon gehört, da wir jeden Tag mit Radioeins aufwachen. Zum Jubiläum hat der Sender eine Dachlounge eröffnet, wie auch schon hier berichtet, wo man einfach so (nach einer Sicherheitskontrolle) ohne vorherige Anmeldung und kostenlos herein spazieren darf und bei den Sendungen live dabei sein kann.

Wir hatten es immer im Auge gehabt, aber erst heute sind wir dazu gekommen, dahin zu gehen. Es wurde langsam Zeit, ab Januar soll es schon vorbei sein. Schade. Dabei sitzt man nicht nur als Publikum da, nein, es gibt dort viele Tische und man kann von der Bar leckere Cocktails und Snacks bestellen. Zugegeben, die hohen Stühle fand ich nicht so bequem.

„Lass uns endlich irgendwann diese Woche zur Dachlounge gehen,“ hatte der Ehemann heute beim Frühstück vorgeschlagen. Programm geschaut: Ja, heute sah es recht interessant aus! Yasmine Hamdan kannte ich noch gar nicht[1], aber die Beschreibung hat mich ganz neugierig gemacht. Und es wurde noch besser als erwartet! Zwei Lieder wurden gesungen, wobei das zweite über Beyrouth (ach, Beirut schreibt man das wohl auf Deutsch), wo die Sängerin her kommt und den Bürgerkrieg erfahren hat, mich besonders berührt hat. Wie die Moderatorin Raffaela Jungbauer (links im Bild) danach sagte, man könnte gleich los heulen, selbst wenn man sonst kein Wort versteht.

Radioeins Dachlounge mit Yasmine Hamdan

Direkt nach dem zweiten Lied hat sich die Band (alle andere Musiker sind Franzosen) auf dem Weg zu ihrem nächsten Ziel gemacht: Berghain, wo sie heute Abend und morgen ein Konzert gibt. Schon ausverkauft. Wir sind auch kurz danach gegangen. Das nächste Programm mit den Zauberern war nicht so meins, und die Stühle, wie gesagt, nicht bequem genug, um dort länger zu verweilen. Außerdem war ich nach dem kleinen Caesar Salat immer noch hungrig.

[1] Oder ich hatte sie vergessen. Sie hat eigentlich in dem Film Only Lovers Left Alive von Jim Jarmusch eine Nebenrolle gespielt. Der Film, den wir mit dem Ehemann gesehen haben, an unserem „endlich wird es was“ Date.

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Pastinaken-Möhren-Bällchen mit Mangold

Pastinake-Möhren-BällchenManchmal gibt es Tage, wo ich mir direkt nach dem Aufstehen Rezepte ausdenke, die ich unbedingt sofort ausprobieren will. Das passiert nicht häufig, aber das passiert. Wie gestern. Auslöser war eine Diskussion letzte Woche mit einer veganen Kollegin, bei der über Mangold geschwärmt wurde. Ich liebe Mangold. Komisch, dass es in meiner Rezeptsammlung noch nicht erwähnt wurde. Mangold habe ich auch schon statt Champignons in einer Variante dieser veganen Pfanne eingesetzt. Und Pastinake! Wie ich auf Pastinaken stehe! Allein der Geruch, der auf den Händen bleibt, wenn man schon längst mit dem Schnibbeln fertig ist… Ob man Pastinake und Mangold in einem Gericht kombinieren kann? Klar. Daher die frittierten Pastinaken-Möhren-Bällchen, mit Mangold als Beilage.

