Radiologie-Termin am Montag

Ich freue mich so drauf. Am Montag wird mein Ellbogen wieder geröntgt, und dafür muss der Gips weg. Au ja!

Seit vier Tagen trage ich den schon. Gestern hat der Arm angefangen, richtig anfällig für Juckreiz zu werden. Zum Glück haben sich die zwei Mückenstiche auf dem Arm nicht mehr gemeldet. Ich glaube, die Nesselsucht schon. Meine Finger werden dick und taub. Ich denke daran, sie ab und zu zu bewegen. Die Hygiene leidet. Keine Dusche ist möglich, der Gips soll trocken bleiben. Ich kann mich nur mit dem Lappen waschen. Egal, wie häufig und gründlich ich das tue, habe ich immer den Geruch von Schweiß in der Nase. Haare waschen geht erst recht nicht. Sowie Haare binden. Mich umziehen kann ich nicht alleine. Und das war bis gestern Abend blöd, weil der Ehemann die letzten zwei Tage schon wieder auf Dienstreise war.

Vorgestern war ich bei meinem Hausarzt. Wegen der Krankschreibung, aber auch um zu wissen, wo ich die neue Untersuchung machen lasse. Eine Überweisung für die Radiologiepraxis wollte er mir vorbereiten. Zuerst die Krankschreibung. Dabei hat er meinen Namen laut gesagt, und es stimmte gar nicht. Die Sekretärin hatte ihm meine Mappe nicht gebracht, und er hatte in der Mappe der vorherigen Patientin, die noch auf seinem Schreibtisch lag, alles geschrieben. Das hat ihn sauer gemacht. Die Sekretärin ist als Urlaubsvertretung für die übliche junge Frau da, und ist anscheinend mit ihren Aufgaben überfordert. Es war mir vorher im Warteraum aufgefallen, wie der Arzt nach jedem Patienten mit ihr gestritten hatte und sie mit lauten Gegenvorwürfen geantwortet hatte. Bei mir hatte es schon ewig gedauert, bis sie meine Karte genommen hatte, als ich die Praxis betreten hatte. Nicht, weil sie viel zu tun hatte, sondern weil sie sich sehr viel Zeit genommen hatte. Ich habe gedacht, sie lernt noch. Mit Gips um den Arm und schmerzendem Knöchel war ich selber irritiert, dass sie mich so lange stehen lassen hat. Ich kann den Ärger vom Arzt verstehen, es ist ziemlich blöd, Zeit für die Patienten über Sachen zu verschwenden, die sonst immer glatt laufen. Er hat alles in meiner Mappe neu geschrieben und meine Krankschreibung fertig gemacht. Die habe ich gleich per Post zu meinem Arbeitgeber geschickt.

Gestern habe ich während der Öffnungszeit der Radiologiepraxis für eine Terminvereinbarung angerufen. Die Frau am Telefon wollte irgendwas aus meiner Überweisung wissen. Überweisung? Stimmt, ich hatte am Ende gar keine bekommen! Ich habe gesagt, ich rufe nochmal an. Da mein Hausarzt keine Internetseite hat, habe ich seine Öffnungszeiten gegoogelt und auf Jameda gefunden. Um vier Uhr nachmittags stand ich unten vor seiner Tür, wie fünf andere Personen. Ich war nicht begeistert, nochmal hin gehen zu müssen, da ich in der Abwesenheit vom Ehemann die Kleider vom Vortag noch an hatte, in denen ich geschlafen hatte. Meine Haare waren eine echte Katastrophe. In meiner Vorstellung hätte ich den ganzen Tag zu Hause verbracht. Tja. Die Praxis war für den Rest des Tages geschlossen, das Schild an der Tür kündigte andere Öffnungszeiten als Jameda an. Wir sind alle weg gegangen.

