Ernährungstagebuch

Genau das habe ich mir ewig gewünscht. Dass es schon längst existiert wusste ich gar nicht. Obwohl ich das Buch Fettlogik überwinden lese. Erst heute habe ich die Seite fddb entdeckt. Ich bin so was von begeistert.

Zuerst habe ich mir ein Profil angelegt. Anhand meiner Daten (Alter, Größe, Aktivitäten und Gewicht) habe ich einen Tagesbedarf von 1945 kcal und einen BMI-Wert von 25,7 gerechnet bekommen. Boah nee, wieder im leichten Übergewicht, habe ich mir gedacht. Das würde stimmen, wenn ich zehn Jahre jünger wäre. Jetzt bin ich eigentlich im Normalbereich. Ich fühle mich trotzdem zu fett.

Ich habe in meinem Ernährungstagebuch alles, was ich heute gegessen habe, peinlich genau gewogen und eingetragen. Die Datenbank von Lebensmitteln ist riesig, ich habe noch keinen Produkt gefunden, der nicht eingetragen ist. Den Spaziergang im botanischen Garten (234 kcal) habe ich berücksichtigen lassen. Zum Frühstück hatte ich Magerquark mit einer zerstückelten Banane und Honig. Mittags zwei Scheiben Graubrot mit Rinderbraten und Ziegenkäse. Einen Grießpudding dazu. Nachmittags eine leckere Tasse heißer Schokolade. Heute Abend habe ich Kichererbsen mit Chorizo gekocht (Chorizo zu schneiden war mit dem kaputten linken Arm nicht einfach). Der Ehemann ist von seiner Dienstreise spät zurück nach Hause gekommen und hat sich darüber sehr gefreut. Das Tolle ist, man kann sich Rezepte in einer Zutatenliste speichern und eine Portion direkt ins Tagebuch eintragen lassen. Dadurch erhält man gleich alle Nährwertangaben. Für heute habe ich mir ein Defizit von 633 kcal geschafft. Ich hätte es nie geglaubt, wenn ich die Zahlen nicht vor Augen hätte. Ich hätte meine Energiezufuhr zu hoch geschätzt. Gehungert habe ich definitiv nicht.

Ich habe angefangen, alle meine Rezepte einzutragen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die von mir erstellten Tabellen für Nährwertangaben systematisch gefälscht sind. Ich habe tendenziell zu wenige Kalorien und zu viele Proteine gezählt. Es ist mir lieber, zu viele Kalorien als zu wenig in meiner Tageseinnahme zu rechnen. Da es mit fddb sowieso viel bequemer ist, die Nährwertangaben rechnen zu lassen, und Fehler weniger wahrscheinlich sind, habe ich angefangen, bei meinen Rezepten die Tabellen zu korrigieren. Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Was man auch machen kann ist, sein Gewicht täglich einzutragen. Die Daten werden gespeichert und man kann sich eine zeitliche Kurve erzeugen lassen. Datenpunkte kann man nachträglich eingeben. Ich hatte es bis jetzt immer mit gnuplot gemacht. Genau wie bei meiner morgendlichen Temperatur. Der Vorteil von gnuplot ist, dass ich die Daten während meiner Periode farblich anders darstellen kann. So kann ich sehen, ob es bei mir einen Einfluss auf das Gewicht hat.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Mir fällt die Decke auf den Kopf

Also bin ich raus gegangen. Das Wetter sah heute Morgen schön aus, hat sich aber schnell geändert.

Ich habe zuerst unsere Pflanzen auf dem Balkon gewässert und habe die Nachbarin unter uns auf ihrem Balkon gesehen. Da sie uns gefragt hatte, Pflanzen während ihres Urlaubs zu pflegen, bin ich zu ihr gegangen, um den Schlüssel zu holen. Sie hat mir ihre Pflanzen gezeigt und erklärt, welche Pflanzen wie viel Wasser brauchen.

P1110819Dabei konnte ich sehen, dass das Wort „Messie“, das die Frau bei der Hausverwaltung benutzt hatte, um unsere Nachbarn zu beschreiben, gar nicht passend ist. Ich wünsche, unsere Wohnung würde so schön aufgeräumt wie die unten aussehen. Wir haben Möbel, die aus zwei Wohnungen zusammengefügt wurden und nicht unbedingt zueinander passen, der Ehemann neigt dazu, seine Zeitschriften überall rum liegen zu lassen, mein Schreibtisch ist chaotisch… Das einzige ist das Auto unserer Nachbarn, das sich seit unserem Umzug nie vom Parplatz bewegt hat. Drin ist jede Menge Müll. Das sieht man jetzt nicht, weil die Frontscheibe so dreckig ist, und die Blätter vieles verstecken. Ursprünglich war das Auto überall rot.

Ich habe mich danach entschlossen, im botanischen Garten spazieren zu gehen. Ich kann mit dem linken Fuß wieder normal gehen. Das war eine gute Entscheidung. Entspannend. Kaum Besucher waren da. Mitten in der Woche ist es vielleicht normal, und das Wetter war doch nicht so schön. Zweimal hat es Schauer gegeben.

Die Hummeln waren fleißig am Werk. Die hat man schon am lustigen Geräusch erkannt. Bienen waren auch unterwegs. Merkwürdige Früchte hingen in den Bäumen. Und Pilze sind schon auf der Wiese geschossen.

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Der Arzt hatte mir am Montag vorgeschlagen, den Arm aus der Schlinge zu nehmen und beim Gehen hängen zu lassen. Das habe ich gemacht. Die Schlinge benutze ich seit Montag nicht mehr. Ich habe sie trotzdem in die Tasche gepackt. Ich kann den Arm immer noch nicht strecken, heben geht schwer. Ich kann ihn kaum benutzen, wirklich. Immerhin kann ich mich jetzt alleine an- und ausziehen, seitdem der Gips weg ist. Wenn ich mit der rechten Hand den linken Arm zu meinem Kopf hoch hebe, bin ich in der Lage, mir einen Pferdeschwanz oder einen Knoten zu machen. Das ist gut, weil der Ehemann wieder unterwegs ist. Diesmal in Belgien. Ich sehe sonst keine Verbesserung am Arm seit Montag. Es fühlt sich an, als ob der Knochen sich von seiner normalen Lage verschoben hätte, was die Bewegungen einschränkt. Ich denke, ein Eingriff wird nötig sein. Hoffentlich wird sich der Arzt bis morgen die Tomographie-Bilder angeschaut haben.

Ich bin eine Stunde am botanischen Garten geblieben, und dann zum Boulevard Berlin mit dem Bus gefahren. Shopping. Mir war doch nicht so richtig danach. Zu viele Menschen. Ich habe nur ein Buch bei Hugendubel gekauft. Mieses Karma. Das hörte sich von der Beschreibung her lustig an. So lange der Laden nicht zurück zur anderen Straßenseite umzieht, werden keine englischsprachige Bücher angeboten. Ich war enttäuscht.

Mein Ellbogen hat am Ende weh getan, und ich habe die Schlinge wieder benutzen müssen. Zu Hause habe ich gemerkt, dass mein linker Fuß an der Außenseite doch ein bisschen schmerzt. Den Ischias spüre ich auch.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.