Ich bin völlig erschöpft

Ich weiß nicht warum. Ich meine, ich weiß, letzte Woche in England war anstrengend, aber diese Art von Dienstreisen mache ich nicht zum ersten Mal. Am Wochenende konnte ich richtig gut ausschalten.

Es hat sicherlich mit der Arbeit zu tun. Gestern hatte ich beim Aufstehen schon deutliche Anzeichen einer Erschöpfung. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich einen starken Druck um die Augen und in der Stirn gespürt, bis zur Nase, begleitet von einem Schwindelgefühl. So habe ich mich schon früher gefühlt, wenn ich extrem unter Druck stand oder etwas mich sehr geärgert hat. Wenn ich lange über etwas grüble oder wütend bin. Das passiert recht selten. Und momentan? So überlastet bin ich doch nicht. Ich treibe Sport, und es sollte doch Stress abbauen. Bis auf heute Nacht habe ich auch gut geschlafen, obwohl ich zur Zeit alleine bin. Der Ehemann ist seit Montag auf Dienstreise.

Geärgert hat mich in letzter Zeit die Geschichte mit meinem neuen Rechner sehr. Ich habe ihn am Anfang des Sommers bestellt, als ich zum neuen Büro umgezogen bin. Mein Testrechner war zu alt geworden und hatte zu viele Probleme verursacht. Der neue Rechner kam ziemlich schnell an, ist aber bei der IT-Abteilung in Empfang genommen worden. Zahlreiche Emails, um zu diskutieren, was genau drauf installiert werden soll. Kein Windows, Programm#1 ist nicht dafür vorgesehen. Dafür zwei verschiedene Linux-Distributionen, mit denen ich Programm#1 testen und weiterentwickeln soll. Ich habe gleich angeboten, mich um die Installationen zu kümmern, aber das wollten die Leute bei der IT-Abteilung ausdrücklich selber machen. „Weil interne Spähsoftware installiert werden,“ meinte ein Kollege. Keine Ahnung, ob es stimmt.

Danach habe ich gewartet und nichts mehr gehört. Eine höfliche aber deutlich ungeduldige Email habe ich noch geschickt, um mich zu erkundigen, ob jemand wüsste, was inzwischen aus dem Rechner geworden war. Keine Antwort. Letzte Woche bin ich dann informiert worden, dass er zur Abholung bereit stünde. Yeah! Keine Entschuldigung für die lange Wartezeit. Sofort den Rechner abgeholt, zu meinem Zimmer getragen, hochgefahren: Windows. Ich konnte es nicht fassen. Die Leute bei der IT-Abteilung haben in den vier Monaten, in denen der Rechner bei ihnen lag, gar nichts gemacht. Ich habe nachgefragt, da ich zuerst gutmütig dachte, den falschen Rechner bekommen zu haben: Nein, es war wirklich mein Rechner, der war halt schon mit Windows standardmäßig geliefert worden. „Warum die ganzen Emails, um die Installation der Betriebssysteme zu diskutieren?“ wollte ich wissen. Keine Antwort. Faule Säcke.

Mit der Installation der Betriebssysteme bin ich noch nicht fertig. Bei openSUSE ging es gut, für Ubuntu war es die Hölle. Das größte Problem lag in der Erstellung eines funktionierendes bootfähiges USB-Sticks unter Linux. Ich weiß nicht, wie vielen Anleitungen ich gefolgt bin, ohne Erfolg. Entweder wurde der Stick nicht erkannt, oder die Maschine meinte, es gäbe kein Betriebssystem auf dem Stick. Bei anderen Programmen zur Erstellung von bootfähigen Sticks gab es schon Fehlermeldungen beim Formattieren vom Stick. Am Ende hat nur Rufus unter Windows geholfen. Ich habe die Sticks zu Hause gemacht, weil ich Windows auf dem neuen Rechner schon mit openSUSE platt gemacht hatte. Ich hatte zwischendurch auch versucht, die CD von zu Hause zu benutzen, um Ubuntu zu installieren, und musste nach der erfolgreichen Installation feststellen, dass es jetzt zu spät war, um ein Update von 15.04 auf 16.04 zu machen. Pfff. Jetzt läuft Ubuntu 16.04 endlich, dank Rufus, openSUSE habe ich „verloren“. Ich muss schauen, wie ich sein GRUB wieder erstellen kann, weil der von Ubuntu die andere Partition mit openSUSE anscheinend nicht sieht, und ich nur noch Ubuntu starten kann.