Was nun? Ich war von meinem letzten Besuch bei der Orthopädiepraxis so genervt, dass ich inzwischen beschlossen hatte, nie wieder hin zu gehen. Aber es war ein Notfall. Ich habe bei der Praxis angerufen, da sie noch auf hatte. Ich hätte es mir sparen können. Die Sekretärin meinte, ich würde keine Überweisung für die Radiologie bekommen und sollte zu meinem Hausarzt gehen. Ob es an meinem französischen Akzent liegt? Ich bin nur dort Patientin geworden, weil der Ehemann es mir empfohlen hatte. „Ein Freund von einem Freund“ arbeitet dort als Arzt. Den habe ich nie zu Gesicht bekommen. Der Ehemann ist jetzt richtig entsetzt, da er mitbekommt, was ich für Erfahrungen dort mache. Er selber wird in der Praxis ganz anders behandelt, und er ist nicht mal Privatpatient.

Heute Morgen bin ich wieder zum Hausarzt gegangen. Ich habe nur mit der Ersatz-Sekretärin geredet und ihr gesagt, dass ich die Überweisung zur Radiologie vermisse. Sie hat überrascht geguckt und sie dann gedruckt. Sie hat sie am Mittwoch wahrscheinlich übersehen. Die Überweisung trägt jetzt das heutige Datum. Zu Hause angekommen, habe ich also nochmal bei der Radiologie angerufen. Eine andere Frau als gestern war dran, die mir den Termin für Montag gemacht hat. Keine Rede von einer Überweisung. Der ganze Stress war umsonst.

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Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen

Bis Montag war ich mit dem Mini-Urlaub zufrieden. Wir haben Museen besucht. Das Dalí-Museum in Figueres, aber auch das Schloss von Púbol, wo Gala Dalí gelebt hatte und begraben wurde. Wir sind am frühen Sonntagmorgen zum Castell de Montgrí gewandert, was wegen des Zustandes vom Weg recht anstrengend war. Vor allem, um wieder runter zu kommen. Die starke Tramontane, die seit Freitag wehte, hat wenigstens dafür gesorgt, dass es uns nicht zu heiß wurde. Wir sind ein paar Male am Strand gewesen. Im Meer zu schwimmen war toll. In der Sonne haben wir nur wenig gelegen. Zum weiteren Abnehmen haben unsere Aktivitäten nicht gereicht, da es auch reichlich leckere Tapas gab. Ich habe uns eine Caponata gekocht, als Dankeschön für unsere Freundin, die uns so großzügig empfangen hat. Meinem Mann zuliebe habe ich die Sellerienstangen durch eine grüne Paprika ersetzt.

Ich bin in der kurzen Zeit von Mücken gefressen worden. Es ist noch schlimmer als bei der Dorffeier. Trotz Autan habe ich dreiunddreißig Stiche erst auf den Beinen gezählt. Nur wenige haben eine allergische Reaktion verursacht. Ich bin übrigens nicht sicher, dass alle Stiche von Mücken kommen. Auf der hinteren Seite vom linken Oberschenkel hatte der Ehemann am Freitag berichtet, dass in einem Bereich so groß wie seine Handfläche acht rote Punkte vorhanden waren (er war dabei, einen Stich auf einer Pobacke zu behandeln). Es waren nur Punkte, und sie hatten gar nicht gejuckt. Am nächsten Tag doch. Alle Punkte sind wie Mückenstiche geschwollen. Mücken stechen aber nicht so häufig auf einmal in einer so kleinen Hautgegend. Einige Stiche überlappen sich sogar. Zum Glück hatten wir Fenistil und den Stichbrenner dabei. Die Stiche mussten zweimal am Tag behandelt werden, aber zwischendurch hatte ich Ruhe. Und ehrlich gesagt, verglichen mit den Ereignissen vom Wochenende, erschien es mir lächerlich, mich zu sehr über „ein paar“ Stiche zu beschweren.

Ich lächelte und war also froh, und es kam tatsächlich schlimmer. Wir sind am Montagabend vom Strand zurück gekommen. Wir wollten noch kurz duschen und mit unserer Freundin für den letzten Abend essen gehen. Dazu ist es nicht gekommen.

