Die Schlaflosigkeit hält an

Das ist echt ätzend. Die zwei letzten Nächte waren doch so gut gelaufen. Jetzt fängt es wieder an.

Gestern Abend sind wir um elf ins Bett gegangen, nachdem ich auf der Couch vor dem Film fast eingeschlafen wäre. Um halb drei bin ich aufgewacht. Toilette besucht. Einschlafen konnte ich danach nicht mehr. Nicht, dass mir irgendwelche Gedanke durch den Kopf gegangen sind. Ich habe mich einfach nicht mehr müde gefühlt. Ich konnte auch keine gemütliche Schlafposition mehr finden. Der Ehemann hat nur ganz leise geschnarcht.

Um halb vier bin ich zur Couch im Wohnzimmer gewechselt. Aber selbst dort kam der Schlaf nicht. Der Ehemann muss meine Abwesenheit irgendwie gemerkt haben, weil er plötzlich lauter geschnarcht hat. Es war trotz geschlossener Tür nicht zu überhören. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass er seit ein paar Tagen leicht erkältet ist todeskrank liegt. Kurz nach vier habe ich die erste S-Bahn in der Ferne gehört. Sowie die erste Autos, deren Motoren bei der Kälte erstmals mit hohem Druck auf der Gaspedale für einige Sekunden erwärmt werden müssen, bevor sie los fahren können.

Ich bin aufgestanden. Was soll’s, der Schlaf will nicht kommen. Jetzt sind es die lauten kleinen Schneepflüge, die man aus dem Bürgersteig hört.

Schlafstörungen in der Schwangerschaft sind normal. Das berüchtigte Gedankenkarussel kann ich für meine Schlaflosigkeit nicht verantwortlich machen. Ich denke nicht besonders an irgendetwas. Ich versuche nur, ganz normal wie immer einzuschlafen. Sport treibe ich immer noch. Weniger regelmäßig, da es mit dem Urlaub eine längere Pause gab, aber letzte Woche war ich zweimal im Fitnessstudio. Abends esse ich meistens leichte Kost und ich leide nicht an Sodbrennen. Es muss an der Hormonenumstellung liegen. Wie gut, dass ich diese Woche krank geschrieben bin. So kann ich nach Bedarf tagsüber kurze Nickerchen einbauen.

Es bleibt nur abzuwarten, dass mein Körper sich an die Schwangerschaft gewöhnt. Was kann ich sonst probieren? Meinen Konsum an Kaffee habe ich schon länger reduziert. Eine Tasse morgens, ein Cappuccino oder ein Espresso nach dem Mittagessen, das war’s. Die überall gelobte heiße Milch mit Honig hat bei mir noch nie geholfen. Ich habe sie gestern Abend trotzdem getrunken, weil es doch immer wieder erzählt wird, dass es helfen soll. Nöö, stelle ich schon wieder fest. Ein warmes Bad am Abend hatte ich letzte Woche auch. Ich konnte zwar gut einschlafen, musste aber in der Nacht aufwachen. Homöopathie kommt nicht in Frage. Als Wissenschaftler weiß man, dass nichts dahinter steckt. Noch mehr Bewegung am Tag? Einen abendlichen Spaziergang machen? Beim Schnee und bei der Glätte habe ich keine Lust dazu.

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4 Gedanken zu “Die Schlaflosigkeit hält an

  1. Ich habe sehr gute Erfahrung mit Progressiver Entspannung nach Jacobson gemacht – oft schlafe ich sogar ein, wenn ich das tagsüber in erster Linie für meinen Rücken mache. Und wenn ich nachts z.B. von meinem nachhausekommenden Nachbarn geweckt werde und so richtig wach bin, weil ich mich entweder über das Poltern über mir so erschreckt habe oder mich so ärgere oder beides, dann hilft das sehr gut.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Progressive_Muskelentspannung
    Bestimmte Muskelgruppen werden in einer bestimmten Reihenfolge angespannt und entspannt: wenn ich nicht bei den Beinen einschlafe, dann spätestens beim abschließenden „Bodyscan“, bei dem man gedanklich in umgekehrter Reihenfolge noch mal durch den entspannten Körper mit der Aufmerksamkeit geht. Man kann das z.B. über Kurse bei der Volkshochschule etc. lernen, oder es gibt auch Bücher mit CDs, die die Grundlagen erklären. Ich habe es mit so einem Buch aus der Bücherei gelernt. Man kann es dann, wenn man das Prinzip intus hat, auch ohne die CD/MP3, aber ich schlafe mit der ganz leise gestellten Aufnahme auf meinem Phone noch schneller ein, weil ich mich dann nicht einmal auf die Reihenfolge der leichten An- und Entspannungen konzentrieren muss…

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      • Das Einüben dauert ein bisschen, aber bald hat man das Phänomen, dass der Körper schon beim ersten An- und Entspannen der Faust denkt: „Ach! Diese Geschichte wieder! Na, da kann ich ja gleich locker lassen!“ und schon rollt eine Entspannungswelle durch den Körper, die man dann durch die weitere Abfolge vertiefen kann. Wirklich praktisch!

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