Das Ganze hat mich jedenfalls sehr genervt. Vor allem, weil Kollegen aus der Arbeitsgruppe, die solche Sachen besser als ich wissen müssten, jegliche Hilfe verweigert haben, nach dem Motto „nicht mein Problem, ich habe anderes zu tun“ (so ausgedruckt war es nicht, aber so kam es deutlich rüber), und ich blöde Kuh bin immer für Anderen da, wenn sie Probleme haben. Mich nervt es, dass ich die Arbeit der IT-Abteilung erledige, und es dabei nicht schaffe, mich um viel wichtigere Angelegenheiten zu kümmern, wie zum Beispiel meinen DFG-Antrag fertig zu schreiben. Vielleicht ist das der Grund, warum ich in letzter Zeit kein Bock mehr auf Arbeit habe. Und das macht mich krank.

Gestern auf dem Weg zur Arbeit fühlte ich mich jedenfalls richtig mies. Dazu kam, dass eine Frau mit einer Katze in einem Transportkäfig unweit von mir saß, und sich ihre Katze lauthals darüber beklagte, transportiert zu werden. Ich musste an Chipie denken, und habe für den Rest der Fahrt nur noch gegen Tränen gekämpft. Die Arbeit ging, ohne große Begeisterung. Wenigstens läuft jetzt Ubuntu.

Am Abend bin ich mit Kate von der Arbeit aus shoppen gegangen, und ich habe gemerkt, wie die ganze Müdigkeit bei jeder Haltestelle in der S-Bahn geringer wurde. Beim Glühwein war der Druck völlig weg. Das Schwindelgefühl war noch da. Ich habe mir ein toll duftendes Schaumbad gekauft und gleich zu Hause ausprobiert. Es war schön, aber nicht entspannend genug. Ich habe mich danach hellwach bis mindestens halb fünf im Bett gewälzt. Trotz Erschöpfung.

So kann es nicht weiter gehen. Morgen muss ich früh zur Arbeit, ausnahmsweise an einem Samstag, und nächste Woche bin ich für Rufbereitschaft mal wieder dran. Da werde ich noch mehr unter Druck sein.

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Langsam

Mein Gewicht ändert sich momentan sehr wenig. Seit Wochen habe ich das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen. Wenn ich mir im Diätbericht auf fddb den Trend und den Wochendurchschnitt anschaue, dann sehe ich, dass es weiter nach unten geht. Sehr langsam. Die Kurve ist nicht mehr so steil wie im Sommer. Ich darf mich bloss nicht entmutigen lassen.

Ich bin in der Mitte vom BMI-Idealbereich angekommen. Fünf Kilogramme will ich noch los werden, um knapp ein Punkt oberhalb der unteren Grenze zu landen. Dann wäre ich immer noch schwerer als am Ende meiner Diplomarbeit, vor der Jahrtausendwende, und damals fühlte ich mich gar nicht schlank. Weil ich kaum Sport getrieben hatte. Und doch konnte ich damals in (die französische) Kleidergröße 38 schlüpfen…

Ich arbeite weiter an meinem Kaloriendefizit, aber es gibt häufiger Tage, wo ich einen Überschuss habe. Es lässt sich schwer vermeiden, wenn ich wie letzte Woche auf Dienstreise bin. Ich kann da nur grob schätzen, was ich esse, und das ist recht schwierig.

