Mit so einem Muskelkater hatte ich wirklich nicht gerechnet

Schuld ist die Laufaktion von Sonntag. Ich hatte am Abend schon gespürt, dass es mir Schmerze verursachen würde, aber in dem Ausmaß hätte ich es nie gedacht.

Gestern beim Aufstehen. Ich sitze zuerst auf der Bettkante, und stehe dann auf, indem ich mich mit beiden Händen von der Kante weg drücke. Das mache ich seitdem ich aus dem Krankenhaus zurück gekommen war und meine Bauchmuskulatur erstmals nicht mehr benutzen konnte. Gestern stehe ich also auf und stelle fest, dass es gar keine gute Idee war. Meine Waden und andere Muskeln seitlich vom Bein, von denen ich bisher nichts wusste (Soleus), meinen, streiken zu müssen. Ich klatsche gegen den Kleiderschrank, der nah am Bett steht, und bleibe zuerst da mit der Wange gegen die eine Tür, sehr zur Belustigung vom Ehemann.

Gehen ist unmöglich. Ich muss zuerst in der Lage sein, stehen zu können. Immer noch am Kleiderschrank festgeklammert, mache ich ein paar Dehnübungen für die Beine. Nach einiger Zeit geht es wieder. Ich spiele mit dem Gedanke, mich für den Tag krank schreiben zu lassen. Aber langsam geht es wieder, und ich denke sogar, dass ich abends zum Sport gehen könnte. Sollte man nicht genau bei Muskelkater weiter Sport treiben, um die Schmerze los zu werden? Ich nehme die Sporttasche mit und schaffe es, halbwegs normal bis zur S-Bahn Station zu gehen. Die Treppen runter zu gehen ist aber schwer.

Im Laufe des Tages geht es nur bergab. Der Extensor Digitorum Longus und der Peroneus Brevis beschweren sich zunehmend (und ich erweitere meine Anatomie-Kenntnisse). Insgesamt wird es immer schwieriger, Treppen hoch und runter zu gehen, und ich humple nur noch durch die Gegend. Um es mir nicht anmerken zu lassen, gehe ich einfach sehr langsam und tue als ob ich mit meinem Handy zutiefst beschäftigt wäre.

Ich kann die Füße weder strecken noch anwinkeln und entwickle eine neue Bewegungsart, die möglichst wenig die Beinmuskeln beansprucht. Dabei ist mir bewusst, dass Verletzungen drohen, sollte ich das Gleichgewicht zu stark verlieren, weil ich niemals in der Lage wäre, mich so schnell wieder aufrecht zu stellen. Das Gleichgewicht verliere ich andauernd. Die Muskeln machen nicht mehr mit. Sport? Wohl doch nicht. Ich rufe den Ehemann an, der dank seines abgelegenen Arbeitsortes frei hat, und frage ihn, mich von der Arbeit mit dem Auto abzuholen. Beim Warten schreibe ich ein bisschen.

Zu Hause angekommen, mache ich mir ein heißes Bad und bleibe eine gute Stunde drin. Alles massieren, was irgendwie weh tut. Viel Wasser trinken. Der Ehemann hilft mir beim Austeigen von der Badewanne. Den Abend verbringe ich mit den langen dicken Wollsocken, und ich schlafe sogar mit denen.

Heute Morgen geht es wieder. Ich bin noch zu Hause. Da ich heute spät bei der Arbeit bleibe, muss ich sowieso nicht früh weg und habe Zeit.

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5 Gedanken zu “Mit so einem Muskelkater hatte ich wirklich nicht gerechnet

  1. Wir sind letztens im Training mal 1000m rückwärts gelaufen. Ganz böse. Mir taten am nächsten Tag die Füße dermaßen weh! Muskelkater unter den Füßen ist echt fies. Ich habe nicht genau ausgetestet welche Muskulatur das genau war, aber ich würde auf die lumbrikalen Muskeln tippen 😛

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