Dysmenorrhoe

Heute war es furchtbar. Ab Mittag habe ich starke Bauchschmerze bekommen, und der untere Rücken hat sich auch unangenehm angefühlt.

Dabei sind meine Periode in diesem Zyklus sehr ungewöhnlich gewesen. Vor zehn Tagen hatte ich den starken Eindruck, dass es diesmal geklappt haben könnte, und ich wieder mal schwanger sein könnte.

Offensichtlich doch nicht. Vor einer Woche habe ich leichte Blutungen bekommen. Ein bisschen rosa, deswegen ich zuerst dachte, das mit einer Schwangerschaft könnte wirklich stimmen. Seit gestern sind die Blutungen stärker geworden, und heute in einem Maße, bei dem kein Zweifel mehr bestehen kann. Nicht schwanger. Aber der Zyklus war viel kürzer als sonst. Nur fünfundzwanzig Tage seit den letzten starken Blutungen.

Blöderweise war ich heute den ganzen Tag bei einer Veranstaltung. Im Anschluß war ein Abendessen geplant, und ich hatte vor, gar nicht daran teil zu nehmen, sondern direkt nach Hause zu fahren und mich zu erholen. Einen Vortrag musste ich nun noch halten, und dabei sind die Schmerze verschwunden. Unglaublich. Bei Menstruationsbeschwerden muss man also Vorträge halten. Danach geht es besser.

So ganz traue ich meinem Körper aber nicht. Meine Basaltemperatur ist nicht wie sonst gesunken. Sobald ich kann, und es wird erst in einer Woche sein, muss ich meine Gynäkologin besuchen. Ich will nicht wieder so eine böse Überraschung wie letztes Jahr erleben.

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Aubergine-Tomaten-Auflauf

Die Zutaten (für 2 Personen)

  • 1 Teelöffel Olivenöl
  • 1 große Aubergine (420 g)
  • 4 Tomaten (380 g)
  • 1 Dose Crème légère von Dr Oetker
  • 2 Hühnereier
  • 40 g Parmesan
  • 1 Teelöffel Salz
  • Ordentlich viel Pfeffer

Die Zubereitung

  • Backofen bei 180 °C vorheizen.
  • Eine Auflaufform mit dem Olivenöl einfetten.
  • Die Aubergine und Tomaten in Scheiben schneiden.
  • In der Auflaufform, eine Schicht Aubergine, eine Schicht Tomaten und eine Schicht Aubergine anrichten.
  • In einer kleinen Schüssel, Crème légère mit den Eiern, Salz und Pfeffer mischen.
  • Die Crème  in die Auflaufform gießen.
  • Parmesan reiben und obendrauf streuen.
  • Auflaufform vierzig Minuten bei 180 °C backen lassen.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 383,5 767
Eiweiß (g) 20,5 40,9
Kohlenhydrate (g) 14,3 28,5
davon Zucker (g) 13 25,9
Fett (g) 24,8 49,5
Ballaststoffe (g) 5,4 10,8

Apfelmuffins

Die Zutaten (für 12 Muffins)
20160926-apfelmuffin

  • 200 g Mehl
  • 1 Esslöffel Backpulver
  • 1 Teelöffel Zimtpulver
  • 60 g Haferflocken
  • 53 g brauner Zucker
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 1 Hühnerei
  • 2 Äpfel
  • 1 Esslöffel Haselnussöl
  • 125 mL Haselnussmilch
  • 1 Bio-Joghurt griechischer Art, Andechser Natur oder irgendein anderer fettarmer Naturjoghurt

Die Zubereitung

  • Backofen bei 180 °C vorheizen.
  • Mehl, Backpulver, Zimt, Zucker und Haferflocken in einer Salatschüssel mischen.
  • In einer separaten Schüssel, Haselnussmilch, Ei, Haselnussöl und Joghurt cremig rühren.
  • Die cremige Mischung mit der Mehl-Mischung homogen rühren und kurz ruhen lassen.
  • Äpfel in ganz kleine Stücke schneiden und zum Teig geben.
  • Kleine Papierformen in den Vertiefungen des Muffinbleches verteilen und mit dem Teig füllen.
  • Etwa 30 Minuten bei 180 °C backen.