Am Wochenende habe ich auch zugeschlagen. Wir waren an der Ostsee, und wie sollte man da beim Fischbuffet widerstehen? Zugegeben, es gibt Schlimmeres, als ein bisschen zu viel Fisch zu essen. Wir sind sowieso am Samstag lange gewandert, über vier Stunden, was die „Sünde“ gelindert hat. Das Wetter war doch traumhaft. Das Hotel verfügte auch über einen riesigen Schwimmbad, und ich bin noch am Samstagabend zum ersten Mal seit einer Ewigkeit geschwommen. Ich bin nur 200 g schwerer aus dem Wochenende zurück gekommen.

Dazu kommt, dass wir bei der Arbeit in letzter Zeit häufiger Grund zum Feiern hatten. Neue Kollegen, Geburtstage… „Nimm doch ein Glas Sekt und ein Stück Kuchen“… Ich will nicht nein sagen, weil die Kollegen sich Mühe geben, aber es reicht mir langsam. Wenn es vorhersehbar ist, kann ich es einplanen, aber dadurch wird mein Defizit trotzdem kleiner. Wie heute. Eigentlich hatte ich über mein Tagesbedarf gegessen, und nur der Sport am Abend hat den Tag gerettet. Defizit von 14%, wenn ich den Kuchen richtig geschätzt habe. Im Zweifel nehme ich immer die kalorienreichste Variante aus der Datenbank. Das heutige Defizit wäre damit was ich sonst ohne Sport schaffe, wenn es kein Extra gibt.

Ab ins Wochenende

Wir haben beide heute frei und fahren fürs Wochenende weg. Das Wetter macht nicht wirklich mit, aber egal. Entspannend wird es auf jeden Fall. Der Laptop bleibt zu Hause. Die Perlen auch.

Ich wollte nicht viel mitnehmen. Für zwei Übernachtungen brauche ich nicht, den ganzen Inhalt vom Kleiderschrank zu packen. Der Ehemann hat sich aber ein schickes Hemd „zum essen gehen“ ausgesucht, und da ist mir wieder eingefallen, dass das Hotel zur gehobenen Kategorie gehört. Ich weiß nicht mehr genau, aber vier Sterne mindestens. Ich habe mir gedacht, ich sollte doch etwas anderes als meine Alltagsklamotten anziehen.

Ausgezogen, im Schrank wild gewühlt… So viele Hosen sind da drin, die nicht mehr passen! Eine graue Anzughose, die ich früher gerne zur Arbeit getragen hatte, wirkt jetzt wie ein Clown-Kostüm. Das einzige halbwegs passend, was ich gefunden habe, ist eine Hose aus der Zeit meiner Diplomarbeit (achtzehn Jahre her!), die mir in all den Jahren in Deutschland viel zu eng wurde. Jetzt sitzt sie perfekt auf die Hüfte, die Beine sind breiter als nötig, aber es passt. Ein Kleid oder einen Rock wollte ich bei dem Regen nicht anziehen. Und der Rock, den ich für den Workshop getragen hatte und eh noch im Wäschekorb liegt, ist auch grenzwertig. Der wird sich zum Glück relativ einfach mit der Nähmaschine enger machen lassen.

Demnächst ist also Shopping auf dem Plan.

Ich verabschiede mich und wünsche allen ein schönes und erholsames Wochenende.

Und zurück

Bin ich müde. Gestern bin ich erst um elf Uhr abends vom Flughafen aus zu Hause angekommen. Heute Morgen konnte ich nach dem Wecker nicht aufstehen. Ich mache es mir gemütlich und werde erst nachmittags bei der Arbeit sein. Wie gut, dass ich keine feste Arbeitszeiten habe. Ich werde um eins los gehen, aber eigentlich… Ich will nicht. Den Gedanke habe ich immer häufiger, und das ist schade, weil meine Arbeit mich doch begeistert. Ich will nicht mehr. Nicht auf Dauer. Von der Frau bei der Verwaltung habe ich nach einem netten Telefongespräch nichts mehr gehört. Auf Nachfrage meinte sie, auf einen Termin von jemandem aus der Personalabteilung zu warten. Jetzt ist Funkstille. Wahrscheinlich wird nichts daraus.

