Ich hasse Mac

Diesen Satz bekommen meine Kollegen im Büro immer wieder zu hören.

Ich habe für meine Arbeit einen Mac von Uschi zur Verfügung gestellt worden. Ich entwickle ein wissenschaftliches Programm, das Nutzer sich auch zu Hause herunterladen und installieren können, und sollte daher prüfen, dass es auf allen Lunix-basierten Betriebssystemen läuft.

Inzwischen habe ich einen eigenen dienstlichen Mac Notebook. Uschi hatte sich freudestrahlend wie der Weihnachtsmann verhalten, als er mir den Laptop brachte. Ich hatte nur „Ach du Scheiße“ gedacht. Nicht nur, dass das Betriebssystem mir nicht passt. Das Ding ist alt und super schwer. Es herum zu schleppen macht keinen Spaß.

Unsere Beziehung ist seitdem nicht viel besser geworden. Den Laptop benutze ich hauptsächlich für Präsentationen, da ich lieber mit Microsoft Office arbeite als mit LibreOffice & Co (Uschi und Winfried beschweren sich sowieso immer, wenn sie etwas anderes als Office Dateien zugeschickt bekommen). Word und Powerpoint verhalten sich aber nicht gleich auf Mac und unter Windows. Videos in Powerpoint? Die Präsentation kann ich dann nur auf meinem Laptop zeigen. Dateien auf Stick kopieren klappt nicht, das Video startet nicht. Obwohl ich drauf achte, dass das Video nicht verlinkt sondern eingefügt wird. Aber egal. Meistens liegt der Laptop auf meinem Schreibtisch ausgeschaltet, und ich arbeite auf meiner Maschine mit Scientific Linux.

Es fing schon damit an, dass man mit dem Mac nach unten scrollen muss, um nach oben in einem Fenster zu navigieren, und umgekehrt. Oder in einem Bild zum rein- und raus-zommen. Welcher kranker Geist denkt sich denn so was aus? Die Maus hat nur einen Knopf, und man muss die ctrl-Taste beim klicken halten, um einen Rechtsklick durchführen zu können. Apropos Bild, ich muss immer wieder googlen, um herauszufinden, mit welcher komplizierten Tasten-Kombination man ein Screenshot auf dem Mac macht. Über Bildbearbeitung denke ich lieber nicht nach, obwohl ich GIMP installiert habe. Und alle wichtigen Tasten zum Programmieren sind auf der Tastatur nicht zu finden. Man muss sich alle diese alt+Zahl Kombinationen merken, um geschleiften oder eckigen Klammern einzutippen: alt+5 [, alt+6 ], alt+7 |, alt+8 {, alt+9 }, alt+n ~. Steht nicht auf den Tasten. Immer wieder durchprobieren, bis ich das gewünschte Ergebnis bekomme. Am liebsten würde ich das Ding aus dem Fenster schmeißen.

Ich bearbeite gerade eine Präsentation für nächste Woche. Ich wollte eine Folie mit speziellen Bildern machen. Dafür brauchte ich ein Programm, das auf meinem Mac noch nicht installiert ist. Heruntergeladen, unter /Applications/ verschoben. Beim Ausführen gemeckert: Irgendeine X11 Library konnte nicht gefunden werden. Unter /usr/ geschaut: Es gibt ein X11R6 Verzeichnis, mit allen benötigten Dateien, aber kein X11. Symbolischen Link kreiert: sudo ln -s /usr/X11R6 /usr/X11, dann lief es. Meine Screenshots habe ich noch nicht machen können. Kurze Zeit später kam die Meldung, dass es eine neuere X11 Version gibt. Ok, aktualisieren. Gewartet. Und gewartet. Der Laptop machte nichts, ich konnte den Lüfter gar nicht hören, der sich nochmalerweise bei Installationen hörbar macht. Nach einiger Zeit habe ich Fenster minimiert und siehe da, es gab ein Fenster für die Installation von X11, das im Hintergrund erschienen war. So was von blöd. Jetzt läuft das Programm. Die Funktion, die ich brauche und mit Rechtsklick aktiviere, nicht. Nicht mit ctrl+Klick. Mit dem Doppel-Finger-Klick schon.

