Zukunft in Geldwäscherei?

Das wollten mir heute gleich zwei „Arbeitgeber“ anbieten. Ein Traumjob. Stellt euch vor, knapp 4000€ monatlich für 5 Arbeitsstunden pro Woche verdienen, ohne besondere Kenntnisse zu haben… Gibt es wirklich so naive Leute, um drauf rein zu fallen? Ich kann es mir nicht vorstellen, aber lieber zu viel gewarnt. Vorsicht. Geldwäsche ist strafbar.

Merkwürdig fand ich, dass die Emails zu meiner „anonymen“ Adresse geschickt wurden, die ich nie bewusst breit öffentlich in Verbindung mit meiner Identität gebracht habe. Trotzdem bin ich mit Vornamen und Nachnamen adressiert worden. Also, ich habe die Adresse schon benutzt, um auf Ebay und Amazon mit Paypal Transaktionen abzuschließen, das war’s. Mein Paypal-Konto habe ich inzwischen gelöscht, mir war es immer ein bisschen unheimlich. Bei Amazon bin ich noch viel länger nicht mehr Kundin. Mein Konto habe ich ebenfalls löschen lassen. Ich vermute, dass die Daten bei einem Ebay-Händler geklaut wurden.

Die erste Email kam von der „Heinrich GmbH“. Die Email-Adresse, die, wie bei der zweiten Email, eh nicht mit den Absenderadresse übereinstimmt, habe ich ausgeixt.

Sehr geehrte/r ,

unsere Gesellschaft ist ein erfolgreiches, europaweit agierendes Unternehmen und wir suchen im Augenblick motivierte und ehrliche Mitarbeiter zur Vervollständigung unseres Teams in der EU.
Der Lohn beträgt im Schnitt 3800 Euro monatlich bei ca 5 Stunden Arbeit pro Woche.
Der Mitarbeiter hat keine eigenen Ausgaben und muss keine technische Kenntnisse haben. Auch Rentner sind für diese Arbeitstätigkeit geeignet
Ihr Tätigkeitsfeld ist die Prozessoptimierung.
Die Arbeit ist europaweit angeordnet und derzeit noch frei.
Sie kriegen die Überweisung im Voraus, dierekt auf Ihr Konto überwiesen, und müssen für unsere Kunden Bitcoins erwerben, wofür Sie eine Provision von 20 Prozent pro Kauf erhalten.
Sie sollten Zielstrebigkeit zu Ihren Stärken zählen und grundlegende Computer Kenntnisse besitzen. Sicherer Umgang mit Internet sowie telefonische Erreichbarkeit sollten für Sie auch kein Problem sein.
Kontaktaufnahme:

Falls Sie interessiert sind, wollen wir Sie kennenlernen, dazu senden Sie uns Ihre Bewerbung an: Xxxxx.Xxxxxxxx@gmx.com

Ihre persönlichen Unterlagen behandeln wir natürlich vertraulich.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Heinrich GmbH

Die zweite Email, angeblich von einer Firma namens „Lange Vermittlungsagentur“, hat mich noch mehr irritiert, weil sie viele persönliche Informationen enthalten hat. Die allerdings nicht mehr aktuell sind. Die Telefonnummer ist aus meiner Zeit vor Berlin, die schriftliche Adresse ist die meiner vorletzten Wohnung. Dort hatte ich zuletzt etwas auf Ebay bestellt.

Zu Händen von:

Tel.

Email:

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Der Mitarbeiter ist ca. 6 Arbeitsstunden in der Woche beschäftigt und hat keine eigenen Ausgaben.
Auch Berufstätige sind für diese Tätigkeit bestens geeignet, da keine spezielle Kenntnis erwartet wird.

Genauigkeit, Eigenverantwortung und Zielstrebigkeit sollten zu Ihren Fähigkeiten zählen, Umgang mit Email und anfängliche PC Kenntnisse müsste auch keine Schwierigkeiten erstellen. Ständige telefonische Erreichbarkeit ist Pflicht.

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Der Auftrag ist Eu-weit angeordnet und derzeit noch frei.

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Falls Sie sich angesprochen fühlen, möchten wir Sie kennenlernen, hierfür senden Sie uns Ihre Bewerbung an: xxxxxxxxxxxxx@gmx.com

Ihre persönlichen Daten behandeln wir natürlich vertraulich.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Lange Vermittlungsagentur


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Feierabend

Heute Abend, auf dem Weg nach Hause. Ich komme aus der Arbeit zurück und gehe entlang eine kleine Straße hinter unserem Haus. Die Straße endet zwischen zwei Tiefgaragen, eine links, eine rechts. Danach sind zwei Absperrungen, die man nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchqueren kann. Zwischen beiden Absperrungen fließt ein künstliches Bächle, das man fast übersehen könnte.

Vor der zweiten Absperrung kommt mir ein Fahrradfahrer entgegen. Ich gehe links zur Seite, da ich selber häufig genug mit dem Fahrrad durch das Bächle gefahren bin und weiß, dass man es am besten rechts durchquert, weil es dort eine Vertiefung am ohnehin sehr kleinen Rand gibt. Der Fahrradfahrer scheint es nicht zu wissen. Er steuert direkt auf mich zu. Ich gehe weiter ganz links vom Weg, um Platz zu machen, und halte kurz zur Seite, um dies klar zu machen.

Der Fahrradfahrer guckt mich an und lächelt. Sein Blick wirkt irgendwie komisch, als ob er in flirterischer Stimmung wäre. Stimmt, wir haben jetzt Frühling, und mir ist nicht entgangen, wie die Leute sich in der S-Bahn seit einigen Tagen anders verhalten und ihren Mitreisenden plötzlich mehr Aufmerksamkeit schenken. Der Mann fährt gezielt auf mich zu und hält an.

