Rote Beete Auflauf mit Feta

Einfach und lecker. Ich benutze zu selten rote Beeten in der Küche, das sollte sich ändern. Ich habe sie ohne Handschuhe geschnitten. Die Farbe auf den Fingern ist relativ schnell wieder verschwunden.

Die Zutaten (für 2 Personen)

  • 4 kleinen roten Beeten (meine waren wirklich klein, ich habe vergessen, sie zu wiegen, aber schätze sie auf maximal 300 g insgesamt)
  • 200 g Feta
  • 1 Esslöffel Olivenöl
  • 4 Zweige Rosmarin
  • Pfeffer

Die Zubereitung

  • Die roten Beeten und den Feta in kleinen Würfeln schneiden.
  • In einer kleinen Auflaufform, die gewaschenen Zweige Rosmarin legen.
  • Zuerst die Würfel roter Beete auf dem Rosmarin streuen, dann mit dem Feta bedecken.
  • Olivenöl in dünnem Strahl drüber gießen und pfeffern.
  • Für etwa vierzig Minuten bei 150°C backen.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 400 800
Eiweiß (g) 23,3 46,5
Kohlenhydrate (g) 13,6 27,2
davon Zucker (g) 13,6 27,2
Fett (g) 29 58
Ballaststoffe (g) 3,8 7,5
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Gewählt

Wäre ich momentan nicht so müde, hätte ich vorher darüber geschrieben. Schon mal vorweg: Enttäuschend aber nicht überraschend, mein Plan, Fillon vor Le Pen zu bringen und diese dadurch daran zu hindern, in die zweite Runde zu kommen, ist nicht aufgegangen. 1,3% der Stimmen haben gefehlt. Der EU-feindliche Mélanchon stand nur ein halbes Prozent hinter Fillon und hat dadurch viel mehr Stimmen bekommen als geplant. Hmm. Keine Panik. Jetzt ist eh klar, dass Macron durch kommt. Ich will noch glauben, dass es genug Vernunft in diesem Land gibt.

Wir sind gestern früh aufgestanden. Ich hatte im Kopf, dass die Wahllokale um 09:00 auf machen und wollte so früh dort sein. Gut fünfzig Minuten brauche ich bis dahin. Die Lokale waren eigentlich schon seit 08:00 geöffnet, aber dafür hätten wir um 06:00 an einem Sonntag aufstehen müssen… Im Nachhinein: Es hätte sich doch gelohnt. So schlimm wie in anderen Ländern war es nicht, aber eine gute Stunde vor Ort hat es mir gekostet. Zuerst eine halbe Stunde unter dem leichten Regen auf dem Bürgersteig vor der Botschaft in der Schlange gestanden. Hätte ich mir ein Kleinkind ausgeliehen, wäre ich vom Personal einfach so vor der ganzen Schlange durchgewunken worden. Hmm, vielleicht eine Idee für die zweite Runde…

Die Sicherheitsvorkehrungen: Minimal. Polizisten haben die Ausweise vor dem Eintritt ins Gebäude geprüft. Im Gebäude wurden die Taschen geröntgt. Aber draußen, wo so viele Wähler standen? Keinen sichtbaren Schutz. Ganz normaler Straßenverkehr. Die Leute standen in zwei Reihen bis zur Kante vom Bürgersteig, und leichte Beute waren wir, falls jemand mit Sturmgewehr oder LKW einen Massaker anrichten wollte. Nichts hätte es verhindern können.

Drin habe ich noch zweimal Schlange gestanden. Zuerst, um den Ausweis geprüft zu bekommen und die Nummer von meinem Wahlzimmer zu erfahren. Eine Frau hinter mir hat sich darüber aufgeregt, dass die Sicherheitsleute am Eingang der Botschaft maghrebiner Herkunft sind, und noch die Frechheit besitzen, sich auf Arabisch zu unterhalten, wenn sie sich alleine glauben. Weil die Frau vielleicht in ihrem täglichen Leben hier mit anderen Franzosen nur auf Deutsch redet? Was geht ihr an, welche Sprache andere Leute unter sich benutzen? Vor allem diese Sicherheitsleute, die ich immer recht freundlich erlebt habe. Blöde Kuh. Die Frau habe ich zum Glück nicht so lange hinter mir ertragen müssen. Danach musste ich nochmal vor dem Wahlzimmer Schlange stehen. Eine Mitwählerin hat sich in der Schlange nach vorne durchgeschummelt, indem sie sich als Journalistin für Le Point angegeben hat und Leute vor der Wahl zu ihrer Meinung vom Wahlkampf befragt hat. Mein Ischias hat am Ende angefangen, sich zu beschweren. Als ich endlich im Büro war, ging es ziemlich schnell.