Außerdem sind Mac-Teile überteuert. Ich habe vor meiner letzten Dienstreise den Ladekabel im Büro liegen gelassen. Am Samstag vor meinem Flug war Martin in der Stadt zum Einkaufen unterwegs und ich habe ihn gefragt, mir ein neuen Kabel zu besorgen. Sonst wäre ich mit der Bahn zwei Stunden hin und zurück unterwegs gewesen. Er rief mich später an und meinte, 85€ für so ein Ladegerät. Ich habe ihm vorgeschlagen, wo sich die Verkäufer den Kabel stecken könnten und habe den vom Büro geholt.

Uschi hat uns jetzt schon verlassen. Ich habe ihn vor seinem letzten Tag bei uns hoffnungsvoll gefragt, ob er das Laptop wieder haben möchte. Er hat mich misvertanden und gesagt, klar, ich könnte den tollen iMac aus seinem Büro bekommen. Mist. Auf meinem Schreibtisch ist sowieso kein Platz mehr. Ich habe schon vier Bildschirme drauf.

Eisbergsalat mit Paprika und Apfel

Apfel und Salat? Höchstens in einem Obstsalast, dachte ich immer. Bis ich diesen Salat bei einer Cousine von Martin gegessen habe. Unten das Rezept von mir nachgemacht.

Die Zutaten (für 2 Personen)

  • 2 Esslöffel Walnussöl
  • 2 Esslöffel weißer Basalmico
  • 1 Esslöffel Senf
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 orangefarbene Paprika
  • 1 Apfel (Elstar)
  • 250 g Eisbergsalat[1]
  • 2 Esslöffel Kürbiskerne
  • Salz
  • Pfeffer

Die Zubereitung

  • Walnussöl, Basalmico und Senf als Dressing in einer großen Schüssel rühren.
  • Nach Geschmack salzen und pfeffern.
  • Paprika, Zwiebel und Apfel ganz klein schneiden und im Dressing umrühren.
  • Das Dressing eine halbe Stunde in der Schüssel ziehen lassen.
  • Eisbergsalat und Kürbiskerne hinzufügen und gut umrühren. Et voilà.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 83,7 280 560
Eiweiß (g) 2,1 7 13,9
Kohlenhydrate (g) 5,2 17,4 34,7
davon Zucker (g) 4,6 15,3 30,5
Fett (g) 5,7 19,2 38,3
Ballaststoffe (g) 1,7 5,9 11,7

[1] Verzehrfertig aus der Packung. Bei meiner langjährigen Erfahrung mit eingepackten Salaten kann ich Bonduelle und Florette als Marken sehr gut empfehlen. Finger weg von der Eigenmarke von REWE. Igitt-Warnung: Die Salate sollen zwar auch verzehrfertig sein, aber ich habe schon mal eine dicke schwarze Fliege drin gefunden. Dasselbe ist mir auch mit der Eigenmarke von Intermarché (in Frankreich) passiert.

Linguine mit Aubergine und Ricotta

Die Zutaten (für 4 Personen)

  • 200 g Linguine
  • 1 große Aubergine
  • 250 g Ricotta
  • 2 Knoblauchzehen
  • Olivenöl
  • 1 Bund Petersilie
  • 1/2 Teelöffel Chilipulver
  • Salz
  • Pfeffer

Die Zubereitung

  • Gesalzenes Wasser in einem Topf mit ein bisschen Olivenöl zum Kochen bringen.
  • In der Zwischenzeit, Aubergine in mundgerechten Stücken scheiden.
  • Knoblauchzehen vierteln.
  • Wenn das Wasser kocht, Linguine drin kochen. Die Kochzeit sollte zwei Minuten weniger als auf der Packung angegeben betragen.
  • In einer großen hohen Pfanne (oder einem Topf), zwei Esslöffel Olivenöl erhitzen.
  • Die Auberginenstücken mit dem Knoblauch in der Pfanne leicht braun anbraten. Gelegentlich umrühren.
  • Ricotta mit dem Inhalt der Pfanne mischen. Es ist am Anfang umständlich, aber beim Erhitzen lässt sich dann die Ricotta besser umrühren.
  • Chilipulver, Salz (1 Teelöffel) und Pfeffer hinzufügen.
  • Nach deren Kochzeit, Linguine abtropfen und mit den Auberginen mischen. Zwei Minuten bei schwacher Hitze weiter erhitzen.
  • Pertersilie grob hacken und unter dem Gericht mischen.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 229,7 368,3 1473
Eiweiß (g) 7,7 12,3 49,2
Kohlenhydrate (g) 26,3 42,2 168,9
davon Zucker (g) 3,3 5,3 21,2
Fett (g) 10,1 16,2 64,6
Ballaststoffe (g) 1,9 3,1 12,5

