Was ist los mit mir?

Ich habe es geschafft, mich auf der Arbeit beim Hochlaufen im Treppenhaus richtig hinzulegen. Sowas passiert mir eigentlich nie! Ich bin sonst immer so vorsichtig, wenn ich die Treppe benutze. Am Montag war ich ein bisschen schnell, bin gestolpert und voll mit den Knien gegen die Kante einer nächsten Stufe gelandet. Es hat sau weh getan. Dazu muss ich erklären, wie die Stufen in der Treppe aussehen:


Ich bin also mit voller Energie die Treppe hoch gegangen. Mein rechter Fuß ist ein bisschen zu sehr nach vorne gerutscht und in dem Raum unter der nächsten Stufe stecken geblieben. Durch das Momentum bin ich trotzdem weiter gestiegen und um den Fuß rotiert. Die Folge: Beide Knie haben die Kante einer höheren Stufe (aus Granit) erwischt. Ich habe mich dabei mit der rechten Hand am Handlauf fest gehalten, aber nicht stark genug, und mir den Mittelfinger leicht verdreht. Das linke Knie hat eine Schürfwunde bekommen, das ohnehin schon angeschlagene rechte Knie einen blauen Fleck.

Ich habe natürlich unsere Sicherheitsabteilung über den Unfall per Email informiert, wie unsere Vorschriften für Arbeitsunfälle lauten, und gefragt, ob ich einen Arzt besuchen sollte. Unsere Webseite war darüber nicht ganz klar. Eine Antwort habe ich bis jetzt nicht bekommen. Ich habe meine Wunden selbst mit unserem Erste-Hilfe-Kasten behandelt und weiter gearbeitet. Gestern habe ich den Betriebsarzt besucht. Er ist nicht jeden Tag bei uns, daher konnte ich ihn am Montag nicht sehen. Er hat mich untersucht und nichts gefunden, was eine spätere Komplikation verursachen könnte. Ich bin „sauber“ gefallen. Nebenbei hat er mir erklärt, dass ich eigentlich direkt nach dem Unfall einen Durchgangsarzt hätte besuchen sollen. Jetzt wäre es zu spät, weil die Ärzte mir unterstellen könnten, ich hätte den Unfall zu Hause und nicht bei der Arbeit gehabt. Das ist blöd, falls Komplikationen doch auftreten, weil dann meine Versicherung büßen müsste. Genau die Information hätte ich gerne von der Sicherheitsabteilung bekommen. Wenn sie auf meine Meldung reagiert hätte.

Und nicht genug: Heute Mittag wäre ich fast wieder beim Runtergehen in einer anderen Treppe gefallen. Ich war mit Kollegen zur Mittagspause unterwegs. Fast unten angekommen, habe ich plötzlich einen komischen Sprung gemacht und bin durch einen glücklichen Zufall gut auf eine untere Stufe gelandet. Ich glaube, ich spinne völlig. Keine Ahnung, warum ich da gesprungen bin. Vielleicht ein Zeichen von Erschöpfung.

Jetzt habe ich also eine neue Wunde auf die Knien. Ich dachte, die Zeiten wären vorbei. Als Kind bin ich häufig gestolpert. Ich habe so viel im Garten rum getobt. Ein Mal bin ich die ganze Einfahrt bis zum Tor gerannt, weil der Postbote gerade gekommen war. Beim Zurückrennen bin ich auf Steine so übel gestolpert, dass die Haut unter beiden Knien weg gerissen wurde. Kein schöner Anblick für meine Mami. Ein anderes Mal hatte ich Spaß damit, von der Terrasse aus in den Garten zu springen. Die Terrasse war nicht sehr hoch, aber schon beeindruckend, wenn man acht Jahre alt ist. Ich bin in den Garten gesprungen, zurück zur Terrasse gerannt, bis zur höchsten Stelle, nochmal gesprungen… Dabei mit Schwung, mit den Beinen hoch gezogen, dann während des Falles die Beine wieder gestreckt, um im Garten zu landen. Tja, bei einem Sprung lief es nicht so glatt. An dem Moment, wo ich mit den Füßen hätte landen sollen, erinnere ich mich an ein kurzzeitiges Erstaunen darüber, noch in der Luft zu sein, bevor ich gemerkt habe, dass meine Beine noch hoch gewinkelt waren. Ich habe versucht, sie schnell zurück zu strecken, aber ich war nicht schnell genug. Die Knie haben den Boden vom Garten hart getroffen. Jetzt, quasi zweiunddreißig Jahre später, sind die Narben immer noch da.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.