Christmas Gardens in Berlin

Diesen Beitrag wollte ich länger verfasst haben. Erst jetzt, wo wir auf Familienbesuch sind, finde ich ein bisschen Zeit dazu.

Schon seit Mitte November läuft diese Veranstaltung im botanischen Garten. Da wir in der Nähe wohnen, fand ich es interessant, aber der Preis kam mir unverschämt hoch vor. Der Eintritt kostet 17€, und am Wochenende sogar 19€. Dass wir im Besitz einer Dauerkarte für den botanischen Garten sind, hilft gar nicht. Die Veranstaltung wird von einer externen Firma[1] organisiert, die sogar ihren eigenen Mitarbeitern für die Kasse einstellt. Immerhin wird 1€ vom Eintrittspreis dem botanischen Garten spendiert.

Ich hatte also gedacht, dass wir nicht hin gehen würden, bis ich eines Abends auf dem Rückweg vom Einkaufszentrum in Steglitz mit dem Bus am botanischen Garten vorbei gefahren bin. Es war ein Doppeldecker, und ich saß natürlich oben (keine Ahnung, warum die Leute sich immer im Bus unten quetschen, wenn es oben so viel bequemer und leer ist). Der Blick in den Garten hat meine Meinung geändert. Die Beleuchtung sah traumhaft aus, und es würde sich doch lohnen, einen Abend zu zweit dort zu verbringen.

Wegen verschiedenen Terminen und der Wetterlage sind wir an einem Freitagabend hin gegangen. Schon Wochenende-Zuschlag. Ich hatte versucht, uns Karten online für eine bestimmte Uhrzeit zu kaufen, aber die Webseite ist beim Bestellen abgestürzt. Wir sind einfach so angekommen. Es ging doch gut. Die sehr lange Schlange, die man am Eingang vom botanischen Garten immer gesehen hatte, findet nur bei der Eröffnung um fünf statt. Eine Stunde später braucht man schon nicht mehr so lange zu stehen.

Wir haben zwei Stunden dort verbracht. Es war mir zu kalt, ich hatte blöderweise meine warmen Stiefel nicht an. Am besten wäre es natürlich gewesen, wenn es geschneit hätte. Dann würde ich sogar nochmal hin gehen. Aber das werden wir wahrscheinlich nicht erleben. Zum Schluß haben wir Glühwein neben den Gewächshäuser getrunken und die Kinder beim Schlittschuhlaufen geschaut.

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[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ohrwurm des Monates?

Ich weiß nicht, wie es dazu gekommen ist, aber seit mindestens einer Woche geistert dieses Lied in meinem Kopf und geht nicht weg.

Keine Frage, es ist ein tolles Lied. Das Lied, das Queen überhaupt zum Erfolg geführt hat. Nicht, dass ich Queen sonst besonders mag. Einige Lieder sind in Ordnung, viele klingen mir schon zu achtzigermäßig oder sind einfach langweilig. Dieses nicht. Siebziger Klang, ein Text voller Sehnsucht, Melodien, die einen Schauer über den Rücken laufen lässt, geile Gitarre… Nun, langsam reicht’s! Seit einer Woche läuft es in Schleife in meinem Gehirn und lässt mich unerwartet trällern, wenn ich nicht aufpasse. Ich will mich davon endlich entziehen! I want to break free… Ähm, da wäre auch ein anderer Ohrwurm-Kandidat…


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Ab morgen habe ich Home Office

Nur noch zwei Tage Arbeit bis zum Urlaub. Viele Kollegen sind schon weg. Heute musste ich ins Büro, weil ich schon wieder das Rufbereitschaftshandy dem nächsten Pechvogel übergeben musste. Wobei es über die Feiertagen geht, wir haben keinen Nutzerbetrieb und die Geräte sind ausgeschaltet. Ursprünglich wollte ich gleich danach mein Laptop packen, zurück nach Hause fahren und die letzten Arbeitstage des Jahres zu Hause verbringen. Wenn eh kaum einer da ist, kann ich mir die tägliche zweistündige Fahrt im ÖPNV sparen. Wobei mir die Bahn heute viel leerer als sonst vorgekommen ist. Vermutlich sind viele schon im Urlaub.