Endlich Urlaub

Erster Urlaubstag. Und ich habe nichts für die Arbeit zu tun. Frei. Ich konnte heute bis neun Uhr schlafen. Normalerweise, nicht mal am Wochenende schaffe ich das. Aufgewacht bin ich, weil ich einen stressigen Traum hatte.

Ich war in einem Flughafen. Ich stand in einer langen Schlange und unterhielt mich mit einem gerade kennengelernten jungen Mann. Ich weiß nicht mehr worüber, aber es war sehr interessant. Plötzlich habe ich an der Tafel gesehen, dass mein Flugzeug nach Tel’Aviv in fünf Minuten starten würde. Ich habe mich von jungen Mann verabschiedet, die Schlange verlassen und bin zur Sicherheitskontrolle gerannt. Dort habe ich meine Tasche ausgepackt, da ich mein Laptop hatte. Ich habe am anderen Ende des Röntgengerätes auf meine Sachen gewartet. Doch die Frau wollte mir meine Tasche erstmal nicht zurück geben. Drin hatte ich Flüssigkeit. Stimmt. Die Körperlotion. Wie dumm von mir, sie vor der Sicherheitskontrolle gekauft zu haben. Ich habe der Frau erklärt, dass meine Haut sehr empfindlich ist und nach dem Duschen manchmal stark brennt. Sie hat es eingesehen und mir erlaubt, die Lotion zu behalten. Aber das mit dem Wein wäre zu viel. In meiner Tasche war plötzich noch eine kleine angebrochene Flasche Rotwein, und ich hielt in der Hand ein gefülltes Glas und nippte dran. Die Flasche hatte ich beim Kauf der Lotion geschenkt bekommen. Ob die Frau sie behalten möchte? Ich brauchte sie nicht. In dem Moment hat der Angestellte am anderen Röntgengerät hinter mir angefangen, mich am Kopf und Oberkörper anzufassen. Sanft, als ob er mit mir schmusen wollte. Ich habe mich umgedreht und zu ihm geschaut. Er machte weiter, mit dem Hinterkopf zu mir gerichtet, und war gleichzeitig mit seinen Passagieren beschäftigt. Ich habe mich um meine Tasche gekümmert und meine Sachen gepackt. Kate, die rechts neben mir erschien, sagte, dass wir zu spät waren, der Flugzeug wäre schon gestartet. Tomasz, links von mir, war entsetzt. „Was für eine Scheiße“, habe ich laut gerufen. Ich wollte nicht zu meinem Ziel über Jerusalem fliegen. Es wäre mir viel zu gefährlich. Der Mann (es war auf einmal keine Frau hinter dem Gerät) meinte, ich könnte um sieben Uhr abends nach Be’er Sheva fliegen.

Ich bin aufgewacht. Hinter mir schlief Martin. Seine Hand lag auf meinem Kopf.

Stresstraum. Nach Sylvester muss ich wirklich hin. Dienstlich. Ich bin eingeladen, um junge Wissenschaftler auszubilden und nebenbei Programm #1 vorzustellen. Diesmal habe ich nichts zu vorbereiten, denn es ist eine sehr ähnliche Veranstaltung wie letzte Woche. Ich kann die Präsentationen wieder benutzen und mich fürs Jahresende entspannen.