Nähwertangaben

pro Muffin fürs Rezept
Energie (kcal) 133,1 1597
Eiweiß (g) 3,8 45,4
Kohlenhydrate (g) 23,3 279,8
davon Zucker (g) 7,9 94,8
Fett (g) 2,2 26,1
Ballaststoffe (g) 1,5 17,9

Gefülltes Gemüse

Ich hatte schon lange kein gefülltes Gemüse (légumes farcis) mehr gemacht. Der Aufwand lohnt sich. Wir haben heute alles aufgegessen, weil es aus diversen Gründen kein Mittagessen gab. Sonst kann man einzelne Gemüsehälfte zum Mitnehmen auf die Arbeit einfrieren (bei der Zucchini braucht man eine recht lange Dose).

Die Zutaten (für 2 Personen mit großem Hunger)

  • 1 große gelbe Zucchini
  • 1 große Gemüsezwiebel
  • 1 rote Paprika
  • 400 g Hackfleisch vom Rind
  • 1 Hühnerei
  • 60 g Parmesan
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Teelöffel Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

Die Zubereitung

  • Backofen bei 175 °C vorheizen.
  • Die Zucchini in der Länge halbieren, das innere Fruchtfleisch mit einem Löffel heraus nehmen und beiseite legen.
  • Die Paprika ebenfalls in der Länge halbieren und entkernen.
  • Die Zwiebel halbieren und alle Schichte außer die zwei Äußere von der Mitte heraus nehmen. Dazu zwei Gedanke:
    • mit Schwimmbrillen sieht man beim Zwiebel schneiden bescheuert aus, heult aber nicht die ganze Zeit,
    • ich weiß nicht, was besser ist, äquatorial oder senkrecht dazu die Zwiebel zu halbieren. Ich habe es äquatorial gemacht und die Löcher, die an die Polen entstanden sind, mit einem breiteren Schichtstück bedeckt. Senkrecht dazu entstehen keine Löcher, dafür hat man keine ebene Fläche, auf der die Zwiebelhälfte stabil im Backofen bleiben können.
  • Die Gemüsehälfte auf ein geöltes Backblech legen.
  • Das Fruchtfleisch der Zucchini im Mixer pürieren.
  • Die herausgenommenen Schichte der Zwiebel in kleine Würfel scheiden.
  • Parmesan reiben.
  • Gewaschene Petersilienblätter grob mit einem scharfen Messen hacken.
  • In einer Salatschüssel, Hackfleisch, Ei, Zucchinipüree, Zwiebelstücke, Parmesan, Salz, Pfeffer und Petersilie mit der Hand zusammen mischen.
  • Die Gemüsehälfte großzügig mit der Mischung füllen.
  • Gemüse im Backofen vierzig Minuten bei 175 °C backen lassen.

Beim Servieren, ein bisschen Olivenöl über das Gemüse geben.

Aufbesserungsidee: Wie wär’s mit gerösteten Pinienkernen in der Fleischmischung?

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 738 1476
Eiweiß (g) 60,9 121,8
Kohlenhydrate (g) 21,6 43,1
davon Zucker (g) 17,8 35,5
Fett (g) 50,4 100,7
Ballaststoffe (g) 9,6 19,2

Ich brauche neue Brille

Heute hatten wir einen Termin beim Bürgeramt. Es ging darum, unsere Ehe endlich in Deutschland bei den Behörden anzumelden, denn bis heute waren wir noch nicht dazu gekommen.

Ich wollte es schon seit unserer Rückkehr aus der Hochzeitsreise gemacht haben. Ich habe den Ehemann darum gebeten, nachzuschauen, was wir dafür machen müssten. Als Deutscher sollte er es einfacher haben, das ganze Behördendeutsch auf den Seiten der Stadt zu verstehen. Er hat uns einen Termin beim Standesamt vereinbart. Als wir dort in Juli waren, wurde uns belehrt, dass wir eigentlich zum Bürgeramt gehen sollten.

Einen Termin habe ich uns selber ausgesucht. Es geht online ziemlich gut, wenn man weiß, welchen Service man braucht. Es war aus den Seiten der Stadt nicht klar, daher habe ich die Hotline angerufen und erfahren, dass wir ganz einfach einen Termin für eine Meldung beim Bürgeramt machen sollen. Den Termin habe ich Mitte Juli vereinbart. Da die Ämter in Berlin immer überlastet sind, war er erst für Mitte Oktober geplant.