Abends, beim Lesen meiner Emails, war ich nicht ganz erfreut zu sehen, dass ich eine neue merkwürdige Kontaktanfrage auf LinkedIn bekommen hatte. Von einer Französin, die ich gar nicht kenne und die bei den Republikanern tätig ist. Wahrscheinlich war sie Wahlhelferin, obwohl ihr Profilbild mir nichts sagt. Ich fand es auf jeden Fall eine Frechheit, da sie offensichtlich Datenschutz völlig missachtet. Aber sie kann doch nicht den Namen aller Wähler behalten haben, um sie danach zu kontaktieren! Wir waren um die 7500 Personen, die in Berlin gewählt haben. Keine Ahnung, warum sie meinte, mich kontaktieren zu wollen. Ignorieren kann ich es ja. Wir haben beruflich rein gar nichts miteinander zu tun.

Grüner Spargel mit Tomaten

Diesen Salat habe ich heute Abend entworfen. Dazu gab’s je ein weichgekochtes Ei und Baguette.

Die Zutaten (für 2 Personen)

  • 3 Esslöffel dunkler Balsamico
  • 1 Esslöffel geschmackneutrales Öl, z.B. Sonnenblumenöl
  • 8 Stangen grüner Spargel
  • 200 g Cocktail-Tomaten
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Handvoll Pinienkerne
  • Salz
  • Pfeffer

Die Zubereitung

  • Die Spargel waschen, in fingerlangen Stücke schneiden und in der Länge halbieren oder vierteln, je nachdem, wie dick die Stücke sind.
  • Die Tomaten in der Länge halbieren.
  • Die Zwiebel in Brunoise schneiden.
  • In einer Pfanne, die Pinienkerne ohne Fett leicht braun anrösten.
  • Die Pinienkerne beiseite stellen und abkühlen lassen.
  • In der Pfanne, die Spargelstücken mit dem Balsamico und dem Öl für fünf Minuten unter Rührung scharf anbraten. Danach mit geringerer Hitze weitere fünf Minuten köcheln lassen. Eventuell mit Wasser ablöschen, falls es droht, in der Pfanne zu trocken zu werden.
  • Die Tomatenhälfte hinzufügen und nur so lange anbraten, bis sie ein bisschen weich werden.
  • Die Spargelstücke und Tomaten in eine Salatschüssel geben und mit der Zwiebel und den Pinienkernen mischen.
  • Salzen, pfeffern und gut abkühlen lassen.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 165 330
Eiweiß (g) 3,8 7,6
Kohlenhydrate (g) 10,9 21,7
davon Zucker (g) 4,6 9,2
Fett (g) 11,4 22,7
Ballaststoffe (g) 3,3 6,6

Wahlunterlagen bekommen

Ich habe sie heute im Briefkasten gefunden. Inklusiv Wahlzettel und Werbematerial aller Kandidaten. Es sind ja noch vier Tage bis zur Wahl… Immerhin habe ich letzte Woche die Information zum Wahlort per Email erhalten. Wie zu erwarten war, muss ich zur Botschaft. Ich hatte mir nur Sorgen gemacht, weil ich bisher gar nichts über die Wahl bekommen hatte, und mich fragte, ob ich irgendwie vergessen wurde und doch nicht wählen gehen könnte.

Ich hatte mich bis jetzt noch nicht entschieden, für wen ich wählen würde. Gegen wen ist ja klar, obwohl sie in der zweiten Runde sowieso keine Chance hat. Als ihr Vater es vor fünfzehn Jahren durch die erste Runde geschafft hatte, und alle Franzosen plötzlich blöd geguckt hatten, wurde Chirac in der zweiten Runde mit über 80% der Stimmen neu gewählt. Zähneknirschend, aber immer noch besser als die Alternative. Nun, wenn man den Umfragen glaubt, hätte sie selbst bei der zweiten Runde viel mehr Stimmen als ihr Vater, aber nicht genug, um durch zu kommen.

Das Aussortieren der Kandidaten ging relativ schnell. Als Expat in der EU sind schon mal alle, die sich für ein Frexit ausgesprochen haben, in den Mülleimer gelandet. Ihnen sind die gefolgt, deren Namen ich noch nicht mal kannte. Ich gebe zu, ich lese kaum französische Nachrichten. Alles, was ich über den Wahlkampf mitbekommen habe, stammt aus der deutschen Presse. Wichtig ist mir aber, dass die Le Pen nicht durch kommt. Meine Stimme einer kleinen Partei zu schenken, die von vornherein keine Erfolgschance hat, hätte den selben Effekt, wie in eine Geige zu pinkeln — was jetzt direkt eins zu eins vom Französischen übersetzt wurde, der deutsche Äquivalent wäre eher, „es wäre völlig für die Katz“. Genau das ist 2002 passiert, als alle dachten, Jospin würde mit links durch kommen, und deswegen kleine Parteien als Ausdruck der allgemeinen Unzufriedenheit gewählt haben.