Es gibt im Garten eine kleine Treppe. Die Stufen bestehen aus breiten unebenen Steinen, sowie der Weg davor. Ich ging als letzte die Treppe hoch, und ich bin auf der zweiten Stufe gerutscht und rückwärts auf dem Weg gefallen. Es gab nichts, wo ich mich hätte festhalten können. Ich konnte nur warten, bis ich am Boden geprallt bin. Es kam mir sehr lang vor, wie beim Fahrradunfall. Dabei konnten mich mein Mann und unsere Freundin nur entsetzt schauen, weil es so schnell ging, dass sie nichts machen konnten. Mein linker Fuß hat sich beim Fall völlig verdreht, und ich habe einen Riss am Radiusköpfchen vom linken Unterarm bekommen.

Ein großes Glück war, dass ich meine Tasche und den Stoffbeutel mit den Handtüchern vom Strand in der linken Hand trug. Beim Fallen sind beide hinter meinen Rücken gekommen und haben den Fall am Gesäß und am Rücken völlig gedämpft. Gleichzeitig kann es sein, dass sie die Verletzung am Arm verursacht haben, da ich mich sonst nicht daran erinnern kann, mich mit der Hand am Boden gefangen zu haben. Ein zweites großes Glück war, dass ich mein Haargummi am Tag davor verloren hatte. Ich hätte mir sonst einen Pferdeschwanz gemacht. Stattdessen hatte ich meine lange Haare zu einem lockeren Knoten gebunden und diesen mit einer flachen Spange oben am Kopf festgehalten. Das war gut, weil mein Kopf zweimal am Boden geknallt ist und vom Knoten geschützt wurde. Mein Schädel ist noch heil. Es fühlt sich alles normal an. Kein Schwindelgefühl. Mit einem Pferdeschwanz hätte es wesentlich schlimmer ausgehen können.

Wir haben den Abend in der Notaufnahme von einem Krankenhaus in der nächsten Stadt verbracht. Der Riss im Radiusköpchen ist röntgenographisch nachgewiesen worden. Der Knöchel ist nicht gebrochen und braucht nur ein paar Tage Ruhe. Der Fuß ist ganz dick geworden und hat sich dunkel gefärbt. Ich habe Gips um die Außenseite vom Arm bekommen, weil es so schmerzhaft war, wenn der Arm gedreht wurde. Ich kann ihn gar nicht mehr strecken. Der Unterarm ist nicht vollständig mit Gips gehüllt, und es ist gut, weil ich sonst gestern nicht zurück nach Deutschland hätte fliegen dürfen. Irgendwas mit Druck und Schwellung vom Arm. Es ist so trotz Halterung um den Nacken recht schwer zu tragen. Mit der ungewohnten Haltung tut mein Rücken weh. Der Oberarm auch. Oh, und der Ellbogen natürlich. Dagegen habe ich Ibuprofen bekommen. Ich frage mich manchmal, ob der Gips nicht mehr Schmerzen verursacht als er verhindert. Ich habe heute meinen Arzt besucht und er hat mich bis zum Ende nächster Woche krank geschrieben. Am Montag soll mein Arm befreit werden, um eine neue Röntgenaufnahme zu machen. Ich freue mich so drauf.

Eigentlich hatte ich vor gehabt, gestern nachmittags meinen Arzt zu besuchen. Wir hätten um drei in Tegel landen sollen und seine Praxis geht nachmittags um vier auf. Warum es nicht geklappt hat, ist eine sehr blöde Geschichte. Wir hatten unsere Flüge über Lufthansa gebucht. Hinflug über München, Rückflug direkt mit der Tochtergesellschaft Germanwings (obwohl sie seit einem guten halben Jahr Eurowings heißt). Als wir gestern zum Flughafen in Barcelona ankamen, hieß es, wir wären nicht auf der Passagierliste. Lange Anrufe bei der Lufthansa, die noch häufig einfach mitten drin abgebrochen wurden, haben uns am Ende gelehrt, dass Germanwings die Bezahlung von Lufthansa aus welchem Grund auch immer nicht akzeptiert hatte, uns das Geld zurück überwiesen und die Reservierung storniert hatte. Ohne uns in Kenntnis gesetzt zu haben. Der Flug war inzwischen voll gebucht und es täte der Frau am Schalter von Germanwings sehr Leid, aber wir müssten neue Karten kaufen. Der Ehemann hat es beim rumtelefonieren geschafft, dass die Lufthansa uns als Entschädigung kostenlos auf eine Strecke über München bucht. Spät abends. Wir wären kurz vor Mitternacht angekommen, weil es vorher nicht ginge, alle Flüge wären ausgebucht. Die versprochene Bestätigungsemail für die Umbuchung ist nie angekommen. Irgendwann hat er am Schalter von Lufthansa gefragt, ob wir uns trotzdem einchecken könnten. Kein Problem, meinte die Frau, wir wären in der Passagierliste, aber wollen wir nicht früher fliegen? Klar, meinte er. Es ging doch problemlos.