Ich sollte weiter an meinem DFG-Antrag arbeiten und ihn umstrukturieren. Schon wieder. Langsam ergibt es für mich keinen Sinn und ich habe keinen Bock mehr. Die DFG finanziert keine Projekte, die mit Methodenentwicklung zu tun haben, sondern nur Grundlagenforschung, und ich sollte den Antrag umschreiben, um mehr auf Grundlagenforschung einzugehen. Dagegen hatte ich an Programm #1 wegen Zeitmangels lange nichts mehr gemacht. Darauf hatte ich plötzlich viel mehr Lust als mir den blöden Antrag anzuschauen und zu grübeln, wie ich den nochmal umgestalten könnte. Und da mein Zimmer-Kollege endlich ausgezogen ist, konnte ich im Büro sehr gut konzentriert arbeiten. So produktiv war ich lange nicht. Ich habe die Zeit nicht gemerkt und erst kurz vor sechs Feierabend gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich schon ewig nicht mehr so spät auf Arbeit geblieben war. Ich glaube, mein Zimmer-Nachbar hatte damit zu tun, dass ich nicht so lange auf Arbeit bleiben wollte.

Ich saß in der S-Bahn auf dem Weg nach Hause, mit meinem üblichen komischen Bauchgefühl, und war fast angekommen, als ich vom Ehemann einen Anruf bekommen habe. Ob ich nicht Lust darauf hätte, zum Kiez-Weihnachtsmarkt zu gehen? Klar. Mein Laptop ist super schwer, aber wenn er den tragen will, gehe ich gerne hin. Erst als wir zurück zu Hause waren, zwei Glühweine und eine Krakauer später, haben wir die Nachrichten gehört. Entsetzlich. Wie in Nizza. In den Nachrichten wollte der Journalist vor Ort noch nicht von einem Attentat reden und hatte die Möglichkeit erwähnt, dass es sich um einen Unfall handeln könnte, vielleicht hatte der Fahrer einen Herzinfarkt bekommen, aber wenn er auf der Flucht ist, glaube ich nicht daran.

Ich hatte schon vor einiger Zeit mit dem Gedanke gespielt, mein Konto auf Facebook zu löschen, aber gerade jetzt kam die Funktion, wo man sich bei schlimmen Ereignissen als sicher melden kann, sehr gut an. Viele Nachrichten von Familie und Freunden aus Frankreich bekommen, und ich konnte sie damit gut beruhigen.

Für morgen Abend wollten wir ursprünglich zurück zum Weihnachtsmarkt gehen. Und das werden wir verdammt noch mal tun. Von der Straße aus ist er nicht gut zugänglich, da sind viele Bäume zwischen Fahrbahn und Markt. Na ja, es gibt auch viele Mülleimer neben den Steh-Tischen, drin könnte man bestimmt ohne große Mühe etwas verstecken… Mein Kopfkino führt mir immer die schlimmste Szenarien vor.


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Wiederbelebung ist wie Sex — E1NS-E1NS-NULL

Das Rebloggen von Beiträgen anderer Blogs gehört gar nicht zu meinen Gewohnheiten. Dieses Thema ist aber sehr wichtig, und ich habe häufig gedacht, in einer solchen Situation nur nutzlos zu sein. Jemand bekommt einen Herzinfarkt, und ich bin die Einzige herum? Erste Hilfe habe ich nie gelernt, also außer einen Notarzt anrufen und warten, kann ich nichts machen. Nun, es stimmt doch nicht. Hier mehr erfahren:

“Wiederbelebung ist wie Sex. Lieber schlecht als gar nicht!” (Rocco Rossi) Samstag 11 Uhr. Morgen ist der dritte Advent. Es piept. “Bewusstlose Person in Fussgängerzone vor H&M”. Unser kurzer Anfahrtsweg wird durch den weihnachtlichen Einkaufsverkehr verzögert. In der Stadt ist die Hölle los. Wir fahren mit Blaulicht und Martinshorn durch die Fussgängerzone. Fast kein Durchkommen. Der […]

über Wiederbelebung ist wie Sex — E1NS-E1NS-NULL

Letzte Abnehmkurve des Jahres

So sieht sie mittlerweile aus. Wie bereits erwähnt, ist die Entwicklung in den letzten Wochen nicht gerade beeindruckend. Das komische Verhalten aufgrund der längeren Ladezeit der Waage unter künstlichem Licht habe ich heraus geschnitten. Was mir in den letzten Monaten auffällt ist, wie mein Gewicht in der ersten Hälfte vom Zyklus ansteigt, um kurz nach dem Eisprung (der seit einiger Zeit von leichten Blutungen begleitet wird) zu sinken. Ich bin gespannt, ob die Zykloide in den nächsten Monaten erhalten bleibt. So genau hatte ich mein Gewicht noch nie protokolliert.