Der Workshop selbst ist gut gelaufen. Die Teilnehmer waren zufrieden und haben vieles gelernt. Ziel erreicht. Der Veranstalter hat sich bei uns sehr bedankt und war froh, dass es so gut ging.

Gut, bei dem praktischen Teil lief es nicht ganz glatt, weil viele doch nicht dazu gekommen waren, die Programme zu installieren, die sie dafür benötigten. Bei den Download-Statistiken von Programm#1 konnte ich sehen, dass die meisten es erst im letzten Moment versucht haben, obwohl sie so lange im Voraus darum gebeten wurden. Nur wenige haben mich doch noch am Wochenende wegen Probleme kontaktiert. Teilweise für Programme der anderen Dozenten, die ich nicht entwickelt habe und bei denen ich keine Ahnung habe, was man machen sollte, wenn es bei der Installation nicht klappt. Dafür sind die anderen Dozenten doch da. Aber nein, die Email gründlich zu lesen, um heraus zu finden, an wen man sich wofür wenden soll, ist schon eine Herausforderung.

Die Installationsanweisungen für Programm#1 wurden häufig ignoriert. Ich weiß echt nicht weiter. Man entpackt das Programm in einem Verzeichnis, und merkt dabei nicht, dass eine der sehr wenigen Dateien README heißt? Die Webseite zum Herunterladen enthält auch Links zu den Installationsanweisungen, mit dem selben Inhalt wie README. Eigentlich nicht zu übersehen. Einige Teilnehmer hatten auch keinen blassen Schimmer, wie sie mit ihrem Laptop umgehen sollten, oder es war vom Chef geliehen, und/oder sie kannten das Admin-Passwort nicht, um Programme zu installieren. Und ich rede von Leuten, die ein wissenschaftliches Studium schon hinter sich haben! Die sich schon in der Promotion befinden, oder noch weiter! Wie gut, dass wir von Geert ein paar bootfähige Sticks mit Linux und allen Programmen parat hatten. Das sollte eigentlich bei solchen Veranstaltungen immer von vorne rein gemacht werden, wenn schon keine Rechner zur Verfügung gestellt werden, damit spart man sich eine Menge Zeit und Ärger.

Am Ende vom ersten Tag bin ich von einer Migräne erschlagen worden. Sie hatte sich eigentlich schon vor meiner Präsentation eingeschlichen. Die starke Klima-Anlage in dem Raum war schuld, denke ich. Es war kalt und hat ständig gezogen, außer an einer Stelle neben dem Pult, wo es sehr warm war. Vermutlich hat sich dort die Luft vom Beamer angestaut. Wenn genau dort die Temperatur zur Regulierung gemessen worden ist… Ich wollte am Ende vom Tag nur noch zum Hotel gehen und mich hinlegen, wenn es nicht den einen Teilnehmer gegeben hätte, der ein bisschen einsam war und mir ständig auf die Pelle gerückt ist, mich mit Fragen gebohrt hat und trotz deutliche Hinweise nicht los lassen wollte. Zum Glück hat sich heraus gestellt, dass Geert immer mit seinem Vorrat an Tabletten reist, was ich auch hätte machen sollen, und nach einer Stunde war ich wieder munter.