Zwischendurch gab es mehr Ärger mit meinem Arm. Zum Beispiel, weil ich nach der Sicherheitskontrolle in Barcelona gedacht hatte, es wäre besser, mit dem Aufzug statt mit der Rolltreppe runter zu gehen. Leider ist die automatische Tür vom Aufzug viel zu schnell wieder zu gegangen. Ich war noch am reingehen, als sie mit Schwung gegen meinen eingegipsten Arm geknallt hat. Ich dachte naiv, es gäbe doch optische Sensoren im unteren Bereich der Tür, die so was verhindern würden. Habe ich heulen müssen.

Im Flug nach München saß ich direkt vor dem Notausgang. Hinter mir waren die Sitzplätze mit mehr Beinfreiheit. Trotzdem musste die junge Frau hinter mir, die so groß gar nicht war, die Beine so weit strecken, dass ihr Fuß auf meiner Armlehne den Ellbogen berührt hat. Abgesehen davon, dass es völlig unverschämt ist, sich mit seinen Sitznachbarn derart zu verhalten, ging es mit meinem Arm überhaupt nicht. Da sie auf meine Bitte, ihren Fuß weg zu nehmen, gar nicht reagiert hat, habe ich ihn mit der anderen Hand weg geschubst. Sie ist dann völlig hysterisch geworden, weil ich sie beim Schlafen „geschlagen hätte“, und hat gegen meinen Sessel getrommelt. Der Ehemann hat sich schnell eingemischt und sie fertig gemacht, da er sich besser umdrehen konnte als ich, bis die Zicke wutschäumend zu einem anderen Sitzplatz gewechselt ist. Tête à claques.

Um acht Uhr abends waren wir in Berlin. Zu spät für meinen Arzt.

Verlängertes Wochenende

Morgen fliegen wir für sechs Tage nach Spanien. Eine Freundin lebt dort. Sie war auf unserer Hochzeit dabei, und hatte uns angeboten, sie besuchen zu kommen. In der Nähe von Figueres. Das Dalí-Museum dort wollte ich immer mal besichtigen. Endlich ist es so weit. Ich freue mich.

Andererseits fühle ich mich mulmig. Die Welt ist so verrückt geworden. Wer weiß, was sich Idioten noch ausdenken können, um mehr Menschenleben zu vernichten. Gerade morgen fangen die Schulferien an. Der Flughafen wird voll sein. Wir hätten uns ein anderes Wochenende aussuchen sollen.

Pute mit Joghurt-Spinat und Reis

Unser heutiges Abendessen. Ich hatte großen Hunger, als ich aus dem Bus ausgestiegen bin. Zu viele Kalorien durfte das Abendessen natürlich nicht haben, und ich habe mir das Rezept vom Joghurt-Spinat deswegen so ausgedacht. Es ist recht lecker geworden. Davon ist übrigens genug geblieben, um fürs Büro morgen etwas mit Reis mitzunehmen.

