Ich will nicht krank werden

So wie es sich anfühlt, habe ich keine Wahl. Als ich nach Hause angekommen bin, habe ich mich zuerst auf der Couch hingelegt. Mir ging’s nicht gut, ich hatte den ganzen Tag Bauchschmerzen. Nach dem kurzen Nickerchen ging es mit dem Bauch besser, dafür habe ich Gliederschmerzen bekommen. Mir wurde es zu kalt und ich musste eine dicke Sporthose und meine Thermosocken anziehen. Dabei haben wir fast 26 °C in der Wohnung. Also Fieber, genauer gesagt 38 °C. Und mein Bauch schmerzt doch noch ein bisschen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich gestern zu leicht angezogen war. Im Radio hatten sie etwas von 26 °C erzählt. Die hatten wir in meinem Arbeitsviertel definitiv nicht. Ich habe es schon bereut, als ich das Haus in meinem kurzen Kleid verlassen habe, konnte leider nicht mehr zurück. Ich hatte einen Termin auf Arbeit und musste ganz früh und pünktlich vor Ort sein. Tagsüber war es in meinem Büro zu warm, da ich jetzt im letzten Stock auf Südseite bin (ach ja, ich bin wieder umgezogen), aber draußen habe ich ständig gefroren. Abends auf dem Heimweg war es nach dem Aussteigen aus dem Bus deutlich wärmer und nicht so windig. Wahnsinn, was zwanzig Kilometer Abstand in einer so flachen Stadt für einen Unterschied machen können.

Ich war gestern Abend mit dem Ehemann bei unserer Stammkneipe verabredet. Da er jetzt ganz nah von zu Hause aus arbeitet, habe ich ihn darum gebeten, mir eine Hose und eine Strickjacke mitzubringen. Die habe ich direkt beim Ankommen in der Kneipe angezogen. Leider gab es gestern Abend ausnahmsweise keine Band, die Musik gespielt hat. Das hat man an der viel geringeren Anzahl von Gästen gemerkt. Wir haben beide Brown Ale getrunken. Dazu habe ich mir Hirtenkäse mit Oliven bestellt. Ich hatte eine kleine Platte Käse mit Oliven erwartet und habe einen Riesensalat mit Käse und Oliven bekommen. Und eine Vinaigrette, die selbst mir zu sehr nach Essig geschmeckt hat. Vielleicht habe ich sie nicht so gut ertragen. Ich musste heute häufig zu Toilette und hatte am Morgen leichten Durchfall.

Oder liegt es an meiner Periode? Die hatte ich schon vermisst. Die letzte hatte sechs Wochen her statt gefunden. Komisch nur, dass alle meine Schwangerschaftstests negativ ausfielen, selbst heute Morgen. Ob es sich um eine extrauterine Schwangerschaft handeln könnte? Beim letzten Mal waren die Testergebnisse negativ, weil das Schwangerschaftshormon in solchen Fällen nicht so schnell ansteigt. Ich bin also um acht Uhr morgens zur Sprechstunde meiner Gynäkologin angekommen. Sie liegt praktischerweise ganz nah zur Arbeit, unpraktischerweise eine Stunde ÖPNV von zu Hause aus. Was soll’s, wenigstens habe ich eine gefunden, die mich als frische Berlinerin in ihrer Praxis angenommen hat. Nicht so einfach. Sie wollte gerade die Untersuchung anfangen und hatte mir den zylindrischen Metallteil in die Scheide eingeführt, als sie sagte, „aber da liegt doch eine Blutung vor!“ Ich habe mich ganz blöd gefühlt. Die Periode muss im Wartezimmer angefangen haben. Die Ärztin hat die Untersuchung abgebrochen, und mir ist lediglich eine Blutprobe „zur Beruhigung“ abgenommen worden. Und da viele Ärzte dazu neigen, Patienten in Schubladen zu stecken, bin ich jetzt die „Möchte-gerne-Mutter, die sich zu viel Stress deswegen macht“. Nur weil ich angemerkt habe, dass meine Temperatur seit der letzten Periode außergewöhnlich niedrig geblieben war und vermutlich kein Eisprung statt gefunden hatte. Ich dachte, es könnte eine nützliche Information sein. Jetzt soll ich „aufhören, alles so genau zu analysieren“. Es wird doch empfohlen, mit dem täglichen Messen der Temperatur den Zeitpunkt vom Eisprung zu bestimmen, um die Chancen einer Schwangerschaft zu erhöhen… Seit der Fehlgeburt weiß ich nicht mehr, wann es sein sollte. Das ist vor allem schwierig, wenn mein Zyklus nicht mehr regelmäßig ist. Dabei ist mein Schwangerschaftswunsch nicht mal so ausgeprägt, wie die Ärztin es zu glauben scheint. Ich versuche es nur dem Ehemann zuliebe, der gerne Kinder hätte. Wobei es kein Drama wäre, keine zu haben.

Ich habe jedenfalls Paracetamol geschluckt, Honigtee getrunken und packe mich ins Bett. Das ist blöd, wir wollten am Wochenende eine Freundin in Mittelfranken besuchen, die ich seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen habe. Wenn es mir morgen nicht besser geht, muss ich absagen. Nicht nur, dass es mir unangenehm wäre, in dem Zustand so lange im Auto zu sitzen. Ich will ihre ganz junge Kinder nicht anstecken.

Advertisements

7 Gedanken zu “Ich will nicht krank werden

Teile deine Meinung mit!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s