Gejoggt

Wir haben während unserer Hochzeitsreise in Portugal wieder angefangen, zusammen zu joggen. Im Urlaub war es einfach, morgens vor dem Frühstück zu laufen. Kein Stress, alle Zeit der Welt. Wir haben uns Hotels in schöner Umgebung gesucht, möglichst am Wasser entlang, und sind zwischen einer halben und dreiviertel Stunde gelaufen. Nicht jeden Tag, aber in den zwei Wochen sind wir fünf oder sechs mal gejoggt.

Martin ging’s darum, sich für einen kleinen Firmenlauf zu vorbereiten. Ich bin mitgelaufen, um fitter zu werden und nicht so ein schlechtes Gewissen wegen der vielen Leckereien in Portugal zu bekommen. Das Essen war ja meistens hervorragend und viel. Da Martin Probleme mit der Achillessehne hat, läuft er am Anfang immer langsam. Das passt mir sehr gut. Wir waren schon früher gejoggt, bevor wir zusammen in die neue Wohnung eingezogen sind. Seitdem nicht mehr. Das ist schon über anderthalb Jahre her.

Ich fand das Laufen so gut, dass ich vorgeschlagen habe, zu Hause weiter zu laufen. Mit der Arbeit geht es unter der Woche morgens nicht — Martin ist echt ein Aufstehmuffel — aber wenigstens Sonntags sollte es möglich sein. Schluss mit Faulenzen. Denkste. Letzte Woche haben wir es nicht gemacht. Ich hatte einfach gar nicht mehr daran gemacht. Und die Woche davor auch nicht, da hatte ich wegen der langen Nacht der Wissenschaften am Samstagabend zu lange gearbeitet und war müde. Zugegeben, dramatisch war es nicht, ich bin mehrmals mit dem Fahrrad von der Arbeit nach Hause gefahren, und das sind schon 22 Kilometer.

Heute Morgen habe ich mich also sportlich angezogen, obwohl ich ehrlich gesagt überhaupt nicht motiviert war. Am frühen Nachmittag war die Lust wieder da, und wir sind Richtung Dreipfuhlteig los gegangen. Zusammen. Weil ich es alleine doch nicht hinkriegen würde. Und ich kann jetzt ganz stolz berichten, dass ich eine Stunde am Stück gejoggt bin. Langsam, ich habe gerade sechseinhalb Runden geschafft. Martin ist am Ende schneller gelaufen und hat eine Runde mehr gemacht. Nach vierzig Minuten hat es sich plötzlich schwieriger angefühlt, aber da Martin noch bei mir war, habe ich mich durchgebissen und nicht aufgegeben. Ich habe mich danach richtig toll gefühlt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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