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Weihnachtsfeier

Ich liebe die Weihnachtsfeier bei der Arbeit, aus einem guten Grund: Danach kann man endlich richtig entspannen.

Das Ende des Jahres war sehr stressig. Ich musste viele Beiträge für verschiedene Veranstaltungen vorbereiten, einige Vorträge halten und hatte keine Minute zur Ruhe gefunden. Ich bin kaum dazu gekommen, ein paar Zeilen hier in meinem Tagebuch zu schreiben. Zu Hause gibt es auch viel zu tun. Ich glaube, ich habe mir mit den Geschenken für die Mädels zu viel vorgenommen, obwohl ich dachte, lange genug im Voraus angefangen zu haben. Jetzt aufzugeben wäre echt blöd. Ich habe noch eine Woche, um anderthalb Ketten zu basteln, bevor wir zur Familie fahren. Das Wochenende wird hart. Diese Situation kommt mir bekannt vor  😀

Nun, gestern hatten wir unsere Weihnachtsfeier. Danach sind viele Kollegen im Urlaub, die Geräte werden ausgeschaltet, und die Arbeit wird weniger. Wir haben unter uns gefeiert, nachdem wir es bei meiner ersten Weihnachtsfeier in der Gruppe doch nicht so toll fanden, den Abend mit kaum bekannten Kollegen aus anderen Abteilungen zu verbringen.

Wir hatten beschlossen, zu Fuß zu einem Restaurant zu gehen und dort zu wichteln. Das war schon unser Plan letztes Jahr. Vorher haben wir Glühwein getrunken. Wir brauchten gut drei Stunden, um das Restaurant zu erreichen. Das fand ich eine tolle Idee, weil man dadurch ganz viele Kalorien verbrennt und ohne Sorge danach lecker essen kann.

Der Weg ging bis zur Hälfte der Strecke sehr gut. Ich fühlte mich in Form, obwohl ich schon länger nicht mehr im Fitnessstudio war. Danach habe ich Bauchschmerze bekommen. Meine Blase war voll. Ich hatte es nicht so früh erwartet, da ich absichtlich die Toilette besucht hatte, bevor wir los gegangen sind. Ich habe versucht, das Problem zu ignorieren. Mit der Zeit wurde es schmerzhafter und ich habe Blähungen bekommen. Als wir an einem Café vorbei gegangen sind, habe ich die Gruppe darum gebeten, auf mich zu warten. Um dann auf der Toilette zu merken, dass ich nicht nur eine sehr volle Blase hatte, sondern auch Durchfall. Das hatte ich nicht nötig. Eine halbe Stunde später haben wir unser Ziel erreicht, und ich musste nochmal zur Toilette. Unglaublich, wie schnell meine Blase sich wieder gefüllt hat. Und nochmal Durchfall.

Warum auf einmal? Weil der Stress endlich abgebaut wird? Wegen des Glühweins vor dem Gehen? Wegen der Kälte beim Gehen und der ungewöhnlichen körperlichen Anstrengung? Wegen der Periode? Wegen der neuen, engeren Hose, die ich mir zur Belohnung für die Abnahme geschenkt hatte? Sie ist doch sehr bequem, wie alle Hosen bei BiBA. Oder habe ich das Mittagessen nicht vertragen? Ein bisschen von allem? Der Rest vom Abend verlief zum Glück gut, aber seit dem Aufstehen habe ich heute wieder Bauchschmerze und Durchfall. Ich bleibe zu Hause. Wenn es morgen nicht besser wird, muss ich zum Arzt. Es wäre sehr blöd, so kurz vor dem Urlaub krank zu werden.


