Doch nicht nur ein Riss

Für diese Erkenntniss habe ich gerade zweieinhalb Stunden in der Praxis gesessen. Dreiundneunzig Prozent davon wartend. Und ich bin großzügig, ich denke nicht, dass die Untersuchung zehn Minuten gedauert hat.

Ich muss zugeben, ich habe es mit dem Gips nicht bis heute ausgehalten. Es hat fürchterlich gejuckt und durch das Gewicht Schmerzen in meinem Oberarm verursacht. Der Ehemann meinte, er könnte mir den Gips abmachen und später wieder binden. Sein Angebot habe ich sofort angenommen. Was für ein Befreiungsgefühl! Es wäre gegangen, den Gips wieder anzubringen, aber ich habe gemerkt, dass ich jetzt ohne besser klar komme. Und den Gips wollte ich nicht mehr.

Mein Termin bei der Radiologie war um kurz nach zehn geplant. Ich bin sehr knapp in der Zeit angekommen. Ich war zum ersten Mal dort und habe den Abstand zwischen Bushaltestelle und Praxis unterschätzt. Das war aber egal, weil bei meiner Ankunft mehrere Personen bei den Sekretärinnen standen. Bis ich dran kam, war es schon fünf Minuten nach dem Termin. Die waren eh verspätet, wie überall.

Nach einer halben Stunde im Warteraum bin ich zu einem Untersuchungsraum gebeten worden. Die Assistentin hat mir Fragen gestellt und nach den Röntgenaufnahmen vom Krankenhaus in Spanien gefragt. Ich habe ihr dazu den Bericht vom Arzt gegeben. Alles auf Spanisch und Katalanisch. Sie ist aus dem Raum verschwunden und hat mit der Ärztin hinter dem Raum diskutiert. Nach einiger Zeit ist die Ärztin selbst gekommen und meinte, statt eine Radiographie möchte sie lieber eine Computer-Tomographie (kurz CT) machen lassen, um sich eine bessere Meinung zu bilden. Sie hätte schon bei der Praxis von meinem Hausarzt angerufen und die Überweisung für eine CT würde sie anfordern, wenn ich einverstanden wäre. Was hätte ich dagegen finden sollen? Wenn sie es für nötig hält, mache ich das natürlich mit. Meine erste Erfahrung mit CT war zwar furchtbar gelaufen, aber damals lag es daran, dass ich an eine bestimmte Stelle mit einer Monsternadel eine Injektion bekommen sollte, was sehr schmerzhaft war.

Ich bin zurück zum Warteraum gegangen. Ich sollte nur eine halbe Stunde warten. Die Ausgabe vom Stern habe ich durchgelesen. Es wurde eine ganze Stunde. Die Untersuchung selbst lief ohne großes Problem. Es war ein bisschen umständlich, mich auf dem Bauch hinzulegen und den Arm möglichst gerade über den Kopf zu strecken. Ich hatte mehr Angst, Schmerzen dabei zu bekommen, als ich wirklich Schmerzen gespürt habe.

Danach, nochmal im Warteraum sitzen, bis ich die Bilder bekomme. Nochmal eine Viertelstunde. Als ich die CD bekommen habe, hieß es, es wäre doch kein Riss sondern etwas Komplizierteres im Ellbogen. Der Bericht würde in Kürze zu meinem Hausarzt geschickt und ich müsste noch heute Nachmittag dahin. Also um vier. Diesmal bin ich sicher, dass die Praxis auf hat. Ich habe am Donnerstag mit dem Handy das Schild an der Tür fotografiert.

Advertisements

7 Gedanken zu “Doch nicht nur ein Riss

  1. Wenn man so einen Beitrag „liket“, klingt das für mich immer falsch. Als ob ich sagen würde, hey, super, ich hoffe dein morgiger tag läuft auch so! – eigentlich will ich aber sagen: ja, kenn ich. ewiges warten beim Arzt für dreißig Sekunden Aufmerksamkeit. Am schlimmsten war da mein ehemaliger Orthopäde – der hat in zwei Phasen behandelt, beide dauerten zwei Minuten und jede Wartezeit mindestens 45. Das mit deinem Ellbogen klingt wirklich nicht gut :/

    Gefällt 1 Person

Teile deine Meinung mit!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s