Der Ehemann schlief noch ganz fest, als ich mich kurz vor neun auf dem Weg zum Wochenmarkt in Zehlendorf gemacht habe. Der Markt öffnet erst ab 09:00. So spät! In meinem Heimatdorf sind die Stände schon um 07:00 aufgebaut. Ich musste mich also zu Hause in Geduld üben, bis ich raus gehen konnte. Es war auf dem Markt um die Uhrzeit angenehm, nicht so viele Leute waren unterwegs. Vielleicht lag es auch daran, dass es seit dem frühen Morgen ununterbrochen geregnet hat. Um die Mittagszeit ist es sonst auf dem Markt für mich die Hölle. Kann man verstehen. Dort gibt es viele leckere Stände, Crêpes von einer echten Französin, saussisson sec, auch von einem Franzosen (glaube ich, der spricht jedenfalls akzentfrei), der noch so herrlich mit seiner Gitarre Stimmung bringt und mit seinen Nachbarn lauthals singt, wenn gerade keine Kunden da sind. Und die zwei Mädels, die so viele leckere orientalische Köstlichkeiten anbieten… Aber was erzähle ich so lange, einfach ein Blick in die Webseite werfen!

Und jetzt, zu den Pastinake-Möhren-Bällchen mit Mangold. Ich bin es naiv angegangen und habe gar nicht überlegt, dass die Bällchen, die man gerade geformt hat und ins heiße Öl schmeißt, noch klebrig sind und am Boden vom Topf haften. Viel Spaß beim raus fischen, sag ich nur. Ich habe bei der nächsten Ladung die Bällchen kleiner gemacht und zuerst in einem Esslöffel im heißen Öl gehalten und kurz frittiert, bevor ich sie los gelassen habe. Im Nachhinein hätte ich natürlich die Bällchen in Paniermehl wälzen sollen, das hätte die Zubereitung viel einfacher gemacht.

Die Zutaten (für 4 Portionen)

  • 1 Mangold
  • Kokosfett (30 g)
  • 1 Esslöffel Sesamöl
  • 2 große Pastinaken
  • 2 mittelgroße Möhren
  • etwa 15 Blätter glatter Petersilie
  • 1/3 Müsli-Schale Hirse
  • 4 Esslöffel Mehl
  • Wasser
  • Salz
  • Etwa 1 Liter Sonnenblumenöl zum Frittieren oder weniger, je nachdem, wie breit der Topf zum Frittieren ist. Natürlich würde sich eine Fritteuse am besten eignen. Ich habe keine.

Die Zubereitung

  • Pastinaken und Möhren schälen und in Stücke schneiden.
  • In einem Topf, die Pastinaken und Möhren mit Wasser bedecken und so lange kochen, bis sie weich genug zum Stampfen sind.
  • In der Zwischenzeit, die Mangoldblätter waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Beiseite stellen.
  • Hirse in der Schale reichlich salzen und mit Wasser bedecken. Mit einem kleinen Teller als Deckel obendrauf drei Minuten bei maximaler Leitung in der Mikrowelle heizen, dann warten und nicht anfassen, es wird super heiß, und wenn es abgekühlt ist, nochmal eine Minute heizen. Stehen lassen, bis es eingesetzt wird.
  • Die Pastinaken und Möhren mit seinem Schaumlöffel aus dem Topf heraus holen, gut abtropfen und in eine große Schüssel zusammen stampfen. Ein bisschen Kochwasser beiseite stellen, den Rest weg kippen.
  • Die Petersilienblätter mit einem scharfen Messen fein schneiden und mit Salz mit dem Püree mischen.
  • Hirse hinzufügen und gut rühren. Ich habe das Mehl nach und nach noch dazu gegeben, weil mir die Masse noch zu feucht vorkam, um zusammen haltende Bällchen daraus zu machen.
  • Frittieröl in einem kleinen Topf erhitzen (bei mir: Stufe 8 von 12 auf der Kochplatte war gut).
  • Die Bällchen in der Hand formieren, eventuell in Paniermehl wälzen (wird aber nicht in den Nährwertangaben berücksichtigt, da ich kein Paniermehl verwendet habe) und nach und nach im heißen Öl frittieren. Ich habe Ladungen von sechs kleinen Bällchen auf einmal gemacht. Die fertig frittierte Bällchen mit dem Schaumlöffel heraus holen und in einer Schüssel mit Küchenpapier abtropfen lassen. Das dauert lange! Eine gute Stunde kann man alleine beim Frittieren vor dem Herd stehen.
  • Wenn die Hälfte der Masse für die Bällchen aufgebraucht ist, kann man parallel den Mangold kochen.
    • In einer großen, hohen Pfanne, Kokosfett und Sesamöl leicht erhitzen.
    • Die Mangoldstücke drin tun, mit ein bisschen Kochwasser vom Wurzelgemüse rühren, leicht salzen und bei schwacher Hitze bedeckt kochen lassen.
  • Die Bällchen mit dem Mangold als Beilage auf dem Teller servieren.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 366,5 1466
Eiweiß (g) 7,9 31,7
Kohlenhydrate (g) 35,9 143,6
davon Zucker (g) 4,2 16,9
Fett (g) 19 76,1
Ballaststoffe (g) 8,2 32,6