Nun habe ich jetzt mit diesen Kriterien meine Auswahl auf zwei Kandidaten reduzieren können. Ich habe dann nach Umfragen gegoogelt, und beide stehen in der Viererliste vorne. Mélanchon hat schon vorher wegen seiner EU-feindlichen Haltung den Weg zum Papierkorb gefunden. Die Frage ist nun, Fillon oder Macron? Macron hat laut Umfragen knapp mehr Wahlabsichten als Le Pen, Fillon liegt deutlich drunter. Ich könnte Fillon wählen, um Le Pen nicht so einen großen Vorsprung zu gönnen. Der Ehemann ist Fillon skeptisch gegenüber, weil er sich als überzeugter Katholiker angibt. Er fürchtet, dass er die Laizität, die ich in Frankreich so schätze, gefährden könnte. In seinem Wahlkampfblatt steht aber, dass er sie weiterhin schützen würde. Und ich hatte vor vielen Jahren im Fernseher eine Debatte zwischen ihm und Jospin gehört, in der er viele interessante Ideen gebracht hatte. Andererseits kenne ich Macron nur seit dem aktuellen Wahlkampf, aber er bringt bessere Vorschläge im Bereich Soziales. Na ja, wie gesagt, meine Stimme für Fillon in der ersten Runde wäre erstmals nur eine rein taktische Wahl, um ihn näher an Le Pen zu bringen. Ich wage es kaum zu glauben, dass er sie sogar überholen könnte. Träumen kann man.

Die zickige Nichte

Wir haben einen großen Teil vom Osterwochenende mit der Schwiegerfamilie verbracht. Alle waren da, wenigstens alle aus der näheren Verwandtschaft vom Ehemann. Sein Vater, den wir gestern Morgen mit dem Auto abgeholt haben, um zu einer Cousine zu fahren. Deren Eltern, Schwester und Schwager, die samt Kindern aus Frankfurt hierher gekommen sind. Ihre eigene Kinder und Ehemann. Ich denke immer an sie als „die Familie vom Ehemann“, aber jetzt sind sie auch meine Familie. Ich habe mich noch nicht ganz an den Gedanken gewöhnt.

Mit seinen Cousinen ist der Ehemann eng gebunden, vor allem mit der aus Frankfurt, mit der wir den letzten Urlaub verbracht haben. Nach dem Tod seiner Mutter, als sein Vater mit der neuen Situation nicht klar kam, hat er viel Zeit mit ihnen verbracht. Sie sind ein bisschen wie Schwestern für ihn. Ihre Kinder, alle Mädchen, nennt er seine „Nichten“. Ein besseres Wort gibt es wohl nicht, sonst würde er es benutzen. Er kann sehr penibel sein, wenn es darum geht, die richtigen Begriffe zu benutzen. „Kinder“ trifft bei den Nichten eigentlich nicht mehr zu. Die Jüngste, Ella, ist elf Jahre alt. Die Älteste, Charlotte, ist mit ihrem Bachelor schon fast fertig. Jedenfalls sind sie jetzt auch meine Nichten. Das ist mir erst bewusst geworden, als wir einmal zufällig Charlotte in der Nähe der Uni getroffen haben, und sie uns dann ihrem anwesenden Kommilitonen als „mein Onkel und meine Tante“ vorgestellt hatte. Krass.

Wir haben uns am Wochenende zuerst am Samstagabend zum Essen in einem Restaurant verabredet. Das hat Tradition, wenn die Großeltern zu Besuch kommen. Wir waren alle an einem langen Tisch. Es hat sich natürlich ergeben, dass die vier jüngeren Cousinen an einem Ende des Tisches gesessen haben, während die ältere Familienmitglieder am anderen Ende saßen. Wir waren mit dem Essen noch nicht fertig, als die ältere Schwester von Ella, Mila, uns verlassen hat, weil sie mit einer Freundin in der Nähe verabredet war, um bei ihr zu übernachten. Ich fand es recht rücksichtslos von ihr, da ihre Großeltern nicht häufig da sind und von weitem angereist waren, um ihre Enkelinnen zu besuchen, und sie es offensichtlich nicht zu schätzen weiß. Nun, wenn die Eltern nichts dagegen einzuwenden haben, habe ich auch nichts zu sagen. Ich fand es noch merkwürdig, dass sie sie mit knapp dreizehn Jahren alleine zu Fuß bei Anbruch der Dunkelheit gehen lassen, da man nie weiß, wen man treffen kann. Vielleicht wollen ihr die Eltern dadurch einen Eindruck von Vertrauen vermitteln. Mir kommt es ziemlich unverantwortlich vor.