Gestern ging es mit dem Kurs weiter. Die Migräne ist nicht zurück gekommen. Ich habe danach noch ein bisschen Zeit für Sehenswürdigkeit gefunden, und bin mit wiedergekehrten Ischias-Schmerzen zum Flughafen gefahren. Und wer hat dann bei der Gepäckkontrolle ihr Laptop im Rucksack vergessen? Die ganzen Aufladekabeln samt Kopfhörer hatte ich raus geholt, das höchst verdächtige Necessaire für die Hygiene, die Mini-Zahnpastatube und vor allem die Pinzette, die bei dem Hinflug der Sicherheitsangestellte schon große Sorgen bereitet hatte, separat im Kasten gelegt, hinter mir drängelte es, die Sicherheitsangestellte hinter dem Rollteppich auch, und der Laptop ist im Rucksack geblieben. Auf der anderen Seite vom Ganzkörperscan habe ich den Rucksack vermisst, und mich plötzlich an das Laptop erinnert. Au Mist. Das war mir noch nie passiert. Eine andere Sicherheitsangestellte hat meinen Rucksack gründlich kontrolliert, und sich in so einer autoritären Weise verhalten, dass ich sie glatt fragen wollte, ob sie Deutsch wäre. Und habe noch rechtzeitig die Klappe zugehalten, weil ich dann eventuell nicht mehr zum Flugzeug zugelassen worden wäre.

Der Flug selbst war gut. Neben mir saß eine ältere Dame aus Niedersachsen, die sich ganz lieb mit mir unterhalten hat, jetzt weiß ich alles über ihre Familie. Es passiert recht selten, dass ich so freundlich mit Fremden auf Reisen diskutiere (aber dann, ist es immer mit älteren Damen). Der Ehemann hat mich am Flughafen abgeholt, wir haben unterwegs was zum Essen geholt und waren um elf zu Hause. Wie es so ist, kommt die ganze Müdigkeit auf einmal, wenn der Stress weg ist, daher würde ich heute am liebsten zu Hause bleiben. Aber der Nebel ist jetzt weg, ich gehe los.

Automatische Abwesenheitsemail

Ich dachte, es wäre eine gute Idee, eine automatische Abwesenheitsnachricht für dieses Wochenende einzurichten. Ich hatte recht. Und wie.

Morgen muss ich nach England, um als eingeladene Dozentin an einem Workshop für fortgeschrittene Studenten teilzunehmen. Bei der dort gestiegenen Ausländerfeindlichkeit bin ich schon nicht so scharf drauf, hin zu fliegen. Ursprünglich hieß es, der Workshop würde in Irland statt finden, aber dann wurde der Ort verlegt. Schade. In Irland war ich nur einmal, vor langer langer Zeit, am Ende der Mittelstufe, ich wäre gerne wieder dort gewesen.

Der Workshop ist schon seit über einem Jahr geplant. „Geplant“ ist dabei übertrieben. Ich glaube, der Hauptveranstalter hat selber keine Ahnung gehabt, was er genau machen wollte, und sich Leute ausgesucht, die ihm das Programm zusammen basteln würden. Sein erster Entwurf war zeitlich völlig unrealistisch. Die Thematik war vom Anfang an klar, aber nicht, was die einzelnen Dozenten machen sollten. Am Ende hieß es, wir sollten in einem Tag Stoff vermitteln, das wir bei unserem Kurs hier innerhalb einer Woche verarbeiten. Einiges kann gekürzt werden, aber der wesentliche Inhalt kann nicht auf nur einen Tag reduziert werden. Vor allem, weil die Studenten am Ende vom Kurs selber kurze Präsentationen mit eigenen Beispielen liefern sollen. Wir haben einen zweiten Tag bekommen.

Ich sollte über Datenauswertung etwas erzählen, aber das mache ich natürlich nur, weil ich dabei Programm#1 vorstellen kann. Sonst würde mich Winfried nicht hinfahren lassen, ich könnte meine Zeit hier viel sinnvoller verbringen. Ich bin dem Hauptveranstalter von einem dortigen Konkurrenten, Colin, vorgeschlagen worden. Colin kenne ich aus anderen Konferenzen. Er hat einen anderen Programm zum selben Zweck wie Programm#1 geschrieben, mit jedoch anderen Ansätzen. Er wird auch am Workshop teilnehmen und sein Programm vorstellen. Das ist sinnvoll, weil die Studenten damit verschiedene Werkzeuge kennen lernen, die sie einsetzen können. Bei dem ursprünglich limitierten Zeitrahmen hatte ich mich damals allerdings gefragt, ob es so notwendig wäre, dass ich dort etwas beitrage.