Ich habe zwischendurch immer wieder geschaut, ob Termine vorher frei wurden. Es ist unglaublich, wie schnell verfügbare Termine auf dem Buchungssystem der Stadt kommen und gehen. Kaum ist ein freier Termin ausgewählt, dass er schon beim Bestätigen von jemandem anders gebucht wurde. Irgendwann hatte ich Glück, und habe den Termin auf heute verschieben können. Es ist egal, in welchem Bezirk man den Termin bekommt. Es wurde Lichtenrade. Ich kenne mich dort nicht aus.

Wir konnten uns beide von der Arbeit befreien. Nicht ganz. Der Ehemann ist morgens ganz früh zur Arbeit gefahren und mit dem Auto von dort direkt zum Bürgeramt gekommen. Ich habe zu Hause an meinem DFG-Antrag gearbeitet und wollte mit ÖPNV fahren. Es war nicht schwer, zuerst mit der Linie X11 zur S-Bahn Buckower Chaussee, und dann mit der S2 nach Lichtenrade.

Ich kam überpünktlich an der Haltestelle an. Die X11 war aber verspätet. Nicht so schlimm, ich hatte genug Umsteigezeit für die S-Bahn. Nach fünf Minuten Verspätung habe ich einen Doppeldecker aus der Entfernung kommen gesehen. Die Nummer sah wie X11 aus. Der Bus konnte nicht direkt vor der Haltestelle halten, weil davor Autos an der roten Ampel standen. Der Fahrer hat weiter weg angehalten und die Türe geöffnet. Ich bin eingestiegen.

An der Ampel hätten wir rechts abbiegen sollen. Wenn ich in der X11 eingestiegen wäre. Es war die 101, und es ist mir erst klar geworden, als ich mit einem sinkenden Gefühl im Magen gesehen habe, wie wir gerade aus gefahren sind. Mist, Mist und noch mal Mist. Ich habe aus der Ferne 101 für X11 gehalten, und nicht mehr geprüft, als ich eingestiegen bin. Bei der nächsten Haltestelle war ich fast zurück zu Hause. Mit der X11 zu fahren würde jetzt nicht mehr klappen. Ich hatte zum Glück geplant, zwanzig Minuten vor dem Termin anzukommen, also war ich noch entspannt. Ich habe beschlossen, bis Rathaus Steglitz zu fahren. Dafür musste ich die 101 verlassen und auf die M48 warten.

Und dann? Mit der S1 nach Schöneberg, und mit der Ringbahn nach Südkreuz, und mit der S2 nach Lichtenrade? Ich habe den DB-Navigator gefragt, und er meinte, am besten wäre es, mit einem anderen Bus zur S-Bahn Station Priesterweg zu fahren, wo ich in die S2 einsteigen könnte. Gut. Die Haltestellen um Rathaus Steglitz sind aber weit gestreut, und ich wusste nicht, wohin ich musste. Ich bin rum gerannt, nur um den Bus an mir vorbei fahren zu sehen. Die M48 war zu spät angekommen, die 170 war dafür pünktlich. Mist. Jetzt war ich wirklich zu spät.

Auf der anderen Seite der Straße war der Taxistand. Ich bin mit dem Taxi gefahren. Der Spaß hat 25€ gekostet, aber ich habe den lange genug geplanten Termin nicht verpasst.

Garnelen mit Tomaten und Reis

Es klingt wie Garnelen mit Spinat und Reis. Indische Noten hat dieses Gericht aber nicht. Ich habe es gestern entworfen, als ich mit den nicht mehr so frischen Tomaten aus dem Kühlschrank etwas kochen wollte. Eingekauft hatte ich nicht. Und es gab noch die tiefgefrorenen Garnelen. Zitronen hatte ich nicht mehr, sonst hätte ich gerne etwas Zitronensaft in die Pfanne gegeben.

Die Zutaten (für 2 Personen)

  • 1/2 Tasse Reis (114 g bei mir)
  • 2/2 Teelöffel Salz
  • Pfeffer nach Geschmack
  • 1 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 g tiefgefrorene Garnelen
  • 5 kleine Tomaten (232 g)

Die Zubereitung

  • Garnelen auftauen lassen und Wasser entsorgen.
  • In einem Topf, den Reis mit dem doppelten Volumen an Wasser und einem halben Teelöffel Salz halb gedeckt kochen lassen und gelegentlich rühren, bis kaum Wasser übrig bleibt. Aus der Wärmequelle nehmen und bedeckt lassen.
  • In einer Pfanne, Olivenöl leicht erhitzen.
  • Schalotte und Knoblauch klein schneiden und im Öl anbraten, bis die Schalottenstücke glasig aussehen.
  • Tomaten in kleinen Stücken schneiden.
  • Garnelen und Tomaten mit dem anderen halben Teelöffel Salz und dem Pfeffer in die Pfanne geben und gut mischen.
  • Wenn alle Zutaten gar sind, mit dem Reis mischen und servieren.

