Freier Dienstag

Ich hatte Freizeitausgleich. Kein Luxus, nach der Insomnie von gestern und den Überstunden von letzter Woche.

Ich bin um halb neun aufgewacht. Das kriege ich sonst selbst am Wochenende nicht hin. Temperatur und Gewicht gemessen. Jubel. Seit letzter Woche sind schon zwei Kilogramme gepurzelt. Zum Frühstück gab’s eine Banane mit Orangensaft und Kaffee. Letzterer schwarz und ohne Zucker, wie immer. Die Banane, weil ich in letzter Zeit wieder Krämpfe habe. Immer in der linken Wade.

Meinen letzten Traum hatte ich noch in Erinnerung. Ich war in einem Supermarkt und hatte Durst. Auf dem Weg zu den gekühlten Getränken habe ich einen Schokoriegel geholt und verputzt. Ich habe mir Sorgen gemacht, ob man mich als Diebin festhalten würde, und die Verpackung behalten, um sie an der Kasse zu zeigen. Der Geschmack von der Schokolade hat mir noch schlechtes Gewissen gegeben, weil ich abnehmen will. Bei den Getränken bin ich vor der riesigen Auswahl stehen geblieben, um dann zu einer mit Früchten aromatisierten Wassersorte zu greifen. Alle Sachen, die ich im echten Leben nie kaufe! Gut, die Schokoriegel kauft mein Mann, und er soll sie gefälligst nicht vor meiner Nase essen. Aromatisiertes Wasser? Unnötig Zucker trinken? Kommt nicht in Frage.

Am späten Vormittag habe ich mein Fahrrad in die S-Bahn genommen und bin zum Konsulat gefahren. Mein aktualisierter Pass mit meinem Ehenamen lag zur Abholung bereit. Danach habe ich mich auf dem Weg nach Dussmann gemacht. Von der Wilhelmstraße zur Friedrichstraße sollte es nicht schwer sein. Aber nein, ich bin trotz Navi auf dem Handy zuerst in die falsche Richtung gefahren und musste umkehren. Ich habe mir dort das Buch von Nadja gekauft. Endlich. Als es am Anfang nur als E-Book verfügbar war, konnte ich es nicht, da ich mich weigere, Amazon-Kündin zu sein. Danach hat es lange gedauert, bis ich mal Zeit hatte und mich daran erinnert habe, wenn ich in der Nähe einer Buchhandlung war.

Ich bin nach Hause geradelt. Laut Google Maps hätte ich Dreiviertelstunde für die Strecke gebraucht. Ich fahre aber kaum durch Mitte und habe mich mehrmals verfahren. Irgendwann bin ich am Bahnhof Zoo gelandet, obwohl ich genau diese Stelle vermeiden wollte. Bauarbeiten, Verkehrschaos…

Mit Krämpfen in den Füßen habe ich Halt in einem Supermarkt gemacht. Ich wollte zuerst den Chiasamen-Pudding nachmachen. Der Preis von den Chiasamen hat mich ein wenig geschockt, vor allem, da diese sogenannte Superfood nichts anderes als ein Marketing-Trick sind und sich nur wage auf wissenschaftliche Basis stützen. Ich habe beschlossen, stattdessen Buchweizengrüze und geschrottete Leinsamen zu benutzen. Mit Mandelmilch getränkt und pürierten Himbeeren bedeckt. Das hat mit dem ursprünglichen Chiasamen-Pudding nichts mehr zu tun. Ich habe noch keine schöne Gläser dafür und habe Teetassen benutzt. Das Ergebnis sieht so aus:

20160705

Um viertel vor drei war ich zu Hause. Ich hatte Glück, weil es kurz danach richtig gegossen hat.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.