In Programm#1 benutze ich intensiv ein anderes Programm#0, das man nur auf Kommandozeile bedienen kann. Mit riesigen Eingabe- und Ausgabedateien. Das ist für Anfänger und für die heutigen Studenten, die nur in der Lage sind, die Maus zum Klicken einzusetzen, nicht einfach. Programm#1 bietet eine graphische Oberfläche zu Programm#0 an, automatisiert bestimmte Entscheidungen und macht darüber hinaus zusätzliche Analysen zur Datenqualität. Ein Entwickler von Programm#0, Geert, wird auch nächste Woche anwesend sein. Wir haben schon gemeinsam an anderen Workshops dieser Art teilgenommen. Ursprünglich hatte aber der Hauptveranstalter geplant, Geert zusammen mit Colin über das andere Programm reden zu lassen, und ich sollte alleine Programm#0 und Programm#1 vorstellen. Das machte überhaupt keinen Sinn, und zeigt, wie wenig er über die Thematik Bescheid weiß.

Als zusätzliche Schwierigkeit kommt jetzt der Clou: Den Teilnehmern werden keine Rechner zur Verfügung gestellt. Sie sollten ihre eigene Laptops mitbringen und alle notwendige Programme selber installieren. Vor zwei Monaten ging eine Email raus, um sie darüber zu informieren. Ich hatte mich angeboten, um bei Installationsproblemen für Programm#1 zu helfen. Bis gestern habe ich genau eine Anfrage bekommen, und es ging darum, wie man das Programm von Colin installiert. Ich habe natürlich geantwortet, aber hingewiesen, dass Colin bestimmt besser helfen könnte, und seine Email-Adresse mitgeteilt.

Seit gestern kriege ich plötzlich Anfragen von den Kursteilnehmern. Gestern tagsüber nur zwei, aber da wir mit Studenten zu tun haben, die bekanntlich alles auf dem letzten Drücker machen, hatte ich schon Böses geahnt und die automatische Abwesenheitsemail ab gestern Abend eingerichtet. Zeit gab es seit zwei Monaten genug, um Programm#1 zu installieren. Ich opfere jetzt nicht mein Wochenende, um bei allen nach der Ursache für Installationsprobleme zu suchen. Selber Schuld. Ich werde jetzt die Wohnung putzen, zum Sport gehen, mich frisch machen, meine Präsentation für Montag fertig kürzen und zum Restaurant mit dem Ehemann gehen, wie wir schon länger geplant haben. Morgen früh muss ich zum Flughafen. Für alle Fälle hat Geert sowieso einige bootfähige USB-Sticks mit allen Programmen vorbereitet.

Lauferinnerung

Inspiriert durch den Beitrag von Mimeiso.

20161109

Das Bild stammt von der Zeit vor meinem Ischias-Problem. Ich war damals sportlich sehr tätig, fast täglich am Laufen oder im Fitnessstudio oder beim Tanzen. Trotzdem war ich sechs Kilogramme schwerer als heute. Das sieht man am breiten Gesäß. Der Grund: Da ich so viel Sport machte, „musste“ ich ja mehr essen. Das hatten mir alle ganz besorgt gesagt. Vor allem die sehr adipöse Kollegin, die dünne Frauen nicht leiden konnte. Ich hätte mir denken können, dass sie nicht das beste Vorbild für gesunde Ernährung war und vielleicht auch nicht wirklich mein Wohlbefinden im Auge hatte.

Was auch besonders auffällt ist die Lauftechnik. Große Schritte. Das Bein weit nach vorne gestreckt, so dass man automatisch auf die Ferse landet und abrollt. So bin ich immer gelaufen. In der Schule wurde nie erklärt, wie man am besten läuft. Hauptsache, wir hatten uns bewegt. Egal wie.

Das T-Shirt habe ich übrigens immer noch.