 

Offener Brief an Jasmina

Liebe Jasmina,

du kennst mich nicht, und ich dich auch nicht. Ich durfte heute Abend im Bus neben deinem Kumpel, dessen Namen ich nicht kenne, sitzen. Aus Bequemlichkeit für den Rest des Briefes soll er Rachid heißen. Als ich in Johannisthaler Chaussee eingestiegen bin, war er schon dabei, mit dir zu telefonieren. Als er in Lichterfelde West ausgestiegen ist, war euer Gespräch immer noch nicht zu Ende.

Ich saß unweit von Rachid ganz hinten im Bus und war dabei, einen Schal für meinen Mann zu häkeln. Ich sitze schon seit fast einem Jahr dran, wenn auch unterbrochenerweise, es wird Zeit, dass ich damit fertig werde. Die Handbewegungen laufen jetzt so automatisch, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenken muss. Es war dabei schwer, der hiesigen Hälfte deines Gespräches mit Rachid nicht zu lauschen. Er kann ganz schön laut reden. Besonders, wenn er jemandem wie dir die Welt erklärt. Da müssen alle seine Mitreisende von seiner Weisheit erfahren.

Jasmina, du hast kürzlich einen neuen Freund gefunden. Rachid tut sich schwer, sich für dich zu freuen. Ja, er war dir gestern Abend auch richtig sauer gegenüber. Hoffentlich ist dieser neuer Freund nicht irgend so ein Arschloch, der dich ausnutzt und dich danach vernachlässigt. Das machen viele. Glaubst du ihm etwa nicht? Rachid weiß, wovon er spricht. Wie alt bist du denn? Und wie alt ist Rachid? Na also. Der Ältere hat doch immer Recht. Und dabei bist du so ein hübsches Mädchen. Wenn dieser Idiot sich so schlecht mit dir verhält, tritt er ihm in die Eier. Er würde ihn für dich richtig prügeln, dass er nach seiner Mutter schreit. Er sabbert ja fast bei dem Gedanke.

Rachid will dich. Das sagt er dir aber nicht. Stattdessen fragt er dich, ob du vielleicht am Samstagabend in die Schischa-Bar gehen willst? Er selber war noch nie dort. Wieviel kostet denn so was? Das weiß er nicht. Aber man wird es sich schon leisten können. Sicherlich kostet es nicht mehr als zehn Euros. Willst du mit ihm am Samstagabend hin? Ach ja, du wolltest ihm eine Freundin von dir vorstellen, vielleicht wäre sie etwas für ihn? Vielleicht würde Rachid dich endlich in Ruhe lassen, wenn du ihm eine Andere findest? Ach nee, woher kommt diese Freundin denn? Aus Niedersachsen? Die Mädchen dort können dir doch nicht das Wasser reichen. Du bist so ein hübsches Mädchen. Bestimmt ist diese Freundin so zickig wie seine letzte Freundin, darauf hat er kein Bock.