„Entschuldigung, darf ich Sie etwas fragen?“ fragt er mich. Blöde Frage. Als er den Mund öffnet, trifft mich seine Fahne voll ins Gesicht. Deswegen also der gläserne Blick. Ich trete einen Schritt zurück und frage ihn, was er denn wissen will. „Merkt man es mir an, dass ich betrunken bin?“ Diese Frage hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Da meine Nase mir schon Auskunft darüber gegeben hatte, sage ich ihm, „man riecht es“. „Oh“, sagt er, plötzlich irritiert. Tja, er wollte es wissen, warum hätte ich lügen sollen? Er fährt weiter und ruft „Danke“ hinterher.

Ich habe keine Krankenwagen wahr genommen, also gehe ich davon aus, dass er trotzdem seinen Ziel heil erreicht hat. Das ist in Berlin nicht selbstverständlich. Heute ist schon wieder ein Fahrradfahrer tödlich von einem LKW überrollt worden.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Couscous-Salat mit Feta

Ich bin heute Abend mit dem Bus nach Hause gefahren. Hinter mir saß eine Frau und telefonierte. „Mach uns mal einen Couscous-Salat,“ sagte sie plötzlich ihrem Gesprächspartner. „Gute Idee,“ habe ich gedacht. Die Zusammensetzung habe ich mir im Supermarkt neben meiner Haltestelle ausgedacht.

Die Zutaten (für 4 Personen)

  • 100 g Couscous
  • 1/2 gelbe Paprika
  • 3 Strauchtomaten
  • 1 kleine Gurke
  • 200 g Feta
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • Saft einer großen halben Zitrone
  • Italienische Kräutermischung
  • Salz
  • Pfeffer

Die Zubereitung

  • In einem Topf, Couscous mit leicht gesalzenem Wasser zum kochen bringen. Beachten, dass man so viel Volumen Wasser wie Couscous braucht. Danach, Topf vom Herd nehmen und gedeckt abkühlen lassen, bis das ganze Wasser aufgesaugt wurde.
  • In einer großen Schüssel, Olivenöl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Kräuter zusammen rühren.
  • Den abgekühlten Couscous mit der Sauce gut mischen.
  • Tomaten, Gurke, Paprika und Feta in kleinen Würfeln schneiden und zum Couscous hinzufügen. Rühren und fertig.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 148,8 302,8 1211
Eiweiß (g) 5,6 11,3 45,3
Kohlenhydrate (g) 9,7 19,7 78,9
davon Zucker (g) 1,4 2,9 11,7
Fett (g) 9,3 18,9 75,6
Ballaststoffe (g) 1,4 2,9 11,4


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wieder beim Zahnarzt

Letzte Woche hat ein Zahn oben links angefangen, richtig weh zu tun. Ich habe es am Ostermontag gemerkt. Am Dienstag bei der Arbeit habe ich deswegen auf die Mittagspause verzichtet. Wenn ich zu schnell gegangen bin, habe ich sofort meinen Puls im Zahn gespürt. Es hat bis zum Zahnfleisch vorne gepocht. Ich habe mir am Abend den bösen Zahn im Spiegel angeschaut. Schon wieder der Milchzahn! Anscheinend ist die Füllung, die vor nicht mal zwei Jahren erneuert wurde, wieder zerbröselt. Das Zahnfleisch war schon entzündet. Bei dem Milchzahn ist sowieso zu erwarten, dass er irgendwann entfernt werden muss. Genau wie der Zahn auf der anderen Seite oben. Auch ein Milchzahn, der nie vom einem erwachsenen Zahn ersetzt wurde.

Ich wollte zu meinem Zahnarzt gehen, der seine Praxis nur fünf Minuten zu Fuß von meiner Arbeit hat, aber er war gerade im Urlaub. Bis heute. Er kennt die Situation mit meinen Milchzähnen sehr gut, deswegen habe ich Wert darauf gelegt, dass er sich das Problem persönlich anschaut. Auch wenn ich dafür eine Woche warten muss. Ich habe zuerst Paracetamol genommen, aber für eine Woche wäre es mir zu viel gewesen. Ich habe mir also mehrmals am Tag die Zähne geputzt und mit Mundspülung (von Rossmann) die gesamte Bakterienkolonie im Mundraum ausgelöscht. Der Schmerz ist recht schnell wieder verschwunden. Der Geschmackssinn auch. Ich weiß wieder, warum ich die Spülung nicht gerne benutze. Ich habe sie vielleicht nicht genug verdünnt. Es ist auf jeden Fall sehr frustrierend, etwas zu essen, ohne den Geschmack wahrnehmen zu können.

Ich bin heute morgen auf dem Weg zur Arbeit zur Praxis gegangen. Sie war eigentlich noch geschlossen, aber ich bin trotzdem herein gebeten worden. Ich habe das Problem kurz geschildert und meine Handynummer gelassen. Um drei konnte ich schon behandelt werden. Es ist wirklich toll, dass mein Zahnarzt sich so schnell um akute Probleme kümmern kann. Der Zahn musste doch noch nicht weg. Und ich habe nicht mal eine Spritze bekommen, also kein Risiko, dass ich wieder ein Hämatom an der Wange bekomme. Ich hatte mir schon Sorgen wegen Hochzeitsfotos gemacht. Er hat das Loch ein bisschen sauber gebohrt, das war schmerzhaft und sehr unangenehm. Das ging zum Glück schnell. Er hat eine härtere Füllung in das Loch gebracht. Irgend ein Karbid, glaube ich. Ich konnte danach zurück zur Arbeit. Ich freue mich jetzt, die Mundspülung aussetzen zu können und wieder Freude am Essen zu haben.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.