Letzte Woche war hart. Ich habe von der Stadt nicht viel mitbekommen, außer dass es viele renovierungsbedürftige Gebäude gibt. Am Montag vormittag habe ich geprüft, dass die Software für meine Präsentationen alle richtig funktionieren. Ein Programm lief nicht, und da alle Rechner für die Teilnehmer schon geklont wurden, durfte ich ihn auf allen fünfzehn Rechnern kompilieren. Die Organisatoren waren sehr dankbar. Danach bin ich mit meiner dortigen Kollegin Beata zum Weihnachtsmarkt gegangen. Sehr schön. Die Schlemmerinsel in der Mitte vom Platz hat mir vor allem gefallen.
20151214_Weihnachtsmarkt
20151214_Glühwein
Die ganze Woche musste ich jeden Tag etwas vortragen, und es waren außer mir noch andere Dozenten auf verschiedenen Ländern eingeladen. Ich habe viele neue Leute kennengelernt. Am Dienstagabend haben wir einen langen Spaziergang an der Donau gemacht. Am Mittwochabend hat eine Migräne zugeschlagen und ich bin mit zwei Aspirin-Tabletten ganz früh ins Bett gegangen. Am Donnerstagabend hatten wir ein gemeinsames Abendessen. Deutlich besser als das Essen an der Mensa, das wir mittags bekommen hatten. Riesige Portionen, die der Koch hinter den Glasscheiben unappetitlich zwischen Löffel und Daum auf den Tellern geschaufelt hatte. Am Freitag hat mich Beata eingeladen, um nach der Veranstaltung einen Vortrag in ihrem Institut zu halten. Die Leute dort waren sehr interessiert. Vielleicht kommen einige nach Berlin, um Experimente zu machen. Ich bin um halb neun zurück gelandet. Martin hat mich abgeholt und wir haben bei einem Italiener gegessen. Erstaunlicherweise habe ich mich top fit gefühlt.

In Ungarn

Ich bin zum ersten Mal zu einer wissenschaftlichen Veranstaltung eingeladen. Das fühlt sich so cool an.

Bis jetzt habe ich mich immer bei Veranstaltungen angemeldet und die Tagungsgebühren vorgestreckt, um einen Vortrag über meine Ergebnisse vor großem Publikum halten zu dürfen (die Gebühren zahlt mein Arbeitgeber im Nachhinein zurück — nach vielen Monaten). Häufig muss ich mich, statt mit einem Vortrag, mit einem Poster zufrieden stellen. Vorträge sind begrenzt, da kann nicht jeder mitmachen. Bei Postern kann man mit einzelnen Leuten besser diskutieren, aber es kommen von weitem nicht so viele vorbei.

Diese Woche habe ich die Ehre, eingeladen zu sein. Na ja. Eigentlich war Winfried eingeladen. Er hatte nur schon eine andere Reise geplant und mich stattdessen den Veranstaltern empfohlen. Ich bin aufgeregt. Ich hoffe, ich werde niemanden enttäuschen. Ich bin heute Abend ziemlich müde und habe nicht mal Hunger. Ich bin im Hotelzimmer geblieben und habe das Restaurant gar nicht besucht.

Ich habe für die Veranstaltung ziemlich hart gearbeitet. Es wird ein gedrucktes Buch mit Beiträgen von Teilnehmern geben. Ich habe meinen Beitrag am letzten Wochenende geschrieben. Bei dem üblichen Chaos am Jahresende konnte ich mich früher nicht darum kümmern. Wir haben selber letzte Woche eine andere Veranstaltung organisiert, zu der ich noch einen Beitrag liefern musste. Ich habe am Samstag und Sonntag die ganze Zeit am Rechner gesessen. Nein. Am Sonntagabend haben wir kurz einen Glühwein am Weihnachtsmarkt getrunken. Seit dem Wochenende habe ich einen komischen pochenden Druck an der Nase, direkt unter der Stelle, wo die Brille normalerweise drückt (die ich am Rechner nicht benutze). Aber der Beitrag ist rechtzeitig fertig geworden. Meine zwei Vorträge muss ich nochmal durchgehen.