Die Zutaten (für 2 Personen)

  • 500 g Spinat (gehackt und tiefgefroren)
  • 1 Esslöffel Olivenöl mit Gewürzen
  • 1 Esslöffel Kreuzkümmel
  • 1 große Zwiebel
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 3 getrocknete Chilischotten
  • 4 gehäufte Esslöffel Joghurt (0,1% Fett)
  • 2 Putenschnitzel (je 170 g)
  • 1 Zitrone
  • 1 Esslöffel Olivenöl
  • 1/2 Tasse Reis
  • 1 Tasse Wasser
  • Salz
  • Pfeffer

Die Zubereitung

Joghurt-Spinat

  • Gewürztes Olivenöl in einer Pfanne erhitzen.
  • Kreuzkümmel kurz anbraten.
  • Zwiebel und Knoblauch klein schneiden und im Öl dünsten.
  • Spinat hinzufügen.
  • Chilischotten zerkleinern und zum Spinat mischen.
  • Eine Viertelstunde kochen und gelegentlich umrühren.
  • Beiseite stellen und abkühlen lassen.
  • Salzen und pfeffern.
  • Mit dem Joghurt in einer Schüssel mischen.
  • Vor dem Essen wieder erwärmen.

Putenschnitzel

  • Saft der Zitrone und Olivenöl in einer Pfanne erhitzen.
  • Schnitzel darin braten.
  • Mehrmals wenden, bis beide Seiten durch den karamellisierten Zitronensaft schön bräunlich werden.

Reis

  • Reis und Wasser mit ein bisschen Salz in einem Topf zum kochen bringen und köcheln lassen, bis kaum Wasser übrig bleibt. Ich habe einen Kleks salziger Butter zum Reis beim Kochen gegeben.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 610 1220
Eiweiß (g) 55,8 111,6
Kohlenhydrate (g) 48,8 97,6
Fett (g) 20,4 40,8
Ballaststoffe (g) 7,3 14,6

Ausgesaugt

Das Wochenende war mir zu viel.

Am Samstag vormittags bin ich gejoggt. Eine ganze Stunde. Alleine, der Ehemann hatte etwas anderes vor. Nachmittags haben wir den Geburtstag vom Schwiegervater gefeiert, und ich wollte im Vorraus Energie verbrauchen, um ohne schlechtes Gewissen essen zu können. Ich bin sowieso vernünftig gewesen und habe nicht verfressen.

Am Abend sind wir zu Freunden aufs Land gefahren. Es gab dort eine Dorffeier. Ich hatte keine große Lust, dahin zu fahren. Aber sie ziehen bald um, und die Gegend an der Havel ist schön. Es war eine der letzten Gelegenheiten, sie dort zu besuchen. Und aufs Land wird es schon ruhig sein, oder?

Weit gefehlt. Die Feier fand auf einer großen Wiese gegenüber vom Haus unserer Freunde statt. Ich hatte etwas anderes erwartet. Es waren nur viele lange Tische mit Bänken, umgeben von einer Bühne, wo DJs Musik sehr laut spielen lassen haben, und Ess- und Trink-Wagen. Ich habe den Abend damit verbracht, Gespräche nicht zu verstehen, weil die Musik zu laut war. Ein Bier und ein alkoholfreies Cocktail genippt. Kinder beim Wettrennen zugeschaut. Die hatten ihren Spaß. Es war nicht wirklich kalt, aber ich war dicht gepackt, mit Lederjacke, langer Hose und Laufschuhen.

Wir haben die Feier relativ früh verlassen. Am Lagerfeuer im Garten diskutiert. Um zwei sind wir zum Gästezimmer gegangen. Und, so wie es auf dem Land ist, musste der Ehemann zuerst für mich sämtliche Spinnen im Raum entsorgen. Eine hing sogar auf der Wand oberhalb von den Kopfkissen. Brrr. Das ganze Haus ist von Spinnen besetzt. Ich habe mich wieder gefragt, warum ich zugesagt hatte, mitzukommen. Er hätte alleine hinfahren können.

Als wir sicher waren, dass keine Spinne mehr im Raum war, selbst unter dem Bett, haben wir uns hingelegt. Aber schlafen konnte man nicht. Die Musik war so laut, dass die Scheiben der doppelten Fenster mit jedem Schlag vibriert haben. Mir ist plötzlich eingefallen, dass ich in meinem Nécessaire immer Ohropax habe, und ich konnte doch irgendwann nach drei Uhr morgens einschlafen. Die Feier hat bis zur Dämmerung gedauert.