Zickig finde ich die Kleine, vor allem seit dem letzten Weihnachten. Die vier Mädels sind reichlich mit Geschenken verwöhnt gewesen, und die Anderen haben sich wenigstens dankbar gezeigt. Nicht so bei Mila. Sie hat ihre Mutter richtig angefaucht, weil sie es gewagt hatte, ihr zusätzlich Sachen zu schenken, die sie sich nicht ausdrücklich gewünscht hatte. Sie hat es geschafft, mit ihrem Verhalten sowohl ihre Mutter als auch ihre Oma derart zu verletzen, dass die Oma Tränen bekommen hat. Sie hat sich danach nicht mal entschuldigt. Angeblich war die Mutter in dem Alter genau so. Es scheint erblich zu sein, obwohl die zwei anderen Nichten eine viel bessere Erziehung zeigen. Mit deren Mutter ist auch nicht zu spaßen.

Jedenfalls waren wir gestern Morgen wieder alle zum Essen verabredet. Mir ist dabei ganz schnell ein bestimmter Geruch in die Nase gekrochen, den ich bei mir sehr gut kenne, seitdem wir mit dem Ehemann keine Kondome mehr benutzen. An solchen Tagen wechsle ich ganz häufig meine Slipeinlagen, um keine olfaktive Belästigung für meine Mitmenschen zu werden, weil die morgendliche Dusche nicht reicht. Der Geruch stammte eindeutig aus Mila, aber den schien außer mir keiner wahrgenommen zu haben. Ich wäre fast drauf und dran gewesen, ihr zu sagen, sie sollte duschen gehen, so sehr sie nach Sperma stank. Von wegen „ich übernachte bei einer Freundin“. Ich habe sie doch nicht darauf angesprochen, weil ich nicht die Gelegenheit hatte, kurz alleine mit ihr zu reden, und ich sie nicht vor den Anderen bloß stellen wollte. Im Nachhinein frage ich mich, warum eigentlich nicht? Sie schert sich nicht um die Gefühle Anderer, wie ich über Weihnachten erfahren durfte.

Ich hoffe wenigstens, dass sie die Pille nimmt, wenn sie offensichtlich schon mal keine Kondome benutzt. Mit dreizehn schwanger zu werden wäre echt blöd. Sie muss aber auch wissen, dass Kondome nicht nur von Schwangerschaft sondern auch von schweren Krankheiten schützen und nicht weg zu denken sein sollten. Das sollte doch in der Schule Thema sein. Ich weiß nicht, ob ich irgendwas unternehmen soll, oder einfach nur die Klappe halten soll. Schließlich muss sie wissen, was sie tut, und wenn sie so zickig ist, wird sie sowieso nicht gut auf ein solches Gespräch reagieren.

Daten mit Gnuplot darstellen

Auf meinem gestrigen Beitrag, wo ich meine Gewichtsentwicklung seit jetzt fast einem Jahr zeige, gab es einen Kommentar von Mimeiso, der gerne solche Darstellungen für sich machen würde, aber mit Apps zu diesem Zweck unzufrieden ist. Ich benutze keine App dafür. Ich benutze Gnuplot, und zwar auf meinem Rechner.

Gnuplot ist eine Open Source Software, die ich seit meinem Physikstudium in den Neunzigern benutze. Damals hatten wir sie gebraucht, um Daten darzustellen. Sie bietet aber vieles mehr, zum Beispiel um Funktionen an Daten anzupassen. Sie kann sogar Funktionen mit gemeinsamen Parametern an verschiedenen Datensätzen anpassen, was ich mit der kommerziellen Software Origin nie machen konnte — wenigstens nicht mit der alten Lizenz, die wir am Institut während meiner Doktorarbeit zur Verfügung hatten. Ich fand es sehr nützlich, um zum Beispiel bei einem Phasenübergang zweiter Ordnung den Ordnungsparameter anhand von verschiedenen, zeitgleich gemessenen Größen modellieren zu können. Die kritische Temperatur und der kritische Exponent sind für alle Größen gleich, nur der Skalierungsfaktor unterscheidet sich. Aber ich schweife wieder ab.

Das Tolle an Gnuplot ist also, dass es eine kostenlose, leistungsstarke Software für wissenschaftliche Darstellung und Analyse von Daten ist, und es ist für alle Betriebssysteme zu haben. Gut, für aufwendige statistische Analysen ist man mit R besser bedient, aber darum geht es hier nicht, sondern darum: Wie mache ich eine so geile Graphik wie hier unten? Es muss nicht unbedingt mit Excel gehen.

