Schlaflos

Ätzend. Es hat am Wochenende angefangen.

Am Samstag musste ich mal wieder arbeiten. Nicht nur ein paar Stunden morgens wie sonst samstags, sondern von abends bis mitten in der Nacht. Wir haben an der langen Nacht der Wissenschaften teilgenommen. Offizieller Schluss war um halb eins. Danach mussten wir aufräumen. Es war halb drei, als ich zu Hause im Bett lag.

Am Sonntag war ich so platt, dass ich bis kurz vor Mittag geschlafen habe. Und am späten Nachmittag lag Martin für ein Nickerchen auf der Couch — das macht er häufig, seitdem er blutdrucksenkende Medikamente einnimmt. Ich habe mich ausnahmsweise neben ihm hingelegt und zwei Stunden geschlafen. Hätte ich nicht machen sollen. Ich konnte in der folgenden Nacht bis fünf Uhr morgens gar nicht einschlafen. Als der Wecker am Montag um sieben los ging, habe ich beschlossen, noch zwei Stunden im Bett zu bleiben. Davon habe ich eine Stunde schlafen können. Ich wusste, dass ich an dem Tag sowieso spät im Labor bleiben musste. Erst um acht habe ich Feierabend gemacht.

Am Montagabend bin ich um elf ins Bett gegangen. Ich musste gestern ganz früh bei der Arbeit sein. Einschlafen konnte ich gut, nachdem Martin den Fernseher ausgeschaltet hat und ebenfalls ins Bett gekommen ist. Es war schon Mitternacht. Kurz vor vier bin ich aufgewacht. Martin fummelte gerade mit der Verpackung von einem Tablett und hat anschließend von seiner Wasserflasche getrunken. Er hatte Sodbrennen bekommen, hat er mir gestern erklärt. Ich konnte danach nicht mehr schlafen. Erst wurde es mir zu warm, dann, als ich beim Einschlafen war, hat er angefangen zu schnarchen. Um fünf habe ich beschlossen, den Rest der Nacht auf der Couch im Wohnzimmer zu verbringen. Schlafen konnte ich trotzdem nicht mehr. Ohne Unterlage ist die Leder-Couch nicht gut zum schlafen geeignet. Um viertel von sechs bin ich aufgestanden. Ich musste eh um sieben aus dem Haus.

Ich hatte also große Hoffnungen, diese Nacht meinen Schlaf einzuholen. Pustekuchen. Um drei hat mich der Gatte mit einem Schreck geweckt. Er ist auf einmal aus dem Bett gesprungen. Richtig gesprungen. Ich habe gedacht, er spinnt total. Ich habe im dunklen Raum seine Silhouette beim Stehen neben dem Bett gesehen. „Was ist los?“ habe ich ihn gefragt. Er hat geseufzt, etwas von seiner Kopfstütze erzählt, und sich wieder hingelegt. Mir wurde schon wieder zu warm zum Schlafen. Ich habe ihn gefragt, mir die dünne Decke von der Couch zu bringen, da er schon mal aufgestanden war. Aber es hat nicht geholfen, weil ich zuerst noch aufgeregt war, und danach das Schnarchen wieder kam. Zurück zur Couch im Wohnzimmer. Diesmal habe ich mir eine andere Decke zur Unterlage mitgenommen. Ich konnte trotzdem nicht schlafen, weil die dünne Decke nicht lang genug ist, und die Couch nicht breit genug, um bequem zu liegen — ich hätte sie auseinander nehmen sollen, und mitten in der Nacht war mir nicht danach.

Um fünf habe ich aufgegeben. Es war schon länger hell, die Plissés sind nicht so abdunkelnd wie im Schlafzimmer, und die Vögel waren so laut auf der Terrasse. Ich werde wieder wie ein Zombie durch den Tag gehen. Mit Schwindelgefühl und Herzrasen beim Gehen, wie gestern. Seit drei Tagen habe ich nur vier Stunden Schlaf pro Nacht geschafft, das ist mir viel zu wenig. Heute Nacht räume ich den Rest vom Nähkram auf meiner Couch in meinem Arbeitszimmer auf und schlafe drauf. Alleine. Und hoffentlich durch. Ich finde, er könnte ruhig mal für die Arbeit wieder auf Dienstreisen geschickt werden.

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