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In der S-Bahn

Ich bin wieder spät bei der Arbeit geblieben. Die Sporttasche hatte ich gestern zum Büro mitgenommen und war dann so spät am Arbeiten, dass ich das Training ausfallen lassen musste. Sowie heute. Die Sporttasche habe ich zurück nach Hause gebracht. Bis Samstag finde ich bei meinem Terminkalender keine Zeit mehr.

Es ist mir schon zu spät, um mit dem Bus zu fahren. Ich gehe zur S-Bahn. Es geht schneller. Um die Uhrzeit sind nicht mehr so viele Menschen unterwegs. Man kann gemütlich und ganz in Ruhe sitzen. In Schöneberg steige ich in die S1 um. Dort ist es voller. Ich gehe zum Ende von einem Wagen. Links ist ein Viererplatz, rechts auch. Rechts sind zwei Plätze frei, aber mit Taschen belegt. Links, in Fahrtrichtung, neben dem Fenster, ist nur ein Sitz frei, dafür ohne Tasche. Ich setze mich dort hin.

Vorher prüfe ich mit dem Rücken der Hand den Zustand vom Sessel. Das mache ich immer, seitdem ich einmal im Bus bei der ASEAG die unangenehme Erfahrung machen musste, dass mein Sessel nicht trocken war… Beim Hinsetzen mit der Jeans nicht gemerkt, beim Aufstehen die große Überraschung. Und die Oma hinter mir, die dann plötzlich sagte, ja, da hätte vorher ein kleines Kind Pipi gemacht. Hätte die blöde Kuh nicht vorher den Mund aufmachen können? Glück im Unglück, an dem Tag kam ich direkt vom Shoppen zurück. Die Haltestelle, wo ich umsteigen musste, lag einem Freund direkt vor der Tür, und dieser Freund befand sich sogar zu Hause, ich durfte bei ihm duschen und mich umziehen. Seitdem prüfe ich grundsätzlich meinen Sessel, bevor ich mich im ÖPNV hinsetze.

Heute also auch. Der Sessel ist in Ordnung, ich setze mich hin. Einige Stationen weiter steigt meine Sitznachbarin aus. Der Zug wird langsam leerer. Am Viererplatz auf der anderen Seite vom Gang sitzt nur noch ein junger Mann asiatischer Herkunft, der mit seinem Handy beschäftigt ist und Ohrhörer trägt. Mir gegenüber sitzen zwei gut gepflegte Männer. „Vater und Sohn“, denke ich zuerst. Der am Fenster wirkt deutlich älter als der am Gang. Aber beide mit ähnlichen grauen Anzughosen und Sporttaschen, vielleicht doch Arbeitskollegen, die gemeinsam Feierabend beim Fitnessstudio machen? Oder zwei Liebhaber? Die Sporttaschen sind der gleichen Marke. Genau wie meine. Ach, ist auch egal. Ich lese die Nachrichten auf meinem Handy.

Am botanischen Garten, oder eine Station weiter, steigt der junge Mann vom anderen Viererplatz aus. Der Zug fährt weiter. Ich starre etwa geistesabwesend, wo der Mann vorher gesessen hat. Und kann auf einmal nicht glauben, was meine Augen sehen. Auf dem Platz, direkt rechts davon, wo der junge Mann gesessen hat, neben dem Fenster, steht ein sehr dünner, hellgrauer Gegenstand senkrecht auf dem Sessel. Kaum zu sehen. Ich denke an eine Stricknadel. Ich stehe auf und schaue es mir genauer an. Keine Stricknadel, aber ziemlich dick und vor allem spitz. Die Nadel, die man leicht übersehen könnte, vor allem von oben aus, ist wenigstens zwanzig Zentimeter lang und wirkt sehr robust. Robust genug, um jemanden ernsthaft zu verletzen, der sich aufs Versehen drauf hinsetzen würde. Sie steckt in einem kleinen runden Loch im Stoff vom Sessel, genau im Zentrum der Sitzfläche. Das Loch scheint durch Feuer verursacht gewesen zu sein, der Farbe vom Rand nach zu beurteilen.