Danach empfiehlt es sich, bis zum nächsten Morgen die Fenster in der Küche zu kippen und die Küchentür zu schließen.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 124,7 362 723
Eiweiß (g) 7,2 20,9 41,8
Kohlenhydrate (g) 15,9 46,1 92,2
davon Zucker (g) 1,4 4 7,9
Fett (g) 3,3 9,6 19,2
Ballaststoffe (g) 1 3 6

Telefonnummer auf einem Nokia Lumia blockieren

Ein Beitrag auf diesem Blog hat mich durch seine Aufrufanzahl überrascht. Ein verpasster Anruf. In drei Monaten ist er der meistgelesene Beitrag geworden. Obwohl, so erstaunlich ist es doch nicht, es ist das einzige Suchergebnis von Google über diese merkwürdige Telefonnummer, das nicht von www.wemgehoert.de stammt. Dabei weiß ich nicht mal, was die Person wollte, die mich aus der Nummer mehrmals versucht hatte zu erreichen. Offensichtlich bin ich nicht die Einzige, die es erwischt hat, den Suchbegriffen nach zu beurteilen. Ich kann aus den Aufrufstatistiken für diese Seite wunderbar ablesen, wann aus dieser Nummer Leute massenweise angerufen werden. Spam-Kommentare hat diese Seite auch auffällig viel geerntet, alle auf Englisch geschrieben, entweder mit der Bitte, die Kommentatoren per Email zu kontaktieren, weil sie keinen Knopf zum Folgen meines Bloges finden könnten, oder mit einem dubiosen Link, dem ihn natürlich nicht folgen will. So blöd bin ich auch nicht.

Das hat mich daran erinnert, dass ich mit Hilfe von Google diese Telefonnummer sofort blockiert hatte, und als ich einige Wochen später von einer anderen Nummer für Werbezwecke angerufen wurde, wollte ich die Prozedur wiederholen. Nicht intuitiv, mit meinem Nokia Lumia 730 (Windows Phone 8.1 Update). Ohne Google hätte ich es nicht geschafft, und selbst da ging es nicht so einfach. Viele Videos auf YouTube versprechen zu zeigen, wie es funktioniert, und zeigen dabei nur, wie man prüft, ob man das dafür benötigte Update schon installiert hat. Dank dieses Videos bin ich ein Stück näher bekommen. Ab 2:44 erfährt man, dass man in die Anrufliste gehen muss, und auf eine Nummer drücken soll, um diese zu sperren. Leider habe ich nicht erkannt, dass man etwas länger drücken soll, und habe einen Verbindungsaufbau zur unerwünschten Nummer verursacht. Schnell wieder aufgelegt. Also sollte man mit dem Finger auf die Nummer solange drücken, bis das Menü erscheint, in dem man die Nummer sperren kann. Eigentlich nicht so schwer, ich wäre nur nie von alleine drauf gekommen.

Dilemma

Ich habe heute Winfried in seinem Büro besucht, als er gerade aus einem Meeting mit unserer Geschäftsführung zurück kam. Ich wollte ihn nur kurz was fragen, und wir hatten gleich danach einen anderen Termin. Als ich wieder raus wollte, meinte er, wir hätten noch ein bisschen Zeit, und er wollte mit mir reden. Ich sollte die Tür zu machen und mich hinsetzen. Ich habe sofort gedacht, es müsste etwas Ernstes geben, weil seine Tür sonst immer zum Flur offen bleibt.

Er liest gerade meinen DFG-Antrag, meinte er. Endlich, habe ich gedacht. Es müsste mir aber klar sein, dass es keine Garantie für einen Erfolg gibt, meinte er. Natürlich weiß ich das. Vor einigen Jahren lag die Ablehnungsquote bei DFG-Anträgen über 80%. Gerüchterweise soll es jetzt besser geworden sein, ich habe aber keine konkrete Information darüber gelesen. Der Unterschied zu seinen Ermutigungen und Optimismus am Anfang vom Sommer ist mir nicht entgangen. Damals meinte er, so ein Antrag hätte gute Chancen. Wir würden noch Unterstützungsbriefe von einigen prominenten Nutzern meines Programmes #1 bekommen, und es würde ihn wundern, wenn der Antrag nicht durch ginge.