Die Veranstalter haben alles für mich organisiert. Flüge gebucht, Hotelzimmer reserviert. Wenn es auch so bei meinem Arbeitgeber gehen könnte. Für jede Dienstreise muss ich alles selber erledigen, und dann noch unserer Verwaltung erklären, warum es keine günstigere Hotels zu finden gab. Eigentlich, nicht mal unserer Verwaltung. Die Abrechnung der Reisekosten wird von einem externen Dienstleister ganz weit weg in Süddeutschland gemacht. Der Dienstleister kann angeblich auch nach Hotels suchen, aber das einzige Mal, dass ich das Angebot in Anspruch genommen hatte, hatte ich nur einen sehr teuren Hotel 20km vom Veranstaltungsort vorgeschlagen bekommen. Bei HRS hatte ich nach einer fünfminutigen Suche viel bessere Alternative gefunden, mit Fußentfernung zur Tagung, und musste mich danach trotzdem für den niedriegeren aber noch zu hohen Preis rechtfertigen.

Ein junger Mann

In der S-Bahn. Ich sitze im Fahrradabteil. Neben mir sitzt ein junger Mann.

Eine Station weiter steigt eine Frau mit einem kleinen Kind ein. Das Mädchen könnte zwei oder drei Jahre alt sein. Es hält einen pinken Schnuller im Mund.

Das Kind fängt gleich an, mit dem niedrig gestellten grünen Knopf an der Haltestange zu spielen. Die Mutter erklärt ihm, es sollte es nicht tun. Warum, weiß ich nicht. Ich habe mich immer gefragt, wozu dieser Knopf da ist. Ich werde heute nicht schlau.

Beim Wegfahren hört der Knopf aus zu leuchten. Uninteressant. Das Mädchen schaut sich um.

Es entdeckt den jungen Mann neben mir und schnappt laut nach Luft. „Ein junger Mann!“, schreit es seiner Mutter durch den Schnuller zu und zeigt mit dem Finger auf ihn. Der junge Mann schmunzelt. „Ein junger Mann!“, wiederholt es. „Ja, ein junger Mann“, bestätigt die Mutter. Das Mädchen lässt ihn nicht mehr aus den Augen und lächelt ihn an. Als die Beiden an der nächsten Station aussteigen, schreit das Mädchen ganz laut „Tschüß“ und winkt mit der Hand. Die Mutter muss das Kind schubsen, damit es sich von seiner Stelle los lässt und aussteigt.

Es ist noch nicht Sylvester!

Böller! Seit einigen Wochen hört man schon häufiger welche in Berlin. Ich dachte, die wären nur für Sylvester und Neujahr zugelassen.

Es ist mir besonders nach den Attentaten von Paris aufgefallen. Denn ich gebe es zu, ich habe immer ein mulmiges Gefühl, wenn ich unterwegs bin oder laute Knalle höre. Seit länger. Als Studentin hatte mich die Anschlagsserie in Paris ziemlich erschüttert, obwohl ich weit weg in Nizza war. Daher fühle ich mich seitdem immer ein bisschen nervös, wenn ich mich mitten in Menschenversammlungen befinde oder mit der Bahn unterwegs bin.

Nun, seit einigen Tagen hört man vermehrt laute Knalle, wenn man unterwegs ist. Am schlimmsten war vorgestern abends, als ich mit der S-Bahn in Hermannstraße auf dem Weg nach Hause war. Der Zug hielt am Gleis, alle Türe waren noch offen. Der plötzliche Knall war so laut, dass mein linkes Ohr leicht geschmerzt hat. Alle Gäste haben sich alarmiert umgeschaut. Ich habe nur noch gedacht, bloß weg von hier. Es hat gefühlt ewig gedauert, bis der Fahrer die Türe wieder geschlossen hat.

In meiner Wohngegend wird es auch laut. An späten Abenden haben wir einige Male vereinzelte Böller gehört, um die zweiundzwanzig Uhr. Und heute Morgen. Es war kurz vor sieben. Welcher Vollidiot zündet Feuerwerkskörper in aller Frühe am Wochenende? Heute Morgen war es die Sorte, die man pfeifen hört, wenn sie in die Luft steigt, bevor sie explodiert. Wir sind davon aufgewacht, und ich konnte nicht mehr schlafen. Verdammt.

Jetzt arbeite ich. Ich habe schon wieder viel zu tun. Artikel schreiben und Beiträge für Veranstaltungen vorbereiten. Martin ist wieder eingeschlafen.