Wie kann es sein, dass der junge Mann daneben gesessen hat, seine Tasche auf dem Sessel neben ihm gelegt hat, und dabei die Nadel nicht gemerkt hat? Oder sie gemerkt hat, aber nicht auf die Idee gekommen ist, sie weg zu nehmen? Oder hat er sie selber da rein gesteckt? Welcher kranker Geist macht denn so was? Ich ziehe die Nadel raus, die tief im Sessel fest stand, und lege sie zur Seite. Die zwei Männer aus meinem Viererplatz beobachten mich dabei und wirken auf einmal gestört. Wahrscheinlich stellen sie sich vor, wie es ihnen gegangen wäre, hätten sie sich auf die Nadel fallen lassen. Das habe ich mir auch vorgestellt. Wie gut dass ich, häufig zur Belustigung meiner Mitreisenden, meinen Sitzplatz so gründlich prüfe.

Und das ist also die Botschaft des Tages. Setzt euch bitte niemals irgendwo hin, ohne vorher euren Sessel geprüft zu haben. Bitte.


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Beleidigt

Ich habe es geschafft, Mr Keen zu beleidigen.

Am Samstag war ich auf Arbeit. Ich hatte endlich Zeit, um selber Experimente zu machen. An anderen Geräten waren Gäste beschäftigt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern habe ich noch eingewiesen. Der andere Gast, nennen wir ihn Herr Smirnow, ist so häufig bei uns, dass er selbstständig arbeiten kann. Herr Smirnow war schon am Vortag bei seinem Lieblingsgerät beschäftigt gewesen, und machte nun weiter.

Ich mag es ehrlich gesagt nicht, an Tagen, wo ich selber Experimente mache, mich um Gäste kümmern zu müssen. Messzeit ist bei uns knapp, und ich kann sie nicht effektiv nutzen, weil die Gäste sich ständig an mich wenden, wenn etwas nicht stimmt. Aber wenn ich schon am Samstag da bin, brauchen die anderen Kollegen nicht zu kommen, und so wurde es von Winfried entschieden. Selbst an Tagen, wo Kollegen sich um Gäste kümmern, wenden sich diese an mich, wenn ich im Raum bin. Die meisten kennen mich schon. In Ruhe an meinen Projekten arbeiten? Vergiss es. Vielleicht sollte ich mir für solche Tage eine blonde Perücke besorgen. Einweisung fertig, hier ist die Nummer der Rufbereitschaft, Tschüß, kurz mal raus, umziehen, zurück kommen, mich als Gast vorstellen und verkleidet weiter arbeiten? Ob die mich dann nicht wieder erkennen würden?

So ging es mir am Samstag also. Ich fing endlich mit meinem Kram an, da kam plötzlich sehr aufdringlich Herr Smirnow zu mir und meinte, irgendwas würde mit dem Gerät nicht stimmen. „Och nee,“ habe ich mir nur gedacht. Aber ich fragte ihn, was los war. Die Probenumgebung stimmte nicht. Es wäre gar nicht kalt. Er war am Vortag schon irritiert, weil er am Anfang zwei Proben gemessen hätte, bevor ihm aufgefallen wäre, dass das Kühlsystem ja gar nicht eingeschaltet wurde. Mr Keen, der an dem Tag gemeinsam mit Florian für Gäste zuständig war, hätte ihm ganz schnell die Kühlung angeschaltet, und er hätte seine zwei Proben nochmal messen müssen. Nun jetzt, ginge es wieder nicht.

Ich ging zum Gerät und prüfte die Lage. Das Kontrollkasten für das Kühlsystem war an. Leider war das Kühlsystem nicht zum Ort der Probe montiert worden. Es lag in seiner Parkposition, die benutzt wird, wenn die andere Probenumgebung installiert ist. Mr Keen hatte ihm die Kühlung angeschaltet und gar nicht geprüft, ob sie drauf war. Das heißt, dass Herr Smirnow am ganzen Vortag seine Proben gar nicht gekühlt gemessen hatte, und alles von vorne wieder anfangen durfte. Bei ihm nicht tragisch, weil seine Proben bei Raumtemperatur ohne Problem überleben. Die Mehrheit unserer Gäste hantiert aber mit Proben, die sie sehr mühsam erstellen und nur eingefroren messen können, weil sie bei Raumtemperatur zu empfindlich sind, so ein Fehler hätte ihnen Monate Arbeit vernichten können. So nebenbei.

