Sportlich und doch nicht fit

Die Migräne ist wieder da. Kein Wunder, bei dem Wetter.

Trotz der guten Nacht habe ich mich beim Aufwachen matschig gefühlt, und zwar bevor ich die Nachrichten im Radio gehört habe. Zum Frühstück gab es eine Banane und einen Kaffee. Martin ist früher zur Arbeit gefahren. Er hat sein Fahrrad mitgenommen, obwohl es kurz vorher noch geregnet hat. Ich wollte doch so gerne auch Fahrrad fahren. Das letzte Mal war am Montag. Laufen am Mittwoch ist wegen Migräne ausgefallen. Wenn ich abnehmen will, muss ich mehr tun. Aber diese blöde Migräne, die nicht los lässt! Und der Schwindel dazu! Wenigstens ist die Periode vorbei. Ich habe mich fürs Radeln angezogen und saubere Kleider in den Rucksack gepackt. Noch einen Kaffee getrunken. Dabei habe ich mich zwischendurch gefragt, ob ich mich nicht krank melden sollte, um zu Hause zu bleiben. Aber vielleicht wäre Bewegung genau das richtige, um mich besser zu fühlen?

Es hat tatsächlich geklappt. Mittags bin ich mit den Kollegen essen gegangen. Beim Kaffee danach ging es mir langsam aber merklich schlechter. Wieder Kopfschmerz und Schwindel. Ich habe arbeiten können. Um vier Feierabend. Auf dem Rückweg war das Radeln schwieriger. Eine gute halbe Stunde lang hat mein Kopf gepocht, wenn der Radweg nicht ganz eben war. Also, die ganze Zeit, mit den Berliner Radwegen. Dann gab es ein bisschen Regen. Windig war es ständig. Gegenwind natürlich. Ich würde sogar sagen, es war stürmisch. Echt kein Spaß. Dazu kam, dass so viele Leute den Radweg missachtet haben und drauf spazieren gegangen sind. Taube Leute, die auf meine laute Klingel nicht reagiert haben. Eine Frau mit Kinderwagen ist mir entgegen gekommen und hat mich auch noch trotzig angeschaut, bevor sie beschlossen hat, mitten im schon engen benutzungspflichtigen Radweg zu gehen. Der Bürgersteig war drei Meter entfernt und durch eine Wiese vom Radweg getrennt. All diese Leute heute sahen irgendwie südländisch aus, und ich habe mich gefragt, ob Flüchtlinge überhaupt erklärt bekommen, was ein Radweg ist. Den Eindruck habe ich nicht. Dazu muss ich sagen, dass ich selber bei meiner Ankunft in Deutschland lernen musste, dass es Radwege auf dem Bürgersteig gibt. Das kannte ich damals nicht.

Zu Hause angekommen, habe ich geduscht und viel Wasser getrunken. Martin ist kurz nach mir gekommen, ebenfalls mit dem Fahrrad. Ein Aspirin musste noch her. Ich habe großen Hunger bekommen. Die Suppe mittags war schon längst verbraucht, sowie der Grießpudding. Martin hat uns ein Pizza geholt. Ich habe mich überreden lassen, obwohl ich dagegen war. Er unterstützt mich beim Abnehmen wirklich nicht. Er hat meine Lieblingssorte gebracht, mit Kochschinken und Champignons. Ich habe meine Hälfte verschlungen. Pizza und Abnehmen passen bekanntlich nicht gut zusammen. Die heutigen 44 Kilometer Fahrrad machen es wieder gut, sicherlich.

Von Abnehmen kann momentan keine Rede sein. Ich nehme seit einer Woche langsam aber stets wieder zu. Ich versuche, darauf zu achten, was ich esse, wirklich. Keine Zwischenmahlzeit, obwohl es diese Woche beim ständigen Hunger nachmittags nicht einfach war. Ich weiß, dass ich zu viel rein stopfen muss, wenn ich zunehme. Kalorienzählen geht leider nicht, wenn ich mittags mit den Kollegen esse. Ab und zu nehme ich mir etwas mit, das isoliert mich aber von der Gruppe. Ich bin schon zu einem anderen Gebäude umgezogen und habe dadurch viel weniger Kontakt mit den Kollegen. Mein mitgebrachtes Mittagessen im Lokal zu essen würde bei den Betreibern nicht gut ankommen. Also nehme ich zu. Das lustige dabei ist, dass meine Kleider zu breit werden. Ich habe mich heute gefragt, ob meine Hose mir nicht runter fallen könnte. Sie hält sich noch fest, aber es ist deutlich, dass sie früher enger saß. Ich habe am Po-Bereich viel an Fett verloren. Wenn die Figur sich ändert, ist es doch ein gutes Zeichen.

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2 Gedanken zu “Sportlich und doch nicht fit

  1. Ich hatte auch die ganze letzte Woche Migräne. Zum Glück wurde es übers Wochenende besser. Das liegt bei mir häufig am Wetter und Berlin scheint echt migränemäßig nicht die beste Wahl zu sein. Seit ich hier wohne ist es jedenfalls häufiger geworden.

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