Endlich Urlaub

Erster Urlaubstag. Und ich habe nichts für die Arbeit zu tun. Frei. Ich konnte heute bis neun Uhr schlafen. Normalerweise, nicht mal am Wochenende schaffe ich das. Aufgewacht bin ich, weil ich einen stressigen Traum hatte.

Ich war in einem Flughafen. Ich stand in einer langen Schlange und unterhielt mich mit einem gerade kennengelernten jungen Mann. Ich weiß nicht mehr worüber, aber es war sehr interessant. Plötzlich habe ich an der Tafel gesehen, dass mein Flugzeug nach Tel’Aviv in fünf Minuten starten würde. Ich habe mich von jungen Mann verabschiedet, die Schlange verlassen und bin zur Sicherheitskontrolle gerannt. Dort habe ich meine Tasche ausgepackt, da ich mein Laptop hatte. Ich habe am anderen Ende des Röntgengerätes auf meine Sachen gewartet. Doch die Frau wollte mir meine Tasche erstmal nicht zurück geben. Drin hatte ich Flüssigkeit. Stimmt. Die Körperlotion. Wie dumm von mir, sie vor der Sicherheitskontrolle gekauft zu haben. Ich habe der Frau erklärt, dass meine Haut sehr empfindlich ist und nach dem Duschen manchmal stark brennt. Sie hat es eingesehen und mir erlaubt, die Lotion zu behalten. Aber das mit dem Wein wäre zu viel. In meiner Tasche war plötzlich noch eine kleine angebrochene Flasche Rotwein, und ich hielt in der Hand ein gefülltes Glas und nippte dran. Die Flasche hatte ich beim Kauf der Lotion geschenkt bekommen. Ob die Frau sie behalten möchte? Ich brauchte sie nicht. In dem Moment hat der Angestellte am anderen Röntgengerät hinter mir angefangen, mich am Kopf und Oberkörper anzufassen. Sanft, als ob er mit mir schmusen wollte. Ich habe mich umgedreht und zu ihm geschaut. Er machte weiter, mit dem Hinterkopf zu mir gerichtet, und war gleichzeitig mit seinen Passagieren beschäftigt. Ich habe mich um meine Tasche gekümmert und meine Sachen gepackt. Kate, die rechts neben mir erschien, sagte, dass wir zu spät waren, der Flugzeug wäre schon gestartet. Tomasz, links von mir, war entsetzt. „Was für eine Scheiße“, habe ich laut gerufen. Ich wollte nicht zu meinem Ziel über Jerusalem fliegen. Es wäre mir viel zu gefährlich. Der Mann (es war auf einmal keine Frau hinter dem Gerät) meinte, ich könnte um sieben Uhr abends nach Be’er Sheva fliegen.

Ich bin aufgewacht. Hinter mir schlief Martin. Seine Hand lag auf meinem Kopf.

Stresstraum. Nach Sylvester muss ich wirklich hin. Dienstlich. Ich bin eingeladen, um junge Wissenschaftler auszubilden und nebenbei Programm #1 vorzustellen. Diesmal habe ich nichts zu vorbereiten, denn es ist eine sehr ähnliche Veranstaltung wie letzte Woche. Ich kann die Präsentationen wieder benutzen und mich fürs Jahresende entspannen.

Letzte Woche war hart. Ich habe von Budapest nicht viel mitbekommen, außer dass es viele renovierungsbedürftige Gebäude gibt. Am Montagvormittag habe ich geprüft, dass die Software für meine Präsentationen alle richtig funktionieren. Ein Programm lief nicht, und da alle Rechner für die Teilnehmer schon geklont wurden, durfte ich ihn auf allen fünfzehn Rechnern kompilieren. Die Organisatoren waren sehr dankbar. Danach bin ich mit meiner dortigen Kollegin Beata zum Weihnachtsmarkt gegangen. Sehr schön. Die Schlemmerinsel in der Mitte vom Platz hat mir vor allem gefallen.
20151214_Weihnachtsmarkt
20151214_Glühwein
Die ganze Woche musste ich jeden Tag etwas vortragen, und es waren außer mir noch andere Dozenten auf verschiedenen Ländern eingeladen. Ich habe viele neue Leute kennengelernt. Am Dienstagabend haben wir einen langen Spaziergang an der Donau gemacht. Am Mittwochabend hat eine Migräne zugeschlagen und ich bin mit zwei Aspirin-Tabletten ganz früh ins Bett gegangen. Am Donnerstagabend hatten wir ein gemeinsames Abendessen. Deutlich besser als das Essen an der Mensa, das wir mittags bekommen hatten. Riesige Portionen, die der Koch hinter den Glasscheiben unappetitlich zwischen Löffel und Daum auf den Tellern geschaufelt hatte. Am Freitag hat mich Beata eingeladen, um nach der Veranstaltung einen Vortrag in ihrem Institut zu halten. Die Leute dort waren sehr interessiert. Vielleicht kommen einige nach Berlin, um Experimente zu machen.

Ich bin um halb neun zurück gelandet. Martin hat mich abgeholt und wir haben bei einem Italiener gegessen. Erstaunlicherweise habe ich mich top fit gefühlt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.