Ich habe die Probenumgebung gewechselt, einen Vermerk im experimentellen Buch geschrieben und an meinem Projekt weiter gearbeitet. Ich hatte schon vor, das Problem im wöchentlichen Meeting am Montag zu erwähnen, aber falls ich aus welchem Grund auch immer nicht zur Arbeit erschienen wäre, sollten es die Kollegen durch das Buch erfahren können. Dabei ging es mir nicht darum, Mr Keen schlecht darzustellen, sondern darauf hinzuweisen, dass ein ernsthafter Fehler statt gefunden hatte, den man mit besserer Planung in Zukunft vermeiden könnte. Früher hatten wir im Meeting das Wechseln von Probenumgebungen für Gäste immer im Voraus diskutiert. Das ist in letzter Zeit vergessen worden. Winfried geht vielleicht davon aus, dass wir automatisch daran denken. Wenn es aber ein bisschen Stress bei der Einweisung der Gäste gibt, kann man schnell etwas vergessen. So lief es am Freitag wohl. Früher, als Uschi noch bei uns war, war ein anderer Kollege dafür zuständig, solche Änderungen an Geräten vorzunehmen, weil man mit Einweisung schon die Hände voll hat. Besagter Kollege neigt aber gerne dazu, nichts zu machen, wenn der Chef nichts explizit von ihm verlangt, und so ist es in letzter Zeit üblich geworden, dass wir das selber machen. Das muss sich offensichtlich ändern.

Wir haben am Montag darüber diskutiert. Wir besprechen immer die Probleme, die wir in der letzten Woche hatten. Mr Keen hat von Herrn Smirnow gar nichts gesagt. Ich kam als letzte dran, da ich am Samstag Einweisungen gemacht hatte, und habe den Vorfall erklärt. Mr Keen hatte wohl das experimentelle Buch schon gelesen, und in einem theatralischen Ton gesagt, es wäre eine Katastrophe. Tja, Herrn Smirnow war alles anderes als belustigt, einen kompletten Tag verloren zu haben. Winfried war ebenfalls nicht erfreut und hat gesagt, er würde ihm gleich einen Brief zur Entschuldigung schicken.

Was ist bei Mr Keen angekommen? Ich habe ihn vor der ganzen Gruppe als unfähig dargestellt. Er, der sich gerne als Mr Wichtig angibt und immer wieder betont, was er alles gemacht hat, hat dadurch einen Kratzer am Ego bekommen. Dabei war er nicht mal alleine für die Gäste am Freitag zuständig, also müsste er es auch nicht so persönlich nehmen. Mit Kritik kann er offensichtlich nicht umgehen. Seitdem verhält er sich mit mir, wie er sich am Anfang vom Sommer mit Kate verhalten hatte, als sie den fatalen Fehler gemacht hatte, bei seinem Vortrag nicht anwesend zu sein. Antwortet knapp, wenn es Sachen zu besprechen gibt, wobei er selbst nicht das Gespräch sucht, schaut einem nicht mehr ins Gesicht und dreht demonstrativ den Rücken zu. Kate hatte es damals verletzt, weil sie ihn mochte. Mir ist es egal. Diese Art von Reaktion finde ich ziemlich lächerlich. Irgendwann wird er sich schon davon erholen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ich bin völlig erschöpft

Ich weiß nicht warum. Ich meine, ich weiß, letzte Woche in England war anstrengend, aber diese Art von Dienstreisen mache ich nicht zum ersten Mal. Am Wochenende konnte ich richtig gut ausschalten.

Es hat sicherlich mit der Arbeit zu tun. Gestern hatte ich beim Aufstehen schon deutliche Anzeichen einer Erschöpfung. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich einen starken Druck um die Augen und in der Stirn gespürt, bis zur Nase, begleitet von einem Schwindelgefühl. So habe ich mich schon früher gefühlt, wenn ich extrem unter Druck stand oder etwas mich sehr geärgert hat. Wenn ich lange über etwas grüble oder wütend bin. Das passiert recht selten. Und momentan? So überlastet bin ich doch nicht. Ich treibe Sport, und es sollte doch Stress abbauen. Bis auf heute Nacht habe ich auch gut geschlafen, obwohl ich zur Zeit alleine bin. Der Ehemann ist seit Montag auf Dienstreise.