1. Gnuplot installieren

Hier zuerst das Link zum Herunterladen. Auf sourceforge muss man sich gar nicht anmelden, um Software herunterzuladen. Falls eine solche Einladung zum Anmelden angezeigt wird, einfach die paar Sekunden warten, bevor das Herunterladen gestartet wird. Ich denke, die Datei zum Herunterladen wird automatisch für das Betriebssystem angeboten, mit dem man gerade den Browser bedient.

Windows Nutzer laden die .exe Datei herunter, und der Rest sollte sich mit einem Doppelklick drauf von selbst ergeben, wenn man dieser Seite glaubt. Ich bin auf Ubuntu und brauchte nur sudo apt-get install gnuplot im Terminal anzugeben. Mac Nutzer sind selber Schuld und können Googeln, wie man Gnuplot installiert.

2. Daten vorbereiten

Alle meine Daten habe ich mit Hilfe eines Texteditors in einer Datei namens P.dat gespeichert. P, weil Gewicht auf Französisch poids heißt[1]. G.dat erfüllte den Zweck genau so gut. Oder wasauchimmer.txt, es ist egal. Meine Daten habe ich spaltenweise angeordnet, und darauf geachtet, dass jede Zeile den gleichen Format hat. Ein Leerzeichen zwischen den einzelnen Angaben, und für jede Gewichtsangabe zwei Nachkommastellen. So sieht ein Auszug meiner Datei aus:

04-12-2016 67.80 0.2 8 #black
05-12-2016 67.30 0.2 8 #black
06-12-2016 67.60 0.2 8 #black
07-12-2016 67.50 0.2 8 #black
08-12-2016 67.00 0.2 8 #black
12-12-2016 67.50 0.2 8 #black
13-12-2016 66.80 0.2 7 #red
14-12-2016 67.10 0.2 7 #red

Die erste Spalte ist das Datum. Das Format ist nicht wichtig, weil wir danach Gnuplot erklären, wie es zu verstehen ist. Man könnte Punkte oder Schrägstriche statt Bindestrichen benutzen, solange wir es später bei der Darstellung spezifizieren.

Die zweite Spalte ist das Gewicht. Die dritte Spalte enthält die Standardabweichung, oder eher meine Idee davon. Sie gibt an, in wie weit man dem Wert glaubt. Meine Waage zeigt Gewichte mit einer Nachkommastelle, daher könnte man ±0.1 angeben. Ich habe 0.2 gewählt, weil Wassereinlagerungen mehr als 100 g Unterschied von Tag zu Tag verursachen können. Das macht die Länge der Fehlerbalken um die Punkte aus. Wichtig ist hier, dass man den Dezimalpunkt statt einer Komma benutzt. Gnuplot spricht Englisch, das gilt auch für Zahlen.

Was in der letzten Spalte steht, ist nicht notwendig. Es ist die Farbkodierung, die in Gnuplot nicht einfach nachzuvollziehen ist. Als Kommentar habe ich mir als Gedächtnisstütze die Farbe aufgeschrieben — alles, was hinter einer Raute in einer Zeile folgt, wird von Gnuplot nicht interpretiert. Als Frau versteht man intuitiv, was es mit der Farbkodierung an sich hat. Wobei, als Mann könnte man es auch gebrauchen, wenn man zum Beispiel als Farbe kodieren will, ob man an dem Tag davor unterhalb oder oberhalb vom Tagesbedarf gegessen hat.

3. Mit Gnuplot Daten darstellen

Gnuplot starten. Unter Linux-basierten Betriebssystemen braucht man nur im Terminal gnuplot einzutippen. Auf Windows kann man auf dem Desktop eine Verküpfung zur ausführbaren Datei erstellen und auf diese klicken. Der Pfad zur ausführbaren Datei soll etwas wie C:\Program Files (x86)\gnuplot\bin\wgnuplot.exe sein. Dann öffnet sich ein Fenster mit einem Terminal, in dem man Befehle eintippen kann. Gnuplot ist auf Textbefehle basiert. Man schreibt etwas im Prompt, und beim Drücken der Eingabetaste interpretiert Gnuplot den Befehl und führt ihn aus. Oder gibt eine Fehlermeldung aus.

Ich empfehle, zuerst zu dem Verzeichnis zu gehen, wo die Datei P.dat liegt: cd 'C:\Pfad\zur\Datei', mit den einfachen Anführungszeichen, wobei C:\Pfad\zur\Datei natürlich nicht so eingetragen werden sollte, sondern durch den echten Pfad zur Datei ersetzt werden soll, wie zum Beispiel C:\Users\Toto\Documents. Wenn man sich vertippt, sagt Gnuplot Bescheid. Einfach nochmal probieren.