Sonntag

Sportlich bin ich mit dieser Woche nicht zufrieden.

Nach dem Monstermuskelkater, der sich bis Dienstagabend spürbar gemacht hat, bin ich am Mittwoch nach der Arbeit zum Fitnessstudio gegangen. Ein bisschen früher als sonst, weil ich keine Lust hatte, schon wieder erst nach neun Uhr abends zu Hause zu sein. Ich fühlte mich an dem Tag sehr gut und voll motiviert. Bei einigen Geräten konnte ich das Gewicht leicht erhöhen. Leider war das Fitnessstudio extrem voll. Dass ich stehen und warten musste, um an Geräten zu kommen, hatte ich noch nie erlebt. Flexibel bin ich, aber wenn alle fünf Geräte, die ich noch auf dem Plan habe, und alle ihre Alternativen, belegt sind, geht es mir massiv auf dem Keks. Ich habe auf die drei letzten Übungen verzichtet und die abschliessende halbe Stunde auf dem Cross-Trainer verbracht. Als ich fertig war, war der Geräte-Raum schon viel leerer. Ich war einfach zu früh angekommen.

Ursprünglich wollte ich am Freitagabend zurück zum Sport. Wir haben uns aber bei der Arbeit fürs Feierabend zum Bier trinken getroffen, und das war’s mit dem Vorhaben. Immerhin habe ich es geschafft, mir auf dem Weg nach Hause ein Springseil zu besorgen. Durch Übungen könnte ich meine Muskeln bestimmt trainieren, die am Anfang der Woche so geschmerzt hatten. Ein Versuch ist es wert.

Ich bin gestern zurück zum Fitnessstudio gegangen. Motiviert war ich nicht, das Wetter lud nicht nach draußen ein, und ich habe mich dort nur verschleppt. Für meine übliche verbrauchte Anzahl von Kalorien am Cross-Trainer musste ich in der gleichen Zeit mit einem erhöhten Puls treten. Krafttraining war schwer, obwohl ich die gleiche Gewichte wie am Mittwoch benutzt habe. Zwischendurch habe ich das Springseil ausprobiert. Es war ein Fehler. Ich weiß nicht, wie ich es angestellt habe, aber ich habe vom Anfang an Schmerze im rechten Bein bekommen, und habe natürlich sofort aufgehört. Nur noch den Oberkörper trainiert. Sportvorhaben wieder nicht vollständig durchgeführt. Vielleicht sind die Schuhe, die ich beim Training an habe, nicht zum Springen geeignet. Oder ich bin zu schnell gewesen. Jetzt heißt es, wieder humpeln. Was weh tut ist der Fußgelenk, an der Außenseite, der Peroneus Brevis und hinter dem Knie spüre ich auch was.

Nach dem Fitnessstudio habe ich mit schmerzendem rechten Bein möglichst kurz eingekauft. Was zum essen, ich plane für heute eine Kartoffel-Tortilla, und neue Socken für den Winter. Beim TK Maxx habe ich tolle „Heat Holders“ Socken entdeckt, und ich kann schon sagen, sie halten ihr Versprechen. Jetzt ist Schluß mit kalten Füßen.

Heute schmerzt das rechte Bein immer noch, trotz Voltaren über Nacht. Besser nicht laufen, ehe es schlimmer wird. Ich arbeite an den Ketten weiter, eine ist schon fast fertig, und hole nebenbei meine Verspätung beim aktuellen Python-Kurs (auf Französisch) nach. Ich habe Python durch Bearbeitung vom Code meines Vorgängers gelernt, aber nie so systematisch studiert. Es ist unglaublich, was ich alles in den letzten drei Jahren so programmieren konnte, ohne wirklich zu wissen, was dahinter steckt. Ich weiß nicht, wie mein Vorgänger die Programmiersprache gelernt hat, aber mir wird immer bewusster, dass es im Code viel Verbesserungsbedarf gibt. Wenn ich Zeit dafür hätte. Ich soll die Funktionalität von Programm#1 verbessern und erweitern, aber was vor allem nötig ist, ist was man refactoring nennt — keine Ahnung, wie es auf Deutsch heißt. Ach so, Restrukturierung. Ich hoffe, ich kriege es hin, bevor ich das Baby an meinem eventuellen Nachfolger überreiche, wann auch immer es sein wird. Eine mündliche Zustimmung von Winfried für eine Weiterbeschäftigung bis Ende 2017 habe ich schon bekommen.