Geärgert hat mich in letzter Zeit die Geschichte mit meinem neuen Rechner sehr. Ich habe ihn am Anfang des Sommers bestellt, als ich zum neuen Büro umgezogen bin. Mein Testrechner war zu alt geworden und hatte zu viele Probleme verursacht. Der neue Rechner kam ziemlich schnell an, ist aber bei der IT-Abteilung in Empfang genommen worden. Zahlreiche Emails, um zu diskutieren, was genau drauf installiert werden soll. Kein Windows, Programm #1 ist nicht dafür vorgesehen. Dafür zwei verschiedene Linux-Distributionen, mit denen ich Programm #1 testen und weiterentwickeln soll. Ich habe gleich angeboten, mich um die Installationen zu kümmern, aber das wollten die Leute bei der IT-Abteilung ausdrücklich selber machen. „Weil interne Spähsoftware installiert werden,“ meinte ein Kollege. Keine Ahnung, ob es stimmt.

Danach habe ich gewartet und nichts mehr gehört. Eine höfliche aber deutlich ungeduldige Email habe ich noch geschickt, um mich zu erkundigen, ob jemand wüsste, was inzwischen aus dem Rechner geworden war. Keine Antwort. Letzte Woche bin ich dann informiert worden, dass er zur Abholung bereit stünde. Yeah! Keine Entschuldigung für die lange Wartezeit. Sofort den Rechner abgeholt, zu meinem Zimmer getragen, hochgefahren: Windows. Ich konnte es nicht fassen. Die Leute bei der IT-Abteilung haben in den vier Monaten, in denen der Rechner bei ihnen lag, gar nichts gemacht. Ich habe nachgefragt, da ich zuerst gutmütig dachte, den falschen Rechner bekommen zu haben: Nein, es war wirklich mein Rechner, der war halt schon mit Windows standardmäßig geliefert worden. „Warum die ganzen Emails, um die Installation der Betriebssysteme zu diskutieren?“ wollte ich wissen. Keine Antwort. Faule Säcke.

Mit der Installation der Betriebssysteme bin ich noch nicht fertig. Bei openSUSE ging es gut, für Ubuntu war es die Hölle. Das größte Problem lag in der Erstellung eines funktionierendes bootfähiges USB-Sticks unter Linux. Ich weiß nicht, wie vielen Anleitungen ich gefolgt bin, ohne Erfolg. Entweder wurde der Stick nicht erkannt, oder die Maschine meinte, es gäbe kein Betriebssystem auf dem Stick. Bei anderen Programmen zur Erstellung von bootfähigen Sticks gab es schon Fehlermeldungen beim Formattieren vom Stick. Am Ende hat nur Rufus unter Windows geholfen. Ich habe die Sticks zu Hause gemacht, weil ich Windows auf dem neuen Rechner schon mit openSUSE platt gemacht hatte. Ich hatte zwischendurch auch versucht, die CD von zu Hause zu benutzen, um Ubuntu zu installieren, und musste nach der erfolgreichen Installation feststellen, dass es jetzt zu spät war, um ein Update von 15.04 auf 16.04 zu machen. Pfff. Jetzt läuft Ubuntu 16.04 endlich, dank Rufus, openSUSE habe ich „verloren“. Ich muss schauen, wie ich sein GRUB wieder erstellen kann, weil der von Ubuntu die andere Partition mit openSUSE anscheinend nicht sieht, und ich nur noch Ubuntu starten kann.

Das Ganze hat mich jedenfalls sehr genervt. Vor allem, weil Kollegen aus der Arbeitsgruppe, die solche Sachen besser als ich wissen müssten, jegliche Hilfe verweigert haben, nach dem Motto „nicht mein Problem, ich habe anderes zu tun“ (so ausgedruckt war es nicht, aber so kam es deutlich rüber), und ich blöde Kuh bin immer für Anderen da, wenn sie Probleme haben. Mich nervt es, dass ich die Arbeit der IT-Abteilung erledige, und es dabei nicht schaffe, mich um viel wichtigere Angelegenheiten zu kümmern, wie zum Beispiel meinen DFG-Antrag fertig zu schreiben. Vielleicht ist das der Grund, warum ich in letzter Zeit kein Bock mehr auf Arbeit habe. Und das macht mich krank.