Wie, du willst mit deinem neuen Freund am Samstagabend die Zeit verbringen? Dein Freund kann doch gar nicht der Richtige für dich sein, wenn er dir nicht erlaubt, andere Freunde zu haben. Frag ihn mal, was er davon hält, wenn du andere Freunde hast. Und vielleicht ist es doch gar nicht so schlimm, wenn Rachid mit dir schläft? Aber das würde er dich nicht so direkt am Telefon fragen. Bestimmt würde dein neuer Freund dich von Rachid fernhalten wollen. Mit Recht. Also, wirklich, dein neuer Freund verdient dich nicht. Du solltest ihn verlassen.

Jasmina, mal im Ernst. Du hast schon in der Vergangenheit Rachid auf deinem Handy blockiert, das solltest du weiterhin machen, wenn dir noch ein bisschen Selbstliebe übrig bleibt. Rachid schert sich nicht darum, ob du glücklich bist. Alles, was ihn interessiert, ist, dich für ihn alleine zu haben. Willst du wirklich mit jemandem sein, der dir nie deine eigene Meinung gönnen wird, weil du als Jüngere ihm automatisch als Unterlegene erscheinst? Mit jemandem, der damit prahlt, deinen Liebsten gegenüber Gewalt anzuwenden, wenn sie sich ihm quer stellen? Dabei bist du so ein hübsches Mädchen, du könntest jeden kriegen, den du willst. Du findest bestimmt besser. Vertraue mir. Wie alt bist du nochmal? Sicherlich unter vierzig, weil du deine Zeit sonst nicht mit so einem affigen Jugendlichen verschwenden würdest. Du bist ja jünger als Rachid. Also bin ich älter, und damit habe ich Recht. Vergiss Rachid, du wirst auch noch weniger Kopfschmerze nach so langen sinnlosen Telefonaten bekommen.

Deine liebe Shaarazad

Immer noch keinen Vertrag

Letzte Woche hatte ich mein zweites Vorstellungsgespräch bei München. Ich fürchte, so einen guten Eindruck habe ich nicht hinterlassen.

Als erstes habe ich es geschafft, trotz sorgfältiger Planung zu spät anzukommen. Den Ort kannte ich schon ungefähr, da ich mehrmals am Forschungszentrum war, aber das Institut selbst lag an einer noch unbekannten Stelle. Ich war eigentlich sehr früh angekommen. Der Pförtner am Eingang vom Gelände hatte mir erklärt, wo das Gebäude zu finden war, aber ich habe mich trotzdem verlaufen. Links, über die Brücke, dann dem Weg entlang durch die Wiese… Keine Wegbeschilderung und unauffällige Gebäudenummerierung, es musste schief gehen. Als mir klar wurde, dass ich nicht pünktlich ankommen konnte, habe ich den Gruppenleiter angerufen. Der ist dann mit dem Fahrrad durchs Gelände gefahren, bis er mich gefunden hat. Ich war zu weit weg gelaufen, der „Weg durch die Wiese“ war nicht mal zwei Meter lang und direkt vor dem Gebäude. Die Bezeichnung „Wiese“ war recht übertrieben. Ich hatte mir eine viel größere Fläche vorgestellt.

Der Vortrag lief gut, aber mich hat es irritiert, dass ich mehrmals wegen Fragen unterbrochen wurde. Gut, warum nicht. Es wurde mir nur vorher in der Einladung mitgeteilt, dass ich zwanzig Minuten Zeit hätte, und so konnte ich gar nicht mehr wissen, wie lange ich noch reden sollte. Eigentlich hat keiner auf die Uhr geschaut. Danach sind alle weg gegangen, außer der Gruppenleiter, der alleine mit mir reden wollte. Ich war gar nicht darauf gefasst, was danach geschah. Ich dachte, wir unterhalten uns. Nicht wirklich. Er hatte sich Übungen ausgedacht, die ich dann ohne Vorbereitung lösen musste. Über Datendarstellung, Zahlenpräzision… Viele theoretische Fragen, die ich nie gelernt habe. Damit musste ich mich bis jetzt nicht auseinander setzen. Ich bin halt von der Ausbildung her Physikerin, Programmierung habe ich durch Praxis gelernt. Ich dachte, es wäre von vorne rein klar, durch meine Bewerbungsunterlagen und spätestens im Laufe des Vortrages, dass ich eher mit Frontend-Entwicklung zu tun habe und keine wissenschaftlichen Algorithmen selbst entwickle. Das war dem Gruppenleiter anscheinend nicht offensichtlich, und er sah definitiv nicht zufrieden aus. Inzwischen habe ich mich über die gefragten Themen informiert, aber es zählt nicht mehr.