Das Darstellen von Dateien ist meistens ganz simpel: Man gibt plot 'P.dat' ein, und schon bekommt man ein neues Fenster mit einer Graphik. Der Anblick dürfte aber überraschend sein und gar nicht wie meine Graphik aussehen.

Es liegt daran, dass die erste Spalte, die der X-Achse entspricht, ein Datum-Format hat. Daher sollte man Gnuplot vorher darüber informieren: set xdata time. Der Punkt hier ist nur das Ende des Satzes und gehört nicht zum Befehl. Dann wollen wir Gnuplot das Format erklären: set format x "%d-%m-%Y" timedate. Somit weiß Gnuplot: Zuerst kommt der Tag (d für day), dann der Monat (m für month), dann das Jahr (Y für year), alles durch Bindestriche getrennt. Hier mehr zum Thema. Das reicht aber nicht, und man muss noch set timefmt "%d-%m-%Y" eintragen.

Der nächste Versuch mit dem plot Befehl scheitert, weil Gnuplot jetzt eine genauere Spezifizierung braucht, was dargestellt werden soll. Fragt mich nicht warum. Der neue plot Befehl lautet plot 'P.dat' using 1:2, was bedeutet, dass die 1. Spalte auf der X-Achse kommt, und die 2. Spalte auf der Y-Achse. Will man die Fehlerbalken dazu, heißt der Befehl plot 'P.dat' using 1:2:3 with errorbars. Wer wie ich noch möchte, dass die Punkte durch eine Linie verbunden werden, macht stattdessen plot 'P.dat' using 1:2:3 with errorlines. Jetzt fehlt nur noch die Farbkodierung: plot 'P.dat' using 1:2:3:4 with errorlines lc variable. Ich habe noch eine andere Form für die Punkte benutzt, mit gefüllten Kreisen: plot 'P.dat' using 1:2:3:4 with errorlines lc variable pt 7. Das gleiche nochmal ohne die Legende oben rechts: plot 'P.dat' using 1:2:3:4 with errorlines lc variable pt 7 notitle.

Nun sieht es schon mal besser aus, aber die Beschriftung auf der X-Achse ist total durcheinander. Das kann man verbessern, indem man das Datum vertikal und nicht horizontal schreiben lässt. Dafür zuerst den Befehl set xtics border in scale 1,0.5 mirror rotate by -270 autojustify eintippen, dann nochmal den plot Befehl. Die Legende der Y-Achse habe ich mit set ylabel "Körpergewicht [kg]" angegeben, für die X-Achse fand ich es nicht nötig.

4. Befehle zur Darstellung speichern

Puh, das war vielleicht aufwendig. Wenn man endlich soweit gekommen ist, eine zufriedenstellende Graphik zu machen, will man beim nächsten Mal nicht wieder von vorne anfangen. Zum Glück kann man alle bisher eingetragene und noch wirksame Befehle in einer Datei speichern: save 'P.gnu' zum Beispiel. Man braucht in Zukunft nur noch die Daten in P.dat zu aktualisieren, und in Gnuplot tippt man lediglich load 'P.gnu', was die ganzen Befehle wieder ausführt und die Graphik in einem neuen Fenster anzeigt.

Noch eine Anmerkung: Wenn man eine .gnu Datei auf einem Rechner erstellt hat, sollte man nicht glauben, dass man sie auf einem anderen Rechner mit Gnuplot so einfach benutzen kann. Je nach dem, welche Gnuplot-Version installiert ist, werden einige Befehle nicht mehr verstanden, und es bleibt nur noch übrig, wie in Punkten 3. und 4. für den neuen Rechner nochmal anzufangen. Trotzdem liebe ich Gnuplot.

[1] Na gut, Masse (masse auf Französisch) ist ein korrekterer Begriff als Gewicht. Im täglichen Leben außerhalb vom Labor benutzt man das Wort aber kaum, wenn man von der Zahl auf der Waage spricht, oder nur, wenn man sich gerne als Besserwisser mit einem Hang zum Narzissmus angibt.

Es sieht schon besser aus

Ich konnte in den letzten zwei Wochen ziemlich gut wieder abnehmen:

Das sind ganze drei Kilogramme, oder 21 Mcal, die da weg sind, wenn der letzte Punkt von gestern kein Ausreißer ist. Heute wiege ich mich nicht, weil ich Wert darauf lege, mein Gewicht unter ähnlichen Bedingungen zu messen. Da ich heute leider seit halb vier wach bin und seitdem schon so viel getrunken habe, weil ich unglaublich Durst habe, macht es nicht viel Sinn.