Gestern auf dem Weg zur Arbeit fühlte ich mich jedenfalls richtig mies. Dazu kam, dass eine Frau mit einer Katze in einem Transportkäfig unweit von mir saß, und sich ihre Katze lauthals darüber beklagte, transportiert zu werden. Ich musste an Chipie denken, und habe für den Rest der Fahrt nur noch gegen Tränen gekämpft. Die Arbeit ging, ohne große Begeisterung. Wenigstens läuft jetzt Ubuntu.

Am Abend bin ich mit Kate von der Arbeit aus shoppen gegangen, und ich habe gemerkt, wie die ganze Müdigkeit bei jeder Haltestelle in der S-Bahn geringer wurde. Beim Glühwein war der Druck völlig weg. Das Schwindelgefühl war noch da. Ich habe mir ein toll duftendes Schaumbad gekauft und gleich zu Hause ausprobiert. Es war schön, aber nicht entspannend genug. Ich habe mich danach hellwach bis mindestens halb fünf im Bett gewälzt. Trotz Erschöpfung.

So kann es nicht weiter gehen. Morgen muss ich früh zur Arbeit, ausnahmsweise an einem Samstag, und nächste Woche bin ich für Rufbereitschaft mal wieder dran. Da werde ich noch mehr unter Druck sein.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Langsam

Mein Gewicht ändert sich momentan sehr wenig. Seit Wochen habe ich das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen. Wenn ich mir im Diätbericht auf fddb den Trend und den Wochendurchschnitt anschaue, dann sehe ich, dass es weiter nach unten geht. Sehr langsam. Die Kurve ist nicht mehr so steil wie im Sommer. Ich darf mich bloss nicht entmutigen lassen.

Ich bin in der Mitte vom BMI-Idealbereich angekommen. Fünf Kilogramme will ich noch los werden, um knapp ein Punkt oberhalb der unteren Grenze zu landen. Dann wäre ich immer noch schwerer als am Ende meiner Diplomarbeit, vor der Jahrtausendwende, und damals fühlte ich mich gar nicht schlank. Weil ich kaum Sport getrieben hatte. Und doch konnte ich damals in (die französische) Kleidergröße 38 schlüpfen…

Ich arbeite weiter an meinem Kaloriendefizit, aber es gibt häufiger Tage, wo ich einen Überschuss habe. Es lässt sich schwer vermeiden, wenn ich wie letzte Woche auf Dienstreise bin. Ich kann da nur grob schätzen, was ich esse, und das ist recht schwierig.

Am Wochenende habe ich auch zugeschlagen. Wir waren an der Ostsee, und wie sollte man da beim Fischbuffet widerstehen? Zugegeben, es gibt Schlimmeres, als ein bisschen zu viel Fisch zu essen. Wir sind sowieso am Samstag lange gewandert, über vier Stunden, was die „Sünde“ gelindert hat. Das Wetter war doch traumhaft. Das Hotel verfügte auch über einen riesigen Schwimmbad, und ich bin noch am Samstagabend zum ersten Mal seit einer Ewigkeit geschwommen. Ich bin nur 200 g schwerer aus dem Wochenende zurück gekommen.

Dazu kommt, dass wir bei der Arbeit in letzter Zeit häufiger Grund zum Feiern hatten. Neue Kollegen, Geburtstage… „Nimm doch ein Glas Sekt und ein Stück Kuchen“… Ich will nicht nein sagen, weil die Kollegen sich Mühe geben, aber es reicht mir langsam. Wenn es vorhersehbar ist, kann ich es einplanen, aber dadurch wird mein Defizit trotzdem kleiner. Wie heute. Eigentlich hatte ich über mein Tagesbedarf gegessen, und nur der Sport am Abend hat den Tag gerettet. Defizit von 14%, wenn ich den Kuchen richtig geschätzt habe. Im Zweifel nehme ich immer die kalorienreichste Variante aus der Datenbank. Das heutige Defizit wäre damit was ich sonst ohne Sport schaffe, wenn es kein Extra gibt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.