Was soll’s, nach einem ausführlichen und interessanten Gespräch mit einem Mitarbeiter der Gruppe, der sich mit einer ähnlichen Aufgabe wie ich beschäftigt, bin ich zur Firma gefahren. Der Arbeitsvertrag lag bereit vor. Ich habe ihn in zweifachen Ausführung unterschrieben, sowie der Vertreter vom CEO. Der CEO selbst war abwesend, seine Unterschrift fehlte noch. Mit wurde versichert, dass er, sobald er am Montag zurück kommt, den Vertrag unterschreiben würde. Ich würde eine PDF Datei davon bekommen, und meine Kopie vom Vertrag würde mir per Post zugeschickt. Ob ich nun meinen Arbeitgeber informieren könnte? Klar, meinte der Vertreter. Mein zukünftiger Chef, den ich schon bei der Tagung letzte Woche getroffen hatte, hat mich dann mit breitem Grinsen empfangen und einem Teil des Teams vorgestellt. Er hat mir mit Begeisterung erzählt, was ich alles zu tun hätte, wenn ich in Januar anfange.

Nun, heute ist Mittwoch. Und bis jetzt habe ich immer noch keinen Vertrag bekommen, weder per Post noch elektronisch. Nicht mal eine Email, um mich über die Verspätung zu informieren. Ich mache mir Sorgen. Natürlich habe ich letzte Woche meinen Chef sofort informiert, da der Vertreter vom CEO so zuversichtlich war. Da ich doch nicht die Verlängerung von meinem Vertrag unterschreibe, wird sich einiges in dem Betriebsablauf ab Januar ändern. Je früher mein Chef Bescheid weiß, desto besser. Mein Chef hat wiederum die Personalabteilung darüber informiert, dass der neue Arbeitsvertrag nicht mehr benötigt wird. Ich habe also meinen aktuellen Job hingeschmissen, und habe immer noch nichts in der Händen, um meine neue Anstellung ab Januar zu beweisen. Scheiße.

Gestern kam ein neuer Vermittlungsvorschlag der Arbeitsagentur. Wenigstens nicht so absurd wie beim letzten Mal, auch wenn meine Chancen als wissenschaftliche Referentin sehr gering sind. Meine bisherige Bewerbungen auf solchen Stellen sind immer ohne angegebenen Grund abgelehnt worden.

Pilzsuppe

Da freut man sich, dass es draußen kälter wird!

Die Zutaten (für 4 Portionen)

  • 20 g Butter
  • 1/2 Zwiebel
  • 100 g Kräuterseitlinge
  • 100 g Austernpilze
  • 2 kleine Kartoffeln
  • 125 mL Sahne zum Kochen (15% Fett)
  • 2 Teelöffel Grobsalz
  • 1/2 Teelöffel Muskatnuß (gerieben)
  • Krauser Petersilie

Die Zubereitung

  • Die Zwiebel, die Pilze und die Kartoffeln grob schneiden.
  • In einem Topf, die Butter zum Schmelzen bringen.
  • Zwiebel, Pilze und Kartoffeln in den Topf werfen und fünf Minuten unter gelegentlichem Rühren scharf anbraten.
  • Mit Wasser bedecken und eine halbe Stunde bei schwacher Hitze zugedeckt köcheln lassen.
  • Mit einem Stabmixer, die Suppe fein pürieren.
  • Mit Salz und Muskatnuß würzen, Sahne dazu gießen und weitere fünf Minuten köcheln lassen.
  • Servieren und mit Petersilie dekorieren.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 141 564
Eiweiß (g) 3,6 14,4
Kohlenhydrate (g) 10,8 43
davon Zucker (g) 1,7 6,8
Fett (g) 9 35,8
Ballaststoffe (g) 2,6 10,4

Der gestohlene Kleiderständer

Mein Traum von vorletzter Nacht.