Wir sind früh aufgewacht und an der Havel entlang spazieren gegangen. Nach dem späten Frühstück mit den Freunden sind wir zurück nach Berlin gefahren. Ich war platt. Abends war noch geplant, dass wir bei einer Cousine vom Ehemann essen gehen. Ich habe abgesagt. Schade, aber dafür war ich heute Morgen mit meinem Körpergewicht zufrieden.

Beim Ausziehen habe ich gestern festgestellt, dass ich aufs Land noch buchstäblich ausgesaugt wurde. An die Knöchel und an der inneren Seite des linken Oberschenkels. Diese fiesen Viecher haben es geschafft, durch die dicken Klamotten zu stechen. Beim Stich am Oberschenkel habe ich eine allergische Reaktion bekommen. Der Stich ist jetzt Kreisförmig, mit einem Durchmesser von einer Daumlänge. Angeschwollen, ganz rot und sehr warm. Furchtbar. Es wird noch mehrere Tage nerven, bevor es verschwindet. Meistens dauert es eine Woche.

Sportlich und doch nicht fit

Die Migräne ist wieder da. Kein Wunder, bei dem Wetter.

Trotz der guten Nacht habe ich mich beim Aufwachen matschig gefühlt, und zwar bevor ich die Nachrichten im Radio gehört habe. Zum Frühstück gab es eine Banane und einen Kaffee. Martin ist früher zur Arbeit gefahren. Er hat sein Fahrrad mitgenommen, obwohl es kurz vorher noch geregnet hat. Ich wollte doch so gerne auch Fahrrad fahren. Das letzte Mal war am Montag. Laufen am Mittwoch ist wegen Migräne ausgefallen. Wenn ich abnehmen will, muss ich mehr tun. Aber diese blöde Migräne, die nicht los lässt! Und der Schwindel dazu! Wenigstens ist die Periode vorbei. Ich habe mich fürs Radeln angezogen und saubere Kleider in den Rucksack gepackt. Noch einen Kaffee getrunken. Dabei habe ich mich zwischendurch gefragt, ob ich mich nicht krank melden sollte, um zu Hause zu bleiben. Aber vielleicht wäre Bewegung genau das richtige, um mich besser zu fühlen?

Es hat tatsächlich geklappt. Mittags bin ich mit den Kollegen essen gegangen. Beim Kaffee danach ging es mir langsam aber merklich schlechter. Wieder Kopfschmerz und Schwindel. Ich habe arbeiten können. Um vier Feierabend. Auf dem Rückweg war das Radeln schwieriger. Eine gute halbe Stunde lang hat mein Kopf gepocht, wenn der Radweg nicht ganz eben war. Also, die ganze Zeit, mit den Berliner Radwegen. Dann gab es ein bisschen Regen. Windig war es ständig. Gegenwind natürlich. Ich würde sogar sagen, es war stürmisch. Echt kein Spaß. Dazu kam, dass so viele Leute den Radweg missachtet haben und drauf spazieren gegangen sind. Taube Leute, die auf meine laute Klingel nicht reagiert haben. Eine Frau mit Kinderwagen ist mir entgegen gekommen und hat mich auch noch trotzig angeschaut, bevor sie beschlossen hat, mitten im schon engen benutzungspflichtigen Radweg zu gehen. Der Bürgersteig war drei Meter entfernt und durch eine Wiese vom Radweg getrennt. All diese Leute heute sahen irgendwie südländisch aus, und ich habe mich gefragt, ob Flüchtlinge überhaupt erklärt bekommen, was ein Radweg ist. Den Eindruck habe ich nicht. Dazu muss ich sagen, dass ich selber bei meiner Ankunft in Deutschland lernen musste, dass es Radwege auf dem Bürgersteig gibt. Das kannte ich damals nicht.

Zu Hause angekommen, habe ich geduscht und viel Wasser getrunken. Martin ist kurz nach mir gekommen, ebenfalls mit dem Fahrrad. Ein Aspirin musste noch her. Ich habe großen Hunger bekommen. Die Suppe mittags war schon längst verbraucht, sowie der Grießpudding. Martin hat uns ein Pizza geholt. Ich habe mich überreden lassen, obwohl ich dagegen war. Er unterstützt mich beim Abnehmen wirklich nicht. Er hat meine Lieblingssorte gebracht, mit Kochschinken und Champignons. Ich habe meine Hälfte verschlungen. Pizza und Abnehmen passen bekanntlich nicht gut zusammen. Die heutigen 44 Kilometer Fahrrad machen es wieder gut, sicherlich.