Nun, meinte er, bei dem Meeting heute Morgen hatte er erfahren, dass eine Person zur Verstärkung in der Verwaltung intern dringend gesucht wird. Es ginge um Studentenkoordination, und die Stelle wäre unbefristet. Er hätte sofort an mich gedacht, weil ich gewisse wichtige Anforderungen besonders gut erfülle. Es würde mir endlich Sicherheit für meine Zukunft geben, dafür würde ich nicht mehr in der Gruppe arbeiten. Ich frage mich, ob er sich schon vielleicht eine andere Person ausgesucht hat, um die Weiterentwicklung von meinen Programmen zu übernehmen. Der Gedanke ist nicht schön.

Eigentlich war ich froh, aus der Uni weg zu sein. Mit Studenten zu arbeiten war nicht wirklich der tollste Aspekt meiner Tätigkeit. Ich meine, ich bin Wissenschaftlerin. Für Studentenkoordination braucht man sicherlich keinen Doktortitel. Oh. Die Frau, die sich momentan ganz alleine in der Verwaltung um diese Aufgabe kümmert, ist auch promoviert. Man muss ganz schön verzweifelt sein, um eine spannende Tätigkeit als Wissenschaftlerin zu verlassen, um dann so was zu machen. Das stelle ich mir höchst langweilig vor.

Meine Arbeit gefällt mir sehr (ich komme doch dazu, einige Fragen ausführlich zu antworten). Ich programmiere viel, was in sich schon Spaß macht. Ich freue mich riesig, wenn ich Zeilen Code schreibe, die danach genau das machen, was ich wollte, und dabei eine Menge Arbeit ersparen. In meinen Projekten geht es vor allem darum. Auswertungen automatisieren, um die experimentelle Produktivität zu erhöhen. Programm #1 wird mittlerweile weltweit benutzt, was mich sehr erfreut. Wir haben sogar industrielle Kunden. Ich genieße die Anerkennung, die damit verbunden ist. Ich werde auf Workshops eingeladen, um Vorlesungen zu halten und Programm #1 vorzustellen. Wenn ich mich bei wissenschaftlichen Veranstaltungen namentlich vorstelle, sagen manchmal Leute mit aufgeregten runden Augen, „Oh, du bist die Entwicklerin von Programm #1!“. Ein Mal hat sich ein Messgast sogar die Mühe gemacht, mein Büro ausfindig zu machen, um sich bei mir persönlich für Programm #1 zu bedanken. Das schmeichelt schon. Letzte Woche hat ein Gast Programm #2 für sein Experiment ausprobiert und musste mir unbedingt seine Begeisterung mitteilen. Ich hatte solche Reaktionen am Anfang meiner Tätigkeit in der Gruppe nicht erwartet.

Wissenschaftlich habe ich ein spannendes Thema. Ich bin nur frustriert, so wenig Zeit dafür investieren zu können. Nebenbei muss ich mich auch, wie alle anderen Wissenschaftler in der Gruppe, um Gäste kümmern, die unsere Geräte benutzen. Das ist interessant, weil ich dadurch viele Leute kennen lerne, die an verschiedenen Themen arbeiten. Das ist auch sehr anstrengend, weil ich zu den wenigen in der Gruppe gehöre, die Rufbereitschaft machen. Das heißt, Tag und Nacht telefonisch zur Verfügung zu stehen, falls irgendwas plötzlich nicht mehr funktioniert. Ich mache es gerne und versuche, immer freundlich zu klingen, auch wenn unsere Messgäste um zwei Uhr morgens anrufen. Sie können nichts dafür, wenn unsere Geräte versagen. Es raubt aber viel Energie. Meistens kann ich Probleme von zu Hause aus lösen. Manchmal muss ich hin fahren. Am letzten Wochenende war es extrem. Sonntag um zwei Uhr morgens, und noch abends um elf bin ich zur Arbeit gefahren. Zwischendurch hat das Handy den ganzen Tag geklingelt, weil immer etwas anderes nicht ging. Das haben wir gestern im Meeting ausführlich diskutiert, und meine Kollegen bemühen sich darum, dass es sich nicht wiederholt.