Ich war mit Kate in meinem Heimatdorf unterwegs. Wir gingen die Hauptstraße hoch bis zur Wohnung meiner Mami. Es war sonnig. Als wir auf halber Höhe der Straße waren, bemerkte ich einen kleinen Laden. Vor seiner geöffneten Tür stand ein Wäscheständer, der mir sehr bekannt vor kam. Es war meiner! Auf den Bügeln hingen sogar meine eigene Kleider, die ich nach dem Waschen zum Trocknen gehangen hatte und die jetzt von dem Laden zum Verkauf angeboten waren! Eine Unverschämtheit.

Ich habe den Wäscheständer genommen und ihn bis zur Wohnung geschoben. Kate folgte mir. Dort stand meine Mami mit meinem Bruder vor dem Haus. Mein Bruder war gleichzeitig mein Mann. Ich habe ihnen erzählt, dass ich meinen Wäscheständer gerade vom Laden zurück genommen hatte. Mein Bruder fügte hinzu, dass wir noch 50€ Pfand bezahlen mussten, um den Ständer zurück bringen zu können, obwohl er uns gehört.

Ich habe beschlossen, mit meinem Bruder zurück zum Laden zu gehen und die 50€ zu verlangen. Dort angekommen, hatte sich der Laden inzwischen in ein gut besuchtes Restaurant umgewandelt. Die Verkäuferin war jetzt Kellnerin und tat so, als ob sie so beschäftigt wäre, dass sie uns gar nicht wahrnehmen konnte. Es war natürlich nur gespielt, sie hatte uns ankommen gesehen und war zu ihrem Mann hinter der Theke gegangen, um ihn zu fragen, wie sie uns los werden könnte.

Ich habe nicht vor gehabt zu warten, bis sie sich entscheidet, mit uns zu reden. Ich habe mir die Dekoration vom Restaurant genau angeschaut und gesehen, dass ganz viel Holz für die Wände und die Decke verwendet wurde. Ich habe mit den Fingern das Holz gefühlt. Es war so reich bearbeitet wie die Balken, die man in alten Schlössern sehen kann, an der Loire zum Beispiel, mit Goldfarbe. Bestimmt würde es gut brennen können. „Lass uns die Bude abfackeln!“, habe ich meinem Bruder laut gesagt.

Ich bin aufgewacht.

Es wird spannend

Ich habe am letzten Donnerstag eine Email von der Firma bei München bekommen. Ob ich ab Januar bei ihnen anfangen könnte? Na klar! Was gibt es zu zögern? Wir haben schon gleich am Abend mit dem Ehemann in unserer Stammkneipe gefeiert.

Die Gehaltsfrage muss noch geklärt werden. Ich hatte beim Vorstellungsgespräch mein aktuelles Gehalt erwähnt und mir wurde gesagt, dass ich definitiv mehr erwarten könnte. Ich hätte auch nicht weniger gefragt, da ein Umzug von Berlin nach München höhere Kosten mit sich bringt. Ein Arbeitgeberwechsel muss sich lohnen. Dass wir schon darüber diskutiert hatten, schien mein Interviewer aber inzwischen vergessen zu haben, weil er mich nochmal am Freitag danach gefragt hat. Wenn wir uns einigen können, könnte ich diese Woche noch direkt nach meinem Vorstellungsgespräch vorbei kommen, um den neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben! Nun, seitdem ich meine Gehaltsvorstellung angegeben habe, habe ich keine Rückmeldung bekommen. Ich denke, wenn es zu viel verlangt wäre, würden sie schon versuchen, runter zu handeln, statt nichts mehr von sich hören zu lassen. Vermutlich werde ich noch heute informiert. Ich habe gestern Abend bei der Tagung mit meinem hoffentlich zukünftigen direkten Chef gesprochen, der nicht die Person ist, mit der ich meinen Vertrag verhandle, und er schien zuversichtlich zu sein.