Von Abnehmen kann momentan keine Rede sein. Ich nehme seit einer Woche langsam aber stets wieder zu. Ich versuche, darauf zu achten, was ich esse, wirklich. Keine Zwischenmahlzeit, obwohl es diese Woche beim ständigen Hunger nachmittags nicht einfach war. Ich weiß, dass ich zu viel rein stopfen muss, wenn ich zunehme. Kalorienzählen geht leider nicht, wenn ich mittags mit den Kollegen esse. Ab und zu nehme ich mir etwas mit, das isoliert mich aber von der Gruppe. Ich bin schon zu einem anderen Gebäude umgezogen und habe dadurch viel weniger Kontakt mit den Kollegen. Mein mitgebrachtes Mittagessen im Lokal zu essen würde bei den Betreibern nicht gut ankommen. Also nehme ich zu. Das lustige dabei ist, dass meine Kleider zu breit werden. Ich habe mich heute gefragt, ob meine Hose mir nicht runter fallen könnte. Sie hält sich noch fest, aber es ist deutlich, dass sie früher enger saß. Ich habe am Po-Bereich viel an Fett verloren. Wenn die Figur sich ändert, ist es doch ein gutes Zeichen.

Schon wieder ein sinnloser Akt

Wir lesen ständig solche schreckliche Nachrichten. Diese trifft mich besonders, da ich von dort komme. Quasi. Meine Eltern haben sich in Nizza kennen gelernt. Sie sind als Kinder im gleichen Hochhaus groß geworden. Viele meiner Verwandte leben dort. Und ich habe dort studiert.

Hier ist ein friedlicheres Bild der Prom‘. Mit den blauen Stühlen.

La_Prom

Ich bin wenigstens erleichtert, meine Familie in Nizza wohlauf zu wissen.

Aus dem Laufen wird heute nichts

Ich bin fix und fertig.

Heute Morgen habe ich mich noch gefreut, nach der Arbeit zu joggen. Ich habe mir für die Mittagspause eine Packung Schinken mit einem Brötchen geholt. Und einen mageren Naturjoghurt, eine Banane und einen Apfel. Das ist nicht wenig, aber ich wollte ja joggen gehen.

Dann kam der Nachmittag. Ich habe intensiv an meinem Programm #1 gearbeitet und eine Methode verbessert, um Daten zu laden. Ich war nicht so gut konzentriert. Ich habe mich müde gefühlt und leichte Kopfschmerze bekommen. Das Programmieren war mühsam. Ich habe mein Ziel erreicht, um nach anderen Tests festzustellen, dass jetzt etwas anderes nicht mehr läuft. Das Problem habe ich auf morgen verschoben. Ich habe dadurch später als geplant Feierabend gemacht.

Da ich nicht zu spät zu Hause ankommen wollte, um mit Martin zu joggen, bin ich mit der S-Bahn gefahren. Auf dem Weg dahin wurde mir schwindelig. Mir ging’s doch gar nicht gut genug, um sportlich tätig zu sein. Vielleicht hat es mit meiner Periode zu tun. Ich verliere momentan viel Blut, und hatte gestern Abend starke Bauchschmerzen. Oder es kommt vom Wetter. Der Himmel war so dunkel und bedrückend. Gerade ist das Gewitter ausgebrochen. Wir wären eh nicht bei dem Wetter gelaufen. Sehr wahrscheinlich ist es der Grund für die Migräne, die sich während der Fahrt in meinem Schädel breit gemacht hat. Es geht gerade so, aber ich kann nicht viel machen. Und ich habe tiefe Ringe unten den Augen, obwohl ich heute Nacht doch so gut geschlafen habe. Schmerzmittel bringen bei mir selten etwas, wenn die Migräne noch nicht richtig explodiert hat.