Der Durst kommt bestimmt von der Pizza Quattro Formaggi, die ich mir gestern gegönnt habe. Sehr lecker, mit extrem dünnen Teig und nicht übermäßig viel Käse drauf, dafür aber sehr schmackhaft. Ich habe dabei nicht mal mein Kalorienkonto gesprengt. Frühstück hatte ich nicht, sondern nur Kaffee, weil ich beim Aufstehen keinen Hunger spürte. Mittags gab es selbst gemachtes Rührei mit Zwiebeln und Tomaten, weil ich zu Hause gearbeitet habe. Dazu zwei Scheiben Brot, ein bisschen Schinken und Käse. Sonst nichts außer Wasser. Hat gepasst. Ich habe mir in den letzten zwei Wochen zwei bis dreimal pro Woche Birchermüsli mit Magerquark und Apfel für die Mittagspause vorbereitet, um den Proteinhaushalt zu verbessern. Das macht eine Mahlzeit für nur 450 kcal, und ich habe gar nicht gehungert. Kurz vor Feierabend habe ich eine Banane als Prophylaxe gegen Krämpfe gegessen, und so konnte ich problemlos abends zum Sport gehen.

Seit meiner Rückkehr aus der letzten Dienstreise bin ich sehr häufig beim Fitnessstudio gewesen. Mindestens zweimal pro Woche habe ich mein Krafttraining durchgeführt. Zwischendurch habe ich Wassergymnastik und Pilates als Kurse belegt. Letzteres habe ich letzte Woche zum ersten Mal probiert und hatte danach für einige Tage ganz starke Muskelkater bekommen, vor allem bei der seitlichen Bauchmuskulatur. Das mache ich definitiv nochmal, wobei es heute wegen Ostern ausfällt. Wir sind auch mit dem Ehemann jeden Sonntag gejoggt, das haben wir im März wieder angefangen. Gestern habe ich mich einfach toll in meinem Körper gefühlt. Jetzt bin ich fast zu meinem Gewicht von vor der letzten Schwangerschaft angekommen.

Ab jetzt soll es weiter nach unten gehen. Ich bin noch nicht bei meinem Zielgewicht angekommen. Nun, ich weiß aber nicht, ob ich es schaffen werde. Vorgestern habe ich einen Stich im linken Bauchbereich gespürt, was ich zuerst nicht ernst genommen habe. Gestern Nachmittag habe ich auf einmal leichte Schmerze mittig gespürt, genau da, wo es während der letzten Schwangerschaft härter geworden war — es liegt auf einer waagerechten Linie, die knapp oberhalb vom Schamhaar liegt. Mein Bauch hat gezogen. Das hat noch den ganzen Abend gedauert. Heute Morgen spüre ich nichts davon. Aber es kann sein, dass ich deswegen nicht so gut schlafen konnte. Oder wegen der Pizza gestern Abend. Es wäre verrückt, jetzt schon Anzeichen für eine Schwangerschaft zu spüren. Der Eisprung hat erst letzte Woche statt gefunden, ich erwarte meine Periode nächste Woche. Mal schauen.

Nächtlicher Unsinn

Es ist kurz nach sechs Uhr morgens, und ich kann seit drei Stunden nicht mehr schlafen. Das war lange nicht mehr passiert. Nach einer Stunde wurde es mir zu blöd, im Bett zu liegen und das Rumwälzen zu vermeiden, um den Ehemann, der nicht mal schnarchte, nicht zu wecken, und ich bin aufgestanden. Dabei war ich schon nicht müde, als wir ins Bett gegangen sind, konnte aber nach gegenseitiger Befriedigung recht schnell einschlafen.

Nun sitze ich vor dem Rechner und lese Nachrichten. Dabei ist mir die aktuelle Startseite von Nature aufgefallen. Gut, ehrlich gesagt ist sie mir schon gestern aufgefallen, ich hatte sie nur wieder vergessen. Der erste Artikel ist betitelt mit Dietary fat can increase longevity in worms[1]. Auf Deutsch: Nahrungsfetten können die Langlebigkeit von Würmern erhöhen. Die Synopsis erläutert: Pummelige Rundwürmer, die einfach ungesättigte Fettsäuren speichern, leben länger als Dünnere.