Mit so einem Muskelkater hatte ich wirklich nicht gerechnet

Schuld ist die Laufaktion von Sonntag. Ich hatte am Abend schon gespürt, dass es mir Schmerze verursachen würde, aber in dem Ausmaß hätte ich es nie gedacht.

Gestern beim Aufstehen. Ich sitze zuerst auf der Bettkante, und stehe dann auf, indem ich mich mit beiden Händen von der Kante weg drücke. Das mache ich seitdem ich aus dem Krankenhaus zurück gekommen war und meine Bauchmuskulatur erstmals nicht mehr benutzen konnte. Gestern stehe ich also auf und stelle fest, dass es gar keine gute Idee war. Meine Waden und andere Muskeln seitlich vom Bein, von denen ich bisher nichts wusste (Soleus), meinen, streiken zu müssen. Ich klatsche gegen den Kleiderschrank, der nah am Bett steht, und bleibe zuerst da mit der Wange gegen die eine Tür, sehr zur Belustigung vom Ehemann.

Gehen ist unmöglich. Ich muss zuerst in der Lage sein, stehen zu können. Immer noch am Kleiderschrank festgeklammert, mache ich ein paar Dehnübungen für die Beine. Nach einiger Zeit geht es wieder. Ich spiele mit dem Gedanke, mich für den Tag krank schreiben zu lassen. Aber langsam geht es wieder, und ich denke sogar, dass ich abends zum Sport gehen könnte. Sollte man nicht genau bei Muskelkater weiter Sport treiben, um die Schmerze los zu werden? Ich nehme die Sporttasche mit und schaffe es, halbwegs normal bis zur S-Bahn Station zu gehen. Die Treppen runter zu gehen ist aber schwer.

Im Laufe des Tages geht es nur bergab. Der Extensor Digitorum Longus und der Peroneus Brevis beschweren sich zunehmend (und ich erweitere meine Anatomie-Kenntnisse). Insgesamt wird es immer schwieriger, Treppen hoch und runter zu gehen, und ich humple nur noch durch die Gegend. Um es mir nicht anmerken zu lassen, gehe ich einfach sehr langsam und tue als ob ich mit meinem Handy zutiefst beschäftigt wäre.

Ich kann die Füße weder strecken noch anwinkeln und entwickle eine neue Bewegungsart, die möglichst wenig die Beinmuskeln beansprucht. Dabei ist mir bewusst, dass Verletzungen drohen, sollte ich das Gleichgewicht zu stark verlieren, weil ich niemals in der Lage wäre, mich so schnell wieder aufrecht zu stellen. Das Gleichgewicht verliere ich andauernd. Die Muskeln machen nicht mehr mit. Sport? Wohl doch nicht. Ich rufe den Ehemann an, der dank seines abgelegenen Arbeitsortes frei hat, und frage ihn, mich von der Arbeit mit dem Auto abzuholen. Beim Warten schreibe ich ein bisschen.

Zu Hause angekommen, mache ich mir ein heißes Bad und bleibe eine gute Stunde drin. Alles massieren, was irgendwie weh tut. Viel Wasser trinken. Der Ehemann hilft mir beim Austeigen von der Badewanne. Den Abend verbringe ich mit den langen dicken Wollsocken, und ich schlafe sogar mit denen.

Heute Morgen geht es wieder. Ich bin noch zu Hause. Da ich heute spät bei der Arbeit bleibe, muss ich sowieso nicht früh weg und habe Zeit.