Inzwischen liegt auch die Verlängerung meines aktuellen Arbeitsvertrags für ein weiteres Jahr bei der Personalabteilung zum Unterschreiben bereit. Da ich diese Woche nicht auf Arbeit bin, kann ich es erst ab nächster Woche unterschreiben. Ich hoffe, es kommt nicht dazu, und ich kriege vorher den Arbeitsvertrag bei München. Sonst muss ich die Verlängerung unterschreiben, und ich kann danach nicht mehr so schnell kündigen.

Für Winfried wird es hart, wenn es klappt. Kate ist schon weg. Tomasz verlässt uns Ende Dezember, da sein Vertrag nicht verlängert wird. Die Stelle gibt es noch und wurde ausgeschrieben, aber er selbst kann nicht mehr beschäftigt werden. Sinnlos, diese „du darfst nicht länger als X Jahre bei uns arbeiten“ Regelungen in der Wissenschaft. Egal für ihn, er hat schon eine neue Stelle in seiner Heimat gefunden. Das macht aber jetzt zwei Wissenschaftler, die auf einmal die Gruppe verlassen und nicht so schnell ersetzt werden können. Selbst wenn neue Postdocs kommen, werden sie eine Weile brauchen, bis sie den guten Betrieb der Geräte für unsere Nutzer gewährleisten können. Und nun soll ich auch meine Verlängerung nicht unterschreiben? Ich, die zusätzlich eine der Wenige bin, die Rufbereitschaft macht? Und die noch Software entwickelt, die von Nutzern aus aller Welt benutzt wird und die gewachtet werden muss? Da wird Winfried durch drehen. Wenn ich die Verlängerung unterschreibe, wird er bestimmt nicht mit einem Auflösungsvertrag einverstanden sein.

Aber ehrlich gesagt, es ist mir langsam egal. So sehr es mir für ihn Leid tut, er wird schon eine Lösung finden. Diesen ewigen leeren Versprechen auf eine langfristige Einstellung glaube ich nicht mehr, und ich bin auch nicht mehr daran interessiert, seitdem Mr Keen bei uns eine Dauerstelle hat. Rufbereitschaft will ich nicht mehr und ich sehne mich nach einem Job, wo ich meine Wochenende nicht mehr opfern muss. Und wir haben gerade erfahren, dass die Betriebsplanung sich ab dem nächsten Jahr ändern wird und jetzt sogar am Sonntag gearbeitet werden soll! Ohne mich. Es muss in München klappen!

Der botanische Garten in Cambridge

Bevor die Tagung anfängt, habe ich mir ein bisschen Zeit genommen und den botanischen Garten besucht. Die wichtigsten Touristenattraktionen hatte ich schon bei meinem ersten Aufenthalt in der Gegend besucht, und auch wenn es schön war, wollte ich etwas anderes sehen. Also ab zum botanischen Garten, der auch noch nicht weit vom Hauptbahnhof liegt.

Den ersten Eingang zum botanischen Garten konnte ich nicht benutzen, weil ich zeitgleich mit einer Militärparade die Bahnhofstraße runter gegangen bin, und der Eingang direkt hinter einem Denkmal für die gefallenen Soldaten im ersten Weltkrieg liegt. Heute gab es vor dem Denkmal eine Zeremonie, mit Schweigeminuten und Gedichten und Hymnen, das Publikum hat sogar mitgesungen. Aber deswegen war der Eingang zum botanischen Garten gesperrt. Ich habe den Eingang von der Bateman Street benutzt.