Ich sehe schon, wie diese Ergebnisse von Medien[2] und Befürwortern der Fat Acceptance Bewegung missbraucht werden… Ja, wenn wir Würmer wären, könnte diese Erkenntnis uns helfen[3]… Dabei schreiben die Autoren im Text, dass es bekannt ist, dass Übergewicht bei Menschen gesundheitsschädlich ist. Aber wer liest heute noch weiter als die Überschrift? Und eigentlich ist es schon längst bekannt, dass gerade diese Fettsäuren, die z.B. in Olivenöl enthalten sind, sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

Ach ja, das erinnert mich an eine Tagesschau, die ich vor vielen Jahren in Frankreich gesehen hatte. Drin wurde angekündigt, dass laut einer neuen Studie Übergewicht eine bestimmte Krankheit vorbeugen kann. Welche wurde nicht erklärt. Dass es nebenbei viele andere ernste Gesundheitsrisiken mit sich bringt, wurde auch nicht erwähnt. Mit dieser höhlen Nachricht ist dann der Reporter durch die Straßen von Paris gegangen, und hat die Meinung von Passanten darüber gesammelt. Mein Eindruck beim Zuschauen: Bläääh… 😦

Interessanterweise steht ein anderer Artikel direkt unter dem ersten in Nature: ‘Young poo’ makes aged fish live longer. Kot von jüngeren Fischen enthält Mikroben, die ältere Fische länger leben lassen. Das dürfte wohl nicht durch die Massenmedien kommen. Sonst sehe ich schon unsere Rentner vor Müllcontainern stehen, die mal nicht nach Pfandflaschen sondern nach vollen Windeln suchen…

[1] Jetzt gerade wegen Maintenance nicht zugänglich…

[2] Ich habe mich schon darüber geärgert, wie unseriös wissenschaftliche Meldungen von vielen Medien ohne Überprüfung übernommen werden, nur um als Clickbait zu dienen.

[3] Wie bei der Schneckencreme

Ich muss mich in den Hinten treten

Denn so kann es nicht weiter gehen:

Ich weiß, ich habe mich im Urlaub richtig gehen lassen. Dass mein Gewicht direkt danach so abrupt nach unten geschossen hat, hat mich zwar gefreut, aber sehr überrascht, da ich meine Kalorien gezählt habe und niemals so viel eingespart habe. Ein Defizit habe ich geschafft, aber nicht genug um diese Abnahme zu erklären. Ich vermute, es hat mit der Fehlgeburt zu tun. Obwohl ich in dieser Zeit noch recht deprimiert war.

Nun, nach der Wunderabnahme habe ich wieder zugenommen. Mist. Schuld ist diese Woche ganz klar meine allerletzte Dienstreise. Von Montag bis Freitag im Südwesten Deutschlands. Aber mal ehrlich, wenn ich dort keine Maultaschen essen kann, wann dann? Immerhin habe ich die Finger von den Käsespätzle gelassen. Und ich habe, wie jedes Jahr, meine ehemaligen Kollegen bei der Tagung wieder getroffen, mit denen ich teilweise über zehn Jahre zusammen gearbeitet habe, bevor ich nach Berlin gekommen bin. Natürlich musste es abends noch bei oder nach einem gemütlichen Essen ein oder zwei Biere geben. Ich habe mich gegen die Nutzung von ÖPNV bewusst entschieden und bin täglich zu Fuß vom Hotel zur Tagung und umgekehrt gegangen, zwischen 30 und 35 Minuten jedes Mal, aber es hat wohl nicht gereicht. Bäm, ein Kilogramm wieder drauf.

Jetzt ist aber Schluß. Heute Morgen haben wir bei herrlichem Wetter auf der Terrasse gefrühstückt. Kaffee, Baguette mit Käse, Tomaten, Baguette mit Nutella. Letzteres hätte nicht sein müssen, war aber nicht so viel wie während der Schwangerschaft und nur, weil ich keine Lust hatte, bis zur Küche zu gehen, um mein Lemon Curd aus Menton aus dem Kühlschrank zu holen. Danach habe ich meine gewachsenen Stecklinge in den Blumenkästen auf der Terrasse eingepflanzt und bin zum Fitnessstudio gegangen. Eine halbe Stunde auf dem Crosstrainer (310 kcal), eine Stunde Gewichtheben an den Geräten. Danach noch Lebensmittel fürs Wochenende eingekauft. Zu Hause schnell ein Banane-Joghurt-Shake mit Milch gemixt und getrunken (250 kcal, davon 18 g Protein), bevor ich mit dem Staubsaugen angefangen habe. Gekocht. Zum Abendessen habe ich uns Gemüse im Backofen vorbereitet (Möhren, Fenchel, Pastinake, Rübe), mit ein bisschen Ölivenöl, und selbst panierte Hähnchenbrustfilets. Ich denke, der Tag war in Ordnung. Meine heutige Energieaufnahme beträgt 52% meines Tagesbedarfes (sportliche Aktivitäten berücksichtigt), wenn ich fddb Glauben schenke.