Ich musste mal raus

Nach einer Weile halte ich es nicht mehr aus. Heute Morgen hatte ich noch Fieber. Den ganzen Tag habe ich mich schwindelig gefühlt. Aber irgendwann brauche ich Bewegung und frische Luft, mag der Arzt sagen, was er will. Den Müll raus zu bringen hat nicht gereicht.

Um halb fünf bin ich zum Reichelt gegangen. Zehn Minuten hin zu Fuß. Es war gar nicht so kalt. In der Wohnung ist es zu warm. Ich habe das ganze Wochenende zu Hause gefroren. Ein Vorzeichen von der Erkrankung. Auf dem Weg zum Supermarkt bin ich an vielen Büschen und Bäumen vorbei gegangen. Manche haben schon Blüten, obwohl die Blätter noch gar nicht raus sind. Bei vielen habe ich Knospen gesehen. Ein Baum hinter dem Haus ist schon ganz weiß davon. Der Busch bei unseren Mülltonnen hat sogar kleine Blätter.

Auf dem Rückweg sind mir zwei alte Weihnachtsbäume aufgefallen. Sie lagen zwischen Bäumen und Hecken, neben dem Bürgersteig. Schon ausgetrocknet und gelblich. Ich frage mich, wie lange sie noch da liegen bleiben werden.

Ich habe für heute Abend und morgen Lebensmittel eingekauft. Ich koche am liebsten mit möglichst frischen Zutaten, daher kaufe ich häufig ein. Ich habe heute tolle Bilder gesehen und Lust auf ein pochiertes Ei mit geriebenen Möhren bekommen. Ein bisschen Balsamico, Olivenöl und Salz dazu. Toll. Weil es bei einer Erkrankung doch ein spärliches Abendessen war, gab es danach noch eine dicke Scheibe Brot mit Käse (Langres). Ich habe dabei festgestellt, dass ich heute kaum Hunger hatte und nicht genug gegessen habe.

Morgen kommt Martin zurück. Ich werde uns eine Variante von Schafskäseschnitten mit Spinat machen. Die Kräuter lasse ich ganz weg und werde Zwiebel und Knoblauch benutzen. Statt Filoteig habe ich Blätterteig. Wenn ich ihn dünner aufrolle, geht er vielleicht nicht so stark auf.

Ich hatte bis heute noch nie von Filoteig gehört. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Ist Filoteig nicht dasselbe wie Blätterteig? Ich kenne ja Phyllosilikate, „phyllo“ heißt „Schicht“ in Mineralogie, oder „Blatt“ auf Griechisch, alles klar, Filoteig ist einfach falsch geschrieben, dachte ich. Ich habe es trotzdem nach gegoogelt und wieder was gelernt. Das erinnert mich ein bisschen an Brik. Brik-Taschen hatte uns mein Vater häufig gemacht. Das sollte ich bei Gelegenheit nachmachen und hier festhalten.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Dal mit Chana-Linsen und Spinat

Fortsetzung meiner indischen Experimente. Ich habe im asiatischen Supermarkt lange nach den Chana-Linsen gesucht. Ich hatte eine Art Linsen erwartet. Aber was mein Buch[1] als Chana-Linsen bezeichnet, sind eigentlich halbierte Kichererbsen ohne Schale. Umso besser. Ich liebe Kichererbsen. Unten ist das Rezept von mir angepasst. Ich habe die Menge Öl halbiert. Mit 6 Esslöffeln wäre es viel zu fett gewesen.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.

Die Zutaten (für 4 Personen)

  • 2 Esslöffel Sonnenblumenkernöl
  • 1 Esslöffel Sesamöl
  • 1 Teelöffel Schwarzkümmel
  • 1 Teelöffel Senfkörner
  • 4 getrocknete Chilischoten
  • 350 g Spinat, tiefgefroren (ohne Rahm oder Gewürze)
  • 1 Teelöffel Kreuzkümmel
  • 1 kleiner Stück Ingwer
  • Frischer Koriander
  • 1 Teelöffel Chilipulver
  • 1 Teelöffel Salz
  • 130 g Chana-Linsen
  • Saft einer halbierten kleinen Zitrone

Die Zubereitung

  • Vor dem Kochen müssen die Chana-Linsen mindestens drei Stunden in warmem Wasser eingeweicht werden. Zwischendurch einmal umrühren und das trübe Wasser erneuern.
  • Chana-Linsen abtropfen und in einem Topf mit frischem Wasser zum Kochen bringen. Danach, eine halbe Stunde bei schwacher Hitze kochen lassen.
  • Öl in einem Topf erhitzen.
  • Schwarzkümmel, Senfkörner und Chilischoten zwei Minuten unter ständigem Rühren im Öl anbraten.
  • Tiefgefrorenen Spinat hinzufügen. Gelegentlich umrühren, bis er komplett aufgetaut wird.
  • In der Zeit, Ingwer schälen und in sehr feinen Stücken schneiden. Korianderblätter fein schneiden.
  • Kreuzkümmel, Koriander, Ingwer, Salz und Chilipulver zum Spinat hinzufügen. Gut umrühren, Hitze reduzieren und unbedeckt zehn Minuten köcheln lassen. Gelegentlich umrühren.
  • Wenn die „Linsen“ fertig gekocht sind, abtropfen und mit dem Spinat mischen.
  • Zum Schluss, mit dem Zitronensaft umrühren und sofort servieren.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 159 635
Eiweiß (g) 5,2 20,7
Kohlenhydrate (g) 7,2 28,9
davon Zucker (g) 0,7 2,6
Fett (g) 9,9 39,5
Ballaststoffe (g) 5,2 20,6

Die Portionen sind als Beilagen gedacht. Als Hauptspeise kann man zu zweit ohne Problem alles schaffen — trotz Schärfe.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.