Der Garten selbst ist sehr schön und ordentlich angelegt. Von weitem nicht so groß wie in Berlin, jedoch gab es viele Pflanzenarten und Bäume die ich noch nicht kannte. Die Skabiosen, die ich auch bei uns auf der Terrasse gepflanzt haben, scheinen sich hier recht wohl zu fühlen. Einige Bäume sind für Kinder mit Augen am Stamm gekennzeichnet, und sie werden dazu aufgefordert, Samen oder Äste zu sammeln, um sich einen Zauberstab zu basteln. Wie die Buche, die aus zwei Buchen „gebastelt“ wurde.

Die wunderschöne Katze, die mehrmals an mir vorbei gerauscht ist, hat sich anscheinend ihr Zuhause im botanischen Garten gemacht. Während meines ganzen Besuches hörte ich von überall kleine Kinder, die plötzlich so aufgeregt „Kitty! Kitty!“ gerufen haben. Wenn sie wüssten, wie die Katze ein graues Eichhörnchen einen Baum hoch gejagt hat…

In Cambridge ist es gerade nicht sehr warm, seit gestern bin ich nur am Frieren, und nach einer Weile musste ich zu den Gewächshäusern gehen. Bei den Kakteen hat mir der „Hasenohrenkaktus“ besonders gefallen. Ganz viele atemberaubenden Blumen waren zu sehen, zu viele, um alle zu zeigen. Vor allem die, die wie ein bunter Vogelkopf aussieht und deren Namen ich mir nie merken kann. Sie darf in keinem botanischen Garten fehlen. Das Gebäude selbst wirkt recht gemütlich, aus Holz und mit genug Sitzplätzen, um in Ruhe und in der Wärme zu entspannen.

Zum Schluß gab es noch eine Tasse Kaffee mit Pastry im Café des Gartens, und schnell zurück zum Hotel. Mittlerweile ist es sehr winding und bedeckt geworden. Mir ist es so kalt hier!

Süßkartoffeln im Backofen mit Quark-Limette-Sauce

Die Zutaten (für 2 Personen)

  • 2 nicht zu großen Süßkartoffeln
  • Olivenöl
  • Grobkörniges Salz
  • 4 Esslöffel Magerquark
  • Saft einer Limette
  • 1 Teelöffel Honig
  • 1/2 rote Zwiebel
  • 1/2 Bund Schnittlauch
  • 1/2 Espressolöffel Chilipulver

Die Zubereitung

  • Süßkartoffeln backen:
    • Backofen bei 180 °C vorheizen.
    • Die Süßkartoffeln gründlich waschen und abtrocknen.
    • Jede Süßkartoffel mit einem Messer der Länge nach tief einschneiden (aber nicht komplett halbieren!).
    • Zwei große Stücke Alu-Folie ausbreiten.
    • Die Süßkartoffeln in Olivenöl einreiben und mit Salz und Pfeffer rundherum würzen.
    • Süßkartoffeln getrennt in Alu-Folie einwickeln und eine gute Stunde im Backofen backen lassen. Die Süßkartoffeln müssen nach der Backzeit weich und leicht zu schneiden sein.
  • Quark-Limette-Sauce vorbereiten:
    • In einer mittelgroßen Schüssel, den Quark mit dem Limettensaft und dem Honig rühren.
    • Zwiebel und Schnittlauch ganz fein schneiden und hinzufügen.
    • Mit Salz und Chilipulver nach Geschmack würzen.
    • Bis zum Ende der Backzeit der Süßkartoffeln ziehen lassen und nochmal kurz rühren.
  • Süßkartoffeln nach der Backzeit aus den Alu-Folien raus nehmen, auf Teller anrichten und mit Quark-Limette-Sauce gießen.

Mit angeröstetem Sesam würde es bestimmt auch gut schmecken.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 270 540
Eiweiß (g) 15,1 30,2
Kohlenhydrate (g) 42,5 85
davon Zucker (g) 15,2 30,4
Fett (g) 5 10
Ballaststoffe (g) 6,1 12,2