An solchen Tagen fange ich vermehrt an, mich nach anderen Stellen umzuschauen. Wie toll es doch wäre, eine stinklangweilige Arbeit zu haben, wo man seine Stunden absehen kann und am Wochenende einwandfrei weg fahren kann, nach Lust und Laune! Ich könnte mit der Frau bei der Studentenkoordination diskutieren. Ob ich dort meinen aktuellen Gehalt bekommen würde? Im öffentlichen Dienst darf man nicht unter seiner Qualifikation bezahlt werden.

Ich bin Tante

Meine Mami hat mich angerufen, als ich im Bus auf dem Rückweg nach Hause war. Es war außergewöhnlich, da wir sonst immer sonntagsabends telefonieren. Ich habe sofort gedacht, es müsste etwas passiert sein. Etwas Schlimmes, und blöderweise war ausgerechnet heute mein Akku fast leer. Nein, schlimm war es doch nicht. Ich bin Tante geworden. Darauf war ich nicht gefasst.

Der Termin für die Geburt war erst in drei Wochen geplant. Gestern Abend, nach dem wöchentlichen Telefonat mit meiner Mami, hat meine Schwester leichte Wehe gespürt und ist mit ihrem Freund zum Krankenhaus gefahren. Um zwei Uhr morgens war mein Neffe schon wohlauf auf die Welt gekommen. Gut, dass es so schnell ging.

Was noch nicht bekannt ist, wie das neue Familienmitglied genannt wird. Über einen Namen konnten sich die Eltern noch nicht einigen. Es wird dringend Zeit.

Wespenplage

Gestern dürfte wohl der letzte Sommertag des Jahres gewesen sein. Der Ehemann ist früh von seiner Dienstreise zurück gekommen und hat mich bei der Arbeit abgeholt. Wir haben beschlossen, zu einem Biergarten in der Nähe unserer Wohnung zu gehen. Er hat sich an der Theke angestellt, um unsere Biere zu bestellen, während ich mir einen Tisch ausgesucht habe.

Der Biergarten war gut besucht, aber nicht so voll wie am Anfang der Saison. Es gab noch viele freie Tische, vor allem am Eingang vom Biergarten, neben dem Kinderspielplatz und dem Müllkontainer. Ich habe mich an einem Tisch ein bisschen abseits vom Rest der anderen Kunden hin gesessen. Ich wollte vor allem Zigarettenrauch vermeiden.

Der Ehemann stand noch in der Schlange, als ich merkte, dass viele Wespen um einen Tisch unweit beschäftigt waren, obwohl niemand mehr dort saß. Ich habe mir einen anderen Tisch am Eingang ausgesucht, der von Wespen vernachlässigt aussah. Es war sehr weit weg vom Rest der Gäste, die an langen Tischen mit Bänken saßen. Mein Tisch war klein und rund, genau genug für zwei. Von der Sorte gab es viele, die nicht besetzt wurden. Ab und zu kam mal eine Wespe, um sich umzuschauen und gleich danach weg zu fliegen. Etwas Interessantes für sie hatte ich nicht.

Der Ehemann ist mit unseren Bieren zum Tisch gekommen, und wir haben uns entspannt. Kurz danach kam zum Nachbartisch ein Paar mit Bieren und etwas zum Essen dabei. Bratwurst im Brötchen und ein halbes Hähnchen. Es war unglaublich zu sehen, wie schnell sie von Wespen überfallen wurden. Der Mann hat den Teller seiner Frau mit dem Hähnchen zu einem anderen Tisch gebracht, und herum flogen mindestens zwanzig Wespen. Zwischen Mitte August und Ende September sind sie ja auf Suche nach Fleisch, um den Nachwuchs zu füttern.

Die Frau ist zur Theke gegangen, um sich zu beschweren, und ist mit einem Kännchen voller Rauch zurück gekommen. Was es genau war, weiß ich nicht, aber es hat die meisten Wespen vertrieben. Einige sind trotzdem geblieben und haben weiterhin versucht, Hänchenstücke zu nehmen. Anscheinend war das Paar kein Einzelfall, wie ich aus den Kommentaren von anderen Gästen mitbekommen habe. Ich verstehe nicht, warum die Bedienung beim Servieren nicht gleich über die Wespen informiert und das Kännchen geliefert hat. Oder warum nicht Wespenfallen benutzen? Das habe ich schon in einem Lokal bei der Arbeit gesehen. Ich war jedenfalls froh, dass wir nichts zum Essen bestellt hatten.