Im Médoc

Endlich sind wir im Urlaub. In Frankreich. Ich habe mich darauf gefreut. Auf den Urlaub. Nicht so sehr auf Frankreich. Urlaub in Frankreich, ohne meine Eltern zu besuchen, fühlt sich komisch an.

Wir sind zuerst im Médoc angekommen. Über Amsterdam nach Bordeaux geflogen. Der Ehemann hatte ein Auto bei Europcar gemietet. Das war vielleicht ein Fehler! Wir sind wegen Verspätung kurz vor fünf Uhr nachmittags gelandet. Nachdem wir das Gepäck geholt haben, hat sich der Ehemann auf dem Weg zu den Mietwagenläden gemacht. Ich habe draußen warten wollen. Die Sonne schien, ich habe sie in Berlin lange genug vermisst. Kurz danach ist der Ehemann zu mir gekommen. Er hatte eine Nummer gezogen, es waren fünfzig Nummer vor ihm und gerade drei Personen waren da, um die Kunden zu empfangen. Wir haben zwei Stunden warten müssen, bis unsere Nummer am Schalter dran kam. Was für eine Unverschämtheit! Wir haben das Auto schon über ein Monat her gebucht, und die anderen Kunden kamen sicherlich auch nicht unangekündigt, wieso konnten die Leute bei Europcar nicht den Ansturm von Kunden planen und sicher stellen, dass genug Angestellte zur Verfügung stehen? Oder dass die gebuchte Wagen tatsächlich vorhanden sind? Wir haben — schon wieder — ein größeres Auto als geplant bekommen, weil unser Wunschmodell nicht mehr da war. Ich freue mich nicht darüber. Der Ehemann hätte auch lieber ein kleineres Modell zu fahren gehabt — wie halt gebucht. Nee. Ob das an Europcar liegt, oder eher daran, dass man in Frankreich nichts gebacken kriegt, frage ich mich. Wir hatten ja gerade auf Arbeit viel Ärger mit einer französischen Firma, die es zum zweiten Mal nicht geschafft hat, uns die versprochene Leistung zu liefern.

Als wir nach einer Stunde Fahrt zu unserem Hotel angekommen sind (wie schnell die Leute hier unterwegs sind! Wir sind auf einer 110 km/h Straße von Autos überholt worden, die bestimmt bei 150 km/h fuhren), war es schon halb neun. Wir konnten noch gerade einen Tisch im Restaurant bekommen. Die Küche machte um neun schon zu. Das Essen war hevorragend, der Kir Médocain (Brombeerlikör mit Rotwein) hat mich sehr angenehm überrascht, aber entspannen konnten wir wegen der blöden Warterei auf den Mietwagen am Flughafen nicht wirklich. Süß fand ich den Hase, der auf der Wiese in aller Ruhe das Gras fraß, und das Kätzchen, das den Hase weg gejaggt hat, wenn die Gäste dem Hase zu viel Aufmerksamkeit geschenkt haben, um sich dann gegen ihre Beine zu reiben.

Geschlafen haben wir gut, aufwachen war trotzdem schwer. Wir sind heute nach La Rochelle gefahren. Ich war den ganzen Tag müde und mir ging es erst besser, als wir auf der Insel Oléron eine kurze Pause am Strand gemacht haben. Kaffee getrunken, obwohl es schon nach vier Uhr nachmittags war, und im Ozean geschwommen. Der Ehemann ist lieber am Strand geblieben. In La Rochelle sind wir am frühen Abend angekommen. Apéritif auf einem Schiff getrunken, Muscheln mit Roquefort in einem Restaurant am Hafen gegessen. Früh zum Hotel (Mercure) gekommen. Der Ehemann hatte sich, wie auch immer, einen Sonnenbrand geholt. Es war doch den ganzen Tag bedeckt.

Wir waren relativ früh im Bett. Der Ehemann schläft jetzt seelisch. Ich kann nicht, obwohl ich den ganzen Tag so müde war. Ich frage mich, ob ich abends am Restaurant wirklich ein Déca bekommen habe. Mein Buch kann ich nicht lesen, weil das Licht den Ehemann beim Schlafen stören würde. Viel auf Internet lesen leider auch nicht, weil die Internetverbindung vom Hotel ziemlich miserabel ist. Ständig wird sie unterbrochen. Ich hasse es, im Bett zu liegen und nicht schlafen zu können.

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3 Gedanken zu “Im Médoc

  1. Das Problem hatten wir auch immer, dass mein Mann nicht schlafen konnte, wenn das Licht an war und ich nicht, weil ich im Dunklen lag und nichts lesen konnte, was mich irgendwie runter kommen ließ. Hast du einen E-Book-Reader? Die können Abhilfe schaffen, die haben auch Beleuchtung, so dass man im Dunklen lesen kann. Gute Alternative zu schlechtem WLAN im Hotel (kommt ja leider häufig vor).

    Hoffe, du kannst dafür den Rest des Urlaubes erholsamer schlafen.

    LG

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