Das Wetter macht übrigens die Leute verrückt, wie es aussieht. Als ich in der S-Bahn eingestiegen war und einen Sitzplatz gefunden hatte, habe ich plötzlich eine ganz laute Techno-Musik gehört. „Ach nee, nicht das auch noch“, habe ich gedacht, und mir überlegt, ob ich nicht zu einem anderen überfüllten Wagen wechseln sollte. Die Türe sind zu gegangen, und die Musik wurde schwächer. Gut, es war nur am Gleis. Ich habe kurz dort geschaut, als der Zug weg gefahren ist. Ein langer, dürrer, voll tätowierter Mann war dabei, auf der Rücklehne einer Sitzbank zu springen und hat in dem Moment einen gewaltigen Kick nach vorne gemacht, und einen anderen Mann am Kopf getroffen, der direkt zum Boden geschleudert wurde. Die Leute im Zug haben entsetzt geschrien. „Die stehen voll unter Droge“, meinte ein Mann. Es stimmt, dass die Beide ähnlich asozial ausgesehen haben und man leicht den Eindruck gewinnen konnte. „Ob wir die Polizei anrufen sollten?“ frage eine Frau, als der Zug schon den Bahnhof verlassen hatte. Ich glaube, das haben bestimmt die anderen Reisenden am Gleis gemacht.

Schockiert war ich. Es ist mein Bahnhof, wo ich täglich für die Arbeit ein- uns aussteige, wenn ich nicht mit dem Bus fahre. Ich hatte doch vor wenigen Sekunden an dem Ort gestanden, wo der Mann geschlagen wurde. Ich kann es nicht fassen, dass ich seit einer Woche auf Arbeitswege in so kurzer Zeit so viele Menschen sich prügeln sehe, wenn die letzten drei Jahren seitdem ich in Berlin wohne so ruhig gelaufen sind.

Paprika gefüllt mit Feta und Kartoffeln

Ich hatte mich für heute Abend auf eine große Portion Naturjoghurt gefreut. So zum Abnehmen. Dann hat der Ehemann sich auf dem Weg nach Hause gemacht und mich gefragt, was wir heute Abend essen würden. Na gut, doch kein Joghurt. Nach Inspektion des Inhaltes vom Kühlschrank habe ich mich entschieden, eine gefüllte Paprika mit Feta und Kartoffeln zu machen. Resteverwertung. Und weil mir beim Zubereiten die Füllmasse zu trocken erschien, habe ich eine kleine Tomate püriert und hinzugefügt. Das Ergebnis war sehr lecker und überraschenderweise gar nicht so kalorienreich, wie ich gedacht hätte. Es eignet sich sogar sehr gut zum Abnehmen.

Die Zutaten (für 2 Personen)

  • 1 gelbe Paprika
  • 100 g Feta
  • 100 g Kartoffeln
  • 1 kleine Tomate
  • 1 Teelöffel getrockneter Thymianblätter

Die Zubereitung

  • Backofen bei 180 °C vorheizen.
  • Kartoffel zehn Minuten lang in Wasser kochen.
  • In einer Schüssel, Feta und geschälte Kartoffeln zerbröckeln und zu einer Paste zusammen pressen.
  • Kleine Tomate in Stücke schneiden und mit dem Pürierstab pürieren.
  • Tomate und Thymian zur Feta-Kartoffeln-Paste mischen.
  • Die Paprika waschen und in der Länge halbieren. Strunk mit Kernen entfernen.
  • Beide Paprika-Hälfte mit der Masse füllen und auf Backpapier auf einem Blech legen.
  • Zwanzig Minuten bis einer halben Stunde bei 180 °C backen (ich habe nicht so genau aufgepasst).

Gefüllte Paprika

Dazu haben wir Würste aus der Pfanne gemacht. Die waren noch vom Grillen am Wochenende übrig geblieben.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 92,2 198,3 396,6
Eiweiß (g) 4,9 10,6 21,1
Kohlenhydrate (g) 6,7 14,4 28,8
Fett (g) 5,1 11 21,9
Ballaststoffe (g) 1,2 2,7 5,3